Legenden aus Aldarath - Alexandria Werder - E-Book

Legenden aus Aldarath E-Book

Alexandria Werder

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Beschreibung

Hier sei gebunden eine kleine Ansammlung der Geschichten, Mythen, Legenden und Sagen Aldaraths, so wie sie erzählt wurden und noch immer erzählt werden. Mögen diese auch heute noch lehren und auch in Zukunft weitergetragen werden.

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Seitenzahl: 80

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

Die Alte Welt

Schöpfung

Von den Schwänen

Der Wald der Silberpfade

Lied der Ewigkeit

Verrat der loth’Atár

Ishaar der Richter

Flucht nach Aldarath

Vom Fall des Silberreichs

Gebraldins Reise

Der Erste Krieg

Alysse, Hohe Wache der loth’Thalanaste

Zwei Brüder

Talár Feuerfeder

Der Zweite Krieg

Tírdan und der Zweite Krieg

Alarathàndre und Aleána

Kirians Fall

Die Alte Welt

Schöpfung

Am Anfang war das Dunkel, und es herrschte über die Welt. Bekannt waren nur Leid und Kummer, Hass und Schmerzen, Verzweiflung und Angst. Es gab kein Leben, nur den ewigen Tod. Dann kam das Licht in die Welt und brachte mit dem Leben auch die Freude, Liebe und Hoffnung, Zuversicht und Zärtlichkeit und Wohltun. Das Dunkel mochte das Neue nicht und stritt mit dem Lichte. So entstanden der Tag und die Nacht.

Dem Licht und dem Leben folgten vier Schöpfer die dem Leben Form geben wollten. Luft erfüllte die Welt und erstreckte sich in die Unendlichkeit. So ward der Himmel geboren. Unter dem Himmel legte sich das Wasser daher. So ward das Meer geboren. Auf das Meer legte sich die Erde. Und es ward das Land geboren. Der vierte Schöpfer blickte auf die Welt herab, und da, wo er blickte, war Feuer. So entstanden Hitze und Kälte.

Licht und Dunkel sahen, was die Schöpfer getan hatten. Beide berieten die Schöpfer und sagten ihnen was als nächstes getan werden sollte. Das Licht sprach: tut euch zusammen, erschafft die Einigkeit mit Atem, Fleisch, Blut und Wärme! und so geschah es, dass die Welt aufblühte. Doch das Dunkel sprach: teilt euch und streitet, seid zornig und ohne Gnade! und so starb was einst aufblühte, und so entstanden die Jahreszeiten.

Irgendwann, nach langer Zeit, waren die Schöpfer müde davon, ewig zu schaffen und zu zerstören. So nahmen sie das Leben, formten Fleisch und Blut und Atem und Feuer, und fügten es zusammen. Dazu legten sie noch Herz und Verstand und schufen eine Seele. So ward das erste Wesen geschaffen, und es gefiel den Schöpfern so sehr, dass sie mehr schaffen wollten, und das taten sie dann auch.

Das Dunkel wollte auch teilhaben an der Schöpfung. Dem Wesen wurde also gegeben die Empfindung von allem worüber das Dunkel herrschte, und das Wesen litt und jammerte, weinte und starb. Das Licht, aber, liebte die Schöpfung. Die Seele wurde eingetaucht in das ewige Licht, und so entstand das erste Heilige. Als das Licht die Seele in den nächsten Körper setzte, konnte das dunkel dem Wesen nicht mehr so viel Leid antun. Das Wesen litt, doch es kannte auch Freude, es hasste, doch konnte es auch lieben, es jammerte, doch lachte es auch.

Schliesslich wurden die Schöpfer alt und müde und auch wenn sie erfreut über das geschaffene waren, so wussten sie, dass die Welt nicht mehr brauchte als schon da war. Wie ihnen einst geraten hielten sie zusammen bevor sie sich teilten und stritten und auch wenn am Ende die Welt kahl und kalt war, so lebten die Träger der geheiligten Seelen viele Jahre lang, bis ihre Knochen und Muskeln schwach wurden und der Tod sie ereilte.

Als die Schöpfung sich ausbreitete, da erlebten die Schöpfer noch einiges. Sie beobachteten die Welt und mischten sich unter die entstehenden Völker, und ihnen wurden geboren Sonne und Mond, Tau und Schnee, Waldwind und Fluss, und noch viele Kinder mehr. Und so wurden die Schöpfer dann geheiligt und Väter genannt.

Eines Tages, da lehrte das Dunkel einen der Träger der geheiligten Seelen den Verrat. Dieser lehrte dann auch andere, bis jeder den Verrat kannte. So konnte der eine dem anderen nicht mehr trauen, und jeder einzelne war einsam und unglücklich. Da kam das Licht und lehrte die Güte, und die Lehren verbreiteten sich bis alle Völker die Güte kannten. So stritten sie noch immer unter einander, doch versöhnten sie sich auch wieder.

Das Dunkel war voller Wut, und so nahm er sich einen Träger der geheiligten Seelen, und lehrte ihm den Mord. Da verzweifelte das Licht, denn das was es liebte vernichtete sich selbst. Nach langem denken lehrte dann das Licht den Völkern, und sie lernten von Treue, Ehre und Vergebung. Die Lehren wurden verbreitet, bis alle Völker davon wussten, und es wurde nur noch selten gemordet.

Das Dunkel war voller Hass und wollte die Schöpfung nicht mehr. So erwählte es ein Volk und lehrte es den Krieg. Das Licht weinte, denn alles was es liebte drohte zu enden. Nach langem Denken entschied das Licht die Völker zu lehren. Und so erfuhren sie von Reinheit und Gnade, von Tapferkeit, Mut und Freundschaft, als auch von Aufopferung und der höchsten Heiligkeit. Mit diesen Lehren entstanden die Kinder des Lichts, und sie reisten zu allen Völkern der Welt um sie zu Lehren.

Da verfluchte das Dunkel die Welt und die Völker und auch das Licht, und schwor immer wieder Unheil zu bringen, bis nichts mehr war ausser der Dunkelheit. Das Licht, aber, wollte das nicht, und so hielt es fest an den Seelen derer, die den Lehren des Lichts treu ergeben waren. Diesen Seelen, die die Heiligsten aller waren, denn sie waren wie das Licht selbst, wurde befohlen, auch dann noch über die Welt zu wachen, wenn auch sonst kein Licht mehr zu sehen war. Und so entstanden die Sterne, die selbst bei tiefster Dunkelheit ewiglich erstrahlen.

Von den Schwänen

Zu Beginn war die weisse Seerose, und ihre Geschichte begann bei Wasser und Erde. Doch sie endete beim Wasser, und so ist sie eine Tochter des Wassers. Zu Beginn war also die weisse Seerose, die Tochter des Wassers, und sie trieb ohne Sorgen auf dem Leib des Wassers und blickte zum Himmel. Still war sie, lauschte sie doch in Ehrfurcht ihrem Vater, all seiner Weisheit und all seinem Wissen. Still war sie, doch hörte sie manchmal des Tags eine merkwürdige Stimme. So blickte sie, wann immer sie die Stimme hörte, doch zum Himmel, und trieb über das Wasser, suchend was das wohl war. Sie suchte, doch verschwand die Stimme bevor sie sie finden konnte.

Eines Tages, da blickte die Seerose zum Himmel, und sie sah hoch in den Lüften einen weissen Schein. Sie fragte ihren Vater, und er sprach: Dies ist Wolke, so ist er geschaffen durch Wind. Und so lernte sie was Wolke war.

Eines Tages, da blickte die Seerose zum Himmel, und sie sah hoch in den Lüften etwas weisses und helles. Sie fragte ihren Vater, und er sprach: Dies ist Sonne, so ist sie geschaffen durch Feuer. Und so lernte sie was Sonne war.

Eines Tages, da sah die Seerose etwas hoch im Himmel, und es strahlte weiss und flog wie der Wind. Und sie fragte ihren Vater und er sprach: Dies ist Vogel, so ist er ein Sohn des Windes, doch schuf ihn einst Erde, bis Wind ihn nahm und in den Himmel trug.

So staunte die Seerose, war sie doch auch von Erde geschaffen, auch wenn sie sich ewig nach dem Wasser sehnte. Und so betrachtete sie den weissen Vogel, doch wagte sie nicht zu rufen. Die Tage vergingen, und schliesslich rief sie zum Himmel: Oh Vogel, oh Sohn des Windes! Trägst du mich in den Himmel?

Doch ihr Vater zürnte, sprach doch, wie er stritt damit sie zum Wasser käme, und so schwieg sie wieder. Der Vogel, jedoch, blickte herab, und er flog tief und war neugierig. So rief er, wollte wissen wer da sprach, doch keine Antwort kam, und er flog wieder davon.

Die Seerose erinnerte sich an die Stimme, und wusste nun was sie immer gesucht hatte. Und nun ersehnte sie wieder den weissen Vogel, und blickte immer zum Himmel um nach ihm zu suchen. Auch Wolke bat sie zu suchen, und auch Sonne bat sie zu suchen, und so hörte der Sohn des Windes davon, denn Wolke und Sonne flüsterten ihm die Nachricht der Seerose zu.

Er flog also zum weissen See, und suchte dort auf dem Wasser die weisse Seerose, und er rief und rief, doch fand er keine Antwort. Schliesslich musste er ruhen, doch er flog weiter und weiter, und selbst als seine Flügel ihn nicht mehr zu tragen vermochten, da flog er weiter.

So stürzte der weisse Vogel ins Wasser, und sank kraftlos und tief. Die Seerose hatte dies gesehen, flüsterte doch immerzu und hoffte, dass er sie erblicke, doch sah er sie nicht und er hörte sie nicht, und nun sank er in den Leib des Wassers und ihm drohte der Tod. So weinte sie bitterlich und sie bat, dass ihr Vater ihn freigebe und ihn leben lasse, auch wenn er kein Sohn des Wassers sei, auch wenn er gestritten wurde. Und ihre Klage war so herzzerreissend, dass alle Winde dies hörten und zu ihrem Vater brachten.

Da kam also Vater Wind, und dieser sprach mit Vater Wasser, und Vater Wasser hob schliesslich den weissen Vogel von seinem Grund. Doch sprach er: Er kam zu mir aus freiem Willen, so ist er rechtens mein, selbst da das Leben in ihm erblasst.

Doch Vater Wind sprach: So kam er um deiner Tochter willen, und ihr Schweigen brachte ihm dies, dass er in deinem Grunde lag und nun das Leben in ihm erblasst. Sie ist nun mein, und er dein.

Doch dies war nicht im Sinne der Väter, und das Wasser war die Weisheit, und so sprach er, der Vater des Wassers: So gehören sie beide uns beiden, und so stritten wir lange um ihrer Willen. So sind sie unser gemeinsam Kinder, so lass uns sie Schaffen, dass sie Wasser sind und auch Wind.