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Emma Liebetau, 31 Jahre, hat in der Liebe nicht allzu viel Erfahrung, zumindest keine gute. An der Seite ihrer Besten Freundin Greta, eröffnete sie einen Buchladen und erfüllte sich damit einen Traum. Doch als plötzlich ein attraktiver, charmanter und äußerst selbstbewusster Mann in ihrem Laden aufkreuzt, weiß sie nicht ob sie die Dämonen der Vergangenheit abschütteln kann. So sehr sie es auch versucht, bei jedem Schritt seinerseits, werden die Gefühle stärker und es fällt ihr immer schwerer dagegen anzukämpfen.
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Veröffentlichungsjahr: 2020
Inhaltsverzeichnis
Prolog
1 Neuanfänge
2 Alte Dämonen und eine neue Begegnung
3 Einsamkeit und neue Hoffnung
4 Unvorhergesehenes
5 Gefühle
6 Ignoranz
7 Muttertag
8 Konfrontation
9 Verzweiflung
10 Ruhe
11 Neuer Alltag
12 Festhalten
13 Neue Wege
Leselust
Impressum
© 2021 Lisa Hofmann
1.Auflage
Autor: Lisa Hofmann
Großenhainer Str.170
01129 Dresden
Kontakt: [email protected]
Instagram.com/flawless_inspiration
Covergestaltung : Canva
ISBN: 9783752101911
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Für dich, für mich, für all die Frauen da draußen.
We would be together and have our books at night be warm in bed together with the windows open and the stars bright.
Hemingway
Ich sehe dich du Schöner. In deinem norwegischen Strickpullover, deinen zerzausten braunen Haaren und deinem verschmitzten Lächeln. Was tust du hier? Das Buch in deiner Hand, ist das für dich? Ich werde das Gefühl nicht los dass du hier nicht her passt. Du bist kein Bücherwurm. In einer kleinen Stadt wie dieser habe ich dich nie zuvor gesehen . Wo kommst du her? Immer wieder schaue ich von dem Buch in meiner Hand auf und beobachte dich. Mir gefällt es wie du dein Gegenüber in den Bann ziehst.Du bringst Frauen zum Lachen. Ich werde herausfinden müssen wer der gut aussehende Mann ist ,der da gerade jede Buchrückseite liest, die auf der Auslage meines Buchladens liegen. Eins ist sicher, mein Leben wird nie wieder so sein wie vorher.
Eine neue Woche begann und wieder betrachtete ich mich morgens im Spiegel und fragte mich warum um alles in der Welt ich jeden Morgen aufstehen sollte. Im Spiegel sah ich die zerzausten Haare und versuchte die Katastrophe auf meinem Kopf zu bändigen. Nach einer heißen Dusche und mit noch verschlafenen Augen ertastete ich die Kaffeemaschine und genoss das gewohnte gluckern des schwarzen Goldes. Während sich der Duft des Kaffee´s in der Wohnung verteilte und ich, nur in einen Bademantel gehüllt und darunter nur wie Gott mich schuf,am Küchentresen lehnte, überdachte ich den Sinn des angebrochenen Tages. Wie auch immer er heute sein mag, das einzige auf was ich mich aktuell immer freute, waren meine Bücher. Ein frischer Druck, aufstrebender Neuautoren, die ihre Lektüre in die Welt hinaus tragen wollten. Vor 3 Jahren eröffnete ich auf der Von—Steinen Straße, einem kleinen verträumten Gässchen in meiner Heimatstadt, den Buchladen meiner Träume. Weit weg vom Stadttrubel, ragten Bücherregale aus dunklem Holz bis zur Decke , große Sprossenfenster fügten sich imposant in die Wände ein, die die Bücher in warmes Sonnenlicht tauchten und liebevolle Dekorationen die Auslagen und Regale schmückten.
Der Tag war wundervoll heute, dachte ich mir und schloss den Laden auf. Der Duft nach Leder und frisch gedruckten Seiten durchströmte meine Nase. Ich betrachtete voller Stolz das was ich geschaffen hatte. Im vorbeigehen erfühlte ich die verschiedensten Einbände des hübsch arrangierten Buchstapels unserer Neuautoren. Nachdem ich mich eingerichtet hatte huschte auch schon ein mir bekannter Blondschopf in meinen Laden.
„Guten Morgen mein liebster Bücherwurm“, hörte ich ihre melodische Stimme während ich mir eine heiße Tasse Tee zubereitete und die Kasse öffnete.
„Guten Morgen dir auch, du bist aber gut gelaunt“.
Greta, seit vielen Jahren (ich hab aufgehört zu zählen) ,meine beste Freundin. Sie unterstützte mich immer bei meinen Vorhaben vor allem den, meinen eigenen Buchladen zu eröffnen und tat dies auch weiter. Sie war genauso ein Büchernarr wie ich und die sind es auch, die uns zusammengeführt hatten, als ich sie in der Straßenbahn auf ihr schönes Buchcover in den Händen mit den braun lackierten Nägeln ansprach. Wir kamen ins Gespräch, doch als sie aussteigen musste ,teilten sich unsere Wege. Glücklicherweise , als ich sie fast vergessen hatte, stieg sie 2 Wochen später in die gleiche Bahn, und kurz bevor sie ausstieg, tauschten wir unsere Telefonnummern aus und so, nahm alles seinen Gang. Vom Thema Bücher schweiften wir schnell ab und erzählten uns immer mehr private und persönliche Dinge. Und irgendwann war es eben so dass wir so gut wie alles voneinander wussten. Wir verabredeten uns oft zum Kaffee und genossen die Sonnenstrahlen in einem kleinen Gässchen Gummersbach’s. Wir lästerten über die Personen die unsere Wege streiften und lachten über alles und jeden. Wir waren glücklich, wir waren eins und vorallem waren wir das,. Beste Freunde.
„Hier einen Laden aufzumachen wäre doch was hm?“ sagte sie als wir das Gässchen entlang schlenderten und eingehakt die kleinen Läden links und rechts von uns betrachteten.
Neben Tante-Emma Läden und Läden für Allerlei Strick und Stoffwaren und dem wohl schönsten Spielzeugladen der Stadt in dem sich die verschiedensten Plüschtiere und Teddybären auf einem rotblau gestreiften Regal aneinanderkuschelten, kam in mir das Gefühl auf dass etwas fehlte. Und da fiel mir Greta’s Satz ein. Ein Buchladen, wie in meinen Träumen. Dunkles Holz und endlos große Bücherregale, bei denen man die obersten Fächer nur mit einer Leiter erklimmen könnte.
„Ein Buchladen? Ja.“.
Nickend stimmte ich zu und lehnte mich an einen der Bäume die die Mitte des kleinen Gässchen zierten und dessen Blätter die schönsten Farben auf die Pflastersteine zauberten. Ich betrachtete die gelben,orangefarbenen und weinroten Blätter und sah hinab auf meine Stiefel.
„Das wärs oder? Nur wir beide, unsere eigenen Chefs und umgeben von den Dingen die wir lieben“.
„Kaffee und Tee?“ neckte ich sie.
„Du bist blöd,du weißt was ich meine“ konterte sie und gab mir mit dem Ellebogen einen Stoß.
Arm in Arm gingen wir zurück und erschraken als die Kirche, die einige Stufen von besagter Gasse entfernt steht, nun ihr lautes Läuten von sich gab. Wir sprachen lange nicht mehr über unseren gemeinsamen Wunsch. Zu diesem Zeitpunkt waren wir zarte 18 Jahre jung und jeder ging bereits seine Wege. Greta schloss eine Ausbildung als Verkäuferin ab und ich hatte meine Lehre als Pflegeassistentin abgeschlossen. Viele Jahre vergingen und jeder sammelte in seinem Bereich Berufserfahrung. Die Treffen wurden weniger, der Kontakt blieb.
„Ich denke du musst nun unterschreiben Emma“, sagte Greta mit Tränen in den Augen und mit etwas Nachdruck in der Stimme, während ich auf das vor mir liegende Papier starrte. Mit dieser Unterschrift, 10 Jahre später, ließ ich mein altes Leben hinter mir und startete in eine neue Zeit. Ich setzte den Füllhalter an und brachte die Tinte ,in einem Tanz aus Schnörkeln und Strichen, in Bewegung. „Ich gratuliere Ihnen beiden. Dies ist jetzt Ihr Laden“ wünschte uns der Herr im Anzug und seinem gekünstelten Lächeln und verschwand auch schon ehe wir etwas erwidern konnten. Dies war unser Neuanfang. Dies war unser Traum.
Verträumt lehnte sie sich auf den Tresen der Kasse und spielte mit den Blüten der frischen Pfingstrosen die dem Laden Leben einhauchen sollten.
„Ich habe jemanden kennengelernt. Gestern“,sie grinste.
„Was? Oh ich freue mich so für dich, erzähl! Wie sieht er aus, was arbeitet er?“.
„Wow Sherlock, das erzähle ich dir erst einmal in Ruhe nachdem wir diese Kisten einsortiert haben“, seufzte sie und packte sich die erste Kiste ,fing an sie in unserer Kasse zu registrieren und grinste mich dabei unentwegt an. Während des monotonen piepsens beobachtete ich sie.
„Greta du bist echt gruselig wenn du so drauf bist“. Ich verzog das Gesicht.
„Was denn? Du bist doch nur neidisch“,meinte Greta.
Als Scherz gemeint ,war doch dieses Gefühl ,was sich in meiner Brust,durch diesen Satz ausbreitete, plötzlich äußerst schmerzhaft und lies mich kurz innehalten während ich inzwischen die Ladentüre aufschloss. Ich war neidisch, und es fiel mir schwer, dies einzugestehen.
„Emma es tut mir so leid, ich habe es verge...“. Scheinbar erkannte sie meine Gedanken anhand meines nachdenklichen Gesichtsausdrucks.
„Lass gut sein“ unterbrach ich sie und versuchte die Erinnerungen an meine Vergangenheit zu unterdrücken.
Ich betrachtete die Kiste vor mir und das Gefühl der Freude überkam mich. Der Geruch alter Bücher nahm mich jedes Mal aufs Neue mit, denn in der Kiste befanden sich Werke der für mich besten Schriftsteller : Brontè, Austin,Hardy und mein heißgeliebter Hemingway. Während ich diese Schätze begutachtete, stellte ich mir gedanklich die Frage ob es genau das ist was ich wollte. Ich war allein, so viel stand fest. Doch machte mich das glücklich? Und wieder breitete sich diese Leere in mir aus und ein Strudel der Einsamkeit und endlose Gedanken die alle auf eines hinausliefen, dass ich nichts wert war. Ich hatte Jahre gebraucht Selbstbewusstsein zu erlangen und genau hier zu stehen wo ich nun bin und jetzt brachte mich dieser eine Satz von dem Menschen so durcheinander, die immer an meiner Seite war. Ich nahm ein Buch in die Hände und wischte den Staub vom stoffbezogenen Einband. Unter dem Ärmel meines Pullovers schauten meine Tattoos hervor. Sie gehörten zu mir und erinnerten mich an den Schmerz ,an den Kummer und die Wunden in meiner Seele die ich überstanden, und hoffentlich nun hinter mir lassen konnte.Das Vergange hinter sich zu lassen und an der Vergangenheit zu wachsen statt sich von ihr niederdrücken zu lassen, weiter nach vorne zu sehen und Stärke zu erlangen. Ich dachte nur einen Moment über Geschehenes nach, als es mich wie ein Blitz durchstieß und ich mich plötzlich in einer der Situationen wiederfand die ich so sehr verdrängt hatte. Ein kalter Schauer durchbrach mich , ich schloss die Augen und lauschte meiner Atmung bis mich eine Berührung auf meiner Schulter aus diesen Bildern fortriss.
<Denk an die Vergangenheit nur dann, wenn die Erinnerung daran Vergnügen bereitet> schrieb einst Jane Austen in Stolz und Vorurteil und flüsterte mir nun Greta ins Ohr. „Emma....denk immer nur daran wo du jetzt bist und was du erreicht hast.
