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Lyrik als Weg zur Stille, als eine Möglichkeit zur Entschleunigung unserer Zeit. Versuche, Augenblicke zubewahren und ihnen ihre Freiheit zu geben. Kurzgeschichten mit Begebenheiten, die uns Neues abverlangen, die uns auf Wege führen, die unser bisheriges Wissen und Denken und überhaupt Sein übersteigen.
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2015
Band 18
1. Auflage 2014
Per amare se stessi bisogna conoscersi profondamente, sapere tutto di se, anche le cose piu nascoste, le piu difficile di accettare.
Susanna Tamaro, Va` dove ti porta il cuore
Um sich selbst zu lieben, ist es notwendig, sich von Grund auf kennen zu lernen, alles über sich zu wissen, auch die Dinge, die verborgener sind, die anzunehmen uns schwerer fällt.
Für Skanderbeg, Johanna, Marten
und meine Mutter
Statt eines Vorwortes
Wunsch
Wer bist du
Wir
Sonnentage
Morgen
Statt eines Versprechens
Illusion
Begegnung
Inventur
Inventur 2
Wilder Mohn
Anwesenheit
Hingabe
Jetzt
Ecce homo
Lichtung
Endlich
Griechischer Tempel
Stille
Narziss
November
Kairos
Bank am Meer
Novemberhaus
Ungeduld
Tau
Angekommen
Dir
Zu hören und zu lesen
Königsweg
Carlo
Eine Bank für drei
Mendelssohn nach acht
Lila Bett
Die letzte Rose
Eisglut
Heimkehr
Fluchten
Vesper
Inhalt
Autor
Mein erstes Buch wollte ich schon schreiben, als ich noch nicht lesen konnte, noch nicht lesen wollte. Aber ich ahnte in diesen Urzeiten meines poetischen Daseins schon, dass eine Wolke nicht einfach eine Wolke ist, dass sich im Leben der Erwachsenen Geheimnisse verbergen, hinter die ich nun einmal unbedingt kommen wollte. Es war zum Beispiel der Blick einer jungen Frau, die scheinbar eindeutig neben ihrem Mann gerade den Marktplatz überschritt. Eben nur scheinbar, denn mein klares Auge hatte längst gesehen, dass sich hinter dem zweiten Auge dieser Frau ein Geheimnis, etwas Unausgesprochenes, Ungelebtes, eine Sehnsucht, eine zweite Möglichkeit ihres Lebens verbarg, das es zu ergründen, oder, wie ich bald herausfand, zu benennen galt.
Es war die Zeit, in der ich, da selbst ohne Kenntnisse und vergleichendes, ordnendes Wahrnehmen, sozusagen rein beobachtete und diese Beobachtungen in mich aufnahm, die Eindrücke in mich hineinwachsen ließ.
Was dann kam war das Leben. Und es suchte sich Erfahrungen, die den gesicherten Panoramablick immer wieder wanken ließen, die mir immer wieder den Eindruck vermittelten, auf schaukelnde, im Wind schwankende Schiffsmasten zu blicken.
Offensichtlich gab es da draußen wenig Stetes, wenig Bergendes, und diese Erfahrung führte mich über Unebenen und Umwege zu dem Ort zurück, der mir schon als Kind Heimat war: zur Sprache.
Über dem Gatter
Frost auf der Wiese
Ließe
Gern mich tragen
Von seiner knisternden Hand
Ein Tänzer in weißen Schuhen
Der es hinüberträgt
Leicht
Über Spinnweben der Gedanken
Über Risse des Zweifels
Es hinüberträgt
Unser Erstes
Zaghaftes
Leises
Du berührst mich
Und den ich selbst nicht kenne
Du meinst mich ganz
Bist ein Wort
Im Fliehen meiner Angst
Du siehst mich
Und den ich selbst nicht sehe
Du meinst mich ganz
Bist ein Lodern
Im Eis meines Schattens
Du hältst mich
Und den ich selbst nicht halten kann
Den ich berühre
Weil Du ihn berührst
Den ich sehe
Weil Du ihn siehst
Ich vergaß den Wunsch
ein Held zu sein
als du
meine zitternde Hand hieltst
unsere Augen sich trauten
als wir
im Angesicht unseres Kainsmales
uns aufrichteten
an einer Farbe eines Augenblicks
an allen Farben aller Augenblicke
uns zeigten
immer schonungsloser
immer sanfter
uns zeigten
Unter einem Regenschirm gehen
Zu zweit
Nähe wagen
Mir meinen Raum nehmen
Für all mein Tasten
Dir Deinen Raum lassen
Für all Dein Tasten
Den Segen spüren
Über uns
Deine blaue Kornblume
Mein roter Mohn
Unsere Seelenfalten
Ausgesetzt verwegenen Winden
Wenn wir zusammen
aufwachen
Du an meiner linken Seite
Wortlos und schön
Angenommen
Von unseren schlafenden Herzen
Wenn die Sonne
durchs Fenster scheint
Ein Kuss tief und warm
Wie das Lied einer fremden Sage
Aber auch ohne Sonne
Wenn nur der Regen aufs Dach tropft
Aber auch ohne Regen
Wenn wir uns nur an den Händen halten
Morgens schon
Säe ich
Richte in meinem Garten
Korinthische Säulen
Gehe auf Zehen
Fremde Ginsterpfade
Nachts singe ich unsere Lieder
Damit meine Angst
Dein Bild nicht versehrt
Meine Scham
Deine Spur nicht verweht
Damit wir erneut
Unsere Hände halten
Über dem Licht
Geliehener Rosen
Mein Traum
Von dir
Ist zwischen dir und mir
Und lässt uns mutlos schweigen
Er spielt zum wirren Tanz
Er will
Dass wir uns zeigen
Ganz
Du bist der Stein auf meinem Weg
Der Stock der mich zum Stolpern bringt
Der Wind der rau im Ohr mir ringt
Wenn lauer Frieden hegt
Du bist die Furcht die mich zum Sprechen zwingt
Der Schrecken der den Schein benennt
Die Einsamkeit die weite Trauer kennt
Die Fackel deren Atemsaum
Ich fast berühre
Du bist die Wunde und der leise Raum
Der Milde
Die sanfte und die wilde
Nacht
Der Strom der über uns im Licht
Gestaltlos gebend wacht
Blick in den Spiegel am Abend
Ein Auge
Leicht lächelnd
Holzgeruch
Dein Schritt auf der Treppe
Geborgenheit
Treu dem Vertrauten
Mein Lesebuch erste Klasse
Blick in den Spiegel am Morgen
Ein Auge
Leicht lächelnd
Seegeruch
Lauschen dem Wind
Sehnsucht
Treu dem Geahnten
Briefpapier
Auf dem
Schreibtisch
Mein Auge liegt sanft
Im Schatten des Baumes
Es träumt
Es klingt
Und manchmal singt es
Vom Morgen einer jungen Seele
Wenn herbstlich
Der Rabe ruft
Folge ich seiner mahnenden Sorge
Ich bestelle mein Haus
Und nachts
Warum eigentlich nur nachts
Erzähle ich meinen
Kindern
Von meinen Träumen
Im Schatten des Baumes
Fremde Saat
Von irgendwo
Verirrt
In
Menschengesätes
Lichte Not
Legt ihre
Zerbrechlichen
Augen
In den Schatten
Der Zeit
Tausendfarben
Roter Mohn
Getupft
Vielleicht
Auf
Die Schwelle
Einer
Verwandlung
Steine
Wasserlose Blumen
Trockener Staub
Nebeneinander
Jedes das Seine
Bewahrend
Ohne die Maske irgendeiner
Notwendigkeit
Nur Geckos
Rascheln
In ihre Anwesenheit
Erst als der Sandweg zum Gehen zwingt
