Liebe findet einen Weg! - Sabine Ginsthofer - E-Book

Liebe findet einen Weg! E-Book

Sabine Ginsthofer

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Beschreibung

Es war ein berauschendes Gefühl, den Wettbewerb gewonnen zu haben. Solange hatte Serena Parker dafür geschuftet und trainiert. Tränen liefen ihr die Wange hinunter als sie in ihrem Hotelzimmer an die Siegerehrung zurückdachte. Es war ein berauschendes Gefühl, als sie die Medaille erhalten hatte und ihre Freunde und Mitstreiter sie bejubelt hatten. Immer wieder war ihr Blick zu ihm gewandert. Sie wusste, dass er sie ständig beobachtet hatte, da sie seinen Blick auf sich hatte spüren können. Aber sie wusste auch, dass es nie eine Chance für sie beide geben würde. Oder etwa doch?

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Seitenzahl: 183

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Sabine Ginsthofer ist in Pixendorf nahe Tulln an der Donau im schönen Österreich geboren und aufgewachsen. Nach der Schule ging sie ihrer zweiten Leidenschaft nach und arbeitete als Restaurantfachfrau. Dabei verlor sie ihre erste Leidenschaft nie aus den Augen und schrieb fleißig Geschichten und Bücher für sich und ihre Lieben. Ihr Lebensgefährte Alexander unterstützt sie dabei tatkräftig und gibt ihr die nötige Ruhe um schreiben zu können und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen.

Für Elke!

Mit dir hat alles angefangen!

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 1:

Es war ein berauschendes Gefühl, den Wettbewerb gewonnen zu haben. Solange hatte Serena Parker dafür geschuftet und trainiert. Unzählige Stunden mit dem Training verbracht und jetzt hatte sie den erhofften Erfolg dafür geerntet.

Sie war Jugendmeisterin im Schwimmen in der Kategorie der Schüler von 20 bis 30 Jahre!

Tränen liefen ihr die Wange hinunter als sie in ihrem Hotelzimmer an die Siegerehrung zurückdachte. Es war ein berauschendes Gefühl, als sie die Medaille erhalten hatte und ihre Freunde und Mitstreiter sie bejubelt hatten.

Immer wieder war ihr Blick zu ihm gewandert. Sie wusste, dass er sie ständig beobachtete, da sie seinen Blick auf sich spüren konnte.

Nun stand sie in ihrem Zimmer und dachte über alles nach. Eigentlich sollte sie sich beeilen, da sie in zwei Stunden bei einem Galadinner mit den anderen Mitstreitern und dem Bürgermeister erwartet wurde. Doch im Moment konnte sie nur an die vergangenen Ereignisse denken.

Sie war schon länger in ihn verknallt gewesen, doch es war verboten und sie hatte bis kurz vor dem Wettbewerb keinen ernsteren Gedanken daran verschwendet. Schließlich war er ihr Schwimmtrainer und er war mit ihrer Biologieprofessorin verheiratet.

Niemals hatte sie ernsthaft darüber nachgedacht mit Professor und Trainer, Mark Porter, irgendetwas anzufangen. Er war für sie immer tabu gewesen und Serena hatte ihre Gefühle immer als verrückte Schwärmerei abgetan.

Sie hatte sich schon immer sehr gut mit ihrem Trainer verstanden und er hatte sie stets unterstützt und ihr geholfen da zu stehen, wo sie heute war.

In der letzten Zeit war sie so angespannt wegen des Wettbewerbs gewesen, dass sie nicht ein einziges Mal mitbekommen hatte, dass sich in ihrer Arbeitsbeziehung etwas verändert haben könnte.

Ihre beste Freundin, Vicky Cooper, hatte sie zwar das eine oder andere Mal darauf aufmerksam gemacht, dass Mark sie irgendwie seltsam ansah, aber Serena hatte diesen Verdacht stets mit einem genervten Wink abgetan.

Schließlich musste sie sich auf den Wettbewerb konzentrieren. Der war ihr in dem Moment wichtiger als alles andere. Er war der Schlüssel für sie, von zu Hause weg zu kommen und ein besseres Leben anzufangen, denn seit dem Tod ihres Vaters, hatte sie kein gutes Verhältnis zu ihrer alkoholsüchtigen Mutter. Serena wollte nur noch weg, weg von Nashville und Mark verstand das. Neben Vicky war er der einzige, der wusste, warum sich Serena so furchtbar abrackerte und quälte. Dafür war sie ihm noch mehr zugetan als sie sollte. Doch sie durfte diese Gefühle nicht zulassen und konzentrierte sich noch mehr auf das Training.

Vor drei Tagen war das gesamte Team in Dallas angekommen und hatten ihr Hotel bezogen. Neben ihrem Trainer, Mark, war auch noch seine Frau und die Biologielehrerin, Barbara Porter, als Aufsichtsperson mitgekommen.

Serena war froh, dass ihre beste Freundin ebenfalls Schwimmerin war und sie nicht alleine war. So hatte sie das Gefühl, die Zeit während des Wettbewerbs durchstehen zu können.

Gemeinsam trainierten sie die letzten Tage noch härter als schon zuvor.

Am Tag vor dem Wettbewerb, wollte Serena noch weiter trainieren, während alle anderen zum Hotel zurück fuhren um sich massieren zu lassen und ein wenig zu entspannen.

Während sie ruhig und kontrolliert ihre Bahnen zog, hörte sie plötzlich eine Tür schwerzufallen. Erschrocken hielt sie in ihren Bewegungen inne und schwamm rasch zum Beckenrand.

„Wer ist da?“ rief sie etwas verunsichert.

„Ich bin es!“ konnte sie Marks Stimme hören.

„Tut mir leid, wenn ich dich erschreckt habe.“

„Kein Problem.“ Stieß Serena erleichtert aus.

„Ich wollte dich nur abholen. Das ganze Team ist der Meinung, dass du schon genug trainiert hast. Du solltest jetzt etwas essen und dich ausruhen.

Sammle deine Kräfte für morgen!“ erklärte Mark seine Anwesenheit und reichte ihr ein Handtuch.

„Ich wollte nur noch zwei Bahnen schwimmen, dann komme ich ins Hotel. Versprochen.“ „Nein!

Tut mir leid!“ unterbrach er sie, „du kommst jetzt gleich raus. Oder ich muss dich rausholen!“

Serena musste über seine Worte herzhaft lachen. Doch als sie in sein entschlossenes Gesicht sah, wusste sie, dass er es ernst meinte.

„In Ordnung. Ich komme ja schon raus!“ Ohne zu zögern schwamm sie zu der Leiter, auf der sie aus dem Wasser stieg.

Mark war ein unkonventioneller Trainer. Wenn er etwas sagte, dann meinte er das immer ernst. Das gesamte Team wusste das. Was auch der Grund war, warum die Mädels stets auf ihn hörten.

„Zieh dich um. Ich warte in der Eingangshalle auf dich.“ Lächelte Mark sie an und gab ihr das Handtuch.

„Okay.“ Lächelte Serena zurück und nahm ihm das Handtuch ab. Dabei berührten sich ihre Fingerspitzen und wieder einmal fuhr ein Kribbeln durch ihren Körper. Abrupt drehte sie sich um. Nicht schon wieder. Konnte sie sich nicht in jemand anderen verknallen? Musste es ausgerechnet ihr verheirateter Trainer sein?

Bevor sie jedoch in die Umkleidekabine flüchten konnte, hielt Mark sie an ihrer Schulter fest.

„Warte einen Moment!“

Langsam drehte sie sich zum Trainer um. So gut sie konnte sah sie ihm ausdruckslos ins Gesicht.

Auf keinen Fall durfte er etwas über ihre Gefühle erfahren. Das würde sie nicht überleben.

„Was gibt es, Trainer?“ versuchte sie es mit einer lockeren Art.

„Ich wollte nur kurz mit dir quatschen. Du brauchst nicht nervös zu sein! Du hast so viel trainiert, wie sonst niemand. Du hast es auch so verdient, wie sonst niemand! Glaub einfach an dich! Ich tue es jedenfalls!“ Dabei lag seine Hand noch immer auf ihrer Schulter.

Erst als Serena in unglaubwürdig anstarrte, nahm er langsam die Hand von ihr runter.

„Danke.“ Flüsterte Serena.

„Nichts zu danken! Du hast dir das alles selbst erkämpft! Ich wünsche dir morgen den Sieg!

Mehr als sonst jemandem.“

Bei seinen Worten bekam sie nasse Augen. Sie musste hier weg. Sofort!

Doch irgendetwas hielt sie zurück. Sie starrte ihm in seine dunkelbraunen Augen. Eine innere Stimme in ihr, befahl ihr zu gehen, doch ihre Beine wollten einfach nicht gehorchen.

Endlich gab sie sich einen Ruck und wollte sich umdrehen. Im selben Moment hielt Mark sie am Arm fest und zog Serena an sich. Die beiden starrten sich ohne Worte an, während er ihr eine nasse Haarsträhne hinters Ohr strich.

Schließlich nahm er ihr Gesicht in beide Hände und sah ihr noch einmal intensiv in die Augen, bevor sein Blick zu ihren Lippen wanderte.

Serena hielt den Atem an. Was geschah hier gerade? Konnte es sein, dass gerade ein Traum wahr wurde?

Ohne weiter nachzudenken, legte auch sie einen Arm um seinen Hals und kam ihm mit ihren Lippen entgegen. Nach einem ewig andauernden Atemzug küsste Mark sie zärtlich.

Die beiden begannen sich vorsichtig zu küssen. Liebevoll fuhr er ihr mit seinen Fingern den Hals entlang, über ihre Schulter und schließlich zu ihrem Rücken. Mit einem Ruck zog er sie noch näher an sich und die beiden küssten sich leidenschaftlicher.

In diesem Moment erschien es Serena völlig normal und richtig, dass sie Mark küsste. Es war noch berauschender, als sie es sich jemals vorgestellt hatte. Am liebsten wollte sie die Zeit anhalten.

Plötzlich riss er sich von ihr los. Atemlos starrte er sie an. Serena wusste sofort, was in ihm vorging. Er bereute es.

„Es tut mir leid. Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist.“ Flüsterte er etwas entsetzt.

Schließlich erlangte sie ihre Stimme und vor allem ihre Selbstsicherheit zurück. Um sich zu schützen sah sie Mark kühl ins Gesicht. „Schon gut. Machen Sie sich nicht gleich ins Hemd. Es ist ja nichts passiert.“

Überrascht über ihre Worte wusste der Professor nicht, was er darauf antworten sollte.

Diesen Moment nutzte Serena und drehte sich erhobenen Hauptes um und ging rasch in ihre Umkleidekabine.

Was war gerade passiert? Hatte sie soeben Mark Porter, ihren Trainer, geküsst?

„Oh mein Gott!“ keuchte sie unter Tränen, „er ist verheiratet! Reiß dich zusammen! Konzentrier dich auf den Wettbewerb!“

Wie unter Trance, zog sich die Schwimmerin ihren nassen Badeanzug aus und ihre trockenen Trainingsklamotten an.

Als sie fertig war und sich noch rasch vor dem Spiegel ihre Haare kämmte, sah sie sich ins Gesicht: „Vergiss den Kuss. Konzentriere dich auf morgen! Es war nur ein Ausrutscher und es wird nicht noch einmal geschehen. Seine Frau ist deine Biologieprofessorin! Vergiss das nicht!“

Entschlossen sich selbstbewusst zu geben, verließ sie mit ihrer Trainingstasche über der Schulter die Umkleidekabine und ging in die Eingangshalle der Sporthalle.

Mark saß auf einer Bank und hielt seinen Kopf abgestützt über den Knien. Man merkte ihm an, dass er offensichtlich erschüttert über das war, was in der Schwimmhalle passiert war.

Da er sie nicht kommen hörte, begann sie sich leise zu räuspern.

Erschrocken fuhr er hoch. „Fertig?“ Kopfnickend kam Serena auf ihn zu.

„Hör mal. Das was gerade….“ „Vergessen Sie es, Trainer! Es war nur ein Ausrutscher. Wird nicht wieder vorkommen. Ich werde auch nichts zu ihrer Frau sagen. Keine Sorge. Ab jetzt möchte ich mich nur auf den Wettbewerb konzentrieren.

Also haben Sie bitte kein schlechtes Gewissen!“ unterbrach Serena ihn.

Überrascht über ihre Stärke, war sie sehr stolz auf sich.

Auch der Trainer war offensichtlich beeindruckt oder überfordert über ihre Worte.

Wortlos gingen sie zu seinem Wagen und fuhren zurück zu ihrem Hotel.

„Bitte entschuldigen Sie mich bei den andern. Ich habe keinen Hunger und würde mich jetzt gerne duschen und niederlegen.“ Bat Serena ihn, als sie das Hotel betraten.

„Du solltest etwas essen!“ meinte er besorgt.

„Keine Angst. Wenn ich Hunger bekomme, lasse ich mir etwas aufs Zimmer bringen. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht, Professor Porter!“ Mit diesen Worten ließ sie ihn stehen und ging rasch zu den Aufzügen.

Wenige Minuten später war sie auf ihrem Zimmer gewesen und hatte sich die Augen ausgeheult, bis sie schließlich in einen unruhigen Schlaf gefallen war.

Am nächsten Morgen, wachte sie völlig gerädert auf. Sie hatte nur wenig geschlafen und sich ständig unruhig hin und her gewälzt. Sie konnte den Kuss einfach nicht vergessen.

Wie hatte es nur dazu kommen können? Immer wieder ging sie die Situation im Kopf durch.

Hatte Vicky Recht gehabt, dass Mark sie seit einiger Zeit schon komisch ansah und sie auch anders behandelte?

Kopfschüttelnd versuchte sie alles zu vergessen.

Egal, was sie jetzt beschäftigte, sie musste sich auf den Wettbewerb konzentrieren!

Natürlich konnte sie Mark nicht aus dem Weg gehen. Das war ihr klar. Aber sie wollte jetzt einfach nur zur Jugendmeisterschaft und den ganzen Frust und die Anspannung von sich schwimmen.

Kapitel 2:

Wenige Stunden später stand sie nun wieder in ihrem Hotelzimmer am Fenster und starrte auf den Park hinaus, der sich unter ihrem Zimmer erstreckte.

Sie hatte es geschafft! Sie war Jungendmeisterin!

Wie sollte es jetzt weiter gehen? Würde sie ein Stipendium an einem guten Collage erhalten?

Konnte sie endlich von zu Hause ausbrechen?

Leise klopfte es an ihrer Tür. Erschrocken, weil sie aus ihren Gedanken gerissen wurde, ging sie zur Tür um sie zu öffnen.

„Kann ich reinkommen?“ lächelte Mark ihr nervös entgegen.

„Natürlich! Kommen Sie rein, Trainer! Ihnen habe ich es zu verdanken, dass ich hier bin, wo ich jetzt bin. Danke für alles!“ strahlte Serena ihn an. Sie versuchte dabei nicht an den Kuss zwischen ihnen beiden zu denken.

„Ich habe nicht viel getan. Die meiste Arbeit hast du gemacht und darauf kannst du sehr stolz sein!

Ich habe dir lediglich den Weg gezeigt!“ wehrte er gerührt ab.

„Danke trotzdem.“

Danach herrschte eine bedrückende Stimmung.

Keiner wusste so recht, was er sage sollte, bis Serena die Stille schließlich unterbrach. „Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“

„Nein. Das heißt, ja. Ich wollte mit dir noch einmal über gestern sprechen. Ich weiß, dass es für dich keine Bedeutung zu haben scheint, aber ich….“ Er unterbrach sich selbst, weil er nicht wusste, wie er weitersprechen sollte.

„Sie brauchen sich wirklich keine Gedanken zu machen. Es geht mir gut. Und Ihrer Frau werde ich auch kein Wort darüber sagen.“ Versuchte Serena den Trainer zu beruhigen, obwohl sie selber völlig durcheinander war.

„Hier geht es nicht um meine Frau. Sie und ich führen schon lange keine Ehe mehr.“ Brach es aus ihm heraus.

Überrascht sah Serena ihn an. Was hatte das alles zu bedeuten? Was wollte er hier?

„Warum erzählen Sie mir das alles?“ wollte sie schließlich von ihm wissen.

„Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung.“ Atmete er selbst überrascht aus.

„Warum sind Sie noch verheiratet, wenn Ihre Ehe kaputt ist?“ war Serena nun neugierig geworden.

„Gewohnheit. Wir haben irgendwie so eine Art WG gegründet. Irgendwann haben wir beschlossen, solange keiner von uns jemand anderen gefunden hat, bleiben wir unter demselben Dach und teilen uns die Kosten.

Außerdem weiß Barbara nicht, wie sie es ihren Eltern sagen soll. Und ich? Mir war es egal. Bis jetzt.“ Flüsterte er und sah Serena intensiv in die Augen.

Diese hielt angespannt den Atem an. Was sollte sie ihm jetzt darauf antworten?

„Serena!?!?!“ klopfte ihre beste Freundin Vicky in diesem Moment gegen die Tür.

Erschrocken starrten Serena und Mark auf die Tür.

„Perfektes Timing!“ meinte die Schwimmerin genervt und ging zur Tür.

„Hallo Liebes! Wir müssen deinen Sieg unbedingt feiern! Was hältst du..:“ Vicky hielt die Luft an, als sie den Trainer in Serenas Zimmer erblickte.

„Oh. Mr. Porter! Ich habe Sie gar nicht gesehen!“

„Kein Problem, Vicky. Ich wollte Serena nur rasch gratulieren und sowieso gerade gehen.“ Winkte Mark ab und ging zur Tür.

Noch einmal drehte er sich jedoch um und wandte sich seiner Gewinnerin zu: „Wir sehen uns später.“ Mit diesen Worten war der Trainer verschwunden.

„Was ist hier los?“ wollte Vicky wissen, nachdem die Tür des Zimmers wieder geschlossen war.

„Ich weiß nicht, was du meinst. Der Trainer war nur hier um mir noch einmal zu gratulieren!“

wehrte Seren ab und ging zum Tisch, wo sie eine Wasserflasche stehen hatte. Nervös goss sie sich etwas ins Glas.

„Hast du auch Durst?“ fragte sie ihre Freundin.

„Nein danke. Ich will nur ehrliche Antworten.

Also: Was ist los?“ wollte Vicky noch einmal wissen.

Resigniert ließ die Schwimmerin ihren Kopf hängen. „Keine Ahnung.“ Flüsterte sie und Tränen liefen ihr die Wange hinunter.

„Schätzchen! Was ist los mit mir? Was ist passiert?“ Besorgt ging Vicky zu ihrer Freundin und nahm sie in den Arm.

„Er hat mich gestern geküsst.“ Wisperte Serena.

„Waaaas?“ rief Vicky überrascht.

„Gestern. Als er mich aus der Schwimmhalle abgeholt hat. Es ist einfach so passiert. Keine Ahnung warum.“ Erzählte die Schwimmerin weiter.

„Aber warum? Was hast du jetzt vor? Serena! Er ist verheiratet!“

„Ich weiß. Ich habe ihm auch gesagt, dass es mir nichts bedeutet hat und er braucht sich keine Sorgen zu machen.“

„Respekt für deine Stärke, aber wie geht es dir wirklich damit?“ wollte Vicky wissen, da sie ihre Freundin besser kannte, als sonst irgendjemand.

„Ich bin durcheinander. Du weißt ja, dass er mir schon länger gefällt. Und jetzt der Kuss! Ach Vicky! Der war fantastisch! Aber ich muss ihn mir aus dem Kopf schlagen. Das weiß ich!“ schluchzte Serena.

Wortlos saßen die beiden auf der kleinen Couch, die in ihrem Zimmer stand. Während Serena sich ausheulte, hielt Vicky sie beschützend im Arm.

Nach einer Weile richtete Vicky ihre Freundin auf und sah ihr prüfend ins Gesicht: „Sollen wir nach Hause fahren? Scheiß auf dieses Galadinner.

Wenn du hier wegwillst, bin ich dabei!“

„Das geht nicht. Es wird erwartet, dass ich dabei bin. Keine Angst. Ich schaffe das schon. Solange du bei mir bist.“

„Natürlich bleibe ich bei dir! Ich werde dich keine Sekunde aus den Augen lassen! Versprochen!“ lächelte Vicky sie aufmunternd an.

„Gut. Dann hol mich in einer Stunde ab. Ich muss mich noch duschen und anziehen.“ Warf Serena ihre Freundin liebevoll hinaus.

„In Ordnung. Ich muss mich eh auch noch umziehen. Wir sehen uns dann in einer Stunde!“ verabschiedete sich Vicky und ließ Serena alleine in ihrem Zimmer zurück.

Wenige Minuten später stand die Schwimmerin unter der Dusche und genoss das heiße Wasser auf ihrer Haut. Mit jedem Tropfen, der auf sie hinunterfiel, versuchte sie alles hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken.

Sie würde den Abend schon überstehen und morgen flogen sie alle wieder zurück nach Nashville. Dort konnte sie sich dann wieder auf die Schule konzentrieren. Vom Schwimmen hatte sie sowieso erstmals für eine Weile genug. Somit konnte sie auch Mark Porter aus dem Weg gehen und sich ihn aus dem Kopf schlagen.

Eine Stunde später holte Vicky ihre Freundin ab. Da das Galadinner im Ballsaal des Hotels stadtfand, brauchten die beiden nicht allzu weit gehen.

„Wenn du genug hast und gehen willst, dann sag Bescheid. Ich begleite dich.“ Flüsterte Vicky ihrer Freundin zu, während sie durch die große Tür des Ballsaals schritten.

„Danke. Es wird schon gehen! Ich werde ihm einfach aus dem Weg gehen.“ Meinte Serena mit erhobenem Haupte.

„Ah! Miss Parker! Schön Sie zu sehen! Ich möchte Ihnen noch einmal gratulieren!“ wurde sie vom Bürgermeister begrüßt.“

„Hallo, Mr. Whiteman! Ich danke Ihnen.“

Lächelte Serena ihn aufrichtig an. Sie mochte den älteren Mann. Er war schon während des Wettbewerbs zu ihr gekommen und hatte ihr viel Glück gewünscht.

„Nichts zu danken! Sie verdienen dieses Lob!

Und als kleines Geschenk meinerseits dürfen Sie mit ihrer Freundin und ihrem Trainer heute bei mir sitzen! Ich würde mich freuen, wenn Sie mir ein wenig über sich erzählen!“ lud der Bürgermeister die beiden Freundinnen ein.

Zuerst wusste Serena nicht, was sie dazu sagen sollte. Sie wollte einfach nur davonlaufen. Jedoch wusste sie, dass sie dieser Einladung nicht entkommen konnte.

„Es wäre uns eine Ehre!“ bedankte sie sich mit einem gekünstelten Lächeln und ging hinter Mr.

Whiteman zu seinem Tisch.

„Bist du dir sicher?“ flüsterte Vicky.

„Nein. Aber ich habe keine andere Wahl!“

„So, die Damen. Bitte nehmen Sie Platz!“ unterbrach der Bürgermeister ihr Gespräch.

Damit Serena nicht neben dem Trainer sitzen musste, setzte Vicky sich rasch neben Mark Porter, bevor Whiteman noch etwas sagen konnte. Dankbar lächelte die Siegerin ihrer Freundin zu.

„Serena! Wir haben uns noch gar nicht gesehen!

Ich gratuliere dir von ganzem Herzen zu deinem Sieg!“ lächelte Barbara Porter, stand auf und ging zu Serena um sie kurz zu umarmen.

Es war der Umarmten sehr unangenehm, aber sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen.

„Danke, Mrs. Porter.“

„Aber nicht, dass du jetzt nicht mehr für den Unterricht lernst! Jetzt wo du ein Star bist!“ warnte die Biologielehrerin scherzend.

„Nein. Keine Angst. Ich werde auf sie aufpassen!“ antwortete Vicky um ihre Freundin zu unterstützen.

„So. Und jetzt möchte ich von Ihnen und Ihrem Trainer ihre Erfolgsgeschichte hören!“ beugte sich der Bürgermeister gespannt über den Tisch.

Zwei Stunden später entschuldigte sich Serena vom Bürgermeister. „Bitte seien Sie mir nicht böse. Ich bin ziemlich k.o.! Die letzten Tage waren sehr anstrengend für mich. Ich würde heut e gern ein wenig früher ins Bett gehen.“

„Aber meine Liebe! Sie brauchen sich dafür nicht zu entschuldigen! Ich habe vollstes Verständnis dafür. Ich danke Ihnen, dass sie es solange mit mir alten Mann ausgehalten haben! Und wenn Sie mal wieder in Dallas sind, dann kommen Sie mich bitte besuchen!“

„Gern, Mr. Whiteman! Und ich habe Ihre Gesellschaft sehr genossen!“ lächelte Serena dem alten Mann ins Gesicht. Sie mochte ihn wirklich.

Wie gerne hätte sie so einen Großvater wie ihn gehabt. Ihre eigenen hatte sie nie kennen gelernt.

„Ich werde mich meiner Freundin anschließen. Es war nett sie kennen gelernt zu haben.“ Stand auch Vicky vom Tisch auf.

„Na, Mr. Porter? Wer hätte das gedacht? Wir Alten bleiben sitze und die jungen Leute gehen schlafen!“ lachte der Bürgermeister aus tiefstem Herzen.

Mühsam lächelte der Trainer zurück und versuchte Serena nicht anzusehen. Was er im Übrigen den ganzen Abend schon gemacht hatte.

Ohne ein weiteres Wort drehte sich Serena um und verließ den Ballsaal so schnell sie konnte.

„Serena! Warte doch!“ rief Vicky hinter ihr.

„Entschuldige. Aber ich musste da raus!“

„Kein Problem. Ich verstehe das. Übrigens: Meine größte Hochachtung. Du hast den Abend sehr gut gemeistert!“ lobte Vicky ihre Freundin, während sie auf den Aufzug warteten.

„Danke. Aber jetzt will ich nur noch ins Bett!“ meinte Serena müde.

„Stört es dich, wenn ich noch zu der Aftershowparty gehe? Oder brauchst du noch meine Hilfe?“

„Nein, nein. Geh nur. Wir sehen uns morgen!“ „Sicher?“

„Ganz sicher! Viel Spaß und lass mir die anderen schön grüßen! Genießt den Abend. Schließlich müsst ihr unseren Gruppensieg gebührend feiern!“ lachte Serena ihrer Freundin ins Gesicht, damit diese sich keine Sorgen mehr machte.

„Gut. Wenn du was brauchst, dann weißt du ja wo du mich findest. Schlaf gut, Süße. Denk dran: Morgen fliegen wir wieder nach Hause und dann musst du ihn eine Weile nicht mehr sehen.“

Flüsterte Vicky ihr ins Ohr, als sie sie zum Abschied umarmte.

„Danke!“ Schnell stieg Serena in den Aufzug, damit Vicky ihre feuchten Augen nicht mehr sehen konnte.

Sie war froh, so eine Freundin zu haben. Sie wüsste nicht, was sie ohne sie machen würde.

Kapitel 3:

Ein paar Minuten später lag Serena mit ihrem kuschligen Pyjama auf dem Bett und starrte in den Fernseher. Sie hatte keine Ahnung, was sie