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Im Urlaub in der Karibik geht ein Paar der Liebe auf den Grund. Sie fragen sich, was wohl an diesem grandiosen Gefühl dran ist. Erich Fromm springt ihnen zur Seite wie auch die eigenen wunderbaren, manchmal schmerzlichen Erfahrungen. Und Männer und Frauen ticken doch unterschiedlich. Das wird in den Gesprächen auf der Segelyacht und unter Palmen deutlich. Und das ist auch gut so!
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Seitenzahl: 33
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Martin Marhoefer
LIEBE
Eine Kurzgeschichte
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Liebe
Impressum neobooks
Der Himmel war tiefblau, das Meer von einem zauberhaften Türkis. Sie hatten das Beiboot, das man hier Dinghi nennt, auf den weißen Strand hochgezogen und es sich im Schatten einer Palme im warmen Sand bequem gemacht. Ein leichter Wind bewegte ihre Segelyacht, die unweit des Strandes ankerte. Ein Tag, wie die Karibik viele zu bieten hatte. Sie ließen ihren Blick in die Ferne schweifen und genossen das paradiesische Panorama. Erst jetzt bemerkten sie, dass sie den Strand fast für sich allein hatten. Ein paar hundert Meter weiter waren einige Personen auszumachen. Weit weg. Herrlich! Das Rascheln der Palmblätter verbunden mit dem Plätschern der Wellen erschien ihnen wie eine meditative Melodie in den Ohren. Die Wärme der Luft umgab sie wie ein unsichtbarer wohliger Umhang in den man sich kuscheln konnte. Die Freude sich dabei ganz nah zu sein tat ihr Übriges zu dem Gefühl des perfekten Glücks.
Juliane und Frank hatten sich die freien Tage im Paradies redlich verdient. Sie arbeiteten sehr viel und konnten sich an den letzten gemeinsamen Urlaub kaum erinnern. In den vergangenen Monaten standen beide beruflich so unter Druck, dass sie einem Zusammenbruch glaubten zuvor kommen zu können, indem sie sich zwei Wochen Entspannung in der Karibik gönnten. Die Entscheidung erwies sich als richtig, denn sie schafften es tatsächlich vom ersten Tag an vollkommen abzuschalten. Bei der Planung der Reise wurde beiden schnell klar, dass es kein reiner Strandurlaub werden sollte. Etwas Aktivität sollte schon dabei sein, weshalb sie sich dafür entschieden eine Segelyacht zu chartern. Frank kramte seinen Segelschein heraus, den er noch als Schüler an der Ostsee gemacht hatte. Da sie selbst nicht segeln konnte, hatte Juliane Bedenken, ob das nicht zu gefährlich sei. Aber Frank meinte, die Karibik im Bereich der Jungferninseln sei ein leichtes Segelrevier und die Entfernungen zwischen den Ankerplätzen kurz. Außerdem musste man ja nicht bei schlechtem Wetter segeln. Also ließ sich Julia überzeugen. Und tatsächlich klappte die Segelei recht gut. Auf See erschienen die 34 Fuß, also gut 10 Meter Länge überschaubar. Im engen Hafen kam ihnen das Schiff riesig vor. Daher hinterließ das Anlegen in der Marina in den ersten Tagen leichte Spuren an Rumpf und Steg. Sie entschlossen sich, soweit möglich, zu ankern oder an einer der zahlreichen, wenn auch gebührenpflichtigen, Bojen festzumachen. Die Kosten machten den Doppelverdienern kein großes Kopfzerbrechen. Dieser Urlaub war es allemal wert etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
„Lass uns später zu der Insel da gegenüber segeln. Da gibt es ein paar Bojen und man liegt gut geschützt für die Nacht“, meinte Frank schläfrig. Juliane war das alles recht. Sie fühlte sich bei ihrem „Skipper“ gut aufgehoben und behütet. Vor ihren Augen sah sie bereits die Garnelen, die sie am Morgen im Hafen gekauft hatten, in der Pfanne brutzeln. Das Schiff war mit einer schönen Küche, die hier Galley hieß, ausgestattet. Natürlich gehörte auch ein Tiefkühler dazu, in dem die Garnelen darauf warteten verzehrt zu werden.
„Wollen wir die Garnelen in Knoblauch braten?“, fragte Juliane. „Von mir aus“, brummte Frank zurück. „Und magst Du lieber den Roten oder den Weißen dazu trinken? Ich könnte uns als Aperitif eine schöne Piña Colada machen. Was meinst Du?“
Frank antwortete leicht gereizt: „Ganz wie Du magst, Schatz.“
Er verabscheute im Urlaub jegliche Art von Planung. Er wollte ganz den Augenblick genießen. Außerdem machte er sich nichts aus dem süßen, klebrigen Cocktail, den seine Freundin so liebte. Er wollte ihr aber die Stimmung nicht verderben.
Für einen kurzen Augenblick beschäftigte er sich, ohne dass er es beabsichtigte, mit seiner Beziehung zu Juliane. Eigentlich war alles in Ordnung. Manchmal nervte sie ihn. Kam in den besten Familien vor, dachte er sich. Im Grossen und Ganzen waren sie glücklich miteinander. Allerdings sahen sie sich wegen der vielen Arbeit recht selten. Und auch dann gab es manchmal Streit. Kam ja in den besten...
