Liebe ... und was noch? - K. B. Schmittdhausen - E-Book

Liebe ... und was noch? E-Book

K. B. Schmittdhausen

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Beschreibung

Reimund und Lisa leben mit ihren zwei Kindern auf einer Wolke des Glücks, bis sie eines Tages Personen begegnen, auf deren Bekanntschaft sie liebend gern verzichtet hätten. Eine Geschichte gepaart mit Witz, Leidenschaft und Spannung, die deutlich macht, wie schnell doch Liebe und Hass sich einander ersetzen können.

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Seitenzahl: 513

Veröffentlichungsjahr: 2015

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K. B. Schmittdhausen

Liebe … und was noch?

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© 2015 K. B. Schmittdhausen

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-7323-5262-3

Hardcover:

978-3-7323-5263-0

e-Book:

978-3-7323-5264-7

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

Lisa, Reimund und die Zwillinge

Die Intrige

Lisas Verhaftung

Reimunds Verschwinden

Lisa und die Zwillinge

Reimunds Annäherung

Der Neuanfang

Lisa, Reimund und ihre Zwillinge

Reimund geht gemächlichen Schrittes auf das Zimmer in der Kita zu, in dem seine Zwillinge Mark und Laura von morgens sieben Uhr dreißig bis zwölf Uhr mittags betreut werden. Seine Zwillinge sahen ihn sofort, als er um elf Uhr dreißig die Tür zu ihrer Gruppe öffnete.

»Hallo Frau Kistea«, begrüßte Reimund zuerst Marianne, die Betreuerin der Gruppe II, wie sie intern genannt wird, bevor er sich seinen Kindern zuwandte.

»Hallo Herr Kirten, Sie sind heute ja schon sehr früh hier«.

»Das stimmt, ich hatte noch etwas in der Stadt zu erledigen und war wider Erwarten schnell fertig. Ich wollte mich aber nicht zwanghaft bis zwölf Uhr in der Stadt aufhalten.«

»Das sehe ich ein und die Kinder freuen sich bestimmt.«

»Hallo Papa, da bist du ja«, rief jetzt Laura, während sie auf Reimund zulief und ihn umarmte.

»Hallo Laura, habt ihr etwa schon auf mich gewartet? Ich bin doch eigentlich ziemlich früh hier.«

»Ja Papa, heute war es nicht so schön. Der Fabian hat mich dauernd geärgert.«

»Oh, das wundert mich aber! Warum hat der Fabian dich denn geärgert?«

»Der wollte mir nicht die >Baby Born Puppe< geben.«

»Nein, das gibt es doch nicht! Was will denn der Junge mit der Puppe? Kann der Fabian nicht mit Autos spielen?«

In diesem Moment kam Mark zu seinem Papa gelaufen. »Hallo Papa, fahren wir jetzt nach Hause?«

»Ja Mark, das machen wir«, erwiderte Reimund, umarmte zur Begrüßung auch seinen Sohn und wandte sich dann aber noch einmal seiner Tochter zu.

»Laura mein Schätzchen, nicht traurig sein! Morgen kannst du bestimmt wieder mit der Puppe spielen. Vielleicht sollte ich einmal Marianne fragen, warum ihr in dieser Gruppe nur eine Puppe habt?«

Die Unterhaltung zwischen Laura und ihrem Vater muss Marianne mitbekommen haben, denn sie reagierte auf Reimunds Äußerung. Na gut, das war jetzt auch nicht unmöglich, da sie nur drei Meter von den beiden entfernt stand.

»Herr Kirten, selbstverständlich haben wir mehrere Puppen, aber leider nur eine >Baby Born<. Fabian spielt normalerweise nicht mit Puppen, er wollte Laura bestimmt nur ärgern. Ich hatte den Streit jedoch nicht mitbekommen und Laura hat mir auch nichts gesagt. Morgen kann sie wieder mit der Puppe spielen.«

»Na, dann ist ja alles geklärt. Bist du nun zufrieden Laura?«

»Ja Papa. Fahren wir jetzt nach Hause?«

»Ja, das machen wir, dann kommt!«

»Tschüss«, rief Reimund noch Marianne zu und nahm seine beiden Kinder an die Hand.

»Tschüss Herr Kirten, tschüss Kinder, bis morgen«, verabschiedete sich auch Marianne, bevor Reimund mit den Kindern aus dem Zimmer gegangen war.

»Tschüss Marianne«, riefen beide Kinder, während sie schon den Flur entlang liefen, nachdem Reimund sie mal kurzzeitig losgelassen hatte.

»Bleibt bitte an der Eingangstür stehen!« Reimund wollte nicht, dass sie allein zur Straße laufen. An der Eingangstür, hier warteten tatsächlich seine beiden Wirbelwinde, nahm er sie wieder an die Hand und ging mit ihnen zu seinem Auto.

Zwanzig Minuten später standen sie vor ihrem Haus in Haltern.

»Papa, können wir noch vor dem Essen im Sandkasten spielen?«

»Ja Mark, aber nur eine viertel Stunde, schließlich essen wir gleich zu Mittag. Die Mama kommt heute etwas früher.«

»Spielst du noch mit uns im Sandkasten Papa?«

»Heute Nachmittag Laura, jetzt muss ich erst den Tisch decken und das Essen vorbereiten, die Mama kommt doch gleich. Ihr müsst noch ein bisschen allein spielen.«

»Ja gut«, klang es doch etwas gequält aus Lauras Mund.

Es dauerte keine viertel Stunde und dann stand plötzlich Lisa im Wohnzimmer. Reimund war so intensiv beschäftigt, dass er sie nicht sofort bemerkte.

»Hallo mein Süßer«, begrüßte Lisa Reimund und umarmte ihn.

»Hallo mein Schatz, du konntest ja doch eher Feierabend machen. Das ist aber schön.«

»Ja, darüber freue ich mich auch. Allerdings nicht nur deshalb, weil ich jetzt wieder bei euch bin. Ich habe heute Nacht, die durch unser Schmusen so schon ziemlich kurz war, auch sehr schlecht geschlafen. Ich möchte mich gleich nach dem Essen mit den Kindern hinlegen und eine Stunde schlafen, natürlich in meinem Bett.«

»Mach das. Wir können auch sofort essen, ich habe schon alles vorbereitet.«

»Das ist schön, danke. Wo sind denn die Kinder?«

»Die spielen im Sandkasten.«

»Hallo meine Süßen«, begrüßte Lisa ihre Zwillinge, nachdem sie an dem Sandkasten angelangt war. »Kommt jetzt bitte herein, wir wollen essen.«

»Ja Mama, ich habe einen Bärenhunger.«

»Natürlich Mark, das hast du bestimmt. Manchmal glaube ich auch, du bist ein Bär, was du so alles verputzt.« Daraufhin musste Lisa laut lachen und schaute ihren Sohn liebevoll an.

Aber Mark reagierte auf Lisas lustigen Einwand schon nicht mehr, weil er mit Laura sofort ein Wettrennen veranstaltete, wer als Erster am Tisch sitzt. Das machten sie bei nahezu jeder Gelegenheit.

»Ich habe gewonnen«, ruft Laura sofort, nachdem sie wider Erwarten als Erste am Tisch saß. Mark war noch dabei, seinen Stuhl in die richtige Position zu bringen.

»Stopp Kinder, bitte erst einmal die Hände waschen!«

Kurze Zeit später saßen alle zusammen am Mittagstisch. Nach dem Essen wurden die Kinder zum Mittagsschlaf ins Bett gebracht. Sehr zum Leidwesen der Kinder, aber Lisa bestand darauf.

Reimund setzte eine Kanne Kaffee auf und legte sich danach entspannt auf der Terrasse in einen Liegestuhl. Er wollte in der Zeit, während die anderen schliefen, aber nicht arbeiten, sondern lieber noch etwas über seinen momentanen Zustand nachdenken. Das machte er hin und wieder.

Er war mit sich und der Welt zufrieden und lebte in einer Oase des Glückes, wie Lisa sich oft auszudrücken pflegte. Er liebte Lisa und die Kinder wahnsinnig, was er immer wieder betonte. Er war natürlich auch froh, dass die Liebe nicht einseitig war, sondern von Lisa erwidert wurde.

Lisa und Reimund hatten sich vor fünf Jahren kennengelernt, es war sofort die große Liebe. Lisa tauchte plötzlich während einer Lesung auf, die er in einer Buchhandlung in Essen hielt. Sie machte dermaßen Lärm, bis sie aus seiner Sicht endlich auf einem der wenigen freien Stühle saß, sodass er die Lesung kurz unterbrechen musste.

Nach der Lesung kam sie zu Reimund und entschuldigte sich für die Unterbrechung. Reimund nahm ihre Entschuldigung sofort an und so sind sie ins Gespräch gekommen.

Lisa war damals noch bei einer großen Firma im sozialen Bereich tätig und Reimund arbeitete schon längere Zeit als Schriftsteller.

Er musste aber zugeben, dass Lisa ihm auch ohne die von ihr verursachte Unruhe aufgefallen wäre. Sie hatte eine tolle Figur, dazu ein wunderhübsches Gesicht mit großen, dunklen Augen. Ihre wunderschönen langen, schwarzen Haare rundeten ihr – für ihn traumhaftes – Erscheinungsbild ab. Er hätte auch ohne ihre Aktion nicht an ihr vorbeischauen können, sie entsprach genau seinen Vorstellungen.

Während des Gespräches lud er sie für den nächsten Tag auf einen Kaffee ein und sie folgte der Einladung. Es blieb jedoch nicht dabei und so waren sie drei Wochen später ein Paar. Ein halbes Jahr später wurde Lisa schwanger und weitere neun Monate später, welch ein Zufall, kam der Nachwuchs.

Der Nachwuchs kam dann gleich doppelt, ein Mädchen und ein Junge. Die Namen für die beiden, Mark und Laura, suchte Lisa aus, aber auch Reimund gefielen sie. In der Zwischenzeit hatte Reimund ein Haus in Haltern gekauft und später haben sie noch im kleinen Kreis geheiratet. Da sie wussten, dass sie Zwillinge bekommen würden, konnten sie das Haus dementsprechend auswählen und passend für einen Vierpersonenhaushalt einrichten. Sie fühlten sich alle wohl in dem Haus und das trug bestimmt zusätzlich zu seinem Wohlbefinden bei.

Nachdem Reimund langsam seinen Kaffee ausgetrunken hatte, schlief er irgendwann ein. Er wurde erst wach, als die Kinder mit lautem »Hallo« auf die Terrasse gestürmt kamen, kurz hinter ihnen war auch Lisa. Die Kinder liefen sofort weiter zum Sandkasten, der nur drei Meter unterhalb der Terrasse angelegt war. Lisa folgte ihnen aber nicht direkt, sie ging stattdessen erst einmal zu Reimund.

»Ach nee, der Herr war auch müde«, und dann beugte sie sich zu Reimund hinunter und küsste ihn.

»Doch, ein klein wenig.«

»Ich muss ja hier nicht nur meine Arbeit am Computer bewerkstelligen. Nein, ich muss auch sonst alles machen.«

»Wie bitte? Spinnst du jetzt vollkommen? Du machst doch außer Schreiben nichts anderes.«

»Schatz, jetzt pass doch mal auf! Ich ernähre uns doch de facto alle mit meinem Schreiben, das ja nicht so unwichtig sein dürfte. Was würde wohl Mark sagen, wenn es nichts mehr zu Essen geben würde?«

»Papa, wieso gibt es nichts mehr zu essen? Das geht aber nicht, dann verhungere ich doch.«

»Mark, mein Schätzchen, deshalb arbeite ich ja, damit du nicht verhungerst. Aber ich muss hier noch etwas mit deiner Mama klären, spiel noch eine Weile mit Laura im Sandkasten.«

»Aber nicht so lange, ihr müsst auch in den Sandkasten kommen.«

»Ja Mark, wir sind gleich da, dein Papa wird sich jetzt etwas beeilen oder nicht Reimund?«

»Ja, ich beeile mich, aber ich bin noch nicht ganz fertig. Ich habe noch nicht ansatzweise aufgezählt, was ich hier alles zu tun habe. Also, weiterhin muss ich oft die Kinder aus der Kita abholen, dazu noch ein paar Stunden arbeiten, zudem koche ich das Essen, muss den Müll rausbringen, spiele mit den Kindern, darf den Rasen mähen, dich verwöhnen und was sonst noch alles. Du gehst doch nur ein bisschen dich selbst verwirklichen, wie du immer sagst, sozusagen zum Spaß ein bisschen arbeiten. Das heißt, du verdienst kein Geld und lungerst ansonsten den ganzen Tag nur herum.«

»Sag mal, drehst du jetzt völlig durch? Ist dir der Schlaf nicht bekommen oder hast du das alles, was du jetzt von dir gibst, nur geträumt? Ich fasse es nicht, also gleich werde ich aber richtig sauer!«

Jetzt stand Reimund mit ernstem Gesicht auf und schaute Lisa zunächst vorwurfsvoll an. Aber dann konnte er sich nicht mehr halten vor Lachen.

»Liebling, komm in meine Arme, ich wollte dich doch nur ein bisschen ärgern, manchmal muss ich das einfach.«

»Ach, du Blödmann!«, und dann legte Lisa ihre Arme um Reimund und nun küssten sie sich ausgiebig und wollten gar nicht mehr aufhören.

Jetzt wurden aber die Kinder unruhig.

»Mama und Papa, wann kommt ihr denn in den Sandkasten? Dauert das jetzt wieder eine Stunde?«

»Mark, wir kommen sofort, spiel ruhig noch ein bisschen mit Laura.« Auf die Bemerkung >wieder eine Stunde< wollte Lisa bewusst nicht eingehen.

»Schatz, eine Stunde wäre doch jetzt hervorragend.«

»Nein Süßer, da kann ich dir ausnahmsweise nicht zustimmen. In einer viertel Stunde kommen meine Eltern und wir haben den Kaffeetisch noch nicht vorbereitet.«

»Na gut, dann gehe ich jetzt Kaffee kochen und decke den Tisch, spiel du ruhig in der Zeit mit den Kindern.«

»Schatz, ich will mal hoffen, das machst du nicht deswegen, damit du hinterher wieder behaupten kannst, dass du hier alle Arbeiten übernimmst?«

»Keine Angst Liebling, etwas lass ich für dich noch übrig«, und dann ging Reimund feixend in die Küche.

Lisa sagte nichts mehr, lächelte ihm aber noch hinterher und begab sich zu den Kindern in den Sandkasten. Hier wurde sie schon sehnsüchtig erwartet. Während Lisa mit den Kleinen im Sandkasten spielte, Reimund hantierte zu dieser Zeit noch in der Küche, riskierte sie hin und wieder einen Blick zum Gartentor. Dort müssten jeden Moment ihre Eltern hereinkommen, denn sie sind schon spät dran.

Plötzlich kamen auch Lisas Eltern, Hubert und Sonja, unbemerkt durch das Gartentor. Auf dem Weg zur Terrasse winkten sie schon von Weitem den Kindern zu.

Die Kinder hatten sie sofort gesehen und liefen mit lautem Geschrei auf die Großeltern zu.

»Hallo Oma, hallo Opa«, kam es da fast wie aus einem Munde.

»Hallo meine beiden Lieblinge«, begrüßte zuerst Oma die Zwillinge und herzte sie inständig, direkt danach aber auch Opa. Auch Lisa, die lächelnd auf ihre Eltern zugegangen war, wurde von beiden umarmt.

»Schön, dass ihr noch Zeit gefunden habt vorbeizukommen. Ich hatte schon befürchtet, das wird heute nichts mehr.«

»Doch, allerdings nur zum Kaffeetrinken. Wir konnten den Termin mit meiner Freundin leider nicht mehr verschieben. Aber vielleicht kommt ihr am nächsten Wochenende zu uns? Das wäre sehr schön, dann haben wir auch wieder mehr Zeit. Ihr könntet doch schon bei uns Mittagessen oder was meint ihr?«

Sonja sprach damit außer Lisa natürlich auch Reimund an, der inzwischen auf die Terrasse gekommen war und erst einmal Lisas Eltern begrüßte.

»Einverstanden, das können wir machen«, antwortete Reimund sofort, bevor Lisa reagieren konnte.

»Natürlich nur, wenn meine Frau Zeit hat«, und dann nahm Reimund seine Frau schon mal vorsorglich in den Arm.

»Aber eigentlich hat Lisa immer Zeit, sie hat ja nichts zu tun.«

»Hey, hörst du jetzt auf!« Etwas ärgerlich schaute Lisa nun zu Reimund.

»Reimund hat heute seinen Ärgertag, da müsst ihr euch nichts bei denken.« Während sie das zu ihren Eltern sagte, konnte sie aber schon wieder lächeln.

»Der Papa ist ein Ärgerbolzen«, gab da auch Mark aus dem Sandkasten noch einen Kommentar.

»Ach, euer Papa ist ein Ärgerbolzen?«, mischte sich da Hubert vergnüglich in die Diskussion ein, »das hätte ich aber nicht gedacht.«

»Jetzt kommt, setzen wir uns«, forderte Lisa alle auf, sich zu dem vorbereiteten Kaffeetisch zu begeben.

»Den hat heute ausnahmsweise einmal Reimund gedeckt«, ergänzte sie noch und sah dabei ihren Mann belustigend an.

»Du«, musste da Reimund noch lächelnd seine Frau tadeln, denn er wusste ja, was sie damit aussagen wollte. Er sagte aber nichts mehr dazu und dann setzten sich alle an den Tisch. Außer Mark, der schaltete am schnellsten und saß natürlich schon längst auf seinem Platz.

»Mark, mein Kleiner, geh bitte erst einmal deine Hände waschen! Laura, du bitte auch. Ihr habt gerade noch im Sandkasten gespielt.«

Ein paar Minuten später saßen alle am Tisch und aßen den herrlich schmeckenden Kuchen. Natürlich hatte den wieder die Oma gebacken. Sie unterhielten sich angeregt und so ging die Zeit sehr schnell vorbei.

Nicht nur Lisa und ihre Eltern, auch Reimund und Lisas Eltern hatten ein herzliches Verhältnis zueinander und so herrschte eine angenehme Atmosphäre bei den Gesprächen.

Die Kinder waren allerdings nach einer viertel Stunde wieder in ihren Sandkasten gegangen, am Tisch wurde es ihnen doch zu langweilig.

Lisas Eltern hatten heute nur eine Stunde Zeit. Die war auch sehr schnell vorbei und so drängte Sonja dann Hubert, dass sie jetzt fahren müssten. Sie gingen zwar nicht gerne, denn es gefiel ihnen bei Lisa und Reimund ausgesprochen gut, aber Sonja war nun mal mit ihrer Freundin verabredet.

Sonja und Hubert hatten sich gerade verabschiedet, da meldeten die Zwillinge wieder ihre Ansprüche an.

»Papa, Mama, kommt ihr denn jetzt zu uns in den Sandkasten?«

»Ja ihr Süßen, das machen wir jetzt. Der Ärgerbolzen und ich kommen jetzt zu euch in den Sandkasten.«

Reimund lächelte Lisa aber nur an, umarmte sie kurz, gab ihr noch einen Kuss und dann gingen sie zu den Kindern in den Sandkasten. Dort spielten sie zusammen bis achtzehn Uhr. Während Reimund danach das Abendessen zubereitete, ging Lisa mit den Kindern ins Bad.

Nach dem Abendessen, es war mittlerweile neunzehn Uhr, wurde Lisa auf einmal unruhig.

»Kommt Kinder, ab ins Bad! Ihr müsst gleich schlafen.«

»Aber Mama, gibt es keine Geschichten mehr?«

»Natürlich Mark, jeder darf sich noch eine Geschichte aussuchen. Eine Geschichte liest der Papa und eine lese ich vor, aber nach dem Zähneputzen.«

»Na gut. Komm Laura, wer als Erster im Bad ist.«

Lisa fing sofort mit dem Vorlesen an, als die beiden endlich in ihren Betten lagen. Sie las zunächst die Geschichte vor, die Laura ausgesucht hatte und danach musste noch Reimund die Geschichte vorlesen, die wiederum Mark hören wollte. Nachdem Reimund fünf Minuten vorgelesen hatte, waren die beiden Kleinen schon eingeschlafen.

»Liebling, hast du noch Lust auf der Terrasse ein Glas Wein mit mir zu trinken?«

»Ja mein Schatz, das können wir machen. Es ist noch früh am Abend und dazu haben wir herrliches Wetter. Lass es uns ruhig auf der Terrasse an der frischen Luft genießen.«

Keine zehn Minuten später saßen beide auf der Terrasse und tranken genüsslich ihren Wein.

»Mein süßer Schatz«, unterbrach Lisa nach einer Weile ihr Schmusen, »weißt du eigentlich, was wir nächste Woche Dienstag für einen Tag haben?«

»Ja mein Liebling, Dienstag, wenn ich mich nicht irre«, und dabei versuchte nun Reimund besonders lässig auszusehen, was er aber nicht ganz schaffte.

»Pass jetzt aber auf was du sagst! Ärgere mich nicht!«

»Natürlich weiß ich, was wir nächste Woche Dienstag für einen Tag haben«, versuchte er Lisa gleich wieder milde zu stimmen.

»Dienstag vor fünf Jahren haben wir uns das erste Mal gesehen, bei einer Lesung in Essen.«

»Da hast du noch einmal Glück gehabt. Du hast in diesem Augenblick den Abend gerettet.«

»Wieso denn, das verstehe ich aber nicht? Das muss mir doch erst nächste Woche Dienstag einfallen, vorher ist es doch nicht so wichtig.«

»Aber mal etwas anderes, so im Rückblick auf die fünf Jahre. Was meinst du denn Liebling, hast du es bisher schon einmal bereut, dass du dich mit mir eingelassen hast?«

»Nein mein Schatz, das war bisher einfach traumhaft, von den wenigen kleinen Streitigkeiten mal abgesehen. Ich bin immer noch glücklich mit dir und natürlich mit unseren Kindern. Und was ist mit dir, bist du auch glücklich?«

»Das bin ich und ich hoffe, dass sich das so schnell nicht ändert.«

»Was soll das denn heißen, >nicht so schnell<? Ich kann doch wohl davon ausgehen, dass du immer mit mir glücklich sein möchtest!«

»Natürlich will ich das. Komm Schatz, ich möchte dich ganz nah bei mir haben, küss mich!«

»Aber Schatz, wir befinden uns im Freien.«

»Ich weiß, aber auf die Terrasse kann auf keinen Fall jemand schauen und selbst in unserem Garten könnte uns hier aufgrund der hohen Sträucher und Bäume ringsherum niemand sehen.«

Reimund wartete nicht auf einen weiteren Einwand von Lisa und fing an sie zu küssen und zu streicheln. Am Anfang sträubte sie sich doch noch ein wenig, aber je intensiver seine Streicheleinheiten wurden und je zärtlicher er währenddessen war, umso weniger konnte sie sich dem entgegenstellen. Irgendwann erwiderte sie seine Streicheleinheiten und wurde immer zärtlicher. Später liebten sie sich auf der Terrasse und lagen danach noch eine ganze Weile zusammen in einem Liegestuhl.

»Schatz, in meinen Armen zergehst du wie Butter und kannst nur noch genießen oder?«

»Ja Liebling, genau so ist es. Obwohl ich langsam wieder unruhig werde.«

»Gut mein Schatz, ich glaube zu wissen, was du mir sagen willst. Wir ziehen uns jetzt wieder an und trinken noch gemütlich unseren Wein aus.«

»Ja mein Schatz, das ist eine gute Idee.«

Sie lagen noch bis weit nach Mitternacht zusammen und genossen ihre Gemeinsamkeit und den Wein und schliefen anschließend auf der Terrasse eng aneinandergekuschelt ein.

Die Intrige

Seit einiger Zeit arbeitet in der Kita eine neue Betreuerin. Reimund schätzte ihr Alter auf ungefähr vierzig Jahre. Sie ist sehr hübsch und hat auch eine ausgesprochen schöne und frauliche Figur, was Reimund schon auffiel. Nicht, dass Reimund sie in näheren Augenschein genommen oder gar besonderes Interesse an ihr gezeigt hätte, aber er konnte sie gar nicht übersehen, weil sie ihm ständig über den Weg lief.

Am Anfang fiel Reimund das nicht besonders auf. Nein, erst viel später wurde es ihm im Nachhinein bewusst. Das konnte in der Vielzahl, in der die Begegnungen stattfanden, nicht immer zufällig gewesen sein.

Während sie zuerst nur hin und wieder gezielt in der Gruppe auftauchte, in der sich auch die Zwillinge aufhielten, sei es, um eine Betreuerin der Gruppe etwas zu fragen, so änderte sich das aber nach zwei Wochen grundlegend. Plötzlich war sie auch in der Gruppe beschäftigt, in der die Zwillinge Mark und Laura integriert waren, und hatte nun die Möglichkeit, einen intensiveren Kontakt zu Reimund aufzubauen.

Sie machte das sehr geschickt und hatte immer wieder etwas Positives über Mark und Laura zu berichten. Sie fand auch sehr schnell heraus, dass Reimund dafür doch sehr empfänglich ist.

Eines Mittags kommt Reimund zur Kita, er wollte seine Zwillinge abholen, da kommt ihm plötzlich diese besagte Betreuerin – mittlerweile weiß er auch, dass sie Gudrun heißt – entgegen und empfängt ihn schon an der Eingangstür, indem sie ihn sofort umarmt. Und zwar dermaßen plötzlich, sodass er die Umarmung weder an irgendwelchen Reaktionen noch an ihren Äußerungen hätte vorhersehen können. Völlig überrascht, aber auch erschrocken, starrte Reimund Gudrun an.

»Hallo Herr Kirten, ich bin so froh, dass Sie jetzt kommen. Laura ist ganz aufgelöst und hat auch eine halbe Stunde geweint. Ich habe versucht sie zu beruhigen, aber ich habe es nicht geschafft.«

Nachdem Reimund sich wieder gefasst hatte, obwohl er bis jetzt noch nicht verstand, warum Gudrun ihm da so um den Hals gefallen war, konnte er völlig ruhig reagieren.

Er stellte aber fest, dass sie schon sehr attraktiv war. Gleichzeitig war es für ihn aber sehr befremdend. Er war sich nicht schlüssig, was der Grund für diese herzliche, vielleicht sogar ängstliche, aber auf jeden Fall für seinen Geschmack doch etwas zu intime Umarmung gewesen sein könnte. Er wollte sich mit diesem Vorgang aber nicht länger beschäftigen und sprach auch Gudrun nicht mehr darauf an.

»Ja, dann lassen Sie uns doch mal zu den Kindern gehen. Was war denn vorgefallen, dass Laura so lange geweint hat. Normalerweise ist sie nicht so empfindlich, sie kann schon einiges vertragen.«

»Ja, gehen wir, die Kinder können uns das bestimmt erklären. Übrigens, sagen Sie doch Gudrun zu mir, alle Eltern nennen uns beim Vornamen.«

»Ja gerne Gudrun, ich heiße übrigens Reimund.«

Obwohl Reimund sich nicht wirklich sicher war, ob das so stimmte, ihm war dieses auf jeden Fall noch nicht aufgefallen, war er dann doch mit dem Duzen einverstanden, wobei er aber anfangs noch unsicher wirkte.

Als sie in das Zimmer kamen, in dem sich die Gruppe mit den Zwillingen aufhielt, fiel Reimund aber nichts Besonderes auf. Seine Zwillinge spielten eifrig und Laura machte auf ihn auch nicht den Eindruck, dass sie geweint hat.

Als Laura Reimund kommen sah, kam sie sofort auf ihn zugelaufen und umarmte ihn.

»Papa, guck mal, ich habe etwas Schönes gemacht!«, und zeigte dann ihrem Vater, was sie mit Bauklötzen gebaut hatte.

»Toll mein Schatz, das ist ein schönes Haus. Sag mal, hast du vorhin geweint?«

»Ja, der Mark hatte mein Haus kaputtgemacht, da habe ich geweint.«

»Aber das geht ja gar nicht, da muss ich mal mit deinem Bruder ein ernsthaftes Wort reden.« Reimund streichelte Laura zärtlich über ihr Haar und musste aber doch lächeln.

»Ja, haue ihm mal feste auf den Popo!«

»Aber Schätzchen, wir hauen doch nicht. Wir reden mal mit ihm.«

Jetzt bemerkte auch Mark, dass sein Papa schon da war. Mark spielte bisher intensiv mit einem anderen Jungen in seinem Alter, sodass er seinen Vater nicht sofort bemerkt hatte. Genauer gesagt, sie spielten mit kleinen Autos. Aber was heißt hier spielen? Genau genommen versuchten sie nur, sich gegenseitig ihre Spielzeugautos zu demolieren. Anders konnte man sich da auch nicht ausdrücken, denn das war zweifelsohne die Folge ihrer Aktion.

Mark war schon manchmal einer von der etwas gröberen Sorte. Da kam Reimund kurz der Gedanke, dass er das doch nur von der Mama haben kann. Gut, dass er es nicht ausgesprochen hatte und noch besser war, dass Lisa seine Gedanken nicht erfahren wird.

Während er mit den Kindern zum Auto ging, nachdem sie sich noch von Gudrun und einer weiteren Betreuerin, die ebenfalls in dem Zimmer verweilte, verabschiedet hatten, musste er doch noch einmal kurz über das Verhalten von Gudrun nachdenken. Na ja, vielleicht hatte sie etwas übertrieben, was Laura betraf.

Zudem beschäftigte ihn noch kurzzeitig Gudruns Umarmung. Was diese aber tatsächlich zu bedeuten hatte, das sollte Reimund zu seinem Leidwesen erst viel später erfahren.

Zu Hause angekommen liefen die Kinder sofort zu ihrer Mama, nachdem Reimund sie von ihren Kindersitzen losgeschnallt hatte. Lisa stand schon vor der Haustür und wartete.

»Mama, wir haben heute im Kindergarten schön gespielt.«

»Das freut mich aber Laura, dass es euch da mittlerweile so gut gefällt.«

»Nur der Mark war böse, der hat mein Haus kaputtgemacht.«

»Wirklich? Das finde ich aber gar nicht nett. Hat er sich denn schon bei dir entschuldigt?«

»Nein Mama, das hat er nicht. Papa hat auch gesagt, das geht aber gar nicht.«

»Du blöde Petze du.«

»Na, Mark, jetzt musst du dich schon zweimal entschuldigen. Laura ist doch nicht blöd und außerdem sagt man so etwas nicht.« Nun zeigte sich Lisa schon etwas energischer.

»Nein, aber sie petzt und das ist blöd«, wollte Mark aber nicht klein beigeben.

»Nee, dann werde ich grantig, wie du immer sagst.«

»Das stimmt, das ist nicht schön, aber du darfst auch nicht ihr Haus kaputtmachen. Du möchtest doch auch nicht, dass man dir das zerstört, was du selbst gebaut hast.«

Jetzt musste sich Reimund in das Gespräch einbringen.

»Ach so Mark, dann wirst du grantig! Darauf möchte ich jetzt aber gar nicht eingehen, entschuldige dich bei Laura und dann ist wieder alles gut.«

»Nee, das mach ich nur, wenn Laura sich auch entschuldigt.«

»Gut, ich entschuldige mich für das Petzen, jetzt bist du aber dran.«

»Nee, ich will nicht«, blieb Mark jetzt störrisch.

Nun glaubte Reimund aber, die Diskussion zum Abschluss bringen zu müssen.

»So, jetzt ist aber Feierabend! Wenn du dich nicht entschuldigst, bekommst du gleich keinen Nachtisch.«

»Schatz, was redest du da?«

»Aber Liebling, willst du denn diese Diskussion bis heute Nachmittag führen. Jetzt muss Schluss sein.« Dann wandte sich Reimund wieder an Mark.

»Ein letztes Mal stelle ich dir die Frage. Entschuldigst du dich oder möchtest du heute keinen Nachtisch?«

»Das ist gemein, ich habe solch einen großen Hunger auf Eis. Na gut Laura, ich entschuldige mich. Jetzt will ich aber den Nachtisch Mama.«

»Natürlich mein Süßer, du hast dich doch entschuldigt.« Nun gingen alle ins Haus und setzten sich nach dem Händewaschen an den gedeckten Mittagstisch.

Nach dem Mittagessen brachte Lisa die Zwillinge ins Bett und dann hatten die Eltern ein paar Minuten Zeit für sich. Reimund setzte sich auch sofort auf die Couch und wartete augenscheinlich auf Lisa.

»Schatz, ich sehe deinen erwartungsvollen Blick, aber schmusen können wir noch heute Abend. Ich bin von dem anstrengenden Morgen total geschafft. Dazu habe ich heute Nacht auch nicht gut geschlafen. Du bist mir doch nicht böse, wenn ich jetzt ein bisschen schlafen möchte.«

»Nein, ich habe kein Problem damit, dass meine drei Kinder jetzt ihren Mittagsschlaf halten müssen«, äußerte sich Reimund lächelnd und nahm noch einmal Lisa in den Arm und küsste sie ausgiebig. Das konnte er jetzt auch, da sich Lisa doch noch zu ihm auf die Couch gesetzt hatte. Dann wollte sie aber ihren Mittagsschlaf halten.

»Gut mein Schatz, ich werde jetzt im Garten an meinem Laptop arbeiten.«

»Schatz, das brauchtest du jetzt nicht extra betonen, ich weiß doch, wie viel du für Gartenarbeit übrig hast«, musste Lisa noch lachend erwähnen. Reimund schaute kurz betont grimmig zu Lisa herüber, aber es war nicht böse gemeint, sondern scherzhaft.

Aber ein kurzes »Du« musste er doch noch loswerden.

Es machte ihm aber nichts aus, wenn Lisa denkt und es auch immer wieder sagt, dass er außer seinem Schreiben doch nur die Kinder und sie im Kopf hat. Alles andere würde ihn nicht interessieren, schon gar nicht Garten- oder Hausarbeit. Das musste er zugeben, es stimmte tatsächlich. Außerdem liebte er Lisa dermaßen, dass sie alles zu ihm sagen könnte.

Während es sich Lisa nun tatsächlich auf der Couch gemütlich machte – ins Bett legen wollte sie sich nicht, da hatte sie doch Angst, dass sie dann zu lange und zu tief schläft – ging Reimund derweil mit seinem Laptop in den Garten.

Obwohl sich Reimund gerade noch über den Mittagsschlaf seiner Frau belustigt geäußert hatte, schaffte er es nicht einmal eine halbe Stunde zu arbeiten. Er legte schon vorher seinen Laptop aus der Hand und war kurze Zeit später eingeschlafen.

Reimund bekam auch nicht mit, dass nach einer Stunde die Kinder wach wurden und Lisa auf dem Sofa geweckt hatten. Kurze Zeit später kamen alle drei in den Garten. Plötzlich wurde er von lautem Geschrei geweckt.

»Papa, aufwachen, wir sind da«, rief Mark direkt neben ihm und schüttelte ihn am Arm.

Wie von der Tarantel gestochen fuhr Reimund hoch. »Mensch, hast du mich erschreckt, ich war gerade in einem Tiefschlaf.«

»Ach nee, der Herr ist überhaupt nicht müde. Kannst du mir einmal sagen, warum du jetzt geschlafen hast?« Mit einem ironischen Unterton in der Stimme lächelte Lisa Reimund an.

»Ja weißt du, das Arbeiten an dem Computer ist einfach so stark ermüdend, da konnte ich nicht anders. Ich wäre aber schon längst wieder wach, wenn ich nicht so einen schönen Traum gehabt hätte.«

»Ach, und wovon hast du geträumt? Ich hoffe doch wohl von mir oder?«

»Tut mir leid Schatz, ich habe von einer sehr hübschen Frau geträumt, die mich sagenhaft verwöhnt hat.«

»Warte mal, ich verwöhne dich gleich!«

»Ach ehrlich? Darauf freue ich mich schon.«

»Das glaube ich nicht. Es ist nämlich anders, als du denkst. Gleich setzt es was.«

»Mama, was setzt es denn beim Papa?«, wollte da Laura wissen.

Während Reimund jetzt lachen musste, versuchte Lisa aus dieser Zwickmühle wieder halbwegs herauszukommen.

»Ganz viele Küsse für deinen Papa mein Schatz, wie auch für dich und Mark.«

»Ganz viele Küsse brauche ich aber nicht, nur ganz wenige«, musste da Mark noch einflechten, sodass Reimund noch einmal herzhaft lachen musste.

»Ist in Ordnung mein Schatz, bei dir begrenze ich mich dann. Du bekommst nur so viele Küsse, wie du möchtest.«

Nun wollte sie das Thema aber doch beenden und die Kinder auf eine andere Schiene lenken.

»Ihr Süßen, was wollt ihr denn jetzt spielen?«

»Fußball, ich will Fußball spielen.«

»Nein, Fußball ist blöd, ich möchte lieber im Sandkasten spielen.«

»Gut«, lenkte nun Lisa ein, »dann spielt Papa mit Mark Fußball und ich spiele mit Laura im Sandkasten. Seid ihr damit einverstanden?«

Da es keinen Widerspruch gab, ging Lisa mit Laura zum Sandkasten. Reimund eilte indessen zu dem Geräteschuppen, hier waren außer Gartenutensilien auch Spielzeuge für den Garten untergebracht, und holte einen schönen Lederball heraus.

Damit sie Fußball spielen können, hatte Reimund extra ein Tor im Garten aufgestellt.

»Willst du ins Tor gehen Mark?«

»Du gehst ins Tor und ich schieße.«

»Ach so, und wen spielst du heute?«

»Ich spiele den Ribery. Ja genau, der ist doch der Beste. Hast du doch gesagt.«

»Schatz, das stimmt zwar, aber den kannst du nicht spielen, der ist viel zu schnell. Du könntest den Gerd Müller spielen, der hatte ungefähr deine Figur und daher war er auch nicht der Schnellste.«

»Hörst du jetzt auf den Kleinen zu ärgern, lass das!«, erzürnte sich da Lisa.

»Ist ja schon gut«, gab Reimund reumütig klein bei.

»Papa, wo spielt denn der Müller?«

»Schätzchen, der hat vor fünfundzwanzig Jahren zum letzten Mal gespielt und ist jetzt sechzig Jahre alt.«

»Bist du blöd Papa? Dann ist der jetzt doch schon alt.«

»Ja Mark, so alt wie der Opa, aber Gerd Müller war der beste Stürmer der Welt, das wäre doch auch nicht schlecht oder?«

»Ehrlich? Gut, dann bin ich der Müller. Aber jetzt lass uns anfangen.«

»Liebling, warum musst du immer den Jungen ärgern?«, beschwerte sich da aber noch einmal Lisa.

»Aber Schatz, meinst du nicht, dass wir langsam darauf achten müssen, dass Mark nicht so viel zunimmt? Das ist doch nicht gut für ihn.«

»Jetzt hör aber auf!«

»Ja ist schon gut, dann spielen wir jetzt jeden Tag Fußball oder fangen. Was meinst du denn Mark?«

»Fußball! Fangen ist blöd, ich krieg dich ja doch nie.«

»Und wenn ich mich fangen lasse, so nach einer halben Stunde? Was meinst du?«

»Papa bist du blöd? So lange kann ich doch nicht laufen.«

»Schatz, nun erzürne mich nicht schon wieder! Du bist einfach ein Ärgerbolzen.«

»Liebling, ist schon gut, beruhige dich! Ich spiele jetzt mit Mark Fußball.«

Nachdem sie fast eine Stunde Fußball gespielt hatten, war Mark richtig ausgepowert und wollte aufhören.

»Schätzchen, du bist schon müde? Das verstehe ich jetzt gar nicht, ich bin noch topfit.«

»Papa, spinnst du. Du hast die ganze Zeit nur im Tor gestanden und dich überhaupt nicht bewegt.«

»Das stimmt, aber das lag daran, weil du so oft vorbei geschossen hast.«

»Schatz, gleich bekommst du aber Ärger mit mir!«

»Aber Liebling, das stimmt. Aber zum Schluss war das schon ganz gut oder nicht Mark? Wenn wir jeden Tag üben, triffst du immer besser.«

Reimund versuchte seinem Sprössling Mut zu machen, obwohl er wirklich andauernd vorbeigeschossen hatte. Na ja, so oft haben sie noch nicht Fußball gespielt und das Tor war auch ziemlich klein. Da Mark sich den Ball jedes Mal selbst zurückholte, kam er nun ordentlich ins Schwitzen.

»Ehrlich Papa, werde ich dann immer besser?«

»Natürlich mein Sohn. Du wirst immer besser, wenn wir jeden Tag Fußball spielen. Vielleicht wirst du mal so gut wie der Gerd.«

»Das ist gut, dann machen wir das. Aber jetzt habe ich Durst.«

Nachdem Reimund für alle Mineralwasser aus der Küche geholt und sich jeder bedient hatte, wollte auch Mark nur noch mit Laura im Sandkasten spielen.

»Papa, spielen wir denn gleich noch >Mensch ärgere dich nicht<?«

»Aber natürlich Laura, wenn Mark und Mama das auch möchten.«

Da die beiden einverstanden waren, war es beschlossene Sache.

»Wir müssen aber dann gleich Abendbrot essen, sonst wird es zu spät für die Kinder.«

»Wie du willst mein Schatz, dann gehe ich jetzt meine Hände waschen und bereite anschließend alles vor.«

Nach einer halben Stunde war er so weit und holte seine >Truppe< zum Abendbrot.

»Hallo ihr Süßen, kommt ihr zum Essen?«

»Ja, wir kommen Papa«, und schon sauste Mark als Erster, dicht gefolgt von Laura, ins Esszimmer.

»Bitte zuerst die Hände waschen, ihr beiden, dann könnt ihr euch an den Tisch setzen«, bremste Lisa Mark aber sofort aus. Der saß nämlich blitzschnell am Tisch und natürlich auch als Erster.

Das Abendessen dauerte dieses Mal nicht so lange wie sonst üblich, da die Kinder es sehr eilig hatten. Natürlich wollten sie so schnell wie möglich mit den Eltern >Mensch ärgere dich nicht< spielen, sodass sie schon nach zwanzig Minuten den Tisch im Esszimmer abräumen konnten.

»Spielen wir hier an diesem Tisch Mama?«, wollte Laura wissen, wartete aber die Antwort von Lisa gar nicht ab. Sie lief sofort los um ihre Spielekiste, natürlich ist es auch die von Mark, aus dem Kinderzimmer zu holen.

»Ja Laura, das machen wir«, konnte Lisa ihr noch nachrufen.

Als sie alles aufgebaut hatten, was selbstverständlich die Zwillinge allein bewerkstelligen wollten, ging es nun darum, wer zuerst würfeln darf.

»Ich bin dran Laura, du hast beim letzten Mal angefangen.«

»Daran kann ich mich aber überhaupt nicht erinnern, ich will anfangen«, entgegnete Laura selbstbewusst.

»Wisst ihr was, jetzt fange ich an, sonst spielen wir heute Nacht noch«, beendete da aber sofort Reimund die Streitigkeiten, schließlich können sie nicht bis spät in den Abend hier am Tisch sitzen und spielen, irgendwann müssen die Kinder schon ins Bett.

»Papa, das ist aber gemein.«

»Aber Mark, um acht müsst ihr ins Bett. Wenn wir jetzt nicht anfangen, bekommen wir nicht einmal zwei Runden gespielt. Außerdem haben Mama und ich heute Abend noch viel zu tun.«

»Was habt ihr denn noch so viel zu tun, wollt ihr euch wieder küssen? Aber das dauert doch nur eine Stunde.«

Mit hochrotem Kopf wollte Lisa das Thema nun beenden.

»Jetzt ist es aber gut, ihr müsst doch sowieso um zwanzig Uhr ins Bett. Anschließend lesen wir noch Geschichten vor und so wird es langsam schwierig, euch morgen früh aus dem Bett zu bekommen. Also, jetzt lasst uns aber anfangen!«

Das taten sie unverzüglich, genauer gesagt begann Reimund und es wurde ein sehr schöner und lustiger Spieleabend. Na ja, mit ein paar kleinen Unterbrechungen.

»Papa, warum schmeißt du mich hier immer? Das finde ich aber nicht gut.«

»Aber Laura mein Schätzchen, wenn ich nicht dauernd deine Spielfiguren schmeißen würde, dann würdest du ja gewinnen. Entschuldige, aber das kann ich überhaupt nicht zulassen.«

»Das ist aber gemein, ich will doch gewinnen.«

»Aber Schätzchen, wir wollen doch alle gewinnen, Mark und Mama auch. Aber ich doch auch, und der Bessere bei diesem Spiel gewinnt nun mal.«

»Hör sofort auf so einen Blödsinn zu erzählen! Das ist ein Glücksspiel, hier gewinnt der Glücklichere.«

»Das kann ich aber überhaupt nicht so stehen lassen. Das ist ein Strategiespiel, da gewinnt der mit dem besseren Spielverständnis.« Reimund blieb bei seiner Meinung, dass eine bestimmte Strategie bei dem Spiel >Mensch ärgere dich nicht< das Gewinnen erleichtern kann. Reimund wusste natürlich, dass das in erster Linie ein Glücksspiel ist. Aber er neckte Lisa einfach zu gerne. Er schaffte es, Lisa mit völlig ernstem Gesichtsausdruck seinen Standpunkt darzulegen und sie so zu ärgern. Wahrscheinlich wurde Lisa deswegen langsam grantig.

»Jetzt ist aber gut. Kennst du die Zahlen, die du gerade gewürfelt hast, schon vorher?«

»Aber Liebling, nicht sauer werden! Das Spiel heißt doch >Mensch ärgere dich nicht< und du ärgerst dich gerade.«

»Mama, der Papa ist ein Ärgerbolzen.«

»Laura, mein Schätzchen, jetzt bist du aber gemein zu mir. Ich möchte euch doch nur bedingungslos helfen, irgendwann gewinnt ihr dann auch einmal. Vor allen Dingen, wenn ihr es einmal schaffen würdet, euch nicht zu ärgern. Ihr müsst gut aufpassen, dabei nur an das Spiel denken und Spaß haben, aber nicht ärgern. Aber schaut einmal, leider habt ihr nicht gut aufgepasst. Während wir hier diskutieren, habe ich wieder gewonnen.«

»Das ist doof, du gewinnst ja immer«, war jetzt auch Mark erbost.

»Mark, ich bitte dich, das ist jetzt maßlos übertrieben. Aber wenn ich einmal gewinnen sollte, müsst ihr euch beim nächsten Mal nur ein wenig mehr anstrengen. Wollt ihr noch eine Runde spielen?«

»Wieso, reicht dir dein Selbstbewusstsein noch nicht? Willst du uns weiter demütigen?«

»Liebling, jetzt ist aber genug. Das ist ein Spiel, verstehst du, mehr nicht. Nur ein Spiel.«

»Ich möchte jetzt lieber eine Geschichte vorgelesen haben, aber von der Mama.«

»Ach nee! Laura mein Schätzchen, du bist doch nicht etwa böse auf mich? Na gut, dann lass ich euch das nächste Mal gewinnen, obwohl mir das schwerfallen wird.«

»Das denke ich aber auch. Kommt ihr beiden, Zähne putzen und ab ins Bett und dann lese ich euch noch zwei Geschichten vor.«

»Das ist aber ungerecht, der Papa muss auch eine Geschichte vorlesen«, fand da Mark, dass sein Papa ungerecht behandelt wird.

»Könnt ihr euch denn noch einigen? Das wäre nett. Aber nun macht voran, ihr habt eure Zähne noch nicht geputzt! Schließlich habt ihr gerade Süßigkeiten gegessen.«

Reimund hatte aber schon eine Lösung parat, bevor die Kinder ins Bad liefen.

»Passt mal auf, ihr Süßen! Ich weiß, wie wir das machen. Die Mama liest jedem eine Geschichte vor und ich lese zusätzlich nur Mark eine vor, weil Laura von mir keine hören möchte.«

»Aber ich höre das doch dann auch.«

»Laura mein Schätzchen, vielleicht gehst du so lange aus dem Zimmer oder du hältst dir die Ohren zu, während ich vorlese.

Nun brach Mark in ein schallendes Gelächter aus, aber Lisa stoppte ihn sofort.

»Jetzt hör auf zu ärgern! Aber drei Geschichten vorlesen, das ist eine gute Idee und das machen wir auch. Außerdem haben wir noch Zeit genug, weil wir nur eine Runde statt der vorgesehenen zwei Runden >Mensch ärgere dich nicht< gespielt haben. So, jetzt aber los Kinder!«

Letzten Endes waren doch alle zufrieden und nach den drei Geschichten schliefen alle, außer Reimund, plötzlich ein. Auch Lisa, die Reimund dann vorsichtig wieder wach küsste.

»Schatz, was ist los, bin ich eingeschlafen?«

»Ja Süße, das bist du. Komm, ich mache dich jetzt wieder wach!«

»Womit, das kann ich mir schon denken«, erwähnte Lisa noch und dann versuchten beide möglichst leise aus dem Kinderzimmer zu gehen.

»Schatz, lass uns jetzt lieber >Halma< spielen, ich bin schon wieder so müde.«

»Ich gib dir gleich, Halma spielen, das spiele ich höchstens mit dir«, und sofort fing Reimund wie auf Kommando an, Lisa zu streicheln und zu küssen.

»Schatz, was machst du da?«, konnte Lisa nur noch kurz entgegnen, als Reimund kurzzeitig das Küssen unterbrach. Er reagierte aber nicht auf ihren Einwand. Stattdessen zog er sie sanft ins Schlafzimmer und legte sie vorsichtig auf das Bett. Dann streifte er ihr langsam ihre Kleidung vom Körper und küsste sie dabei ausgiebig. Sie blieb völlig entspannt liegen und machte ihre Augen zu. Dabei genoss sie es, von Reimund so verwöhnt zu werden. Bei den Liebkosungen spürte Lisa, dass er sie extrem liebte. Irgendwann fing auch sie an ihn auszuziehen und zu liebkosen und letztlich liebten sie sich.

Nachdem sie danach noch eine ganze Weile eng aneinander gekuschelt auf dem Bett lagen, sprang Reimund plötzlich auf.

»Liebling, trinkst du mit mir noch ein Glas Rotwein, was meinst du?«

»Nein, habe ich mich jetzt erschrocken. Ich dachte gerade, die Kinder kommen herein, weil du so aufgesprungen bist.«

»Wieso, ist die Stunde schon vorbei?«, und dann ging Reimund lachend aus dem Schlafzimmer.

»Na warte, komm du mal wieder.«

Aber er hatte Glück. Als er nach fünf Minuten mit zwei Weingläsern, halb gefüllt mit einem herrlich schmeckenden Rotwein, wieder ins Schlafzimmer kam, wollte sie ihn gleich wieder küssen. Reimund genoss die weiteren Zärtlichkeiten mit Lisa und daher dauerte es auch noch eine geraume Zeit, bis sich ihre Gläser berührten.

»Ich wünsche mir, dass unsere Liebe nie enden möge und wir mit den Kindern ein gesundes und glückliches Leben führen können.« Nachdem Lisa ihm noch kundtat, dass das ein wunderschöner Trinkspruch sei, trank jeder einen tiefen Schluck Rotwein aus seinem Glas. Danach stand aber sofort wieder schmusen auf dem Programm und so war es schon weit nach Mitternacht, als sie ihren Wein ausgetrunken hatten und langsam zum Schmusen zu müde wurden. In Anbetracht ihrer Müdigkeit und der nun folgenden kurzen Nacht wollten jetzt beide nur noch schlafen.

*

Am nächsten Morgen hatten Reimund und Lisa enorme Probleme aufzustehen, aber irgendwie schafften sie es doch. Während Lisa duschte, half Reimund den Kindern beim Anziehen. Zusätzlich bereitete er noch den Proviant für die Zwillinge vor, den die beiden zur Kita mitnehmen wollten.

»Kommt Kinder, ich bin heute spät dran«, drängte Lisa, als sie aus dem Bad kam. »Ich muss euch doch noch zur Kita bringen.«

»Tschüss mein Schatz, bis heute Mittag.«

»Ja mein Schatz, eine schöne Schicht wünsche ich dir. Tschüss Laura, tschüss Mark, spielt schön in der Kita.«

»Ja Papa, tschüss.«

»Tschüss Papa«, rief auch noch Mark, bevor ein paar Sekunden später alle drei aus der Wohnung verschwunden waren.

Auch am Mittag holte Lisa die Kinder aus der Kita ab. Sie hatten vereinbart, die Kinder im Normalfall bis mittags in der Kita zu lassen. Dafür sprachen zwei wichtige Gründe. Zum einen haben dann Laura und Mark zu anderen Kindern regelmäßig Kontakt, den beide für die Entwicklung der Zwillinge für wichtig hielten, zum anderen konnte Reimund infolgedessen drei bis vier Stunden am Morgen effektiv nutzen, um seiner Arbeit als Autor nachzugehen.

Zudem hatte Lisa dann auch etwas Zeit, um sich auf einen Plausch mit Freundinnen zu treffen. Andererseits hatte Lisa im >sozialen Dienst< einen ehrenamtlichen Posten übernommen und betreute ältere Menschen. Das jedoch nicht jeden Tag, aber da ab mittags immer die Kinder die Hauptrolle spielten, war die Woche schon ganz gut ausgefüllt. Sowohl für Lisa als auch für Reimund.

»Hallo Marianne, wie war es heute mit den Kindern?«, begrüßte Lisa die Betreuerin ihrer Zwillinge, als sie in das Zimmer kommt, wo diese und noch acht weitere Kinder sich aufhielten.

»Hallo Frau Kirten. Es war alles bestens, was anderes kann ich Ihnen nicht sagen.«

»Danke Marianne, bis morgen.«

»Hallo Mama«, riefen da wie aus einem Munde ihre Zwillinge, nachdem sie sich mal einen kurzen Moment von ihren Spielsachen lösen konnten.

»Hallo meine beiden Süßen. Nun kommt, der Papa hat bestimmt schon unser Mittagessen vorbereitet.«

»Oh, das ist gut. Komm Laura, wir gehen jetzt.«

»Ich komm ja Mark, du bekommst noch früh genug etwas zu essen.«

Während Lisa mit den Kindern kurze Zeit später auf die Eingangstür der Kita zugeht, sieht sie einen Mann mittleren Alters, sie schätzte ihn Anfang vierzig, an der Tür stehen.

»Hallo Arno«, ruft Laura dem Mann zu und winkte dabei freundlich.

Lisa schaute etwas erstaunt drein, da sie den Mann, der sie mittlerweile freundlich anlächelte, nicht kannte.

»Ich bin der Mann von Gudrun, daher kennen die Kinder mich. Wir haben auch schon ein paarmal auf dem Spielplatz miteinander gespielt, natürlich zusammen mit Gudrun.«

»Ach so, dann ist mir das klar. Das ist schön.« Nun war Lisa doch beruhigt, obwohl sie im ersten Moment ein ungutes Gefühl hatte. Das heißt, direkt im Anschluss nachdem Laura den Mann angesprochen hatte.

»Gudrun hat gleich Mittagspause, da wollen wir uns zusammen ins Café um die Ecke setzen.«

»Das ist ein sehr gemütliches Café. Dann wünsche ich noch einen schönen Tag.«

»Vielen Dank, den wünsche ich Ihnen auch.«

Lisa ging nun mit den Kindern zum Auto und begab sich wenig später auf den Weg nach Hause.

Als Lisa mit den Kindern dort ankam, hatte Reimund schon den Tisch gedeckt und das Essen gekocht. Genauer gesagt hatte er Reibepfannkuchen mit Apfelmus, eine Lieblingsspeise der Kinder, vorbereitet.

Nach dem Essen konnten Reimund und Lisa ein wenig entspannen. Dieses wurde möglich, da die Kinder jetzt ihren Mittagsschlaf hielten. Na ja, was heißt hier entspannen. Während das auf Lisa noch zutraf, sie legte sich nämlich gemütlich im Garten in einen Liegestuhl, so nutzte Reimund die Zeit, in der die Kinder schliefen, um an seiner neuen Geschichte weiterzuschreiben.

Morgens, wenn die Kinder in der Kita waren und auch während ihres Mittagsschlafes war dann die Zeit, die Reimund zum Arbeiten zur Verfügung stand, durchschnittlich vier bis fünf Stunden am Tag. Am Nachmittag standen die Kinder im Mittelpunkt und am Abend natürlich Lisa. Diese Zeit wollte er natürlich auch nicht missen.

Heute Nachmittag stand ein Besuch in einem großen Freizeitpark an. Dieses Mal hatten sich Lisa und Reimund auf den Besuch eines Freizeitparks in ihrer Nähe geeinigt. Da von Haltern bis zu dem Freizeitpark aber trotzdem ungefähr eine halbe Stunde Autofahrt zu bewältigen ist, wollten sie um fünfzehn Uhr losfahren, sonst würde es sich zeitlich gesehen nicht mehr lohnen.

Sie haben zwar in ihrem doch relativ großen Garten eine Menge Spielzeug wie beispielsweise ein Klettergerüst, einen Sandkasten, zwei Schaukeln und ein Fußballtor, aber so ein großer Freizeitpark ist einfach für die Kinder noch ein anderes Erlebnis.

Je näher sie dem Freizeitpark kamen, umso erwartungsvoller wurden die Zwillinge.

»Mama, ich möchte zuerst auf die große Rutsche.«

»Ja, ich auch«, war zum Glück Mark der gleichen Meinung wie Laura. Sonst hätten wieder die Streitereien begonnen, da war sich Lisa sicher. Dann käme wieder eine unruhige Zeit auf eines der Kinder zu und natürlich auch auf die Eltern. Oder Lisa und Reimund müssten sich mit den Kindern aufteilen, was sie aber nicht so gerne machen. Dementsprechend war auch die Reaktion von Lisa.

»Das ist wirklich toll Kinder, dass ihr einmal der gleichen Meinung seid, denn jetzt können wir alle zusammenbleiben. Wirklich, das ist schön.«

Als sie in dem Freizeitpark ankamen und die Kinder diese wirklich sehr große Rutsche sahen, waren sie nicht mehr zu bremsen. Ganz aufgeregt liefen sie zu der Riesenrutsche und waren dort auch die erste halbe Stunde beschäftigt.

Nachdem sich beide Kinder ausgepowert hatten, war jetzt etwas Ruhigeres angesagt. Da bemerkten sie die großen Schaukeln in etwa zweihundert Meter Entfernung und liefen sofort dorthin. Diese Schaukeln waren natürlich erheblich größer als ihre zu Hause im Garten und so hatte zumindest Mark gleich wieder bestimmte Erwartungen.

»Papa, du musst mich höher schaukeln, das reicht nicht.«

»Mark, höher schaukele ich dich nicht, denn so langsam bekomme ich Angst um dich, wenn ich mir das so ansehe.«

»Mama, dann musst du mich höher schaukeln.«

»Tut mir leid Mark, das kann ich nicht machen. Da bin ich der gleichen Meinung wie dein Papa, das ist zu gefährlich.«

»Kleiner, wenn du groß bist, sage ich mal, sieht das anders aus. Wenn du dreißig Jahre alt bist, dann darfst du auch mal höher schaukeln.«

»Papa, dann bin ich doch schon groß, dann gehe ich doch nicht mehr schaukeln.«

»Aha, und was machst du dann?«

»Dann fahre ich Auto, wie du und Mama.«

»Na, dann wird es gefährlich auf den Straßen. Gut, dass wir da noch ein wenig Zeit haben.« Lächelnd sah Reimund seinen Sprössling an, aber bevor der etwas erwidern konnte, meldete sich Lisa.

»Gibst du jetzt Ruhe Schatz! Hör auf den Mark zu ärgern!«

»Papa, warum wird es dann gefährlich, wenn der Mark Auto fährt?«

»Jetzt hört aber mal alle auf! Kommt, wir gehen einmal zu dem schönen Klettergerüst, das sieht ja toll aus.«

»Oh ja Mama, da gehen wir jetzt hin.«

»Ja genau, das ist schön«, war auch Mark jetzt abgelenkt und sie gingen alle zum Klettergerüst. Das war sehr groß und mit den Brücken und Holzhäusern so vielseitig, dass sich die Kinder fast eine Stunde dort aufhielten und herumtobten. Dann wurde es aber langsam Zeit wieder nach Hause zu fahren.

Dort angekommen merkte man den Kindern die anstrengenden Kletterpartien am Klettergerüst an. Sie waren ziemlich müde und hatten auch nichts dagegen, den Vorschlag ihrer Mama, es nun etwas ruhiger angehen zu lassen, in die Tat umzusetzen und entschieden sich, bis zum Abendessen im Sandkasten zu spielen.

Danach brachten Lisa und Reimund die Kinder gemeinsam ins Bett und sollten auch noch jeder eine Geschichte vorlesen. So war das von den Kindern geplant, aber dann reichte es ihnen doch nicht. Es wurden vier Geschichten, weil sie einfach nicht genug vom Vorlesen bekamen. Wenn es nach den Kindern gegangen wäre, müssten sie noch mehr Geschichten vorlesen. Lisa sah zwar ein, dass die Kinder einen ziemlich spannenden Tag erlebt hatten und das wohl einen gehörigen Einfluss darauf hatte, dass sie nicht einschlafen konnten, aber nun wollte Lisa doch zum Abschluss kommen.

»So, wir legen uns jetzt alle vier hin. Papa und ich hier auf den Teppich und dann sehen wir mal, wer zuerst eingeschlafen ist.«

Na ja, es dauerte dann doch keine drei Minuten und Laura schlief, zwei Minuten später auch Mark.

Nachdem Lisa und Reimund wieder gemütlich auf der Couch im Wohnzimmer saßen, musste Reimund noch etwas sagen.

»Weißt du eigentlich, dass ich dich liebe?«, und dabei nahm Reimund Lisa zärtlich in die Arme und küsste sie.

»Ach nein, darauf wäre ich jetzt nicht gekommen«, konnte sie nach einigen Minuten lächelnd erwidern, als Reimund sie einen kurzen Moment hat Luft holen lassen.

»Sollen wir zum Abschluss des Abends noch ein Glas Wein zusammen trinken?« Während Reimund das sagte, ging er bereits in die Küche und kam kurz darauf mit einer Flasche Rotwein zurück.

»Mit dir jetzt ein Glas Wein trinken, das passt mir eigentlich gar nicht«, gab Lisa da völlig emotionslos von sich und machte im gleichen Moment den Fernseher an.

Ganz entgeistert schaute Reimund Lisa an.

»Ist das dein Ernst? Du willst jetzt, statt mit mir bei einem Glas Wein auf der Couch kuscheln und dazu eine schöne CD hören, dir lieber eine langweilige Sendung ansehen?« Reimund konnte es nicht glauben.

»Schatz, wir haben uns doch schon gerade geküsst, das muss doch wahrlich für heute Abend reichen.« Dann machte sie eine kurze Pause und schaute Reimund währenddessen seelenruhig an.

»Komm, du darfst dich aber ruhig zu mir auf die Couch setzen, während ich mir die Talkshow ansehe.«

»Liebling, magst du mich nicht mehr?« Reimund konnte es immer noch nicht fassen, dass Lisa eine langweilige Talkshow, zumindest aus seiner Sichtweise, dem gemeinsamen Kuschelabend mit einem Glas Wein vorziehen wollte.

»Schatz, wir haben doch schon so oft geschmust und diese Talkshow überträgt der Sender nur einmal. Komm, setz dich zu mir!«

Reimund schaute immer noch nicht glücklich aus, war aber schließlich bereit, sich zu Lisa auf die Couch zu setzen. Aber nun meldete sich Lisa noch einmal zu Wort.

»Was anderes wäre natürlich, wenn jetzt George Clooney hier hereinkommen würde, dann würde ich natürlich einen Schmuseabend mit ihm der Talkshow vorziehen«, gab sie dann seelenruhig zum Besten. Als sie aber Reimunds erschrockenes Gesicht sah, musste sie doch lauthals lachen.

Da sprang Reimund auf sie zu, mit seiner Nachsicht hatte es nun ein Ende, zog Lisa zu sich heran und kitzelte sie. Lisa bog sich wie ein Aal und versuchte seinen Händen zu entgleiten, aber es half ihr nichts.

Nach ein paar Minuten hörte er aber doch auf, vor allen Dingen, weil sie nicht mehr lachte und schon ordentlich missmutig dreinschaute. Nun nahm er sie einfach nur in den Arm, gab ihr einen Kuss auf den Mund und ging mit ihr ins Schlafzimmer. Augenscheinlich wehrte sie sich dagegen, sodass er sie ein wenig ziehen musste, allerdings war ihre Gegenwehr nicht gerade heftig.

»Schatz, was hast du vor? Bist du sicher, dass die Kinder schon fest schlafen? Nachher erzählen sie uns wieder, wie lange wir zusammen geschmust haben.« Nun musste Lisa herzhaft lachen, soweit hatte sie sich doch schon wieder beruhigt.

»Das wäre doch ausgezeichnet«, musste Reimund ebenfalls lachen. »Dann sollen sie aber nun genau überprüfen, ob das mit der Stunde auch stimmt.«

»Du!«

Nun fing Reimund an, Lisa vorsichtig auszuziehen und sie dabei ausgiebig und zärtlich zu streicheln. Da wollte Lisa nicht nachstehen und fing ihrerseits an, Reimund zu verwöhnen. Sie wurden immer zärtlicher zueinander und liebten sich schließlich.

»Möchtest du denn jetzt mit mir ein Glas Wein trinken oder muss ich George anrufen?« Reimund wartete erst gar nicht die Antwort von Lisa ab, sprang sofort lachend aus dem Bett und lief ins Wohnzimmer. Das Kissen, das Lisa ihm nachgeworfen hatte, erreichte ihn nicht mehr.

Als Reimund ins Schlafzimmer zurückkam, tranken sie doch noch ein Glas Wein. Zu einem weiteren Glas kam es allerdings nicht mehr, weil Reimund sehr schnell wieder anfing, Lisa zu verwöhnen. Sie sagte nichts und genoss es einfach. Es dauerte tatsächlich auch viel länger als von den Kindern immer prognostiziert wird.

*

Der Schmuseabend war doch ganz schön lang gewesen, sodass am nächsten Morgen beide ihre Probleme hatten und nicht sofort aus dem Bett kamen. Morgens bringt überwiegend Lisa die Kinder zur Kita, das heißt, bevor sie zur Arbeit fährt oder einen Außentermin wahrnimmt, ansonsten übernimmt Reimund diese Aufgabe.

Das bedeutete auch für Reimund, dass er heute – wie jeden Morgen, wenn Lisa die Kinder zur Kita bringt – sofort aufstehen und die Kinder für die Kita vorbereiten muss. Das war eine für ihn gar nicht so einfache Aufgabe, diesen >Sack Flöhe<, obwohl es letzten Endes nur zwei waren, zu bändigen und ihnen, wie fast täglich, zudem noch erst die Kita schmackhaft zu machen, denn eigentlich wollten sie lieber zu Hause bleiben und mit ihrem Papa spielen.

Nachdem Reimund die Kinder mit Mühe und Not dazu gebracht hatte, sich kurz zu waschen und die Zähne zu putzen, Lisa war zu der Zeit in dem anderen Bad und machte sich zurecht, musste er sie anschließend noch überreden, sich allein anzuziehen. Er würde in der Zeit die Frühstücksbrote für sie vorbereiten.

»Papa, können wir denn heute nicht mal hierbleiben und mit dir spielen?«

»Aber Laura mein Schatz, dass machen wir doch gleich, wenn ihr zum Mittag wiederkommt.«

»Aber dann müssen wir doch erst Mittagessen und danach eine Stunde schlafen.«

»Das stimmt, aber hinterher ist doch noch so viel Zeit und außerdem muss ich gleich ein paar Stunden arbeiten, ansonsten haben wir bald nichts mehr zu essen.«

»Dann können wir ja bei der Oma essen, da schmeckt es sehr gut.«

»So viel Geld haben Oma und Opa auch nicht Mark. Besonders, wenn du da immer essen würdest, dann hätten sie bald kein Geld mehr.«

Nun musste Laura laut lachen, aber bevor Mark darauf reagieren konnte, griff Lisa ein, die inzwischen aus dem Bad gekommen war.

»Schaffst du es denn heute Morgen noch die Kleinen anzuziehen oder doch nicht?«

»Hört ihr Banausen, jetzt wird der Chef im Hause sauer. Nun beeilt euch bitte!«

»Welcher Chef denn Papa? Die Mama hat doch gerade was gesagt.«

»Haha Laura, du Dummerchen, die Mama ist der Boss«, musste sich jetzt auch noch Mark einbringen.

»Ich gib dir gleich Dummerchen!«

»Wieso, das sagt die Mama zum Papa doch auch immer.«

Nun hatte Lisa aber genug. Sie nahm Laura an die Hand und ging mit ihr vom Wohnzimmer – hier fand die Unterredung die ganze Zeit statt – ins Kinderzimmer und zog sie dort vollständig an. Beim Herausgehen konnte sie es aber nicht lassen, Reimund doch noch einen kleinen Seitenhieb zu verpassen.

»Ist es möglich, dass du wenigstens mit einem der Zwillinge fertig wirst und ich heute noch zur Arbeit kommen kann? Das wäre sehr hilfreich.«

»Ja, ist doch gut.« Leicht ungehalten nahm Reimund Mark an die Hand und ging mit ihm ebenfalls ins Kinderzimmer.

»Papa, aua!«, beschwerte sich nun aber Mark.

»Das kann gar nicht weh tun, außerdem kennen Indianer keinen Schmerz.«

Unter lautem Lachen von Laura wurde aber jetzt Lisa sauer.

»Wir haben doch vereinbart, dass du den Spruch >Indianer kennen keinen Schmerz< nicht mehr äußerst, das hatten wir doch so vereinbart.« Nun musste eine doch ärgerliche Lisa ihren Unmut äußern.

»Schatz, ich habe Mark überhaupt nicht fest die Hand gedrückt, das mache ich doch nicht. Mark ist jetzt einfach nur sauer, deshalb hat er sich beschwert. Liebling, komm mal her, was ist denn heute los. Hast du gleich einen schwierigen Termin?«

Reimund wartete nicht auf eine Antwort von Lisa, sondern nahm sie in den Arm und küsste sie. Erst nur oberflächlich, später aber immer leidenschaftlicher. Während Lisa und Reimund sich küssten, hatte Laura etwas zu vermelden: »Mark, jetzt können wir noch spielen, das dauert eine Stunde.«

»Was?«, rief da Lisa ganz aufgeregt. »Schatz, wieso kommen die Kinder immer auf eine Stunde? Erkläre mir das einmal!«

»Aber Liebling, das meinen die Kinder nicht wörtlich, das können sie doch gar nicht wissen. Außerdem dauert es meistens länger als eine Stunde.«

»Papa, was dauert länger als eine Stunde?«

»Nun ist aber Schluss, wir gehen jetzt sofort«, musste Lisa nun doch ein Machtwort sprechen.

Nachdem Laura noch: »Der Boss hat gesprochen«, von sich gab, wurde Lisa nun schon etwas ungehalten.

»Du, ich will jetzt nichts mehr hören!«

Auch Reimund sagte nichts mehr, während Lisa mit den Kindern aus dem Haus ging. Er nahm sich aber vor, Lisa heute Abend einmal auf ihre Gereiztheit anzusprechen und begab sich ins Bad.

Nachdem er eine Stunde später in Ruhe gefrühstückt hatte, wollte er noch ein paar Seiten an seinem neuen Roman schreiben. Zumindest wollte er es versuchen. Heute hatte er dazu auch etwas länger Zeit als üblich. Da Lisa um zwölf Uhr keinen Termin mehr hatte, wollte sie die Kinder von der Kita abholen.

Lisa hatte heute tatsächlich einen gestressten Vormittag an ihrer Arbeitsstelle. Der Begriff Arbeitsstelle ist in diesem Fall nicht ganz korrekt, denn sie arbeitet auf freiwilliger Basis im >sozialen Dienst< und daher auch ohne Bezahlung. Andererseits wird sie sehr oft zu Aufgaben von leitenden Personen eingeteilt, sodass man meinen könnte, Lisa befinde sich in einem Dienstverhältnis. Aber das liegt nicht vor, sie ist dort ehrenamtlich tätig.

Daher muss sie manchmal ihren Unmut zu den betreffenden Personen kundtun und heute war wieder so ein Tag. Sie hatte ihren direkten Vorgesetzten, Herrn Zirkel, um ein Gespräch gebeten und ahnte sofort, dass es ein ungemütliches Gespräch sein wird.

Und genauso kam es. Lisa sagte auch ohne Hemmungen ihre Meinung und somit ging es schon recht heftig zur Sache. Immer wieder musste die ebenso bei dem Gespräch anwesende Dame, die hier den Betriebsrat vertrat, ins Gespräch eingreifen, falls man das noch so nennen konnte, um die beiden Streithähne, na ja, einen Streithahn und eine Streithenne, möglichst zu beruhigen. Lisa war im Laufe des Gespräches kurz davor >die Brocken hinzuschmeißen<, konnte sich aber gerade noch beherrschen. Die beiden Parteien einigten sich letzten Endes darauf, alles noch einmal zu bedenken und nächste Woche erneut das Gespräch zu suchen.

Da sich das Gespräch sehr lange hinzog, schaffte Lisa es so gerade, um kurz nach zwölf Uhr bei den Kindern in der Kita zu sein. Sie übernahm nur kurz die Kinder von einer Betreuerin, sowohl Marianne als auch Gudrun hatte Lisa heute Morgen nicht gesehen, und hielt sich nicht lange auf. Für eine weitreichende Konversation fehlte ihr nach dem gestressten Vormittag sowieso die Muße.