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Lilly erfährt auf einer Reise alles über sich und ihre Umwelt. Die Geschichte erzählt vom Leben auf einem Campingplatz in Ohè en Laak / Niederland. Es ist die erste von sieben Geschichten aus der Lillywelt Reihe. Aus einer Fabel wird später ein spannender Roman. Daniele Uwe Pivotti wurde 1968 in Berlin - Kreuzberg geboren und wuchs im Wendland auf. Drei Tage nach seinem 18. Geburtstag gründete er eine Familie und hat nun vier Kinder und sieben Enkelkinder. Er hat in vielen verschiedenen Berufen gearbeitet bevor er Altenpfleger und Betreuer für Demenz und Alzheimer Patienten wurde. Nun lebt, schreibt und musiziert er nahe der niederländischen Grenze und hat sich der Kreativität und dem Glück verschrieben. 2. Teil der Lillyreihe. Lilly`s Kampf gegen Windmühlen.
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Seitenzahl: 55
Veröffentlichungsjahr: 2017
Lilly´s Abenteuer
1. Band von sieben Bänden aus der Lillywelt Reihe
Ein Roman von Daniele Uwe Pivotti
1. Band
erschienen imtredition GmbH, Hamburg
978-3-7439-2848-0 (Paperback)
978-3-7439-2849-7 (Hardcover)
978-3-7439-2850-3 (e-Book)
Wer oder wie viele bin ich ? Natürlich wusste ich meinen Namen noch.
Einzig und artig nannte man mich immer Lilly, nur wenn die Familie sich traf benahmen wir uns wie die von van Ohè. Wie meine Familie vermisste ich meinen Körper und nur wie durch Nebel konnte ich meine Umwelt wahrnehmen.Jegliches Gefühl zu meinen vier Pfoten waren weg und einzig meine Gedanken schwirrten wild durch meinen Kopf. Mein Mund fühlte sich trocken an, aber auch meine Zunge war weg oder ich konnte sie nicht bewegen um das zu ändern. Nur ab und zu verschwanden dunkle schwarze Schatten durch den Nebel von einer zur anderen Seite. Ich hatte keine Ahnung was passiert sein konnte oder warum alles so und nicht normal wie immer war.
Wo ist mein Leben und wo sind meine Frau und mein Mann Futter, die immer so fröhlich um mich herum tanzten und mich so lieb streichelten. Warm war es zum Glück in der Nähe von " Hütte Warm ". Ich fragte mich, warum plötzlich alles anders war an meinem Körper. Kopf bewegen, Hals drehen, Augen rollen und wo sind meine Beine und meine Pfoten ?
Selbst wenn es jucken würde könnte ich mich jetzt nicht kratzen und das Schlucken fiel mir auch noch schwer. Ich fühlte mich gelähmt und immer noch machtlos gegenüber meinem Körper. Irgendwie nicht real in einer auch optisch unwirklichen Welt. Regungslos versuchte ich mehr zu erkennen oder zu hören. Nur dumpfe Geräusche drangen durch meine Ohren und ich hatte Kopfschmerzen. Plötzlich tauchte wieder dieser Schatten auf.Ich spürte dieses schöne Gefühl, das mich immer überkommt wenn Mann oder Frau Futter mich streicheln. Ich wollte flüchten aber meine Beine gehorchten mir nicht und selbst mein Gefühl von Angst war wie betäubt.
Nach dem die Schatten häufiger an meinen Augen vorbei rauschten und das schöne Gefühl nicht nachgelassen hatte merkte ich, das meine Pfoten zuckten, ohne das ich das ändern konnte. Meine Zunge konnte ich zwar spüren aber dennoch nicht bewegen. Nach einiger Zeit und wirklich vielen sehr verwirrenden Gedanken konnte ich die gewohnte Umgebung von " Hütte Warm " erkennen und meine Aufregung und Angst verschwanden. Meine Frau Futter konnte ich erkennen und spürte, das sie sich Sorgen machte und mich wirklich liebte. Inzwischen konnte ich meine Beine spüren und auch meine Zunge wieder bewegen.
Mit leicht rollenden Augen versuchte ich irgendeinen Hinweis zu finden was mich so aus meinem Leben geworfen hatte. Mit einer Wunde am Bauch. Ich versuchte an sie heranzukommen, aber nur ein stechender Schmerz und ein Brennen wiesen mir den Weg die Wunde zu erreichen. Auch Frau Futter bemerkte wohl die Stelle und kam immer wieder mit diesem Blitzkasten an, den ich schon kannte. Nach dem Hell kamen immer ein längeres Dunkel, das auch immer wieder verschwand. Blöder Blitzkasten.
Plötzlich wurde es kurz nass in meinem Mund, ohne das ich trank und ich hörte immer wieder meinen Namen und beruhigende Worte, so das ich verstand, das ich mir keine Sorgen machen musste. Ich versuchte weiterhin meine Pfoten und meine Antenne, wie ich meinen Schwanz immer nenne, zu bewegen aber mehr als unkontrollierte Bewegungen kamen dabei nicht heraus.
Nach einiger Zeit versuchte ich aufzustehen, aber immer wieder fiel ich hin. Ich scheiterte auch bei dem Versuch diesen ekligen unbekannten Geruch an mir loszuwerden, da ich meinen Kopf einfach nicht drehen konnte. Also versuchte ich mir weiter zu erklären was passiert sein konnte.
Es war eigentlich ein normaler Tag an den ich mich noch erinnerte. Es gab auch reichlich, gutes Futter, nur leider war sein Geschmack nun durch ein trockenes Gefühl der Wehrlosigkeit ersetzt worden. An das Putzen oder Fressen konnte ich nicht denken und das Erste was ich machte war diese Stelle des Schmerzes zu säubern und diesen Geruch an mir durch einen mir bekannten, meinen eigenen zu ersetzen. Während ich darüber sinnierte überkam mich aber auch schon eine Welle der Müdigkeit und ich viel in einen tiefen und langen Schlaf.
Als ich erwachte spürte ich das Leben wieder und auch mein Körper gehorchte mir. Ich versuchte aufzustehen und sogleich war auch wieder dieser Schmerz da. Ich versuchte den Kopf zu drehen und mit der Zunge die Stelle zu erreichen. Auch wenn ich mich bewegen konnte so spielte mir noch das Gleichgewicht einen Streich und die Schmerzen bestimmten den eingegrenzten Bewegungsspielraum meiner Bewegungen. Schliesslich gelang es mir mich auf alle Vieren zu stellen und meine Umgebung zu wittern. Dabei verließ ich mich nicht auf meine Antenne sondern versuchte durch mein eingeschränktes Blickfeld Einzelheiten zu erkennen und durch den ekligen Geruch hindurch etwas erschnüffeln zu können, was mich auf meine Spur bringen könnte.
Es wurde Alles dafür getan mir das Eintreten in meine Lillywelt zu verschönern.Es waren ihre Stimmen, die Vertrauen in mir geweckt haben.Es war das wenige was ich spüren und sehen konnte.
Um mich herum war eine Decke, " wahrscheinlich " in Pink mit weissen Pfoten darauf, und es stand jeweils eine Schale mit Leckerfutter und Wasser für mich bereit. Ich erkannte, das ich mich an dem grossen Fenster am Bett befinde und sich sonst eigentlich erkennbar nichts geändert hatte.
So versuchte ich ein paar Schritte zu laufen, aber es überkam mich immer wieder ein Schwindel. Ich fiel oft wieder hin und es dauerte eine Weile bis ich trinken konnte um nun endlich meinem Durst zu stillen. Ich trank und mein Bauch entschied das ich besser aufhören sollte. Immer wieder kamen Frau und Mann Futter und streichelten und umworben mich. Ich genoss das sehr langsame aber stetige verschwinden des Schmerzes. Einzig meine Erinnerungen fehlten mir gänzlich. Am Abend war es mir dann endlich möglich ein paar Schritte zu gehen. Um mich meiner Notdurft zu entledigen bekam ich eine halbrunde Box hingestellt. Sie kannte ich noch aus den Tagen meiner aller ersten Erinnerung. Ich mochte sie damals nicht und auch heute fühle ich mich widerwärtig darin. Diese Box hat nur einen Ausgang und man kann den Himmel nicht sehen. Nur in aller Notwendigkeit würde ich diesen Palast der Notdurft aufsuchen. Er bietet keine Zweckmässigkeit der Reviermarkierung. Jeder der uns kennt weiß wie wichtig uns Hygiene und ordentliches Fell ist. Nicht weil ich weiss das ich schön bin und mich deshalb ständig putze sondern schon um meinen Geruch und mich auf meinem Revier zu verteilen und zu verteidigen.
