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Der Arbeitsplatz als Partnerbörse? Ein Klischee, wie es im Buche steht. Selbstverständlich interessiert das die Männer in den Love@work-Episoden überhaupt nicht auf ihrer Jagd nach einem schnellen Abenteuer, äh der großen Liebe! In dieser Collection sind die ersten vier Bände in einer überarbeiteten Fassung der erfolgreichen Love@work-Reihe zusammengefasst. Bereits erschienen: Love@work - Der Assistent Love@work - Das Angebot Love@work - Der Rivale Love@work - Das Tagebuch
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Seitenzahl: 521
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Love@work - Collection 1 - 4
Von Dani Merati
Buchbeschreibung:
Der Arbeitsplatz als Partnerbörse? Ein Klischee, wie es im Buche steht.
Selbstverständlich interessiert das die Männer in den Love@work-Episoden überhaupt nicht auf ihrer Jagd nach einem schnellen Abenteuer, äh der großen Liebe!
In dieser Collection sind die ersten vier Episoden der erfolgreichen Love@work-Reihe zusammengefasst.
Love@work - Der Assistent
Love@work - Das Angebot
Love@work - Der Rivale
Love@work - Das Tagebuch
Über den Autor:
Dani Merati lebt für zwei Dinge - na ja, eigentlich unzählige mehr, aber was soll’s - und das sind: Bücher und Männer. Nicht unbedingt in der Reihenfolge, doch das spielt keine Rolle. Vor Ewigkeiten mit dem Schreibvirus infiziert, möchte sie ihre Ideen jetzt mit anderen teilen, die ebenfalls von Männern und Büchern nicht genug bekommen können.
Aber Vorsicht! In ihren Geschichten gibt es Männer immer mindestens im Doppelpack und explizit dargestellt. Das Gay-Genre ist eine äußerst vielfältige Spielwiese, auf der Dani sich gerne austobt. Sie wünscht gute Unterhaltung und hofft, dass ihre Charaktere, die ihr ständig ins Ohr flüstern auch von den Lesern gnädig aufgenommen werden.
Love@work - Collection 1 - 4
Gay Romance
Von Dani Merati
Sämtliche Personen, Orte und Begebenheiten sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig.
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.
E-Books sind nicht übertragbar und dürfen nicht weiterveräußert werden. Bitte respektieren Sie die Arbeit der Autorin und erwerben eine legale Kopie. Danke!
1. Love@work - Der Assistent
2. Kapitel 1
3. Kapitel 2
4. Kapitel 3
5. Kapitel 4
6. Kapitel 5
7. Kapitel 6
8. Kapitel 7
9. Kapitel 8
10. Kapitel 9
11. Epilog
12. Love@work - Das Angebot
13. Kapitel 1
14. Kapitel 2
15. Kapitel 3
16. Kapitel 4
17. Kapitel 5
18. Kapitel 6
19. Kapitel 7
20. Kapitel 8
21. Kapitel 9
22. Epilog
23. Love@work - Der Rivale
24. Kapitel 1
25. Kapitel 2
26. Kapitel 3
27. Kapitel 4
28. Kapitel 5
29. Kapitel 6
30. Kapitel 7
31. Kapitel 8
32. Kapitel 9
33. Kapitel 10
34. Epilog
35. Bonuskapitel (nur für diejenigen, die wissen möchten, wie die private Feier weiterging)
36. Love@work - Das Tagebuch
37. Kapitel 1
38. Kapitel 2
39. Kapitel 3
40. Kapitel 4
41. Kapitel 5
42. Kapitel 6
43. Kapitel 7
44. Kapitel 8
45. Kapitel 9
46. Kapitel 10
47. Kapitel 11
48. Kapitel 12
49. Epilog
Marcel Benders Job als persönlicher Assistent des Selfmade-Millionärs Christopher Thalberg ist aufregend, abwechslungsreich und herausfordernd. Einfach gesagt: Ein Traumjob!
Wenn er denn einen anderen Chef hätte. Herrisch, arrogant, herablassend, zum Niederknien attraktiv und ... hetero.
Marcel sieht nur einen Ausweg: Kündigen! Doch sein Chef hat einen völlig anderen Plan ...
„Hat dir dieser Scheißkerl, der sich dein Chef nennt, eigentlich jemals gesagt, dass er deine Arbeit zu schätzen weiß?“ Markus‘ Stimme summte wie eine irritierende Fliege in Marcels Kopf herum, als er stirnrunzelnd den Terminplan in seinem Laptop anpasste.
„Nein und er bezahlt mir genug, damit ich es nicht hören muss.“ Er ignorierte seinen eigenen Sarkasmus und trug den Winzertermin für den 19. ein. Dann speicherte er und schloss das Notebook.
„Das ist Schwachsinn, Brüderchen. Jeder Mensch hat ein Anrecht darauf, dass man seine Leistung zu schätzen weiß. Warum zum Teufel malochst du dich für dieses undankbare Arschloch kaputt? Ich kapier’s einfach nicht!“
Sein Bruder fuhr sich genervt mit allen zehn Fingern durch die eh verwuschelten blonden Haare und starrte ihn grimmig an.
„Du hattest in den drei Jahren, in denen du für ihn arbeitest, keinen Tag Urlaub und das erste Mal, wo du ein freies Wochenende freikämpfen konntest, um deinen Geburtstag zu feiern, hat er einen Notfall?“
Marcel seufzte und sah in die wütend funkelnden Augen seines Bruders. „Ich bin rechtzeitig für die Party zurück. Versprochen. Es sollte nicht länger als einen Tag dauern. Die Feier ist sowieso erst für Sonntagabend geplant, oder? Dann hab‘ ich eben nicht das ganze Wochenende frei, das ist alles. Ist doch keine große Sache.“
Aber das war es und sie beide wussten es. Markus betrachtete sein blasses Gesicht. „Wann hast du eigentlich das letzte Mal eine Nacht durchgeschlafen? Du siehst wie ausgekotzt aus. Du hast ja nicht einmal geregelte Arbeitszeiten - der Bastard schnippt mit den Fingern und erwartet, dass du alles Stehen und Liegen lässt und losrennst, sobald er dich braucht!“
Sein Bruder funkelte dabei den geschlossenen Laptop an, als hätte er die Pest. „Du isst nicht richtig. Lena ist der Meinung, dass du schon wieder einige Pfund abgenommen hast. Jetzt mal ehrlich, wo sind die Vorteile dieses Jobs - außer dem dicken Scheck?“
Marcel hatte nicht die Absicht Markus oder dem Rest seiner Familie die Wahrheit zu sagen und ihm zuzustimmen - unmöglich. Auch wenn sie alle Recht hatten. Aber die Demütigung wollte er sich nicht antun.
Stattdessen lächelte er seinen Bruder an und griff nach dessen Hand. „Danke, dass du dir Sorgen um mich machst. Und Lena übertreibt wie immer maßlos. Du weißt doch, was für eine Glucke sie ist.“
Marcel sah sein Gegenüber verschwörerisch an. „Ich liebe diesen Job. Du kennst mich, den ganzen Tag an einem Schreibtisch in einem kleinen stickigen Büro und du könntest mich nach einer Woche einsargen lassen. Ich steh‘ auf die Abwechslung, liebe die Aufregung. Es ist nie langweilig.“
Was nicht bedeutete, dass er nicht kündigen würde, wenn er seinen Big Boss heute Abend sah.
Markus‘ Augen bohrten sich in seine.
„Dein Chef behandelt dich wie ein Stück Scheiße. Dieses Arschloch trampelt auf dir herum, als ob du überhaupt nicht existierst, als wärst du nur ein Fußabtreter und du läufst ihm wie ein Hund hinterher und machst Männchen. Verdammt noch mal! Kündige und hol‘ dir dein Leben zurück. Das verfluchte Geld kann es doch nicht wert sein.“
Volltreffer! Markus‘ Worte trafen ihn wie ein Pfeil ins Herz. Ihm stockte der Atem. Marcel wusste, dass sein Bruder es nur gut meinte. Er wollte ihm nicht wehtun. Es war einfach dessen Art auf die Familie aufzupassen und zu helfen, wenn einer von ihnen in Schwierigkeiten war. Das Schlimme war - er verstand ihn, aber das hieß nicht, dass er das Mitleid ertrug, das er ihm entgegenbrachte.
Mitleid! Genau das, was er für seinen 30. Geburtstag brauchte. Er schluckte schwer und zwang sich die Klappe zu halten. Er würde Markus auf keinen Fall erzählen, dass er vorhatte, sich sein Leben zurückzuholen, bevor die Sache in trockenen Tüchern war.
„Wie schon gesagt, ich mag meinen Job. Ich hab‘ vielleicht nicht den nettesten oder rücksichtsvollsten Chef der Welt, aber er bezahlt mich außerordentlich gut. Außerdem hab‘ ich geile Sondervergünstigungen und es gibt kaum einen Ort in Europa, den ich bisher nicht kenne. Ich reise 1. Klasse in einem Privatflugzeug. Ich verfüge über ein äußerst großzügiges Spesenkonto. Gut, dann hab‘ ich eben nicht jedes Wochenende frei, doch das ist ein kleiner Preis, um unersetzlich zu sein.“
Zumindest noch für einen weiteren Tag!
Markus schüttelte den Kopf, verabschiedete sich und murmelte auf dem Weg nach draußen, was er mit diesem egoistischen Arschloch gerne alles anstellen würde. Gegen seinen Willen musste Marcel grinsen. Dann ertönte der Alarm seines Smartphones und erinnerte ihn an den Flug. Er fuhr sich mit den Händen übers Gesicht.
Sein älterer Bruder und der Rest seiner Familie hatten natürlich recht. Er war bemitleidenswert, absolut erbärmlich. Er seufzte. Es machte ihm nichts aus, für einen Mann wie Christopher Thalberg zu arbeiten, solange dieser seinen Einsatz zu schätzen wusste und ihn wirklich brauchte.
Marcel lachte bitter. Keine Chance in der Hinsicht. Christopher Thalberg brauchte niemanden - und er schätzte niemanden. Er war ein knallharter Selfmade-Millionär, abgebrüht, berechnend und ein chauvinistischer Ladykiller.
Er streckte sich, stand dann auf und schob seinen Laptop in die Tasche. Manchmal fragte er sich, ob sein Chef überhaupt von seiner Existenz wusste, oder ob er nur die Ergebnisse sah, die er als Feuerlöscher, Babysitter oder Fußmatte produzierte. Ach ja, und den wichtigsten Aspekt seines Jobs durfte er nicht vergessen: professioneller Katastrophenbeseitiger.
Es war glasklar, warum Christopher ihn urplötzlich in Nizza brauchte. Nicht genug, dass sein Boss ihn nicht als Mensch wahrnahm. Jetzt musste er wieder einmal für ihn die Bresche springen. Sah er wie ein verfluchter Verteidiger aus?
Marcel grollte, schlüpfte in sein Jackett, schob genervt eine Locke seines blonden Haars aus der Stirn und marschierte zum Ausgang. Dabei funkelte er wütend sein Spiegelbild in der schimmernden, metallischen Wand an.
Er sah scheiße aus, genau wie Markus gesagt hatte. Ja, er wurde nicht jünger. Ja, er bekam keine Chance einen tollen Kerl kennenzulernen, der in ihm mehr sah, als das Schoßhündchen von Christopher Thalberg. Ja, der einzige Grund, warum er diesen Scheißkerl tolerierte, war, dass er dämlich genug gewesen war, sich total und unwiderruflich in seinen Chef zu verlieben. Seinen Chef, der jedes weibliche Wesen bereits mit den Augen flachlegte. Den Macho, der sich für Gottes Geschenk an die Frauen hielt.
Ja, das war eine echte Glanzleistung von ihm. Er starrte in sein gerötetes Gesicht. War das eine Falte? Und was war das an seiner Schläfe? Etwa ein graues Haar?
Marcel schloss seine Lider und zählte langsam bis hundert. Zehn hatte schon an seinem ersten Arbeitstag nicht mehr ausgereicht. Es war an der Zeit, sich endlich zusammenzureißen. Rückgrat zu beweisen. Sich sein Leben zurückholen.
Er holte tief Luft und starrte seine Reflexion nieder. Dies war das letzte Mal, wo er Christopher Thalberg aus der Klemme half. Danach musste er einen neuen Babysitter finden. Sein Leben flog auf der Überholspur an ihm vorbei und er wäre wirklich nur noch dämlich, wenn er seinem Chef weiterhin wie ein sabbernder Idiot hinterherhechelte.
Er würde alle Verbindungen zu seinem aufregenden, berauschenden Job abbrechen und sich einen eintönigen Bürojob suchen. Sesshaft werden. Beziehungen pflegen. Langweilige Gespräche führen. Mit anderen Worten: Ein Spießer sein!
‚Ach verdammt, Marcel, du bist so dämlich! Das wird ein Traum, du wirst sehen. Du holst dir damit deinen Stolz zurück.‘
Stolz? Was war das noch gleich? Oh ja, er erinnerte sich jetzt. Er war einmal stolz auf sein Organisationstalent gewesen, sein PR-Geschick, seine Kompetenz in allen Bereichen der Wirtschaft. Das hatte ihm den Job verschafft und diese Fähigkeiten würden auch dafür sorgen, dass ein Neuanfang ein Leichtes war. Ihm stand mit seinen Qualifikationen die gesamte Welt offen.
Den ganzen Weg zum Parkplatz, wo die Limousine auf ihn wartete, wiederholte er das wie ein Mantra. Sich sein Leben zurückholen. Sich endlich wieder wie ein richtiger Mann fühlen.
‚Ja Marcel, weiter so. Du darfst nicht vergessen, dass es das letzte, das wirklich allerletzte Mal ist, dass du Christopher Thalberg hinterherrennst.‘
Im Wagen warf er seine Laptoptasche neben sich auf den Sitz. Unbewusst strich er mit den Fingern liebevoll über das luxuriöse Teil, ein Geschenk von seinem Chef vor zwei Jahren, da sein Gepäck irgendwo zwischen einem Shoppingtrip in London und einem Kasinobesuch in Monte Carlo verloren gegangen war.
Ein Seufzer entschlüpfte ihm und ein trauriges Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Manchmal - nur manchmal - konnte sein Arbeitgeber Mitgefühl und Rücksicht zeigen.
Der Verlust des Gepäckstücks und seines Inhalts hatte ihm eigentlich nicht wehgetan, doch Christopher Thalberg hatte das offenbar anders gesehen. Nachdem er von dem Schaden erfahren hatte, war Marcel von der Reise nach Hause gekommen und hatte das teuerste, exklusivste Koffer-Set vorgefunden, welches es wohl für Geld zu kaufen gab. Zusätzlich komplett gefüllt mit der elegantesten, edelsten Kleidung, die man käuflich erwerben konnte. Alles in den richtigen Größen!
Er war geschockt gewesen - und hingerissen. Aber als er versucht hatte, seinem Chef dafür zu danken, wurde seine Anerkennung wie ein lästiges Insekt beiseite gewischt. Christopher hatte ihm kühl mitgeteilt, dass er nur jemanden beauftragt hätte, den Verlust zu ersetzen. Völlig bedeutungslos.
Anders für Marcel. Es war ein weiterer saftiger Knochen, der dem braven Hündchen vor die Füße geworfen worden war. Dieses Geschenk hatte dazu geführt, dass er Christopher Thalberg vielleicht doch nicht die Haut von seinem atemberaubenden, muskulösen Körper schneiden müsste.
Er lehnte sich in den Sitz zurück. Und so lief es immer. Jedes Mal, wenn er sich vornahm, seinem Chef zu sagen, wohin er sich seinen hoch bezahlten Job stecken könne, tat der etwas, was ihn beinahe menschlich erscheinen ließ.
Wie zum Beispiel, als Marcel für ihn bei einem Treffen in St. Moritz einspringen musste und sich beim Skifahren den Knöchel gebrochen hatte, weil er noch nie auf Skiern gestanden hatte. Christopher war in London auf einer Charity-Gala gewesen, in den nächsten Flieger gesprungen und in seinem Smoking in die Notaufnahme gerauscht. Und nachdem man ihn eingegipst hatte und im Rollstuhl raus bringen wollte, hatte sein Chef ihn einfach hochgehoben und selbst hinausgetragen.
Zuhause hatte er dann eine Krankenschwester und eine Haushälterin für ihn eingestellt, bis Marcel wieder auf den Beinen war. Verflucht sollte er sein! Und das genau zu einem dieser Zeitpunkte, als er ihm eigentlich hatte sagen wollen, dass er sich einen anderen Idioten für den Job suchen musste. Er hielt in seinen wandernden Gedanken inne, um zu überlegen, wann das gewesen war. Ach ja, der fehlgeschlagene Kündigungsversuch im letzten Jahr!
Er runzelte die Stirn, als er auf seine Armbanduhr sah. Der Flug ging in zwei Stunden, dann war er wieder einmal auf dem Weg zu seinem Arbeitgeber, um ihm den vermaledeiten Traumjob vor die Füße zu werfen. Und diesmal konnte ihn nichts davon abhalten. Gebrochene Knochen, verlorenes Gepäck und was sonst noch, sollten ihm bloß gestohlen bleiben.
Und er würde eine immense Befriedigung empfinden, wenn er seinem Chef das Satellitentelefon zurückgab, dass er nur bekommen hatte, damit er Tag und Nacht und egal wo er sich aufhielt, für diesen Idioten erreichbar war.
Marcel grinste hämisch. Sollte der große Boss doch mal sehen, ob er je wieder so einen Assistenten wie ihn an Land zu ziehen vermochte. Denn den Nächsten müsste er wie einen Menschen behandeln.
Oh ja. Er holte sich sein eigenes Leben zurück. Der Gedanke beflügelte ihn und übertönte die leichte Wehmut, die sich bei der Vorstellung einschlich, demnächst nicht mehr für Christopher Thalbergs Wohl zuständig zu sein.
Am Flughafen angekommen, stieg Marcel rasch aus der Limousine. Er nahm das, ihm vom Chauffeur angereichte, Gepäck entgegen und eilte im Laufschritt zum privaten Rollfeld, wo er dem Sicherheitsbeamten zunickte, der ihm das Tor öffnete. „Herr Bender.“
Der Mann lächelte freundlich, als er an ihm vorbeiging.
„Hallo Jochen. Wie geht es Ihrer Frau? Ist das Baby schon da?“ „Sie ist zwei Wochen überfällig. Unsere Kleinen haben es anscheinend nicht eilig. Das Erste kam auch zu spät. Also kein Grund zur Aufregung.“
„Das freut mich, zu hören. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, Jochen und alles Gute für Sie, Ihre Frau und natürlich den Nachwuchs.“
„Danke, Herr Bender. Ihnen einen angenehmen Flug und stabile Nerven.“ Der Wachmann zwinkerte und Marcel grinste zurück.
Am Flugzeug wurde er vom Piloten persönlich empfangen, während eine Flugbegleiterin ihm sein Gepäck abnahm. Nachdem er es sich in einem der komfortablen Sitze bequem gemacht und nach einer Flasche Wasser gefragt hatte, wandte er sich an den Flugkapitän.
„Wie sieht es aus?“
„Der Wetterbericht meldet eine Gewitterfront, die über Frankreich aufzieht. Es könnte sein, dass wir ein anderes Ziel anfliegen müssen und es dürfte turbulent werden. Ich informiere Sie natürlich rechtzeitig, falls wir nicht in Nizza landen dürfen.“
Der Pilot lächelte, als er ihm einen Stapel Comics reichte, über die sie beim letzten Flug geplaudert hatten. Marcel akzeptierte sie dankbar. „Sie kennen ja den Ablauf. Sobald das Signal ausgeht, können Sie aufstehen und sich etwas zu Essen besorgen. Herr Thalberg hat die Fertiggerichte aufstocken lassen. Große Auswahl. Aber Veronika war so frei, frische Salate und vegetarische Sandwiches hinzuzufügen.“
Marcel lächelte Hendrik Werner an und dankte ihm für seine Aufmerksamkeit. Sein Chef wusste nach drei Jahren immer noch nicht, dass er Vegetarier war, obwohl sie schon unzählige Male zusammen gespeist hatten. Er seufzte zum gefühlt hundertsten Mal heute. Nur ein weiterer Punkt auf seiner Liste.
Er schloss seine Augen und lehnte sich zurück. Nur Minuten später rollte die Maschine bereits los und kurz darauf befanden sie sich in der Luft. Behaglich kuschelte Marcel sich tiefer in den bequemen Ledersitz. Das würde er vermissen. Nie lange Warteschlangen oder langwierige Sicherheitskontrollen. Keine verspäteten oder gecancelten Flüge. Keine Extrakosten für die 1. Klasse.
Verdammt, er war verwöhnt. Aber das durfte ihn nicht daran hindern, seinem Chef zu sagen, was er von ihm hielt. Wo er seine lächerlichen Forderungen und seine mangelnde Rücksicht hinschieben konnte. Christopher Thalberg wusste ganz genau, welche Pläne sein Assistent für dieses Wochenende hatte. Er hatte es bereits vor Wochen in dessen Terminplaner eingetragen und bei zahlreichen Gelegenheiten darauf hingewiesen. Unerreichbar vom 13. - 14. September. Es waren verschwendete Worte gewesen.
Sein Boss war extrem egoistisch und gleichgültig gegenüber den Bedürfnissen seiner Angestellten. Zudem kam er auch nicht auf die Idee, die Privatsphäre seines Mitarbeiters zu respektieren, wenn Marcel in einem der vielen Häuer weilte, die der Millionär sein eigen nannte.
Die seltenen Momente, die er mal in seinem Apartment in Berlin verbrachte, liebte er es leger. Er lief in alten Joggingklamotten herum, fläzte sich auf dem Sofa, um irgendwelche Cartoons zu gucken. Doch sobald er mit seinem Chef unterwegs war, konnte er sich einen solchen Luxus nicht erlauben.
Dieser Bastard war sogar einmal in London in das luxuriöse Gästebad seines Penthouse gestürmt, während Marcel geduscht hatte. Christopher hatte einfach die Glastür aufgerissen und ihn wegen eines winzigen Fehlers in seinem Terminplan zusammengestaucht.
Dass Marcel zurückgewichen war, um seine Blöße zumindest etwas zu verbergen, hatte ihn absolut nicht beeindruckt. Er hatte ihn nur von oben bis unten mit einem wütenden Blick taxiert und ihn angeschnauzt, er solle gefälligst aus der Dusche kommen, sich anziehen und den verdammten Terminkalender berichtigen - gestern!
Marcel bezweifelte, dass dieses Arschloch überhaupt bemerkt hatte, dass er nackt gewesen war. Eher nicht, er hatte ja die falsche Ausstattung! Als er dann nach einigen Minuten in seinem alten Frotteebademantel ins Schlafzimmer gekommen war, wer war dort? Christoph Thalberg!
Sein Boss marschierte einfach durch den Raum, kramte in seinen persönlichen Sachen auf seinem Nachttisch. Zum Glück hatte er es sich abgewöhnt, irgendwelche peinlichen Spielzeuge auf seinen Reisen mitzunehmen. Diese Demütigung hätte er vermutlich nicht überlebt. Dann hatte sein Chef aufgesehen und knapp gesagt: „Canceln Sie alle meine Termine für heute. Ich habe eine Verabredung und möchte nicht wegen Geschäften gestört werden.“
Und danach hatte er ihn völlig überraschend zu einer mittelalterlichen Kunstausstellung geschleppt, wo Marcel Notizen von den Stücken machte, die sein Arbeitgeber später erwerben wollte. Die Anmerkungen beschränkten sich jedoch auf ein Minimum, was ihm die wunderbare Gelegenheit gegeben hatte, wieder mal in Geschichte zu schwelgen.
Leider war die schlechte Laune seines Chefs, der so getan hatte, als sei sein ganzer Tag durch den winzigen Fauxpas ruiniert, ein erheblicher Dämpfer für sein Vergnügen gewesen.
Der Fehler war der vergessene Eintrag eines Interviews mit einer bekannten Celebritykolumnistin, die ihm seit Monaten hinterherlief, um ein Exklusivinterview mit dem großen Christopher Thalberg zu ergattern - oder ihn zu kompromittieren.
Tara Michaelis war pünktlich aufgetaucht und hatte es sich im Penthouse gemütlich gemacht, während sein Arbeitgeber gerade eine wichtige Telefonkonferenz wegen einer Übernahme führte. Nachdem sein Boss dann eine halbe Stunde gebraucht hatte, sie aus seinem Haus hinauszukomplimentieren, war er einfach zu ihm ins Bad gestürmt und hatte ihn in der Luft zerrissen.
Und danach hatte sein Chef es nicht einmal für nötig gehalten, sich für die Invasion in seine Privatsphäre zu entschuldigen. Dafür hatte Marcel, als er am nächsten Tag seinen alten Bademantel gesucht hatte, an dessen Stelle einen aufwendig bestickten Seidenkimono gefunden. Um die Demütigung noch zu perfektionieren, hatte er auch den bequemen Flanellpyjama, den er trug, weil er immer fror, durch völlig unpassende Pants ersetzt und nichts weiter.
Marcel war so wütend gewesen, dass er in die Privaträume seines Chefs gestürmt war, um ihm die Sachen, um die Ohren zu schlagen ... Nur um feststellen zu müssen, dass dieser bereits abgereist war. Nachdem er sich abgeregt hatte, war ihm klar geworden, dass Christopher sich vermutlich gar nichts dabei gedacht hatte. Er wollte wahrscheinlich damit sein Bedauern ausdrücken, aber eine verbale Entschuldigung hätte ihm einiges mehr bedeutet.
Marcel schmunzelte bei der Erinnerung, als er sich abschnallte und aufstand, um etwas zu Essen zu holen. Sein Chef war eben nicht der Typ Abbitte zu leisten und einen Fehler zugeben? Nie im Leben. Brauchte er auch nicht. Geld regelte schließlich alles in seiner Welt.
Und der Kimono war wirklich elegant, dabei bequem und gehörte mittlerweile zu seinen Lieblingsstücken. Dazu passte es mit der dunkelblauen Farbe genau zu seinen Augen - Stopp! Er tat es schon wieder.
Diesen Gedanken zu Ende zu führen, würde ihm nur Kummer bringen. Nach dem atemberaubenden Auftritt eines zornigen Christopher Thalberg, der ihm heute noch feuchte Träume bescherte, hatte er vorsichtshalber alle Türen zwischen ihm und seinem Chef künftig abgeschlossen.
Undenkbar, was geschehen könnte, wenn er auf die Idee käme, irgendetwas Dummes zu tun - sich diesem Gott zu Füßen werfen beispielsweise.
Marcel stöhnte, als er sich von Veronika einen gemischten Salat reichen ließ und zurück zu seinem Sitz ging. Er musste sich konzentrieren. Bloß nicht weich werden! Er fuhr den Laptop hoch und rief die Jobangebote auf, die er gestern markiert hatte. Bei der Bezahlung, die die meisten anboten, zuckte er schmerzhaft zusammen, doch das war ja nur ein Faktor.
Zumindest gäbe es endlich anständige Arbeitszeiten für ihn und damit Zeit für Freunde und Familie. Er las weiter. Eine Menge Jobs wurden angeboten - kein Wunder. Niemand nahm gerne eine Arbeit an, die die besten Fähigkeiten verlangte, aber kaum mehr als das Existenzminimum bezahlte.
Auf der anderen Seite erwarteten diese Arbeitgeber auch keinen Assistenten, der ihnen rund um die Uhr zur Verfügung stand. Geregelte Arbeitsstunden. Wochenenden zum Ausspannen. Zeit, etwas für sein Privatleben zu tun.
Er hatte in den letzten Jahren genug von der großzügigen Bezahlung seines Jobs angelegt, um mit einem geringeren Gehalt klarzukommen. Kluge Investitionen, die sich sehr reichlich ausgezahlt hatten - dank der Thalberg Corperation.
Marcel knirschte mit den Zähnen. Selbst das verdankte er diesem Bastard. Mehr als einmal hatte der ihm einen Tipp gegeben, der sich als goldrichtig erwiesen hatte. Verdammt! Egal, wie er es auch drehte und wendete, bei jeder Entscheidung in den letzten Jahren spielte Christopher irgendwie eine Rolle. Mal eine gute, aber meistens eine schlechte, ermahnte er sich stumm.
Daran musste er nur denken. Seine Welt durfte sich nicht länger um seinen Boss drehen. Er würde einen stinknormalen Job annehmen, einen stinknormalen, netten Mann kennenlernen und ...
Gott, wem machte er eigentlich etwas vor? Egal, wie sehr es sich einredete, es gab keinen, der Christopher das Wasser reichen konnte und allein der Gedanke, was sich unter den teuren Anzügen verbarg, ließ ihn hecheln.
Marcel wusste, warum er eingestellt worden war. Jeder Assistent vor ihm hatte einen entscheidenden Fehler gehabt: das falsche Geschlecht! Denn ein Credo besaß sein Boss: Er wilderte nie im eigenen Revier und die Damen in seinem Vorzimmer waren wohl eine zu große Versuchung gewesen.
Und genau das hatte ihm den Einstieg ermöglicht. Die Tatsache, dass er ein Mann war. Schon echt lächerlich. Quotenregelung mal anders. Es war nur gut, dass sein Chef nicht wusste, dass er schwul war. Sonst hätte er sich wahrscheinlich schneller auf der Straße wiedergefunden, als er die Worte „Ich kündige“ aussprechen konnte.
Stattdessen war er zum persönlichen Leibeigenen des attraktivsten männlichen Wesens jenseits der Hemisphäre mutiert, der jede Nacht von fiebrigen Träumen mit diesem Zwei-Meter-Hünen heimgesucht wurde. Was für ein Los!
Es gab bestimmt zig Kerle, die den Job mit Kusshand nahmen! Sollten sie doch! Er würde zwar vor Eifersucht platzen, es änderte trotzdem rein gar nichts an seinem Entschluss! Die Zeiten, in denen er für seinen Arbeitgeber den Fußabtreter gespielt hatte, waren endgültig vorbei!
Egal, ob ein Blick aus den stahlgrauen Augen einen Kurzschluss in seinem Gehirn auslöste. Auch egal, dass die lässige Zehn-Finger-Frisur ein Kribbeln in seinen Fingerspitzen verursachte und er seine Hände in Gedanken festbinden musste, um nicht durch die dunkle, seidige Masse zu streicheln. Heute Abend holte er zum letzten Mal die Kohlen für Christopher Thalberg aus dem Feuer.
Dann würde er sich erst einmal eine Woche - oder besser einen Monat - in seine Wohnung einschließen und seinen Liebeskummer auskurieren. Leb wohl, Traummann aus der Hölle. Hallo, mein normales, langweiliges Leben.
Marcel warf einen Blick auf den bezogenen Himmel, als er in die Limousine einstieg, die ihn am Flughafen von Nizza in Empfang nahm. Das Gewitter war zum Glück abgedreht, sodass sie ihren Flugplan hatten einhalten können.
Der Chauffeur verstaute seinen Trolley im Kofferraum, stieg dann ein und senkte die Trennscheibe.
„Herr Thalberg gibt eine Soirée. Möchten Sie bei Monsieur Pierre anhalten, bevor wir zur Villa fahren? Sie haben kaum Gepäck mitgebracht.“
Marcel lächelte und schüttelte den Kopf. „Ich werde an der Party nicht teilnehmen, Max. Außerdem bin ich nicht lange genug hier, um zusätzliche Kleidung zu benötigen. Danke für die Nachfrage.“
Die Trennscheibe glitt wieder hoch und er lehnte sich zurück. Erneut wandte er sich den Jobangeboten auf seinem Laptop zu. Neun hatte er bisher markiert, drei davon nahm er nun in die engere Auswahl.
Mit einem Handgriff schaltete er das Oberlicht an, weil er im schwindenden Tageslicht nicht mehr genug sah. Schließlich gab er auf. Bei einigen Angeboten würde er verhandeln können, doch sie kamen nicht annähernd an seinen jetzigen Job heran. Aber das wollte er ja auch gar nicht. Das war ja der Sinn der Sache. Seine neuen Aufgaben sollten sich so weit wie möglich von seiner momentanen Beschäftigung unterscheiden.
Er schob den Laptop in seine Tasche und warf einen Blick auf die sortierten USB-Sticks, die er mitgenommen hatte, um sie Christopher zu übergeben. Die wichtigen Daten, die er abgeben musste, da er vorhatte zu kündigen.
Marcel machte es sich bequem und sah aus dem Fenster. Nizza in der Abenddämmerung war mehr als einen Blick wert. Er sollte unbedingt daran denken, noch mal wiederzukommen - diesmal als Tourist. Natürlich würde er dann erst einmal eine geeignete Unterkunft finden müssen.
Er seufzte. Ja, er war verwöhnt. Da sein Chef Hotels nicht viel abzugewinnen vermochte, besaß er in fast jeder europäischen Stadt, in der er Geschäfte tätigte, ein Haus oder zumindest ein Apartment. Selbstverständlich alles vom Feinsten. Die Villa hier in Nizza direkt an einem Privatstrand war perfekt zum Entspannen.
Sofern man Empfänge mit Hunderten Gästen in die Kategorie einstufen konnte. Christopher Thalberg entspannte nicht. Er verband diese Events stets mit Arbeit und deshalb war auch für Marcel jeder Trip an die interessantesten Orte nie zum Vergnügen.
Manchmal fragte er sich, ob sein Chef überhaupt noch merkte, mit welchem Luxus er sich umgab. Vermutlich nicht. Es gab nichts, was der Mann nicht kaufen konnte - oder was man ihm bereitwillig in den Arsch steckte.
Sein Reichtum und seine Macht zogen neben seinesgleichen natürlich auch zahlreiche Schmarotzer an, die alles versuchten, etwas aus ihm herauszupressen. Personen, die in seinen Häusern herumhingen, seinen Champagner tranken und seine Speisekammern leerten, weil Christopher zu beschäftigt mit Geschäften war, um es zu merken.
Marcel konnte es denjenigen nicht einmal verdenken. Die Leute mussten sich einfach im Schatten dieses mächtigen Mannes aufhalten. Es war wie eine Sucht. Er musste es wissen, tat er es doch ebenfalls seit drei Jahren.
Er schüttelte sich. Nur, dass er komplett andere Gründe dafür hatte. Mann, wie erbärmlich er war. Das Erste, was er tun sollte, nachdem er gekündigt hatte, war ein Termin bei einem Seelenklempner zu vereinbaren. Nein, falsch. Zuerst würde er ausgehen und sich flachlegen lassen. Es war Zeit, Christopher Thalberg zu den Akten zu legen.
Er schaute auf seine Armbanduhr und runzelte die Stirn. Sie hätten die Villa längst erreichen müssen. Er drückte auf den Knopf für die Trennscheibe und Max ruhiger Blick traf seinen im Rückspiegel.
„Es tut mir leid, Herr Bender. Herr Thalberg hat sich gemeldet und angeordnet, sie zu Monsieur Pierre zu fahren. Beim Empfang heute Abend ist Smokingpflicht und ich glaube nicht, dass er ein Nein akzeptieren wird.“
Marcel unterdrückte ein resigniertes Seufzen. ‚Nur noch ein paar Stunden. Dann ist dieser Zirkus endlich vorbei‘, sprach er sich in Gedanken Mut zu.
Da er auch wusste, dass eine Diskussion sinnlos wäre, sagte er deshalb nur: „In Ordnung, Max. Ich tue ihm diesmal den Gefallen. Welchem Anlass dient die Gesellschaft heute Abend?“
Der Chauffeur lächelte. „Das gehört nicht zu den Dingen, die er mir mitteilt, Herr Bender. Aber seine Gästeliste liest sich wie das ‚Who is who‘ der Reichen und Schönen. Wie ich mitbekommen habe, gibt es Schwierigkeiten mit einer etwas sehr anhänglichen Dame.“
Oh, Max wusste genau, worum es ging.
Marcel nickte knapp und sank in den Sitz zurück. Innerlich kochte er. Also hatte wieder irgendein ein Püppchen ihre Krallen in Christopher geschlagen und er sollte einmal mehr für einen Skandal sorgen und den eifersüchtigen Liebhaber mimen.
Nicht das erste Mal, dass er für diese miese Nummer herhalten musste. Denn obwohl sein Chef stockhetero war, schockierte er die Leute gerne und um seine Anhängsel loszuwerden, waren ihm alle Mittel recht. Wie seinen Assistenten benutzen, von dem er nicht mal wusste, dass er schwul war. Ein Mann, der jedes Mal das Gefühl hatte, man stieße ihm ein Messer ins Herz, wenn er so tat, als sei Christopher Thalberg sein Geliebter. Etwas, das nie in Erfüllung gehen würde.
Ein Plan formte sich in seinem Kopf. Es war sowieso das letzte Mal, dass er diese Show abzog, also sollte er auch einen besonders bleibenden Eindruck hinterlassen. Deshalb gab er Max die Anweisung ihn nach dem Besuch bei Monsieur Pierre noch bei einem Juwelier vorbeizufahren. Ein eifersüchtiger Verlobter beeindruckte schließlich weitaus besser als ein eifersüchtiger Liebhaber, oder?
Eine Stunde später, elegant in einen Smoking gewandet, setzte sich im Juweliergeschäft ein kleines Teufelchen auf Marcels Schulter. Und so kam es, dass er nicht nur mit einem Platinband an seinem linken Ringfinger das Geschäft verließ, sondern ebenfalls mit einer neuen Uhr und einem Diamantstecker im Ohr. Das sollte ausreichen, um einen angemessenen Wirbel zu verursachen und Christopher ein wenig zu ärgern.
Bei Pierre war ihm klar geworden, dass kein Limit für seine Ausgaben gesetzt gewesen war und das hatte er ausgenutzt. Wenn sein Chef ihn schon in die Rolle des eifersüchtigen Frauchens schubste, konnte er dafür auch ein paar Euros lockermachen. Na gut, ungefähr 100.000 Euro, aber das bezahlte sein Arbeitgeber locker aus der Portokasse.
Max starrte ihn mit offenem Mund an, als er ihm die Tür zur Limousine aufhielt. Marcel zwinkerte ihm zu. „Ich kann doch meinen Mann nicht enttäuschen, oder Max? Vielleicht denkt er beim nächsten Mal zweimal darüber nach, mich mit seiner Kreditkarte allein zu lassen. Und nun auf in die Höhle des Löwen.“
Die abgelegene Villa war hell erleuchtet, als Max die Limousine in die Untergrundgarage lenkte, damit Marcel nicht durch das Gedränge am Haupteingang musste. Einen Moment wurde ihm etwas flau im Magen, als er daran dachte, dass er vielleicht ein wenig zu weit gegangen war mit dem Verlobungsring. Der Medienrummel könnte sich zu einem Albtraum entwickeln und seine Kündigung verwandelte sich wahrscheinlich in einen Rausschmiss.
Dann zuckte er mit den Schultern. Den Schmuck konnte man zurückgeben und sein Chef hatte genug Einfluss, um jeden Skandal zu ersticken. Also gab es keinen Grund für seine Nervosität.
Er stieg aus und wurde von einem livrierten Bediensteten erwartet, der ihn in die elegante Eingangshalle führte. Marcel bemerkte abwesend, dass die Halle und die breite Treppe mit einem roten Teppich ausgelegt waren. Grinsend fragte er sich, wer wohl heute Abend diese Sonderbehandlung verdiente.
Ein weiterer uniformierter Diener erwarte ihn an den großen Flügeltüren des Ballsaals und begrüßte ihn mit einem strahlenden Lächeln. Maurice war ein attraktiver Mittvierziger, der mehr als einmal sein Interesse an ihm bekundet hatte, doch er hatte ihn immer höflich, aber bestimmt abgewiesen. Er war froh, ihn wieder auf den Beinen zu sehen, nachdem er bei einem Unfall im letzten Jahr verschiedene komplizierte Knochenbrüche erlitten hatte. Einige kostspielige Operationen waren erforderlich gewesen, die Christopher bezahlt hatte.
‚Stopp, Marcel. Mach ihn nicht zum Heiligen. Dann ist der Mann manchmal großzügig gegenüber seinen Angestellten. Es ist nur Geld! Und davon hat er ja im Überfluss.‘
„Du siehst umwerfend aus“, raunte ihm Maurice ins Ohr. „Der Chef ist auf der obersten Etage. Er wollte sofort informiert werden, wenn du eintriffst. Ich schicke Philippe direkt zu ihm ...“
„Das wird nicht nötig sein. Ich informiere ihn selbst.“
Mit einem Zwinkern in Maurices Richtung straffte er seine Schultern, betrat den Saal und schritt auf die Wendeltreppe zu, die den Raum dominierte. Er spürte, dass ihm einige neugierige Blicke folgten, wusste aber, dass ihn keiner erkannte, denn er war sehr selten bei diesen Empfängen dabei. Er war nur der Assistent des großen Christopher Thalberg. Ein Niemand.
Natürlich war das auch von Vorteil. Wäre er bekannt, könnte sein Chef ihn ja nicht als Blitzableiter benutzen, um seine Eroberungen loszuwerden. Marcel knirschte mit den Zähnen, als er die obere Galerie erreichte und einen Weg durch die Menschentrauben suchte. Nervös hielt er Ausschau nach Christopher, denn im Moment wollte er seinen Auftritt so schnell als möglich über die Bühne bringen.
Dann sah er ihn. Sein Boss stand in einer kleinen Menschenmenge, an dessen Arm hing eins dieser neuen Supermodels, von denen er sich die Namen nie merkte, da sie so austauschbar waren. Das alberne Kichern drang bis zu ihm hinüber und einen Augenblick genoss er das offensichtliche Unbehagen seines Chefs.
Interessiert schaute er sich im Saal um, geblendet von dem Prunk, der hier herrschte. Wieso musste man nur so protzen? Aus den Augenwinkeln nahm er einen Mann wahr, der sich in seine Richtung pirschte. Dessen Blick ließ deutlich erkennen, dass sie auf derselben Seite spielten, aber das konnte Marcel nun überhaupt nicht gebrauchen.
Vage erinnerte er sich, wo er ihn bereits gesehen hatte. Bei einer Filmpremiere in Cannes. Ein Schauspieler. Er stöhnte innerlich. Die waren sehr hartnäckig, wenn sie etwas wollten, und klebten wie Kaugummi an einem dran.
„Bonsoir, ma chére. Du bist mir sofort aufgefallen, als du hereinkamst ...“
Den Rest hörte Marcel nicht mehr, denn in dem Moment sah Christopher Thalberg auf, die stahlgrauen Augen starr auf ihn gerichtet. Der Mann richtete sich zu seiner imposanten Körpergröße von 1.90 m auf, schüttelte das Model an seinem Arm ab und musterte ihn von Kopf bis Fuß.
Krampfhaft versuchte er, die Hitze zu ignorieren, die ihn bei diesem Blick wie ein Feuersturm verzehrte, und lächelte schwach. Der Schauspieler an seiner Seite pfiff leise und sagte boshaft: „Der ist eine Nummer zu groß für dich, ma chére.“
„Das dürfte nicht Ihr Problem sein“, meinte Marcel ebenfalls mit gedämpfter Stimme.
Atemlos beobachtete er, wie sich sein Chef bei den Leuten in seinem Kreis entschuldigte und auf ihn zukam. Er stand regungslos da und unterdrückte den Drang zu stöhnen, als er den kraftvollen, wiegenden Gang betrachtete. Christopher war elegant und geschmeidig wie ein Panther und ebenso gefährlich.
Sich an seine Aufgabe erinnernd, setzte Marcel ein strahlendes Lächeln auf, als sein Arbeitgeber so dicht vor ihm stehen blieb, dass ihn seine Hitze versengte. Er legte ihm die Hand mit dem Platinring auf den Unterarm und sagte gerade laut genug, dass ihn bestimmt der ganze Saal hören konnte: „Chris! Schatz! Entschuldige bitte meine Verspätung.“
Marcel folgte dem Blick seines Chefs, als der ihn erneut von Kopf bis Fuß in Augenschein nahm. Sah, wie die grauen Augen an der Uhr hängenblieben, an dem Diamanten in seinem Ohr und schließlich den funkelnden Ring an seinem Finger fixierten. Er sah den Wangenmuskel zucken, der ihn darauf hinwies, dass Christopher seine Wut nur mühsam im Zaum hielt. Na ja, das Donnerwetter, dass nach der Party auf ihn niedergehen würde, war ihm so was von egal. Das war ja sowieso das letzte Mal, dass sein Arbeitgeber seine schlechte Laune an ihm ausließ. Marcel grinste und fand bei der Vorstellung seine Haltung wieder.
Das schiefe Lächeln, das ihm sein Chef jetzt allerdings schenkte, brachte diese jedoch sofort wieder zum Schwanken. „Bekomme ich nicht einmal einen Kuss, als Belohnung für mein geduldiges Warten?“
Einen was? Christophers Stimme war ein heiseres Grollen, gerade laut genug, dass ihn die Umstehenden verstehen konnten, auch wenn er so tat, als spräche er nur mit ihm. Er fühlte sich plötzlich wie auf dem Präsentierteller und spürte, wie ihm die Kontrolle über seine kleine Revanche aus den Händen glitt.
‚Ach, was soll’s.‘
Ein keusches Küsschen auf die Backe würde ihn nicht umbringen. Marcel ging leicht auf die Zehenspitzen, um den größeren Mann bequem zu erreichen, und zielte auf dessen Wange. Doch ehe er den Kontakt herstellen konnte, drehte Christopher seinen Kopf und sein Mund landete frontal auf den verführerischen Lippen seines Chefs.
‚Oh nein, Warnung an mich selbst: Spontane Selbstentzündung steht unmittelbar bevor!‘
Und dieses Aas gab sich nicht mit einem kurzen, freundlichen Schmatz zufrieden. Ehe er sich von seinem ersten Schock erholt hatte, schlang Christopher einen Arm um ihn und zog ihn dicht an seine Brust heran. Das erschrockene Zurückrucken seines Kopfes kaschierte der Mann, indem er eine große Hand an seinen Hinterkopf legte und dann einfach die Lippen hart auf Marcels Mund presste.
Der machte den Fehler, jenen zu öffnen, um seinen Chef zu fragen, was zum Henker das sollte und dessen Zunge schlüpfte in seine Mundhöhle. Marcel schmeckte den Champagner, den sein Kusspartner getrunken hatte, doch das war es nicht, was ihn berauschte. Sein Herz stellte einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf, als Christophers nasses betörendes Organ einen leidenschaftlichen Kampf mit seinem anzettelte.
Wenn er seinen Arbeitgeber nicht so gut kennen würde, hätte dieser Kuss ihn vielleicht zum Narren gehalten und er sich Träumereien hingegeben. Aber er wusste es besser. Das war dessen Art, ihn in die Schranken zu weisen. Na und sollte er doch.
Marcel hatte schließlich nie gedacht, dass er einmal in den Genuss käme, seinen Chef zu küssen und er würde mitnehmen, was er kriegen konnte, bevor er seinen filmreifen Abgang hinlegte.
Er duellierte sich mit Christophers Zunge, erkundete die warme Mundhöhle, als er seine Arme um den starken Nacken legte und sich dichter an den harten muskulösen Körper drängte. Sein rapide anschwellender Schaft drückte gegen den Reißverschluss der nun einengenden Smokinghose und er verschluckte sich beinahe vor Überraschung, als er eine ähnliche Antwort am Bauch spürte. Marcel unterdrückte das berauschende Gefühl, das ihm die offensichtliche Erregung seines Chefs gab, und tat das, was er bereits seit drei Jahren wieder und wieder hatte tun wollen.
Er küsste ihn - wild, hungrig, besitzergreifend. Erwiderte den Kuss mit allem, was er besaß - obwohl es für Christopher nur ein Schauspiel war, um die schon vor Wut schäumende Blondine zu entmutigen, die sich jetzt umdrehte und über die Treppe die Flucht ergriff.
Christophers Mund war heiß und köstlich. Der teure Champagner trocken und berauschend auf seiner Zunge und Marcel hatte sich in seinen exzessivsten Träumen nicht vorstellen können, was ein Kuss von diesem Mann für ihn bedeutete.
Er war verloren! Rettungslos! Herber, männlicher Duft kitzelte in seiner Nase und sein Herz fühlte sich an, als würde es in den nächsten Minuten den Dienst versagen und vor Aufregung aus seiner Brust springen, um auf dem roten Teppich Samba zu tanzen.
Ihre Zungen kämpften immer noch miteinander, ihr Atem kam keuchend und unregelmäßig und ihre Leiber waren so dicht aneinandergepresst, dass nichts mehr zwischen sie passte. Dann packte eine große Hand seinen Hintern in einem eindeutigen Griff. Marcel keuchte erschrocken auf und wollte zurückweichen. Christopher murmelte heiser an seinen Lippen: „Entspann‘ dich, du wirst es überleben.“
Oh, dafür knallte er ihm später eine! Ganz bestimmt! Als er endlich wieder festen Boden unter den Füßen spürte und sein Mund freigegeben wurde, nahm er wahr, dass sie von Menschen umringt waren, die Christopher auf den Rücken und die Schulter klopften. Gratulationen zu ihrer „Verlobung“ hallten durch den Raum, während sein Arbeitgeber ihn immer noch an seine beeindruckende Erektion drückte. Vermutlich, um sie zu verbergen, bis sie nachließ.
‚Falscher Weg, Boss.‘
Marcel lächelte einstudiert in Richtung der Gratulanten, zu benommen, um sich groß zu fragen, warum die Leute sich nicht wunderten, dass Christopher Thalberg gerade einen Kerl in aller Öffentlichkeit abgeknutscht hatte.
Seine einzige Sorge bestand nämlich momentan darin, auf den Beinen zu bleiben, sobald sein Chef ihn losließ und nicht auf seinem Hintern auf dem Boden zu landen. Krampfhaft hielt er sich an dessen Schultern fest.
„Mann-o-Mann, Thalberg. Ist das die Überraschung, die du erwähntest? Es wird aber auch endlich Zeit mein Freund! Obwohl ich es dir nicht verübeln kann, dass du ihn unter Verschluss gehalten hast. Ich würde ihn nicht mehr aus dem Schlafzimmer lassen.“
Marcel fühlte die Hitze bis in seine Haarwurzeln und Christophers Lüsternes: „Was glaubt ihr, wo er gerade herkommt?“, brachte ihn auf Hundertachtzig.
Oh, er würde seinen Chef umbringen ... und dann vielleicht anspringen, ihn von seinen Klamotten befreien und ...
Das lief komplett falsch. Er schüttelte den Kopf in der Absicht, seine Benommenheit abzuschütteln, aber es änderte nichts an der Erregung, die ihn in ihren Klauen hielt. Champagner wurde herumgereicht, und als sein Arbeitgeber ihn endlich aus seiner Umarmung entließ, ergriff Marcel das Glas, das man ihm reichte, dankbar.
Sein Chef behielt einen Arm um seine Taille, während er den Auftritt benutzte, um den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen. Seine letzte Tat als persönlicher Assistent von Christopher Thalberg. Sein Lächeln war festgeklebt, als er Hände schüttelte und als „Mein Verlobter, Marcel“ vorgestellt wurde. Sein Nachname wurde dabei geschickt unterschlagen.
Perfekt, um später glaubhaft leugnen zu können. Er stürzte den Champagner in einem Zug hinunter und akzeptierte ein zweites Glas, das man ihm reichte. Nach gefühlten Stunden kam er sich wie festgetackert an Christophers Hüfte vor und sein Kopf schwamm von dem albernen Gerede und den derben Scherzen. Obwohl - das konnte auch von dem Prickelwasser kommen, von dem er dachte, er hätte es literweise hinuntergekippt und dabei mochte er es nicht einmal.
Oh Mann! Gesichter verschwammen. Stimmen gingen unter und das Gelächter ließ ihn schwindeln. Er fühlte etwas Hartes an seiner Wange und realisierte, dass er an Christophers Brust lehnte und dass sie tanzten. Zumindest sein Chef tanzte und er wurde eher halb getragen und geschoben. Das erste Mal seit seiner Ankunft kaute ihnen niemand das Ohr ab und er holte zitternd Luft. Jetzt oder nie!
„Ich muss ... muss mit Ihnen reden.“
„Wir haben später noch genug Zeit dafür.“
Christophers Atem wehte heiß und prickelnd an sein Ohr. Marcel bebte.
„Nein! Müssen jetzt reden ... Sofort!“
Er schüttelte den Kopf. Die Bewegung löste eine neue Schwindelattacke aus und er rülpste.
„Ups. Ich bin betrunken ...“ Er kicherte vergnügt.
„Ja, das bist du. Bin ich derjenige, der diesen Ring für dich gekauft hat?“ Christophers Stimme klang wie ein Schnurren an seiner Schläfe.
„Geschieht dir recht, du egoistischer Bastard“, murmelte Marcel. „Ich verpasse ... meinen Geburtstag ... wegen dir.“
Er erwartete, dass sein Chef wütend reagierte, deshalb kam das leise Lachen überraschend. Mit einiger Mühe hob er seinen Kopf von der bequemen Brust und sah stirnrunzelnd zu ihm hoch. Wow, Christopher war definitiv ein Mannsbild.
„Bin hergekommen ... um dir ... zu sagen ..., wo du‘s ... dir hinstecken ... kannst.“
Stahlgraue Augen schauten unverwandt zurück. Wieso hatte dieser Arsch drei von der Sorte? Nein, vier - der Bastard hatte immer mehr von allem.
„Bist du aus irgendeinem Grund wütend auf mich, Marcie?“ Heißer Atem an seiner Schläfe löste schon wieder Schnappatmung bei ihm aus.
„Natürlich ... bin ich wütend ...“
Marcel zog seine Augenbrauen zusammen, versuchte herauszufinden, welche Augen wohin gehörten. Das auf der Nase war definitiv am falschen Platz.
„Arroganter Bastard. Mein Name ist nicht Marcie ... Du benutzt nie meinen Namen ...“
„Willst du mir nicht sagen, wie du wirklich empfindest?“ Das schiefe Lächeln richtete Chaos in seinen Eingeweiden an.
„Hab‘ ich doch gerade ... oder nicht?“
„Du trinkst normalerweise keinen Alkohol, oder, Marcie?“ Jetzt grinste sein Chef. Dieser Arsch!
„Selbstverständlich trinke ich ... hicks ... Alkohol ... Bin ja auch betrunken ...“
„Hm. Was du nicht sagst. Dich Marcie zu nennen macht mich also zu einem Bastard?“
Christophers heiße Lippen glitten über seine Haut, als er flüsterte.
„Natürlich nicht. Du ... du bist ein ... Bastard ... weil ... weil du gar nicht ... nicht weißt, dass ... ich existiere ... du Bastard ...“
Marcel meinte seinen Chef lachen und ein leises „wenn du wüsstest“, zu hören, war sich aber nicht sicher, da er in dem Moment sang- und klanglos umkippte.
Sein Kopf musste abgefallen sein. Bestimmt. Nein er war immer noch dran, weil sein Denkapparat wie die Hölle schmerzte. Dazu hatte er einen Geschmack im Mund, als wäre etwas darin verfault. Igitt!
Und ihm war heiß. Er verbrannte regelrecht. Marcel tastete nach seinem Schädel, um zu prüfen, ob er vielleicht in Flammen stand. Doch er fühlte nur ein Kopfkissen, das darüber lag. Ein Stöhnen entwischte seinen Lippen. Autsch!
Selbst das tat weh. Eins war jedenfalls sonnenklar. Solange er lebte, würde er nie wieder auch nur in die Nähe von Champagner kommen. Allein der Gedanke an dieses Gesöff brachte seinen Magen in Aufruhr. Er stöhnte erneut in die Matratze und machte sich nicht die Mühe die Augen zu öffnen. Vermutlich verursachte eine solche völlig unnötige Bewegung nur weitere Schmerzen.
Also, besser war es, komplett stillliegen zu bleiben. Marcel atmete vorsichtig ein und aus. Dann hob er in Zeitlupe eine Hand, weil es ihn an der Nase juckte, und riss sich bald die Wange auf.
Was? Er blinzelte auf die Umrisse seiner Finger, die gerade so von dem dämmrigen Licht um ihn herum zu erkennen waren. Das Glitzern der Diamanten in dem Platinband ließ ihn beinahe erblinden.
Hä? Ach ja, der Ring. Den musste er noch zurückgeben. Obwohl ... so als Schmerzensgeld ...
Seine Augen schlossen sich und flogen sofort wieder auf. War das etwa ... ein Arm, der um ihn geschlungen war? Marcel nahm einen tiefen Atemzug und ja, stellte fest, dass tatsächlich das schwere Gewicht eines Arms besitzergreifend um seinen Körper gewunden war. Seinen nackten Körper, wie er erst jetzt bemerkte.
Das war ein schlechter Traum. Musste so sein. Eine Halluzination hervorgerufen durch den Alkohol. Ja, genau das war es. Aber dann verstärkte der Arm aus der Vision den Griff um ihn und zog ihn gegen einen anderen ebenso bloßen Leib. Mit harten Muskeln. Sehr harten Muskeln und einer drängte sich gerade dreist an seinen Hintern, der übrigens brannte und ziepte. Stöhnend presste er seine Augenlider wieder zu.
Was zum Teufel hatte er gestern nur angestellt?
Er war mit einem Kerl im Bett gewesen. Okay, kein Weltuntergang. Nun musste er nur noch herausfinden, wer ... Plötzliche Visionen des Schauspielers flatterten durch sein Gehirn und seine Übelkeit beanspruchte erneut den ersten Platz bei seinem Kater. Oh Gott, bitte nicht der blasierte Lackaffe. Das könnte er nicht ertragen. Wie peinlich.
Verdammt, sein Schädel dröhnte wie eine ganze Baukolonne, und wenn er sich jetzt bewegte, wer wusste schon, was ihn dann erwartete. Aber auf keinen Fall würde er mit diesem eingebildeten, attraktiven, okay, absolut heißen Typen länger in einem Bett liegen bleiben.
Mit äußerster Vorsicht zog Marcel das Kissen vom Kopf und zuckte sofort von dem grellen Sonnenlicht zusammen, das durch die Fenster des unbekannten Zimmers hereinfiel. Er zwang seinen verschwommenen Blick, umherzuschweifen, und sah seinen Smoking über einem antiken Stuhl hängen. Daneben einen zweiten. Großartig. Erstes Problem gelöst.
Der Typ hatte sich bis jetzt nicht bewegt. Er hatte auch nichts gesagt. Vielleicht schlief er noch. Die Erektion an seinem Hintern hatte in der Hinsicht gar nichts zu bedeuten. Sein eigener Schaft stand ebenfalls munter auf Halbmast trotz seines desolaten körperlichen Zustands. Wenn er nicht denken würde, er müsste kotzen, hätte Marcel gelacht.
In Ordnung. Zeit, die Flucht zu ergreifen. Ganz langsam drehte er sich seitwärts, um unter dem muskulösen Arm hervorzuschlüpfen, nur damit dieser sich noch enger um ihn legte und zurück an dessen Glutofen zog. Der Mann hinter ihm nahm einen tiefen Atemzug und streckte sich gemächlich.
Scheiße! Er war wohl wach. Dann Plan B. Raus hier, und zwar egal wie. Der harte Schwanz seines unbekannten Bettgenossen drängte plötzlich gefährlich in seine Spalte und eine Stichflamme blendender Erregung durchfuhr ihn.
‚Nicht jetzt, du elender Verräter!‘
Marcel zerrte an dem Arm über seiner Hüfte und presste in einem einigermaßen ruhigen, kühlen Ton „Hör zu, die Nacht ist vorbei und ich steh‘ nicht auf Wiederholungen. Lass mich einfach los und ich verschwinde. Keiner muss davon wissen“ heraus.
Lippen glitten seine bloße Schulter entlang, sandten Schauer in all seine Nervenenden und er japste erschrocken.
„Das reicht! Ich sagte, die Nacht ist gelaufen.“
Eine starke Hand lag plötzlich auf seiner Brust und zwirbelte einen Nippel, während die andere mit festem Griff seinen Schwanz packte. Das durfte doch nicht wahr sein! Anstatt sofort aus dem Bett zu verschwinden, wie es eigentlich angebracht wäre, drängte er seine Erektion in die Glück verheißende Faust. Der nackte Mann hinter ihm wisperte heiser an seinem Ohr: „Letzte Nacht warst du aber nicht so widerspenstig, Marcie.“
Marcels ganzer Körper geriet in den Ausnahmezustand. Das war nicht der Schauspieler. Das war der Bastard! Das selbstverliebte Arschloch! Sein Chef!
Mit einem schmerzerfüllten Stöhnen ruckte er mit dem Kopf herum und starrte in das noch köstlich schlafverwirrte Gesicht von Christopher Thalberg.
Hundertprozentiger Panikmodus ließ seine Gliedmaßen in Aktion springen und er wand sich verzweifelt, um aus der Gefahrenzone zu gelangen. Natürlich war das ungefähr so effektiv, als wenn er gegen Goliath kämpfen würde - eine Steinschleuder käme jetzt gut -, aber alles, was er erreichte, war, nun auf dem Rücken zu liegen. Eine absolut fatale Position, wie er Sekunden später merkte, als der köstlich harte Schwanz an seine Rosette stupste.
„Was zum Teufel haben Sie getan, verflucht noch mal?“
Der Druck an seinem Muskelring fühlte sich herrlich an, doch er musste stark bleiben. Sein Selbsterhaltungstrieb übernahm zum Glück das Regiment und Zorn legte ihm die Worte in den Mund.
„Sie haben mich übervorteilt, als ich betrunken war? Verdammt, ich wusste ja schon, dass Sie ein Bastard sind, aber das ... Ich hätte nie gedacht, dass Sie so tief sinken“, schrie Marcel aufgebracht, während sich sein Magen umdrehte.
„Was denn, keinen Guten-Morgen-Kuss für deinen Ehemann?“, fragte Christopher ruhig.
„Lassen Sie mich ...“ Sein Kinn klappte runter und er glaubte, seine Augen müssten ihm gleich aus den Höhlen springen.
„Mein WAS?“
Stahlgraue Iriden blitzen mit etwas, das er nicht definieren konnte. „Du hast mich bereits beim ersten Mal richtig verstanden. Ich muss mich nicht wiederholen, Marcie.“
„Das ist NICHT witzig! Haha! Toller Scherz! Nun lassen Sie mich los und ich bin schon von hier verschwunden.“
Marcel verfluchte seinen dröhnenden Schädel. Er verdammte seinen Purzelbäume schlagenden Magen. Mit diesem Mann nackt aufwachen war nicht seine Idee von dem idealen Ende einer Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung. Aber okay, der Zug war abgefahren. Ein lang gehegter heißer Traum, ja, doch das war definitiv nicht die richtige Art zu kündigen.
„Komisch. Letzte Nacht warst du nicht so kratzbürstig, als wir geheiratet haben. Du warst sogar sehr süß und anschmiegsam. Ein Kater scheint dich streitlustig zu machen.“
Muskulöse Arme festigten ihren Griff und plötzlich lag Marcel bewegungsunfähig unter dem beeindruckenden Körper, der ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Ihre Erektionen rieben aneinander. Erleichtert atmete er auf, für den Moment konnte es ja nicht schaden, ein wenig zu genießen. Der Druck an seinem Schwanz, das heiße Gleiten, köstlich. Das hieß aber nicht, dass er seinem Nochchef dieses Theater durchgehen ließ.
„AUF KEINEN FALL SIND WIR VERHEIRATET, CHRISTOPHER THALBERG! Den Ring, den ich mit Ihrer Kreditkarte gekauft habe, war nur Show. Er bedeutet nicht, dass wir ein Paar sind.“
Er wackelte etwas herum und das brachte die pralle Erektion wieder genau in seine Spalte und er? Er vergaß vor lauter Lust beinahe seinen berechtigten Zorn.
„Nein, aber deine Unterschrift und meine auf der Heiratsurkunde machen es ziemlich offiziell, würde ich sagen.“
Marcel erstarrte. „Wir können nicht verheiratet sein. Wir ... Frankreich ...“ „... hat seit 1999 die eingetragene zivile Partnerschaft, Marcie. Du bist mein Ehemann.“
„Mein Name ist nicht MARCIE!“, korrigierte er den Arsch zornig. „Und das geht nicht. Ich hasse Sie.“
„Das hast du mir letzte Nacht auch schon gesagt.“
Ein glitschiger Finger spielte an seiner Rosette. Was? Moment mal? War der Kerl ein Oktopus? Wo kam das Gleitgel her? Hm, das fühlte sich toll an, aber ...
„Ich hätte Sie niemals geheiratet. Sie, Sie, du ... du bist ein ...“
„Ein egoistisches, selbstverliebtes Arschloch. Richtig. Und du kannst mich nicht ausstehen, weil ich dich wie einen Leibeigenen behandle.“
Heiße Lippen glitten über seine Stirn, lösten Schwindel aus einem völlig anderen Grund aus. „Genau! Ich hatte vor, dir zu sagen ...“
„Dass ich mir deinen hoch bezahlten Job in den Arsch schieben soll. Ja, das habe ich zur Kenntnis genommen.“
Ein leichter Zungenschlag an seiner Kehle und Marcel musste auf seine Unterlippe beißen, um nicht zu stöhnen. So ein Teufel! Der Kerl verstand definitiv sein Handwerk.
Seine Hände kribbelten, da wo sie auf Christophers muskulöser Brust ruhten und er diskutierte mit sich, ob er sie wegnehmen sollte. Nein. Besser nicht. Dann käme er womöglich auf die verrückte Idee sich dicht an ihn heranzupressen und diese sinnliche Attacke auf seine extrem sensibilisierten Nerven, würde er nicht überstehen.
Aus dem einzelnen Finger waren inzwischen zwei geworden, aber noch setzte er den Eindringlingen nichts entgegen. Solch eine süße Folter zu genießen war schließlich nicht verwerflich, sondern völlig normal für einen gesunden Mann im besten Begattungsalter.
Doch er musste aufpassen. Er sehnte sich unendlich nach dem starken Körper, der ihn so meisterhaft beherrschte. Nach dem verführerischen Mund, der ganze Flächenbrände auf seiner Haut auslöste.
Verschwommene Erinnerungen der vergangenen Nacht stiegen in ihm auf, hielten ihn gefangen. Das Gefühl des harten Schafts, der ihm die größte Lust bescherte, die er jemals gekannt hatte. Nein! Unmöglich! Das war alles nur ein Traum, aus dem er jetzt sofort aufwachen musste und ...
„Du bist doch gar nicht schwul!“, platzte es aus ihm heraus. „Außerdem würdest du nie heiraten! Du bist ein Frauenheld, der nur an sein eigenes Vergnügen denkt. Die Vorstellung, dass du deinen persönlichen Assistenten ehelichst, der dazu noch ein Mann ist, nun, das ist einfach grotesk!“
Okay, das hörte sich vernünftig an. Nur, dass Christopher ihn nicht losließ. Im Gegenteil, er fing an zu lachen. Er lachte laut und herzlich und Marcel starrte seinen Chef an, als sähe er ein Alien. Das war die einzige Lösung. Das war auf keinen Fall sein hartgesottener Arbeitgeber, der nie ein gutes Wort für jemanden übrig hatte, der wegen jeder Kleinigkeit in die Luft ging.
Erleichtert atmete er auf. Es war also tatsächlich nur ein Traum. Schade eigentlich, aber besser so ... Lippen glitten über seine entblößte Kehle, knabberten an seinem Schlüsselbein und er verlor den Anschluss an die Realität völlig. Als sich dann ein heißer Mund um einen Nippel schloss, verpuffte sein Widerstand vollständig.
Christopher hob den Kopf, das Funkeln in den stahlgrauen Augen ließ ihn erbeben.
„Schuldig in allen Punkten bis auf einen. Na ja fast. Ich bin nicht schwul, stimmt, aber bi. Und ich muss sagen, Herr Thalberg, du bist der geilste Lover, den ich jemals unter mir hatte.“
„Du arroganter Bastard“, keuchte Marcel entgeistert. Das war keine wirre Fantasie, die sich sein alkoholvernebeltes Gehirn zusammengesponnen hatte, das war real!
Energisch versuchte er, ihn wegzuschubsen, doch sein Chef änderte rasant seine Taktik. Die Finger in seinem Arsch verschwanden und bevor er ein weiteres Mal Luft holen konnte, spießte ihn der köstlichste Schwanz auf, den er jemals gespürt hatte. Ein harter, tiefer Stoß, der direkt seine Prostata traf, ließ ihn aufschreien.
„Oh mein Gott!“
Wieder lachte Christopher heiser. „Nicht Gott! Nur dein Mann!“
Er klammerte sich an die breiten Schultern, starrte in die stahlgrauen Augen, die vor Begierde zu brennen schienen. Ganz begriff er noch nicht, was hier gerade geschah. Wie konnte er von so unglaublicher Lust verschlungen werden, in den Armen seines Chefs, den er hassen müsste. Wo war sein Wille? Wo seine Selbstachtung?
„Du magst mich als deinen Arbeitgeber verachten, Marcel Thalberg“, raspelte Christopher an seinem Ohr, „aber als Geliebte passen wir perfekt.“
Die Stimme schoss in jede Nervenzelle, brachte ihn dazu, die Beine um die schmalen Hüften zu schlingen. Seine Nägel zogen brennende Spuren über den breiten Rücken und er explodierte völlig unerwartet mit einem abgehackten Keuchen, weil er auf einmal zu wenig Luft bekam.
Ermattet klammerte sich Marcel an seinen Liebhaber - Ehemann konnte er noch nicht denken - und fragte sich, ob er gestorben und in den Himmel gekommen war. Oder gestorben und in die Hölle. Auf jeden Fall fühlte es sich himmlisch an, aber da dem Teufel ja die oberen Sphären verwehrt blieben, war er folglich auch nicht im Himmelreich.
Ach, das war im Moment doch vollkommen egal. Himmel oder Hölle, er würde diesen völlig unmöglichen, wahrscheinlich nur seiner Fantasie entsprungenen Traum genießen, so lange er andauerte.
Christopher sah hinunter auf seinen Ehemann/Assistenten, prägte sich die lustverzerrten Züge, das schweißnasse blonde Haar, das ihm an den Schläfen klebte und den ungläubigen Blick der sturmblauen Augen ein. Härter und tiefer rammte er sich in die heiße Enge, die ihn perfekter umschloss, als alles, was er jemals erlebt hatte.
Das Prickeln begann in seiner Wirbelsäule und er wollte nicht, dass es schon vorbei war, wollte Marcel die größtmögliche Lust bereiten, die es gab. Doch sein Körper war bereits zu nah an der Grenze und mit einem heiseren Schrei spritzte er ab.
Ermattet sackte er auf dem kleineren Mann zusammen, sein Kopf gefüllt mit dessen köstlichem Duft. Ein Duft, der ihn in den letzten drei Jahren in den Wahnsinn getrieben hatte. Der einzige Grund, warum er Marcel nicht schon zu Anfang in sein Bett geholt hatte, war simpel. Eine kurze, heiße Affäre hätte ihre Arbeitsbeziehung ruiniert, zudem hatte sein Angestellter in all der Zeit keinerlei Interesse an ihm gezeigt. Und Christopher Thalberg ging nie dorthin, wo er nicht eingeladen war.
Er runzelte die Stirn, als er an Marcels Worte von vorhin dachte. War es tatsächlich möglich, dass sein perfekter Assistent keine Ahnung gehabt hatte, dass er sich ebenfalls mit Männern vergnügte? Das war doch unmöglich, oder?
Gut, er hing seine Neigung nicht an die große Glocke und in der Öffentlichkeit war er bisher immer von Frauen umgeben gewesen, aber das war zumeist situationsbedingt. Wie konnte Marcel das nicht wissen, wo er doch seit drei Jahren sein ganzes Leben organisierte? Nun, jetzt gab es für sie die einmalige Gelegenheit, sich auf einer völlig anderen Ebene kennenzulernen.
Mit einem Lächeln zog er sich aus seinem beinahe komatösen Ehemann zurück. Er rollte aus dem Bett, tappte ins Bad, huschte schnell unter die Dusche, bevor er mit einem feuchten Waschlappen ins Schlafzimmer zurückkehrte. Behutsam, ohne den schlafenden Mann zu wecken, säuberte er ihn von den Spuren ihres Vergnügens.
Wie friedlich er jetzt aussah. Im Gegensatz zu letzter Nacht. Der Alkohol hatte nicht nur seine Zunge gelockert. Christopher grinste. Marcel mochte ihn verachten, aber er war auch die ganze Zeit scharf auf ihn gewesen. Und dass obwohl er ihn zugegebenermaßen zeitweise echt mies behandelt hatte. Zwar nicht absichtlich, doch sein Arbeitspensum ließ sich eben nicht mit einem Durchschnittsmanager vergleichen. Da brauchte er einen Assistenten, der auf Zack war - und ständig abrufbereit.
Marcel hatte es anscheinend als Affront gegen seine Person gesehen - und ihm dennoch hinterhergeschmachtet. Die Aktion mit dem Verlobungsring war wirklich genial gewesen und hatte ihm hervorragend in die Hände gespielt.
Und so hatte er jetzt diesen unbezahlbaren Schatz von einem persönlichen Assistenten mit einem Langzeitvertrag festgesetzt. Für den lächerlichen Preis eines Smokings, einer Rolex, einem Platinring und keinesfalls zu vernachlässigen, der diamantene Ohrstecker. Dazu die Gebühr für den zivilen Partnerschaftsvertrag. Nicht schlecht für eine Nacht Arbeit.
Und das Sahnehäubchen? Sein Ehemann war der absolute Hammer im Bett. Wild. Hemmungslos. Atemberaubend. Christopher hatte in der vergangenen Nacht nicht genug von dem heißen, schlanken Körper bekommen und eins war ihm hundertprozentig klar gewesen. Er musste dafür sorgen, dass sein Assistent verrückt vor Lust nach ihm blieb, sonst endete er vor dem Scheidungsrichter, bevor die Flitterwochen um waren.
Marcel pulverisierte mit seinem Blick beinahe seinen Ehering, den er ständig wie ein Idiot bewunderte. Wie hatte das nur passieren können? Eins musste man seinem Chef lassen, er war einfallsreich. Den Angestellten heiraten, um die Kündigung nicht zu akzeptieren. Auf die Idee musste man erst einmal kommen!
