Love@work - Das Tagebuch - Dani Merati - E-Book

Love@work - Das Tagebuch E-Book

Dani Merati

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Beschreibung

Komplett überarbeitete 2. Auflage! Praktikant und Agenturchef? Utopische Vorstellung findet Sascha und himmelt deshalb seinen Chef Adam Donahue aus der Ferne an. Seine erotischen Fantasien - und Sehnsüchte - vertraut er seinem Tagebuch an. Alles läuft perfekt bis zu dem Moment, an dem das Journal aus seiner Tasche verschwindet - an seinem Arbeitsplatz! Am nächsten Tag stalkt ihn ein geheimnisvoller Fremder, verspricht ihm die Erfüllung seiner Träume und Sascha stürzt in einen Strudel unendlicher Begierde. Zu allem Überfluss zeigt plötzlich auch Adam Interesse an ihm und hin- und hergerissen, weiß er plötzlich nicht mehr, wen oder was er will. Den Dieb, von dem er nichts weiß, der ihm jedoch tief unter die Haut geht oder Adam, bei dem er sich anlehnen kann und der ihn besser versteht, als je ein Mann zuvor ...

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Seitenzahl: 166

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Love@work - Das Tagebuch

Von Dani Merati

Buchbeschreibung:

Praktikant und Agenturchef? Utopische Vorstellung findet Sascha und himmelt deshalb seinen Chef Adam Donahue aus der Ferne an. Seine erotischen Fantasien - und Sehnsüchte - vertraut er seinem Tagebuch an. Alles läuft perfekt bis zu dem Moment, an dem das Journal aus seiner Tasche verschwindet - an seinem Arbeitsplatz!

Am nächsten Tag stalkt ihn ein geheimnisvoller Fremder, verspricht ihm die Erfüllung seiner Träume und Sascha stürzt in einen Strudel unendlicher Begierde. Zu allem Überfluss zeigt plötzlich auch Adam Interesse an ihm und hin- und hergerissen, weiß er plötzlich nicht mehr, wen oder was er will.

Den Dieb, von dem er nichts weiß, der ihm jedoch tief unter die Haut geht oder Adam, bei dem er sich anlehnen kann und der ihn besser versteht, als je ein Mann zuvor ...

Über den Autor:

Dani Merati lebt für zwei Dinge - na ja, eigentlich unzählige mehr, aber was soll’s - und das sind: Bücher und Männer. Nicht unbedingt in der Reihenfolge, doch das spielt keine Rolle. Vor Ewigkeiten mit dem Schreibvirus infiziert, möchte sie ihre Ideen jetzt mit anderen teilen, die ebenfalls von Männern und Büchern nicht genug bekommen können.

Aber Vorsicht! In ihren Geschichten gibt es Männer immer mindestens im Doppelpack und explizit dargestellt. Das Gay-Genre ist eine äußerst vielfältige Spielwiese, auf der Dani sich gerne austobt. Sie wünscht gute Unterhaltung und hofft, dass ihre Charaktere, die ihr ständig ins Ohr flüstern auch von den Lesern gnädig aufgenommen werden.

Love@work - Das Tagebuch

Von Dani Merati

Sämtliche Personen, Orte und Begebenheiten sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

Inhaltsverzeichnis

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Epilog

1. Kapitel

Mit einem Mut machenden tiefen Atemzug betrat Sascha die Werbeagentur ‚Green Elefant‘. Er wusste nicht, wieso er sich das jeden Tag aufs Neue antat. Am liebsten würde er das Praktikum schmeißen, aber das käme beruflichem Selbstmord gleich. Die drei Plätze, die jedes Jahr von der Agentur ausgeschrieben wurden, waren heiß begehrt und nach achtzehn Monaten in der Topagentur der Stadt riss man sich förmlich um die Absolventen.

Hätte er sich doch nur nie mit diesem Schleimbeutel eingelassen. Wie naiv war er eigentlich? Erst vögelte er während der letzten Award-Verleihung mit Heinrich, der an ihm danach wie eine Klette gehangen hatte und den er nur schwer wieder losgeworden war. Aber der behäbige Buchhalter war harmlos im Gegensatz zu seinem direkten Vorgesetzten, der ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit durchnagelte ...

Er sollte endlich lernen, Nein zu sagen.

‚Ja klar, Sascha, das hat die ersten dutzend Male ja so hervorragend funktioniert.‘

Tauber saß eindeutig am längeren Hebel, war als stellvertretender Agenturchef ganz oben in der Hierarchie. Er dagegen gehörte nur zum Fußvolk. Jederzeit austauschbar. Vielleicht war es doch besser zu kündigen. Aber alles hinschmeißen, weil der Bastard ihn zum Sex nötigte? Nur ein halbes Jahr bräuchte er noch durchhalten, er benötigte die Referenzen von ‚Green Elefant‘. Er würde sich wegen dieses Mistschweins nicht seine Zukunft verbauen. Er musste einfach nur weiter unbeteiligt wirken und es an sich abprallen lassen.

Mit hängenden Schultern schlurfte er in die Aufzugkabine. Wem wollte er eigentlich etwas vormachen? Es gab einen bestimmten Grund - oder besser eine Person - wieso er noch nicht die Flucht ergriffen hatte. Tief in ihm schlummerte die Hoffnung, dass jener Mann sein Retter war. Natürlich müsste er dazu erst einmal den Mut finden, sich ihm anzuvertrauen. Das funktionierte bisher jedoch nur in seinen Träumen. Darin stürmte sein Ritter in Martins Büro und prügelte ihn windelweich, ehe er die um Gnade winselnde Ratte eigenhändig aus dem Gebäude schleifte. Eine erhebende Vorstellung ... aber leider nur das, da Sascha niemals den Mut aufbringen würde, Tauber zu verpfeifen.

„Stopp. Halten Sie bitte den Fahrstuhl auf!“

Ein tiefes Timbre hallte durch die Lobby der Agentur und unwillkürlich schauderte er. Hatte er ihn mit seinen Gedanken angelockt? Automatisch hielt er den Aufzug für die Person auf, die ihm, seit er hier arbeitete, schlaflose Nächte bereitete: Adam Donahue!

Es war Himmel und Hölle gleichzeitig, dem Mann seiner Träume so nahe zu sein, dass er nur eine Hand ausstrecken müsste ... Sascha war überzeugt davon, dass der Agenturchef ihn nie so verachtenswert und herablassend wie Martin behandeln würde. Oder ihn mit dem Praktikum erpressen. Ebenso wie sein jüngerer Bruder Grayson - noch so ein Prachtexemplar! - galt er als äußerst fair. Knallhart zwar, wenn jemand Mist baute, aber immer gerecht!

„Hey, vielen Dank. Oh guten Morgen, Sascha. So früh schon im Büro? Sehr vorbildlich.“

Fröhlich grinste sein Boss ihn an und der Muskel in Saschas Brust überschlug sich vor Freude, den attraktiven Agenturchef zu sehen. Alles andere rückte in weite Ferne, verkam zur Nebensächlichkeit.

„Guten Morgen, Adam.“

‚Mehr hast du nicht drauf? Kein Wunder, dass so ein Schwein wie Tauber leichtes Spiel mit dir hat! Du bist ein erbärmlicher Feigling. Los! Mach den Mund auf. Erzähl ihm endlich, was sein Stellvertreter mit dir anstellt.‘

Doch Sascha blieb stumm. Die Angst, dass Adam ihn wegen seiner Schwäche verachten oder ihm vielleicht nicht glauben würde, dass es unfreiwillig geschehen war, schnürte ihm die Kehle zu.

„Hey Sascha, bist du okay? Du siehst etwas blass um die Nase aus.“

Der Agenturchef stand plötzlich ganz dicht vor ihm, eine Hand erhoben, als wollte er ihn berühren. Erschrocken wich er aus und prallte an die Fahrstuhlwand. Adam räusperte sich und trat seinerseits einen Schritt zurück.

„Sorry, ich wollte dir nicht zu nahetreten. Es sah nur gerade so aus, als würdest du aus den Latschen kippen.“

„Oh.“ ‚Sehr intelligent, Sascha!‘

„Ähm, mein Kreislauf braucht morgens ein bisschen mehr Anlauf. Nichts, was eine Überdosis Koffein nicht in den Griff kriegt.“

Zaghaft grinste er seinen Chef an. Der musterte ihn einen Moment schweigend, schien die Erklärung jedoch zu schlucken.

„Hm, okay. Vielleicht kann ich deine Zirkulation noch stärker motivieren. Ich hätte einen Kunden für dich. Nichts Großes, die Kampagne läuft schon seit zwei Jahren ziemlich erfolgreich, aber Wolfgang König möchte gern etwas frischen Wind reinbringen. Traust du dir das zu?“

Ein eigener Klient? Er musste träumen. Ganz bestimmt. Zweifellos lag er noch Zuhause in seinem Bett und ...

„Das ist ... Ja, das tue ich. Ich werde dich nicht enttäuschen, Adam.“

Entschlossen blickte er seinen Chef an. Das war eine Riesenchance und vielleicht ...

„Das weiß ich, Sascha. Wenn du Fragen hast, komm einfach in mein Büro. Ich helfe dir gerne.“

Adam zwinkerte ihm zu und er verlor sich in den grauen Iriden, die ihn immer an einen sturmumtosten Himmel erinnerten. Doch im Moment leuchten sie viel heller, funkelten regelrecht, schienen ihn irgendwie zärtlich anzusehen. Das Rucken des Fahrstuhls riss ihn aus seiner Träumerei.

‚Dämlich Sascha. Einfach nur närrisch. Adam ist nur freundlich. Er behandelt alle Mitarbeiter zuvorkommend und gibt ihnen das Gefühl, wichtig zu sein. Du bist nichts Besonderes.‘

„Mache ich“, presste er hervor und hielt krampfhaft sein Lächeln aufrecht. „Okay. Dann frohes Schaffen. Man sieht sich.“

Mit einem letzten Zwinkern verließ sein Boss den Aufzug und er folgte ihm wie in Trance. Matt ließ er sich in seinen Bürosessel plumpsen, verfolgte die hochgewachsene Gestalt des anderen Mannes, der sein Büro betrat, das genau gegenüber seinem Schreibtisch lag. Pure Folter! Er hatte seinen Chef so immer vor Augen, wie eine Möhre, die unerreichbar vor dem armen Kaninchen baumelt.

‚Schluss jetzt, Sascha. Er hat dir einen Kundenaccount übertragen, eine eigene Kampagne. Das ist eine Riesenchance, die du nicht vermasseln darfst!‘

Es sank allmählich in sein Bewusstsein, wie groß die Chance tatsächlich war. Keiner der anderen Praktikanten arbeitete alleine an einem Konzept. Mit Feuereifer stürzte er sich auf die Mappe, die Adam anscheinend schon gestern Abend auf seinen Platz gelegt hatte.

***

Gegen Mittag war die Euphorie über das übertragene Projekt einer stillen Resignation gewichen. Martin, der heute einen Auswärtstermin hatte, hatte ihn noch vorher im Konferenzraum genagelt - rücksichtslos und nur mit minimaler Vorbereitung.

‚Vielleicht sollte ich anfangen einen Buttplug zu tragen?‘, sinnierte er, verwarf das jedoch gleich wieder. Nachher bildete diese Mistsau sich ein, ihm gefiele, was er mit ihm anstellte.

Er brauchte dringend eine Ablenkung, und als er Adam mit dessen Bruder aus dem Büro kommen sah, traf ihn die Inspiration wie ein Blitz. Die geschmeidigen Bewegungen des anderen Mannes verfehlten nie ihre Wirkung. Hatte er gerade noch gedacht, seine Erektion wäre für immer Geschichte, zuckte sein Schwanz jetzt erwartungsvoll, als sein Chef ihm freundlich zulächelte, ehe er mit Grayson Richtung Fahrstühle verschwand.

Sascha schloss genießerisch die Augen. Was gäbe er dafür nur ein einziges Mal in den Armen dieses Mannes zu liegen, all seine geheimen Wünsche auszuleben. Er schaute sich um. Das Großraumbüro wirkte wie ausgestorben, fast jeder Mitarbeiter in der Mittagspause. Er griff nach seiner Umhängetasche unter dem Schreibtisch, huschte zu den Toiletten, wo er sich in einer Kabine einschloss.

Zuerst wollte er sich zu der Fantasie, die in seinem Hirn herumspukte einen herunterholen, doch der Drang zu etwas anderem war stärker. Er kramte in der Tasche herum und zog ein edel gebundenes Buch hervor. Das kitschige goldene Design brannte ihm in den Augen, aber nie würde er dieses hochwertige Büchlein gegen ein weniger Auffälliges eintauschen.

Seine geliebte Großmutter hatte ihm als Zehnjährigem zum ersten Mal so ein Journal geschenkt und das war der Anfang einer neuen Ära für ihn gewesen. All seine übersprudelnden Emotionen, für die seine Eltern kein Verständnis zeigten oder nur den Kopf schüttelten, füllten seitdem die weißen Blätter. Mit zunehmendem Alter fanden immer häufiger erotische Fantasien ihren Weg dort hinein - zum größten Teil bis heute unerfüllt.

Sascha holte den eleganten Füllfederhalter aus dem Etui - ebenfalls ein Geschenk seiner Oma - und hockte sich auf den Toilettensitz. Zum Glück waren die Sanitärräume der Agentur ein Musterbeispiel für Hygiene und so konnte man es hier einigermaßen aushalten. Nachdenklich überlegte er einen Moment, schloss die Lider, rief sich Adams Lächeln erneut in Erinnerung. Wie von selbst glitt der Füller über das Papier.

Diesmal hat er mich an Händen und Füßen gefesselt. Fest genug, dass ich es nachdrücklich bei jeder Bewegung spüre, aber nicht so eng, dass es wehtut. Eine Augenbinde nimmt mir die Sicht und es ist völlig dunkel. Ich höre ihn atmen und fühle den warmen Atemhauch, der meine Haut kitzelt. Die Laken unter mir sind seidig weich, eine zarte Liebkosung, die mich in den Wahnsinn treibt. Ich brauche ...

„Sascha“, wispert er rau in mein Ohr. „Ich werde dich genauso verwöhnen, wie du es magst.“

Allein der Klang seiner Stimme peitscht Erregung durch meinen Körper, lässt mich an den Fesseln zerren. Er weiß genau, was ich will, was ich brauche und er ist fest entschlossen, mir jeden Wunsch zu erfüllen, obwohl ich doch in seiner Hand bin. Mein Schwanz zuckt verlangend, ich spüre die ersten Lusttropfen auf meinem Bauch ...

Lautes Gelächter riss Sascha aus der Fantasie und die Tür zum Herrenklo ging auf. Verdammt! Da verbrachten wohl einige ihre Mittagspause nicht auswärts. Er sollte nicht so nachlässig sein und während seiner Arbeit Tagebuchschreiben. Aber er hatte nicht widerstehen können. Manchmal kam es ihm wie eine Sucht vor, denn so rasant, wie er die Seiten füllte, das konnte doch nicht normal sein.

Na ja, das lag auch größtenteils an diesem Arschloch Tauber. Was er über den schon alles festgehalten hatte ... Mit ein Grund, weshalb er das Tagebuch wohl besser nicht mit in die Agentur brachte. Nicht auszudenken, wenn Martin es mal fand. Oder - Gott bewahre! - der Agenturchef.

Sascha schüttelte sich bei der Vorstellung an die Verachtung, die dann in den sturmgrauen Augen blitzen würde. Überhaupt sollte er sich jeden Gedanken an Adam Donahue aus dem Kopf schlagen. Klar, er bescherte ihm explosive Fantasien und heiße Träume, von denen er oft genug eingesaut aufwachte, er war jedoch unerreichbar.

Aber dennoch ... eine Anweisung vom Chef, sich über den Schreibtisch in dessen Büro zu beugen - ja, die würde er mit Freuden befolgen. In seiner Mitte kribbelte es nachdrücklich und er drückte fest auf die Beule im Schritt. Großartig, jetzt musste er sich doch noch einen runterholen, so konnte er hier nicht raus. War der Kerl da draußen bald mal fertig? Aha, er hörte endlich die Spülung, dann klappte die Tür zum Flur auf und wieder zu. Igitt! Hoffentlich niemand von seinen engeren Kollegen, denen er öfter die Hand schüttelte.

Seufzend verstaute Sascha das Tagebuch in seiner Tasche, den Füller im Etui. Er kümmerte sich um das klitzekleine Problem mit seinem nervenden Schwanz, ehe er zurück an seinen Platz trottete - nachdem er sich gründlich die Hände gewaschen hatte, selbstverständlich.

Das Großraumbüro war nach wie vor verwaist und er holte sich noch rasch eine Tasse Kaffee aus dem Aufenthaltsraum, ehe er zu seinem Schreibtisch ging. Er hätte auch runter ins Bistro gehen können, wie die meisten Kollegen, aber der Gedanke die ganze Zeit zwanghaft zu Adam hinüberzulinsen, behagte ihm nicht. Zudem war Markus bestimmt ebenfalls da und er und Gray turtelten vermutlich wieder wie Teenager herum. Das musste er sich nicht antun.

Sascha legte die Umhängetasche neben den PC, plumpste in den Bürostuhl und nippte an dem faden Gebräu, dass die alte Kaffeemaschine hier oben produzierte. Blind starrte er auf den dunklen Bildschirm, immer noch aufgeheizt von der Fantasie über seinen Chef. Die Bilder trieben ihn in den Wahnsinn und er sollte endlich damit aufhören, sich in diese Traumwelt zu flüchten. Sie war schließlich nur ein Produkt seines Gehirns.

Adam stand vielleicht auf völlig anderen Sex, mochte es wahrscheinlich ebenso hart und schmutzig wie Martin. Nein! Stopp! Niemals. Tauber war ein Kontrollfreak, der seine Macht immer und überall ausspielen musste. So war Adam nicht. Ganz bestimmt nicht. Er würde Sascha mit Respekt behandeln, ihn langsam verführen und ihn sanft dominieren ...

‚Oh Schluss jetzt! Das ist einfach nur noch lächerlich, was du dir hier zusammenfantasierst.‘

„Sascha?“

Erschrocken zuckte er zusammen, riss die Augen auf. Jegliches Verlangen starb eines raschen Todes, als er Martin vor seinem Schreibtisch stehen sah. Hatte der nicht einen Auswärtstermin? Soviel zu einem ruhigen Tag!

„Die Präsentation für ‚Belfood‘ ist auf morgen vorverlegt worden. Sie kommen in voller Besetzung. Ich brauche also für insgesamt sechzehn Leute eine Präsentationsmappe. Bitte kümmere dich bis heute Abend darum. Die Unterlagen sind in meinem Büro.“

„Aber das ist doch die Aufgabe von Sandra ...“ Jeder Widerspruch erstarb auf seinen Lippen, als Martin eine Augenbraue hob.

„Muss ich mich wirklich wiederholen?“

Tauber stolzierte wie der eitle Gockel, der er war, davon. Shit, wieder kein vernünftiger Feierabend - und seinen Hintern konnte er dann später auch noch verarzten. Der brannte sowieso von der Runde heute Morgen. Erneut insistierte die zaghafte Stimme in seinem Hinterkopf, dass dieses Praktikum es nicht wert war, jegliche Achtung vor sich selbst zu verlieren, doch er drehte ihr rigoros den Hahn zu. Schwerfällig stand er auf und folgte dem Bastard ins Büro.

***

Adam starrte auf Saschas kleinen Arsch in der hautengen Bluejeans, die die runden Backen perfekt hervorhob. Stirnrunzelnd fragte er sich, was Tauber schon wieder von ihm wollte. Der Kerl war ihm ein Dorn im Auge, seit er vor sieben Monaten von den Partnern eingestellt worden war - mit der Begründung er bräuchte einen Stellvertreter. Ja, und die Anteilseigner einen Spion.

Zähneknirschend stapfte er in sein eigenes Büro, als die Tür sich hinter dem verführerischen Praktikanten schloss. Er musste aufhören, auf diese unangemessene Weise von einem Angestellten zu fantasieren. Im Gegensatz zu Gray, seinem jüngeren Bruder, mixte er nie Job und Privates. Andererseits war Grayson nun schon seit fast einem Jahr mit Markus Bender liiert. Den beiden tropfte ihr Liebesglück förmlich aus jeder Pore, das einem manchmal ganz übel davon werden konnte. Schluss jetzt!

Er hatte noch ein wichtiges Kundengespräch vor sich und die Analyse seines traurigen Liebeslebens - nämlich nicht vorhanden - stand ihm dabei nur im Weg. Genervt fuhr er sich mit einer Hand durchs Haar. Es hatte keinen Sinn.

Ewig würde es ihm nicht mehr gelingen, die Gefühle für den Kleinen zu ignorieren. Versucht hatte er es mit allen Mitteln. Vergeblich! Und in den letzten Wochen waren diese Empfindungen immer drängender geworden. Jeden Tag schien Sascha einen Teil seiner Lebendigkeit zu verlieren, stetig stiller zu werden - ein irritierender Kontrast zu dem intelligenten, kreativen Studenten, dem er vor einem Jahr einen der begehrten Praktikumsplätze gegeben hatte.

Misstrauisch starrte er auf die geschlossene Tür seines Stellvertreters. Was dauerte darin so lange, verfickt noch mal! Tauber war der Einzige von der Chefetage, der seine Bürotür stets schloss, ein völliger Gegensatz zu ihrer üblichen Firmenpolitik der offenen Etagen. Adam wollte nichts lieber, als den Typ loswerden - am besten gestern! - aber eine verschlossene Tür war bedauerlicherweise kein Grund.

Was trieben die beiden da drinnen bloß? Ein hässlicher Gedanke nahm Gestalt an. Nein. Unmöglich. Sascha besaß mehr Geschmack. Oder? Man konnte in Tauber durchaus einen attraktiven Kerl sehen - wenn man auf Mistkröten stand. Fuck! Jetzt reichte es wirklich. Das grüne kleine Monster sollte endlich die Schnauze halten. Nur weil er selber nicht zum Zug kam, musste er diesem Bastard ja nichts unterstellen. Dabei würde er so gerne ...

Stöhnend verlagerte er seine Sitzposition. Seine Hose spannte bei den auftauchenden Bildern in seinem Gehirn mächtig. Gab es denn dafür nirgendwo einen Ausschalter? Wenn das so weiterging, bekam er noch blaue Eier. Vielleicht fielen sie ihm auch ab. Was womöglich sogar eine Erleichterung wäre.

Fuck! Er musste sich den Kleinen aus dem Kopf schlagen, eine andere Möglichkeit existierte nicht. Sie beide passten überhaupt nicht zusammen. Da war zunächst der Altersunterschied von fünfzehn Jahren, rief sich Adam ins Gedächtnis. Andere mochten das belächeln, aber achtunddreißig und dreiundzwanzig - das war ein gewaltiger Generationensprung, der nie funktionierte.

Sein Vater war da das beste Beispiel für. Nachdem er seine Mutter durch das erste jüngere Exemplar ausgetauscht hatte, wurden die Abstände zwischen einer neuen Ehe stets kürzer und der Altersunterschied jedes Mal größer. Er schnaubte verächtlich. Sein Dad warf ihm und Gray vor, sich zu verschwenden, da sie der Damenwelt keine Beachtung schenkten, dabei merkte er überhaupt nicht, wie lächerlich er sich mit den Silikonbarbies machte.

Die Tür war immer noch zu. Gott, nicht einmal die Vorstellung von seinem Erzeuger mit Ehefrau Nummer vier - oder war es fünf? - konnte ihn von Sascha ablenken. Das war doch einfach absurd. Sein Blick wanderte zum Schreibtisch des Praktikanten, der - natürlich! - genau in seinem Blickfeld lag. Die bunte Patchworkumhängetasche, von der Adam Augenkrebs bekam, lag neben dem PC. Sie war potthässlich und passte gar nicht zu dem hippen, äußerst modebewussten jungen Mann.

Hm, was war das denn? Der Reißverschluss stand ein Stückchen offen und die Ecke eines Buches mit goldenem Aufdruck lugte heraus. Ah ja, richtig. Er hatte es schon öfter gesehen, in letzter Zeit sogar sehr häufig, dass Sascha wie wild etwas hineinkritzelte, entweder am Schreibtisch oder in dem winzigen Aufenthaltsraum auf der Etage, der kaum genutzt wurde.

Adam konnte sich nicht wirklich vorstellen, was der junge Mann da so begeistert hineinschrieb, aber der verträumte Ausdruck auf dessen hübschen Gesicht hatte seine Neugier mehr als einmal aufgestachelt.

Und wie ein Jucken, das man nicht loswird, ohne es zu kratzen, nagte auch jetzt wieder die Neugier an ihm. Vernünftig wäre es natürlich, sich Sascha aus dem Kopf zu schlagen, sich nicht weiter mit unumsetzbaren Fantasien herumzuschlagen. Dabei würde er so gerne ...

Fuck, warum musste der Praktikant nur so ein Hingucker sein? Nun, zumindest für ihn. Sascha besaß eine eher feminine Ausstrahlung, auf die er total abfuhr. Nicht, dass der junge Mann sich weibisch benahm - ganz im Gegenteil. Er war auch kein typischer Twink, nur ein sehr androgyner Typ mit schlanken Gliedmaßen, zarten Zügen und vollen weichen Lippen, die geradezu zum Küssen einluden ... und mehr.