Lust am negativen Denken - Konrad Wagner - E-Book

Lust am negativen Denken E-Book

Konrad Wagner

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Beschreibung

Der Autor ist Heilpraktiker für Psychotherapie. Er greift die relevanten Themen der heutigen Zeit spielerisch auf: gendergerechte Sprache, Orwell'sche Zwiesprache, Klimakatastrophe, Esoterik, die katholische Kirche, positives und negatives Denken, den Selbstoptimierungswahn, den Existenzialismus und das Beamtentum. Es macht Spaß das Theaterstück zu lesen. Mit kleinen gespielten Sketchen wird man durch den Fleischwolf der Zeitgeschichte gedreht. Das Theaterstück ist ein schöner ausgestreckter Mittelfinger in Richtung Heile-Welt- und Friede-Freude-Eierkuchen-Unterhaltung. Es fühlt sich einfach besser an, authentisch schlecht gelaunt zu sein, als sich anzustrengen gute Laune auszustrahlen.

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Seitenzahl: 63

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Dies Theaterstück ist inspiriert durch den Film:

„Die Kunst des negativen Denkens“ (2006)

Drehbuch und Regie Bård Breien

Ich danke Barbara, Bruno, Klaus, Maria, Monika, Norbert, Stefanie, Ulrike, für ihre Kritik und für ihre Ermutigung, das Theaterstück zu Ende schreiben zu können.

Handelnde Personen:

Kurt

Künstler Bildermaler Mann von Sabrina

Otto

Beamter in der Baubehörde Mann von Helga

Helga

Heilpraktikerin, Kommunikationscoach für Führungskräfte Frau von Otto

Sabrina

Psychologische Psychotherapeutin Frau von Kurt

Johann

Ober im Restaurant Olympisches Feuer

Inhaltsverzeichnis

Akt I

Akt II

Akt III

Akt 1

Sabrina und Kurt auf dem Weg zum Restaurant „Olympisches Feuer“

Kurt läuft einen halben Meter hinter Sabrina her.

K: Was kann ich machen, um den Opportunismus von Otto zu ertragen.

S: Atme bewusst tief ein und aus und klopfe dir leicht auf die Thymusdrüse.

K: Wie, das kann ich in deren Beisein machen? Denken die nicht, ich habe einen an der Waffel?

S: Das hilft, dass du bei dir bleiben kannst und dass du nicht in die opportunistische Gefühlswelt von Otto hineingezogen wirst.

K: Hast du einen Tipp für mich, wenn Otto wieder seine Lebensphilosophie zur Begründung seines faulen Beamtendasein ausbreitet.

S: Die Eltern von Otto waren Oberstudienrat und Studiendirektorin. Sieh es doch mal so, dass Otto einfach das Beamtentum mit in die Wiege gelegt bekommen hat.

Pause

Mir hilft auch eine Geschichte von Otto, die sein Vater zu jedem Weihachsfest erzählt hat.

K: Und wie geht die Geschichte?

S:

Der Gabentisch ist öd und leer

die Kinder schauen blöd umher,

da lässt der Vater einen krachen.

die Kinder fangen an zu lachen,

So kann man auch mit kleinen Sachen

Beamtenkindern eine Freude machen.

K: Das hilft mir, Otto auszuhalten, wenn er mir gegenüber sitzt.

S: Hoffentlich konkurriert Helga nicht mit mir, wer die bessere Psychotherapeutin ist.

K: Was schadet es dem Mond, wenn ein Hund ihn anbellt.

Pause

Renn doch nicht so.

S: Geh doch mal öfter mit Bernd spazieren, dann hast du auch eine bessere Kondition. Sei doch einfach mal nett zu Helga und Otto.

Helga und Otto warten vor dem Restaurant „Olympisches Feuer“

O: Typisch für Sabrina und Kurt, die lassen einen immer warten.

H: Mir wird schon kalt.

O: Ich finde ja Kurt ganz sympathetisch, aber das esoterische Gesülze von Sabrina geht mir ganz schön auf den Geist.

H: Es sind gute Freunde von uns, sei doch mal neugierig auf Sabrina, sag ihr doch mal, was du denkst, ohne sie zu verletzen.

O: Wie soll das gehen, wenn sie mich ärgerlich macht.

H: Nimm die Lebensphilosophie von Sabrina einfach mal als eine Herausforderung an, an der du wachsen kannst.

O: Ziehen dich die Depressionen von Kurt nicht immer wieder herunter?

H: Die Depressionen von Kurt sind für mich kein Problem, aber seine Einladung, sich mit ihm auf den Weg zu machen und ihn in seiner Zerrissenheit zu begleiten, ist für mich eine Herausforderung.

O: Oh, da kommen sie.

Sabrina und Kurt treffen ein.

S: Hey Sabrina, hey Otto

Sabrina umarmt Helga und Otto. Kurt umarmt Helga und Otto.

H: Lasst uns schnell reingehen, mir ist kalt.

Im Lokal stehen 3 Vierer-Tische. Sie setzen sich und legen ihre Jacken über die Rückenlehne.

Die beiden Paare finden einen Vierer-Tisch. Die Frauen sitzen nebeneinander. Sabrina sitzt gegenüber von Otto.

H: Wann haben wir uns zuletzt getroffen?

O. Das war so vor 3 Monaten vor unserem Urlaub.

H: Kurt wie geht es dir?

K: Das willst du doch nicht ernsthaft wissen.

H: Doch, doch erzähl mal.

K: Meine nässende Analfistel juckt fürchterlich.

Betretenes Schweigen

H: So detailreich wollte ich es nun auch nicht wissen.

K: Wenn ich deine Frage mit, mir geht es gut, beantworte, langweilt das und es ist beziehungslos, wenn ich sie mit, mir geht es schlecht beantworte, macht das neugierig.

S: Otto, wie war dein Tag in der Baubehörde?

O: Es war langweilig. Ein Bürger fragte mich, welche Unterlagen er braucht, für eine Genehmigung zum

Dachausbau, der nervte entsetzlich.

S: Und …. Was hast du ihm gesagt?

O: Frag doch deinen Architekten.

Pause

O: Und wie geht es Euch?

S: In der letzten Woche waren alle meine Therapien erfolgreich. Allen Patienten ging es nach der Stunde besser.

H: Vom Arbeitsamt wurde gerade mein Projekt bewilligt. Ich arbeite nun seit zwei Wochen in einer Wohngruppe mit behinderten Menschen. Meine Aufgabe besteht nun darin, dass sie weniger Alkohol trinken und dass sie mehr Eigeninitiative ergreifen, und vielleicht eine Arbeit zu finden.

Pause

H: Und du Kurt, hast du mal ein Bild verkauft?

K: Was ist das denn für eine Scheißfrage. Ich male ein bis zwei Bilder im Monat und habe seit drei Jahren kein Bild verkauft. Der Keller ist voll mit Bildern. In unserer kapitalistischen Gesellschaft ist Kunst so eine Ware wie Brötchen oder Äpfel.

Wir Kulturschaffenden bekommen keine Unterstützung vom Staat. Ohne die Kunst würden wir nur in einer materialistischen Welt leben. Ich finde es auch nicht nachvollziehbar, dass der Staat Millionen Euro für die Filmförderung ausgibt und keinen Euro übrig hat für Street Art-Künstler oder Maler. Die ARD - Degeto Filmförderungsanstalt (4) fördert auch bekannte Produktionsfirmen, die schon viel Geld haben, der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.

S: Du sagst, dass in unserer konsumorientierten, kapitalistischen Gesellschaft, kaum Platz ist für Kunstschaffende, und dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden.

K: Wenn du das so sagst, hört sich das banal an.

S: Ich habe nur mit meinen Worten das wiedergegeben, was du gerade gesagt hast.

K: Du sollst mich nicht nachäffen, besser du sagst deine Meinung.

S: Du hast doch ja das Angebot, Werbegraphik für Tütensuppen zu machen. Wenn Deutschland Erdgas vom Kleptokraten Putin und Erdöl von Diktatoren aus Saudi-Arabien erhält, dann ist es dir auch zuzumuten, Werbegraphiken für Tütensuppen zu erstellen, Rembrandt machte auch viel Auftragskunst für reiche Bürger.

K: Und Van Gogh malte viele hundert Bilder und hat in seinem Leben nur ein Bild verkauft.

S: Ich geh mal kurz auf Klo.

K: Warte doch bitte, bis wir alle bestellt haben.

S: Der Ober soll die Bestellung aufnehmen, wenn ich zurückgekommen bin.

Sabrina verlässt den Raum

H: Kurt, ich habe mal ein Buch gelesen, das heißt „Eselsweisheit“ von Norbekow. Da kommt so ein Typ in ein Kloster, das auf einem Berg liegt. Der Typ kommt mit dem Mönch in ein Gespräch und der Mönch sagt zu ihm, ich kann dir helfen. Hier sind zwei Eimer und 500 Meter den Berg runter ist ein Brunnen. Hole mir Wasser aus dem Brunnen, und wenn du den Berg hinaufgehst, lächle.

K: Und was hat mit mir zu tun? Du willst mich nur therapieren. Ich bin völlig o.k.. Nur die Gesellschaft, in der ich lebe, ist krank.

H: Wenn du in die Welt hineinlächelst, dann bekommst du ein Lächeln zurück.

K: Der beste Mist wächst auf dem Optimist.

Der Ober Johann kommt an den Tisch

J: Haben sie schon gewählt?

K: Können sie bitte noch mal kurz später kommen, wir warten noch auf meine Frau.

Der Ober geht wieder.

K: Ich glaube, das macht Sabrina extra so, sie schafft es immer wieder, dass wir auf sie warten.

H: Das ist doch nicht schlimm, Kurt. Warum regst du dich über so was auf. Denk doch mal positiv, wenn Sabrina wiederkommt, ist sie bestimmt erleichtert.

K: Ein Scheiß muss ich, mir geht es einfach besser, wenn ich meinen Ärger rauslasse.

H: Du kannst auch deinen Ärger in Liebe transformieren. Wenn du das machen kannst, dann müssen wir deinen Ärger nicht ertragen.