Lust auf Hütte? - Christel Kemmler - E-Book

Lust auf Hütte? E-Book

Christel Kemmler

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Beschreibung

Work-Life-Balance durch Hüttenurlaub? Urlaub ist Auszeit vom Alltag. Berghütte oder Ballermann? Hilfe bei der Entscheidung, wie man die schönste Zeit des Jahres verbringt, liefern diese 9 wahren Kurzgeschichten über das Hüttenleben. Amüsant, aber auch inspirierend, gerade für Menschen, die die Zeit abseits des routinierten (Berufs-) Alltags nutzen, um sich selbst neu zu entdecken. Der tiefe Sinn eines Hüttenurlaubs liegt in der Ruhe abseits der üblichen Hektik. Einfach einmal herunterzufahren liefert Kraft für neue schöpferische Kreativität. Die Autorin selbst hat in einer turbulenten Lebensphase diese Art des Ausstiegs für sich entdeckt und in den Folgejahren zu einer echten Leidenschaft entwickelt. Lassen Sie sich verführen in eine - vielleicht - neue Welt der Freizeit. Um den Einstieg für Neulinge zu erleichtern, hilft ein Serviceteil am Ende des Büchleins. So finden Sie die richtige Hütte und machen sich die Urlaubsorganisation erheblich leichter. Erfrischend kurzweilig und an einem Lese-Abend erarbeitet!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 46

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Hinweis:

Der vorliegende Text ist sorgfältig erarbeitet worden. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Für eventuelle Nachteile, die aus den im Text gegebenen Hinweisen resultieren, wird keine Haftung übernommen.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Seele baumeln lassen

Wintertag

Barfuß

Goldener Herbst – die Zeit der Reife

Wetterkapriolen? Mach´ was draus!

Grenzen überwinden

Weihnachtsgans im Holzofen

Der letzte Abend

Kraft tanken

Was es noch zu sagen gibt

Nachwort

Hüttenplaner für alle, die jetzt Ernst machen wollen

Checkliste (für 2 Personen / 2 Wochen)

Fundgrube für Berghütten

Vorwort

Hüttenurlaub ist etwas ganz Besonderes. Urlaub ist ja ohnehin die Ausnahmezeit des Jahres. Abschalten, entspannen, erholen. Mal etwas tun, was man im Rest des Jahres nicht macht.

Und das in einer Berghütte?

Nicht wirklich vorstellbar, wenn man Urlaub verbindet mit Komfort und Sich-bedienen-lassen, Betten machen zu lassen, sich zu den Mahlzeiten an den gedeckten Tisch zu setzen. Aufräumen und gar noch das Klo putzen? Wer an diese Alltagsdinge denkt und glaubt, er könne dann besser gleich zu Hause bleiben, für den ist Hüttenurlaub ganz sicher nicht das Richtige.

Was ihm dann allerdings an Schönem und Erlebenswertem verlorengeht, davon erzählen die Geschichten in diesem kleinen Buch. Gerade wenn uns der normale Alltag mit all seinen Annehmlichkeiten „verwöhnt“, wir dank moderner Technik immer (!) alles(!) gleich sofort(!) machen oder haben können, wie schön muss es dann sein, wenn das mal nicht so ist. Denn ist es nicht der „normale Alltag“, der uns reif macht für den Urlaub?

Die Seele baumeln lassen

Es ist zehn Minuten nach drei am Nachmittag, als sich die Prophezeiung von Radio Salzburg erfüllt: Die Sonne quält sich durch eine nicht enden wollende Schicht aus dicken Regenwolken und lässt erste zarte Strahlen erahnen. „Der Regen lässt langsam nach, und es wird zunehmend freundlich,“ frohlockt der Nachrichtensprecher. Wer hätte das heute Morgen gedacht?

Ach, heute Morgen…

Ich werde geweckt durch das Scheppern des Aschekastens. Muss ja auch mal geleert werden, denkt sich Wolfgang, mein Allerliebster, schon vor dem Frühstück und verbreitet damit ungeahnten Aktionismus. „Regen. Drei Grad.“ Mit diesen Worten kehrt er wenig später in die Schlafstube zurück.

Nur ein schwerer Stoffvorhang trennt diesen Bereich von der Wohnstube unserer kleinen Hütte. Ich liebe diese blauweiß karierte Bettwäsche, in die ich mich noch einmal tief einrolle. Und ich liebe es, dass die Hüttenwirtin noch die Lammfellauflagen auf den Matratzen gelassen hat. Tag fünf unseres Urlaubs beginnt. Sonne? Bisher Fehlanzeige. Es ist Ende Mai.

Zum Jahreswechsel waren wir das letzte Mal hier. Erstmals über die kompletten Feiertage. Weihnachtsgans im Holzofen – eine gelungene Premiere! Und wieder war es so schön, dass wir schon vor der Abreise den neuen Urlaub hier gebucht hatten.

Dazwischen ist eine Menge passiert. Seit Monaten hatten wir den Verkauf unseres großen Wohnhauses vorbereitet. Die Kinder waren nach und nach ausgezogen, die letzten zwei vor einem knappen Jahr. Räume standen leer, die Akustik auf einzelnen Ebenen wirkte erschreckend hohl. Was lag näher, als jetzt in die kleine Eigentumswohnung umzusiedeln, in die schon vor Jahren für genau diesen Moment investiert wurde?

Die Theorie in die Praxis umzusetzen bedeutete für uns neben der Überwindung emotionaler Hürden einen unglaublichen Kraftakt. Mit fast sechzig ist der Körper längst nicht mehr so fit wie vor zwanzig Jahren. „Knackig“ im Sinne unangenehmer Bewegungsgeräusche sind dann eher die Hüften und Bandscheiben. Immerhin – Hausübergabe an den neuen Besitzer war vor zehn Tagen. Dann noch eine knappe Woche das neue Domizil herrichten. Und jetzt sind wir hier. In unserer Hütte. Berge, Ruhe, Abgeschiedenheit. Keine Straße führt hier herauf. Als wir ankommen, gehen Wolfgang und ich buchstäblich auf dem Zahnfleisch. Nicht wegen der Anreise, sondern wegen all der Plage und Mühe, bis wir endlich unsere Rucksäcke für den Urlaub packen konnten.

Leichter Schnee säumt bei unserer Ankunft die Hütte. Wir waren vorgewarnt, was uns wettermäßig hier erwartet. Und genau darauf haben wir uns gefreut. Ausschlafen, gemütlich frühstücken, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Ich höre das leise Knacken von brennendem Holz im Ofen. Ach, wenn ich Wolfgang nicht hätte! Wenn wir hier oben sind, kümmert er sich, dass es zum Frühstück kuschelig warm in der Stube ist. Die Kaffeemaschine röchelt, und der frische Kaffeeduft zieht bis in den Schlafraum. Es wird ein wenig heller, als Wolfgang die Fenstervorhänge zurückzieht. Doch der übliche Blick auf die Berggipfel auf der anderen Seite des Tales bleibt verstellt. Tiefe Wolken haben alles in einen undurchsichtigen Schleier gehüllt. Ich stelle mir vor, dass uns gerade die „Wolke 7“ umhüllt. Und als hätte er meine Gedanken erraten, robbt Wolfgang zielsicher unter meine Bettdecke. Mein kurzer Protest beschränkt sich allerdings auf seine Hände. Obwohl seit dem letzten Jahr auch das Handwaschbecken mit Warmwasser ausgestattet wurde, nutzt Wolfgang gewohnheitsmäßig immer das Kaltwasser zum Händewaschen.

Ein letzter Versuch, ihn zu stoppen: „Du hast nicht zufällig schon die Brötchen im Backofen?“ Keine Gefahr – nichts, was ein paar Kuschelmomente stören könnte. Wir genießen die Ruhe und konzentrieren unsere Aktivität allein darauf, Entspannung zu finden. Kein Telefon. Kein Termin. Kein Zeitdruck. Mit allen Sinnen im Hier und Jetzt.