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Ein Rückblick auf die wichtigen und weniger wichtigen Dinge im Lebens. Lyrik die nachdenklich macht, uns aber auch lächeln lässt.
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Seitenzahl: 29
Veröffentlichungsjahr: 2018
Die Spinne
Knittelvers
Ansprüche
Das Schneckchen
Zipfel fliegt
Zipfel wird gerettet
Ein Wandertag
Volksliedstrophe
Hiddensee
Ein schöner Tag
Jambus
Mein Garten
Mein Herbst
Trochäus
Der Nachwuchs fehlt
Die Frage
Daktylus
Ein Ausflug zum Wörlitzer Park
Nachts in den Bergen
Anapäst
Fortschrittsgläubig
Heute
Trochäus
Die Grenzübergangsstelle
Ballade
Die Zeit
Regieren
Vaters Tod
Chevy-Chase-Zeile
Jagdglück
Griechenland 2012
Hexameter
Hochzeitstag
Limericks
Limericks
Resümee
Stanze
Zueignung
Aus dem Tagebuch
Sonett
Der Friedens-Nobelpreis 2012
Tafelrunde
Distichon
Görlitz
Des Kaisers neue Kleider
Blankvers
Die Eurokrise
Freie Rhythmen
Die Wahl in Amerika
Tief drinnen
Alexandriner
Bei mir schwingt eine dicke Spinne
Vor dem Fenster, an der Dachrinne
In ihrem Netz im Abendlicht,
Und lauert: sie bemerkt mich nicht.
Sie sitzt fest in des Netzes Mitte
Und wie bei diesen Tierchen Sitte,
Scheint sie völlig reglos und stumm,
Dreht sich in Stunden niemals um.
Ich schaue hin und möchte sehen,
Ob Motten in die Falle gehen.
Wie geschickt dann das Spinnentier
Den Fang rollt, nach bester Manier.
Doch sie gönnt mir das Schauspiel nicht,
Obwohl ihr feines Netz so dicht.
Wer hat ihr beigebracht zu weben,
Hat’ s für Spinnen Schulen gegeben?
Später scheuchte ich sie weit fort.
Zu suchen einen neuen Ort
Für Mottenmord im Jagdrevier.
Blank sei das Fenster vom Getier.
Nur ein langer Tag war vergangen,
Schon hat sie wieder da gehangen
Da gab ich ihr jetzt doch Pardon
Für den letzten Rest der Saison.
Die Erdhummel und der Weberknecht
Stritten sich um das gute Recht,
Auf einer Rose zu verweilen.
Beide wollten den Platz nicht teilen.
Geh in dein Erdloch bei den Steinen,
Du Flieger mit sechs kurzen Beinen,
Sagte das graue Spinnentier:
Schau, ich bin mit acht Beinen hier.
Was Du nicht sagst, kannst nicht mal fliegen,
Sprach die Hummel und wollte gern liegen
Sie flog zum roten Rosenblatt
Und legte sich schnell hin, ganz matt.
Das Spinnentier, das ärgert sich,
Doch scheute es der Hummel Stich.
Drum versuchte es noch im Guten
Frieden zu halten, nicht zu bluten.
Ich bin am längsten auf dem Land,
Länger, als du es je gekannt.
Deshalb ist die hier meine Rose,
Sagt die Spinne mit stolzer Pose.
Die Erdhummel kneift es im Magen.
Sie will Opa-Langbein verjagen,
Mit dem Stachel, der Spinne zuleide,
Da kommt die Elster und frisst beide.
Der Zipfel und der Zapfel,
Die fanden einen Apfel.
Unter dem Apfelbaum
Vorn am Gartenzaun.
Goldgelb mit roten Bäckchen,
Obendrauf ein Schneckchen.
So lag er im grünen Gras,
Ein Glück, dass ihn kein Igel fraß.
Zapfel möcht in den Apfel beißen,
Das Schneckchen weg vom Platze reißen,
Der Zipfel aber will das nicht
hör auf, sagt er, Du Bösewicht
Das Schneckchen da, das schläft so schön,
Wir sollten still von dannen gehen.
Wirst Du aus deinem Kissen
So aus dem Schlaf gerissen?
Die Mutti süße Pflaumen hat,
sie gibt dir gerne davon ab.
So wie es der Zipfel gesprochen,
war das Schneckchen schon weg gekrochen.
Der Zipfel auf dem Baumstumpf steht,
Da grad ein frisches Lüftlein weht.
Schnell breitet er die Arme aus,
Als wär er eine Fledermaus.
Ich kann fliegen, ruft er Zapfel zu,
Schwingt die Arme und schreit juhu.
Damit er besser starten kann,
Zieht er das rechte Bein noch an.
Der Zapfel sitzt da und wartet,
Er glaubt nicht, dass Zipfel startet.
