Mail-o-Novela - K. G. Jakob - E-Book

Mail-o-Novela E-Book

K. G. Jakob

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Beschreibung

Über ein Onlinespiel auf ihrem Smartphone nutzt eine junge Frau die Chatfunktion, um sich mit wildfremden Menschen auszutauschen. Auch gegenüber erotischen Eskapaden ist sie nicht abgeneigt. Doch als ihre Neugier sie dem scheinbar masochistisch veranlagten Jakob in die Arme treibt, beginnt eine Beziehung, die vom Handy aus in ihr gesamtes Leben schwappt. Jakob, eigentlich bisexuell, wurde als Kind missbraucht und hält die Chatpartnerin über seine hoch komplizierte Beziehung zu einem ehemaligen katholischen Pfarrer auf dem Laufenden, bei der Liebe und brutale Sadomaso-Praktiken nicht zusammenpassen wollen und nicht jeder auf seine Kosten kommt. Immer mehr kristallisiert sich jedoch heraus, dass Jakob eine Persönlichkeitsstörung hat und sie versucht, der Sache auf den Grund zu gehen, wobei es immer bizarrer wird und das unerwartete Ergebnis der Suche ihr den Boden unter den Füßen wegzureißen droht … Was zunächst trivial beginnt, entwickelt sich zu einem spannenden und komplexen Drama, bei dem der Leser in die Welt der Persönlichkeitsstörungen eingeführt wird. Die Geschichte basiert auf authentischen E-Mails und Chats der Autorin mit einigen ganz ungewöhnlichen Persönlichkeiten, für die das Handy oft die einzige Möglichkeit zur Kontaktaufnahme ist.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 360

Veröffentlichungsjahr: 2016

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K. G. Jakob

Mail-o-Novela

oder

Das Leben ist schön!

App (Application Software)

Abkürzung aus dem Englischen, bezeichnet die

Anwendungssoftware für mobile Betriebssysteme, beispielsweise für Tablets und Smartphones.

Copyright: © 2016 K. G. Jakob

Lektorat: Erik Kinting / www.buchlektorat.net

Umschlag & Satz: Erik Kinting

Coverbild: © by-studio (fotolia.com)

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Prolog

Seit der rasanten Verbreitung von Smartphones, in der Umgangssprache auch Handy genannt, und der damit verbundenen Erfindung von Application Software (Apps) haben sich diese kleinen Zusatzprogramme vermehrt wie die Fruchtfliegen. Es gibt sie zu Millionen und täglich werden es mehr. Über Sinn oder Unsinn der Apps kann man lange diskutieren, aber eine grobe Schätzung bei der Betrachtung des näheren Umfeldes lässt die Vermutung aufkommen, dass sie überwiegend nur einen Sinn haben beziehungsweise nur einem Verwendungszweck dienen: Zeitvertreib!

Im deutschen Sprachraum erfreut sich eine relativ einfache und schnell programmierte App namens Quizspiel steigender Beliebtheit. Der Entwickler spricht, zumindest bei der Idee, von etwa einer Viertelstunde Entwicklungszeit. Der Name lässt mehr als deutlich erahnen, worum es sich bei dieser App handelt und der Ablauf des Spiels ist unkompliziert: In sechs Runden treten zwei Spieler gegeneinander an und beantworten jeweils drei Fragen zu einem Themengebiet, das im Wechsel ausgewählt wird. Um zu verhindern, dass der Zeitvertreib zu anspruchsvoll ausfällt, werden bereits vier mögliche Antworten vorgegeben. Wer die meisten Fragen richtig beantwortet gewinnt – natürlich. Der Gewinner bekommt bis zu 25 Punkte auf seinem Spielerkonto gutgeschrieben, dem Verlierer können bis zu 10 Punkte abgezogen werden. Nach einem nicht unbedingt durchschaubaren System wird eine Rangliste errechnet, wobei gilt: Wer viel spielt und häufig gewinnt, bekommt relativ schnell zahlreiche Punkte auf seinem Konto zusammen und steigt im Rang höher. Das hat jedoch auch Tücken: Der Punktunterschied zwischen Sieger und Verlierer entscheidet über die Höhe des Punktgewinnes – oder auch des Verlustes.

Anfang 2014 hatte das Spiel insgesamt 13 Millionen registrierte Benutzer, Mitte desselben Jahres sind es bereits mehr als 20 Millionen. Die App gibt es in einer Gratisvariante, bei der die Spielanzahl begrenzt ist und immer wieder lästige Werbung aufblinkt. Dem kann der Benutzer entgehen, indem er für eine einmalige Zahlung von 1,99 Euro die sogenannte Premiumversion erwirbt: keine Werbung, bis zu 100 Spielpartien gleichzeitig und die Möglichkeit, die Spielerfigur, den sogenannten Avatar, individuell zu gestalten.

Seit nach diesem Konzept auch noch eine Spielshow im Fernsehen startet, wird es immer schwerer, sich der Faszination dieses simplen Spiels zu entziehen. Und ohne zu ahnen, was mit diesem unschuldig scheinenden Spiel auf einen zu kommen kann, wird es auf Tausende von Smartphones geladen …

Kapitel 1: Spielbeginn

Heute ist Feiertag, Maria Himmelfahrt, doch das macht keinen großen Unterschied für Katrin. Bereits seit dem Frühjahr ist sie arbeitslos, jeder Tag für sie ein arbeitsfreier Tag. Depressionen und düstere Schatten der Vergangenheit machen ihr während der vielen leeren Stunden immer mehr zu schaffen. Obwohl – seit gestern sollte es ihr doch besser gehen, war nach Monaten der Streiterei endlich ihre Mutter Inge ausgezogen.

Inge, die stets im Selbstmitleid schwimmt, weil sie alle falsch verstehen: Eltern, Exmänner, Kinder. Inge, die allen Vorwürfe macht, weil ihr Leben so verpfuscht ist: durch Eltern, Exmänner, Kinder. Inge, die geliebte Großmutter von Katrins dreijähriger Tochter, die nicht verstehen kann, warum Oma von einem Tag auf den anderen nicht mehr bei ihnen in der Wohnung lebt.

Die kleine, aber gemütliche Küche im dritten Stock ist nach dem Mittagessen wieder aufgeräumt und träge scheint das hochsommerliche Licht durch die halb heruntergelassenen Jalousien, leise sind von draußen die Geräusche einiger vorbeifahrender Autos zu hören. Die Vögel haben es aufgegeben zu zwitschern, so sehr lähmt die Hitze das Leben in den Straßen des Wohnviertels mit den grauen Bauten aus den 50ern. Katrin fühlt die Depression erneut dunkel auf sich zurollen und schaltet ihr Handy ein. Was sie derzeit noch aufrecht hält, ist die Quiz-App, bei der sie gegen bekannte oder unbekannte Gegner spielt und dabei Punkte sammeln kann. Einziger Vorteil der Arbeitslosigkeit ist bisher, dass Katrin genug Zeit hatte, um sich vom anfänglichen Startplatz 17 Millionen zu den oberen 10.000 hochzuspielen. Damit ist zwar kein Geld verdient, aber zumindest dem Ego ein wenig geholfen und als besonderes Highlight gibt es die Chatfunktion, mit der Nachrichten zwischen den Spielern ausgetauscht werden können. Dadurch bietet sich wenigstens eine Möglichkeit zu sozialen Kontakten! Neben den bereits offenen 38 Spielen, meist Stammgegner, wählt Katrin noch einen Zufallsgegner und taucht ein in ihre andere Identität in der Welt des Spiels.

X

Zufällige Spielpaarung dark dizzy demon : *makaja*

X

Das Spiel endet mit einem Unentschieden, allerdings nur mittelmäßig bei einem Punktestand von 15:15. Immerhin bekomme ich dafür 12 Punkte auf meinem Spielkonto verbucht, was bedeutet, dass mein Gegner um einiges besser ist als ich, obwohl ich bereits bei den oberen 10.000 mitkämpfe.

Im Textfeld des Chats blinkt eine Meldung auf, die ich gleich neugierig lese: Danke für das Spiel.

Wie bitte? Da bedankt sich jemand für ein nur mittelmäßiges Spiel? Während mein Spielername recht einfallslos aus den Anfangsbuchstaben meiner beiden Vornamen und des Familiennamens zusammengesetzt ist, suggeriert der meines Gegners dark dizzy demon eher die Vorstellung eines langhaarigen, zugekifften Heavy-Metal-Fans. Der dazugehörige Avatar mit Bartschatten und langem dunklem Haar passt definitiv dazu.

Erneut blinkt es im Nachrichtenfeld auf: »Sorry, falscher Chat.« Das erklärt die vorherige Mitteilung. Kann ich akzeptieren, muss ich aber nicht einfach unkommentiert hinnehmen und so antworte ich frech, in der Hoffnung auf ein weiteres Spiel mit möglicherweise sattem Punktgewinn: »Entschuldigung angenommen, aber als Strafe gibt es eine Revanche für mich!«

»Ok.«

Dieses Spiel gewinne ich und es gehen 25 Punkte an mich, der Höchstgewinn. Super!

»Bei diesem Ergebnis könnte ich glatt zur Domina werden und Dich öfter bestrafen.«

»Ich steh auf dominante Frauen, gleich noch mal?«

Das nächste Spiel endet wieder Unentschieden, mit 17:17 allerdings nur knapp am maximalen Ergebnis vorbei.

»Herrin, Du bist eine schwere Gegnerin«, kommt es von demon und das lässt mich erneut die Chance auf Punkte wittern.

Ich starte einen Versuch: »Dann erfreue doch Deine Herrin und verliere das nächste Spiel!«

Dieses Spiel lässt sich anfangs ganz gut an für mich, jedoch patzte ich kurz vor Schluss. Mein neuer Spielpartner zeigt sich erfreulicherweise sehr gefügig. Seine Antwort auf die Frage, wo die Sonne aufgeht lautet Norden und Wölfe nennt er als Tiere, die traditionell zum Hüten von Schafen eingesetzt werden. Damit verliert er die eigentlich idiotensichere Runde und das Spiel geht mit 17:16 an mich. Bingo: 25 Gewinnpunkte auf mein Spielkonto!

»Und, habe ich meine Herrin erfreut?«, kommt unmittelbar darauf die Nachfrage von der anderen Seite.

»Oh ja, das hast Du gut gemacht!«

»Dann beschreib doch Deinem Sklaven bitte seine Herrin näher.«

Aha, es ist also nichts umsonst, hier in der virtuellen Rätselwelt! Was mache ich nicht alles für ein paar Punkte, noch dazu auf so ausgefallene Weise! Und bitte hat er auch noch gesagt.

Passend zu meinem heutigen Avatar – rothaarig mit vollen Lippen und arrogantem Blick – beschreibe ich mich: »Deine Herrin ist groß und kurvig, trägt das lange Haar offen und bevorzugt High Heels mit spitzen Absätzen.«

»Oh Herrin, schon allein diese Vorstellung erregt mich sehr. Bitte bestraf mich hart, da ich vorhin zu gut gespielt habe.«

Das kann er mit Vergnügen und gleich haben, vorausgesetzt er verfügt über die nötige Vorstellungskraft: »Knie nieder, Hände auf den Boden, dann kannst Du die Absätze meiner Schuhe auf Deinen Händen spüren!«

»Danke Herrin!«

»Wie, Du kannst noch tippen? Dann sollten wir das wiederholen! Morgen, gleiche Zeit!«

Am nächsten Tag findet sich mein virtueller Sklave in der Tat pünktlich zur gleichen Zeit, am späten Mittag, zum ursprünglich so unschuldig gedachten Quizspiel ein. Sicherheitshalber frage mal lieber nach, wie alt der Gute ist: »Du bist doch hoffentlich über 18, nicht dass es Ärger mit den Eltern gibt!«

»Wie meinst Du das? Ich bin weit über 18, meine Herrin!«

Da bin ich schon mal beruhigt, nicht dass mir noch eine Anzeige wegen Missbrauchs Jugendlicher ins Haus flattert, selbst wenn ich jetzt trotzdem nicht sicher sein kann, dass ich angeflunkert werde.

Während wir eine Runde spielen, geht der Chat weiter und er gibt sich Mühe, mich wieder mit Punkten zu erfreuen.

Bei der nicht wirklich anspruchsvollen Frage, welche Blume für das Spiel Liebt mich, liebt nicht verwendet wird, nimmt er die offensichtlich falsche Antwort Sonnenblume und fragt: »Können wir endlich zum nicht jugendfreien Teil übergehen? Oder muss ich wieder allein onanieren?«

Er ist enorm direkt, das muss ich ihm lassen. »Die Antwort mit der Sonnenblume eben war sehr kreativ! Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob Quiz das von Dir bevorzugte Spiel ist. Wo liegen Deine sexuellen Vorlieben, wenn es Onanie nicht zu sein scheint?«

»Ich bevorzuge die Sklavenhaltung auf allen vieren, während Du mich züchtigst und mir Gott weiß was in meinen Hintern steckst.« Auf diese derben und deutlichen Worte folgt ein verlegen grinsender Smiley und demon tippt weiter: »Ich bin ein großer starker Mann, der kaum Grenzen beim sadomasochistischen Sex kennt und bin für alles offen.« Darauf folgt ein hoffnungsvoll blickender Smiley.

Erstaunlich, was sich mit so einem kleinen gelben Gesicht alles ausdrücken lässt.

»Dann sollten wir aber noch eine Runde spielen, während ich für die entsprechende Strafe sorge, da Du die letzte Runde schon wieder gewonnen hast! Knie Dich hin, damit ich Dich entsprechend züchtigen kann. Du hast wirklich Glück, dass ich heute in guter Stimmung bin!«

Nach einigem Suchen finde ich zwischen all den sinnlosen asiatischen Zeichen und kitschigen Bildchen einen explodierenden Stern, den ich, wie im Comic, als eine Art Schlagsymbol verwenden kann. Ich knalle es ihm gleich dreimal entgegen:

»Das ist für die Frechheit, Punkte gegen Deine Herrin im Quizspiel zu machen. Wie gut, dass ich die Peitsche immer griffbereit habe!«

Sehr gut! Er begreift, wie die Sache läuft, verliert das Spiel und ich bekomme weitere Punkte. Dafür hat er natürlich eine Belohnung verdient. Ich lasse meine Fantasie kurz spielen; demon scheint ebenfalls über ein großes Maß davon zu verfügen und wird mir sicherlich folgen können:

»Oh, was schaut da zwischen den Beinen vor? Thank you for your points, but now I treat your balls and later your cock!«

Ja, nicht sehr originell, aber versaute Chats zu führen, ist ungewohnt für mich und in Englisch fällt es mir irgendwie leichter, ihm zu sagen, dass ich jetzt auf seine Testikel schlagen werde. demon scheint zu verstehen und schickt im Mitteilungsfeld das Symbol zweier Spiegeleier zurück. Gut mitgedacht …

»Ja, ich glaube, Du verträgst noch mehr!« ER soll ja auch etwas Spaß dabei haben und daher tippe ich gleich noch dreimal den explodierenden Schlag-Stern, meinen Peitschenersatz ein. Als Antwort erhalte ich einen entsetzt blickenden Smiley, dann einen weinenden. Ja, was denn? Ich dachte, er ist ein großer starker Mann, der was ab kann? Aber die Zweifel an seiner Belastbarkeit sind unbegründet, denn er spielt Runde um Runde weiter.

Nach einiger Zeit stelle ich fest, dass es verdammt anstrengend ist, zweideutige Chats zu führen und zeitgleich konzentriert zu spielen. demon spielt fehlerfrei weiter und ich merke, dass der Erotikchat beginnt, mich wider Erwarten zu erregen. Aber ich will im Quizspiel noch punkten und so heißt es für mich: Hilfsmittel verwenden!

»Ich will das mal klarstellen: Du egoistischer Sklave genießt die Gnaden der Herrin, ohne ihr entsprechenden Respekt zu erweisen. Du gewinnst ein Spiel nach dem anderen. Die nächsten Punkte gehen wieder an mich!«

Zur Unterstreichung meiner Forderung schicke ich umgehend noch zweimal das Schlagsymbol hinterher.

»Auf diesen Sklavenhintern passt noch mehr drauf. Überhaupt, ich habe hier einen Dildo, den kannst Du schon mal lecken: Das Teil hat 6,5 cm im Durchmesser, das müsste für den Anfang reichen.«

Sofort kommt zweimal das Symbol einer Zunge zurück. Also sind die komischen Zeichen doch zu etwas gut. Wer weiß schon, was sich die Entwickler dabei gedacht haben? Aber demon macht immer weiter Punkte, was bei mir den Verdacht aufkommen lässt, er möchte noch mehr bestraft werden.

»Ich bin langsam mehr als nur gereizt! Beug Dich vor, damit ich den Dildo an seinen Platz schieben kann und überleg Dir genau, was Du in der nächsten Runde antwortest!«

Als Antwort kommt nur ein ratlos blickender Smiley.

»Ach? War das nicht eindeutig genug formuliert? Da muss ich den Dildo doch wesentlich tiefer und kräftiger stoßen«

Der Antwortsmiley schaut entsetzt und noch immer spielt demon fehlerfrei.

»Hätte doch was Dickeres nehmen sollen. Genießt Du die Gnaden Deiner Herrin nicht?«

Er macht einen Fehler im Spiel, ein Feld leuchtet rot auf – sein erster Fehler.

»Ah, langsam kommt ein wenig Farbe in die Sache. Du darfst Dich umdrehen!«

Als Zeichen, dass er verstanden hat und meinen Befehlen folgt, schickt demon einen Wendepfeil. Braver Sklave!

Und wieder lasse ich meine Fantasie spielen: »Was, größer ist das Teil nicht, das Du da zu bieten hast?«

»Keine Beleidigungen, der hat 18,4/4,3 cm.«

»Wie meinst Du das? Gramm und Länge?«

»1,89 m und ein bisschen über 100 kg. Die ersten Daten betrafen meinen Schwanz!!!«

»Ach? Sicher, dass es 18,4 cm sind??? Wie kannst Du das überhaupt so auf den Millimeter genau messen? Das war bestimmt ein IKEA-Maßband … Na gut, nach der Runde darfst Du dann auf meine Lackstiefel spritzen!«

»Soll ich mir selber einen runterholen oder machst Du das, meine Herrin?«

»Gewichst wird selber und ich schau, ob Du das auch richtig machst!«

»Schlag mich bitte dabei, dass ich nicht aus dem Rhythmus komme, meine Herrin!«

demon ist witzig und ich gehe davon aus, dass er unser Spiel genauso wenig ernst nimmt, wie ich. Obwohl ich echt Vergnügen an diesem ungewöhnlichen Chat habe und mein Punktekonto anwächst, muss ich das Spiel beenden. Für mich ist es vollkommen ungewohnt, die Domina zu geben, und ich möchte nicht, dass mein neuer Sklave und Punktelieferant merkt, dass ich keine Ahnung habe, wie so was eigentlich abläuft. Also greife ich zu einer Notlüge:

»Bedauerlicherweise hab ich jetzt einen anderen Termin. Aber morgen Abend, um 20 Uhr, habe ich Zeit. Bis dahin darfst Du Dir aber gerne einen runterholen!«

»Schon wieder … Jawohl, meine Herrin! Ist gut. Ich hol mir inzwischen einen runter und stell mir vor, wie du mir meinen blanken knackigen Hintern auspeitscht, während ich deine High Heels poliere.«

»Erlaubt. Du darfst demütig auf die Herrin warten. Und das nächste Mal hat Dein Avatar die Haare zum Pferdeschwanz gebunden!«

»Jawohl, wie Ihr befehlt, meine Herrin!«

Die Zeit bis zum nächsten Abend verbringe ich mit Fortbildung der besonderen Art. Ich klappere einschlägige Internetseiten ab, um mir entsprechende Anregungen zu holen. Zu irgendwas muss das World Wide Web ja gut sein und wenigstens hat mein alter PC einen guten Virenschutz, bei all den versauten Seiten, die ich aufsuche. Mit großen Augen lese ich mich durch die Suchergebnisse zum Thema Domina und SM-Sex. Mehrmals wechsle ich die Farbe von Rot zu Blass und wieder zurück zu Rot. Aus den Tiefen meines Gedächtnisses taucht dabei ein Erlebnis auf, an das ich schon jahrelang nicht mehr gedacht hatte. Es stammt aus der Zeit, als ich noch frei und ledig war und immer mal wieder Sven, einen befreundeten Reporter ohne Führerschein, zu Events fuhr.

Sven brauchte mal wieder Begleitung zu einer Reportage, diesmal war das Thema besonders interessant: die größte Fetischparty der Gegend. Es war Januar, eisig, und die Kälte kroch meine nackten Beine hoch, hatte ich doch nur ein schwarzes Set aus BH und Tanga an, mit einem knielangen, engen Netzüberwurf darüber. Und natürlich die ultrahohen schwarzen Plateausandalen, mit denen ich vorsichtig, bei Sven eingehakt, über das eisglatte Pflaster der Altstadt balanciere. Die alte Villa, in der dieses Event stattfand, war jedoch gut geheizt und sicherer Boden, sodass ich gleich viel entspannter laufen konnte. Edles Parkett, spärliche Möblierung, Kronleuchter mit flackernden Kerzen und rote Läufer sorgten für passendes, schwülstiges Ambiente. Sven machte die Kameras bereit und wir stürzten uns in die Menge, denn es war voll da: Männer in Ganzkörperlatex, mit und ohne Gasmasken, Frauen in engen schwarzen Kleidern, fast nackte Sklaven in Ketten … ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Am Treppengeländer hing eine Frau, gefesselt nach allen Regeln des japanischen Bondage. Wir gingen über eine ausladende Freitreppe hoch in den ersten Stock. Auch hier war es voll, gerade wurde eine Sklavin von ihrem Meister ausgepeitscht.

Mirja, eine Bekannte von Sven, war auch da, mit einem Bauchladen aus dem sie Dildos, Peitschen und Kondome verkauft. Sie musste mal kurz verschwinden und stellt das sperrige Teil bei uns ab. Ich probierte die Peitschen aus und entdeckte eine, die schön zischte, wenn man sie durch die Luft zog. Ein Sklave kam demütig auf mich zu und fragte: »Herrin, darf ich Dir die Füße küssen?« Da ich eh grade nichts weiter zu tun hatte, schaute ich nach unten, wo er bereits in einem aus wenig Leder bestehenden Harnisch demütig vor mir kniete. Ich erlaubte dem kleinen Dicken, dessen Fett sich unschön an den schwarzen Lederbändern vorbei drückte, meine in den hohen Sandalen steckenden nackten Füße zu lecken und zu küssen. Eine Aufgabe, der er eifrig nachkam, während ich mit Sven nach geeigneten Motiven und Interviewpartnern Ausschau hielt. Zwischenzeitlich musste ich meinem neuen Sklaven mit der kleinen Peitsche eins überziehen, denn er tastete sich verstohlen an meinen Beinen hoch.

Als Mirja wiederkam, erlaubte ich dem Dicken aufzuhören. Er bedankte sich für die erwiesene Gnade, recht so! Bei Mirja fragte er nach einer Peitsche. Eine aus Rosshaar hatte es ihm angetan, er würde sie nehmen, wollte aber erst mal testen, ob sie gut war. Am besten, die Herrin von gerade eben demonstrierte sie ihm mal. Sven war begeistert, denn er brauchte noch authentische Fotos und mit hochgesteckten Haaren und dem dicken Make-up erkannte mich eh niemand. Daher gingen wir zu dritt ins geräumige Treppenhaus, der Sklave auf allen vieren, geführt von mir an einer Kette, die er in geiler Voraussicht dabei hatte. Im weitläufigen und hohen Treppenhaus war eines der großen Sprossenfenster zum Marktplatz hin geöffnet, um von draußen kühlere Luft hereinzulassen. Der kaum bekleidete Sklave lehnte sich über die hüfthohe Brüstung des Fensters. Sven postiert sich mit der Kamera und ich testete die Peitsche mit immer kräftiger werdenden Schlägen, während der Dicke das Testergebnis den nächtlichen Passanten unten auf der Straße entgegen stöhnte. Er bettelte nach mehr, sein Hintern wies inzwischen schon etliche rote Striemen auf und mir begann die Sache Spaß zu machen. Aber Sven hatte genug Fotos aus allen möglichen Blickwinkeln und so beendeten wir die Aktion. Der Sklave kaufte die gut eingeschlagene Peitsche. Mirja freute sich über den Umsatz und schenkte mir aus einer angerissenen Großpackung ein Kondom mit Himbeergeschmack. Ich steckte es in die Minihandtasche zum Autoschlüssel und schaute mich weiter um, während Sven mit der Veranstalterin was trinken ging.

Ein Typ war mir vorher schon aufgefallen: dunkelbraune, extrem kurze Haare, muskulös aber nicht übertrainiert, Teile des Rückens, der Schulter und des rechten Arms bedeckte ein kunstvoll tätowiertes verschlungenes Tribal-Motiv, die Ohren waren getunnelt. Mit dem langen Kilt aus dunkelbraunem Leder ähnelt er einem Krieger aus einem Fantasyfilm. Ich hatte ihn schon gesehen, als der Sklave meine Füße leckte, da hatte er spöttisch lächelnd zugesehen. Er lehnte nicht weit entfernt an einer Säule, schaute mich an. Auch diesmal wieder mit einem kurzen Lächeln. Ich lächelte zurück. Wir nickten uns zu und gingen zusammen nebeneinander weiter. Trotz der hohen Plateausandalen, die ich trug, war er immer noch einen Kopf größer als ich. Wir gingen ins Erdgeschoss, dort hatte ich beim Hereinkommen einen Darkroom gesehen. Drinnen war es nicht wirklich dunkel, aber düster, stickig und bereits recht voll. Über dem Parkettboden lag ein billiger PVC-Belag. Der Krieger war inzwischen dicht neben mir, ich konnte seinen Atem spüren, der heiß über meine Haut strich. Jetzt erst berührten wir uns zum ersten Mal; er legte den Arm um mich und schob mich nach rechts zu einer Stelle, an der gerade keine umschlungenen Körper waren. Ich tastete nach meiner Tasche und fand dort das Kondom, das mir Mirja gegeben hat. Er drückt mich gegen die Paneele der holzgetäfelten Wand, küsste mich wild – er schmeckt nach Rauch – und fuhr mit seiner Zunge meinen Hals entlang. Mein Netzkleid rutschte hoch, der Tanga war ein Hindernis und wurde schnell beiseitegeschoben. Ich fummelte das Himbeerkondom aus der Tasche und gab es ihm, während ich seinen Kilt zur Seite schlug. Darunter war er nackt und glatt rasiert, wie meine Finger ertasteten. Geschickt zog er das Kondom über. In der Zwischenzeit massierte ich die glatten Hoden, verbiss mich in seinem Ohrläppchen, spürte das kalte Metall der Tunnels an meinen Lippen, hörte seinen schnellen Atem. Er nahm mein rechtes Bein hoch, zog mich voller Kraft an sich und spießte mich auf seinen nicht allzu dicken, aber doch langen Penis. Hinter mir rieb das Holz der Wandverkleidung an meinem Rücken, während er heftig und immer wieder tief in mich eindrang. Mit Mühe konnte ich mich aufrecht halten, die Anwesenheit der Menschen um uns und seine stumme Wildheit ließen mich schnell kommen, fast zeitgleich mit meinem Krieger. Wir stöhnten beide leise, er glitt aus mir, zog das Kondom ab und warf es verknotet auf den Boden. Wir blieben noch eine kurze Weile wortlos aneinander gelehnt stehen, dann bahnte ich mir vorbei an anderen Paaren, Gruppen, meinen Weg nach draußen, ordnete dabei meine spärliche Kleidung.

Oben an der Bar traf ich Sven, noch immer im Gespräch mit der Veranstalterin. Ich wusste nicht, wie lange ich unten war, hatte jedes Zeitgefühl verloren. Sven spendierte mir ein Glas Sekt, er und die Veranstalterin waren beide sehr befriedigt vom Verlauf des Abends. Ich ebenfalls. Sven wollte so schnell wie möglich den Beitrag fertigstellen und wir brachen auf. Später, als ich den Autoschlüssel aus der kleinen Handtasche nahm, fand ich dort eine Visitenkarte, vielleicht vom Fantasykrieger. Ich zerriss sie und warf sie in den nächsten Papierkorb.

Unglaublich, wie konnte ich dieses bizarre Erlebnis nur vergessen? Bestmöglich präpariert, durch meine wieder aufgetauchten Erinnerungen und die Internetrecherche, starte ich am nächsten Abend das Quizspiel zu meinem virtuellen Domina-Date. demon hatte noch gejammert, dass ihm der Termin überhaupt nicht passe, da er Freitagabend üblicherweise mit seinen Freunden verbringe. Da muss er eben Prioritäten setzten!

Ich warte und inzwischen ist es bereits fünf Minuten über der verabredeten Zeit. Hat er doch kalte Füße bekommen? Ist er vielleicht gar nicht so notgeil, wie er tut? Auf dem Couchtisch neben mir steht die kleine Flasche Prosecco, die ich mir als zusätzliche Motivationshilfe gekauft habe. Gerade, als ich das zweite Glas einschenke, blinkt eine Spielaufforderung von SLAVE OF JOY auf. Den Spieler kenne ich nicht, aber möglicherweise hat demon den Namen geändert, denn der würde hervorragend zu unserer Verabredung passen. Ich nehme das Spiel an, checke als Erstes den Chat und sehe unsere letzte Unterhaltung. Er ist es also wirklich und begrüßt mich auch gleich gebührend:

»Herrin: Halsband, Leine, Lederriemen, Ketten, Peitschen und Dildo liegen bereit.«

»Gut, dass Du die Haare wie befohlen zurückgebunden hast, da kann ich den dankbaren Ausdruck auf Deinem Gesicht besser sehen. Und Dich damit besser handhaben!«

Er hat tatsächlich nicht nur den Namen, sondern auch den Avatar gewechselt: Glatt rasiert und die dunklen Haare zu einem straffen Pferdeschwanz zurückgebunden. Dazu trägt er reichlich überheblich eine Krone. Mein Outfit ist wie üblich die Rothaarige mit den vollen Lippen, diesmal jedoch mit strenger Ponyfrisur.

»Mir fällt ein, Du hast gestern meine Terminplanung kritisiert? Da muss selbstverständlich erst mal Strafe sein! Niederknien und Hintern entblößen, damit ich Dir mit dem Riemen was überziehen kann! Und keine Beschwerde, sonst bekommst Du den Knebel!«

»Uuuuuuuuuuhhhhhhaaaaa jeeeeaaaaaahhh! Ich knie hier nackt am Boden und schrei laut auf bei jedem Schlag! Danke, meine Herrin!«

»Hervorragend, so ist das auch richtig. Und nun überleg Dir genau, was Du im Quiz antwortest! Ich will Erfolge für mich sehen!«

Wieder einmal schießt mir die Frage durch den Kopf: Hat dieser Chat eine Zensur, gibt es ein Abhörprogramm oder gar einen virtuellen Pranger? Obwohl, die letzte Unterhaltung war schon mehr als grenzwertig und es kam keine Abmahnung, also funktioniert zumindest hier der so oft zitierte Datenschutz! Während wir chatten, nimmt parallel dazu das Quizspiel seinen Lauf.

»Als Erstes werde ich Dich an der Leine durch Deine Wohnung führen. Und immer schön den Blick auf die Absätze meiner Lackstiefel richten! Du wohnst alleine oder treffen wir auf Familie?«

»No family! Ich steh auf deine geilen Schuhe. Ich gehorche, meiner Herrin!«

Sicherheitshalber habe ich mir einige Stichpunkte für mögliche Bestrafungen und Behandlungen aufgeschrieben, denn tippen, raten und auf demons Chat reagieren ist mentale Höchstleistung! Scheinbar machen unsere Spiele meinem Gegenüber Spaß, denn er verschenkt Punkt um Punkt bei einfachsten Fragen. Die Frage, welche Tiere zur Klasse der Dinosaurier zählen, beantwortet er mit Mammut, also Punkt für mich.

»Hat dir das Mammut nicht gefallen?«

»Doch, das Mammut war hervorragend, dafür könnte es eine Belohnung geben …«

»Danke, meine Herrin! Du weißt, was ich brauche, bitte hör mit den Schlägen nicht auf!«

»Ich sehe hier wundervolle, raue Sisalseile, mit denen werde ich Dich nun festschnüren! Wenn Du Dich wehrst, werden sie scheuern. Und dieser Dildo hier sieht ebenfalls sehr beeindruckend aus …«

»Oh geil! Ich werde gaaaaanz brav sein!«

»Schade, ich hatte gehofft Du wehrst Dich. Brauchen wir Gleitgel?«

»Je nachdem, ob ich den Dildo lecken darf. Soll ich ihn mit der Zunge befeuchten?«

»Leck ihn gründlich und nimm ihn dabei TIEF in den Mund! Tief, hab ich gesagt!!!«

»Jawohl, meine Herrin! Weit in den Rachen hinein? Bis es mich würgt und er vor Speichel nur so tropft? Ich bin ganz brav. Spuckst Du mir auf meinen Anus? Ich bitte meine Herrin demütig!«

»Aber nur dieses eine Mal, wegen dem Mammut! Bei Mammut fällt mir ein, da liegt doch noch irgendwo ein deutlich dickerer, richtig fetter Dildo!«

demon antwortet begeistert mit einem lachenden, irgendwie unglaublich geil blickenden Smiley. Haben da die möglicherweise reichlich verklemmten Cyber-Sittenwächter nicht aufgepasst, als das Ding entworfen und programmiert wurde?

»Wenn ich vor Aufregung zapple, reibt das Seil ganz schön, Herrin!«

»So soll das auch sein. Aber damit mich das Gejammer nicht in meiner Konzentration stört, bekommst Du erst mal den Knebel.« »:-x«

Der Typ ist äußerst kreativ, wie er den Knebel simuliert! Aber ich habe auf meiner Liste virtueller Behandlungen einiges mehr notiert.

»So, und nun Einsatz für den Mammut-Dildo! Mann, waren das Riesenviecher! Gut so? Ja, das geht noch heftiger und tiefer rein!!! Und keine Beschwerden wegen der reibenden Seile!!!!«

»:-x:-x:-x Meine Herrin! Mein geiler Arsch genießt Deinen Mammut-Dildo!«

»Moment! Ist der Knebel verrutscht?«

»Gedankenübertragung?«

Ja klar, er bringt mich zum Grinsen mit dieser Schlagfertigkeit. Unser besonderes Spiel macht ihm scheinbar ebenfalls Spaß, aber er hängt an seinen Spielpunkten, denn die Runde endet unentschieden und ich möchte doch auch noch etwas für meinen Score bei Quizspiel tun.

»Du bist ein sehr widerspenstiger Sklave!«

»:-X«

»Ok, ich nehm Dir den Knebel mal wieder ab, dann kannst Du meine Stiefel lecken! Und spiel die nächste Runde mit einem für die Herrin angenehmeren Ergebnis! Da ist noch enormer Spielraum!«

»Danke, dass du mich nicht aufgibst. Ich muss noch viel lernen, meine Herrin!«

»In der Tat, da ist noch reichlich Arbeit erforderlich!«

Wir spielen mehrere Fragen durch, dann kommt die Runde plötzlich ins Stocken. Fast eine halbe Stunde keine Reaktion meines virtuellen Sklaven und meine Fantasie galoppiert: Er ist deutlich älter als 18 Jahre, vor Erregung hat ihn der Schlag getroffen und er liegt hilflos am Boden? Sooo alt hat er sich aber nun auch wieder nicht angehört! Oder er ist doch deutlich unter 18 und seine Mutter hat ihn beim Wichsen überrascht? Obwohl … für einen Minderjährigen hat er ein gutes Gefühl für Worte und Rechtschreibung. Was ist also los?

»Ich hab Dir wirklich mehr als eine faire Chance zum Gewinnen gelassen, sogar einen Fehler hab ich gemacht. Aber ich glaube, Du bist nicht ganz bei der Sache!«, frage ich mal vorsichtig nach.

Keine Reaktion. Komisch, dabei ist er so engagiert dabei gewesen! Ich hätte schwören können, er hat genauso viel Spaß wie ich. Denn das ist für mich wirklich überraschend: mein Slip ist ziemlich feucht geworden; hätte nicht gedacht, dass mich das Spiel so erregen könnte!

»??? – Notarzt?«

»Alles ok, hab einen Anruf reinbekommen«

Ich glaub, ich spinne! Da gebe ich hier die Domina und mache mir außerdem noch Sorgen um den geilen Arsch und der TELEFONIERT?

»Du wagst es, Anrufe entgegenzunehmen, während deine Herrin sich um Deine Erziehung kümmert?«

»Ich musste, das war meine Mutter! Gewissermaßen ist sie ja auch für die Erziehung zuständig«

Zumindest wieder mit Humor erklärt, aber irgendwie ist die Luft raus. demon erklärt, dass er jetzt los muss, weil seine Freunde auf ihn warten. Ich hab nach dem Domina-Interruptus auch nicht mehr die Energie weiterzumachen.

»Dann denke ich mal, das muss für heute reichen! Immerhin hast Du Erziehung von Herrin und Mutter genossen!«

»Du bist so großzügig, meine Herrin!«

Wir plänkeln noch mit reichlich belanglosem Chat hin und her, wobei mir einfällt, dass ich gar nicht weiß, wie ich ihn eigentlich nennen soll. Sklave finde ich im normalen Chat des Spiels nicht so passend.

»Wie soll ich Dich eigentlich nennen?«

»Du kannst mich nennen, wie du willst!«

»Demon? Dizzy? Das ist doch Quatsch. Hast Du keinen Namen?«

»Na gut, einer der biblischen Stammväter …«

Jetzt macht er es kompliziert, aber dann mache ich ihm halt mal die Freude und fange an zu überlegen. Abraham? Reichlich selten in unseren Breitengraden. Isaak? Auch eher ungebräuchlich. Bleibt nur noch einer, der mir einfällt.

»Jakob?!«

»Nicht nur schön, sondern auch noch klug!«

So ein kleiner Schleimer, aber wo Jakob recht hat, da hat er recht!

»Dann gute Nacht, Jakob!«

»Gute Nacht, Herrin!«

Kapitel 2: Trauma

Ein Sonnenstrahl fällt durch die verschmierte Scheibe auf ihr Gesicht, als die spätsommerlichen Nebel aufreißen und sich das graue, gedämpfte Licht der Stadt in ein verheißungsvolles Leuchten verwandelt. Katrin ist unruhig und aufgeregt, in ihrem Inneren fühlt sie freudige Aufregung und Vorfreude, spürt, dass sich etwas ganz Neues entwickelt. Sie kann es nicht beschreiben, kann sich schwer vorstellen was es ist und so beschließt sie, das Unbekannte auf sich zukommen zu lassen.

Abwesend hört sie das Hupen der Autos, das Rattern der Straßenbahn und irgendwo ein Martinshorn. Noch ist sie mit ihrer Tochter unterwegs, quer durch die Stadt, zu einem Besuch bei ihrer Schwester. Äußerlich gelassen, zerrt es innerlich an ihr. Es dauert nicht mehr lange, dann ist Mittag und Jakob steht wieder im Fokus ihrer Gedanken.

X

Die nächsten Tage findet sich mein virtueller Sklave stets am Mittag und bald auch am Abend ein. Ich genieße die Zeit mit ihm, die nicht nur vom Quizspiel, sondern auch vom Chat gefüllt wird. Meist ist er Sieger unserer Duelle und obwohl er eindeutig der bessere Spieler von uns beiden ist, lässt er mich etliche Male gewinnen. Das geschieht allerdings sehr offensichtlich, indem er wirklich einfache Fragen falsch beantwortet, um mir die sichere Chance zum Sieg zu geben. Doch Punkte sind bald Nebensache. Er hat etwas, das mich fasziniert und anzieht. Unser Spiel mit dem erotischen Chat wird umfangreicher, detailreicher und die Gespräche werden zudem immer vertrauter.

Jakob erzählt mir, dass er in Wien wohnt, Single und bisexuell ist. Bei Frauen bevorzugt er die dominanten, am liebsten mit üppiger Figur, viel Oberweite und richtigen Kurven. Unglaublich, ein Mann, der nicht der Ästhetik der Magermodels verfallen ist! Mit gerade mal 32 Jahren ist er 10 Jahre jünger als ich und schreibt, dass sein Avatar ihm ähnlich sei, sodass ich langes dunkles Haar und Dreitagebart vermute. Damit entspricht er zu nahezu hundert Prozent meinem Beuteschema, selbst wenn er ein paar Jahre zu jung ist. Mein Ego fühlt sich trotzdem sehr gestreichelt, dass mich ein jüngerer Mann interessant findet, auch wenn er mich nur virtuell kennt.

Seine Lust auf Sex ist unersättlich und Jakobs Gedanken drehen sich vor allem um dieses eine Thema, wie er zugibt und mich immer wieder im Chat merken lässt. Er findet in der Unterhaltung stets irgendwie zu seinem Lieblingsthema zurück. In der realen Welt ist er auf der Suche nach einer neuen Beziehung, aber da mag er sich nicht festlegen, ob es Mann oder Frau sein soll: »… am liebsten ein Paar …« Das war schon fast klar, bei seinem regen sexuellen Interesse.

»Ich hab Dir bereits erzählt, dass ich gnadenlos hetero bin und mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, mit einer Frau intim zu werden.«

»Da entgeht dir einiges! Man hat die doppelte Auswahl, wenn man bisexuell ist.«

»Ja, echt schade! Wie hast Du eigentlich gemerkt, dass Du bi bist und dass Dich auch Männer anmachen?«

»Das fing recht früh damit an, als ich besser gebaute Burschen nach dem Volleyballtraining in der Garderobe und im Sommer beim Schwimmen als sehr anregend empfunden habe. So habe ich mir dann auch mal homosexuelle Fantasien beim Wichsen gegönnt.«

»Und wie ging es weiter?«

»Als mit meiner damaligen Freundin Schluss war, unter anderem, weil ich auf Analsex bestand, habe ich mit meinem besten Freund Markus etliche Sachen ausprobiert. Er war damals auch gerade ein von Mädels gesättigter Single und sexuell extrem offen. Das hat unsere Freundschaft belebt …«

»Auf ganz neue Art …«

»Bei Selbstbefriedigung hab ich meinen Arsch eh schon früh mit einbezogen, unter anderem mit einem Dildo, den ich mit Markus und der Erklärung ist für meine frigide Schwester im Sex-Shop gekauft habe.«

»… die Ärmste wird sich gewundert haben, warum man sie auf einmal schräg anschaut!«

»Da konnte ich nun wirklich keine Rücksicht drauf nehmen. Beim ersten Sex mit einem Mann war es berauschend geil, gefickt zu werden. Markus meinte, es war der beste Sex, weil sich die Mädels dabei nie so geil bewegt haben wie ich. Umgekehrt hat es ihm leider nicht genauso viel Spaß gemacht.«

»Weshalb das denn?«

»Er war voll hetero, daher hat es ihn anal mit meinem dicken Schwanz nicht angemacht.«

Interessant, was der Kleine in frühen Jahren so angestellt hat, er hatte es damals schon faustdick hinter den Ohren. Allerdings scheint derzeit sein Leben deutlich ruhiger zu verlaufen: Jakob ist nicht nur auf Partner-, sondern auch seit Längerem auf Jobsuche. Die reichlich vorhandene freie Zeit vertreibt er sich mit Volleyball spielen und quizzen, gelegentlich geht er mit Freunden aus oder unternimmt etwas mit seiner älteren Schwester Jennifer und deren Tochter Melanie. Fernsehen und Bücher spielen für ihn keine Rolle, er geht nicht ins Kino und liest keine Zeitung. Da wir über sein Smartphone kommunizieren, vermute ich, dass er kein Feind der aktuellen Technik ist. Ich möchte mehr über seine Gründe dieser Verweigerung von Medien und Informationen erfahren, auch weil ich Tablet oder Handy meist bei mir habe und Dauernutzer sozialer Medien und Informationsdienste bin.

»Spielst Du auch am Tablet oder nur am Handy?«

»Ich hab Smartphone und Radio, jeoch kein Tablet oder TV. Sogar Pornos schau ich mir auf dem Handy an, was bei dem kleinen Display gelegentlich recht schwierig ist. Ich schaue nicht fern und lese keine Zeitungen. Im Radio höre ich hauptsächlich Musik und Wetterbericht.«

Das ist ungewöhnlich und sicher hat es in seinem Leben schwerwiegende Erlebnisse gegeben, die ihn zu dieser Einstellung gebracht haben. Daher stelle ich Jakob, gewissermaßen als Strafaufgabe, weil er mal wieder gnadenlos gut gespielt und mich viele Punkte gekostet hat, abends als Letztes die Frage, was er als Sinn des Lebens sieht. Immerhin bin ich ein neugieriger Mensch, will alles ganz genau wissen und war vermutlich in einem früheren Leben für die Inquisition tätig.

»Du weißt, dass Du Deine Herrin heute zahlreiche Punkte gekostet hast und sie sich viele Gedanken über Dich machen muss. Schreib doch mal bis morgen Deine Gedanken zum Glauben, der Welt sowie Deine Wünsche an das Leben auf!«

Ich hatte diese Aufgabe nicht ganz ernst gemeint und schaue am nächsten Tag neugierig nach dem angefangenen Chat. Ich bin überrascht, dass sich Jakob in der Tat die Mühe gemacht hat, umfassend zu antworten. Die begrenzte Anzahl der Zeichen im Nachrichtenfeld reicht kaum aus, um all das zu fassen, was er mir im Laufe der Nacht geschrieben hat. Was ich lese, macht mich sprachlos:

»Du willst drei Dinge wissen.

Glaube: Ich glaube an ein göttliches Wesen, das Kraft Gedanken das Universum erschaffen hat und auch uns. Man könnte unser Leben, Denken, Fühlen und Dasein beschreiben als einen Tagtraum Gottes.

Ich habe in meinen Gedanken die perfekte Welt für mich geschaffen und bin der Überzeugung, dass genau das DAS Ziel des Lebens ist: Welt erschaffen. Gott hat es ebenso gemacht und uns als sein Abbild geschaffen.

Lebenswünsche: Ich wünsche mir wahre und ewige Liebe und Geborgenheit unter meinesgleichen, Gesundheit und heitere Gelassenheit. Materielle Wünsche habe ich nicht, da ich darin Unheil für mein inneres Gleichgewicht sehe. Noch Fragen?«

Da er gerade nicht online ist, schreibe ich kurz eine Antwort zurück, denn ich muss das Gelesene erst mal einige Zeit auf mich wirken lassen: »Gerade habe ich keine Nachfragen zu Deinen Gedanken, denn das ist genug Stoff zum Nachdenken. Aber Du kannst sicher sein, es werden noch Fragen kommen!«

Die Antworten rühren und erschrecken mich. Sie erwecken in mir den Eindruck, als hätte Jakob nicht nur intensiv über das Leben nachgedacht, sondern auch bereits vieles erlebt, das ihn zu diesen doch ungewöhnlichen, exzentrisch erscheinenden Ansichten hat kommen lassen. Mir läuft fast eine Gänsehaut über den Rücken, als ich seine Zeilen erneut lese. Auf den ersten Blick scheint es wie eine gelassene, abgeklärte Lebenseinstellung, aber für mich klingt aus seinen Worten viel Einsamkeit, ebenso wie das Gefühl, nicht verstanden, nicht geliebt zu werden.

Soll ich nachhaken, ob das wirklich so ist? Warum das so ist? Könnte ich dabei unter Umständen Dinge über Jakob erfahren, die ich gar nicht hören will? Ich habe mit mir und meinem recht komplizierten Leben genug zu tun und will im Quizspiel und beim Chat nur ein wenig Ablenkung von den eigenen Problemen finden. Mit den Sorgen anderer belastet zu werden, das gehört nicht zu meiner Vorstellung von Entspannung. Aber ich bin auch neugierig und will wissen, wer Jakob ist. Wer da irgendwo am Display seines Handys hängt und solche Überlegungen über die winzige Tastatur eingibt.

Neugier ist der Katze Tod, aber immerhin hat die mehrere Leben und so hake ich am nächsten Abend während des Chats weiter nach, allen Überlegungen zum Trotz: »Deine Antworten haben mich heute den ganzen Tag beschäftigt. Wie hat es sich ergeben, dass Du zu dieser Einstellung gekommen bist?«

»Durch lebensfeindliche, irrationale Dinge.«

»Aber was genau waren denn diese lebensfeindlichen und irrationalen Dinge, die Dich dazu gebracht haben, Deine Weltanschauung zu finden?«

»Familie, Menschen, Systeme in der Gesellschaft. Politik«

»Jakob, das ist jetzt wirklich sehr allgemein ausgedrückt!«

»Ich war ein, sagen wir, ungewolltes und andererseits zu viel geliebtes Kind.«

»Das macht es mir auch nicht viel deutlicher. Was meinst Du mit zu viel geliebt?«

»Missbraucht.«

So schlimm hatte ich das nicht erwartet! Das hab’ ich nun von meiner Neugier, schon bin ich mal wieder in einer Situation, mit der ich bisher weder direkt noch indirekt konfrontiert wurde. Ich bin unsicher, was ich darauf erwidern soll, jede Antwort wirkt wie Oberflächlichkeit, wie eine Floskel. Also schreibe ich das, was ich in diesem Moment empfinde: »Es schmerzt mich, das zu hören.«

»Ich bin drüber hinweg. Bis auf meine Vorlieben ist mir nichts geblieben. Und ohne die wüsste ich vielleicht nicht um andere erogene Zonen.«

Das hört sich unheimlich abgeklärt an. Jakob hat in seiner Jugend oder sogar schon früher, in der Kindheit, Schreckliches erfahren. Da muss ein Therapeut enorm gute Arbeit geleistet haben, dass er heute so gefasst darüber reden beziehungsweise darüber schreiben kann. Und ich bin gerührt, dass Jakob mir das erzählt – trotz der kurzen Zeit, die wir uns kennen.

»Danke, dass Du mir das anvertraut hast!«

»Wieso danke? Warum dankst Du mir dafür?«

»Für das Vertrauen. Ich finde, es gehört schon Vertrauen dazu, jemandem zu erzählen, dass man als Kind missbraucht wurde.«

»Ach, keine Ursache, damit geh ich ganz offen um.«

Wahnsinn, dieser Therapeut muss sein Geld wert gewesen sein und Jakob hat mit Sicherheit unglaublich an sich gearbeitet! Ich habe gelesen, dass andere Opfer ein Trauma davontragen, mit dem sie jahrelang, lebenslang zu kämpfen haben. Viele entwickeln Depressionen und psychische Störungen, nehmen sich das Leben. Meine Achtung vor Jakob steigt.

In der Nacht liege ich noch lange wach und mache mir Gedanken über meinen Chatpartner und dessen Leben. Erst vor Kurzem habe ich einen Roman gelesen, der Kindesmissbrauch thematisiert und sich mit den möglicherweise resultierenden Traumata beschäftigte.

Das Thema lässt mir keine Ruhe und ich muss am nächsten Tag weiter fragen, auch auf die Gefahr hin, für unsensibel gehalten zu werden. Es ist für mich unglaublich schwer vorstellbar, dass Eltern ihren Kindern Gewalt antun, sie missbrauchen.

»Du hast geschrieben, dass Du ein ungewolltes und zu sehr geliebtes, also missbrauchtes Kind warst. Wie alt war Deine Mutter bei Deiner Geburt? Wie alt warst Du, als Du missbraucht wurdest? Von Deinem Vater? Ist er auch Jennifers Vater?«

»Wozu brauchst du solche Daten über mein Trauma? Schreibst Du einen Roman?«

»Nein, das nicht, aber das ist für mich alles sehr schwer vorstellbar. Vielleicht kannst Du mir helfen, es besser zu verstehen?«

Ich habe Bedenken, diese Fragen zu stellen, da ich nicht sicher bin, ob Jakob wirklich alles so gut verarbeitet hat, wie er sagt. Es dauert auch einige Zeit, bis Antworten kommen, aber sie scheinen förmlich aus ihm heraus zu fließen, als würde ihn etwas in seinem Inneren drängen, darüber zu reden:

»Meine Mutter war 22 als ich geboren wurde, er ist auch der Vater meiner Schwester Jennifer. Sie war eine geliebte Tochter, das Wunschkind, unberührt und unversehrt. Ich dagegen wurde unabsichtlich gezeugt, während meine Mutter nach der Arbeit erschöpft im Tiefschlaf lag und mein Vater sich quasi an ihr selbst befriedigt hat. Er wollte kein Kind mehr und sie wollte ihn auch nicht mehr. Shit happens! Also wurde ich als Ursache vieler familiärer Probleme gesehen und behandelt.«

Und wieder reicht das Volumen des Nachrichtenfeldes nicht aus, um die Antworten zu fassen. Ich warte ab, unterbreche ihn nicht, lasse ihn weiterschreiben.

»Wenn einer von beiden schlecht drauf war, konnte man es leicht an mir auslassen, oder wenn man sexuell nicht erfüllt genug war, mal ein bisschen an mir rumspielen. Ich bekam so entweder zu viel oder das Gegenteil von Liebe. Meine Mutter ist später psychisch sehr krank geworden und das hab ich dann auch abbekommen, wieder entweder als Lieblosigkeit oder als überschwängliche Liebe.«

Erneut ist ein Textfeld voll, die Anzahl der zulässigen Zeichen gesprengt. Es scheint Jakob ein tiefes Anliegen zu sein, darüber zu reden, seine Geschichte zu erzählen – und sei es auch nur mir, der Unbekannten aus dem Internet.

»Ich wurde bereits als Baby gern von meinen Eltern, von beiden unabhängig voneinander, befummelt und mit etwa sechs Jahren bekam ich durch meinen Papa meinen Hintern auf neue Weise zu spüren. Ohne diese Erfahrung hätte ich vielleicht nie gemerkt, dass es da eine erogene Zone gibt.«

Jakobs Schilderungen machen mich erneut betroffen und beschämt, da ich eingestehen muss, mich mit diesem Thema noch nie eingehender befasst zu haben. So bemühe ich mal wieder das World Wide Web auf der Suche nach weiteren Informationen.

Was ich finde ist vielfältig, jedoch nicht unbedingt übersichtlich. Es reicht von Hilfsangeboten über psychologische Exkurse bis hin zu Selbsthilfegruppen oder Blogs, also tagebuchähnlich geführte Webseiten. Ich finde einen besonders interessanten Blog, die Schreiberin nennt sich etwas sperrig God’s own child