Männersuche - Charlotte Engel - E-Book

Männersuche E-Book

Charlotte Engel

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Beschreibung

Lisa, Ende 20, eine junge, moderne Frau, durchlebt die Probleme einer Beziehung. Sie spürt die Höhen und Tiefen einer ungleichen Partnerschaft. Ebenso erfährt sie die Vor- und Nachteile eines Singlelebens und versucht aus ihren Erfahrungen zu lernen. Werden sich ihre Sehnsüchte erfüllen? Die immer wiederkehrenden Probleme einer Beziehung bewältigt jeder auf seine eigene Weise. Es gibt Menschen, die glauben, sie seien allein mit ihren Gedanken, so hilft und befreit es, wenn man erfährt, dass keiner mit seinen Problemen allein ist. Erkennt man sich in einigen Situationen wieder, welche nachdenklich und verzweifelt gestimmt haben oder aber schmunzeln ließen, kann eine übereinstimmende Erkenntnis ein befreiendes Gefühl hervorrufen. Geeignet auch für Männer, die Frauen verstehen und solche, die es versuchen wollen, da sie hier einige Erklärungen von scheinbar rätselhaften Verhaltensweisen des anderen Geschlechts finden werden.

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Seitenzahl: 113

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Charlotte Engel

Männersuche

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

18. Kapitel

19. Kapitel

20. Kapitel

21. Kapitel

22. Kapitel

23. Kapitel

24. Kapitel

25. Kapitel

Impressum neobooks

1. Kapitel

Stumpf blickte er auf das gegenüberliegende Haus in der Hoffnung, dass dort etwas Aufregendes passieren würde, was uns abhalten könnte, über unsere Probleme in der Partnerschaft zu sprechen.

Unsere Krise nach einer einjährigen Beziehung forderte nun dieses Gespräch, um unausgesprochene Missverständnisse zu klären und dem anderen seine wahren, eventuell schmerzhaften und zugleich schönen Gedanken mitzuteilen.

Wir saßen meistens auf dem Balkon, wenn es darum ging, Probleme zu lösen. Bisher waren es aber immer banale Sorgen, die nur einen von uns beiden betrafen, und der andere mit Rat und Tat zur Seite stand.

In diesem Augenblick, wo ich so neben ihm saß, ihn beobachtete und dabei in meinem Kaffee rührte, fiel mir auf, dass ich jedes Mal diejenige war, die ihm hier auf diesem Balkon stets zuhörte, tröstete, bemitleidete, kritisierte und half. Mir wurde aber auch gleichzeitig klar, dass ich ihm meine eigenen Probleme und Gedanken nicht mitteilte, weil ich das Gefühl hatte, ich würde ihn nur belästigen, meine Sorgen wären lächerlich und er könnte mich für eine Problemfrau halten. So hatte ich es mir in einer gutgehenden Beziehung aber nicht vorgestellt. Ich hätte es schon gern, wenn ich mich bei meinem Liebling auch über ein schwerwiegendes Pickelproblem im Gesicht zur unpassenden Zeit beklagen könnte oder über eine hundsmiserable Frisur nach zwei Stunden Arbeit im Badezimmer, von einem mangelnden Kleiderbestand im Schrank ganz zu schweigen, nur um dann von ihm getröstet zu werden und zu hören, dass ich wunderschön und hinreißend wie immer aussehe. Im Angesicht der Selbstkritik möchte man auch nichts anderes hören.

Nur diesen Mitteilungsdrang von Sorgen hatte ich gleich zu Beginn unserer Beziehung bei Kai nicht gespürt. Ich verdrängte meine Gedanken von vornherein, weil ich ihm gegenüber als starke Persönlichkeit auftreten wollte, die alles lächelnd meistern könnte, cool und selbstbewusst. Das Problem war nur: Ich war es nicht immer, schwächelnde Phasen kann schließlich jeder bekommen.

Eine Viertelstunde war nun vergangen, als Kai mir endlich ins Gesicht blickte. Sein Gesichtsausdruck war nachdenklich und kam mir verletzlich vor. Seine Augen waren zusammengekniffen, und er biss sich auf die Lippen. So kannte ich ihn gar nicht. Mir war sein über alles erhabenes Gesicht, welches nicht zu erschüttern war und in dem man keine Regung in seinen Zügen erkennen konnte, sehr viel vertrauter. Eine Wallung von Mitleid kam in mir auf, ich wollte ihn an mich ziehen, verdrängte diesen Gedanken jedoch schnell wieder, denn es war an der Zeit, dass Kai einen Schritt auf mich zukommen sollte.

Kai war stets cool und selbstbewusst, ein Frauenschwarm eben, charmant mit einer Prise Verwegenheit und schmutzigen Gedanken. Daher für mich ein absolutes Muss, meine Coolness und Selbstsicherheit jeden Tag auf ein Neues herauszulocken. Hauptsache, ich wurde nicht uninteressant für Kai, schließlich hatte er es nicht nötig, sich in einer Beziehung zu langweilen oder zu blockieren.

Ich dachte, dass ich diese mit stetigem Adrenalinkick geprägte Beziehung durchhalten würde. Ich schaffte es nicht. Es war an der Zeit, wo ich einen Liebesbeweis von Kai wollte, ich wollte spüren, wie wichtig ich für ihn war.

2. Kapitel

Eine Woche später: Zusammengesunken und vor Selbstmitleid triefend saß ich in meinem Sessel. Meinen wertvollen Urlaubstag vergammelte ich in der Wohnung und überlegte angestrengt, wie ich mich beschäftige. Wohnungsreinigung, Shoppen, Freundinnentreff? Ich konnte mich auf nichts konzentrieren, hatte zu nichts Lust, denn ich war wie besessen von meinen Gedanken, welche sich immer wieder um Kai drehten. Wie kann man sich nur so sehr von seinen Gedanken beherrschen lassen. Ich musste mich unbedingt ablenken, denn dieses Gespräch, welches wir vor einer Woche auf dem Balkon führten, und die jetzige Situation passten nicht zusammen. Wir waren nett zueinander, schliefen miteinander, aber Zeit für ein kurzes Essen oder ein Gespräch oder einfach nur zusammen sein, gab es nicht. Ich fühlte mich allein und ausgenutzt. Tag für Tag seinen Anruf „Puppe, bin in zehn Minuten da, kannst das Essen schon mal machen und mir Badewasser einlassen. Tschö!“ Das war doch echte Kommunikation, was passte mir dann also nicht?

Mein Mitbewohner und Beziehungsanteil Kai kam nach Hause, um sich „frisch zu machen und zu stärken“. Es dauerte genau eine halbe Stunde und mit vollem Mund verließ er die Wohnung wieder. Ein Begrüßungs- und Abschiedsküsschen gab es nicht. Das war halt bei uns nicht Sitte, entweder richtig oder gar nicht, aber für solche Kleckerzärtlichkeiten war keine Zeit. Nur waren tief in meinem Herzen andere Beziehungsrituale versteckt. Ich wäre schon über ein Wangentätscheln glücklich gewesen.

In diesen 30 Minuten stritten wir. Während seines Waschvorgangs redeten wir aneinander vorbei und machten uns gegenseitig Vorwürfe. Wer kann den anderen schlimmer verletzen, du oder ich? Der arme Mann wusste überhaupt nicht, was ich von ihm wollte, Beziehungsmüll warf ich ihm vor, er solle sich doch einmal mehr um mich kümmern. Nein, Schatz, mich nicht an der Jeansgürtelschnalle hinterher ziehen. Auch nicht minütlich sagen, wie sehr du mich liebst. Weiß ich doch! Meine Beschwerde: Ich verlangte Kleinigkeiten mit großer Wirkung. Einen aufmunternden Blick bei Traurigkeit. Ein Lächeln mit den Worten „meine Süße“. Eine Gemeinsamkeit. Einen Plan für die Zukunft. Eine Sicherheit für jetzt und heute. Eine Garantie auf Lebenszeit konnte auch ich nicht geben. Mir wurde klar, dass er trotz einer Beziehung immer seinen eigenen Weg gehen würde. Allein und doch nicht allein, so sollte unsere Partnerschaft wohl sein. Ich war für die Gemütlichkeit zu Hause und im Bett zuständig. Er ging seinen Geschäften und Hobbys nach und kam nur nach Hause, um zu duschen, zu essen, zu relaxen und seine Gelüste zu befriedigen. Ist es das, was eine Beziehung glücklich machen kann?

Tägliches Bemühen um den Partner gehört dazu, sich angiften zu können, ohne dass gleich ein Schlussstrich gezogen wird. Versöhnungen mit halbstündiger Umarmung und wunderbarem Sex sind mindestens genauso wichtig wie problematische Diskussionen auszubaden. Herrlich, was eine Beziehung so mit sich bringen kann: Sehr viel Abwechslung!

Kai sagte immer, ich mache mir zu viele Gedanken – wo er recht hat, hat er recht! Nur, warum kann ich meine Gefühle nicht so zügeln. In dem Moment eines Gefühlsausbruchs ist meine Wesensart einfach unschlagbar, da komme ich nicht gegen an. Man soll schließlich seinen Gefühlen freien Lauf lassen. Unangenehme, in der Brust schmerzende oder stressige Situationen cool und sachlich zu betrachten, gehört zu den Tugenden außergewöhnlicher Menschen. Manchmal fällt man eben mit der Tür ins Haus, und erst wenn die Tür kaputt ist, denkt man darüber nach, wie man es besser machen könnte. Hoffentlich bin ich kein Einzelfall!

3. Kapitel

Ich war wieder einmal dabei, mich nur noch gedanklich um meine Beziehung zu kümmern. Wenn man unglücklich und unzufrieden ist, beherrschen einen die Gedanken und man ist zu keiner Handlung mehr fähig. Teuflisch kann die Liebe sein, denn loslassen konnte ich auch nicht von Kai. Was wollte ich also? Einerseits war ich unsagbar allein in unserer Partnerschaft, fühlte mich in meiner Liebe missverstanden. Wir hatten nicht die gleiche Lebensphilosophie, so konnte ich auf Dauer nicht glücklich werden. Das weiß ich! Andererseits wollte ich meine Freiheit, ein neues unbeschwertes Leben ohne Kopfzermartern, ohne mich und meine Liebe stets erklären zu müssen. Ich wollte nicht täglich Beziehungsprobleme erörtern und Angst vor dem unausgesprochenen Ende haben. Meine Sehnsucht war, in Harmonie leben und lieben.

Ich war an diesem Nachmittag allein und saß zusammengepfercht mit all meinen Gliedern und der Fernbedienung im Sessel. Der Fernseher war in Armweite entfernt. Bevor ich jedoch mit dem Grübeln anfing, klickte ich erst einmal die 30 Sender durch. Wieder am Anfang lief eine Talkshow – immer gut – „Kleine Mädchen werden Mütter“ – wahrlich interessant. Aber immer wieder schweiften meine Gedanken ab. Hmm, was könnte ich essen? Wen könnte ich besuchen (und mit meinen Problemen nerven)? – Nein, nichts davon. Erstens muss ich auf die Linie achten, zweitens wollte ich meine Freunde behalten. Gut – dann erst mal wieder mit wippenden Füßen auf dem Sessel und halbminütlich zur Uhr blickend die Fernsehsender durchklicken. Wieder Talkshow. Die Schwarzhaarige mit dem endlos langen Pony ist an der Reihe. Das dritte Mal schwanger und 17 Jahre. Aber ich starrte wie gebannt auf ihren Haarpony, der viel zu lang war. Fasziniert schaute ich auf ihr Gezippel, welches laufend an den Wimpern hängen blieb, und bekam ihre hände- und füßeringenden Sorgenausbrüche nicht mit.

Jetzt kommt Rebecca, auch 17 Jahre alt. Zwei Kinder schon. Sie erzählte ihren Lebenslauf und ich hörte gespannt zu, versuchte es zumindest, aber das einzige, was ich wahrnahm, war ihr langgezogenes „uuund“ nach jedem zweiten Wort. Warum fiel ihr das eigentlich nicht selber auf. Da bin ich schon ein bisschen pedantisch. Sie erzählte ihr bisher natürlich nicht verschuldetes problematisches Leben und ich ergötzte mich an ihrem Wortschatz.

Talkshow war vorbei, die nächste Diskussionsrunde folgte. „Nicht bindungsfähige Männer“ sind im Gespräch. Interessant, vielleicht ist ja meiner dabei.

4. Kapitel

Zwei Wochen dämmerte ich nun graumäusig vor mich hin. Ich war immer noch unglücklich mit Kai – also ich jedenfalls, Kai machte einen zufriedenen Eindruck. Es hatte sich an unserer Situation nichts geändert. Wie denn auch! Ich erwartete von Kai die große Wende und blieb selbst in Wartehaltung. Große Worte wurden daher gesagt, Versprechungen gemacht, und dabei blieb es auch. Heilige Beschwörungen wurden nicht in die Tat umgesetzt. Ich bemitleidete mich zurzeit, zum Handeln aber war ich nicht bereit.

Da riss mich ein Angebot von einem Sportstudio aus meiner Lethargie. Es fehlte dort noch eine Aerobic-Trainerin. Freilich war ich wie geschaffen für diesen Nebenjob. Mein Ego schnellte in diesem Augenblick nach oben. Ich war gefragt und gefordert. Gut gelaunt teilte ich es meinem Beziehungspart mit. Seine Begeisterung hielt sich dezent in Grenzen. Keine Gratulation, keine Bewunderung, nichts! Ein höhnisches Grinsen mit zurückgeworfener Kopfhaltung und anschließendem Kopfschütteln konnte ich feststellen. Der Angriff auf mein Selbstwertgefühl fand fruchtbaren Boden. Nicht entmutigen lassen, dachte ich mir, irgendeiner wird dich dafür schon anhimmeln. Mein Gott, musste ich denn die Bewunderung und Beachtung schon so nötig haben? Mein Mitbewohner erwiderte nur: „Du hast keine Zeit für solch albernes Rumgeturne. Mach lieber den Balkon sauber.“ Welch ein Verständnis hegte ich für seine Worte und augenblicklich bekam ich ein schlechtes Gewissen. Ich verdiente schließlich mein Gehalt auch nur fürs Bürorumsitzen auf weichgepolsterten Bürostühlen, ein Telefon vor sich für gemütliches Geplapper über Gott und die Welt und natürlich meine ganztägige Beschäftigung mit wunderbaren Kartenspielen am Computer. Ein himmlisch gemütlicher Job mit regelmäßigem, monatlichen Geldeingang. Als Superfrau hat man zu Hause nach solch einem schnulzigen Job den Rest des Tages Zeit, den Haushalt zu meistern. Mit leicht geröteten Wangen und gerade mal zwei Schweissperlchen auf der Stirn empfange ich meinen Schatz, um ihm seine gewünschte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, ihm das Badewasser zu bereiten und ihm sein Essen zu reichen. Wo bitte habe ich da Zeit für meine Aktivitäten???

5. Kapitel