Märchen im Jetzt und Hier - Bel Para - E-Book

Märchen im Jetzt und Hier E-Book

Bel Para

0,0
6,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Fabelhaft. Wortgewitzt. Märchenhaft. Das, was uns heute bewegt, wird in ungewöhnlichen Perspektiven und Wortspielen humorig in Szene gesetzt. Breit gefächert und eigenwillig geschrieben, stellen sich die Geschichten den heutigen Herausforderungen, seien es Lichtverschmutzung, Plastik, Demokratie, Städte, das soziale Netz oder die Rückkehr der Wölfe. Ebenso werden auch Aspekte aus der Wirtschaft, z. B. Marktwachstum oder Zahlenwesen, betrachtet . Gelegentlich wiederkehrende Protagonisten sind Mutter Erde, die gute Fee, der liebe Gott und sein Bruder, der Teufel. Ein fabelhaftes Sammelsurium zum Nachdenken, Sinnieren und Verstehen, dabei erheben die Erzählungen keinen Anspruch auf die richtige Sichtweise.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 118

Veröffentlichungsjahr: 2018

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Bel Para

Märchen im Jetzt und Hier

Fabulierungen über Gott und die Welt

© 2018 Bel Para

Verlag und Druck: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-7469-8076-8

Hardcover:

978-3-7469-8077-5

e-Book:

978-3-7469-8078-2

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Vorwort

 

Liebe geneigte Leserschaft.

Oder muss ich schreiben Leserinnenschaft oder Leserschäftin? Alles sehr verwirrend heutzutage.

Wenn Ihr Symptome wie Alltagsunlust, Denglisch-Müdigkeit und großes Stirnrunzeln über Alles und Dieses und Jenes oder ähnliche Beschwerden habt, so empfiehlt es sich, die Märchen in homöopathischen Dosen zu sich zu nehmen. Vielleicht eines pro Tag.

Es ist hilfreich und in schweren Fällen besonders wirksam, sich eines vorlesen zu lassen. Wenn die Symptome abgeklungen sind, dann ist die Gabe von einem Märchen pro Woche sinnvoll und sollte genügen.

 

Nebenwirkungen:

Es kann zu Nachdenken führen. Eine Änderung des Blickwinkels kann ab und an vorkommen. In sehr, sehr, sehr seltenen Fällen kann es sogar zu Handlungen führen.

Altersangaben:

Die Geschichten sind geeignet für alle Menschen im Alter von:

Elf 5/7 und Neunundneunzig 10/13 Jahren.

Rezeptur für fabelhaftes Allerlei:

- Ein Paar offene Augen - diese keinesfalls schließen oder gar entfernen.

- Eine gute Portion Jetztzeit.

- Ein leicht humoriger Ansatz. Beim Ansetzen nicht zu lange stehen lassen, sonst wird er schal.

- Ein winziges Schlückchen Tiefsinn. Nicht zu viel nehmen, sonst sinkt das Tief ins Schwer ab.

- Zwei Körnchen Wahrheit. Behutsam dosieren, sonst wird’s zu schnell hart.

- 7 Spritzer Utopie und 3 Sprutz Fiktion.

- Ein Hauch Surrealismus zum Abrunden- diesen nur ganz dezent hinhauchen.

- Für die Optik kann das Ganze noch mit einigen hübschen Wortv-Erd-Reh-Ungen garniert werden.

Lange einwirken lassen.

Fertig.

 

Danksagung

Ich danke meiner neuen Freundin, der Inspiration, für ihre vielen - vornehmlich nächtlichen - Besuche, bei denen sie mir die Geschichten vor Augen geführt hat.

Register

Es werde Licht

Plastik goes wild

Das Al

Plastikmeere

Die Sichtweise und der Blickwinkel

Die nackte Wahrheit

Das Märchen vom bösen Wolf

Die Bequemlichkeit

Die Strafe

Die 10 Gebote

Die kleine Hexe oder Möchtegernprinzessin

Die Demokratie

Zahlen bitte

Der gepunktete Kater

Die 7 Höllen und die 72 Jungfrauen

Der Teufel steckt im Detail

Der Teufel und die Midlifecrisis

Der kleine Preis

Honeymoon

Die Anonymität und Familie Jedermann

Die Spinne und das soziale Netz

Patente Frau und ‚bassd scho‘

Chef hoch 10

Rechtspopulismus

Das Märchen vom Marktwachstum

Die Stadt

Zurück zur Natur

Das Und

Mutter Erde und der liebe Gott

Der Punkt

Es werde Licht

Es war einmal ein kleines flackerndes Licht. Einsam, allein flackerte es zitternd gegen die Dunkelheit an, die es umwaberte.

Tapfer leuchtete das Licht der Dunkelheit entgegen. Ein kleiner heller Fleck inmitten der Düsternis. Manchmal schimmerten die Sterne freundlich durch die Nacht und halfen dem Licht. So fühlte es sich nicht so allein. Die Sterne zwinkerten und blinkten und alles war gleich viel besser.

Aber weil das kleine Licht so allein war, setzte es eine Annonce auf. ‚Licht sucht Licht für gemeinsames Leuchten. Kleine Lichterkette bei Wohlgefallen möglich‘.

Und tatsächlich! Das Licht bekam mehrere Antworten. Und zwar von …

- dem Wetterleuchten

- einer Leuchtfackel

- einem bunten Lampion

- einem 1000 Watt Strahler ….. und noch mehr.

Und eine Antwort gefiel ihm besonders: ‚Kerzenlicht sucht Feuer für gemeinsame romantische Entzündungen‘.

Und die beiden trafen sich. Und die beiden entzündeten sich füreinander. Und die beiden gerieten in Brand.

Und zu zweit trotzten sie der gewaltigen Dunkelheit. Und bald wurden es 4. Und 16. Und 64. 256. 1024. 4096. Und so ging es immer weiter.

Bald war das Licht heller und heller. Und die Dunkelheit wich entsetzt zurück. Und zurück. Und immer mehr zurück. Bis es nicht mehr Dunkel war. Die Dunkelheit hatte sich in die letzten Ritzen und Winkel und Höhlen zurückgezogen. Dort zitterte sie dunkel vor sich hin und ward ganz furchtsam und klein.

Die Sterne indes, die hatten sich auch zurückgezogen. Denn sie funkelten am liebsten in der schwärzesten Nacht.

Und das Licht nahm überhand und überflutete alles mit Helligkeit. Das hatte schon auch was Gutes. Die Diebe, die sich nachts gerne im Dunkeln bewegt hatten, wurden ins Licht gezerrt. Die Menschen konnten sich Tag und Nacht sicher bewegen.

Indes.

Die Nachtiere kamen ebenso durcheinander wie der Rhythmus. Äonen lang hatte es einen ‚Tag und Nacht‘ Zyklus gegeben. Mit Helligkeit und Dunkelheit. Mit Sonne und Mond. Manchmal war der Tag länger, manchmal die Nacht schwärzer.

Und nun, plötzlich, war alles anders.

Keine Dunkelheit mehr (außer in den allertiefsten Ritzen und Höhlen).

Und es ward Licht.

Überall. Und zu jeder Zeit.

Die Tag- und Nachtgleiche hieß fortan ‚Tag-Gleiche‘, denn ein Tag glich dem anderen.

Der Energieverbrauch stieg ins Unermessliche. Und die Natur fiel ins Bodenlose.

Die Sterne wandten sich erschüttert ab, der Mond verbarg sich ob der gleißenden Helligkeit und zog in den Sonnenschatten.

Fledermäuse, Uhus, Igel zogen in die Höhlen. Fuchs und Hase konnten sich nicht mehr gute Nacht wünschen und das Sandmännchen erzählte traurig seine ‚Guten Tag Geschichten‘ und streute den Menschen damit Sand in die Augen.

Die Rollo- und Fensterladenindustrie allerdings freute sich, denn sie boomte.

Nichts war mehr, wie es war.

Bis es eines schönen Tages Mutter Natur zu bunt – oder genau gesagt – zu hell wurde und sie der unermesslichen Lichtvermehrung ein Ende setzte.

Als Erstes führte sie die Lichterpille ein und verhütete somit weitere Lichtentfaltung.

Dann dimmte sie hier und da und dort das Licht.

Zögernd dämmerte es damit dem einen oder anderen ebenso.

Dann schaltete sie hier und da und dort das Licht aus.

Ebenfalls zögerlich und vorsichtig kroch die Dunkelheit hervor.

Und ein einsames Sternlein blinkte aus dem Himmel herab.

Und es dauerte eine geraume Zeit, bis die ganze Lichtverschmutzung bereinigt und alles wieder im Gleichgewicht war.

Das All

Es war einmal ein All, welches viele Welten umspannte. Und Sonnensysteme und Galaxien und Universen auch.

Das All war überall.

Es gab das All schon recht lange und es hatte viel, viel Zeit zum Nachdenken. Zum Beispiel darüber, ob es unendlich sei.

Trotz seiner schier unendlichen Weite und seines sehr, sehr, sehr hohen Alters, hatte es diese Frage noch nicht schlussendlich klären können.

‚Was, wenn ich endlich bin?‘ sinnierte das All. ‚Was kommt dann? In einem dreidimensionalen Raum, selbst in einem Weltraum, kommt nach einem Ende immer noch was nach. Das dicke Ende kommt zwar zum Schluss, aber ist denn dort tatsächlich Schluss?‘

Eine wahrhaft knifflige Frage.