9,99 €
Im Land der Drachen und Fabelwesen leben Wichtel, Hexen, Feen, Drachen, Kobolde, Ritter, Meerjungfrauen und alle Wesen, die ihr euch vorstellen könnt. Es gibt Märchen und Tierfabeln, Abenteuer, Lustiges und Trauriges zum Vorlesen lassen und Selberlesen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 64
Veröffentlichungsjahr: 2024
Impressum neobooks
Wortzähler: 12716
aus dem Land der Drachen und Fabelwesen
von
Ute König
Ute König
Kapitel 1
Der Weihnachtswichtel
Es war einmal am Nordpol, wo der kleine Wichtel Tomtu lebte. Er war immer zu allerlei Streichen aufgelegt, trug einen spitzen weißen Vollbart und hatte braune Stiefel und eine rote Weste an. Er lebte dort umgeben vom Meer, auf dem Eisschollen schwammen und aus dem Eisberge aufragten. Manchmal konnte er Eisbären, Schneehasen oder Polarfüchse beobachten.
Eines Tages hörte er kurz vor Weihnachten von einem Waisenhaus. Für die Kinder, die dort lebten, war diese Zeit die traurigste des Jahres. Sie hatten keine Eltern mehr und bekamen von niemandem Geschenke. Deshalb wollte Tomtu dorthin reisen, um sie etwas aufzumuntern und um ihnen das Wenige, was er besaß zu schenken.
Er nahm seinen unsichtbaren besten Wichtelfreund mit und einige Zauberbohnen. Dazu ein paar Süßigkeiten, denn mehr hatte er nicht, um es den Kindern zu geben. Sie flogen auf einer Schwalbe entlang einer goldenen Straße über eine Trollbrücke und gläserne Hügel. Als sie durch einen Hexengarten kamen, schloss sich ihnen Goldlöckchen an. Das war eine kleine Fee, die kochte einen Topf voll Grießbrei, der niemals leer wurde. Am Waisenhaus angekommen, schenkte Tomtu den Kindern seine Süßigkeiten und sie aßen nach Herzenslust vom Brei der Fee, bis alle satt waren. Gemeinsam feierten sie ein schönes Weihnachtsfest, bei dem es Einhorn-Streusel, heiße Schokolade, kandierte Blütenblätter und eine Weihnachtstorte gab. Der kleine Weihnachtswichtel wurde vom Essen so müde, dass er beschloss, sich in einer Teekanne ein wenig auszuruhen, und schlief ein.
Er wurde davon wach, dass die Kinder laut schrien. Was war denn da los? Eine dreiköpfige Maus hatte sie erschreckt, die gekommen war, um vom süßen Grießbrei zu naschen. Als sie Tomtu sah, entschied sie, dass er ihr besser schmecken würde als der süße Brei. Die Kinder bekamen Angst um ihn, aber der kleine Weihnachtswichtel wusste sich zu helfen. Er legte rasch ein paar von den mitgenommenen Zauberbohnen aus und daraus wuchs in Windeseile ein gigantischer Bohnenstängel, an dem er und sein unsichtbarer Freund hochkletterten und sich so in Sicherheit brachten.
Zum Dank dafür, dass er den Kindern Weihnachtsfreude geschenkt hatte, bekam Tomtu vom Goldlöckchen einen Topf Grießbrei, der niemals leer werden würde. Und die beiden Wichtelfreunde kehrten zurück zum Nordpol und lebten dort fortan glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. Und immer, wenn sie hörten, dass Kinder ihre Hilfe brauchen, reisten sie dorthin und taten ihr Bestes, um ihnen zu helfen.
Kapitel 2
Der Zauberdrache
Es war einmal eine Drachendame namens Laiva, die mit glitzernden Flügeln durch den Drachenwald flog und ein silbernes Medaillon um den Hals trug. Darin konnte sie alles sehen, was im Wald passierte. Sie lebte dort zusammen mit Wichteln, Zwergen, Kobolden, Hexen und Feen. Die Bäume waren immergrün, denn in diesem Wald gab es keinen Winter.
Eines Tages sah Laiva in ihrem Medaillon, dass der böse Drachen Abraxas die kleine Prinzessin Cinderella in seiner Höhle gefangen hielt. Sie hatte sich bei einem Spaziergang verlaufen und war so in seine Fänge geraten. Erfreut über ihre Gesellschaft ließ er sie für ihn kochen und sauber machen, und zum Einschlafen musste sie ihm mit ihrer lieblichen Stimme Schlaflieder vorsingen.
Laiva flog gemeinsam mit der weisen Eule auf einem fliegenden Teppich zu der Höhle, die der Drache bewachte, um Cinderella zu befreien. Um Abraxas zu besiegen, nahmen sie ein Schwert, eine Landkarte und eine Schatztruhe mit. Sie flogen zuerst über einen tiefen dunklen Wald, sahen Wiesen mit Sumpfgras und weiter ging es durch ein müffelndes Moor bis zur Behausung von Abraxas, die sich am Ende des Regenbogens befand.
Vor der Höhle wartete ein sprechendes Pferd auf ihre Ankunft. Es sagte: „Lieber Drache, wenn du Feuer spuckst, um Abraxa zu besiegen, wird die Prinzessin elendig verbrennen. Du musst es geschickter anstellen!“ Die weise Eule sagte: „Ich habe einen Plan: „Wir versprechen Abraxa, dass wir ihm die Schatztruhe schenken. Dann wird er herauskommen und du nimmst das Schwert und enthauptest ihn.“ So geschah es, und sie feierten gemeinsam ein rauschendes Märchenfest. Die Prinzessin bereitete Laivas Lieblingsspeisen zu und sie aßen Kürbiskuchen, Haferbrei, Drachen-Gelee und geröstete Pilze. Vom vielen Essen wurde Laiva müde und zog sich in eine Höhle am Flussufer zurück. Sie war gerade eingeschlafen, als sie plötzlich drei wütende Bären brüllen hörte. Sie hatten sich zu ihrer vollen Größe aufgebäumt und drohten, Cinderella zu fressen. Aber sie hatten nicht bedacht, dass Laiva Feuer spucken konnte und so verbrannten sie allesamt.
Zur Belohnung für ihre Befreiung schenkte die Prinzessin Laiva einen Tarnumhang, der sie unsichtbar machen konnte. Die Drachendame beschloß, von nun an Drachentrainerin zu sein und den kleinen Drachen im Drachenwald das Fliegen und Feuerspucken beizubringen. Dort lebte sie fortan glücklich gemeinsam mit der Prinzessin Cinderella. Und wenn diese Fabelwesen mit ihrem Feuer den Wald nicht abgebrannt haben, leben sie dort noch heute.
Kapitel 3
Der kleine Zwerg Grindol
Es war einmal ein Zwergenjunge namens Grindol, der auf dem Mars lebte und sich eines Tages auf die Reise zur Erde machte, weil dort seine Vorfahren vor sehr langer Zeit gelebt hatten. Bei seiner Ankunft landete er im Schmetterlingstal. In diesem Tal gab es nur Wiesen und darauf wuchsen tausende von herrlich duftenden Blumen, damit die Schmetterlinge von ihrem Nektar naschen konnten. Auch tranken sie ihren Pflanzensaft, aber am liebsten aßen sie Honigtau von Läusen, die auf den Blumenstängeln lebten. An heißen Sommertagen konnte man sie Wasser aus kleinen Pfützen trinken sehen.
Der Zwerg war so winzig, dass ihn niemand jemals gesehen hatte. Sein Körper war von Kopf bis Fuß grün wie das Gras und wenn er sprach, klang es wie der Wind, der durch das Laub der Bäume rauschte. Er fühlte sich sehr wohl im Tal der Schmetterlinge, aber nach einiger Zeit bekam er Heimweh und wollte zurück zu seiner Familie. Doch sein Fluggerät war verschwunden und er überlegte verzweifelt, wie er wieder nachhause zum Mars kommen konnte. Er weinte und seine Tränen fielen einem Riesen-Schmetterling auf die Flügel. Der wunderte sich, denn es regnete an diesem Tag nicht. Da hörte er Grindol sagen: „Lieber Schmetterling, ich bin ein Zwerg vom Mars und so winzig klein, dass du mich nicht sehen kannst. Bitte hilf mir, ich weiß nicht, wie ich zurück zu meiner Familie kommen kann.“ Der Schmetterling antwortete: „Ich fliege dich dorthin, aber es ist ein weiter Weg und wir brauchen für unterwegs etwas zu essen. Denn man kann nicht wissen, ob wir unterwegs auf Blumen treffen werden.“
Als sie so redeten, kam eine Schmetterlingsfee vorbei. Sie hatte alles mit angehört und sagte: „Ich kann euch helfen. Hier ist ein goldener Löffel voller Honigtau, der niemals leer werden wird. So habt ihr immer genug zu essen und die Reise wird euch gelingen.“
