Lucie und der Drache - Ute König - E-Book

Lucie und der Drache E-Book

Ute Konig

0,0
8,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Lucie ist zehn Jahre alt und hat Angst, dass sich ihre Eltern scheiden lassen. Sie streiten sich oft, vor allem wegen dem geplanten Umzug von Frankfurt nach Hamburg. Dort trennen sie sich, weil ihr Vater eine andere Frau kennengelernt hat. Lucie ist darüber sehr traurig und eines Nachts erscheint Laiva bei ihr. Das ist ein kleines Drachenmädchen, dass gekommen ist, um Lucie zu trösten und ihre beste Freundin zu sein. Die beiden erleben viele spannende und auch lustige Abenteuer bis sie auf einem Jahrmarkt Riesenrad fahren und von dort aus spurlos verschwinden…

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 74

Veröffentlichungsjahr: 2024

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14

Impressum neobooks

Wortzähler: 14821

Lucie und der Drache

von

Ute König

Ute König

Kapitel 1

Lucie war wie immer dienstags nachmittags im Ballettunterricht gewesen. Sie liebte Balletttanzen und das seit sieben Jahren. Sie wollte damals schon Balletttänzerin von Beruf werden. Sie fuhr an diesem Nachmittag mit der Straßenbahn nach Hause in die Frankfurter Innenstadt. Normalerweise nahm sie die viel schnellere U-Bahn, aber sie hatte es nicht eilig, weil ihr Vater von zuhause aus arbeitete und sich sicher wie so oft in den letzten Wochen mit ihrer Mutter streiten würde. Lucie war heiß vom Tanzen und sie schwitzte so, dass ihr Schweißperlen übers Gesicht liefen. Sie wollte nichts wie raus aus der Bahn, an die frische Luft. Lucie saß zwei älteren Damen gegenüber, die voll bepackt mit Einkaufstaschen waren. Ach, sie wäre auch gerne mal wieder shoppen gegangen, aber ihr Vater hatte neuerdings nie Lust dazu. Ja, ihr habt richtig gelesen! Sie ging nur mit ihm einkaufen, weil er viel spendabler war und nicht andauerend an den Klamotten etwas auszusetzen hatte, die ihr gefielen. Im Gegensatz zu ihrer Mutter!

Eine der beiden Damen fragte Lucie: „Na Kleines, bist du ganz alleine ohne deine Mama und deinen Papa unterwegs?“.

„Ich bin doch nicht mehr klein, sondern schon zehn!“, antwortete sie.

„Oh, entschuldige bitte! Du hast so eine zarte Figur, ein kleines blasses Gesicht und für zehn bist du nicht gerade groß“, sagte die Dame.

Die andere Frau schüttelte den Kopf und schimpfte: „Aber Margot, was redest du denn wieder für einen Unsinn? Mit ihren roten langen Haare und den Locken, die ihr hübsches Gesicht mit den Sommersprossen einrahmen, wird sie sicher mal eine Schönheit, wenn sie groß ist!“

Darüber musste Lucie lachen, bis ihr wieder einfiel, warum sie es heute nicht eilig hatte, heimzukommen. Und das nur, weil ihr Vater vorhatte nach Hamburg umzuziehen, um mehr Geld als Architekt zu verdienen. Lucie war deshalb sehr traurig, denn sie wollte auf keinen Fall weg aus Frankfurt. Sie hatte hier viele Freundinnen und ihre beste Freundin Betty. Auch ihre Großeltern wohnten dort, die sie oft besuchte. Ihre Oma machte nämlich die weltbesten Pfannkuchen mit selbstgekochter Marmelade. Und Lucie mochte ihre Schule - ja, sie ging gern dorthin! Sie half ihren Mitschülern, wenn sie Probleme mit den Hausaufgaben hatten, und lernte mit ihnen für Klassenarbeiten. Einige Kinder meinten, sie wäre eine Streberin lachten sie aus, wenn sie sich im Unterricht meldete.

Als Lucie dann nach Hause kam, stritten sich ihre Eltern, wie sie es befürchtet hatte.

Ihre Mutter Britta sagte: „Ich möchte nicht nach Hamburg ziehen und Lucie auch nicht. Sie hat hier alles und ist todunglücklich. Ich höre sie jede Nacht weinen. Sie versteht nicht, warum wir unbedingt so weit weg ziehen müssen.“

„Das ist doch Quatsch! Sie ist alt genug, um das zu verstehen, sie will nur nicht. Echt, manchmal ist sie so bockig wie eine Fünfjährige. Und schließlich wird sie in Hamburg viel mehr Taschengeld bekommen können. Damit liegt sie uns doch schon seit Monaten in den Ohren!“

„Mehr eigenes Geld wollen doch alle Kinder. Kann sein, dass sie momentan ‚auf Durchzug schaltet‘. Sie ist sowieso im Moment nicht gut auf dich zu sprechen, weil du so gut wie nie Zeit für sie hast. Und in Hamburg wirst du noch mehr arbeiten.“

„Ich weiß das alles, aber diese berufliche Chance bekomme ich vielleicht nie mehr! Also, wenn nicht jetzt, wann dann?“

„Du denkst nur an dich und das viele Geld, das du verdienen willst! Aber Geld ist doch nicht das Wichtigste. Ich möchte, das Lucie glücklich ist und dafür braucht sie keine teure Eigentumswohnung mit einem riesengroßen Kinderzimmer und auch nicht mehr Taschengeld. Unsere kleine Wohnung genügt uns doch, oder dir etwa nicht mehr?“

„Doch, ich fühle mich auch wohl hier, aber hier komme ich definitiv beruflich nicht weiter. Ich werde immer ein kleiner Angestellter bleiben und in Hamburg kann ich ein Architekturbüro leiten. Und du beklagst dich doch oft über deinen Job als Erzieherin“.

„Das stimmt so nicht. Ich habe nur erzählt, dass es mit den ausländischen Familien auch mal Probleme gibt. Ich möchte nicht in so einer Elite-Einrichtung in Hamburg arbeiten. Kinder von reichen Eltern betreuen, weil sie selbst keine Lust dazu haben. Nein danke! Das sind karrieregeile Leute, genau wie du!“

„Ja, so kann man’s auch sehen, wenn man will... Ich möchte doch auch, dass es Lucie gut geht. Aber dort kann sie auf eine Privatschule gehen und besseren Ballettunterricht bekommen. Außerdem ist die Wohngegend wirklich tausendmal besser als die Frankfurter Innenstadt. Bei so viele Kriminellen, die sich hier herumtreiben habe ich immer Angst um Lucie. Und jetzt, wo sie älter und immer hübscher wird, erst recht.“

„Da hast du dir ja eine Menge Ausreden einfallen lassen. Lucie ist ein vernünftiges Mädchen, das gut auf sich selbst aufpassen kann. Und sie ist nie alleine im Dunkeln unterwegs. Wenn, dann auf hellerleuchteten Straßen oder ich hole sie ab. Du hast da ja nie die Zeit dafür! Du hast überhaupt keine Ahnung, was wir den Tag über so machen, stimmt’s?“

„Na klar, jetzt bin ich wohl auch noch schuld daran, dass wir hier wohnen. Leider haben wir aber nicht genug Geld, um uns eine Wohnung in einem besseren Viertel zu mieten. Womit wir wieder bei meinem neuen Job! wären! In einem der teuersten Viertel Hamburgs müssten wir uns über sowas keine Gedanken mehr machen. Außerdem ist Lucie ein liebes offenherziges Mädchen, da wird sie bestimmt schnell neue Freundinnen in Hamburg finden“, antwortete ihr Vater.

Und so ging das immer weiter, bis Lucies Mutter schließlich mit dem Umzug einverstanden war. Aber es blieb ihr auch nichts anderes übrig. Denn ihr Vater wäre sonst alleine nach Hamburg gezogen und sie hätten sich nur an den Wochenenden gesehen. Das wollte sie Lucie nicht antun, die sehr an ihrem Vater hing, obwohl er so wenig Zeit für sie hatte.

Kapitel 2

Und dann, an einem Samstagmorgen Anfang September, war der Tag des Umzugs gekommen. Früh morgens fuhren sie von ihrer Wohnung in Frankfurt los. Vorbei an der „Alten Oper“, dem „Römer“ und über den „Eisernen Steg“. Als sie am „Palmengarten“ vorbeifuhren, wurde Lucie noch trauriger, denn sie musste an die vielen Ausflüge denken, die sie dorthin gemacht hatten. Dort gab es einen richtigen Urwald unter einer riesigen Glaskuppel mit vielen exotischen Pflanzen und Tieren. Und sie vermisste jetzt schon ihre beste Freundin Betty, obwohl sie am Abend vorher zum Abschied noch lange gemeinsam gequatscht und gelacht hatten. Sie hatte Angst, dass sie in Hamburg keine neuen Freunde finden würde. Bestimmt würde sich dort niemand für sie interessieren, weil sie zu langweilig war.

Am frühen Nachmittag kamen sie in Hamburg an. Die neue Eigentumswohnung gefiel Lucie besser als erwartet. Von ihrem Kinderzimmerfenster aus hatte sie einen tollen Blick auf den Hafen und die Elbe. Und wenn sie das Fenster aufmachte, konnte sie das salzige Meerwasser riechen und die Möwen schreien hören. Aber das tröstete sie kein bisschen, sie hatte einfach nur Heimweh! Als die Möbel aus ihrem alten Zimmer aufgestellt waren, blieb noch viel Platz für neue und ihr Vater versprach ihr das lang ersehnte megagroße rosa Himmelbett zu kaufen. Zusammen mit dem Teppich in der gleichen Farbe, mit goldenen Kronen verziert. Das war voll kitschig. Aber mit zehn war so ein Mädchentraum ja wohl noch erlaubt. Und wenn sie hier eine neue Freundin finden würde, wäre die bestimmt davon beeindruckt.

Kapitel 3

Ein paar Monate später, es war ein Donnerstagabend, hörte Lucie, wie sich ihre Eltern mal wieder lautstark stritten. Ihr Vater sagte: „„Britta, wir müssen reden!“ Das hatte er so komisch gesagt, dass Lucie sofort ahnte, dass etwas Schlimmes passiert sein musste.

Das ging ihrer Mutter genauso, denn sie sagte erschrocken: „Mattias, ist was passiert?“

Ihr Vater antwortete: „Ja, Britta, für euch beide wird es schrecklich sein, was ich dir jetzt sage. Ich habe eine andere Frau kennengelernt und ich liebe sie. Sie heißt Amy und ist eine Kollegin von mir. Es tut mir leid, es ist einfach so passiert!“

„Wie, einfach so passiert? Das sagen die in Filmen auch immer und du warst derjenige, der sich darüber am allermeisten aufgeregt hat. Und jetzt das! Ich fasse es nicht!“, schrie ihre Mutter.

„Ich kann doch nichts dafür, dass ich mich in Amy verliebt habe. Wir sind schon eine ganze Zeit zusammen und ich werde zu ihr ziehen“, sagte ihr Vater. „Lass uns doch bitte in aller Ruhe darüber reden.“

„Da gibt’s nichts mehr zu reden! Raus hier, verschwinde auf der Stelle und nimm gleich deinen ganzen Kram mit!“, schrie ihre Mutter weiter.

„Aber ich möchte wenigstens morgen noch mit Lucie sprechen, ihr alles erklären“, bat ihr Vater.

„Was soll es da noch zu erklären geben? Ich werde mit ihr reden und mir überlegen, wann und ob du sie wiedersehen wirst“, sagte ihre Mutter.

„Lucie ist auch meine Tochter!“ Ihr Vater war laut geworden.