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Marco will endlich seinen Zwillingsbruder finden, welcher als Baby entführt wurde. Als die Elfe Philomela unverhofft auftaucht und ihn bittet, den sagenumwobenen Ring der Elemente zu finden und damit den unerklärlichen Wintereinbruch in der Zauberwelt zu stoppen, scheint sich sein Herzenswunsch in Luft aufzulösen. Sein Zauberlehrer Marduk verspricht ihm aber, in der Zwischenzeit nach seinem Zwillingsbruder zu suchen. Wird Marco den Ring finden und Marduk sein Versprechen halten?
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Seitenzahl: 94
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Ich danke und widme dieses Buch:
Meiner Mutter Anita
meinem Bruder Reto
und natürlich allen meinen Fans.
Neuer Hoffnungsschimmer
Klimaveränderung
Der gestohlene Ring
Reise in die Vergangenheit
Zu früh
Der Beweis
Das Abkommen
Wo ist Ogo?
Der Druide
Im Föhrenwald
Ausgetrickst
Unbehagen
Das Schatzkästchen
Die Elemente
Zurück in Nuithonien
Erde und Wasser
Der Sturm
Ausgetauscht
Zurück im Klassenzimmer
Gefangen
Feuer und Luft
Der Eispalast
Wiedervereinigung
Abschied
Zaubergesten und -utensilien
Es war bereits über elf Jahre her, dass Marcos Zwillingsbruder Marc aus dem Kinderzimmer entführt worden war. Damals waren beide noch Babys und doch konnte sich Marco an dieses schreckliche Erlebnis erinnern, als wäre es gestern gewesen. Er wusste noch, dass es ein stürmischer Abend gewesen war und er trotzdem friedlich schlafen konnte, als ob ihm das laute Getöse nichts anhaben könnte. Seinem Zwillingsbruder musste es wohl anders ergangen sein, denn er schrie laut auf, als das Zimmerfenster aufgerissen wurde. Eine dunkle Gestalt, deren Gesicht man nicht erkennen konnte, stand im Zimmer und griff nach ihm.
Marco erwachte aus seinem Schlaf und sah mit an, wie sein Bruder vor seinen Augen entführt wurde. Leider wusste er nicht, wie ihm helfen konnte und begann auch laut zu schreien.
Als seine Eltern das Zimmer betraten, war Marcs Bett leer und nur noch Marco da. Sie nahmen ihn sofort aus dem Bettchen und rannten gemeinsam aus dem Haus um den Entführer zu suchen. Leider wusste nur Marco, wie diese Gestalt ausgesehen hatte und wie sie verschwunden war, aber als Baby konnte er es natürlich seinen Eltern nicht erzählen.
Marco fühlte sich nach all der Zeit immer noch schuldig, dass er damals seinen Zwillingsbruder nicht hatte retten können und versuchte das Geheimnis um die dunkle Gestalt zu vergessen. Doch seit er gegen den Bösen Buben von Ril gekämpft hatte, und dieser ihm vor dessen Tod gesagt hatte, dass er seinen Bruder nie wieder sehen werde, erwachte dieses schreckliche Kindheitserlebnis wieder zu neuem Leben und holte ihn jeden Tag mehr und mehr ein.
Simone und Roger merkten, dass es Marco immer schlechter ging, und versuchten ihn mit allen Mitteln aufzumuntern, doch es gelang ihnen nicht.
Marco war in seiner Hoffnungslosigkeit gefangen und diese liess ihn nicht mehr los. Da half nicht einmal der Zaubertrank, den Marduk extra für ihn zusammengebraut hatte. Es schien, als ob Marco alles aufgegeben hatte, was ihm lieb gewesen war und ist.
In der Zauberwelt geschah inzwischen etwas Unvorstellbares. Niemand konnte sagen, was oder wer genau dahintersteckte. Das Klima veränderte sich immer mehr. Wo es vorher immer warm und grün gewesen war, machte sich Frost breit und es wurde kälter und kälter und alles vereiste.
König Zarenthos liess nach den Vertretern der Zauberwesen rufen, da er eine Versammlung abhalten wollte, um der Kälte Herr zu werden.
Als die Wesen sich in Zarenthos Schloss versammelt hatten, trat Prinzessin Alba hervor und sagte: „Es kann so nicht weitergehen. Wenn wir nicht erfrieren wollen, dann müssen wir jemanden finden, der diese Kälte vertreiben kann.“ Die blaue Elfe Philomela ergriff sofort das Wort: „Wir könnten doch Marco aufsuchen, damit er uns hilft. Zudem war einer meiner Vorfahren der Erschaffer dieser Welt, der damals den Ring der Elemente besass. Dieser wurde ihm eines Tages durch eine List gestohlen. Ich bin allerdings sicher, dass dieser Ring die Klimaveränderung aufhalten kann. Doch dazu brauchen wir einen Zauberer wie Marco, der für uns den Ring findet und einsetzt.“
Prinzessin Alba schaute Philomela an und meinte: „Wenn es dir gelingt, Marco in der anderen Welt aufzusuchen, dann überlasse ich dir gerne diese Aufgabe. Sei dir bewusst, dass niemand bei uns eine Zauberformel beherrscht, um aus unserer Welt in eine andere zu wechseln.“ „Lass das meine Sorge sein“, meinte die blaue Elfe und ging zum Wurzelmann Anubi zurück. Sie flüsterte ihm etwas ins Ohr. Er sah sie mit grossen Augen an und nickte. Dann führten sie gemeinsam den Ortswechsel-Zauber aus. Die Gesten hatten sie zum Glück auswendig gelernt, als sie mit Marco, Simone und Roger unterwegs gewesen waren und gesehen hatten, wie der Zauber funktionierte.
Sie waren von der einen auf die andere Sekunde verschwunden. Die Prinzessin war zuerst überrascht, dass die beiden Wesen eine Formel kannten, die in die andere Welt führte. Doch dann begann sie zu hoffen, dass Marco die Zauberwelt retten würde. Und so wartete sie ab diesem Zeitpunkt darauf, dass das Unmögliche möglich werden würde, und die Kälte durch den Ring wieder zu ihrem Ursprung zurückkehrte, woher sie gekommen war.
Marco wurde eines Tages überrascht, als Marduk ihm das magische Bild zeigte, welches der Böse Bub von Ril in seiner Grotte versteckt hatte. Denn auf diesem Gemälde hatte sich die Zauberwelt verändert. Darauf war Marco nicht als alleiniger zukünftiger Herrscher abgebildet. Es schien, als wäre Marc neben ihm abgebildet. Konnte es also sein, dass sein Zwillingsbruder gar nicht getötet worden war?
Die Hoffnung schien endlich wieder in Marco aufzublühen. Seine Traurigkeit war verflogen und es gelang ihm sogar wieder zu lächeln.
Er lief sofort zur Schulzimmertüre, um sich auf die Suche nach seinem Bruder zu machen, denn er glaubte an das Gemälde, da es bisher immer die Wahrheit gezeigt hatte. Auch wenn der magische Dolch zuvor das Bild gestaltet hatte und dieser darin verschwunden war, musste seine Magie immer noch auf das Gemälde wirken.
Als Marco die Türe öffnete, standen Philomela und Anubi davor. Diese beiden kannte er bereits aus seinem ersten Abenteuer, bei welchem er Prinzessin Alba gerettet hatte. Marco war überrascht, dass sie die Schule gefunden hatten, da sie ja nicht in der Zauberwelt war, sondern in einer Art Zwischenwelt. Leider wusste er es nicht mal selbst, wo die Schule sich befand, da er ja nur hierher kam, wenn er den Eingang seiner alten Schule in Fribourg betrat. Er freute sich von ganzem Herzen die beiden zu sehen.
Sie begrüssten sich und Philomela begann gleich eine Geschichte über einen König namens Nuithon zu erzählen. Doch Marco wollte zuerst wissen, warum sie da waren. „Es scheint so, dass in unserer Welt der ewige Winter ausgebrochen ist“, meinte Anubi, „und nur Philomelas Geschichte kann vielleicht Aufschluss geben, warum. Darum hör dir die Geschichte bitte zuerst an. Danach weisst du sicher, was genau zu tun ist, um uns vor dem sicheren Tod bewahren zu können.“ Marco setzte sich nur aus Anstand hin, auch wenn er lieber seinen Zwillingsbruder gesucht hätte. Mit ihm nahmen auch Simone, welche er aus der alten Schule hierher gebracht hatte, Roger, den er seit dem Kindergarten kannte, sowie Marduk, der 30jährige Zauberlehrer Platz. Denn alle wollten mehr von der Elfe erfahren.
Philomela begann noch einmal von vorne: „ Als ihr Schweizer noch als Helvetier an die alten Götter und Zauberwesen geglaubt habt, lebte ein Elfenkönig namens Nuithon in eurem Land. Er bewachte einen Ring, den er im Flussbett der Saane versteckte. Er war den Menschen wohlgesinnt, so dass er den Ring nur den Menschen übergeben wollte, wenn die Zeit reif dazu ist. Doch die germanischen und griechischen Götter wollten den Ring für sich beanspruchen und versuchten mit allen Mitteln, Nuithon den Ring wegzunehmen. Nuithon war immer schlauer und der Ring blieb an Ort und Stelle. Bedauerlicherweise fanden die Götter doch einen Weg ihm den Ring wegzunehmen, um ihre Macht wiederherzustellen.
Nuithons Freund, der Riese Ogo sollte für sie den Schatz stehlen. Dafür versprachen sie ihm eine Frau, damit er nicht mehr alleine bliebe. So ging Ogo zu Nuithon und erzählte ihm, dass sich die germanischen und griechischen Götter zusammengeschlossen hatten, um gemeinsam gegen die Elfen zu kämpfen, und am Ende den Ring zu kriegen. Da Ogo Nuithons Freund war, wollte der Elfenkönig sich selbst überzeugen und liess sich auf Ogos Schulter setzen, damit er die Angreifer besser sehen konnte. Doch die Angreifer mussten noch weit entfernt sein, denn der Elfenkönig sah sie nicht. Also gab er dem Riesen den Auftrag den Schatz zu verstecken, damit die Götter ihn nicht finden würden. Ogo griff ins Wasser und packte den Schatz ein. Dann liess er Nuithon wieder auf den Fels herunter und rannte davon. Die Götter kamen jedoch nicht und der Elfenkönig liess daraufhin nach dem Ring suchen. Leider vergassen die Menschen viel zu schnell ihre Götter und Zauberwesen, so dass wir aus eurer Welt verschwanden und Nuithon ohne Ring eine neue Welt erschaffen musste.“
Marco sah Philomela an und wollte wissen, was diese Geschichte denn mit dem ausbrechenden Winter in der Zauberwelt zu tun hätte.
Die Elfe erzählte weiter: „In der Schatzkiste war ein Ring versteckt, der die Macht hat, die vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser zu beherrschen, sobald jemand den Ring an den Finger steckt. Und nur der Träger allein vermag den ewigen Winter mit Hilfe des Ringes aufzuhalten. Doch es muss ein Mensch sein, denn nur ein Mensch besitzt noch die göttliche Gabe der Phantasie und die Macht, Träume Wirklichkeit werden zu lassen.“
Marco schluckte leer, als er diese Worte hörte. Wollte Philomela etwa, dass er sich auf die Suche nach dem Ring machte? Eigentlich wollte er viel lieber seinen Zwillingsbruder finden.
Marduk erinnerte sich an eine Legende, die er als Kind gehört hatte. Seine Eltern, welche sehr vermögend waren, hatten nämlich einmal nach einem Ring gesucht, der auf die Beschreibung passte. Leider hatten sie ihn nie gefunden. Abgesehen davon, war seine Kindheit alles andere als gut. Seine Mutter wurde eines Nachts zu Hause von einer dunklen Gestalt umgebracht und von seinem Vater fehlte am nächsten Tag jede Spur. Er wusste bis heute nicht, ob sein Vater selbst die dunkle Gestalt gewesen war oder nicht. Diese Frage beschäftigte ihn bereits sein ganzes Leben.
Marduk sah Marco an und sagte: „ Ich finde, diese Aufgabe ist genau die Richtige für dich. Ich werde mit dem Rest der Schüler deinen Zwillingsbruder suchen.“ Simone und Roger schüttelten den Kopf: „Wir werden Marco begleiten.“ „Auch gut. Er kann eure Hilfe bestimmt gebrauchen. Dann mache ich mich mit den anderen Schülern auf den Weg.“ Die restlichen drei Schüler standen auf und gingen zu Marduk. „Klar sind wir bei diesem Abenteuer dabei“, antwortete einer der Schüler namens Paolo.
So verabschiedeten sich alle und verliessen das Klassenzimmer in zwei Gruppen.
Marco und seine Freunde befanden sich vor Marcos alter Schule. Da sich diese in Fribourg befand, waren sie genau am richtigen Ort für den Beginn der Suche nach dem Ring der Elemente. Philomela und Anubi waren von der lauten Stadt wie erschlagen. Sie hatten bis dahin weder Autos, Busse, Mofas, noch so viele Häuser auf einmal gesehen. Zudem hatte es immer nur einzelne Bäume am Strassenrand verteilt, so dass es wohl keinen Wald mehr zu geben schien in dieser Welt. Es ist kein Wunder, dass die Menschen die Zauberwesen bei dem Gehetze vergessen hatten und gleichzeitig auch nicht mehr in der Lage waren, sie nicht mehr zu sehen.
Marco hob die verstörten Wesen auf und fragte: „Wo war der Schatz damals versteckt?“ Philomela dachte nach und antwortete: „ Soviel ich weiss, war der Schatz weiter südwestlich von Fribourg versteckt. Wenn wir der Saane folgen, finden wir den Standort sicher.“ Roger sah Marco an und wollte wissen, warum er dort hinwollte. Schliesslich war die Schatzkiste ja nicht mehr dort. „Ich möchte
