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MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!
E-Book (ePub) basiert auf: 13. Auflage 2026
Traumurlaub im Inselreich: Der MARCO POLO Reiseführer für Bali, Lombok und Gilis Du willst palmengesa¨umte Sandstrände? Spannende Unterwasserwelten? Exotische Natur und mächtige Vulkane? Kein Problem! Alle Zutaten für deinen Traumurlaub sind auf Bali, Lombok und den Gilis reichlich vorhanden. Auf den beschaulichen Inseln erkundest du mit dem Roller versteckte Buchten, mit dem Surfbrett einmalige Breaks und mit dem Boot die buntesten Tauchspots. Und wenn du von all der Aufregung eine Pause brauchst, kannst du dich auf eine fabelhafte Küche, relaxte Verwo¨hntage im Spa und sonnige Stunden mit Sand zwischen den Zehen freuen.
Die Inselwelt um Bali hat für jeden etwas zu bieten und mit dem MARCO POLO Reiseführer entgeht dir nichts!
Unvergessliche Urlaubsmomente mit den MARCO POLO Insider-Tipps
Den Farbfilter kannst du getrost zu Hause lassen: Die grünen Reisterrassen, das tiefblaue Meer und die bunten Gewänder der Einheimischen leuchten von ganz allein. Und wenn sich bei Flut die meterhohen Wellen an den Steilklippen brechen, gibt’s ein atemberaubendes Fotomotiv obendrauf. Alle Tipps für die besten Erlebnistouren, Ausflüge und Fotospots findest du in deinem MARCO POLO Reiseführer – damit dein Urlaub auf Bali, Lombok und den Gili-Inseln wirklich unvergesslich wird!
ERLEBE LOS!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 169
Veröffentlichungsjahr: 2026
1 PURA LUHUR ULUWATU
Hoch über den Klippen thront einer der ältesten Tempel Balis. In die tosende Brandung zu seinen Füßen stürzen sich mutige Surfer
Tipp: Bester Zeitpunkt zum Fotografieren ist während des täglichen Kecak-Tanzes zum Sonnenuntergang
Südbali
2 OSTSTRAND VON GILI TRAWANGAN
Nach einem relaxten Tag am Meer geht‘s abends zum Feiern an den Oststrand – mehr Party geht nicht
Gilis
3 DANAU BUYAN & DANAU TAMBLINGAN
An den beiden idyllischen Seen kann man herrlich durch Reisfelder und zu Wasserfällen spazieren
Zentral- & Nordbali
4 NUSA LEMBONGAN
Auf der beschaulichen Insel erkundest du mit dem Roller versteckte Buchten, mit dem Surfbrett tolle Breaks und mit dem Boot die phantastischen Tauchspots
Tipp: Bei Flut brechen sich meterhohe Wellen an den Steilklippen – ein atemberaubendes Motiv
Ostbali
5 GILI-MENO-WAND
Ein Tauchspot mit bizarren Korallen, versunkenen Skulpturen, farbenprächtigen Fischen und seltenen Meeresschildkröten
Gilis
6 SEMINYAK
Sehen und gesehen werden: Nirgends sonst auf Bali sind die Restaurants so edel, die Bars so cool, die Boutiquen so schick
Südbali
7 GUNUNG RINJANI
Wo noch findet man auf einem aktiven Feuerberg einen heiligen See (Foto), gespickt mit einem weiteren kleinen Vulkan?
Tipp: Das morgendliche Wolkenmeer unter der aufgehenden Sonne mit Blick bis zum Gunung Agung auf Bali
Lombok
8 UBUD
Im Herzen von Bali gibt‘s Kunst und Kultur und alle Wohltaten für Körper, Geist und Seele
Zentral- & Nordbali
9 GUNUNG BATUR
Mitten im lebendigen Bali: eine vulkanische Einöde mit Endzeitatmosphäre
Tipp: Ein Bild vom Gipfel über der Caldera, wenn die Sonne untergeht
Zentral- & Nordbali
10 SÜDKÜSTE LOMBOKS
Versteckte Buchten mit Traumstränden und perfekten Wellen für Surfer und solche, die es werden wollen
Tipp: Toller Panorama-Shot: der lange Strand und das blaue Meer von Tanjung Aan vom Bukit Merese aus
Lombok
DIE MARCO POLO BUCKETLIST
MARCO POLO TOP-HIGHLIGHTS
DAS BESTE ZUERST
... grün & fair
... Low Budget
... mit Kindern
... typisch
SO TICKEN BALI & LOMBOK
Entdecke Bali & Lombok
Auf einen Blick
Bali & Lombok verstehen
Klischeekiste
ESSEN, SHOPPEN, SPORT
Essen & Trinken
Shoppen & Stöbern
Sport
DEIN MARCO POLO URLAUBSPLANER
SÜDBALI
Kuta/Legian
Seminyak
Rund um Seminyak
Denpasar
Sanur
Rund um Sanur
Bukit-Halbinsel
ZENTRAL- & NORDBALI
Ubud
Rund um Ubud
Lovina
Rund um Lovina
Pemuteran
Rund um Pemuteran
OSTBALI
Amed
Rund um Amed
Candidasa
Rund um Candidasa
Padang Bai
Rund um Padang Bai
Nusa Lembongan
Rund um Nusa Lembongan
Nusa Penida
LOMBOK
Kuta Lombok
Rund um Kuta Lombok
Sekotong & Südliche Gilis
Mataram
Rund um Mataram
Tetebatu
Rund um Tetebatu
Senggigi
Rund um Senggigi
Senaru
Rund um Senaru
GILIS
Gili Trawangan
Gili Meno
Gili Air
ERLEBNISTOUREN
Bali, Lombok und die Gilis – ein bisschen was von allem
Aktiv im Hochland
Mystische Tempel, Reiskultur und ein Vulkan
Panoramatour im Norden Lomboks
GUT ZU WISSEN
Ankommen
Weiterkommen
Im Urlaub
Notfälle
Wichtige Hinweise
Spickzettel Indonesisch
URLAUBSFEELING
REGISTER
IMPRESSUM
BLOSS NICHT!
BESSER PLANEN MEHR ERLEBEN!
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Die Reisterrassen werden oftmals ohne den Einsatz von Maschinen bestellt
DIE WELT ENTDECKEN - UND SCHÜTZEN
Beim Debris Free Friday(@debrisfreefriday) auf Gili Trawangan treffen sich engangierte Touristen, Einheimische und Expats, um gemeinsam etwas gegen die Flut von Plastikmüll zu unternehmen, die Wind und Wellen über die Insel spülen. Einige Materialien können sogar recycelt werden.
Mangels trinkbarem Leitungswasser bist du auf abgefülltes Trinkwasser angewiesen. Vielerorts findest du Wasserspender und Nachfüllautomaten. Damit sparst du dir das ständige Neukaufen und trägst einen kleinen Teil zur Reduzierung des Plastikabfalls bei.
Zwischen dem Flughafen, Kuta, Sanur und Ubud verkehrt 2x täglich der Kura-Kura-Bus (kura2bus.com). Zwischen Kuta, Sanur, Ubud, Denpasar und Tabanan fahren Teman-Busse (Foto), deren Haltestellen (erkennbar an den „Trans Metro Dewata“-Schildern) und aktuelle Position du über die App Mitra Darat sehen kannst. Sie sind nicht nur günstiger als ein Taxi, sie senken auch das Verkehrsaufkommen – und deine CO2-Bilanz.
Auf Bali und Lombok findet man problemlos Guides, Fahrer, Surflehrer, die man telefonisch oder per Mail direkt kontaktieren kann. Ohne Reiseagentur oder Vermittler bleibt mehr vom Umsatz bei den örtlichen Familien hängen.
Auf Bali begegnen dir viele Hunde. Als Streuner oder in Gefangenschaft leben etliche von ihnen unter elenden Bedingungen. Die Bali Dog Association(balidogassociation.com) nimmt Fundtiere auf, pflegt sie und sucht für sie ein neues Zuhause. Besucher können im Airbnb wohnen, mit Welpen kuscheln und die NGO mit ein paar Euro unterstützen.
FÜR DEN KLEINEN GELDBEUTEL
Trag dein eigenes Wickeltuch (sarong), das du auf dem Markt oder im Souvenirshop erstehen kannst, wenn du einen Tempel besuchst. So sparst du die Leihgebühr für Schärpe und Wickelrock vor Ort und hast gleich ein Souvenir.
Keine Lust auf Museum? Ohne Eintritt zu bezahlen, kannst du bei einem Streifzug durch Ubuds Galerien balinesische Malerei und Bildhauerkunst bewundern – dazu gibt es oft noch einen Kaffee.
Zentral- & Nordbali
Gamelan (Foto), Tanz und Schattenspiel gehören zu jedem Tempelgeburtstag. Anstatt Tickets für eine Touristenvorführung zu kaufen, erkundigst du dich einfach, wo das nächste Odalan-Fest stattfindet – Touristen sind willkommen, wenn sie sich gebührend verhalten.
Bali & Lombok verstehen
Das aus Spenden finanzierte Turtle Conservation and Education Center auf Serangan ist frei zugänglich und informiert über das Rettungsprogramm für die vom Aussterben bedrohten Meeresbewohner. Spenden sind natürlich willkommen.
Südbali
Günstiger als die Taxikooperativen und Transportvermittler mit ihren Festpreisen sind die Privattaxis, die du über die App Grab bestellst. Aber Achtung: In einigen Orten (z. B. Ubud) werden Grab-Taxis nicht geduldet und können dich daher nicht abholen.
Gut zu wissen
SPANNENDES FÜR GROSS & KLEIN
Indoor-Spielplätze gibt es einige, aber schöner spielt es sich im Freien, z. B. im beaufsichtigten Ohana Kids Paradise. Für wenige Euro pro Tag können die Kleinen sich dort austoben oder kreativ werden. Von 18 bis 22 Uhr werden Animationsfilme auf der Leinwand gezeigt.
S. 63, Südbali
Der Lombok Wildlife Park ist eine tolle Möglichkeit, stattliche Vertreter der tropischen Tierwelt zu erleben. Neben Dickhäutern werden hier Orang-Utans, Krokodile und Papageien weitgehend artgerecht gehalten.
Lombok
Bubblemaker-Kurse führen Kinder ab acht Jahren im Pool, ab zehn Jahren im offenen Meer behutsam ans Schnorcheln und Tauchen heran (Foto). Angeboten werden sie bei fast allen professionellen Tauchzentren, z. B. bei Crystal Divers in Sanur.
Südbali
Deine Kinder sind von balinesischen Musikinstrumenten, Tänzen und Tempelfesten vermutlich genauso fasziniert wie du und würden am liebsten selbst mitmachen. Wie gut, dass es Schnupperkurse gibt, in denen Kids Gamelan und einfache Tanzschritte lernen, außerdem batiken, schnitzen oder Opfergaben anfertigen können. Das ARMA in Ubud z. B. führt solche Kurse durch.
Zentral- & Nordbali
Einige Surfschulen, z. B. Bali Green Surf, bieten speziell Kurse für Familien und Kinder, bei denen Kids (und Eltern) erste Stehversuche auf dem Brett unternehmen können.
Südbali
DAS ERLEBST DU NUR HIER
Laut, fotogen und garantiert exotisch: bis zu hundert Männer, die sich synchron bewegen, dabei rhythmisch rufen und in Trance über glühende Kohlen laufen. Besonders eindrucksvoll sind die Kecak-Vorstellungen bei Sonnenuntergang am Pura Luhur Uluwatu.
Südbali
Beim Perang Topat zu Beginn der Regenzeit bewerfen sich Hindus und muslimische Sasak im Pura Lingsar mit in Palmblätter gewickeltem Reis. Diese Reispäckchenschlacht ist ein großes Fest für alle, egal welcher Religion sie angehören.
Lombok
Frühmorgens kannst du den Fischern in Jimbaran zusehen, wie sie mit ihren bunten Auslegerbooten ihren Fang an Land bringen, den du abends in einem der vielen warungs gleich daneben verspeist – am besten auf glühenden Kokosschalen gegrillt.
Südbali
Knallbunt gekleidete Frauen balancieren Früchtepyramiden auf den Köpfen, die Männer schlagen schwere Gongs: Auf Bali „lauern“ Prozessionen quasi hinter jeder Ecke. Am beeindruckendsten sind die Paraden zum Galungan-Fest (Foto), z. B. auf Nusa Penida.
Ostbali
Außer faszinierenden Korallenriffen kannst du am Meeresgrund auch originelle Kunstwerke und Installationen entdecken. Einige regen zum Nachdenken an, andere, z. B. das Motorrad vor Gili Trawangan, verführen eher zu einem Selfie.
Gilis
Ausdrucksstark: Augenrollen gehört beim Legong-Tanz zur Choreografie
Ein bedeutendes Heiligtum Balis ist der der Seegöttin geweihte Tempel im Bratan-See
Palmengesäumte Sandstrände? Check. Traumhafte Unterwasserwelten? Gibt’s. Reisterrassen und mächtige Vulkane? Unbedingt. Exotische Kultur und erschwingliche Preise? Aber hallo! Die Zutaten für einen tollen Urlaub sind auf Bali und Lombok reichlich vorhanden. Surfer, Taucher und Bergsteiger finden hier ihr Paradies, alle anderen dürfen sich auf eine fabelhafte Küche, relaxte Verwöhntage im Spa und sonnige Stunden mit Sand zwischen den Zehen freuen.
Allen modernen Verlockungen zum Trotz: Was Bali in der Welt so einzigartig macht, ist seine unverwechselbare, überall spürbare Kultur. Dank ihr hat sich die Insel im Indischen Ozean trotz Massentourismus bis heute ihren ganz eigenen Charme bewahrt. Schon am Flughafen wirst du vom sanften Klang der Gamelanmusik und dem Duft von Nelkenzigaretten begrüßt. Auf der Fahrt ins Hotel siehst du am Straßenrand kunstvoll geflochtene Bastkörbchen mit Blumen und Reis, die die Häuser vor Dämonen schützen. Wenn morgens die Frauen ihre ersten Opfergaben darbringen, liegst du vermutlich noch in den Federn. Jede Familie – auch jedes Hotel – ehrt die Hausgötter und Dämonen mehrmals täglich mit Früchten, Reis, Blumen und Räucherstäbchen. Sie sollen die Balinesen – und ihre Gäste – vor Unheil schützen. Festliche Prozessionen sind noch beeindruckender: Elegant gekleidete Balinesinnen balancieren zu dröhnenden Gongklängen kunstvoll aufgetürmte Gestecke aus Früchten und Blumen auf ihren Köpfen. Für die Zeremonie im Dorftempel bindet sich der Surflehrer aus Kuta ebenso den traditionellen Kopfschmuck um wie der Bankangestellte aus Denpasar.
1478Unter dem Islam bricht das hinduistische Majapahit-Reich auf Java zusammen, der Thronfolger flüchtet nach Bali und gründet eine neue Hindudynastie
17. Jh.Balinesen erobern Lombok
1906/08Puputan (ritueller Massenselbstmord) balinesischer Fürstenhöfe, um nicht kolonisiert zu werden
1942–45Japan besetzt Niederländisch-Ostindien
17. Aug. 1945Unabhängigkeitserklärung Indonesiens
1945–48Unabhängigkeitskrieg gegen die Niederländer
1955Erste freie Wahlen, Sukarno wird Präsident
1965/66Machtübernahme durch General Suharto, Beginn der diktatorischen „Neuen Ordnung“
1998Asienkrise; nach schweren Unruhen tritt Suharto zurück
2002 und 2005Bombenanschläge auf Bali
2025Demonstrationen gegen Abgeordnetengehälter führen landesweit zu gewaltsamen Ausschreitungen
Diese Rituale sind Teil des balinesischen Alltags und keineswegs nur inszeniert, doch natürlich gedeiht die hinduistische Kultur auch dank des Tourismus, von dem mehr als 80 Prozent der Balinesen leben. Tänze, Musik und Kunsthandwerk dienen nicht nur religiösen Zwecken, sondern auch der Unterhaltung und dem Gelderwerb. Seit den 1960er-Jahren fördert die Regierung diese Symbiose aus Traditionspflege und Tourismus systematisch. Heute ist Bali nicht nur die letzte hinduistische Provinz Indonesiens, des Lands mit der größten islamischen Bevölkerungsgruppe der Welt, sondern auch ausgesprochen weltoffen. Fast jeder Balinese spricht etwas Englisch, du kommst schnell in Kontakt mit Einheimischen und bist bei den meisten Zeremonien als Zuschauer willkommen. Balis Beliebtheit bedeutet aber auch, dass du um die Begegnung mit anderen Touristen nicht herumkommst – kein Wunder bei mehreren Millionen ausländischen Besuchern jährlich. Aber keine Sorge, es gibt sie noch, die idyllischen Rückzugsräume, tourifreien Dörfer und authentischen Begegnungen. Bei aller Kommerzialisierung ist es doch bewundernswert, wie harmonisch viele Balinesen ihre traditionelle Lebensweise damit in Einklang bringen.
Nur an wenigen Flecken der Erde trifft eine solch anmutige Lebensart auf so viel Naturschönheit. Im Süden von Bali rollt die für Surfer perfekte Brandung an malerische Steilklippen und weiße Sandstrände. Ein mächtiges Gebirge mit tiefen Schluchten und tosenden Wasserfällen erhebt sich in der Mitte der Insel, gekrönt vom 3148 m hohen Gunung Agung. Dieser Vulkan ist nicht nur heilig, sondern auch ziemlich aktiv. Aber keine Angst, bei Ausbrüchen ist nur ein kleiner Teil der Insel direkt betroffen, für die meisten Urlauber beschränkt sich das Risiko auf Einschränkungen im Flugverkehr. Auch mit kleinen Erdbeben musst du rechnen, meist ein kurzes Rütteln oder Schwanken – willkommen am Pazifischen Feuerring! Im trockenen Norden ziehen sich schwarze Lavasandstrände entlang der ruhigen Küste mit phantastischen Unterwasserwelten. Das zentrale Bergmassiv ist von großen Seen durchsetzt: Buyan, Tamblingan, Bratan und Batur. Diese speisen das Grün der Reisterrassen an den Berghängen. Das ausgeklügelte Bewässerungssystem der Bauern und die damit verbundene Sozialstruktur und Kulturlandschaft sind sogar immaterielles Unesco-Weltkulturerbe.
Wenn du Touri-Orte eher meidest, kannst du jede Menge abseitige Ziele entdecken, auch auf den beiden vorgelagerten Inseln Nusa Lembongan und Nusa Penida. Zwar hat der Massentourismus auch hier Fuß gefasst, aber die bescheidene Infrastruktur und die raue Küstenlandschaft verleihen einer Rundfahrt über die Insel mitunter etwas Abenteuerliches. Auf Balis östlicher Nachbarinsel kannst du dem ganzen Rummel noch leichter entfliehen, denn auch an die Gestade des muslimisch geprägten Lombok schwappen die Trends und Besuchermassen aus Bali nur punktuell. Die Insel ist allenfalls in Senggigi und Kuta Lombok vom Massentourismus geprägt. Da der Rest der Insel von diesem weitgehend ignoriert wird, kannst du die Reisfeldidylle von Tetebatu in Ruhe genießen und findest im Süden mit etwas Glück noch menschenleere Strände. Die drei nordwestlich vorgelagerten Gilis sind dagegen Besuchermagnete par excellence: Ob Familienurlaub auf Gili Air, eine Robinsonade auf Gili Meno oder der Partytrip auf Gili Trawangan – auf den einst unbewohnten Inseln kannst du alles erleben.
Viele Balinesen haben einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik und sind neben ihrem profanen Broterwerb in irgendeiner Form künstlerisch tätig. Der Taxifahrer spielt nach Feierabend die Gongs im Gamelan-Orchester, die Kellnerin unterweist abends junge Mädchen in den feinsinnigen klassischen Tänzen, der Surfguide füllt das Warten auf den Swell mit filigranen Holzschnitzarbeiten, und die Putzfrauen deines Hotels flechten die Opfergaben und Dekorationen für das nächste Tempelfest. Bis zu einem Drittel ihrer Zeit verwenden Balinesen auf solche traditionellen „Pflichten“, die auch weltanschauliche Gründe haben mögen. Denn wo jedes Ding beseelt ist, gebietet auch der Umgang mit den Dingen Respekt, das heißt nach Möglichkeit ihre Verschönerung und Verfeinerung. Und mal ehrlich: Frangipaniblüten am Ohr sehen einfach raffiniert aus.
Wie aus einem Märchen erscheinen die spektakulär geschwungenen Bambuspaläste, die das Architektenteam von Ibuku(ibuku.com) an verschiedenen Orten auf Bali geschaffen hat, z. B. die internationale Green School oder die Dschungelvillen des Green Village. In bester Tradition übrigens, denn balinesische Handwerker errichten seit Jahrhunderten aus Bambus, einer Graspflanze mit schier unglaublicher Formbarkeit, Kunstwerke für zeremonielle Zwecke. Inzwischen ahmen Villenbesitzer und Gastronomen überall auf Bali die luftigen Bauwerke nach, wenn diese in der Regel auch mehrere Nummern kleiner ausfallen als das fünfstöckige Luxusdomizil Sharma Springs bei Abiansemal. INSIDER-TIPPGanz grüne KlasseDie Green School macht Führungen über ihren faszinierenden Ökocampus(greenschool.org/bali/green-school-experience).
Aufgrund ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Sonderstellung als Tourismusziel wähnten sich die Balinesen lange Zeit immun gegen das, was im restlichen Indonesien vor sich ging. Sie bilden gewissermaßen auch aus sozialer Sicht eine Insel, auf der alles etwas liberaler und toleranter zugeht als im restlichen Asien. Zu tolerant nach Meinung der islamistischen Selbstmordattentäter, die 2002 und 2005 ihre Bomben vor Nachtclubs und Touristenlokalen zündeten. Doch statt den Fanatikern das Feld zu überlassen, gingen die Balinesen erst recht in die (touristische) Offensive: Die Sicherheitsmaßnahmen wurden vervielfacht, Investoren angelockt und neue Angebote geschaffen. Ökotourismus für umweltbewusste Individualreisende sowie Luxusurlaub in abgeschiedenen Villenanlagen sind seitdem nicht mehr aus Bali wegzudenken. Es ist, als hätten die sanftmütigen und stolzen Balinesen den Islamisten einfach eine (aus Geldscheinen gefaltete) Frangipaniblüte in den geladenen Lauf gesteckt.
Auch wenn von Jimbaran bis Ubud alles wie eine große Agglomeration aussieht: Die Balinesen sind nach wie vor in dörflichen Gemeinschaften organisiert, in denen jeder bestimmte Pflichten zu erfüllen hat, aber – wenn nötig – auch Hilfe erhält. Das Zusammenleben bis hin zu sozialrechtlichen Fragen ist durch das traditionelle Gewohnheitsrecht (adat) geregelt. Über wichtige Belange entscheidet der banjar, dem alle verheirateten Männer angehören. Jeder banjar hat seine Versammlungshalle und seinen Dorftempel, oft auch einen Musikpavillon und eine Hahnenkampfarena. Den Mittelpunkt des Alltagslebens bildet der Markt, traditionell eine Domäne der Frauen. Die gewählten Anführer dieser traditionellen Dorfgemeinschaften haben auch auf Provinzebene großen Einfluss.
Bevor die Javaner den Hinduismus auf ihre Insel brachten, praktizierten die Balinesen animistische Geisterkulte und glaubten an eine beseelte Natur. Elemente davon finden sich noch heute im balinesischen Hindu-Dharma-Glauben. Demnach wohnen die Götter auf den Bergen, während im Meer die Dämonen hausen. Die oberste Gottheit ist Sanghyang Widhi, in der die Hauptgötter Brahma, Wishnu und Shiva gemeinsam verkörpert sind. Flüsse, Wälder und andere Orte werden von kleineren Gottheiten und Dämonen bevölkert. Während auf Bali nur zehn Prozent Muslime leben, sind auf Lombok und den Gilis 97 Prozent der Bevölkerung muslimisch. Wie in vielen Teilen des Lands mischt sich der Islam aber mit lokalen Traditionen, weshalb ein Schluck Palmschnaps vielen nicht als Sünde gilt.
Dieses Brückenkunstwerk live sehen? Kannst du, bei einer Tour durch die Green School
Auf Bali wird das letzte Geleit als buntes, lautes Spektakel gefeiert
Das balinesische Kastensystem ist nicht so rigide und komplex wie das indische, aber dennoch von Bedeutung. Erkennbar ist dies an den Namen: Ida Bagus und Ida Ayu heißen die am höchsten stehenden Brahmanen (Priester), Tjokorda oder Anak Agung die Ksatria (Krieger und Adlige). Angehörige der Wesya-Kaste (Händler) nennen sich Gusti. Diese oberen Kasten stellen auch heute noch überdurchschnittlich viele regionale Politikgrößen und genießen hohes Ansehen. 90 Prozent der Balinesen gehören zu den Sudra (Bauern). Diese „nummerieren“ ihre Kinder: Das Erstgeborene heißt Wayan oder Putu, das zweite Kind Made oder Kadek, das dritte Nyoman oder Komang und das vierte Ketut. Beim fünften Kind wird die Zählung von vorn begonnen. Zur Unterscheidung steht bei Männern I, bei Frauen Ni vor dem Namen.
Die Balinesen glauben, dass die Seele erst nach der Zerstörung ihrer körperlichen Hülle frei ist. Da das Ritual der Feuerbestattung aber viel Geld kostet, bleiben viele Tote zunächst jahrelang begraben und spuken angeblich auf dem Friedhof, bis ihre Familie das nötige Geld gespart hat, um die teure Zeremonie bezahlen zu können. Ärmere Familien tun sich oft zu Massenbestattungen zusammen. Zur Vorbereitung der Feuerbestattung (ngaben) werden dann riesige Verbrennungstürme mit Sarkophagen in Tiergestalt (z. B. Büffel, Löwe) gebaut und aufwendig geschmückt. Die Überreste der Verstorbenen werden darauf in einer prächtigen Prozessionen durchs Dorf getragen und spektakulär entzündet. Abschließend wird die Asche einem Fluss oder dem Meer übergeben. Die ganze Zeremonie ist alles andere als schweigsam und trauernd, schließlich ist es ein freudiges Ereignis, die Seele eines Angehörigen endlich freilassen zu können.
Vielerorts werden dir die glockenförmigen Körbe auffallen, in denen einzelne Hähne ihr Dasein fristen. Tatsächlich werden die Tiere von ihren Besitzern sorgfältig gepflegt und trainiert – denn es handelt sich um Kampfhähne. Schon in vorhinduistischer Zeit sollten mit dem Ritual des Hahnenkampfs böse Dämonen besänftigt werden. Seit 1982 sind Hahnenkämpfe nur noch zu „rituellen Zwecken“ erlaubt, was die Balinesen aber nicht daran hindert, illegale Wettkämpfe abzuhalten. Wett-Kämpfe im buchstäblichen Sinne, denn hier hat schon manch einer Haus und Hof auf seinen Favoriten gesetzt. Zum Kampf bekommen die Vögel eine scharfe Klinge an den Fuß gebunden. Das blutige Spektakel dauert meist nur wenige Sekunden und endet mit der Flucht oder schweren Verwundung eines der Kontrahenten.
In ganz Indonesien ist Reis das Hauptnahrungsmittel. Für Balinesen jedoch ist Reis nicht einfach nur eine Pflanze, sondern ein Symbol für die Fruchtbarkeitsgöttin Dewi Sri, die in Schreinen auf den Feldern verehrt wird. Die Reisfelder werden mittels eines komplizierten Kanalsystems bewässert, das von der jeweiligen Bauernkooperative (subak) streng überwacht wird. Dieses demokratische, naturverbundene Anbausystem wurde von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt. Reisanbau ist Männersache, bei der Ernte (dreimal im Jahr) hilft die gesamte Familie. Auf Bali und Lombok ziehen sich die malerischen Reisterrassen bis auf mehr als 1000 m die fruchtbaren Vulkanhänge hinauf, aber auch schmale Flusstäler hinab. Besonders fotogene Terrassenformationen findest du in Jatiluwih, Tegallalang und Tetebatu.
KLISCHEE KISTE
DUFTENDE GLIMMSTÄNGEL
Indonesien ist eines der letzten großen Raucherländer. Schon am Flughafen wirst du vom süßlichen Geruch der Kretek-Zigaretten begrüßt. Im 19. Jh. begann man auf Java, den Nelkentabak gegen Asthma zu inhalieren. Rauchen der Gesundheit zuliebe – das mag verstehen, wer will, doch daraus entstand eine der größten Industrien Indonesiens.
KUTA-COWBOYS
