Maria Montessori - Ingeborg Waldschmidt - E-Book

Maria Montessori E-Book

Ingeborg Waldschmidt

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Beschreibung

"Schaut nicht auf meinen Finger, der euch die Richtung weist, sondern schaut auf das Kind", sagte einmal sinngemäß Maria Montessori und brachte damit in denkbar kürzester Form auf den Punkt, was Grundlage des später einmal weltweit erfolgreichsten pädagogischen Konzeptes werden sollte. Betrachtet man die Vielzahl der vorschulischen und schulischen Montessori-Einrichtungen, die sich heute rund um den Erdball finden lassen, mag man kaum glauben, daß die Montessori-Pädagogik und ihre Gründerin anfangs jedoch heftigster Kritik und Anfeidungen ausgesetzt waren. Mit Ingeborg Waldschmidt stellt eine gute Montessori-Kennerin Werk und Person der Maria Montessori vor. Sie berichtet von den wichtigsten Wegmarken im Leben der großen Pädagogin, das wesentlich vom Ringen um die Würde und Rechte der Kinder geprägt wurde, und erläutert die zentralen Elemente ihrer ungewöhnlichen Erziehungsphilosophie.

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Veröffentlichungsjahr: 2016

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Ingeborg Waldschmidt

MARIA MONTESSORI

Leben und Werk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verlag C.H.Beck

 

 

Zum Buch

„Schaut nicht auf meinen Finger, der euch die Richtung weist, sondern schaut auf das Kind“, sagte einmal sinngemäß Maria Montessori und brachte damit in denkbar kürzester Form auf den Punkt, was Grundlage des später einmal weltweit erfolgreichsten pädagogischen Konzeptes werden sollte. Betrachtet man die Vielzahl der vorschulischen und schulischen Montessori-Einrichtungen, die sich heute rund um den Erdball finden lassen, mag man kaum glauben, daß die Montessori-Pädagogik und ihre Gründerin anfangs jedoch heftigster Kritik und Anfeidungen ausgesetzt waren.

Mit Ingeborg Waldschmidt stellt eine gute Montessori-Kennerin Werk und Person der Maria Montessori vor. Sie berichtet von den wichtigsten Wegmarken im Leben der großen Pädagogin, das wesentlich vom Ringen um die Würde und Rechte der Kinder geprägt wurde, und erläutert die zentralen Elemente ihrer ungewöhnlichen Erziehungsphilosophie.

Über die Autorin

Ingeborg Waldschmidt ist Universitätsprofessorin i. R., Schriftleiterin der Zeitschrift DAS KIND der Deutschen Montessori Gesellschaft, Dozentin in Montessori-Diplomlehrgängen und seit vielen Jahren Leiterin von Weiterbildungsveranstaltungen zur Montessori-Pädagogik für Erzieherinnen und Lehrerinnen. Wissenschaftlich beschäftigt sie sich besonders mit der „Kosmischen Erziehung“ Maria Montessoris.

Inhalt

Vorwort

  1. Die Lebensgeschichte

  2. Werk, Schrifttum und Verbreitung

  3. Anthropologische Grundpositionen

Maria Montessoris Menschenbild

Der Mensch in der Schöpfung

Der Mensch als Lebewesen

Der Mensch als Person – Zentrum und Peripherie

Freiheit als Weg und Ziel der Erziehung

Grundpositionen der Montessori-Pädagogik

Der absorbierende Geist

Die sensiblen Phasen in der kindlichen Entwicklung

Die Polarisation der Aufmerksamkeit 50

Die große Anklägerin

  4. Methodische Grundpositionen

Die veränderte Rolle des Erwachsenen: Eltern, Erzieher, Lehrer

Die vorbereitete Umgebung und das didaktische Material

Freiarbeit und Altersmischung

  5. Die Kosmische Erziehung

Begriff

Die Kosmische Theorie

Was ist und was will die Kosmische Erziehung?

Allgemeine Prinzipien

Die Gegenstandsorientierung

Die Ganzheitsorientierung

Der sittliche Weltauftrag

Spezielle methodische Prinzipien

  6. Würdigung und Kritik

  7. Kurze Zusammenfassung der Montessori-Pädagogik in dreizehn Thesen

  8. Glossar

  9. Anmerkungen

10. Literaturhinweise (eine Auswahl)

11. Anschriften

12. Register

Maria Montessori (1870–1952)

 

Vorwort

Auf einem Kongreß Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts hat Maria Montessori (1870–1952) sinngemäß gesagt: „Schaut nicht auf meinen Finger, der euch die Richtung weist, sondern schaut auf das Kind.“ In ihrer Pädagogik sah sie, das macht dieser Satz deutlich, kein geschlossenes System. Sie war – verliert man die Grundprinzipien nicht aus den Augen – offen und flexibel. Davon zeugen die Erfolge der weltweiten vorschulischen und schulischen Montessori-Einrichtungen, die, unabhängig von Kulturkreis und Religionszugehörigkeit, im Lauf der Jahrzehnte entstanden sind.

Maria Montessoris Pädagogik gründete auf der Einsicht, daß Kinder ihre eigenen Gesetze beim geistigen und körperlichen Wachstum entfalten. Diese Kräfte der „Selbsterziehung“ müßten von der Pädagogik beachtet, Selbsttätigkeit und Spontaneität könnten in dieser Erkenntnis geweckt und gefördert werden.

So wurde sie zur Anwältin der Kinder auf der ganzen Welt. Und die Begriffe Würde und Rechte der Kinder durchziehen wie ein roter Faden ihr gesamtes Werk. Ihr schien es möglich, daß durch eine veränderte Erziehung eine „neue“ Menschengeneration heranwachsen könnte. Selbständig denkende, urteilende und handelnde Menschen könnten die Welt verändern, wenn ihnen entsprechende Werte und Normen für ein friedliches Zusammenleben vorgelebt würden.

Maria Montessoris Ziel von Erziehung war jedoch nicht nur, die friedliche Einheit der Menschen untereinander herzustellen, sondern auch die Harmonie zwischen Mensch und Kosmos. Die Ökologie – als globales Problem – hatte für sie schon früh große Bedeutung im Gedanken an den Fortbestand der Menschheit. Die Verantwortung des Menschen für den Planeten Erde als Grundlage der eigenen Existenz gehört zu den Grundmustern ihrer Pädagogik.

Mit diesem Band wird eine knappe Darstellung ihres Lebens und ihrer Erziehungsphilosophie vorgelegt, wobei auf die Behandlung der Materialsysteme verzichtet wird. Die im letzten Jahrzehnt ins Deutsche übersetzten Schriften aus dem Nachlaß Maria Montessoris zeigen umfassend ihre Pädagogik. Die Sekundärliteratur – die in einer repräsentativen Auswahl im Anhang aufgeführt wird – soll hilfreich für die Deutung und die Adaption der Erziehungsphilosophie Maria Montessoris sein.

Vorwort zur zweiten Auflage

Seit Erstellung des Skriptes für die erste Auflage dieses Bandes sind sechs Jahre vergangen. In dieser Zeit sind die Forschungsergebnisse verschiedener Wissenschaftsdisziplinen, besonders der Neurowissenschaft mit der Hirnforschung und die PISA-Studien, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. So haben sogar etliche Wochenmagazine die Hirnforschung und das kindliche Lernen zu ihrem Thema gemacht. Nimmt man noch die neuen Rahmenrichtlinien der Bundesländer hinzu, die teilweise bis in einzelne Formulierungen hinein an konstituierende Elemente der Montessori-Pädagogik erinnern, so ist der Aktualitätsgrad dieser Pädagogik bekräftigt worden, obwohl die Anfänge hierzu mit der Gründung des ersten Kinderhauses (Casa dei Bambini) in Rom bereits hundert Jahre zurückliegen.

Erwartungsvoll sehe ich in die Zukunft, da ihre Pädagogik den Auftrag enthält, sie weiterzuentwickeln, um einen Weg aus der Bildungsmisere der Gegenwart aufzuzeigen.

Berlin, im März 2006Ingeborg Waldschmidt