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Es ist immer was los bei Marie. Marie ist ein siebenjähriges Mädchen voller Lebensfreude und Neugier und voller Lust am Lesen und Lernen. Sie hat Spaß mit ihren Freundinnen und Freunden und es gibt immer das eine oder andere Abenteuer zu bestehen. Marie und ihre Abenteuer, das sind neununddreißig Geschichten, in schwäbischer Mundart aus der Perspektive des kleinen Mädchens erzählt. Ihr dürft euch freuen auf jede Menge Abenteuer und herrliche Streiche. Ihr seid dabei, wenn es Auseinandersetzungen gibt und erlebt das Wachsen daran. Ihr werdet berührt von traurigen und nachdenklichen Erlebnissen, und von jeder Menge liebevollen und eindrücklichen Momenten mit den Eltern und Großeltern. Das alles spielt sich ab vor dem Hintergrund der Siebzigerjahre: mit der beliebten LUX-Seife, Bonanza-Rädern, dem Jeans-Käfer, Schlag-Jeans und orangefarbenen Badezimmerkacheln. Und natürlich auch mit dem Aufbegehren gegen althergebrachte Rollenbilder. Und keine Sorge: Das Schwäbisch ist gut verständlich, auch wenn man nicht aus Schwaben kommt.
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Seitenzahl: 275
Veröffentlichungsjahr: 2021
Marie und ihre Abenteuer
Subber Gschichtla zum Lacha und Nachdenka
Von Marion Kinzig
Mit Illustrationen von Mica Wilczynski
© 2021 Marion Kinzig
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
Umschlaggestaltung: Mica Wilczynski
ISBN 978-3-7439-8599-5
Printed in Germany
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Für alle Kinder, die Lust auf Abenteuer haben.
Für alle Erwachsenen, die das Kind in sich noch gerne spielen lassen.
Und für die Marie.
A BISSLE WAS VORNEWEG,A VORWORT HALT
Des Büchle, des ihr jetzt in dr Hand haltet, des isch ganz plötzlich in meim Kopf auftaucht und hot ums Verrecka naus wolla. Und als I amol agfanga han, mit denne Gschichtla, no han I gar nemme aufhöra möga. I han so a Freud dra ghet, mir die kloine Abenteuer auszudenka, die Figura auszuschmücka und I han selber so viel lacha müssa. Und natürlich gibt ’s au a autobiografisches Gschmäckle. I will 's mol so saga: Für des oine oder andere Abenteuer sin a paar Erinnerunga aus meiner Kindheit Pate gschtanda. Aber I werd natürlich net preisgeba, wie und was genau. Und Ähnlichkeita mit lebende oder tote Persona sin rein zufällig und net beabsichtigt.
Auf jeda Fall schteckt ganz viel Herzblut drin in jeder einzelna Gschicht und ganz viel Gfühl. Denn was I obedingt verzähla wollt isch, dass Kender oifach viel mehr kapiera, mitkriaga und aushalta, als d'Erwachsene so moina. Dass die Erwachsene des net verschteha, des war früher so und I glaub, viel besser isch des heut au no net. D'Erwachsene wolla heut vielleicht sogar no mehr ihre Kender beschütza wie früher und ganz viel für sie entscheida oder ihne abnehma. Dabei isch grad die Freiheit, au ganz eigaschtändig Erfahrunga und amol an ganz furchtbara Blödsinn macha zu könna, des Beschte was ma Kend passiera ko, damit 's was lernt.
Die Marie erlebt ihre Gschichtla in de Siebzigerjahr, also vor mehr als 45 Johr. Do hot 's no koine Handys und Smartphones geba und au no koine Computerschpiele. Aber ebbes ganz Wichtiges für Kender, des war natürlich scho gegeba: nämlich Freiheit und Abenteuer und dass mr Freund und Freundinna finda und sich ausprobiera konnt. Des war scho zu dera Zeit a Thema und darum goht 's. Und neba all denne luschtige Erlebnisse gibt ’s au ganz viel zum Nachdenka und au Trauer und Verluscht. Denn als Kend muss mr sich au mit vielem auseinandersetza, was wehdut und was mr erscht amol net verschteht.
Es isch die Marie, die uns von ihre Erlebnisse verzählt, es isch ihre Sichtweise und ihre Schprache. Sie nimmt koi Blatt vor da Mund. Es isch elles echt und frech und nix geschönt oder verharmlost. Weil im echta Leba schaua Kender au bei Sacha zu, für die se no net alt gnug sin oder müssa über Sacha nachdenka, die sie no net begreifa. So isch des halt.
'D'Marie und ihre Abenteuer' isch a Buch für Kender. Aber au für Erwachsene. Weil mit denne Gschichtla ko mr sich wunderschee an die eigene Kenderschtreichla und Kendergfühle erinnra und wenn mr scho a paar Johr mehr auf 'm Buckel hot, an die Zeita in de 70er.
Und jetzt no oins: Des Büchle hot auf Schwäbisch sei müssa. Worum? Erschtens: I bin aus Schduagart. Zwoitens: Die Gschichtla könna nur auf Schwäbisch den schpeziella Witz und die Echtheit rüberbringa, die I im Sinn ghet han.
Aber koi Angscht, I han mi bemüht, viele Schreibweisa a bissle azupassa, damit mr 's au außerhalb vom Schwobaländle gut verschteha ko. Und hinta im Büchle gibt 's no a paar Erläuterunga zum Schwäbischen und a Glossar.
Sodele, bevor 's losgoht, will I no gschwind des Personal vorschtella:
D'Marie
Des isch unser Heldin. D'Marie isch in Schduagart gebora. Sie isch selbschtbewusst und hot an ordentlicha Dickschädel. D'Marie isch fascht immer in dr Schtimmung, was azuschtella und über die Schtränge zu schlaga.
Aber d'Marie lernt au viel im Verlauf von ihre Erlebnisse: über sich selber, über die Erwachsene und wie 's halt im Leba so zugoht.
D'Mama
D'Mama von dr Marie hoißt Annemarie und isch a lebensluschtige Frau Ende 20. Sie isch, genau wie ihr Tochter, in Schduagart gebora. Sie sagt, was se denkt und was se will. Und sie ko hartnäckig sei. Aber sie ko au nachgeba und hot viel Geduld: mit ihrem Mann und vor ellem mit ihrem wilda Töchterle. Manchmol isch se aber scho fascht am Verzweifla. Zum Glück isch dr Marie ihr Mama absolut net nachtragend.
Die Mama hat, bis d'Marie 5 Johr alt war, gearbeitet und die ganz Familie hot während dera Zeit in Schduagart gwohnt. Ogfähr anderthalb Johr bevor dr Marie ihre Erzählunga losgeha, isch die Familie nach Esslinga zoga, ins Haus von dr Mama ihre Schwiegereltern und seither isch se Hausfrau.
Dr Papa
Dr Papa hoißt Wolfgang, isch gleichalt wie die Mama und an herzensguter Papa. Er ko elles repariera und baua und isch an richtiger Schaffer, der gern apackt. Aber de Probleme goht er lieber aus am Weg. Des isch manchmal gar net gut für d'Beziehung zu seiner Gattin und seim Töchterle. Vor ellem, weil er au an Dickschädel isch. Ihm fällt 's schwer, nachzugeba oder von seine Vorschtellunga abzurücka. Er mog zum Beispiel lang net begreifa, dass sei Frau des Hausfrauadasein net wirklich liebt. Aber abwarta: Au dr Papa lernt dazu.
D'Großeltern aus Esslinga (d'Eltern vom Papa)
Des sin au Schwoba. Die Oma hoißt Irmgard. Sie hot gern elles sauber gregelt, und zwar nach ihrer Fasson. Sie isch herzensgut, aber halt au schtreng und ko im Zweifel schnell beleidigt sei'. D'Oma unterschtützt sehr die Leserei von dr Marie und sie hot immer gute Idea für Unternehmunga. Dr Opa hoißt Guschtav und isch an Baschtler wie er im Buche schteht. Er isch an sehr gmütlicher und harmonischer Zeitgenosse.
D'Großeltern aus Schduagart (dr Mama ihre Eltern)
Die zwoi sin aus Baden, aber ins Schwäbische, also nach Schduagart, zoga. Aber des isch scho lang her, do war d'Marie no gar net auf dr Welt. Die Oma hoißt Helene, isch voll luschtig und hot an Haufa Schprüchla auf 'm Kaschta. Sie isch oft dr Fels in dr Brandung, weil se a sehr lebenskluge Frau isch. Sie kocht und bäckt gern und isch deswega au bissle runder als die ander Oma aus Esslinga. Aber dr Schduagarter Opa, der mog des. Die zwoi sin a Herz und a Seele und hen sich immer viel zum Verzähla. Und der Opa, der hoißt Fritz.
Und no gibt 's no a paar Onkel und Tanta und jede Menge Freundinna und Freund,
die ihr elle im Lauf des Buches kennalernt.
Jetzedle, gnug vorneweg gschwätzt. Jetzt soll 's wirklich losgeha. Taucht ei in die subber Abenteuer von dr kloina
Marie und ganz viel Schpaß wünscht euch
Die Marion!
ASCHTERIX UND OBELIX UND DIE MUSIK KOMMT WIEDER
Der Schpruch von meiner Oma, dass mr immer erscht probiera soll, bevor mr sagt, mr dät ebbes net möga, der trifft net nur fürs Essa zu und au net bloß für uns Kender.
I hoiß Marie und bin in dr erschta Klass. I han a subber Leba. Denn I han net bloß meine Eltern um mi rum, sondern au meine Großeltern. Mir wohna nämlich bei meine Großeltern in Esslinga. Des isch subber. Weil mit meim Opa ko I klasse Sacha baschtla. A Schiff zum Beischpiel. Des han I unter seiner Anleitung gschnitzt und lackiert. Und des lass I in unsrer Badwann, in dr Waschküch drunta, umanander fahra. Und von meiner Oma kriag I ganz viele Bücher gschenkt, die I alle ganz schnell verschling.
I les fei saumäßig gern. I han 's gar net erwarta könna, lesa zu lerna. I lieb Gschichtla und ganz besonders Abenteuergschichtla. Mei Mutter hot mir scho immer ganz viel vorlesa müssa: aus de Jugendbücher von ihr und von meim Onkel Reinhard. Dr Reinhard hot schpannende Bücher! Jungsbücher, die er selber nemme liest, weil er dafür scho z' alt isch. I find, dass die Buba immer klasse Abenteuer erleba. Oft sogar bessere, wie in denne Bücher für d'Mädla. Des find I blöd, denn I bin ja a Mädle, und I han koi Angscht, I trau mi ebbes. Deswega kann I die Georgina au gut verschteha. Des isch oine von de 'Fünf Freunde'. Die mog koi Mädle sei', weil sie au elles dürfa will, was d'Buba dürfa. Und deswega müssa in de Abenteuer von de 'Fünf Freunde' au elle immer Georg zu ihr saga.
I dät am liebschda gern solche Abenteuer wie dr Winnetou erleba. Der hot Mut und der kann gut reita und schießa. I han an ganza Haufa Winnetou-Bücher von meim Onkel Reinhard gschenkt kriagt. Die han I no net elle glesa, aber des werd I no.
I han au a Comic-Heftle: Aschterix und Cleopatra. Do bin I mordsschtolz drauf. Des hot mir mei Oma aus Schduagart voriges Johr gschenkt. Weil mei Mutter hot 's net kaufa wolla, obwohl I mir 's so dringend gwünscht han. Mei Mutter hot gsagt: "Des Comic-Zeugs, des isch doch nix Gescheites! Bloß Schprechblasa und halbe Sätz. I unterschtütz des net!"
I lieb des Heftle trotzdem. Als I no net lesa konnt, han I oft morgens, wenn meine Eltern no gschlafa hen, mit ra Taschalamp heimlich unter dr Bettdeck in meim Heftle blättert und die Bilder aguckt.
In dem schummriga Licht unter dr Bettdeck isch 's mir manchmol so vorkomma, als däta die Figura sich bewega. Wie wenn an Film ablaufa dät. Bissle oheimlich war des und gleichzeitig aufregend und I han 's immer wieder agucka müssa. Deswega war des Aschterix-Heftle scho total abgriffa, als I no in d'Schul komma bin und endlich au da Text lesa konnt. Des war fei wunderbar, als wär a Geheimnis gelüftet worda. I han ja gar net gwusst, was die mitnander schwätza, weil mei Mutter sich schtandhaft gweigert hot, mir aus dem Heftle vorzulesa. Aber die oheimliche und aufregende Bewegerei von denne Figura, im Dunkla unter dr Bettdeck, die war no schlagartig vorbei. Als hätt I mit dem Lesa und Verschteha den Zauber kaputt gmacht.
Egal, I les so gern. I tu au in dr Schul gern vorlesa. Wenn mir in unserm Lesebuch a neue Gschicht afanga, no meld I mi gern zum Lautlesa. I freu mi do jedes Mol drauf.
Und Schreiba isch au a ganz aufregende Sach. Mir hen so schpezielle Heftla mit mehrere Linia, damit mir die Buchschtaba au richtig schee schreiba. Unser Lehrerin, d'Frau Bäcker, die legt do großa Wert drauf. Und mir dürfa au scho selber Gschichtla schreiba, über des, was mir so erleba. Des fällt mir leicht, weil in meim Kopf isch ganz viel, was verzählt werda will.
Meine boide Omas hen verschprocha, dass I immer wieder neue Bücher kriag, wenn I brav lern. Und mei Onkel Reinhard will mir seine 'Prinz Eisenherz' Bücher schenka, wenn er auszieht. Mei Onkel isch jünger wie mei Mama. Er wohnt no bei meine Großeltern in Schduagart, im a Zimmerle im Dachgschoß. "Bloß no bis I mit 'em Bundeswehrdienscht fertig bin", hot er gsagt. Aber mei Oma lacht do bloß: "Des ko no daura, bis dr Reinhard auszieht, dem gfällt 's im Hotel Mama." Egal wie lang des dauert, auf den 'Prinz Eisenherz', do freu I mi scho. Und wenn I da Onkel Reinhard in seim Zimmerle bsuch, no derf I jetzt scho drin lesa. Dr 'Prinz Eisenherz' isch an Ritter von so ma Land im Norda bei de Wikinger und der isch mordsmutig, und wisst ihr was: I find, der sieht eigentlich aus wie a Mädle, mit seiner Pagakopffrisur und de scheene Auga.
Mir gfällt aber net nur 's Lesa. Andere Schulfächer find I au interessant. Zum Beischpiel Heimatkunde. Do lerna mir viel über d'Pflanza und d'Bäum und über die Tiere aus unsrer Heimat. Mir hen natürlich au d'Uhrzeita glernt und solche praktische Sacha. Aber am scheenschta sin die Ausflügla.
Letzschdens wara mir mit zwoi andere Klassa bei dr Feuerwehr und hen in oin von de Feuerwehrwaga neiklettra dürfa. D'Buba hen sich natürlich wieder vordrängelt. Oim aus dr Nachbarklass, der sich mit ganz siegesgewissem Grinsa und lautem 'Ha' vor mi noquetscht hot, han I heimlich mit Schmackes ans Schienbein treta. Am nächschta Tag han I freilich Ärger mit unsrer Lehrerin kriagt, weil des leider net heimlich blieba isch. Der dumme Kerle hot sich nämlich beschwera müssa. Zuerscht so a vorlaute Gosch han und nachher bei dr Lehrerin ausweina und mi verpetza müssa. Aber der Ausflug war trotzdem klasse.
Und des Allerbeschte von dem Ausflug war, dass I beim Hoimgeha mit ma Mädle aus ra andera Klass bekannt worda bin, die I vorher no gar net kennt han. Die wohnt bloß a paar Schtroßa weiter und sie hot verzählt, was se grad liest. Und jetzt haltet euch fescht: au a Aschterix und Obelix Heftle, nämlich 'Aschterix und Obelix bei den Briten'. I han zwar net gwusst, wer die Briten sin, aber I han ihr vorgschlaga, ob mir net unsre Heftla tauscha wolla, und die Idee hot ihr sehr gut gfalla.
Jetzt woiß I über die Briten, dass die auf ra Insel leba, immer um 5 Uhr so a hoiß Wasser trinka und lauter so luschtiges Zeug.
I han so lacha müssa, als I an dera Schtell war, wo dr Obelix die Pirata versenkt hot, dass mei Mutter schließlich in mei Zimmer reikomma isch.
Und do hot se mitkriagt, dass I a neues Heftle han. Sie hot erscht amol gschumpfa, weil I se net gfragt han, bevor I was ausleih. Aber, obwohl se doch gsagt hot, dass Comics nix Gescheites seia, war se wega meim Gelächter doch neugierig und hot sich ganz ogeniert des Heftle gschnappt und selber drin glesa. Und sie hot au ganz viel glacht dabei.
No am selba Abend, beim Veschpra, hot se meim Vadder vom Aschterix verzählt. Dass des neue Heftle richtig witzig sei, mit ulkige Anschpielunga auf die Eigaarta von denne Briten: zum Beischpiel die Teetrinkerei oder des Gschwätz übers schlechte Wetter in Großbritannia. Bei dera Gelegaheit han I sogar no besser kapiert, warum sich 's eigentlich dreht, in dem neua Heftle.
"I glaub, sogar d'Beatles sin in dem Heftle parodiert", hot mei Mutter zu meim Vadder gsagt. "Wer sin denn die Beatles?", han I gfragt. Do hot mei Mutter glacht und gsagt: "Auf goht 's, mir macha da Plattaschpieler o und no woisch 's." Mir hen Musik ghört da ganze Abend lang und sin elle drei durch 's Wohnzimmer ghopst. Nach dem Abend han I mir mol die Schallplattasammlung von meine Eltern genauer aguckt. Mei Mutter hot für mi immer wieder a andere Platt auflega müssa, weil I neugierig war, wer seller Bill Haley isch oder dr Elvis Presley und wie se elle hoißa. Rock 'n' Roll, hot mei Mutter gsagt, isch des, was die schpiela. Mei Mama war ganz Feuer und Flamme und 's hot ihr an Heidaschpaß gmacht, mit mir die Platta azuhöra. Und dr Papa hot gar net anders könna als mitdoa. Des fand I subber. Denn in de letzschde Johr sin meine Eltern ganz vom Musikhöra abkomma. Aber jetzt läuft wieder regelmäßig 's Radio und dr Plattaschpieler isch au ganz oft in Betrieb.
HASAPFOTE
Wenn oim was ans Herz gwachsa isch, no will mr 's net verliera.
Unser Haus, also des von meine Esslinger Großeltern, hot drei Schtockwerk.
Und deshalb wohna im Haus drei Parteia. Unta, im Hochparterr, do wohna mei Oma und mei Opa. Drüber, im erschta Schtock, do wohna mir. Und ganz oba, im Dachgschoß, do wohna zwoi sehr alte Leutla: d'Frau Kurz und ihr Mann. Die sin wirklich schtoialt, ebbes um die 90.
Mei Oma isch immer bissle ängschtlich: "Do könnt ja mol was passiera. Und wenn mr 's no net glei mitkriagt, no liega die zwoi Alte do oba und wer woiß wie lang." Wenn d'Oma so schwätzt, no graust 's mi immer bissle. Dabei sin die zwoi alte Leutla doch ganz rüschtig. I geh gern nauf zu denne zwoi. I kriag immer was zu trinka oder a Schtückle Kucha und no sitza mir zsamma. D'Frau Kurz verzählt no von de Vögel und de Bäum und von de Pflanza. Sie hot nämlich viele verschiedene Naturkundebücher, die se no aufschlägt, und mir deen gern zsamma die Bilder von de Vögel und de Pflanza agucka. Mit de Vögel kennt sich d'Frau Kurz am beschta aus, sie kennt elle Sorta. Sie verzählt immer was zu jeder Vogelart. Des isch ihr Hobby, hot se mir erklärt. Und von einige Vögel ko se sogar nachmacha, wie die pfeifa. Des isch voll goldig, I mog des. Ihr Mann, dr Herr Kurz, der sieht und hört nemme gut. Der sitzt halt immer dabei, in seim alta Sessel, und lächelt so nett vor sich no.
Meiner Oma isch des net so recht, wenn I do naufgeh. Weil mr ko doch net oifach so bei de Mieter sitza. Aber sie muss ja net immer elles mitkriaga. I klingel net, I klopf immer bei dr Familie Kurz. Des hört mr nämlich net bis ganz nunter zur Oma.
Unser Haus hot au an Hinterhof. Do sin zwoi Garaga und direkt neba dr oina Garage hot mei Oma ihren Gemüsegarta. Vor ihrem Gärtle hemmer a klitzekloine Rasafläche. Do sitza mir bei scheenem Wetter gern auf de Campingschtühl. In ihrem Gemüsegarta baut mei Oma die weltbeschte Tomata o. I derf beim Ernta helfa und a paar von de kloine Tomätla derf I glei aufveschpra. Und was die zwoi Garaga betrifft: Die oine isch für mein Opa und sei' scheena Opel Kadett. Die isch schmal und 's passt grad so sei' Autole nei. Daneba hot mei Vadder mit meim Opa a zwoite, neue Garage baut. Die isch doppelt so breit und 's hot ziemlich viel Diskussiona deswega geba. Weil nämlich mei Oma an Teil von ihrem Gemüsegarta hot dafür opfra müssa. Des verschteh I gut, dass ihr des net gfalla hot. Auf jeda Fall hot mei Vadder sei' große Garage kriagt. Er hot aber zusaga müssa, dass des Feuerholz, des vorher an dr Wand von meim Opa seiner Garage aufgschtapelt war, no bei ihm in dr Garage drenna glagert wird. Aus dem Grund isch des a voll luschtige Garage worda. Hinta, am Ende, isch des gschpaltene Holz in zwoi Reiha sauber aufgschichtet. Und zusätzlich hot die Garage so a Art Dachgschoß, weil rechts und links und hinta, also in ra U-Form, an zwoita Boda eizoga isch, wo au Holz drauf lagert und mr mit ma Leiterle naufklettra ko. Am Boda von dera Garage hot mei Vadder außerdem a Grube ausghoba und no wieder mit Bretter abdeckt. Die Grube, die hot er, damit er am Auto von unta rumwerkla ko. An de Auto rumbaschtla, des dut er nämlich gern. Er repariert au gega Tauschgschäftla d'Autos von seine Freund. Des Autorepariera hot er beim Bund glernt, hot mir mei Mama verzählt. Aber mei Papa macht des nur nebaher. Er isch Kaufmann, in so ma Sanitärhandel, hier in Esslinga.
In dera Garage von meim Papa, do isch aber net nur unser Feuerholz gschtapelt, sondern do schteht natürlich au unser Auto drin. An alter DKW, von meim Vadder schee hergrichtet. Und weil d'Garage so enorm breit isch, war sogar no Platz für ebbes ganz anders.
A paar Wocha vor Oschtern hot ihm oiner von seine Freund, als Gegaleischtung für a Bremsareparatur, zwoi Hasa abota. Mei Mutter hot do dazu bloß da Kopf gschüttelt. Aber mei Opa hot glei mitdoa und an Hasaschtall baschtelt. Mei Opa isch im Handwerklicha ganz und gar patent. In Nullkommanix isch der Hasaschtall dagschtanda. Und kurz drauf hatta mir zwoi goldige Häsla.
I han des famos gfunda und glei mein Vadder gfragt, ob mir die net au schpringa lassa könnta. Natürlich nur in dr Garage drenna.
"Do hosch recht Mädle, des wär gar net schlecht, no hen se bissle Auslauf."
"Und 's Auto mittladrin?", hot mei Mutter gfragt.
"Ha, des schtell I halt no auf'd Schtroß."
Mei Mutter hot do dazu bloß gmoint, dass mir elle mitnander bissle übergschnappt seia. "Oh Wolfgang, du bisch so an Kaschper! Do bausch erscht so a große Garage für ’s Auto und jetzt machsch an überdimensionala Hasaschtall draus."
Ganz orecht hot se ja net ghet, mei Mutter. Aber mei Vadder hot oifach glacht und I han denkt: I halt mi raus, weil mir gfällt der 'überdimensionale Hasaschtall'.
I han so a Freud ghet mit de Häsla. Dem oina sei' Fell war braun und dem andera seins war grau, mit weiße Pfötla. I han des so möga, mit denne zwoi zu schmusa und mit ihre Ohra zu schpiela. Des Braune isch richtig gern auf meim Schoß gsessa und I glaub, des hot sich sehr gfreut, wenn I mit seim Fell rumgwuschelt han. Sie hen oin großa Schtall zsamma ghet, weil Häsla kuschla gern mitnander. Mei Vadder hot gsagt, 's wära boide Männla, daher dät 's koi Gefahr von Fortpflanzung geba. Wieso Gefahr, han I denkt, so a paar weitere kloine Häsla wära doch schee.
Dass der Hasazoo freilich gar net zu meim Vergnüga gedacht war, des isch mir erscht am letzschda Samschtag klar worda.
Do bin I mittags von ra Freundin zrückkomma und wollt no gschwind in dr Garage nach meine Häsla gucka, bevor I nauf zum Essa geh. Aber mei Brauns, des I so besonders liebgwonna han, des war nemme do. I bin wie dr Teufel nauf zu meiner Mutter grannt und han ihr sofort verzählt, dass des beschtimmt abghaua isch oder klaut worda sei. Mei Mutter isch bissle blass worda. Und no hot se mi in da Arm gnomma.
"Mädle, jetzt musch mir gut zuhöra. Und I woiß, dass dir des net gfalla wird, was I dir jetzt verzähl. Des Häsle lebt leider nemme. Dr Papa hot 's zum Schlachta brocht. Weil des war dr Grund, warum er den Tausch überhaupt gmacht hot. Weil er zu Oschtern Hasabrata essa will."
I han 's zuerscht gar net glauba wolla. Aber an meiner Mutter ihrem Gsicht han I gseha, dass des koi Aprilscherz war. Und no han I gschria wie am Schpieß. I bin nunter zur Oma grannt, mei Mutter isch mir hinterher, und I han mi an dr Oma ihren Küchatisch gsetzt und heula müssa. I han gheult vor Schmerz und Wut und mein Vadder elles Mögliche ghoißa: koine scheene Wörter.
"I han mir 's scho denkt,", hot mei Oma zu meiner Mama gsagt, "Dass dr Wolfgang dem Mädle net glei offenbart hot, was er mit de Häsla vorhot, des hot net gutgeha könna." Sie hot sich neba mi gsetzt und versucht mi zu tröschta, aber I han gheult und gheult. Mei Mama hot sich au neba mi gsetzt und war ebafalls ratlos.
Ogfähr a halbe Schtund schpäter, I war in dr Zwischazeit scho ganz k.o. vom viela Heula, isch mei Vadder zrückkomma. Er hot des Häsle wieder mitbrocht. Sauber verpackt in Zeitungspapier. Als Hasabrata. Mei Opa hot ihn abpasst und glei reigrufa. Er hot mi a bissle schuldbewusst aguckt und sich dazugsetzt. Do simmer no gsessa. Elle mitnander. Wie an Schluck Wasser in dr Kurv, an dr Oma ihrem Küchatisch. An langa Moment war Schtille. Und schließlich hot mei Vadder aus seiner Tasch no a weiteres Zeitungspapier zoga, a ganz verknuddeltes. "Des isch für di", hot er gsagt. Und no hot er mir die, mit trockenem Blut versaute, Papierrolle über da Tisch greicht. I han mi zwar geekelt, aber neugierig war I scho. Und deswega han I des Papier aufgrollt. Schockschwerenot: Do war die Pfote vom meim brauna Häsle drin. Mei Mutter hot da Kopf gschüttelt und gsagt: "Noi! Liebe Güte, Wolfgang, was isch denn des Furchtbares?"
Aber I han denkt: Des war amol mei liebes Häsle, des Pfötle. Und no han I wieder weina müssa. Am Ende vom Ellabogaglenk war des Pfötle ganz zsammagschnurzelt. Abgsengt, wie mir mei Mutter schpäter erklärt hot. Ja, des war elles, was von meim Häsle für mi übrigblieba war. Denn dass I von dem Floisch nix essa wollt, des war sonnaklar.
"Mit dir red I nemme", han I zu meim Vadder gsagt und bin mit meim Hasapfötle in mei Zimmer naufganga. Mei Mutter isch kurz drauf nachkomma und hot mi nomol druckt und mir verschprocha, dass dem zwoita Häsle nix passiert.
Zu Oschtern hot 's den Brata geba. Mi hot 's graust und I han natürlich koin Bissa von dem Hasafloisch gessa. I bin immer no beleidigt mit meim Vadder. Und I werd au net so schnell wieder mit ihm schwätza. Des han I mir fescht vorgnomma. I han ghört, wie ihn mei Mutter gschumpfa hot, dass er doch die Versöhnung sucha soll.
I wart 's oifach ab. I han Zeit. Dr Winnetou isch au immer schtandhaft, wenn 's do was zum Händla gibt, mit denne 'Weiße'.
Des Pfötle han I am a Schnürle über mei Bett ghängt. Mei Oma hot gsagt, ihr dät 's do eiskalt da Rücka nunterlaufa. Aber I lieb des Pfötle und I werd 's net hergeba. Niemals!
BADA UND WÄSCHA
Die Erwachsene hen eigentlich immer irgendebbes, warum' s an Wirbel gibt. Und vor ellem hen se 's wichtig damit, wer 's letzschde Wort hot.
Net bloß um mei Häsle hot 's an Haufa Aufregung geba. Bei uns war in de letzschde Wocha vor Oschtern no mehr gebota. Sowohl was unser Haus, als au was unser Familialeba betrifft.
Mir hen nämlich a eigas Bad kriagt. Bei meine Freundinnen gibt 's des scho lang, a eigas Bad mit Badwann in dr Wohnung. Aber mir hen bis vor Oschtern bloß a Badwann drunta im Keller, in dr Waschküch, ghet. Hoißwasser hot mr mit ma Wasserkessel gmacht und da Kessel hot mr mit Holz g'heizt. D'Wann war aus Email und scho bissle abgschtoßa, aber sie hot so nette Füßla ghet. Wenn 's Wasser richtig hoiß war, hot mr da Hahn vom Kessel aufdreht, des hoiße Wasser isch in die scheene Wann neigflossa und no hot mr Platz nehma könna. Ich han immer a Schaumbad kriagt, des hot wunderbar nach Fichtanadel grocha.
Gebadet worda isch aber nur samschtags. Weil des ja scho an Mordsaufwand war. Unter dr Woch hot mr sich mit ma Waschlappa in dr Küch gwäscha.
Mei Vadder, der hot sei' Morgatoilette direkt an unserm Schpülbecka erledigt. Mir hen nämlich so a große scheene Schpüle aus Schtoi. Mit ra ganz glatta Oberfläch. Und die sieht so aus, als wära lauter kloine bunte Schtoila zsammabacka. Des schaut so fröhlich aus, find I.
Mei Mutter und I hen für unsre tägliche Wäscherei a kloines Waschbassin aus Email ghet. Do hot mei Mutter hoiß Wasser neilaufa lassa und no hot se 's auf da Küchatisch gschtellt und mir mein Waschlappa geba. Mei Mama kauft immer die bunte Fa-Seif. Die riecht so lecker nach Zitrone und hot so scheene Farba: grün und gelb. Meiner Oma ihr LUX-Seif riecht mir zu arg nach Bluma. Des Päckle isch rosa und do isch des Gsicht von ra junga Frau drauf. Aber I find, die riecht trotzdem wie für alte Dama.
So war des also mit unsrer Körperhygiene, bis mei Opa schließlich beschlossa hot, dass in seim Haus modernisiert werda soll. Er hot uns bei ma gemeinsama Mittagessa irgendwann vor a paar Monat schtolz verkündet, dass mir elle a richtiges Bad in d'Wohnung kriaga. Und dass des no vor Oschtern fertigwerda soll. Und bei dera Gelegaheit, so hot er gmoint, dät au no 's Klo renoviert werda. Weil mir hen zwar koi Bad in dr Wohnung ghet, aber a eigas Klo hemmer fei scho. Immerhin. Bei meine Großeltern in Schduagart isch des Klo nämlich auf 'm Flur und a Schtockwerk höher. Aber do isch nix dabei und I find des net schlimm. Tagsüber goht mr halt gschwind nauf und nachts hot mr an Boddschamber. Den muss mr am nächschta Morga naufbringa und ins Klo ausleera. Aber trotzdem des bissle oagnehm isch: So an Boddschamber isch bequem, weil do muss mr wenigschtens nachts net vor d'Tür.
"Der Umbau wird a Weile a Bauschtell sei' und a rechte Drecklerei", war dr Kommentar von meiner Oma, als dr Opa die Modernisierunga akündigt hot. Sie hot recht bhalta.
A paar Wocha vor Oschtern isch 's losganga. Zuerscht isch die Toilette von de Großeltern drakomma und die sin, während die Handwerker gschafft hen, bei uns auf 's Klo ganga. No isch unser Klo drakomma und des hot bedeutet, dass mir immer nunter zu de Großeltern mussta, wenn 's mol pressiert hot. Zwischanei hot 's deswega au bei uns mol wieder an Boddschamber geba, natürlich nur nachts.
In unserm Klo hen die Handwerker erscht da alte Boda rausgrissa und a neues und helles Linoleum verlegt. Danach isch d'Kloschüssel neu gmacht worda: mit ma Plaschtikdeckel, wo mr zumacha ko. Davor war des fei nur a offene Klobrill aus Holz.
Außerdem hemmer jetzt au so an Kaschta hinters Klo kriagt, wo mr so a schwarzes Drückerle an dr Seit nunterdruckt, damit 's Schpülwasser kommt. Dr alte Schpülkaschta isch oba an dr Wand ghanga, links vom Fenschter. An dem Schpülkaschta war a metallenes Schnürle dra gwesa, mit ma Holzgriff. Die Zieherei war immer a gwagte Sach. Weil des Wasser isch mit so ma Karacho in d'Kloschüssel nunterpurzelt, dass mr mit ma Hopser vom Klo hot wegschpringa müssa, weil immer a paar Schpritzer nausgfloga sin. Mei Mama fand des saumäßig oappetitlich. I fands saumäßig luschtig.
Nachdem die Toilette fertig war, hen die Handwerker unser Bad eibaut. Do dazu isch unser Schpeiskammer, hinter dr Küch, umbaut worda. Der Raum hot sogar a Fenschter und deswega hot dr Opa beschlossa, dass mr do prima a Bad eibaua ko. Au weil des Räumle recht groß isch. A Badwann hot zwar leider trotzdem net neipasst, aber a Dusche, mit ma kloina Absatz, wo mr die Duschsacha drauf ablega ko. Und mei Mutter hot so an scheena Duschvorhang mit Blümla kauft, der passt ganz wunderbar zu de neue, orangene Fliesa mit Ornamente.
Links neba dr Tür isch unser neues Waschbecka, in beige. Au schee, aber 's hot koine so nette Schtoila wie unser Küchabecka.
Dafür sin jetzt lauter kloine Plaschtikhäkla zwischa dem Schpiegel und dem Waschbecka. Für d'Waschlappa.
Selle Häkla hen aber an Haka. Die Häkla hot nämlich net mei Mama nomontiert, sondern mei Oma. D'Oma isch glei nach dr Fertigschtellung vom Bad zu uns hochkomma und hot die Denger an d'Fliesa nobebbt.
"Woisch Annemarie, I wollt bloß saga, dass mr jetztedle net jeda Tag duscha muss", hot se mei Mutter ermahnt. "Des langt am Samschtag und des isch doch so a schees und appetitliches Waschbecka. Gell? Du woisch, des hot elles so viel koschtet, do müssa mir wenigschtens bissle mit 'em Wasser schpara."
Mei Mutter hot schwer an sich halta müssa. Kaum hot sich mei Oma rumdreht, hot ihr mei Mama heimlich da Vogel zeigt. I han 's gseha.
Mei Mutter isch nämlich sowieso scho bissle verschnupft gwesa. Sie hot sich im Zuge der Modernisierunga au für a neue Waschmaschin schtark gmacht ghet.
Die Wäsch isch bei uns nämlich für boide Familia unta in dr Waschküch gwäscha worda. Und zwar mit meiner Oma ihrer mordsalta Conschtructa-Waschmaschin und ra mordslauta extra Schleuder, die beim Schleudra immer durch d'halbe Waschküch ghopst isch. Mei Mutter hot zur Oma gsagt ghet, dass mit denne alte Denger des Wäschwascha ewig braucha dät. Aber die alte Denger wara dr Oma ihr Schtolz. Deswega isch se meiner Mutter, kaum dass die ihr Ansinna vorbracht hot, mit Karacho übers Maul gfahra: "Die Maschina sin kaum zwanzig Johr alt. Des isch no richtig gute deutsche Qualität! So lang die Denger laufa, kommt mir nix Neues ins Haus!" Und damit war die Sach für d'Oma gschwätzt.
Aber erschtens kommt 's oft anders, wie mr zwoitens denkt. Von wega deutsche Qualität.
Die hoißgeliebte Conschtructa hot nämlich letzschden Freitagnachmittag, mittla in dr Wäscherei, an Kurzschluss verursacht: koin Schtrom mehr im Haus. Elle Sicherunga hot 's rausghaua. Und selbscht mei Opa und mei Papa, die nach dr Arbeit a Weile rumbaschtelt hen an dr Elektrik, hen nix mehr zum Laufa brocht. Außerdem hot mr no die Wäsch aus dera kaputtena Waschmaschin raushola müssa. Die Öffnung hot mei Papa mit Gwalt aufbrecha müssa und irgendwie des Wasser abpumpa. Des war a Drecklerei, mei lieber Herr Gesangsverein! D'Maschin selber hot a bissle verbrannt grocha. Und weil dr Elektriker nemme am selba Tag komma könna hot, hemmer da Abend mit Kerza verbrocht.
Am Schluss hot sich rausgschtellt, dass d'Heizung von dera alta Conschtructa an Defekt ghet hot. Mei Oma wollt die Maschin hartnäckig nomol repariera lassa. Aber für des Vorhaba war d'Oma in dr Minderzahl. Selbscht dr Opa war in dem Fall net auf ihrer Seite.
Seit geschtern hemmer a wunderbare neue Maschin mit integrierter Schleuder, die isch leis und schnell und rausgsucht hot se mei Mama. In oinem hot d'Oma aber doch wieder ihren Kopf durchgesetzt: Die Maschin isch von Conschtructa.
SCHNECKA UND REGAWÜRM
Mei Mutter hot in dr Regel d'Ruhe weg.I bewunder des an ihr. Denn mit mir, des muss I zugeba, isch 's manchmol bissle lebhaft.Aber wenn se mol ärgerlich wird, no gut Nacht!
