Meditation & Der Körper im Glück - Katrin Jonas - E-Book

Meditation & Der Körper im Glück E-Book

Katrin Jonas

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  • Herausgeber: epubli
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2015
Beschreibung

"Ohne glücklichen Körper keine Meditation." So eröffnet die Körpertherapeutin und Meditationsmentorin Katrin Jonas ihr Buch zu dem spannenden Feld der körperorientierten Innenschau. "Wie wäre es, wenn Ihr Körper von Meditation erzählte?", bohrt sie weiter und beleuchtet anhand von 48 Fragen ihrer Klienten, warum Meditationspraxis nur im Einklang mit dem Nervensystem funktionieren kann. Indem sie den Unterschied zwischen Meditationstechniken und dem "Zustand Meditation" nachvollziehbar macht, wird mit geläufigen Irrtümern zum Thema Meditation aufgeräumt. Einfach umzusetzende Übungen komplettieren den Exkurs. Meditierer mit Symptomen, Schmerzen oder Stress dürfen besonders gespannt sein auf den beschriebenen inneren Parcours. Ganz gleich, ob es um Migräne, Rückenschmerzen, Nacken-, Schulter- oder Kniebeschwerden, Ängste oder Operationsfolgen geht, vor dem Hintergrund symptomfixierter Medizin ist dieses Buch ein Plädoyer für Körpernähe, Experimentierfreude und sensomotorischen Komfort. "Sich im eigenen Körper wohl zu fühlen, ist Teil unseres menschlichen Naturells. An dieses müssen wir anknüpfen, wenn es im menschlichen Zentrum still werden soll."

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Seitenzahl: 87

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Katrin Jonas

Meditation & Der Körper im Glück

Warum der Körper beim Meditieren happy sein muss

48 Fragen und Antworten mit Übungspraxis für Gesundheit von Körper und Mind

Dieses E-Book ist auch als Taschenbuch erhältlich:ISBN 978-3-7375-8130-1 Englische Ausgabe (Kindle): ISBN 978-1-939556-10-3(erschienen bei: PenCraft Books LLC, 7348 Maple Terrace, Traverse City, MI 49686, USA)Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d- nb.de abrufbar.Alle Angaben in diesem Buch wurden sorgfältig geprüft und entsprechen nach bestem Wissen dem gegenwärtigen Stand der Forschung. Bevor es zur Selbstbehandlung oder Anwendung von Übungen kommt, sollte geklärt sein, dass vorliegende Beschwerden nicht Symptome von Krankheiten sind, die dringender ärztlicher Behandlung bedürfen. Die in diesem Buch vorgestellten Übungen ersetzen keine medizinische oder psychologische Hilfe. Den Erfolg oder die korrekte Umsetzung der Anwendungen kann die Autorin nicht gewährleisten.Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

www.katrin-jonas.com1. Auflage 2015Copyright © 2015 Katrin JonasAutor: Katrin JonasFotografien: Isadora and Nicolas Mulvey, Vanity Studios London (Patrick Ford), ShutterstockE-Book und Gestaltung: dipub.de, Christian Melle, PotsdamVerlag: Epubli GmbH, BerlinPrinted in Germany

»Wie wäre es, wenn Ihr Körper von Meditation erzählte?«

Inhalt

Einleitung

Präambel

Eins | Startup-Time

Zwei | Muss, sollte oder müsste

Drei | Zweifel und Selbstzweifel

Vier | Kontrollverlust

Fünf | Perfektion

Nachwort | Da-Sein im konstanten Fluss

Danksagung

Literaturverzeichnis

Über die Autorin

Weiterführendes

Einleitung

Kürzlich hatte ich einen spannenden Dialog mit einem meiner früheren Kollegen. »Ich wusste gar nicht, dass du dich mit Meditation befasst«, staunte er. »Ich dachte, der Körper wäre dein Metier.«

Stimmt. Der Körper hat mich schon immer fasziniert. Bevor aus dieser Passion ein Beruf wurde, habe ich zunächst einmal meinen eigenen Körper erforscht. Schon als Kind hat mich das Maximale an ihm gereizt, seine Grenzen hinsichtlich Bewegung, Gefühl und Genuss. Und ich wollte ihn verstehen. Mit sechs rannte ich mit den Jungs aus der vierten Klasse um die Wette und fragte mich, warum weniger gelenkig Aussehende schneller waren als ich, große kräftige aber keuchend hinter mir zurückblieben. Ich brachte den Nachbarskindern das Radschlagen bei und wunderte mich, dass einige zwanzig Räder hintereinander schlagen konnten, während andere nicht einmal die Hände auf den Boden bekamen. Ich erprobte mich stimmlich, indem ich in unserem Treppenhaus lange Arien sang, sodass mich meine Mutter »die Amsel« nannte. Wenn ich aber im Kindergarten ein Lied trällern sollte, war ich stumm wie ein Fisch. Fragen kamen auf und mit seichten Antworten gab ich mich nicht ab. Ich war an allem interessiert, was mir das Funktionieren des Körpers verstehbar machte, doch besonders an dem, was die Zellen meines Körpers einhellig nicken ließ.

Das alles hätte ich meinem Londoner Kollegen über die Reise vom juchzenden Körper hin zu Innenschau und Kontemplation gar nicht erzählen müssen. Denn eigentlich ist es ganz simpel: Wenn sich Neugier mit Aufmerksamkeit paart und im Duett die Innenwelt durchkämmt, gleitet der Fokus automatisch in die Tiefe. Der Radar der Wahrnehmung erhellt das Verborgene. Und verfeinert es. Wahrnehmung verfeinert sich sogar so sehr, dass sie irgendwann auch das menschliche Zentrum des Seins tangiert, aber dazu später mehr.

»Interessant ...« Er nickte höflich. »Um ehrlich zu sein ..., das ist mir etwas zu ..., zu neu. Aber versprochen, ich denke darüber nach.«

Und dann, lange Zeit nach dem Radschlagen, nach dem Um-die-Wette-Rennen und dem Ariensingen, wurde es ruhiger um mich. Das ernste Leben begann. Ich verlor vieles aus den Augen, was mir wichtig gewesen war, und tatsächlich dauerte es einige Jahre, bis der Moment des Versöhnens kam.

Ich befand mich im Training zum Feldenkrais-Practitioner und experimentierte mit einer der kniffligen Bewegungen der Feldenkraisschen Bewusstheitslektionen. Damit das Gehirn die Bewegungsimpulse gut verdaut, wird besonders auf die Pausen zwischen den Sequenzen gepocht. So auch damals. Ich ruhte auf dem Boden und ließ mein Nervensystem seine Arbeit tun. Und boom! Boom! Mit einen Schlag war alles weg. Unwissend war ich hineingeschlittert in einen Moment aus Nichts. Nur Stille war da, eine helle, freundliche Stille. Doch im Schock nach Bewertung grasend, organisierte sich mein Gehirn sofort wieder neu. Fragen kamen auf: Was war das? War es richtig? Warum konnte ich es nicht behalten? Und: Wie bekomme ich es zurück?

An den folgenden Tagen war ich eingewebt in eine Art innere Selbstverständlichkeit, mit der ich durch das Leben ging. Ich fühlte mich leicht und fließend, dennoch sicher, klar und stark. Die Mischung gefiel mir. Was ...? Was, wenn mein Leben immer so wäre? Ja, was wenn ...?

Natürlich wollte ich die Erfahrung wiederhaben. Wahrscheinlich muss ich nicht erwähnen, dass mir genau das erst einmal vor­enthalten blieb. Je mehr ich es versuchte, desto weniger gelang es.

Inzwischen ist Meditation zum Mainstream geworden, mit dem kontemplierenden Buddha als Symbol. Die Neuroforschung belegt im Eilverfahren, warum das Kontaktieren von Stille kolossale Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden hat. Sogar ernsthaften Störungen im Organismus soll es an den Kragen gehen.

Doch auf den passiven Pfad von Meditation habe ich mich auch später nie begeben. Meine Meditationserfahrung ist noch immer dynamisch und bewegt. Noch immer orientiert sie sich am Erforschen, an einem authentischen Körpergefühl und kristallklarem sensomotorischen Genuss. »Ohne glücklichen Körper keine Meditation«, sage ich zu meinen Klienten. Ich bin mir inzwischen sicher, dass es keine echte Meditationserfahrung ohne balanciertes Soma gibt.

Als ich meinen Kollegen im Getümmel von Chelsea wiedertraf, erinnerte er mich: »Übrigens ... ich habe darüber nachgedacht. Was du sagst, klingt logisch. Aber wer ... wer schafft das schon, mit dem Körper am Ende aller Wünsche zu sein?«

Ok. Für ihn ist dieses Buch. Und für alle, die gern beides hätten: einen zufriedenen Körper und einen natürlichen Zugang zu Meditation.

Präambel

Den meisten meiner Klienten begegne ich, weil ihnen ihr Körper Probleme bereitet. Zumeist werden massive Beschwerden geschildert: überhandnehmender Stress, Schlaflosigkeit, Migräne, postoperative Beschwerden, Burnout oder chronischer Schmerz. Körperbewusstheit zu entwickeln ist angezeigt, denn aus meiner Sicht ist eine differenzierte Wahrnehmung der Schlüssel für jeden Schritt aus der Gefahrenzone heraus. Gar nicht so selten stellt sich gerade dieser als meditative Initialzündung heraus. Neugier wird wach. Manch einer staunt, wie vertraut er plötzlich mit seiner Innenwelt ist.

Andere Klienten melden sich direkt zu Meditations­workshops oder Einzelsessions an. Sie haben gelesen, dass durch die Einkehr nach innen selbst chronische Krankheitszustände, Organbeschwerden und emotionale Krisen positiv beeinflussbar sind. Sie wollen das Meditieren erlernen, in der Hoffnung, dass es Lösungen bringt und psychophysische Wunder bewirkt.

Und darüber hinaus treffe ich Interessierte, die bereits Meditierer sind. Sie haben Erfahrung und wünschen sich, dass ihre Meditationsroutine noch effizienter wird. Zumeist erforschen sie sich detaillierter, was ein ganz eigenes Klima im Vorgehen hat.

Von ihnen allen kommen jede Menge Fragen. Das gesammelte Material aus E-Mails, Feedbacks, Facebook-Kommentaren, Work­shops und Gesprächen gestaltet sich deshalb bunt.

Doch so verschieden der Hintergrund meiner Klienten auch sein mag, so sehr gleicht sich die Triebkraft, die sie bewegt: Sie alle suchen. Sie alle sehnen sich. Und sie alle haben ein Gespür für klaren sensorischen Genuss. Instinktiv kennt ein jeder von ihnen eine innere Essenz, die gesund, ewig und vollkommen ist.

Eins | Startup-Time

_»Warum meditieren?«

Diese Frage wurde mir wahrscheinlich am häufigsten gestellt. Besonders gut erinnere ich mich an Isabell, eine Klientin, die eine Reihe Meditationssessions buchen wollte. In einer E-Mail schrieb sie mir:

_»Ich frage mich, was es mir bringen kann, mir geht es eigentlich gut. Aber natürlich habe ich alles, was heute jeder hat: einen stressigen Job, Zeitdruck, immer viel zu tun, Ärger mit meinem Freund, der heiraten will, und ich will es nicht. Und ich hab nie genug Geld. Das hätte ich natürlich gern anders ... Ich habe gehört, dass Meditation bei verschiedenen Problemlagen helfen kann.«

Isabell bringt hier tatsächlich die Sinnfrage auf den Punkt: Was kann Meditation? Und was bringt sie wirklich? Für mich ist die Antwort klar: Meditation verändert alles, sofern es sich um die Innenwelt dreht. Folglich kann sie auch alles ändern, sobald sich die Innenwelt in die Außenwelt mischt. Doch Vorsicht vor dem Missverständnis! Meditation ist kein Problemlöser. Weder Allheilmittel für Wehwehchen noch Psychotherapie oder Frage-Antwort-Spiel für das, was den modernen Menschen bewegt. Meditation ist ein Weg, sich selbst kennenzulernen, und zwar so vollständig und tief, dass auch das innere Zentrum des Menschen erfahrbar wird. Und diese Kontaktaufnahme ist es, die vieles und letztlich alles ändern kann.

_»Wie beginnen?«

Werden Sie sich klar darüber, was Sie brauchen und wovon Sie sich angezogen fühlen. Suchen Sie sich auf Grundlage dessen die richtige Meditationstechnik heraus. Es gibt unendlich viele. Eine Reihe traditioneller Methoden und weitere, die den Kreationen Meditierender und Lehrender entsprungen sind.

Es ist nicht immer einfach, sich in diesem Informationsdschungel zurechtzufinden, aber durch praktisches Ausprobieren schälen sich Präferenzen heraus. Jeder Meditierer, ob Anfänger oder Profi, sollte praktisch testen, was für die eigene Konstitution, das ureigene Naturell in der gegenwärtigen Situation stimmig ist.

Eine Faustregel lautet: Was innerlich berührt, was innen »trifft«, weil es mit dem eigenen Organismus resoniert, weist den Weg. Je klarer und einfacher sich die Erfahrung gestaltet, desto besser. Hier eine kurze Atembeobachtung für den Start.

Atembeobachtung: »Atmend den Nabel spüren«

1. Setzen oder legen Sie sich bequem hin. Schließen Sie die Augen und richten Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit auf Ihren Nabel.

2. Spüren Sie Ihren Nabel atmend. Das heißt, Sie nehmen wahr, ob und wie sich Ihr Nabel beim Atmen auf und ab bewegt. Sollten Sie keinerlei Bewegung im Nabel spüren, legen Sie eine Hand sanft auf die Mitte Ihres Bauches und bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit für etwa zehn Atemzüge genau dort. Falls Ihre Gedanken abschweifen wollen, holen Sie diese sanft zurück. Fahren Sie damit fort, Ihren Nabel atmend zu beobachten.

Falls diese Übung Sie anspricht, können Sie diese anwenden, wann immer es Ihnen gefällt: morgens nach dem Aufwachen, abends vor dem Schlafengehen oder wenn Sie im Freien sitzen, auf jemanden warten, sich ausruhen. Sollte Ihr Kopf mit Gedanken überfrachtet sein, die sich nur noch im Kreis drehen, kann diese kleine Achtsamkeitssequenz ein schneller Ausweg sein. Wenn es passt, beginnen Sie gleich jetzt.

_»Was ist am effektivsten, wenn ich Stress reduzieren will? Ich habe kaum Freizeit und so gut wie keinen Spielraum zwischendurch.«