Zeichengrundlagen &
Figuren entwickeln
Gecko Keck
Zeichengrundlagen & Figuren entwickelnGecko Keck
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort.........................................................................................6Kapitel 1 Grundlagen......................................................9Material – nichtnurfür Profis..........................................10Konturenund schraffuren.....................................................12der KoPfeiner Manga-figur................................................14der aufbaueines Mädchen-KoPfs.........................................16der aufbaueines Jungen-KoPfs.............................................18besondere PersPeKtiVendes KoPfs........................................20die Magieder Manga-augen...............................................22naseund Mund —diegeheiMeZeichensPrache...................24frisurenfür Mädchen................................................................26frisurenfür Jungs......................................................................28tyPische Manga-haare..........................................................30Junge helden —grosse gefühle............................................32händeund füsse............................................................................34anatoMieeiner Manga-figur.............................................40bewegungeiner Manga-figur...........................................42besondere PersPeKtiVeneiner Manga-figur...................45PersPeKtiVe...................................................................................48hintergründe...............................................................................50wasistdein style?..................................................................52die schuluniforM.........................................................................54weitere Modestile .....................................................................56Modefür Jungs...........................................................................58grenZenlose eMotionen ........................................................60grafischesyMboleund soundwords .................................64KolorierenaM coMPuter....................................................66KolorierenVon hand.............................................................68soKoMMt actionindie Zeichnungen.............................70PriMa ballerina..........................................................................72der fussballstar ...........................................................................76der herrscherder Meere........................................................80das KatZenMädchen..................................................................82science fiction hero...............................................................84Junger KäMPfer.........................................................................86darK teen girl..........................................................................90cosPlay.........................................................................................92eine Manga-geschichteentsteht.......................................96Kapitel 2 Shōjo.................................................................101ein wortundseine bedeutung.........................................102stilVarianten...........................................................................104die fläche....................................................................................106der aufbaueines Mädchen-KoPfes .....................................108genauerhingeschaut.............................................................112glänZendeaugen...................................................................116shōJo-haare.............................................................................118fantasieVolle frisuren .............................................................120iM rauschder gefühle............................................................122eMotionale Porträts............................................................128Zarte shōJo-hände ................................................................130Zarte shōJo-füsse..................................................................134shōJo-KörPerKult.................................................................136die shōJo-checKliste..............................................................138dieultiMatiVe übungsseitefürcoole Mode.....................140
buntstift-sKiZZen.....................................................................150VoM entwurfZurfertigen illustration.......................152dreiweitere VariantenZur farbgestaltung ................158accessoires...............................................................................164röcKe..........................................................................................168schuheund oberteile...............................................................170Von „hotPants“ ZuM „hoMe style“..................................172lebende Modelle.........................................................................174gegenständeund räuMe ........................................................180deine KreatiVitätistgefragt...............................................182die action line........................................................................186wahre liebe...............................................................................188Kapitel 3 Shōnen.............................................................193der aufbaueines Jungen-KoPfs..........................................194Jungen-KoPfiM Profil.........................................................196augenforMenbei Jungs.........................................................198frisurenfür Jungs...................................................................200händeund handPosen............................................................202füsseund schuhe......................................................................204der KörPerbauVon Manga-Jungs.................................206der KörPerin bewegung...................................................208einen styleentwicKeln ........................................................210Verschiedene looKsausProbieren......................................212ganZgrosse gefühle...........................................................214lachenistgesund....................................................................216shōnen-welten........................................................................218coole tyPenausanderen welten................................220KolorierenVon hand..........................................................222hintergründein schwarZ-weiss.....................................224hintergründein farbe...........................................................226eindringlicher blicK..............................................................228shōJooder shōnen?.............................................................230bad boy.......................................................................................232VollVerlegen...........................................................................236coVerboy..................................................................................238der rebell...................................................................................240der Verführer............................................................................242las Vegascalling.................................................................244outlaw boy ............................................................................246retro-looK.............................................................................248endZeitheld..................................................................................250aussenseiter...............................................................................252schwertKäMPfer......................................................................254sixPacK battle...........................................................................256der träuMer..............................................................................260Motion extreMe......................................................................262der brillenträger ...................................................................264VaMPir.........................................................................................266der tierfreund...........................................................................268Mystery boy ............................................................................270toPModel....................................................................................272Kaffeeoder tee?......................................................................274wallstreet-Karriere...........................................................276KonKurrenZ..............................................................................278Mafia-nachwuchs.................................................................280glossar......................................................................................282überden autor ........................................................................284iMPressuM.....................................................................................285
Vorwort
Wer mit dem Zeichnen von Manga-Figuren beginnen will, sieht sich o mit einer Flut an Möglichkeiten konfrontiert: Es gibt auf dem Markt zahllose Bücher zu vielfältigen Aspekten dieses Themas, dazu kommen natürlich noch unzählige Videos, Ideen und Tipps aus dem Internet. Für angehende Künstler:innen ist es gar nicht so leicht, sich bei dieser Menge an Stilen und Ideen zu orientieren.Dieses Buch hil dir, dich in der Welt des MangaZeichnens zurecht zu finden und bietet dir eine gute Orientierung für die ersten Schritte auf deinem künstlerischen Weg. Auf 280 Seiten findest du umfassendes Wissen rund um den Manga-Stil sowie detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen und allerlei Tipps und Tricks. Auchwenn du dir noch nicht sicher bist, welchen Stil du bevorzugst oder ob du lieber ganz klassisch mit Bleisti und Radiergummi oder digital zeichnen möchtest: Mithilfe dieses Buchs kannst du alles ausprobieren und findest so ganz einfachdeine persönlichen Vorlieben.Im ersten Kapitel lernst du alle Zeichengrundlagenzum Manga-Stil: Vom ersten typischen Manga-Auge über ganze Figuren bis hin zu Kolorierung und dem ersten eigenen Comic. Selbst ganz ohne Vorkenntnisse sind die Anleitungen so ausgelegt, dass du sie ganz einfach nachzeichnen und zu eigenen Kreationen abwandeln kannst.
Niedlich oder cool? Eine romantischeLiebes geschichte oder doch lieberein actiongeladenes Abenteuer? Wenn du dir unsicher bist, welcher Stil dir liegt, probiere doch einfach mal beides aus. Im zweiten Kapitelfindest du alles rund um den Shōjo-Stil mit den typischen süßen Manga-Mädchen in den Hauptrollen. Alternativ kannst du aber auch gleich zum dritten Kapitel blättern, das sich mit spannenden Motiven und lässigen Jungs im Shōnen-Stilbeschäigt.Und falls du direkt loslegen willst, kannst du dir über den QR-Code unten 30 kostenlose Übungsseiten herunterladen (den Freischaltcode findest du imImpressum).Ob du nun erstmal die Grundlagen üben willst oder schon einen der beiden Stile im Auge hast – im Buch findest du alles, um deine eigenen Figuren zu entwickeln und selbst zum Mangaka zu werden. Also nichts wie los! Zusätzlich gibt es hier auch noch 30 Übungs-seiten zum Download. Den Freischaltcode findest du im Impressum.
KAPITEL 1
Manga Step by Step – Grundlagen
Damit deine Figuren auch wie Manga-Figuren aussehen, musst du ein paar Tricks kennen. Denn die Profi-Mangaka haben so etwas wie eine geheime Manga-Zeichensprache entwickelt, dieihre Figuren so unwiderstehlich und einzigartig erscheinen lässt. Wenn du weißt, wie es geht, wirst du erstaunt sein, wie lebendig und echt deine Figurenvon Anfang an wirken. In diesem Kapitel lernst du, wie man eine Manga-Figur richtig auaut und wie man sie mit Leben füllt. Grafisch bedeutet das, die wichtigsten Manga-Stilmittel wie zum Beispiel Haare oder Augen zu verstehen und umzusetzen. Inhaltlich lernst du, wie man Gefühle und Bewegungen darstellt.
Material – nicht nur für Profis
Ohne gutes Arbeitsmaterial geht beim Zeichnen nichts, denn wie sonst könntest du deine Ideen zu Papier bringen? Wähle also die Stie und das übrige Zubehör sorgfältig und mit Bedacht aus. Jeder Zeichner hat seine speziellen Vorlieben, was das Material angeht, und das ist auch gut so, denn die Wahl des Arbeitsmaterials ist schon der erste Schritt zu einem eigenen Stil. Es gibt jedoch Dinge, die jeder haben sollte – und es gibt Dinge, die sehr nützlich, aber nicht absolut notwendig sind. Hier einige Listen dazu.CHECKLISTE BASICSDieses Material brauchst du unbedingt, wenn du Mangas zeichnen willst. Es ist die Grundausstattung und was du nicht im Haus hast, musst du kaufen, ehe es losgeht.»Bleistie in verschiedenen Härtegraden»Weißes Papier»Ein Radiergummi»Eine feste, glatte Zeichenunterlage, auf die man das Papier legen oder auch mit Kreppband heen kann. »Schwarze Filzstie in unterschiedlichen Stärken»Schwarze Fineliner»Verschiedene LinealeCHECKLISTE BASICS PLUSAuch diese Dinge sind nützlich und er-leichtern dir die Arbeit. Diese Ergänzungenzum Basismaterial erlauben es, speziellereBilder zu zeichnen.»Buntstie und Marker»Eine Gliederpuppe»Ein Zirkel»Weißer Zeichenkarton »Tusche und Feder oder Pinsel»Rasterfolien»Ein Computer mit grafiktauglichem Arbeitsspeicher»Ein Scanner und ein Drucker»Zumindest ein gutes GrafikprogrammCHECKLISTE PROFIZUBEHÖRFür Zeichner, die sich sehr intensiv mit der Thematik beschäigen, lohnt es sich, diese Dinge anzuschaffen und sie konsequent zu nutzen. »Ein Leuchttisch»Kurvenschablonen»Profi-Grafikprogramme»Verschiedene Schrien (Fonts) für den Computer»Ein Zeichentableau für den Computer»TransparentfolieWICHTIGWie bei allen Dingen, die man kaufen kann, gibt es auch beim Arbeitsmate-rial immense Unterschiedein der Qualität. Sparen lohnt sich meistens nicht, da zum Beispiel billigere Blei-stifte leicht brechen oder Finelinerschneller austrocknen.10Grundlagen
ÜBUNGAm besten ist es, das Material gleich zu testen, dann merkt man sofort, was einem liegt und was weniger in Frage kommt. Diese Abbildung zeigt ein typisches Manga-Auge, das mit unterschied-lichen Stien gezeichnet wurde. Versuche es am besten gleich selbst!WEICHER BLEISTIFTMit weichen Bleistiften zwischen den Stärken 2B und 6B kann man dunkle Linien und Schraffuren zeichnen.HARTER BLEISTIFTMit harten Bleistiften zwischen den Stärken 2H und 6H kann man helle Linien und Schraffuren zeichnen.FINELINERFineliner sind ganz dünne Filzstifte, mit denen man sehr feine Linien zeichnen kann. FINELINER UND RASTERUNGDieses Auge wurde ebenfalls mit einem Fineliner gezeichnet und dann mit Rasterflächen gefüllt. Diese Technik wird im Buch noch näher beschrieben.11Material – nicht nur für Profis
Konturen und Schraffuren
Zunächst ein paar allgemeine zeichnerische Basistechniken: Schwarzeoder auchfarbige Konturen sind ein wichtiges Stilmittel beim Manga zeichnen. Sie begrenzen die Flächen nach außen hin und geben der Zeichnung den typischen Manga-Look. Dabei wird auch die Auswahl des Materials am deutlichsten, denn eine Bleistilinie sieht ganz anders aus als eine Linie, die mit einem Fineliner gezeichnet wurde. Wenn du ein einfachesMotiv nimmst und die Konturen mit verschiedenen Stien nachzeichnest, dann siehst du den Unterschied selbst.WICHTIGSchöne Konturen zu zeichnen ist eine Kunst. Wenn es am Anfang nicht so aus-sieht wie gewünscht, dann nicht den Mut verlieren! Mit etwas Übung wird es schnell besser und es kristallisiert sichder eigene Zeichenstil heraus.FINELINER-KONTURZeichnet man die Konturen mit einem Fineli-ner, dann sind die Linien ganz dunkel und scharf vom Papier abgegrenzt. Vor allem gibt es aber keine Möglichkeit mehr zu radieren.DETAILBLEISTIFT-KONTURIm Gegensatz zum Fineliner sind beim Bleistift die Linien weicher und unschärfer. Wer noch etwas unsicher ist, kann hier natürlich auchradieren und korrigieren.DETAILKONTUREN IMVERGLEICHDie beiden starkvergrößerten Details zeigen den Unterschied bei der Anwendung verschiedener Arbeits-materialien. Während der Fineliner eine sehr grafische Optik erzeugt, verleiht der Bleisti der Zeichnung einen etwas skizzenhaeren Aus-druck, den man je nach Motiv und Gestaltung auch ganz gezielt ein-setzen kann.12Grundlagen
Eine weitere Basistechnik beim Zeichnen ist das Schraffieren.Mit Hilfe von Schraffuren lassen sich Figuren dreidimensional darstellen. Durch Schraffuren entsteht der Eindruck von Hell-Dunkel, was gleichbedeutend ist mit Licht und Schatten.Beim Mangazeichnen werden Schraffuren häufig bei ersten Bleistientwür-fen oder Storyboards angewandt.Später,in der Reinzeichnung mit dem Fineliner oder der Tusche, werden zur Grau- oder Farbabstufung meist andere Techniken verwendet, wie man im Verlauf des Buches noch sieht.PARALLELSCHRAFFUREN Alle Linien verlaufen bei dieser Technik parallel. Um den Eindruck einer gleichmäßig grauen Fläche zu bekommen, ist es dabei wichtig, dass die Abstände zwischen den feinen Linien möglichst gleich sind.KREUZSCHRAFFUREN Hier werden, ähnlich wie bei den Parallelschraffuren, ebenfalls alle Linien parallel gesetzt. Um jedoch feinere Abstufungen zu bekommen, setzt man der ersten Schraffur weitere Schraffuren aus anderen Richtungen entgegen. FORMLINIEN Diese verlaufen ebenfalls parallel und folgen dabei der Form des Objekts, sie sind also zum Beispiel gebogen oder geschwungen. Durch diese Schraffur bekommt man einen hohen Grad an Dreidimensionalität in die Zeichnungen.Stark vergrößert:Die Pupille eines Augesmit Bleisti-SchraffurenStark vergrößert:Die Pupille eines Augesmit Fineliner-SchraffurenHärtegrad3H Härtegrad3B Fineliner 13Konturen und Schraffuren
Der Kopf einer
Manga-Figur
Der Grund, weshalb die Manga-Welle von Japan aus weiter über alle Kontinente schwappt, liegt besonders an den aus-drucksstarken Gesichtern der meist jungen Manga-Helden. In den Gesichtern der von den Mangakas gezeichneten Figuren spiegeln sich die Gefühle einer ganzen Generation wider.Freude und Leid, Liebe, Abenteuer und Leidenscha – alles wird mit nur wenigen Strichen dargestellt. Dabei spielen die Haare und die Augen eine ganz besondere Rolle, der wir auf den Grund gehen wollen. Nehmt euch am besten gleich Bleisti und Papier zur Hand und zeichnet mit.WICHTIGDie Grundlage beim Zeichnen sind einfache geometrische Formen wie Dreiecke, Kreise oder Rechtecke. Auch in diesem Buch sieht man diese Formen beim Aufbau der Motive immer wieder. Wer noch etwas unsicher ist, der sollte das Zeichnen dieser Formen immer wieder üben.14Grundlagen
INFODIE WAHREN PROPORTIONENUm zu begreifen, was es bedeutet, einen Manga-Kopf zu zeichnen, ist es sinnvoll, zunächst die Anatomie eines echten Kopfs zu betrachten. Oben sieht man die Abbildung eines ideal proportionierten Gesichts. Diesesist in vier Segmente eingeteilt, wobei die Augen genau auf der horizontalen Mittelachse liegen und der Mund im unteren Viertel. Der kurze Abstecher in die Welt der menschlichen Anatomie verdeutlicht eines:In Mangas werden die Gesetze der Natur außer Kra gesetzt, um das Maximale an Ausdruck in die Zeichnungen zu bekommen. Augen können ganz groß und glänzend werden, Haare können sich zu flammenartigen, spitzzulaufenden Gebilden verformen oder Nasen und Münder zu winzigen Punkten schrumpfen. Die jeweiligen Stilmittel sind dabei unterschiedlich, je nachdem für welchen Manga-Stil man sich entscheidet.Die unteren Abbildungen zeigen dabei schematisch drei der Hauptstilrichtungen: »Links: Kopf eines Chibi-Mädchens mit den typischen großen Augen »Mitte: Shōjo-Mädchen, das ebenfalls große Augen hat, aber bereits etwas erwachsener wirkt»Rechts: Darstellung eines typischen Teen Girls, wie man es in zahlreichen Manga-GeschichtenfindetJe größer die Augen werden und je mehr sie im Gesicht nach unten rutschen, umso jünger wirkt die Figur. Die blauen und roten Linien verdeutlichen das gut.15Der Kopf einer Manga-Figur
Der Aufbau eines
Mädchen-Kopfs
Vertikale HilfslinieObererAugenrandUntererAugenrandMundlinieBasisformKreisHinterkopfHalsansatzHinterkopfMädchen im Teenager-Alter sind die Helden der beliebtesten Mangas. Nehmen wir also einen charakteristischen Kopf aus dieser Altersgruppe, um den zeichnerischen Grundauau von vorne, im Profil und im Halbprofil zu zeigen. Schritt für Schritt entsteht so das Gesicht.Erster Schritt: Aus einem Kreis, einer spitz zulaufenden Kinnform und den Achsen für Augen, Mund und Nase wird der Kopf aufgebaut. Vorsicht: Das Halbprofil ist am schwierigsten, da hier die Hilfslinien der Form des Kopfes entsprechend gebogen sind.Zweiter Schritt: Der Auau wird um die äußere Augenform, die Nasenposition und den Mund im Profil ergänzt. Auch der Kragenansatz wird angedeutet. Vorsicht: Im Halbprofil verschmälert sich das hintere Auge perspektivisch gegenüber dem vorderen Auge.VORDERANSICHTHALBPROFILPROFILEingefügte AugenNaseangedeutetKragenansatzNase undMundergänzt16Grundlagen
Dritter Schritt: Da bei Manga-Gesichtern die Haare o füllig sind, ist es sinnvoll, die Haare zunächst als große Volumen zu zeichnen. Alle Linien, die hier blau sind, werden in der späteren Reinzeichnung unsichtbar, da sie verdeckt werden oder nur Hilfslinien sind.Vierter Schritt: Mit einem Fineliner oder einem weichen Bleisti werden die Konturen scharf nachgezeichnet, die Augen, Mund und Nase ausgearbeitet und die Haare mit vielen feinen Strähnen versehen. Sehr wichtig sind die weißen Glanzpunkte in den Augen!Haarvolumen PferdeschwamzHaarvolumenPonyHaaransatzim NackenViele einzelne HaarsträhnenGlänzendeAugenShirtansatzWenige Linienfür Nase und MundHaarband17Der Aufbau eines Mädchen-Kopfs
Der Aufbau eines
Jungen-Kopfs
Vertikale HilfslinieObere AugenrandUntererAugenrandMundlinieBasisformKreisHinterkopfDer Hals wird etwas breiter und das Kinn kantiger als bei Mädchen.HinterkopfHeimliche oder verbotene Liebe, Freundschaen und extreme Gefühle sind beliebte Manga-Themen. Also ist es ganz klar, dass man dafür auch Jungsbraucht. Omals sind die Jungs eher androgyn, das heißt mädchenha, aber ein paar markante Unterschiede gibt es beim Zeichnen doch.Erster Schritt: Auch hier sind die Ausgangsformen ein Kreis und eine im Vergleich zum Mädchen etwas spitzer zulaufende Kinnform sowie die Hilfslinien für Augen, Mund und Nase. Im Halbprofil sind die Achsen immer der Form des Kopfes entsprechend gebogen.Zweiter Schritt: Die Augen sind beim Jungen etwas kleiner, weshalb auch der Abstand zwischen den Augen-Hilfslinien geringer ist. Der Hemdansatz wird angedeutet. Auch hier verschmälert sich im Halbprofil das hintere Auge perspektivisch.VORDERANSICHTHALBPROFILPROFILDie Augen werdenin der Regel kleinerals bei Mädchen.NaseangedeutetHemdansatzNase undMundergänztHalsansatz18Grundlagen
Dritter Schritt: Jungs haben natürlich deutlich reduziertere Haare als Mädchen und selten Accessoires. Trotzdem ist es sinnvoll, die Haare zunächst als komplette Volumen zu zeichnen und dann erst mit den einzelnen Haarsträhnen weiterzumachen. Vierter Schritt: Steht der Grundauau, können mit einem Fineliner oder einem weichen Bleisti die Konturen nachgezeichnet, Augen, Mund und Nase ausgearbeitet und die Haare mit vielen feinen Strähnen versehen werden. Haarvolumen HinterkopfHaarvolumenmit frechen SträhnenKurze Strähnenim Nacken undgebogene HalslinienKurze, spitze HaarsträhnenNur leichtglänzendeAugenHemdansatzWenige Linienfür Nase und Mund19Der Aufbau eines Jungen-Kopfs
Besondere Perspektiven des Kopfs
Gelingen dir bereits einfache Manga-Gesichter? Dann kannst du dich an diese Doppelseite wagen, auf der die Darstellung eines Kopfs aus der Frosch- und der Vogelperspektive gezeigt wird. Unter Froschperspektive versteht man dabei den Blick von unten nach oben auf den Kopf und unter Vogelperspektive genau umgekehrt, den Blick von oben nachunten. Das Zeichnen dieser Perspektiven erfordert etwas Geschick, aber mit ein wenig Übung klappt auch das.Erster SchrittDer Kreis macht auch hier den Anfang, jedoch ist die Kinnpartie perspektivisch verzerrt. Die Hilfslinien für die Augen sind je nach Ansicht stark nach unten oder nachoben gebogen.Zweiter SchrittJetzt können die Augen, die Haareund der Mund eingezeichnet werden, wobei man darauf achten muss, dass die perspektivische Verzerrung berücksichtigt wird. Die Augen und der Mund werden zum Beispiel schmaler.Vertikale HilfslinieStark nach oben gebogene Hilfslinien für die AugenSchmale KinnpartieGestreckte KinnpartieHoher PferdeschwanzTiefer PferdeschwanzPerspektivischverschmälert: Augen und MundStark nach unten gebogene Hilfslinien für die AugenBasisformKreis20Grundlagen
Dritter SchrittStimmt der Grundauau des Kopfs in der Perspektive, dann ist es nicht mehrso schwierig, die Details auszuarbeiten und die Konturen nachzuzeichnen. Allerdings gilt es noch ein paar As-pekte zu beachten: Die Haarsträhnen verändern sich zum Beispiel ebenfalls perspektivisch und werden je nachSicht schmaler oder breiter.Ebenso verändert sich der Halsansatz des Kleides oder des Shirts. Wenn die Darstellung stimmen soll, muss man jeden Strich entsprechend der Ansicht ausrichten.Schraffur alsSchatten unterdem KinnStark verschmälerteHaarsträhnenBreite HaarsträhnenWICHTIGPerspektivisch richtige Ansichten des Kopfs und des Körpers einer Manga-Figurzu zeichnen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe und manchmal könnte man daran verzweifeln. Es gibt aber Tricks, wie man sich behelfen kann! Mit Fotos kann man sich zum Bei-spiel sehr gut die perspektivischen Veränderungen verdeutlichen. Dabei kann man entweder selbst ein schnelles Foto von einem Freund aus der gewünschten Perspektive machen oder sich einBild zur Orientierung im Internet suchen. Selbst wenn das Foto keine Manga-Figur zeigt, sondern einen echten Menschen, kann man dennoch gut die Dinge erkennen, die man benötigt, um es dann im Manga-Stilumzusetzen. Viele einzelneHaarsträhnenAuch der Shirtansatzverändert sich perspektivisch.Der Scheitel wirdvon oben sichtbarBreitere StirnSchmälere StirnSicht von unten aufden PferdeschwanzVOGELPERSPEKTIVEFROSCHPERSPEKTIVE21Besondere Perspektiven des Kopfs
Die Magie der Manga-Augen
Was fällt einem als erstes ein, wenn man an Manga denkt? Natürlich die großen und ausdrucksstarken Augen! Manga zeichnen bedeutet in erster Linie, Gefühle darzustellen, je intensiver, umso besser. Und nichts transportiert diese Gefühle besser als die Augen, denn sie sind die Spiegel der Seele. Aus einer Mischung aus großen und kleinen Glanzpunkten in unterschiedlichen Formen, einer facettenreichen Iris, der Gestaltung der Pupillen und nicht zuletzt dem Zeichnen der Augenbrauen und Augenlider entsteht ein ganzes Feuerwerk an intensiven Gefühlen. Viele Zeichner versuchen immer wieder aufs Neue, die magische An-ziehungskra der Manga-Augen nochmal zu toppen und in ihrem Stil neu zu erfinden.EIN AUGE ENTSTEHTHier sieht man ein Manga- Auge im Grundauau. Wenige Strichegenügen, um die grobe Form festzu-legen. Dann folgen schon die einzelnen Glanzpunkte und die Wimpern. Der weißeAugapfel wird fast nie mit scharfen Linien zum Gesicht hin abgegrenzt. Meistens wird der Augapfel nur mit kurzen Strichen oder Haken angedeutet, wie man oben in dem kleinen blauen Kästchen sieht.Harmonische AugenformErstaunter BlickWeicher BlickNeutraler BlickEntsetzter Blick22Grundlagen
INFOMÄDCHEN- UND JUNGEN-AUGEN IM VERGLEICHObwohl die Gestaltung der Augen so vielfältig sein kann und dem Geschmack des Zeichners überlassen ist, gibt es doch ein paar Unter-schiede, insbesondere was die Geschlechter betrifft. Mädchenaugen sind meistens sehr groß und mit vielen Glanzpunkten gezeichnet. Augen von Jungs, besonders die Iris und die Pupille, werden dagegen o kleiner und mit weniger Glanzeffekten dargestellt. Allerdings bestätigen Ausnahmen hier o die Regel, je nach Art der Figur.KLEINE AUGEN, GROSSE WIRKUNGO sieht man in Mangas formatfüllende Zeichnungen von Gesichtern, auch in Manga-Filmen, den sogenannten Animes. Genauso o muss man eine Figur auchklein zeichnen, wobei die Augen ebenfalls ganz winzig werden. Wie die Abbil-dungen oben zeigen, müssen dann die typischen Manga-Merkmale auf wenigeElemente (zum Beispiel nur ein bis zwei große Glanzpunkte) reduziert werden, um noch den gewünschten Ausdruck zu bekommen. MädchenaugeJungenaugeDIE WAHREN PROPORTIONENWie schon bei der Anato-mie des Kopfs lohnt sich auch hier der Vergleich mit einem echten Auge. Beim echten Auge sieht man die gleichen Ele-mente wie Iris, Pupille, Augebrauen, Wimpernund Augenlid. Jedoch sind beim Manga-Auge die Proportionen stark verändert. Die Iris und die Pupille werden meist sehr groß gezeichnet und vor allem die Glanzpunkte zur Verstärkung des Ausdrucks viel auffälliger und größer dargestellt.23Die Magie der Manga-Augen
Bei den meisten Manga-Figuren steht die, auf das Wesentlichste beschränkte, Gestaltung von Nase und Mund in starkem Kontrast zu den großen Augen. Sehr häufig sind Nase und Mund ausgesprochen klein, manchmal bestehen sie sogar nur aus zwei Punkten. Dafür gibt es natürlich gute Grün-de: Zum einen wird das kindliche Schema angewendet, was bedeutet, dass ein Stupsnäschen und ein klei-ner Mund einfach süßer aussehen. Zum a