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Die junge Autorin "De Päz" erörtert in ihrem Buch dem Leser mehrere Varianten der Abgründe des menschlichen Daseins, basierend aus ihren eigenen Lebenserfahrungen. Was mit Liebesbriefen begann entfaltet nach und nach mehr Schattenseiten des Lebens / des Liebens. Der Schreibstil ist eine Mischung aus trockener Ehrlichkeit, gekoppelt an eine Brise Sarkasmus, Humor und einem gewissen Grad an Durchgeknalltheit aus dem täglichen Leben.
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Seitenzahl: 265
Veröffentlichungsjahr: 2015
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De Päz
Mein Buch für Dich
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Kapitel 1 – Vorwort -
Kapitel 2 – Die Briefe -
Kapitel 3 – Der Umbruch-
Kapitel 4 – Der Bruch -
Kapitel 5 – Nachwort -
Impressum neobooks
Lieber „S“
lieber Leser,
liebe Leserin,
ich erlaube mir heute meine Geschichte, die Geschichte meiner, beziehungsweise, unserer Liebe, deren Ausgang ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht kenne, für Dich und für Sie nieder zu schreiben.
Ich denke, dass diese Reise, zu der ich Sie entführen möchte, Ihnen vielleicht Licht in das ein oder andere Dunkel bringt. Mir hilft es insofern, dass ich diese Gedanken aus meinem Kopf bekomme. Aber nicht aus meinem Herzen, denn dieser Platz ist reserviert für die Liebe meines Lebens. Ich habe natürlich Glück, das Glück zu wissen, dass ich für Emotionen in diesem Rahmen fähig bin.
Momentan ist es aber so, dass ich mich über diesen Zustand nicht freuen kann, vielmehr erfüllt er mein Herz mit Schmerz, Trauer und dennoch Hoffnung. Hoffnung, dass wir die Phase der schlechten Zeit überwinden und reparieren können...
Ich widme dieses Buch Dir „S“, meiner großen Liebe, Du bist der Mann an meiner Seite und ich liebe Dich, Du brauchst dafür allerdings nicht anwesend sein.
Meinen Freundinnen, die für mich ein offenes Ohr haben und sich seit langer Zeit, um genau zu sein seit Jahren, meine Geschichten anhören
meinem Therapeuten, der mir hilft, mich wieder zu regenerieren und ein normales Leben zu führen. Der mir hilft, mich wieder zu finden
und
meinen Lesern, die sich die Zeit nehmen, in ihrem doch so stressigen Alltag, unsere Geschichte zu lesen.
Guten Morgen „S“,
wir wollten uns am 15.02.2015 treffen, um zu schauen, ob Du mich noch liebst. Du hattest mir beginnend vor 6 Monaten Briefe geschrieben, in denen steht unter Anderem dass Du mich vermisst und eine erneute Chance möchtest...unter allen Bedingungen, diese Bedingung hatte ich gestellt und Du hast gesagt, dass Du es zwar schwer findest ohne mich an meinem Geburtstag, Weihnachten und Silvester zu sein, aber dass Du es schaffst, um mir zu beweisen, wie sehr Du mich liebst.
Ich weiß, dass ich damals am Ende meiner Kräfte angekommen war. Du hattest mich verletzt und emotional alleingelassen. Du hatteststarke Sorgen. DeineEltern werden immer älter und Dein Vater schafft es nicht, sich tagsüber allein zu versorgen. Dann ist da noch Dein Bruder mit seiner Frau, die Dich nicht bei Deinen Eltern unterstützen. Dann war da noch der ständige Stress auf Deiner Arbeitsstelle und und und..Du warst für mich nicht mehr erreichbar, Du hast Deine Mauer aufgebaut und ich bin täglich gegen gerannt. Als besonders schlimm habe ich unsere Nächte nebeneinander im Bett empfunden. Es war so kalt, gefühlskalt, und Du hattest Deine Mauer aufgebaut, keinen Rahmen für Zärtlichkeit und ich konnte nicht atmen.
Ich habe versucht meine tägliche Situation anzupassen und mich trotz meiner Kinder, meiner finanziellen Sorgen und meiner bevorstehenden Prüfung auf Dich zu konzentrieren und für Dich da zu sein. Ich habe versucht, nicht mit Dir über meine Ängste und Gefühle zu sprechen, um Dich nicht zu belasten. Ich bat Dich darum eine Woche vor meiner Prüfung bei Deinen Eltern zu bleiben, weil ich wusste, dass Du mich ablenkst und die Gefahr bestand, dass ich durch meine Prüfung falle. Dieser Preis wäre für meine und unsere Zukunft zu hoch gewesen, schließlich hatte ich zwei Jahre gelernt, mal mehr mal weniger, je nachdem wie ich meine emotionalen Berg und Talfahrten in den Griff bekommen habe.
In den zwei Jahren meiner Umschulung rannte ich auch andauernd zum Arzt. Ich weiß, dass Du Dich an meine Herzrasen Attacken erinnerst, die Du unterbewusst auch mit zu verantworten hast. Dann meine ständigen Schmerzen, da mein Körper bereits wusste, dass meine Seele um Hilfe schreit. Ich hab es nicht erkannt und Du hast es auch nicht. Die erste Diagnose war Panikattacke. Und das mir! Ich, die immer stark war und schon so viel Mist in Ihrem Leben durch hat, droht nun zu brechen. Der diagnostizierende Arzt hat mir durch diese Diagnose einen Stempel verpasst.
Du hast die Belastung diese Ärztemarathons und die Herzkatheter-Untersuchung unterschätzt. Mich nicht aufgefangen, sondern an vielen Tagen dicht gemacht. Du hast damals aufgehört mir zu sagen und zu zeigen, dass Du mich liebst. Das hat mich sehr verletzt. Ich wusste nicht, ob ich auf Dich zählen kann. Natürlich warst Du mit im Krankenhaus und hast während des Eingriffs draußen gewartet und an diesen Tagen hatte ich wieder meinen alten „S“, den ich so viele Stunden vermisst habe. Kaum war ich aus dem Krankenhaus, warst Du wieder ein geigelt.
Ich hatte immer das Gefühl, dass ich Dir bei Deinen eigenen Problemen zur Last falle und für Dich eher eine Behinderung statt einer Bereicherung bin. Heute weiß ich, dass ich Dein Verhalten hätte nicht immer auf mich beziehen müssen und auch nicht dürfen, denn Du hast eine Depression. Und diese ist vieles, aber nicht zu unterschätzen. Dieses Auf und Ab der Gefühle, für Dich und für mich. Sie hat uns, genau wie die vielen Einflüsse von außen, aufgefressen.
Du hast zwischenzeitlich erkannt, dass Du was tun musst, als wir das zweite Mal getrennt waren. Du bist in eine Therapie gegangen, um genau zu sein in eine Tagesklinik. Ich glaube, dass es ungefähr zwei Jahre her ist. Ich habe irgendwann aufgehört, mir etwaige Daten und Zeitfenster zu merken, denn auch wenn wir getrennt waren, so wie zur Zeit auch schwebend unwirksam, habe ich Dich immer geliebt und war die Frau an Deiner Seite, so wie jetzt auch. Mein Herz fühlte sich an wie eine Sonne und ich habe immer zu schätzen gewusst, dass Du das für Dich und für uns tust. Es war um die Weihnachtszeit, Du hast für mich gebastelt. Einen Stern und eine Mappe, in der ich meine Unterlagen aufbewahre, die wichtigen, denn wichtig gehört zu wichtig. Diesen Stern hast Du für mich bei meinem Ex Mann Teil 1 abgegeben; mit einer CD drin : Olly Murs: „Dear Darling“ und einem Tolino, damit ich lesen kann und dann waren dort meine geliebten Rosen, abgeschnitten und alles in den Karton gelegt, zuzüglich noch ein Engel.
Blumen hast Du mir öfter geschenkt. Du schenktest mir ein Gesteck aus drei weißen und vielen roten Rosen, in Form eines Herzens, dann legtest Du Sträuße auf mein Auto. Ich war jedes Mal aufgeregt, wie ein kleines Mädchen, und ich fühlte mich geehrt. Ich wusste, dass Du bei mir bist, egal ob Du körperlich anwesend warst oder nicht. Du warst trotzdem da und ich fühlte mich in jeder Trennung geliebt, auch in dieser. Ich habe jedes Mal, wenn auf meinem Auto Blumen lagen, meinen Herzschlag gespürt, er ließ meinen Körper erbeben und mich fühlen, dass Liebealles überstehen kann, wenn man will.
Am 30.12.2013 sind meine Kinder in den Urlaub gefahren und wir haben uns getroffen, zu einem Gespräch. Du hast geweint und ich hatte Dich wieder, meinen „S“, der mir das Gefühl gibt die Frau zu sein, mit der er alt werden will. Wir haben wie zwei Pubertierende vor meiner Haustür im Auto gesessen, da wir nicht mehr durch die Gegend fahren wollten und ja doch schon davor überall waren. „Spinner Brücke“ und dann Richtung Grunewaldturm, obwohl wir das eigentlich nicht wegen dem Nachtfahrverbot durften, wir wollten überall hin, nur nicht nach Hause, denn dann wäre unser Treffen vorbei gewesen.
Ich fragte Dich, ob Du mit reinkommen möchtest, denn draußen war es inzwischen kalt und mal ganz ehrlich, ich musste Pippi, ein großer Schritt für Dich, denn Du kannst meine Wohnung inzwischen nicht mehr leiden, zu viel passiert. Wir tranken einen Tee und legten uns dann ins Bett, ich hatte damals keine Couch. Wir lagen uns in den Armen. Ich hatte das Gefühl geborgen zu sein, zu Hause angekommen, trotz allem was wir bis hier schon durch hatten. Wenn ich jetzt so daran denke, huscht ein wohliger Schauer über mein Herz. Ich habe genau den Geruch Deiner Haut in meiner Nase und fühle Dich ganz dicht bei Mir. In dieser Nacht liebten wir uns. Von unser beider Herzen fiel ein immenser Ballast, der uns doch sonst so schwer machte. Wir blieben zusammen an den kommenden neun Tagen. Wir machten wieder alles zusammen. An diesem Silvester entstand etwas sehr schönes; unser zweites gemeinsames Bild, gemacht von meiner Freundin Hanni, das einzige Bild, was es zuvor von uns gab, das hast Du, von der Motorradtour. Dieses Bild von Silvester hat mich zum Abnehmen inspiriert, aber dazu später.
Als Du nach Silvester in Deine Tagesklinik gingst, stellte Deine behandelnde Ärztin fest, dass es eine Veränderung gegeben hat und half Dir, nach ein paar Tagen die Therapie dort zu beenden. Sie empfahl Dir aber, Dich weiterhin von einer Therapeutin behandeln zu lassen. Das hast Du gemacht, vorläufig und weiterhin allein.
Ich denke heute, dass uns eine Paartherapie geholfen hätte unsere Vergangenheit aufzuarbeiten. Damals dachte ich, dass wenn Du geheilt wirst, wir beide geheilt sind. Ein folgenschwerer Fehler, aber das weiß ich erst heute und es tut mir leid.
Es dauerte nicht lange und Du hast Deine Mauer wieder aufgebaut und ich versank in meinem Sud, der mich glauben ließ, dass Du mich nicht liebst.
Ostern bekam ich eine Herzrasen Attacke, ich denke unterbewusst, eine Erinnerung, die nicht verdaut wurde. In dieser Erinnerung hast Du mich angelogen und positioniert, auf die letzte Schiene. Ich hatte an irgendeinem Osterfest geglaubt, dass Du mir mein Herz raus gerissen hast. Du hast mit Deiner Familie, Deinen Eltern, Deinem Bruder und Deiner Ex Frau ein Osterfrühstück veranstaltet. Du hast mir in den Telefonhörer gelogen und Du hattest mich nicht eingeladen.
Gelogen hast Du wohl, weil Du dachtest ich raste aus. Und angeblich hat Deine Schwägerin sie eingeladen und Du wusstest davon nichts. Aber nichts desto trotz, hattest Du mich angelogen, wie schon so oft und ich saß zu Hause und hab geweint.
Natürlich hast Du es im Nachhinein versucht wieder gut zu machen, wie jedes Mal, wenn Du gelogen hast. Doch manche Narben verheilen nur, wenn man sie nicht ständig aufreißt. Durch das Anlügen Deinerseits hast Du mein Vertrauen missbraucht und es sogarzerstört, Du hast Dir nur bedingt Mühe gegeben es wieder aufzubauen. Und ich habe jahrelang darunter gelitten.
Ich weiß noch, wie ich anfing im Alkohol eine Lösung zu suchen. Zwei Flaschen Wein waren an einem Freitag und Samstag sehr schnell alle. Eine Lösung hab ich nicht gefunden, nur eine lockere Zunge, die Du dann ertragen musstest. Hinzu kommt, dass ich mich als Tochter einer Alkoholikerin am nächsten Tag sehr geschämt habe, schließlich war ich Zeit weilen nicht besser als Sie. Du hast nicht gewusst welche Abgründe Du aus meiner Kindheit geöffnet hast. Konntest Du auch nicht, ich habe ja nur bedingt die Schubladen meiner Seele geöffnet, da ich gewisse Dinge nicht preisgeben wollte und ich wollte vor Dir niemals schwach sein.
Das ist heute auch noch so, aber durch meinen Therapeuten, den ich seit ein paar Wochen habe, und durch meinen Psychologen, der mich seit Anfang unserer Beziehung begleitet, weiß ich, dass ich nicht alles auf Dich abwälzen kann und wir vielmehr Aktion und Reaktion lebten.
Normalerweise hätte ich nach meinem Urlaub gehen sollen, aber Du hast mich gehalten und nun versuche ich Dich zu halten. Kannst Du Dich erinnern? Ich war in Swinemünde und sollte Sonntag zurückkommen. Du warst Samstagabend offiziell mit Deinen Arbeitskollegen verabredet. Ich habe den ganzen Tag schon gespürt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Mein Bauch machte dass, was er bei Gefahr immer tut, er sendete mir Signale. Ich hab versucht Dich anzurufen, Du bist erst nicht ran gegangen, dann hast Du zurückgerufen. Ich wusste, dass Du lügst. Am nächsten Tag fuhr ich mit meinen Kindern zurück. Ich war innerlich total aufgewühlt, zumal ich gehofft habe, dass Du mich spontan in Swinemünde besuchen kommst. Das hattest Du schließlich bei einer meiner Vorgängerinnen auch getan. Sie hat Dich damals verlassen. Vielleicht hat es damit was zu tun, dass Du nicht zu mir gefahren gekommen bist, vielleicht aber auch nicht. Auf dem Rückweg stritt ich mich mit meinem Jüngsten und er wollte zu Papa ziehen. Ich dachte, dass ich durchdrehe und schaffte nur mit Mühe den Weg nach Hause. Zu Hause angekommen kam mein Exmann Teil 2 vorbei, meine Schwester Toni war auch auf dem Weg und Du auch. Ich weinte und dachte ich sterbe.
Es ist total schlimm, wenn das eigene Kind Dir so etwas sagt, egal wie alt er ist. Er war damals klein. Dieses Gefühl der Ohnmacht werde ich nie vergessen, aber ich habe diese Situation inzwischen akzeptiert und habe keine Angst mehr, da mein Sohn seit Jahren die Hälfte der Woche bei Papa ist, aber nicht daher rührend, dass ich eine schlechte Mama bin; nein, weil er einfach seinen Papa braucht. Papa ist eben Papa.
In meiner Kindheit hatte ich wenig Kontakt zu meinem Vater, er wollte mich nicht. Heute sagt er, dass er den Kontakt abgebrochen hat, um mich zu schützen. Er konnte nicht ahnen, dass ich in meiner persönlichen Hölle landen werde.
Toni nahm dann den Großen mit zu sich, sie sagte, ich solle erst mal zu mir kommen.
Du hast dann beschlossen, dass wir zu Deinen Eltern fahren, damit ich rauskomme. Deine Eltern aßen dann mit uns, es gab an dem Tag Suppe. Ich habe als Kind gesagt bekommen, dass ich vor dem essen nochmal auf Toilette gehen soll, Pippi machen und dann Hände waschen. Das tue ich heute noch. Ich saß auf Toilette und wie immer lagen Deine Hemden dort auf dem Fußboden. Vier Stück. Ich bin von dreien ausgegangen und habe dann in die Hemden geschaut, Dein Camel Hemd, oh wie es seit diesem Tag hasste. Ich zögerte kurz, aber in meinem Zustand war mir alles egal. In der Brusttasche fand ich dann die Bestätigung Deiner Lüge vom gestrigen Abend. Es handelte sich um zwei Kino Karten zu dem Film „The Dark Knight“. Ein Film, den ich bis heute nicht gesehen habe. Und auch der kam am 15.02.2015 im Fernsehen, das Universum lachte mich aus. Ich habe es klar und deutlich gehört.
Ich steckte diese Karten in meine Hosentasche, erst wollte ich Deinen Kopf in den Suppenteller klatschen, aber der Respekt vor Deinen Eltern hielt mich davon ab. Ich saß und aß die Suppe. Ich wollte keinen Nachschlag, schließlich war ich Pappe satt und so emotional geladen, dass ich dachte, ich drehe durch. Manchmal ist es gut, wenn man eine harte Kindheit hat, man lernt seine Emotionen zu verbergen, seinen Gesichtskrieg in Schacht zu halten.
Nach dem Essen gingen wir auf die Terrasse und Du brachtest mir Wein. Natürlich ist es nicht ratsam in so einem Moment Alkohol zu trinken, denn man neigt dazu Dinge zu sagen oder zu tun, die man mit nüchternem Verstand doch nicht so einfach über die Lippen bringt.
Trotz diesem Wissen wollte ich ihn, meinen Freund Alkohol, der mir helfen sollte nicht durchzudrehen. Du hast mir gegenüber gesessen und ich fragte Dich wie der Abend bei den Kollegen war. Du hast geantwortet. Ich hab Dir nicht zugehört, vielmehr diente diese Frage meinem persönlichen Sadismus. Ich fragte dann :“ S. Ich frage Dich nochmal, wo warst Du gestern Abend?“.
Jetzt nur für Sie, lieber Leser, wenn ich in der Art und Weise nachfrage, spätestens dann, sollte sich mein Gegenüber besinnen und eine weitere Lüge verhindern. In diesem Moment der Korrektur hätte es nur die ruhige Frage gegeben, warum es für nötig gehalten wurde mich anzulügen. Mehr nicht.
Du hast versucht Deine Geschichte zu bestätigen. Ich legte die Karten auf den Tisch und fragte, was das sei. Du wurdest dann doch etwas blass und hast versucht Dich raus zureden, dass Du nicht Lügen wolltest.
Ich bin im Garten Deiner Eltern hin und her gelaufen, rasend vor Wut, zugleich tief traurig und hilflos und ich hatte ein schwarzes großes Loch in meinem Herzen. Du hast mich festgehalten, obwohl ich Dich angebrüllt und geboxt habe und geweint. Du hast mich in den Arm genommen und mich gehalten und mir gesagt, dass es Dir leid tut und dass Du das nie wieder machst. Ich wollte Dir glauben und habe mich beruhigen lassen. Schließlich dachtest Du ja aus irgendeinem Grund, dass ich Schluss machen will nach meinem Urlaub und dass sie eine Freundin sei, mehr nicht. Sie hieß Bea. Ich habe die nächsten Jahre nur gelitten, denn Du kannst Dir nicht vorstellen, wie viele Autokennzeichen mit B-EA durch unsere schöne Stadt fahren.
Es hat mich aufgefressen täglich diese Nummernschilder zu sehen. Ich habe angefangen, die Wege mit dem Auto zu hassen. Und Dich. Ich weiß, dass ich Dich kontrolliert habe und dann auch in Deinem E-Mail Account fündig geworden bin. Ich habe Dich dann auf Arbeit angerufen, es war mir scheiß egal, ob Du Zeit hattest zum reden. Hab ich gebrüllt.
Lieber Leser, bitte tun Sie das nicht. Auch wenn es noch so schwerfällt, nicht klären, während der Andere auf Arbeit ist. Impulsivität ist nicht immer vorteilhaft und kann dem Anderen den Arbeitsplatz kosten. Durch diese Erschütterung der Lüge, hab ich Sachen getan, die ich zuvor nicht getan habe und auch nicht wieder tun würde.
Als Du zu Hause ankamst habe ich Stärke entwickelt, die ich dachte verloren zu haben. Ich stellte Dich vor die Wahl, entweder Sie oder ich. Du wusstest wo der Maurer das Loch gelassen hatte. Du hast in meiner Küche gesessen und geraucht. Du hast versucht mir zu erklären, dass es nur eine Freundin/ Bekannte sei, ohne Hintergedanken. Lieben tust Du nur mich. Dann hast Du Dich entschieden. Du hast ihr eine E-Mail geschrieben, die ich gelesen habe und wir gemeinsam abgeschickt haben. Ich sagte Dir, dass ich Dich nicht mehr kontrollieren möchte und dass Du mich informieren sollst, wenn Sie antwortet.
Ich habe dann täglich versucht, Dir zu vertrauen und meinen Fragenkatalog abgearbeitet. Wie Deine Arbeit war, ob Du einen schönen Tag hattest und so weiter.
Sie hat sich gemeldet und hat Dich darauf hingewiesen, dass Deine Entscheidung unter aller Sau sei und, dass Du ja noch Ihr Auto reparieren wolltest. Schon doof, wenn man als KFZ Meister für diese Dienste gebraucht wird. Das hat Dich sehr verletzt, wie Sie es wagen konnte, Dich auf Deinen Beruf zu reduzieren und, dass es ja wohl das Einzige war, was Sie störte. Du wolltest mit ihr nicht sexuell aktiv werden, unsere gemeinsame Freundin hat mir in einer schweren Stunde auch erzählt, dass Du ihre Wohnung mal verlassen hast aus diesem Grund.
Und ich kann Dir nur sagen, was ich seit Jahren sage: Mich hat nicht gestört, dass Du weibliche Bekannte hast, mich hat nur gestört, dass ich Sie nicht kannte und Du auch keinerlei Anstalten gemacht hast, mich mit ihr bekannt zu machen, weil Sie es nicht wollte. Du hast meine Bedürfnisse hinten angestellt. Das hast Du auch gemacht, als wir irgendwann eine Frau auf der Straße getroffen haben. Du hast mich nicht vorgestellt, also keine Position bezogen. Stattdessen hast Du Dich mit ihr unterhalten und ich stand daneben. Das war ein blödes Gefühl, denn ich fühlte mich klein.
Das ist etwas, was Menschen, die Lieben nachvollziehen können. Der eigentliche Effekt, den Du damals damit hervorgerufen hast ist der, dass sich mein Selbstwertgefühl verabschiedet hat. Und das habe ich jahrelang mit mir hergeschleppt.
Ein weiterer großer Streitpunkt, oder eher Knackpunkt, bei uns war das Thema rund um unsere Ex Partner.
Jahrelang habe ich es nicht verstanden, warum es Dir so ein Dorn im Auge war, dass ich zu meinen Ex Männern guten Kontakt habe. Mit meinem Ex Mann Teil 1 und Vater meines großen Sohnes verbindet seit unserer Trennung eine tiefe Freundschaft. Diese Freundschaft ist rein platonischer Natur, die Liebe ging irgendwann verloren, da war der Große knapp 6 Monate alt. Es kann sein, dass ich dafür ausschlaggebend war, ich war nicht mehr glücklich. Ich bin mit der Trennung mit ihm das Versprechen eingegangen, dass er jederzeit seinen Sohn sehen kann. Er unterstützt mich mit beiden Kindern und dieses Prinzip funktioniert seit Jahren.
Ich will und wollte nicht, dass meine Kinder ohne Vater aufwachsen. Das Los hatte ich schon gezogen und wollte meine Kinder davor bewahren. Als wir uns kennenlernten auf Hanni`s Geburtstag am 04.01., das Jahr habe ich vergessen, 2008 glaube ich, wohnte mein Ex Mann bei mir, weil sich kurz zuvor seine WG aufgelöst hat und er in Ruhe eine neue Wohnung suchen wollte. Das hat Dich verwundert, anteilig fandest Du es auch gut.
Dennoch hast Du gegenüber Deiner Ex Frau in unseren ersten Jahren der Beziehung nie Position bezogen, weil Du Angst hattest Deine Kinder zu verlieren. Was sie gesagt hatte, wurde gemacht. Du hast Dich total verrenkt, um allen gerecht zu werden. Allerdings hast Du dadurch mehr Schaden angerichtet, als Dir lieb war. Ich habe Dich in dieser Zeit unter Druck gesetzt, da ich nicht verstanden habe, warum sie mich beleidigen und an mir vorbeilaufen konnte ,ohne so viel Anstand zu entwickeln und mich zu Grüßen, denn schließlich bin ich nicht die Frau ,wegen der Du damals nicht nach Hause gegangen bist.
Dieses Verhalten war auch Deinen Eltern unangenehm, als sie unverhofft mal auf die Toilette wollte. Sie war ja zufällig auf der BUGA. Damals habe ich mit Dir und Deinen Eltern auf der Terrasse gesessen, sie hat mit allen gesprochen, nur mit mir nicht. Hinterher haben sich alle darüber geärgert, aber gesagt hatte es ihr keiner. Ich kann es nach wie vor nicht verstehen, aber inzwischen ist es mir egal. Ich durfte nur lange Zeit über sie nichts Negatives sagen, da sie ja die Mutter Deiner Kinder ist. Und aus diesem verletzten Stolz heraus entstand der stille Machtkampf: Welcher Ex Partner hat mehr Rechte, welcher ist besser und was darf welcher Ex Partner?
Und Du hattest ja immer Angst, dass sie Dir Deine Kinder nicht mehr gibt. Sie hat sie Dir ja immer nicht gegeben, wenn der Rubel nicht gerollt ist. Und das Jugendamt hat Dir damals auch das Gefühl gegeben, als Vater keine Rechte zu haben, nur Pflichten. Jeder der jetzt denkt das sei Blödsinn, hat anscheinend noch keine Sitzung beim Jugendamt hinter sich. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert,ja, aber davor war es so, wie er mir sagte.
Ich versuchte zu akzeptieren, dass es Dir ja egal war, wie Deine Ex Frau mit mir umging. Du hast mich auch angehört, dass es mich verletzt, wenn Du nicht Position beziehst. Ich dachte, dass Du dafür Deine Gründe hattest.
Du hast diesen Fehler eingesehen, als ich Dich verlassen habe.
Knappe drei Wochen waren wir getrennt, da ich damals weggelaufen bin. Ich weiß gar nicht, woher ich das habe, dieses Weglaufen. Ich bin sicher, dass mein Therapeut mir das erklären kann.
Du hast mir das schönste Geschenk gemacht, was ein Mann einer Frau machen kann. Du sagtest zu Beginn unserer Beziehung immer, dass Du nicht mehr heiraten willst. Ich habe das von Anfang an anders gesehen. Zum Einen, dachte ich, dass ich es nicht wert bin und zum Anderen, dass Du Deine Ex Frau höher positionierst als mich. Ich wollte von Dir immer das Gefühl etwas Besonderes zu sein, aber nicht, um jeden Preis.
Ich war auch schon verheiratet und habe auch eine Scheidung hinter mir. Ich denke heute, dass ich damals zu schnell geheiratet habe. Ich habe zu dem Zeitpunkt geliebt, aber erste Spuren waren schon sichtbar, dass es nicht das ist, was ich bis zum Lebensende wollte.
Ich möchte in meinem Leben noch einmal heiraten und zwar Dich. Wir hatten oder haben Probleme, das ist richtig, aber es ist nach wie vor so, dass wenn Du mich in den Arm nimmst, ich diese tiefe Geborgenheit empfinde, die mir das Gefühl gibt, dass ich angekommen bin.
In dieser Trennung habe ich einen anderen Mann kennengelernt. Es war unsere zweite Trennung und dauerte knapp 3 ½ Wochen. Ich dachte, dass ich so die Liebe zu Dir abstellen kann.
Fataler Fehler, denn dieser Mann ging mir relativ schnell auf die Nerven, obwohl er ein netter war und sich sichtlich Mühe gab. Aber, wenn man nicht möchte, kann auch Mister Universum, nach dem sich eine Frau die Finger leckt, diesen Knopf nicht drücken.
Du hast damals mit Hanni gesprochen und Sie mit mir. Ich habe ihr gesagt, dass diese Wischi - Waschi Beziehung nichts ist, entweder machen wir Nägel mit Köpfen oder nichts mehr.
Es dauerte keine 3 Minuten und Du hast mir eine Nachricht geschrieben, dass Du mich sehen willst, um es mir zu beweisen.
Ich war gerade bei diesem Mann und konnte nicht sofort meine Zelte abbrechen, aber in Gedanken war ich schon auf davon, mit einer großen Staubwolke. Ich wäre auch gerannt. Mein Herz raste wie wild und ich konnte fast keinen klaren Gedanken fassen.
Ich brachte abends die Kids weg und Du hast mich abgeholt. Du warst nervös und hattest schon Whisky Cola getrunken, um überhaupt die letzte Stunde durch zuhalten. Du hast an diesem Tag „Monster“ gehört. Ich stieg in Dein Auto und sah dieses Glück in Deinen Augen, aber auch diese große Nervosität. Du warst sehr schick angezogen und hattest mir Blumen mitgebracht; Lilien. Meine Lieblingsblumen damals und heute, Problem ist nur, dass ich mich nicht lange mit Ihnen in einem geschlossenen Raum aufhalten kann.
Wir fuhren zum See und haben geredet, darüber, dass wir Fehler gemacht haben und Du nicht wusstest, wie viel ich Dir bedeute und dass Du nicht mehr ohne mich sein willst. Du willst mit mir alt werden, hast Du gesagt und hast mich gefragt, ob ich Deine Frau werden möchte. Ich antwortete mit ja, da ich in diesem Moment die glücklichste Frau auf der Erde war. Egal, was Andere sagen. Ich liebe Dich damals, heute und morgen.
Wir verbrachten die darauffolgenden Stunden miteinander und unsere Leidenschaft füreinander, sich tief und innig zu spüren, war ungebrochen.
Ich kann nur sagen, dass es trotz sechs Monaten Trennung aktuell noch so ist und das weist Du auch, seit Mittwoch, aber dazu komme ich etwas später.
Am nächsten Tag teilte ich allen wichtigen unsere Entscheidung mit und erhielt Widerstand, keiner glaubte an uns, außer wir beide. Wir befassten uns damals damit Ringe zu finden. Wir entschieden uns für die Farbe Rotgold und in breit. Wir haben beide keine schmalen Finger und außerdem konnte jeder so unser Glück besser sehen.
K. hat sie damals für uns gemacht und wir waren als Dankeschön mit ihr essen. In einem schönen Restaurant in der Rheinstraße Unsere Ringe wurden aus allen Schmuckstücken gefertigt, die wir hatten.
Eigentlich wollten wir die Ringe zusammen abholen, aber Du warst schon vorher da. Du hast mich in meiner Straße erwartet und mich mit Ihnen überrascht. Du hattest einen Anzug an und einen Strauß Blumen dabei. Warst Du süß. Ich habe Dich allerdings gebeten jetzt nicht nieder zu knien, denn das wäre mir in der Straße sehr unangenehm gewesen. Wir fotografierten es sofort, als wir uns die Ringe angesteckt hatten und verschickten das Bild an unsere Freunde.
Wir fühlten uns eine Weile gut, doch dann holten uns die Einflüsse von außen wieder ein, unsere Ex Partner. Dadurch kam mein persönliches Schubfach wieder nach oben und die Zweifel fingen an, in mir zu nagen, an dem Tag, an dem Du aufhörtest Dich mit den Hochzeitstermin Vorbereitungen zu befassen. Der Strudel hatte uns wieder.
Dann waren wir zeitlich eingespannt. Ich hab meinen Beruf aufgegeben und war kurz vor einem Burnout, ich ging in die Arbeitslosigkeit, meine damalige Ärztin hatte mir dazu geraten, für mich war das schlimm und ich habe gelitten.
Ich denke, wenn ich sage: „Die Arbeitslosigkeit ist meine persönliche Hölle“, da sie mich zum Einen finanziell abhängig macht und ich mich zum Anderen persönlich minderwertig fühle, trifft diese Aussage voll ins Schwarze.
Das solltest Du auch verstehen, denn ich erinnere mich genau, wie Du am Anfang unserer Beziehung geweint hast, weil Du arbeitslos wurdest und den Unterhalt für Deine Kinder nicht zahlen konntest. Du hast ihn trotzdem in voller Höhe bezahlt und ich hab Dich dabei unterstützt, emotional und durch Taten, denn ich habe die Bewerbungen für Dich geschrieben und Dich auf die Vorstellungsgespräche vorbereitet. Ich habe Dich gestärkt, in dem ich Dir immer wieder sagte, was für ein toller Mann Du bist. Ich möchte dafür auch kein Lob, denn diese Dinge sind für mich vollkommen normal in einer Beziehung. Du sagtest aber, dass Du das nicht kennst, bisher haben alle Frauen Dich nicht so unterstützt. Ich habe Dir das geglaubt und dachte immer, dass es eine Erklärung für Deine ruhige, pessimistische Ader wäre. Aber auch da gab es schon Tage, an denen ich nicht so richtig zu Dir vordringen konnte.
Ich sitze hier heute und schreibe Dir diese Zeilen. Ich stelle für mich fest, dass viele Dinge mir inzwischen so zu sagen egal sind, da sie Vergangenheit sind und wir diese, gerade die negativen Erlebnisse, hinter uns lassen sollten. Wir hatten unsere Gründe, weshalb wir uns zum damaligen Zeitpunkt so entschieden haben.
Ich glaube, dass das Schlimmste, was wir uns antun konnten war, dass wir uns keine Zeit genommen haben für uns. Wir sollten, falls es eine gemeinsame Zukunft gibt, dann doch einmal im Monat uns ausklinken, nicht jetzt sofort, da es zeitlich nicht geht. Wegen Deiner Eltern. Sie brauchen Dich schließlich täglich.
Deine Eltern sind gesundheitlich stark angeschlagen, es kann sogar sein, dass Dein Vater in kürzerer Zeit stirbt. Ich kann versuchen mir vorzustellen, wie es in Dir gerade aussieht. Ich habe auch schon Menschen zu Grabe getragen, aber den eigenen Elternteil, Gott sei Dank, noch nicht.
Ich kann auch verstehen, wenn Du gerade Zeit für Dich brauchst und alleine sein willst, aber ich würde lügen, wenn ich nicht an dieser Stelle klarstellen würde, dass es mir das Herz bricht. Nicht, weil Du alleine sein möchtest, das kann ich akzeptieren, da ich vor Monaten genauso empfunden habe und dachte damit die richtige Entscheidung zu treffen, sondern, weil ich nicht weiß, ob ich nach Mittwoch positiver oder negativer Hoffnung sein kann/soll.
Ich habe Deine Eltern immer gemocht, aber auch sie habe ich allein gelassen. Ich hatte aber Angst sie anzurufen, da ich hätte erklären müssen, warum ich gegangen bin. Ich hatte Angst davor. Angst davor, dass sie mich verurteilen, weil ich Dir das angetan habe. Ich denke auch, dass sie es nicht toll fanden Dich so leiden zu sehen. Es tut mir leid. Und nun habe ich vielleicht nicht die Chance, es Deinen Eltern zu sagen. Ich hoffe für Dich und Deine Mutter, dass Dein Vater diesen Kampf schafft und Du/ Ihr ihn noch einmal nach Hause holen könnt. Vielleicht erhalte ich auch noch einmal die Möglichkeit, mich bei Ihnen zu entschuldigen und mit Ihnen etwas Zeit zu verbringen.
Ich weiß noch, wie Dein Vater gestrahlt hat, als ich damals an einem Geburtstag für Dich die Kerzen und die Luftballons aufgestellt habe und Dich damit nachts überraschte, mit Deinem damaligen Kumpel. Er hat sich so gefreut und Deine Mama auch. Die beiden sind jetzt seit über 50 Jahren verheiratet und haben sich erneut das Ja Wort gegeben, in ihrer Kirche. Total schön. Vielleicht schaffen wir es auch unsere Liebe am Leben zu erhalten und in 30 Jahren zusammen auf der Couch zu sitzen, ich hoffe.
