Mein Leben Minus Drei - Lukas Limberg - E-Book

Mein Leben Minus Drei E-Book

Lukas Limberg

0,0
4,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Sorgen und Selbstzweifel treiben einen Familienvater hinaus in die Kälte der Nacht und auf einen Pfad der Selbstzerstörung, an dessen Ende die Frage steht, wie viele Leben er mit seinen Taten tatsächlich beeinflussen könnte.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 36

Veröffentlichungsjahr: 2025

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

I. Mein Leben als Vater

II. Mein Leben in Dunkelheit

III. Mein Leben auf der Flucht

IV. Mein Leben bei Nacht

V. Mein Leben von damals

VI. Mein Leben mit ihr

VII. Mein Leben als Mann

VIII. Mein Leben allein

IX. Mein Leben ohne Sinn

X. Mein Leben am Abgrund

XI. Mein Leben in Trümmern

XII. Mein Leben am Scheideweg

XIII. Mein Leben danach

XIV. Nachwort

I.

Mein Leben als Vater

Jetzt habe ich sie zum Weinen gebracht. Schon wieder. Dabei wollte ich das doch gar nicht. Und doch kullern nun kleine Tränchen über ihre rundlichen, geröteten Wangen und ein ersticktes Schluchzen erfüllt unser Esszimmer. Mein Hals ist wie zugeschnürt. Die kleine Maus tut mir so schrecklich leid und ich bin schuld daran, dass sie so weint.

Unfähig mich zu rühren, sitze ich da. Mein Herz hämmert wie wild in meiner Brust und mein Körper zittert, während ich meiner weinenden Tochter in ihr Gesicht blicke. Der Hall meiner eigenen Stimme lastet mir noch immer auf den Ohren und so vernehme ich nur dumpf, wie sich die Wohnzimmertür öffnet.

Mist. Dabei wollte Kim sich doch ausruhen. Sie hat es bitter nötig. Die Esszimmertür öffnet sich und meine Frau steht im Rahmen. Sie schaut zu unserer Tochter, dann zu mir. Ihr Blick spricht Bände. Wir sehen uns einen Moment in die Augen, dann wendet Kim sich ab, läuft zu Maja, die noch immer weinend in ihrem Kinderstuhl sitzt und geht langsam neben ihr in die Hocke. Es strengt sie sichtlich an, denn ein gewaltiger Babybauch zieht unnachgiebig an ihr.

„Was ist denn passiert?“, fragt Kim schließlich mit sanfter Stimme.

„Papa hat geschreit“, presst unsere Tochter zwischen zwei lauten Schluchzern hervor. Wieder ein Blick von Kim in meine Richtung.

„Und warum hat er das gemacht, Schatz?“, fragt meine Frau mitleidig und schaut zurück zum geröteten Gesicht der Kleinen.

„Ich hab da gekleckert“, schnieft Maja und zeigt auf die kleine – die winzige – Pfütze, die sie zuvor beim Umrühren ihrer Suppe auf dem Tisch verursacht hat.

Kim richtet sich behäbig auf und schaut mich entgeistert an. „Und deswegen brüllst du sie so an, dass mir sogar im Wohnzimmer fast der Schädel platzt?“

„Weil sie es einfach nie schafft, beim Essen mal keine Sauerei zu machen“, blaffe ich sie an und fühle mich scheiße, noch während die Worte meine Lippen verlassen.

„Ja und?“, entgegnet meine Frau mit ungläubigem Blick. „Sie ist drei Jahre alt. Drei. Konntest du da schon alles perfekt?“

Ich presse die Lippen zusammen und starre meine Frau wortlos an. Ich bin wütend. Wütend auf Maja. Wütend auf Kim. Nein. Das ist Bullshit. Ich bin einzig und allein wütend auf mich selbst. Wütend darauf, dass ich mein Kind, das ich von ganzem Herzen liebe, schon wieder zum Weinen gebracht habe; dass sie Angst vor mir hat. Wütend darauf, dass ich meiner Frau aktuell ständig zur Last falle, statt sie in diesen wichtigen Tagen der Schwangerschaft zu unterstützen. Wütend darauf, dass ich im Moment dermaßen überfordert mit mir selbst bin, dass ich es alle anderen um mich herum ausbaden lasse. Und wütend darauf, dass mir all das vollkommen bewusst ist und ich trotzdem einen Scheiß daran ändere. Ich bin ein verdammter Versager.

Wer ist denn schuld an meinem Stress? Wer nimmt auf der Arbeit ständig viel zu viele Aufträge an und kommt dann kaum hinterher? Wer tippt in seiner Freizeit lieber an seinem Blog über Sammelkarten, statt mit seiner kleinen Tochter zu spielen und hasst sich täglich dafür? Wer brüllt seine Frau an, statt sie in den Arm zu nehmen und ihr zu sagen, wie sehr er sie liebt? Wer hat ein zweites Kind gezeugt und kommt nun mit dem aufsteigenden Stress und den drohenden finanziellen Belastungen nicht klar?

Ich allein. Und ich kann nicht mehr.

II.

Mein Leben in Dunkelheit