Mein virtueller Märchenprinz - Susanne Köllner - E-Book

Mein virtueller Märchenprinz E-Book

Susanne Köllner

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Beschreibung

Die Autorin beschreibt ihren vierwöchigen Kontakt mit einem modernen Heiratsschwindler. Mit gesundem Misstrauen kommt nach und nach die Wahrheit ans Licht. Ein perfides Spiel um Romantik, Liebe und Betrug, bei dem die Spielregeln verändert wurden. Eine Warnung für alle, die nur allzu schnell vertrauen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 71

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Mein virtueller Märchenprinz

Moderner Heiratsschwindel im Internet

© 2019 Susanne Köllner

Erste Auflage

Autor: Susanne Köllner

Umschlaggestaltung, Illustration: Susanne Köllner

Lektorat, Korrektorat: Wiebke Westhoff

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359

Hamburg

978-3-7497-6997-1 (Paperback)

978-3-7497-6998-8 (Hardcover)

978-3-7497-6999-5 (e-Book)

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Erstes Kapitel:

Was ist das eigentlich, ein Romance Scammer

Zweites Kapitel:

Manchmal geht es nicht um Geld, sondern um Macht

Drittes Kapitel:

Die Kennenlernphase

Viertes Kapitel:

Haben wir eine Beziehung?

Fünftes Kapitel:

Wir gehören zusammen, wie der Wind und das Meer

Sechstes Kapitel:

Zeit für einen Perspektivwechsel

Nachtrag

Schlusswort

Vorwort

Ja, auch ich bin reingefallen. Scheinbar gefangen in einer langjährigen Beziehung, in der vieles vertraut, aber auch vieles zu vertraut war, fragte ich mich in einem gewissen Alter, ob da vielleicht noch etwas kommen müsse.

Ich bin Susanne, 58 Jahre alt, mit gutem Job im Öffentlichen Dienst. Eine Tochter, ein Enkelkind. Gediegene Eigentumswohnung, Auto. Ich hatte eigentlich alles, was Frau so braucht, nur eines nicht, das Abenteuer.

Mehr oder weniger erfolgreich habe ich die Schule nach der 11. Klasse verlassen, um eine Ausbildung zu beginnen. Ein Jahr später starb meine Mutter, da war ich 18 Jahre alt. Von diesem Zeitpunkt an ließ ich mich durch’s Leben treiben, immer auf der Suche nach jemandem, der mich wirklich liebte. Ein Wunder, dass ich meine Ausbildung erfolgreich abschließen konnte.

Ich ließ nichts aus. Das Leben auf der Überholspur gefiel mir, machte es mich doch zu etwas Besonderem. Wie wenig besonders ich tatsächlich war, fiel mir überhaupt nicht auf. Ich weigerte mich konsequent, erwachsen zu werden. Ließ keine Gelegenheit aus, Neues auszuprobieren, unterwegs zu sein, um nicht zur Ruhe und zum Nachdenken zu kommen. Mit 27 wurde ich ungewollt schwanger. Der Vater meiner Tochter, nennen wir ihn Andreas, verließ mich bereits im 3. Schwangerschaftsmonat und das war eine der härtesten Zeiten meines Lebens. Ich zog mit Freunden in eine WG, um nicht ständig alleine sein zu müssen. Andreas lebte damals in einer Kleinstadt in Bayern und nahm immer wieder Kontakt zu mir auf, so dass ich eigentlich nie die Chance hatte, das Geschehene tatsächlich zu verarbeiten und mich stattdessen in einem ständigen Wechselbad der Gefühle befand. Er lud mich nach Bayern ein, um noch einmal über alles zu reden und ich schöpfte erneut Hoffnung. Dort angekommen, wurde diese Hoffnung jedoch jäh zerstört, als er mir seine neue Familie präsentierte.

Ich bin noch am selben Abend wieder abgereist und habe seitdem keinen Kontakt mehr zu ihm. Auf die Unterhaltszahlungen habe ich verzichtet, weil ich von ihm nichts mehr annehmen wollte, auch nicht sein Geld.

Was aus ihm geworden ist, weiß ich nicht, aber es interessiert mich auch überhaupt nicht.

Damals jedoch zerbrach meine gesamte kleine Welt in winzige Einzelteile und ich wusste wirklich nicht, wie und ob ich sie jemals wieder zu einem Ganzen zusammenfügen könne.

Aber ich war wild entschlossen, diesem kleinen Wesen, das in mir heranwuchs eine gute Mutter zu sein.

Wie in so vielen Situationen heilte die Zeit auch diese Wunden. Und als das kleine

Wunder zur Welt kam, war ich der glücklichste Mensch auf Erden.

Meine Tochter ist mein Ein und Alles. Auch heute noch, nach 30 Jahren. Sie ist das Beste, was mir im Leben passiert ist und ich liebe sie über alles.

Mit ihr zusammen wurde ich erwachsen, obwohl unser Leben sicherlich unkonventioneller verlief, als bei vielen anderen Familien. Daran hat sich auch bis heute nichts verändert.

Im Alter von 56 Jahren erkrankte ich schwer und war nur noch teilweise arbeitsfähig. Eine Tatsache, die für mich kaum zu akzeptieren war. Zwischenzeitlich zur Führungskraft aufgestiegen, war meine Arbeit zum Lebensinhalt geworden, ich lebte für meinen Job.

Das sollte nun vorbei sein? Wofür taugte ich eigentlich noch? Meine Selbstzweifel waren sehr groß und ich wollte mich nicht damit abfinden, quasi dem alten Eisen zugeschrieben zu werden. Erst die körperlichen Veränderungen der Wechseljahre, massive Schlafstörungen, Gewichtsprobleme und nun auch noch das.

Schwer zu ertragen.

Dies sind nur ein paar der Stationen in meinem Leben, die mich so haben werden lassen, wie ich heute bin.

Vielleicht kann das zur Erklärung beitragen, warum ich fremden Menschen gegenüber nicht nur ein gesundes, sondern ein hohes Maß an Misstrauen entgegenbringe. Manchmal nervt mich das selbst, aber für diesen Fall war es tatsächlich essentiell.

Um mich auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen und ein wenig zur Ruhe zu kommen, begann ich vor einigen Jahren, zu meditieren. Bei einem entsprechenden Kurs wurde uns, das sind meine Schwester Wally und ich, eine Online-Plattform empfohlen, auf der ich etwa zwei Jahre lang meditierte, ohne großartige Vorkommnisse.

Wenn man sich regelmäßig auf einer Seite für Meditationen bewegt und das noch über mehrere Jahre, erwartet man ausschließlich Gleichgesinnte. Dort in Bedrängnis zu geraten, liegt außerhalb jeglicher Vorstellungskraft.

Das Portal funktioniert in der Weise, das sich die Meditierenden untereinander vernetzen, und zwar mit Gleichgesinnten aus aller Welt. Dies wurde in der Vergangenheit nie von irgendjemandem für schräge Dinge ausgenutzt. Ich fühlte mich also dort gut aufgehoben und sicher.

Seit einigen Wochen jedoch wird auch diese Plattform von etwas merkwürdigeren Männern heimgesucht.

Typen, die zwar wenig bis gar keine Meditationen absolvieren, dafür aber jede Menge weiblicher Freunde um sich scharen.

Wenn man arglos ist und nicht genau hinschaut, fällt das überhaupt nicht auf.

Nach etwa zwei Jahren regelmäßiger Nutzung der App erreichte mich erstmals eine Nachricht aus Amerika. Aber ich möchte nicht vorgreifen.

Dieses Buch ist ein authentischer und absolut ehrlicher Bericht über meinen Kontakt mit einem Romance Scammer, einer Art von modernem Heiratsschwindler.

Alles, was ich niedergeschrieben habe, habe ich selbst erlebt. Ich habe weder etwas weggelassen, noch etwas hinzugefügt. Und vor allem, ich habe nichts beschönigt.

Aus Gründen einer möglichen Verletzung von Persönlichkeitsrechten habe ich allerdings die Namen verändert und E-Mails beziehungsweise Chat-Nachrichten so frei wie möglich übersetzt. Ich habe ausschließlich die Worte verändert, nicht den Sinn.

Das letzte, was ich jetzt gebrauchen kann, ist eine Schadensersatzforderung aus Amerika, weil ich irgendwo irgendwas zu ändern vergessen habe.

Warum lasse ich andere an meinen Erfahrungen teilhaben? Nun ich bin Gott sei Dank relativ schnell darauf gekommen, dass mit meinem Verehrer etwas nicht stimmt. Keinerlei Spuren in sozialen Netzwerken, kein Facebook, kein Instagram, nichts.

Mit einem angeborenen Misstrauen habe ich nach dieser Person das gesamte Netz durchsucht, ohne jedoch auch nur eine einzige Spur zu finden. Durch meine Recherche weiß ich, dass nicht jede Frau diese Vorsicht im Netz walten lässt… leider.

Aber in diesem Fall half sie mir auch nicht wirklich weiter.

Es schien so, als würde dieser Mann gar nicht existieren.

Wie nah ich der Wahrheit damit kam, konnte ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht ermessen.

Woran liegt es, dass man auf dem Auge plötzlich blind ist?

Sind es die gesellschaftlichen Veränderungen, die Tatsache, dass Menschen, insbesondere

alleinlebende Frauen zunehmend vereinsamen, was sie regelrecht in die Arme von Internetbetrügern treibt?

Und wenn es dann passiert, schweigen die meisten dann nicht aus Scham? Scham darüber, Opfer geworden zu sein. Scham darüber, nicht von seinem Lover lassen zu können, auch wenn man eigentlich weiß, dass diesen nur das schnelle Geld interessiert?

Es hat schon auch mit Sucht zu tun: Sucht nach Aufmerksamkeit, Sucht nach Anerkennung, Sucht nach Liebe.

Für all diejenigen habe ich dieses Buch geschrieben, ihnen widme ich dieses Buch.

Denn es gibt ein Entkommen aus der raffiniert ausgeworfenen und emotional überaus wirkungsvollen Falle.

Ich habe es selbst erlebt.

Alles was ich niedergeschrieben habe ist die Wahrheit.

Vielleicht erkennt sich die eine oder andere in mir wieder.

Herzlichst,

Susanne Köllner

Ich danke

meiner Schwester, die in dieser Zeit immer an meiner Seite war und das Korrekturlesen übernommen hat. Außerdem danke ich meinem Lebensgefährten, dass er es schon so lange mit

mir aushält und mir vertraut hat, indem er diese Zeit ohne Eifersuchtsanfälle durchstand.

Ich danke auch Mark, der nach anfänglichem Misstrauen heute an meiner Seite steht und mich unterstützt, wo er kann.

Eigentlich müsste ich auch Sebastian danken. Er hat mich schließlich auf die Idee gebracht, alles aufzuschreiben.

Aber das lasse ich lieber…

Ich widme

dieses Buch ausdrücklich all den Frauen, die bereits auf einen Scammer hereingefallen sind oder gerade im Begriff sind, dies zu tun. Ich hoffe, dieses Buch kommt für euch noch rechtzeitig, bevor ihr euch möglicherweise finanziell und emotional komplett ruiniert.

Erstes Kapitel:

Was ist das eigentlich, ein Romance Scammer?