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Der im Iran geborene, afghanisch abstammende sehr junge Autor beschreibt spannend sein Leben und berichtet informativ über seine Flucht nach Deutschland und über sein bisheriges und jetziges Leben. Er beschreibt die Problematik des Flüchtlingsproblems und beobachtet und betrachtet dies von verschiedenen Seiten. Er erwähnt auch den beängstigten Rechtsruck in unserer Gesellschaft den insbesonders anders Gläubige und Fremde in Deutschland spüren. Das Wort "Frieden" möchte er wieder eine neue Bedeutung geben und durch seinen starken Glauben an Allah bzw. Gott möchte er an ein Kriegsende in Afghanistan oder in den anderen von Krieg betroffenen Ländern weiterhin glauben. "So viel schlechte Menschen kann es nicht geben; es werden auch wieder gute Menschen kommen, die wissen, dass Kriege nicht die Lösung für Probleme sind".
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Seitenzahl: 55
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Mein Weg in eine
andere Welt
Die Sonne ist überall –
wo ist Gott?
Issa Husseini
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Impressum
Texte: © Issa Husseini, Georg Schmidt
Umschlag: © Issa Husseini, Georg Schmidt
Erläuterung der Symbole auf dem Buchcover:
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VORWORT
Es war mein Wunsch dieses Buch auch in persisch als II.Teil zu übersetzen, jedoch gelingt dies nicht 1 zu 1 und kann dann eventuell zu Missverständnissen führen. Daher werden wir es vorerst nur in deutscher Sprache herausbringen.
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Das Wetter für meinen Start in eine andere Welt, suchte ich mir nicht aus. Wir suchten uns keinen schönen Tag dafür aus, denn wir wussten, dass wir lange unterwegs sein würden. Dass es Monate werden würden, war uns natürlich nicht bewusst.
Aber was wussten wir schon über eine Flucht? – eigentlich gar nichts!
Die Flucht und die Ankunft in einem anderen Land, bestimmte und bestimmt auch heute noch, mein ganzes weitere Leben.
Gerade deshalb bleibt mir der letzte Tag, das Verabschieden, das Atmen in meiner alten Heimat und komischerweise auch das Wetter einfach wohl für immer in Erinnerung. Es ist wie eingebrannt.
Meine Ohren, meine Nase, meine Augen, eigentlich alle meine Sinne waren auf speichern eingestellt. Ich hatte das Gefühl, doch noch vieles was mir lieb war, mitnehmen zu wollen. Am besten alles in ein großes Tuch packen, so wie wir es kannten, wenn wir alle paar Monate umziehen mussten.
Aber diesmal ging es anders und wir konnten gar nichts mitnehmen.
An diesem Tag war einmal wieder warmes trockenes Wetter im Herbst, wie wir es im Iran so kannten. 25 Grad waren für uns nicht ungewöhnlich und die Luft roch nach den heruntergefallenen Blättern.
Tagelang habe ich schon vor Aufregung und auch Angst nicht richtig schlafen können, denn so eine große Entscheidung zu fliehen, ist auch für einen Jungen mit 15 Jahren, wie ich einer war, nicht so einfach zu treffen.
Keine Person nahm mir die Entscheidung ab, aber die starke Bedrohung in den Krieg zu müssen sagte mir immer wieder, dass ich es wagen sollte, auch wenn durch die Flucht erneut der Tod drohte, so war die Flucht einen Versuch wert.
Es war alles andere als nur Freude und Hoffnung auf das neue Leben und auf ein neues Land, sondern auch große Traurigkeit und Angst, denn ich musste meine Eltern und meine Geschwister und Verwandten verlassen. Auch Freunde hatte ich, wenn auch nur wenige unter den Iranern, die mir fehlen würden.
Aber am schlimmsten empfand ich es, mich von meinen Großeltern zu verabschieden, denn ich wusste, ich würde sie wahrscheinlich nicht wiedersehen können. Das merkte ich besonders an meiner Großmutter und auch mir wurde es beim Verabschieden plötzlich klar.
Vorher hatte ich nie darüber nachgedacht, warum sollte ich auch?
Meine Großmutter wurde kurz nach meinem davon gehen, so hörte ich, zuerst sehr krank. Ich denke, es hatte auch etwas mit meinem davon gehen zu tun, denn sie wusste wahrscheinlich, dass mein Abschied für immer war und wir uns nicht wiedersehen würden.
Die älteren Menschen in meinem Heimatland werden nicht so alt wie hier in Europa. Das hat so denke ich mit dem Klima und der schweren körperlichen Arbeit zu tun. Auch ernähren wir uns anders und zudem einseitiger als z.B. in Europa.
Aber nun war es für mich so weit und wir mussten uns entscheiden, in den Krieg zu gehen, oder in ein anderes Land zu fliehen.
Mein Halbbruder lebte bisher mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Afghanistan und er war jetzt für diese gemeinsame Flucht, mit großen Schwierigkeiten in den Iran geflohen und versteckte sich dort.
Für seine Familie und ihn, lauerten nicht nur im Afghanistan sondern auch im Iran Gefahren, denn die Iraner wollen keine weiteren afghanischen Flüchtlinge in ihrem Land.
Durch Bomben war die Wohnung meines Bruders im Afghanistan zerstört worden und eine andere Wohnung gab es nicht. Sie bekamen dort wo sie lebten nicht einmal mehr Wasser.
Ich habe also im Iran auf ihn gewartet. Wir wollten gemeinsam und zusammen nach Deutschland fliehen.
Die Route waren wir schon Wochen vorher durchgegangen, jedoch es lief bei der Flucht alles ganz anders wie wir dachten, denn wir waren unerfahren und es war ja schließlich unsere erste Flucht.
Wir wussten eigentlich nicht was uns überall in jedem Land erwartete und hatten es uns ganz anders vorgestellt.
Den genauen Weg möchte ich nicht beschreiben, denn meine Erzählungen sollen nicht als Anleitung zur Flucht dienen, denn alle schaffen es nicht und ich hätte dann ein sehr schlechtes Gewissen.
Auch möchte ich den anderen Menschen,die vielleicht noch fliehen wollen, keinen falschen Weg beschreiben oder dazu ermutigen, dies zu tun.
Denn eine solche Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.
Auch kommen viele geflohenen Freunde mit den Bedingungen in einem anderen Land nicht zurecht.
Manche Flüchtlinge denken es sich auch zu einfach und ich gehörte am Anfang wohl auch dazu, aber woher sollten wir es denn wissen?
Ich möchte von der Türkei aus
berichten, wo wir nach unserer Ankunft in einem Lager noch eine Woche auf das Boot warten mussten, was uns nach Griechenland bringen sollte.
Das Boot war weder ein richtiges Boot noch ein Schiff, sondern ein einfaches Schlauchboot und sehr gefährlich, denn beim Kentern des Bootes wären viele und auch ich ertrunken.
Es war hoffnungslos überfüllt mit fast 50 Menschen und das riesige Meer machte uns große Angst.
Die wackelige Fahrt gelang nur reibungslos, da wir ruhiges Wetter auf dem Meer hatten und die Fahrt nicht so sehr lang war. Wäre Panik ausgebrochen und die Menschen hätten sich vielleicht in eine Richtung des Schlauchbootes begeben, dann wäre alles für uns zu spät gewesen.
Die Angst der Eltern die mit Ihren kleinen Kindern im Schlauchboot saßen, übertrug sich auf die Kinder, die wie auch viele Mütter fast die ganze Fahrt über weinten.
Fast alle Insassen konnten nicht schwimmen, weil wir es in unserem Heimatland nicht lernten. Außerdem waren wir alle schwach, denn auf der Flucht hatten wir sehr wenig gegessen und getrunken.
Unterwegs auf dem Schlauchboot hatten wir auch nichts zu Essen und nichts zu trinken. Das Wetter war glücklicherweise am Tag nicht sehr schlecht auf dem Seeweg, darum schafften wir es gut anzukommen.
Wir dachten die Seereise würde viel Zeit in Anspruch nehmen, aber nach zirka 3 ½ Stunden auf dem Wasser, waren wir dann auf einer kleinen Insel Griechenlands angekommen.
Von dort aus fuhren wir dann ins Landesinnere weiter.
In Griechenland kamen wir wieder in ein Camp
