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Mein Buch beschreibt die Geschichte einer jungen, geschiedenen Frau mit zwei Kindern, die sich auf ein Liebesglück mit einem sehr viel jüngeren Mann einlässt und dann das Chaos ihres Lebens erlebt. Sie leben am Anfang sehr glücklich, doch das Kartenhaus beginnt zu wackeln. Wir es standhalten?
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Seitenzahl: 74
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Meine Geschichte
Autobiographischer Roman
Helena Hotz
Impressum:
2017 Helena Hotz
Umschlaggestaltung, Illustration:
Helena Hotz
Es war Oktober 1997 als ich mich von meinem ersten Ehemann trennte und mit meinen beiden Töchtern sowie unserem Hund in eine Maisonette-Wohnung gezogen bin. Diese Wohnung liegt in einer kleinen Stadt.
Unsere damalige Wohnung lag neben einer Kirche, die uns eigentlich beschützen sollte, allerdings war dieser Schutz nun nicht für ewig. Leider.
Unsere Einrichtung bestand aus alten Möbeln, die ich günstig vom Antikstadel, der neben uns einen Garagenverkauf hatte, abkaufte, einer Einbauküche, die ich mir vom Mund absparen musste, einer wundervollen Couch, die ich aus der Ehewohnung mitnehmen durfte und einem Tisch von Ikea. Im oberen Stockwerk waren die Schlafräume. Es war ein sehr schönes Zuhause für mich und meine Mädchen und wir fühlten uns dort auch sehr wohl.
Gearbeitet habe ich damals in einer Klinik als Sekretärin.
Mein Chef dort war ein sehr genauer und nicht immer gut gelaunter älterer Herr, der mir im nach hinein gesehen viel mit auf meinen Weg gegeben hat und mir sehr viel gelernt hat. Vielen Dank ihm für seine Mühe.
Meine große Tochter, ging bereits in die Realschule und war eine gute Schülerin, meine kleine Tochter hingegen war noch in der Grundschule und naja nicht die fleißigste Schülerin. Ich war damals als Mama und ihre schulische Hilfe sehr gefragt und saß so manchen Nachmittag über Büchern. In unserer freien Zeit waren wir meist draußen spazieren mit dem Hund, im Winter beim Schlittenfahren oder Schlittschuhlaufen und im Sommer täglich im Freibad, natürlich nur bei schönem Wetter, bei Regen gingen wir Regenwanderungen machen und hüpften vergnügt in den Pfützen. Es war eine schöne Zeit, wenn ich zurückdenke.
Familie hatten wir groß niemanden außer meiner Oma. Sie war auch schon 80 Jahre alt und noch immer eine sehr schöne Frau.
Sie trug blonde Haare wie eine Madonna, war meist geschminkt und strahlte ein sehr vornehmes und herzliches Wesen aus.
Sie wohnte ebenfalls in dieser kleinen Stadt in einem Einfamilienhaus mit Garten.
Wenn ich arbeiten gehen musste, waren die Mädchen und der Hund meist bei ihr nach der Schule. Die Oma kochte die besten Schnitzel und dies fast dreimal in der Woche! Die Kinder liebten sie und auch ich ging sehr oft zu ihr. Es war dort bei ihr wie in einer anderen Welt.
Meist war auch ihre Freundin da, diese hatte schwarze Haare und trug immer einen Mantel mit Tigermuster. Das war wie ein Wahrzeichen von ihr uns so war sie auch überall bekannt. Mit ihrer strengen Art flößte sie den Kindern schon manchmal etwas Furcht ein.
Meine Oma war die einzige Verwandte mit der man Kontakt pflegte, meine Eltern sind beide verstorben. Mein Vater erlitt nach schweren Magenblutungen in der Jugend im Alter von 55 Jahren erneut eine und verstarb.
Dies nach einem Sommerurlaub. Meine Mutter sieben Jahre später, allerdings nicht an einer Krankheit, sie nahm sich das Leben weil es ihr alleine ohne meinen Vater keinen Spaß mehr machte.
Die Kinder kannte sie noch aber mit denen hatte sie keinen wirklichen Kontakt wie es Omas meist haben, nein, sie machten ihr zu viel Arbeit. Sie lebte ebenfalls in dieser kleinen Stadt in einer Wohnung, vergleichbar einem Museum, alles war und blieb an seinem Platz!
Auch habe ich noch eine Schwester. Sie ist sieben Jahre älter als ich und lebt in der Nähe in einem kleinen alten Haus ohne Heizung und Heißwasser aber mit einem wundervollen Garten. Sie lebt alleine, nachdem sie ihre drei Männer alle betrogen hat und hat einen großen Sohn.
Großartigen Kontakt haben wir nicht miteinander, denn sie mag mich nicht. Es wurde mir gesagt, dass mein Vater damals als junger Mann an Mumps erkrankt war und ihm Zeugungsunfähigkeit diagnostiziert wurde. Sieben Jahren nach der Mumps-Erkrankung bin ich gesund auf die Welt gekommen und alle waren überglücklich, nur meine Schwester nicht und dies lässt sie mich bis heute spüren.
Ich ging als kleines Mädchen immer mit meinem Vater. Er liebte die Natur, das Jagen und die Gemütlichkeit danach. Wir gingen jedes Wochenende zum Stammtisch. Der Stammtisch war in einem Restaurant mitten im Wald, ob es dieses Restaurant noch gibt weiß ich nicht, müsste ich mal recherchieren.
Es waren damals nur Männer dort, die meisten waren Jäger. Die Pächterfamilie dieses Restaurants hatten vier Mädchen, meine Freundinnen, mit denen ich dann immer spielte wenn sich mein Vater ein Gläschen gönnte. Pünktlich um 13 Uhr samstags und sonntags mussten wir allerdings bei Mutti zum Schweinsbraten essen sein.
Meine Oma war die Mutter meines Vaters, die Eltern meiner Mutter kamen aus Schlesien und wohnten etwas entfernt. Wir besuchten sie nicht sehr oft, ich glaube nur einmal im Monat an einem Sonntagnachmittag für exakt zwei Stunden.
Die Dauer des Besuches wurde immer bereits im Vorfeld festgelegt, denn mein Vater wollte ja wie jedes Wochenende in sein Lieblingsrestaurant mitten im Wald und dass nicht nur vormittags auch nachmittags oder abends gingen wir dort hin.
Die Eltern meiner Mutter und die Mutter meines Vaters mochten sich nicht, denn meine Oma war reicher als die Eltern meiner Mutter und dies ließ meine Oma sie natürlich deutlich spüren. Auch meine Mutter mochte ihre Schwiegermutter nicht sehr und nach der Beerdigung meines Vaters verstritten sie sich total und der Kontakt brach ab.
In meiner Familie gab es sehr viel Streit und Missverständnisse die nicht immer angenehm waren als Kind aber da musste ich durch und habe auch sehr viel davon in mein Leben mit einbeziehen können und es daher auch ganz anders gemacht. Ja, man lernt viel im Laufe eines Lebens und manches ist nun mal nicht das Gelbe vom Ei.
Wie ich ja schon oben geschrieben habe zog ich mit meinen Mädchen 1997 in eine eigene Wohnung und dann kam die Pleite meines Lebens die ich nun hier erzählen möchte.
Ich arbeitete nach wie vor in dieser Klinik, hatte dort nette Kolleginnen und einen sehr anspruchsvollen und schönen Arbeitsplatz. Es waren ständig Patienten um mich herum, Pfleger, Krankenschwestern, Ärzte und auch Zivildienstleistende. Und mit diesen Zivildienstleistenden fing meine Geschichte an.
Es waren an der Zahl drei. Diese drei Kandidaten waren ebenfalls ein sehr nettes Team und integrierten sich auch wirklich gut in unsere kleine Abteilung ein. Sie brachten die Patienten zu den Untersuchungen entweder im Bett, im Rollstuhl oder begleiteten sie nur. Sie mussten dann warten bis sie fertig waren und nahmen sie wieder zurück auf Station.
Eine meiner Kolleginnen, war in ihrer Freizeit Fitnesstrainerin und sie lud alle drei Zivis zu sich in die Sportgruppen ein. Die Figur von ihr war ausgezeichnet, dazu war sie noch blond und auch schon einiges älter als die Jungs. Diese jedoch nahmen diese Einladungen immer sehr gerne an, zumal sie danach noch zu ihr nach Hause eingeladen wurden. Sie hatte riesigen Spaß mit den Jungs und diese mit ihr.
Eines Abends, es war ein Freitagabend, klingelte spät abends bei mir mein Telefon.
Als ich abnahm war es diese Kollegin am anderen Ende, die mir mitteilte und mich bat unbedingt noch zu ihr zu kommen, es wäre einer der Jungs bei ihr und da mir dieser „eine junge Mann doch so sehr gefiel“! wäre es doch toll mich an dieser kleinen Runde zu beteiligen. Leider konnte ich diese Einladung nicht annehmen, denn wer hätte denn zu dieser Uhrzeit noch auf meine Girls aufgepasst und mitnehmen, ja das wäre ja wohl ein super Abend geworden. Also hat sie mich einfach an den hübschen jungen Mann weiterverbunden und wir konnten uns gemütlich und sehr lange am Telefon unterhalten, Resultat war, ich habe ihn am nächsten Tag zum Frühstück eingeladen. Eigentlich meinte ich diese Einladung gar nicht ernst, ich sagte es nur und ich wusste ja auch, dass er nicht kommen würde. Was dann auch genauso war. Gott sei Dank im nach hinein, denn ich stand spät auf und wäre zu der genannten Uhrzeit nicht gar die Schönste gewesen.
Egal, das Wochenende war da, verging ewig langsam und ich musste immer wieder an das nette Gespräch denken. Am Sonntagabend ging ich schon recht früh zu Bett, denn ich wollte unbedingt haben, dass der nächste Tag schnell kommt und ich ihn wiedersehen konnte. Der Montagmorgen war da, endlich….Ich stand sehr früh auf, machte mich außerordentlich schön und machte mich nachdem ich die Kids versorgt habe und den Hund auf den Weg in die Klinik. Dort sah ich schon meine Kollegin die mir entgegenlächelte und dann lange gar nichts. „Was ist denn nur los, warum kommen denn ewig keine Zivis auf Station und wenn einer kam war es nicht der EINE!“. Komisch, komisch.
Dann kurz vor Feierabend war es dann endlich soweit, er kam, er kam sogar in mein Büro und entschuldigte sich für das verpasste Frühstück. Er hätte verschlafen sagte er. Ich war etwas verdattert, obwohl ich das eigentlich überhaupt nie bin, es fällt mir eigentlich immer etwas Nettes ein, dieses Mal allerdings nicht.
