Meine Heimat - Kleinmachnow - Eva-Maria Kluck - E-Book

Meine Heimat - Kleinmachnow E-Book

Eva-Maria Kluck

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Beschreibung

Eva-Maria Kluck gibt Einblick in persönliche Erinnerungen an ihr Leben in Kleinmachnow. Erinnerungen an gute und schwere Zeiten, an Krieg und Aufbau, verlorene Träume und neue Wege.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 71

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt

Und das erwartet meine Leser:

Vorwort

Heimat ~ Teil 1

"Familiengründung in Kleinmachnow"

Heimat ~ Teil 2

"Die Mauer wird gebaut – doch wir leben schließlich weiter!"

Heimat ~ Teil 3

"Unser Leben in und mit der DDR"

Heimat ~ Teil 4

"Die Mauer ist gefallen"

Nachklang

Vorwort

Durch einen Schreibwettbewerb kam ich auf den Gedanken, meine Familiengeschichte niederzuschreiben. Warum?

Meine Großeltern haben mit ihrer Ansiedlung in der Gemeinde Kleinmachnow die Grundlage zu unserer Familiengeschichte geschaffen.

So wurde Kleinmachnow über Jahrzehnte hinaus zu unserer Heimat.

Für meinen Beitrag habe ich Abschnitte meines Lebens gewählt, über die wenig von den Eltern und Großeltern unserer heutigen Jugend gesprochen wird. Ich habe dies feststellen müssen, als ich einmal in der Klasse meiner Enkelin zu einem Gespräch über meine Jugend eingeladen worden war.

Beim Schreiben habe ich festgestellt, dass mein Leben eigentlich sehr interessant war. Besonders auch in der Zeit nach dem Aufbau der Mauer. Ständig im Clinch mit der Obrigkeit, habe ich es doch gemeistert, mit meiner Familie eine gute Lebensgrundlage zu schaffen. Doch das sind, wie gesagt, mehrere Abschnitte. Im Gegensatz zu den Erinnerungen aus der Kindheit, gibt es für diese Zeiten Fakten, die mit Belegen untermauert werden können. Das sind, wie gesagt, entscheidende Kapitel meines Lebens.

Niedergeschrieben habe ich sie auch als Dankeschön für die Menschen, die ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe, wie zum Beispiel Toni Stemmler, und die, die mir geholfen haben meinen Weg zu gehen. Vor allem möchte ich aber auch meiner Familie die Vergangenheit näher bringen, denn nicht nur die Gemeinde Kleinmachnow, auch die Menschen haben sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, geprägt durch die gesellschaftlichen Entwicklungen.

Betrachtungen aus der Sicht von 2017

Eva-Maria Kluck

Haus der Eltern meines Vaters

Mein Opa und mein Bruder

Haus der Großmutter

Das Haus wurde noch etwas vergrößert, vorne rechts

Heimat - Teil 1

Familiengründung in Kleinmachnow!

Vier Generationen in Brandenburg – interessanter kann keine Entwicklung sein!

Allerdings gibt es, wie immer positive und auch negative Momente. Wie in jeder Familie, die sich eine Heimat aufbaut.

Für meine Familie begann alles mit dem Bau von zwei Eigenheimen. Nach den Erzählungen meiner Eltern, Jahrgang 1905 zufolge, muss das so etwa 1920 gewesen sein.

Nach den Wirren des ersten Weltkrieges, im Zuge der allgemeinen Landflucht, trafen sich, aus Ostpreußen kommend, die Eltern meiner Mutter. Nach ein paar Jahren Arbeit in Berlin kauften sie sich im Umland von Berlin ein Stück Bauland. Kostengünstig, da noch die Baumstubben der Waldrodung beseitigt werden mussten. Zur gleichen Zeit erwarben, so praktisch um die nächste Straßenecke, die Eltern meines Vaters ebenfalls Grund und Boden.

So wie es damals wohl üblich war, wurde zuerst ein kleines Gartenhaus, praktisch eine massive Laube, gebaut. Damit konnte man die Miete für eine Wohnung in Berlin sparen und war immer vor Ort. Es muss für die Eltern meiner Mutter eine sehr schwere Zeit gewesen sein. Den Großvater habe ich nie kennen gelernt und Oma sprach nicht darüber. Von einer Tante erfuhr ich, dass mein Großvater noch während des Hausbaus gestorben ist.

Oma nahm alle Arbeit an und meine Mutter tat das, womit sich heute Mädchen ihr Taschengeld aufbesserten, sie betreute Kinder und konnte so etwas zum Leben beisteuern. Allerdings wurde der Bauplan rigoros zusammengestrichen und das Eigenheim eben etwas kleiner. Meiner Oma war es wichtig, dass meine Mutter eine gute Ausbildung erhielt. Das Leben war bestimmt zu der damaligen Zeit nicht einfach, besser gesagt, für die heutige Generation einfach unvorstellbar. Geprägt von der Zeit nach dem ersten Weltkrieg und der nachfolgenden Inflation. Not und Sorgen waren ständig zu Gast. Es gab den berühmten Kohlrübenwinter. Von morgens bis abends Kohlrüben. Morgens als Marmelade, als Mittagessen und auch abends.

In einer entstehenden Gemeinde am Rande von Berlin, postalisch waren wir "Post Berlin-Zehlendorf 4", muss das Leben wohl auch nicht immer ganz einfach gewesen sein. Etwas erzählte meine Mutter, was auch heute unvorstellbar ist. Meine Oma hat ihr, damit die Papierschuhe, die es in der Notzeit gab, nicht durchfeuchteten, den Weg, so 15 Minuten bis zum Bus nach Berlin, vom Schnee frei geschippt.

Die Eltern meines Vaters hatten es etwas leichter. Mein Großvater hatte eine gute Arbeitsstelle und drei fast erwachsene Söhne konnten schon mit zupacken. So hat mein Vater, der älteste der drei Söhne, die Baugrube fast alleine per Hand mit Spaten und Schubkarre, ausgeschachtet.

Meine Eltern fanden sich und wurden, nachdem sie noch einige Zeit in Berlin gewohnt hatten, wie ihre Eltern, auch Bürger der aufstrebenden Gemeinde Kleinmachnow. Gewohnt haben sie mit in dem Haus meiner Großmutter mütterlicherseits.

Geboren im Jahr 1935 kam ich 1941 in die Schule. In die Eigenherdschule. Genannt nach dem Siedlungsteil "Eigenherdsiedlung". Die Schule war, da auch neu entstanden, modern und kann bis heute einen guten Standard vorweisen. Angefangen von, nach damaligem Stand, hell und modern eingerichteten Klassenräumen, einer Lehrküche, Physikraum mit Labortischanlage mit eingebauten Bunsenbrennern, einer gut ausgestatteten Aula und einer tollen Turnhalle, war alles vorhanden. Der Direktor wurde noch nach der Wende postum als einer der, in seiner Zeit, besten Erzieher geehrt.

Eigenherdschule

Die schönsten Erinnerungen an meine Kindheit im Land Brandenburg waren immer unsere Ausflüge. Mit den Fahrrädern haben wir den Berliner Grunewald bis zum Wannsee entlang, kennen gelernt. Auch das Kleinmachnower Umland war unser Ziel. Die Hakeburg von Kleinmachnow, Güterfelde, ehedem Gütergotz, das Klärwerk mit den Rieselfeldern, das Jagdschloss Stern, die Gegend bis zum Seddiner See, alles wurde erradelt. Mein Vater erklärte uns die Geschichte der Orte und ihre Bedeutung. Obwohl die Zeit damals nicht ganz einfach war, waren es immer Erlebnisse, die mir zum Teil bis heute in Erinnerung geblieben sind.

Auto "Hanomag"

Mein Vater, Bruder & ich

Leider ging die schöne Zeit dann bald zu Ende. Der zweite Weltkrieg begann. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie die ersten Luftangriffe erfolgten. Meine Puppen und meine Teddybären sollten unbedingt mit in den Keller. Meine Mutter lehnte dies, mit der Begründung dass es im Keller zu kalt für die Puppen ist, ab. Damit hatte sie sich aber Arbeit geschaffen, denn sie musste mir am nächsten Tag zeigen, wie man Puppenkleider näht, damit alle beim nächsten Alarm mit in den Keller konnten. Nun war ja auch am Tage Fliegeralarm. Dazu gab es erst einen Voralarm. Fünfzehn Minuten vor dem eigentlichen Alarm. Kinder, die es schafften in dieser Zeitspanne von der Schule nach Hause zu laufen, konnten dieses tun. Ich bin so schnell gerannt wie ich konnte und habe es auch geschafft. Mein Bruder, fünf Jahre älter, ging zur Oberschule am Weinberg und musste, da der Weg weiter war, dort in den Luftschutzkeller.

Ein Schreckerlebnis werde ich auch nicht vergessen. Auf unserem Nachbarhaus wurde eine Sirene installiert, die den Fliegeralarm ankündigte. Als sie das erste Mal ausprobiert wurde, kam ich gerade vom Milch holen. Es gab ja schon Lebensmittel auf Zuteilung. Wir Kinder bekamen jeden Tag einen halben Liter Milch, den ich immer abholen musste. Ich kam also gerade mit meiner Milchkanne den Gartenweg zum Haus entlang, als die Sirene anfing zu heulen. Es war der Schreck des Jahrhunderts. Ich habe die Milchkanne weggeschmissen und bin heulend zu meiner Mutter ins Haus gelaufen.

Meine Eltern muss ich im Nachhinein bewundern. Sie haben es verstanden den Druck von uns Kindern fern zu halten, indem sie uns alles kindgerecht erklärten. So zum Beispiel, warum mein Vater den Kelleraum unter unserer Veranda als Luftschutzkeller ausbaute. Mit Stützbalken, falls das Haus darüber von einer Bombe getroffen würde. Aus dem Kellerfenster wurde ein Notausstieg, dazu Sitzgelegenheiten für uns alle. Jedes Haus musste einen Keller so entsprechend ausrüsten. Wo dies nicht möglich war, musste bei Alarm der Luftschutzkeller der Straße aufgesucht werden. Er war schräg gegenüber in unserer Straße. Er wurde in den letzten Kriegstagen durch den Treffer einer Luftmine zum Grab von 11 Menschen. Nur 3 wurden gerettet. Am Rande unserer Gemeinde, in Düppel, wurde eine Fliegerabwehranlage, eine Flackstelle, angelegt. Mein Vater ist mit uns hingefahren, damit wir erkennen konnten, warum das Schießen so laut war.