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Heiße Söhne und eine geile Mutter: Der tabulose Roman "Meine Mutter, das Luder" von Karin Bartholdy jetzt als eBook bei venusbooks. Doris hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden: kein Mann, kein Sex, keine Orgasmen. Dabei ist sie eine attraktive Frau im besten Alter – und so geil, dass es fast weh tut. Ihre drei Söhne sind besorgt, weil sie merken, wie ihre ungefickte Mutter leidet. Eine Lösung muss her. Also nehmen sie sich Doris vor, einer nach dem anderen, und verwöhnen sie nach allen tabulosen Regeln der Kunst – mit dauerharten Schwänzen und tabulosen Ideen … Jetzt als eBook kaufen und genießen: "Meine Mutter, das Luder" von Karin Bartholdy. Lesen ist sexy: venusbooks – der erotische eBook-Verlag. Jugendschutzhinweis: Im realen Leben dürfen Erotik und sexuelle Handlungen jeder Art ausschließlich zwischen gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden. In diesem eBook werden fiktive erotische Phantasien geschildert, die in einigen Fällen weder den allgemeinen Moralvorstellungen noch den Gesetzen der Realität folgen. Der Inhalt dieses eBooks ist daher für Minderjährige nicht geeignet und das Lesen nur gestattet, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind.
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Seitenzahl: 218
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Über dieses Buch:
Doris hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden: kein Mann, kein Sex, keine Orgasmen. Dabei ist sie eine attraktive Frau im besten Alter – und so geil, dass es fast weh tut. Ihre drei Söhne sind besorgt, weil sie merken, wie ihre ungefickte Mutter leidet. Eine Lösung muss her. Also nehmen sie sich Doris vor, einer nach dem anderen, und verwöhnen sie nach allen tabulosen Regeln der Kunst – mit dauerharten Schwänzen und tabulosen Ideen …
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eBook-Neuausgabe April 2016
Ein eBook des venusbooks Verlags. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.
Dieses Buch erschien bereits 2008 unter dem Titel Alle meine Söhne in der Edition Combes
Copyright © der Originalausgabe 2008 Edition Combes im Verlag Frank de la Porte, 96328 Küps
Copyright © der eBook-Neuausgabe 2016 venusbooks GmbH, München
Copyright © der aktuellen eBook-Neuausgabe 2020 venusbooks Verlag. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Titelbildgestaltung: Nele Schütz Design unter Verwendung von shutterstock/PawelSierakowski
eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH
ISBN 978-3-95885-989-0
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Im realen Leben dürfen Erotik, Sinnlichkeit und sexuelle Handlungen jeder Art ausschließlich zwischen gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden. In diesem eBook werden erotische Phantasien geschildert, die vielleicht nicht jeder Leserin und jedem Leser gefallen und in einigen Fällen weder den allgemeinen Moralvorstellungen noch den Gesetzen der Realität folgen. Es handelt sich dabei um rein fiktive Geschichten; sämtliche Figuren und Begebenheiten sind frei erfunden. Der Inhalt dieses eBooks ist für Minderjährige nicht geeignet und das Lesen nur gestattet, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind.
Karin Bartholdy
Meine Mutter, das Luder
Erotischer Roman
venusbooks
Die Wärterin hat mir etwas zu lesen gebracht. Es ist ein Buch in grünem Einband, der Kaffee- und sonstige Flecken vorweist. Die goldene Schrift auf dem Buchrücken ist vom Schweiß der vielen Hände, durch die es in den letzten Jahren oder Jahrzehnten gegangen ist, kaum noch lesbar. »Gwen Bristow«, kann ich mit Mühe entschlüsseln. »Tiefer Süden«, mag darunter stehen. Dennoch bin ich der Wärterin zu innigstem Dank verpflichtet. Frau Seligmann ist trotz ihres Berufs eine Seele von Mensch und weiß, dass ich umkomme vor Einsamkeit in diesem grauen Loch.
Mein Name ist Doris Mertenich.
Ich bin sechsundvierzig Jahre alt und Hausfrau von Beruf. Meine Staatsbürgerschaft ist deutsch. Als praktizierende Christin gehöre ich dem römisch-katholischen Glauben an, und ich bin verwitwet. Philipp, mein Mann, starb vor etwas mehr als vier Jahren an einem Hinterwandinfarkt, als er gerade vierundvierzig war. Zum Glück im Unglück hatte er zwei Jahre vor seinem Tod eine sehr hohe Lebensversicherung mit mir als Begünstigte abgeschlossen, sein Beruf war der eines Filialleiters einer großen Kölner Bank gewesen. Das Kapital aus der Lebensversicherung und meine nicht unbeträchtliche Witwenrente reichten aus, um meinen bisherigen Lebensstandard mit geringen Abstrichen weiterzuführen und allen meinen Kindern zu einem gesicherten Start in die Zukunft zu verhelfen.
Ich habe vier Söhne und eine Tochter.
Harald, der Älteste, ist sechsundzwanzig, hat das Haus mittlerweile verlassen und eine eigene Familie gegründet. Dasselbe gilt für Andreas, meinen Zweitältesten. Andreas ist vierundzwanzig, teilt sich mit einer dunkelhäutigen Schönheit aus Quelimane in Mosambik eine winzige Studentenbude im Belgischen Viertel von Köln und hegt nicht die Absicht, in die Fußstapfen seines Bruders zu steigen, um Karriere als Rechtsanwalt zu machen. Er studiert Germanistik im Hauptfach und Geschichte und Literaturwissenschaften in den Nebenfächern und möchte später Romanschriftsteller werden. Sabrina, seine Zwillingsschwester, erwartet ihr erstes Kind.
Um ehrlich zu sein: Als Mutter (und Frau) habe ich mich stets mehr zu meinen Söhnen als zu meiner Tochter hingezogen gefühlt, so, wie Sabrina stets der Liebling meines Mannes gewesen ist. Trotzdem war es Sabrina, die mir in meinem Leben die größten Sorgen bereitet hat. Sie ist schüchtern und leidet seit ihrem vierten Lebensjahr an Agoraphobie – einer wenig bekannten psychischen Krankheit, deren Symptome sich vor allem durch eine unangemessene Angst vor öffentlichen Plätzen, Menschenmengen und weiten Reisen äußern. In ihrer schlimmsten Zeit fürchtete Sabrina sich schon davor, unsere Wohnung alleine zu verlassen.
Heute lebt sie mit einem dreizehn Jahre älteren Serben aus Novi Sad in der Woiwodina zusammen, von dem ich nicht viel mehr weiß, als dass er sein Geld als Türsteher einer Diskothek an den Kölner Ringen verdient – eine Beziehung, über die ich nicht glücklich bin. Auch Harald und Andreas, die ihre Schwester von ganzem Herzen lieben, sind beunruhigt. Branko Simovic gilt selbst in seinen Kreisen als ein Mann, der über Leichen geht. Möglicherweise hat er Sabrina nur zu einer Schwangerschaft verholfen, um im Falle einer Verhaftung nicht in seine Heimat abgeschoben zu werden. Er schlägt sie und betrügt sie regelmäßig mit anderen Frauen.
Mein dritter Junge, Dominic, ist mein absoluter Lieblingssohn. Er ist zweiundzwanzig Jahre alt und beinahe einen Meter fünfundachtzig groß – ein Bild von einem jungen Mann und das einzige meiner Kinder, das sich ganz dem Sport verschrieben hat. Er spielt Handball und ringt im Griechisch-Römischen Stil für eine Mannschaft aus dem benachbarten Leverkusen, die sich bei der diesjährigen Landesmeisterschaft in Mülheim-Styrum erst im Halbfinale den späteren Siegern geschlagen geben musste. Dominic hat Sabrina angeboten, mit Branko ein vernünftiges Gespräch zu führen, aber meine Tochter möchte sich nicht helfen lassen. In dieser Hinsicht gleicht sie ihrem Vater wie ein Ei dem anderen. Die Kölner Türstehermafia genießt in der Stadt einen wilden Ruf, und trotz allem, was geschehen ist, hat Sabrina Angst um ihre Familie.
Doch greifen wir nicht voraus. Ich sitze in einer Zelle im Untersuchungsgefängnis der Kölner Justizvollzugsanstalt Ossendorf und warte auf mein Verfahren, das für den sechzehnten August dieses Jahres angesetzt ist. Wenn mir das Unglück treu bleibt, was ich nicht anzweifle, muss ich mich auf drei Jahre Gefängnis oder eine entsprechend hohen Geldstrafe gefasst machen. Die Beweislast ist erdrückend, wie es in Juristenkreisen heißt. Harald, mein Ältester, hat gerade seine Ausbildung als Jurist abgeschlossen und hat meine Verteidigung übernommen. Er ist fest entschlossen, nötigenfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen, um mir zu meinem Recht zu verhelfen. Es ist sein erster großer Prozess.
Es mutet wie eine Ironie des Schicksals an, dass keine hundert Kilometer weiter westlich meiner Vaterstadt – in Belgien, in Frankreich, den Niederlanden oder Luxemburg – wegen desselben Delikts nicht einmal Strafanzeige gegen mich gestellt worden wäre. In diesen Ländern ist der entsprechende Paragraph langst aus den Strafgesetzbüchern entfernt worden.
***
Im Juli 2003, um die Geschichte der Reihe nach zu erzählen, war ich seit drei Monaten Witwe. Wie ich schon erwähnte, war ich finanziell abgesichert. Ich hatte meinen Mann in einem schönen Reihengrab auf dem Melatenfriedhof beisetzen lassen und bemühte mich, mit dem Leben als alleinstehende Frau zurechtzukommen. Florian, mein Jüngster, war gerade fünfzehn geworden und litt von allen meinen Kindern am meisten darunter, dass er keinen Vater mehr hatte.
Er galt in der Schule als Schwächling, als Prellbock, als Fußabtreter, auf dem jeder ungestraft herumtrampeln durfte. Schon kurz nach der Geburt infizierte er sich noch auf der Säuglingsstation mit einem Bakterium, das die sogenannte Pertussis, den Keuchhusten, bei ihm hervorrief, eine Krankheit, von der er sich bis auf den heutigen Tag niemals vollständig erholt hat. Er war so entsetzlich mager. Seine Handgelenke ließen sich selbst von gleichaltrigen Kindern mühelos mit Daumen und Zeigefinger einer Hand umschließen, und mit seinen dünnen Beinen lieferte er sich häufig dem Hohn und Spott seiner Klassenkameraden aus. Das und seine Unbeholfenheit in vielen Dingen forderten den Beschützerinstinkt seiner Brüder und selbst seiner Schwester geradezu ununterbrochen heraus. Seit dem Tag seiner Einschulung ging das schon so – eine so lange Zeit, dass seine Leiden selbst für mich als Mutter zu einem fast normalen Teil meines Lebens geworden waren.
Als er eines Tages wieder einmal gedemütigt und mit einem blau geschlagenen Auge aus der Schule kam, waren Harald und ich allein im Haus. Harald war zweiundzwanzig und studierte Rechtswissenschaften, aber für diesen Tag waren keine Vorlesungen vorgesehen.
»Was war los?«, wollte ich von Florian wissen.
»Nichts war los«, grummelte er, »das Übliche ist passiert. Sie haben mich verprügelt und in den Abfallkorb gestopft. Das tun sie gern, wenn sie ihren Spaß haben wollen.«
Harald war beinahe einen Meter neunzig groß und für einen Intellektuellen, der sein Gesicht häufig hinter Büchern von Kafka oder Virginia Woolf verbarg, auffallend kräftig gebaut. Er hatte Muskeln wie ein Modellathlet und war in der Lage, einen Tennisball aus dem Stand heraus fast über ein ganzes Fußballfeld zu werfen.
»Möchtest du, dass ich dir helfe?«, fragte er Florian. »Soll ich mit dem Rektor reden?«
»Nein! Das würde die Sache nur noch verschlimmern!« Florian spuckte ihm die Wörter geradezu ins Gesicht. »Wenn Papa doch da wäre! Papa wusste immer Rat. Mami«, sagte er weinerlich zu mir, »du solltest wieder heiraten – am liebsten einen Mann wie Papa, der einem helfen kann! Ich hasse die Schule! Ich geh’ nie wieder in meinem Leben in die Schule! Lieber schneid’ ich mir die Pulsadern auf!«
Ich bettete sein weiches Gesicht in meine Hände und küsste ihn sanft auf den Mund. »Das Leben schenkt dir nichts, mein Schatz«, sagte ich zu ihm. »Du musst lernen, dich durchzusetzen. Lass dir von den andern Kindern nicht alles gefallen. Als Harald und Dominic in deinem Alter waren, hätten sie diesem Bastard jeden Knochen einzeln gebrochen. Wer war es? Wer hat dir das blaue Auge geschlagen?«
»Was spielt das für eine Rolle?«, schluchzte Florian. »Heute ist es der, morgen ist es ein anderer. Sie tun mit mir, was sie wollen! Die Mädchen in meiner Klasse sind stärker als ich! Ich hasse mein Leben!«
Ich drückte ihn an mich und legte meine Hände ausgespreizt auf seine knochigen Schulterblätter. »So denkst du jetzt. Morgen sieht die Welt wieder anders aus. Geh in dein Zimmer. Ich mache dir einen Eisbeutel, sonst läufst du morgen mit einem dicken Veilchen durch die Gegend.«
Florian legte seine Arme um meinen Hals und küsste mich auf den Mund. »Ich hab’ dich lieb, Mami!«
»Ich dich auch, mein Schatz«, erwiderte ich und küsste ihn zurück. Das Hämatom in Form eines bläulichen Halbmondes unter seinem rechten Auge schien zum Glück nicht so schlimm zu sein, um einen Arzt aufsuchen zu müssen. Der Eisbeutel würde ihm guttun, durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, und es dringt weniger Blut in das Gewebe ein. Möglicherweise half es ihm auch, wenn ich ihm heute Abend eine Nackenrolle oder ein zweites Kopfkissen in sein Bett legte.
Ich griff in mein gelbgeblümtes Schürzenkleid und ließ ihn in mein Taschentuch schneuzen.
Als er die Küche mit Aussicht auf die wenig befahrene Braunsfelder Echternacher Straße verlassen hatte, sagte Harald: »In einem Punkt hat Florian allerdings recht, Mama. Du solltest wirklich wieder heiraten. Eine schöne Frau wie du sollte nicht ohne Mann sein.«
»Wie stellst du dir das vor, Liebling? Ich bin zweiundvierzig, und dein Vater hat mir eine sehr große Familie hinterlassen. Soll ich mir einen hautengen Ganzkörperbody kaufen und ein Schild um den Hals hängen, auf dem steht: ›Bin wieder zu haben‹? Harald, ich bin erst seit ein paar Monaten Witwe. Unsere Nachbarinnen werden sich das Maul über mich zerreißen!«, prophezeite ich.
»Und wennschon. Das ist nur Missgunst. Es gibt doch so viele Ü-30-Parties. Die Wartehäuschen an den Straßenbahnhaltestellen sind voll mit Plakaten davon. Du musst nur wollen. Zieh das todschicke rote Kostüm mit dem engen Röhrenrock an, das du dir zu eurem letzten Hochzeitstag gekauft hast. Darin siehst du ganz besonders sexy aus. Dazu vielleicht noch Nylonstrümpfe mit schwarzen Nähten auf der Rückseite und neue Schuhe, am besten welche aus Lackleder, entweder in Rot oder in Schwarz, aber mit hohen Absätzen. Je höher, desto besser! Die geilen Böcke werden sich dir zu Füßen werfen!«
»Ich geh’ nicht in eine Disco!«
»Dann versuch’s doch mit einer Annonce in der Zeitung. Viele Frauen tun das. Und die Männer auch. Ich kann jeden Menschen weinen sehen, nur dich nicht, Mama. Und ich höre dich jede Nacht weinen. Du weinst aus Einsamkeit.« Er kam auf mich zu, legte seine kraftvollen Hände auf meine Schultern und küsste mich zärtlich auf den Nacken. »Du brauchst die Annonce ja nicht selbst aufzugeben. Ich kauf’ uns am Samstag die Rundschau. Die haben samstags immer eine ganze Seite mit Kontaktanzeigen. Wäre doch gelacht, wenn wir keinen passenden Mann für dich gebacken kriegen!«
»Ich will aber keinen mit Chiffre oder einen von einer Heiratsvermittlung!«
Harald küsste mich ein zweites Mal auf den Nacken, diesmal noch liebevoller. Seine Hände glitten an meinen Oberarmen hinunter, und seine Fingerkuppen berührten wie aus Zufall seitlich meine rechte Brust. »Aber nein, Mama. Wennschon, dann suchen wir uns etwas Seriöses aus, möglichst mit Foto. Ich gebe doch meine Lieblingsmutter nicht an den erstbesten Mistkerl her!«
Er schmiegte sich von hinten an mich und schlang beide Arme um meinen Bauch. Wir betrachteten uns im Spiegel über dem Spülbecken, und ich spürte seinen feurigen Atem, der sanft über meinem Nacken wehte. Nach dem Tod meines Mannes hatte ich mir eine andere, kürzere Frisur zugelegt; meine glatten, blonden Haare (mit einem natur-silbernen Strähnchen direkt über der Stirn) berührten hinten kaum mehr den Kragen meines Schürzenkleides und ließen beide Ohren frei. In den Ohrläppchen prangten kleine, rubinrote Marienkäfer in einer goldenen Klauenfassung.
»Findest du mich schön, mein Schatz?«, fragte ich meinen Sohn.
»Du bist die allerschönste Frau von allen«, antwortete er.
»Das Grübchen im Kinn macht mein Gesicht hart.«
»Das bildest du dir ein.«
Trotz der vielen Kleiderschichten, die uns voneinander trennten, spürte ich die fleischige Puffotter, die sich brünstig zwischen meine Pobacken zwängte. Mit einem leichten Entsetzen bemerkte ich, dass sich meine Brustwarzen verhärteten und von innen gegen die Körbchen meines Bügel-BHs drückten. Harald hatte einen Steifen. Er hatte bei seiner eigenen, leiblichen Mutter einen steinharten Schwanz bekommen und bewegte ihn in meiner Pospalte ganz leicht, fast unmerklich hin und her!
Und ich blöde Kuh protestierte nicht, sondern hielt still. Ich wollte es haben. Ja, ich wollte es haben. Ich genoss seine Härte. Sein mächtiges Geschlecht bewegte sich in seinen Jeans und drückte noch fester gegen meinen Hintern. Ich spürte diese ungeheuerliche, blutgeschwollene Muskelmasse auf meinem Körper und musste mich zusammenreißen, um nicht vor Lust laut aufzuschreien. Ich war erregt – auf eine Art, die mir bis zu dieser Sekunde vollkommen fremd gewesen war. O mein Gott, wie sehr hatte ich dieses Gefühl in den letzten Monaten vermisst! Wie sehr verlangte mein Körper nach einem harten Männerschwanz, der in meiner Fotze wieder weich wie ein Bismarckhering wurde!
Zwei Minuten lang wiegte er mich in seinen Armen und summte mir eine schöne Melodie ins Ohr. Ich versuchte zu vergessen, dass es mein eigener Sohn war, der mich liebkoste – mein Fleisch, mein eigenes Blut! Ich legte meine Hände auf seine Handrücken, schmiegte meinen Kopf an seine Wange und ertrank in seiner Zärtlichkeit, seiner Wärme, seinem Duft. Wie stark er war! Wie gut, wie männlich sich sein athletischer Körper anfühlte! Ein eisiger Schauder rieselte an meiner Wirbelsäule hinunter, und ich merkte, dass sich im Innern meiner Vagina heiße Tröpfchen sammelten.
Ich war in der Tat noch viel zu jung, um ein Leben als unbemannte alte Jungfer zu führen.
Drei Wochen später – der August hatte schon angefangen, und ich hatte mich endlich dazu durchgerungen, Haralds Vorschlag anzunehmen und mich nach einem neuen Mann umzuschauen – traf ich mich in einem Café an der Aachener Straße mit meinem ersten Heiratskandidaten, einem ledigen, achtundvierzigjährigen Eisenbahner, der mit seiner Mutter in Ehrenfeld zur Miete wohnte. Dieser Mann hatte schon mit Zwanzig eine Glatze bekommen. Er besaß ein schiefes Puttengesicht mit engstehenden Augen und einem lückenhaften kandisbraunen Gebiss. Fast der gesamte Oberkiefer war durch eine wacklige Prothese ersetzt worden, die sich bei unserer Verabredung an diesem verregneten Sonntagnachmittag andauernd löste.
Während ich ein Stück Käsekuchen aß, sprach er von seinen vielen Steckenpferden, die ihn in seinem bisherigen Leben vom Heiraten abgehalten hätten – über Musik, Malerei, Literatur, Reisen und Geschichte. Sein hohes Wissen überraschte mich. Er war bei den Pyramiden von Gizeh gewesen, hatte die erotischen Steinplatten an den Tempeln von Khajuraro in Indien bewundert und war mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok gefahren. Er hatte das Musée de Cluny in Paris besucht und den Prado in Madrid. Skandinavien und besonders Finnland kannte er wie seine Westentasche. Doch zu meinem Unglück trank er ein Kölsch nach dem anderen, und da er keinen Alkohol vertrug, war er schon nach etwas mehr als einer halben Stunde hochgradig angesäuselt.
In einem Anfall von übersteigertem Selbstmitleid jammerte er zuerst über seinen Bahnhofsmanager, der seine fachlichen Qualitäten überging und regelmäßig die falschen Leute, aber nicht ihn beförderte. Dann war seine Mutter an der Reihe. Diese blöde Kuh beutete ihn aus und hatte ihn mit ihrer falschen Mutterliebe zu einem lebensunfähigen, unbeholfenen, weltfremden Volltrottel gemacht!
Die Tränen liefen in Strömen über seine sommersprossigen Wangen, als er von seiner verlorenen Liebe erzählte, einer wunderschönen finnischen Bankangestellten, die er eines Abends in einer baari in Helsinki kennengelernt hatte. Ihren Namen hatte er vergessen, aber seit zwölf Jahren fuhr er jedes Jahr mit dem Zug und dem Schiff über Kopenhagen und Stockholm nach Helsinki, um diese Frau wiederzufinden.
Zum Schluss sackte er in seinen Stuhl und schlief neben seinem Klappergebiss, das ihm versehentlich aus dem Mund gefallen war, ein.
Ich schämte mich brennend vor den übrigen Gästen. Ich hatte das Gefühl, dass jeder im Café mich anstarrte. Mit knallrotem Kopf bezahlte ich die Rechnung und beschloss, für den Rest meines Lebens Witwe zu bleiben. Dieser Mann brauchte keine Frau, sondern einen Psychiater.
Zu Hause angekommen, erwarteten mich meine Kinder mit großen, erwartungsvollen Augen. Ich stellte meine schwarzlederne Handtasche auf das Garderobenschränkchen, stieg aus den Schuhen und betrat das Wohnzimmer, in dem sie sich alle miteinander versammelt hatten.
»Wie war’s? Erzähl«, verlangte Sabrina ungeduldig.
Hinter ihrer rechteckigen, schwarzgerahmten Brille wirkten ihre betelnussbraunen Rehaugen noch größer, noch schöner, als sie es ohnehin waren. Sie trug einen knielangen Faltenrock mit rot-grünen Schottenkaros und darunter eine schwarze Baumwollstrumpfhose. In ihrem ebenfalls schwarzen Rollkragenpulli zeichneten sich zwischen den Umrisslinien des BHs ihre kleinen, spitzen Brüste ab.
»Nichts war!«, entwich es mir empört.
»War er wenigstens hübsch?«, fragte Dominic im roten Trainingsanzug seines Ringervereins.
»Marty Feldman ist hübscher«, behauptete ich schroff.
»Kein zweites Mal?«, fragte Harald.
»Nein, auf keinen Fall mit diesem Kerl!«
Florian saß am Kopfende des schweren Marmortisches im rustikalen Gelsenkirchener Barock und beschäftigte sich mit vorgeschobener Unterlippe mit einer Transformer-Figur, die sich mit wenigen Handgriffen von einem Raumschiff in einen Kampfroboter verwandeln ließ.
Harald sagte: »Okay, starten wir den nächsten Versuch.« Er hatte eine Anzeige in der Zeitung mit einem Fettstift zweifach rot eingekreist. »Hier, Mama, ein Leitender Regierungsdirektor im vorgezogenen Ruhestand, verwitwet, einundfünfzig, sportlich, vermögend, Pension schätzungsweise 3.800 Euro, Hobbysegler, hat eine Yacht in Cannes. Er liebt Brahms und Beethoven. Vielleicht hat er eine Zweitwohnung in Monte Carlo, und wir können uns die Formel-1-Rennen demnächst von seinem Balkon aus anschauen!«
»Er sieht nicht mal schlecht aus«, meinte Andreas.
»Ich mag Männer mit grauen Schläfen«, schwärmte Sabrina.
Ich nahm die Zeitung in die Hand und betrachtete das Foto des Mannes genauer. Seine gewellten Haare, die halblangen, schneeweißen Koteletten und das kurzgeschnittene Oberlippenbärtchen verliehen ihm den Anschein eines seriösen norditalienischen Geschäftsmannes. Andreas hatte recht: Er sah in der Tat hinreißend aus. Möglicherweise aber hatte er sein Alter heruntergesetzt. Zumindest sah er auf dem Bild sehr viel älter als einundfünfzig aus. Achtundfünfzig, schätzte ich, vielleicht auch sechzig.
»Nein!«, sagte ich. »Mein Entschluss steht fest«, konstatierte ich. »Es wird keinen anderen Mann in meinem Leben geben. Eher friert die Hölle ein.«
***
In der Nacht fand und fand ich nicht in den Schlaf. Die Straßenlaterne schien durch die halb heruntergelassenen Rollladen und glühte wie ein greller Fleck in meinen Lidern, sobald ich meine Augen zuschlug.
Unwillkürlich musste ich an meine Kinder denken. Irgendwie schien ihnen vorhin ein Stein, groß wie ein Findling, von den Herzen gefallen zu sein, als ich ihnen im Wohnzimmer meinen Entschluss eröffnet hatte, keine zweite Ehe einzugehen. Vielleicht waren es nur Lippenbekenntnisse gewesen. Vielleicht wollten sie gar nicht, dass ich wieder heiratete – mit Ausnahme von Florian vielleicht, der seinen Vater arg vermisste.
Doch was wurde aus mir? Ich war zweiundvierzig. Eine Frau in einem Alter, in dem sie die Freuden der Liebe erst richtig zu genießen beginnt. Ich schlug das leichte Sommerplumeau und das seidene Überschlaglaken über die Fußlehne des Bettes und grapschte durch meine Pyjamajacke hindurch an meine rechte Brust. Sie war füllig und schwer. Ich genoss den leichten Schmerz, den ich mir selbst zufügte.
Ficken!
Ich bin in meinem ganzen Leben keine Steinziege gewesen. Zugegeben, ich war Jungfrau, als Philipp mich in der Braunsfelder St.-Josef-Kirche vor den Traualtar führte, aber ich habe meinem Mann in den vierundzwanzig Jahren unserer Ehe kein einziges Mal einen Orgasmus vortäuschen müssen. Philipp war sehr ausdauernd im Bett gewesen. Ach, wie ich seine harten und seine sanften Stöße vermisste!
Ich tauchte meine Rechte unter den Gummisaum meiner grünseidenen Schlafanzughose und legte sie auf meine erhitzten äußeren Schamlippen, die schon ein wenig Feuchtigkeit absonderten. Ich stand offen. Meine Vaginaöffnung klaffte, und ich spürte, dass meine Klitoris geschwollen war. Ganz vorsichtig, wie aus Angst, ein Geräusch zu verursachen, tauchte ich zwei Finger in den schwitzenden Schlund und bewegte den rundlichen Zapfen in seinem Häutchen sanft hin und her.
Aach, wie gut das tat!
Die wohlige Hitze strahlte von meiner Scheide durch meinen ganzen Körper bis in meine Brustwarzen hinein, die wie Pilze im Gewitterregen in die Höhe schnellten. Ich war geil wie eine rossige Zuchtstute und musste schnellstmöglich wundgefickt werden! Aber von wem?
Halb verrückt vor Lust auf einen Mann knipste ich das Nachttischlämpchen an. Ich hob meinen Po aus dem Bett, klemmte beide Daumen unter meine Pyjamahose und schob sie, mein Becken hin und her bewegend, bis zu meinen Schienbeinen hinunter. Dann knöpfte ich meine Schlafanzugjacke vom Kragen bis zur Gürtellinie hinunter auf und klappte die beiden Teile nach links und rechts auseinander. Die Sprungfedern meines Bettes quietschten laut, und ich hielt unwillkürlich den Atem an. Aber noch übertönte das Rauschen des Straßenverkehrs auf der nahen Aachener Straße alle anderen Geräusche der Nacht. Eine Straßenbahn läutete. Dann war es wieder still.
Ich wartete zwei Minuten. Dann noch zwei. Das Schlafzimmer wies ein Doppelbett, einen viertürigen Kleiderschrank und ein paar Zimmerpalmen in kupfernen Kübeln auf. Hinter der Fußlehne des Bettes stand eine Kommode mit einem dreiteiligen, klappbaren Frisierspiegel darauf. Ich richtete mich auf den Ellenbogen auf und betrachtete meine nackten Brüste in dem mittleren Spiegel.
Gewiss, sie waren nicht so straff wie die Brüste von Sabrina. Dafür waren sie einfach zu dick und zu schwer. Aber sie hingen auch nicht so tief hinunter wie bei anderen Frauen mit großen Oberweiten, sondern standen leicht nach den Seiten ausladend von meinem Oberkörper ab. Ich bin mein Leben lang stolz auf meine Brüste gewesen und sah auch jetzt, mit Anfang Vierzig, keinen Grund, mich für sie zu schämen.
Ich sank in mein weiches Daunenkissen zurück und legte meine Hände wie zwei große Schöpfkellen links und rechts auf meine Brüste. Das Schlafzimmerfenster stand auf Kippe, und ich spürte einen leichten kalten Hauch über meine blanken Schamlippen wehen. Doch ich nahm es kaum wahr. Ich versuchte, mir den harten Schwanz meines verstorbenen Gatten ins Gedächtnis zu rufen. Ich sah ihn zum Greifen nah vor mir, steil aufragend, dick wie ein Spatenstiel und von einem engen Geflecht aus dunkelblau geschwollenen Adern umschlossen – oben darauf die ölig schillernde Eichel, hart wie glasiertes Porzellan und rundherum von einem prallen Wulst verbrämt.
Philipp war niemals ein sonderlich anspruchsvoller Liebhaber gewesen. Schon in der Hochzeitsnacht entledigte er sich seiner ehelichen Pflichten mit Geschick und Ausdauer, aber er verlangte keine obszönen oder gar perversen Sachen von mir, auch nicht, als unsere Ehe durch Haralds Geburt schon gefestigt war. Die Fellatio blieb ebenso tabu für ihn wie der Cunnilingus oder der Mammalkoitus, also die Reibung des Penis’ zwischen den Brüsten der Frau bis zum Samenerguss. Auch spritzte er mir niemals auf den Bauch oder auf meine Beine. Wir stammten beide aus alteingesessenen rheinischen Familien, waren streng katholisch erzogen worden und akzeptierten als einzige legitime Empfängnisverhütung die Enthaltsamkeit während meiner Ovulation.
Trotzdem vermisste ich nichts. Philipp war, wie ich schon erwähnte, zwar kein phantasievoller, dafür aber ein sehr ausdauernder Liebhaber. Wir kannten keine andere Stellung als die Missionarsposition, denn er bestand darauf, mir beim Sex in die Augen zu schauen. Ich liebte ihn mit jeder Faser meines Herzens, und ich hätte im Traum nicht daran gedacht, ihm jemals Hörner aufzusetzen.
Doch jetzt war er tot, und ich lag mutterseelenallein in unserem großen Doppelbett, quetschte meine Brüste und musste an seinen gewaltigen Ständer denken. Ich habe seinen Penis niemals gemessen, weder in der Länge noch in seinem Umfang, aber im Nachhinein schätze ich, dass es von der Peniszwiebel bis zur Eichel dreiundzwanzig Zentimeter gewesen sind, vielleicht auch etwas mehr.
In dieser Nacht hatte ich ein seltsames, tief empfundenes parapsychisches Erlebnis.
