Meinst du das ernst? - Pierre Eggels - E-Book

Meinst du das ernst? E-Book

Pierre Eggels

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Beschreibung

Meinst du das ernst ist ein Buch mit kurze, witzige Dialogen, die nach Themen geordnet sind, z.B. Toilettengespräche, Kneipengespräche. Es ist ideale Lektur um langweilige Augenblicke auf angenehme Weise zu überbrücken.

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Seitenzahl: 108

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Pierre Eggels

Meinst du das ernst?

110 (sehr) kurze Konversationen

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Meinst du das ernst?

Vorwort

10 (sehr) kurze Heiratsanträge

10 (sehr) kurze absurde Gespräche

10 (sehr) kurze Badezimmergespräche

10 (sehr) kurze Bettgespräche

10 (sehr) kurze eheliche Streitgespräche

10 (sehr) kurze Interviews

10 (sehr)kurze Kneipengespräche

10 (sehr) kurze Fahrstuhlgespräche

10 (sehr) kurze Eltern-Kind Gespräche

10 (sehr) kurze Toilettengespräche

10 (sehr) kurze Verkaufsgespräche

Impressum neobooks

Meinst du das ernst?

Pierre Eggels

Meinst du das ernst?

110

(sehr) kurze Konversationen

(vergnüglich) zu lesen

(vergnüglich) nachzuspielen

(auch für Linkshänder)

Aus dem Niederländischen von

Sabine von der Misten

Vorwort

Während meiner Arbeit als Lehrer für Kunst und Kultur, Schauspiellehrer und Theaterregisseur habe ich oft (sehr) kurze passende Theaterstücke benötigt. Diese waren oft nur sehr schwer zu finden. Darum habe ich 110 (sehr) kurze Theaterstücke in Dialogform geschrieben, die man zum Beispiel im Schauspielunterricht oder als kleines Theaterstück bei kulturellen Veranstaltungen benutzen kann. Sie können auch als Übungsmaterial eingesetzt werden. Aber sie können natürlich auch einfach nur als Zeitvertreib gelesen werden. Die Dialoge sind nämlich ideale Literatur in Wartezimmern, Zügen und Bussen, um die nutzlose Wartezeit angenehm zu verbringen.

Ich hoffe, dass der Leser und die eventuellen Schauspieler viel Freude daran haben.

Bemerkungen zu den (sehr) kurzen Dialogen sind direkt oder über den Herausgeber immer willkommen.

Pierre Eggels

Zeven, Februar 2012

10 (sehr) kurze Heiratsanträge

1

Er: Willst du heiraten?

Sie: Ja, aber nicht dich.

2

Er: Willst du mich heiraten?

Sie: Nein, ich bin doch nicht verrückt.

Er: Warum?

Sie: Ich habe es doch jetzt gut.

3

Junger Mann:(spricht mit vielen Kaffee trinkenden undKäsekuchenessenden Leuten in einem Karstadt-Restaurant in einer großen Stadt)

Guten Morgen liebe Leute! Entschuldigt bitte, dass ich euch hier einfach so anspreche, aber ich brauche eure Hilfe. Genau vor einem

Jahr habe ich hier ein sehr liebes Mädchen kennengelernt, und seit der Zeit haben wir eine Beziehung. Ich liebe sie sehr. Ich will ihr, wenn sie gleich hierher kommt, einen Heiratsantrag machen. Und ich möchte das gern an dem Ort tun, wo ich sie zum ersten Mal gesehen habe. Würdet ihr bitte, wenn sie gleich ihr Jawort gibt, sehr laut jubeln und klatschen? Und diese Girlanden werfen?(Er teilt Girlanden aus.)

Vielen Dank schon mal!(Die Freundin kommt herein.)

Junger Mann: Liebe Susanne, es ist jetzt genau ein Jahr her, dass wir uns hier, im Karstadt-Restaurant, bei einer Tasse Kaffee und und einem leckeren Käsekuchen kennen gelernt haben. Ich liebe dich seitdem jeden Tag mehr. Darum möchte ich dich hier und jetzt fragen: Willst du mich heiraten?

Junge Frau: Bist du verrückt geworden? So etwas fragt man doch nicht, wenn so

viele fremde Leute dabei sind. Ich kenne die Leute doch gar nicht. Mach doch was du willst, und denKäsekuchenwill ich auch nicht mehr. Tschüs!

4

Er: Hallo

Sie: Hallo

Er: Ich weiß nicht wie ich es sagen soll.

Sie: Oh.

Er: Ich bin ein wenig schüchtern, du auch?

Sie: Eh, nein.

Er: Oh, du bist also eh... ein eher draufgängerischer Typ?

Sie: Eh, nein.

Er: Oh, nicht ein wenig schüchtern und auch nicht sehr draufgängerisch? Eh... Was denn sonst?

Sie: Extrem schüchtern.

Er: Zum Glück. Dann werde ich mich mal irgendwann trauen, um deine Hand zu anzuhalten.

Sie: Oh, ich hatte auf mehr gehofft. Naja, dann werde ich mal abwarten.

Er: Ja, eh... du wirst noch von mir hören, irgendwann.

Sie: Das ist gut. Dankeschön.

5

Er: Liebe Sophie, willst du mich heiraten?

Sie: Nein, Heinz. Ich bin noch nicht soweit.

Er: Aber das ist schon das dreiundvierzigste Mal, dass ich dich frage.

Sie: Ja, ich weiß. Frag nächstes Jahr doch noch einmal.

Er: Aber Sophie, dann werde ich schon 82!

6

Er: Willst du mich heiraten?

Sie: Ja, aber ich möchte in aller Stille heiraten.

Er: Warum in aller Stille? Ich hätte gern ein großes Fest.

Sie: Ich mag nicht den ganzen Tag im Mittelpunkt stehen.

Er: Aber wir lieben uns doch?

Sie: Ja.

Er: Und wir sind doch gut aufeinander eingespielt und sind auch schon ein paar Mal zusammen in Urlaub gewesen.

Sie: Ja.

Er: Und wir wohnen praktisch gesehen schon 2 Jahre beieinander. Du bist doch kaum mehr in deiner eigenen Wohnung?

Sie: Ja?

Er: Dann sind wir doch bereit?

Sie: Ja.

Er: Dann sind wir doch bereit zur Heirat?

Sie: Ja, aber dann in aller Stille.

Er: Oh nein. Ich will gerne ein großes Fest. Am liebsten in einem großen Zirkuszelt.

Sie: Nun, ich nicht. Und die Tatsache dass du ein Zirkuszelt willst sagt schon genug.

Er: Warum?

Sie: Du siehst das Eheleben dann sicher auch als eine Art Zirkus, und du bist dann sicher der Dompteur, der seine Frau zähmt. Oder du führst allerlei Kunststücke vor

und das am liebsten vor großem Publikum.

Darum wolltest du letztens am Strand sicher auch die Liebe betreiben, nur um ein Publikum zu haben. Darauf kickst du doch. Nun, nein danke, ich nicht. Wenn wir einmal heiraten und ich sage deutlich wenn, dann will ich es ernsthaft und romantisch. Und das geht nur in aller Stille.

Er: Was für ein Unsinn! Ich mache dir einen ernsthaften Heiratsantrag und du verspottest mich.

Sie: Ganz und gar nicht. Man heiratet schließlich nur einmal in Leben. Wenn alles gut geht. Und dann muss man sich alles gut überlegen.

Er: Wollen wir uns jetzt denn trennen?

Sie: Ja, das ist zu diesem Zeitpunkt die beste Lösung. Bis morgen.

Er: Ja Liebling, bis morgen.

7

Er: Willst du mich heiraten?

Sie: Schwierige Frage. Oder besser gesagt: leichte Frage, aber schwer zu beantworten.

Er: Die Antwort kann ganz einfach sein: ja. Oder eventuell: nein.

Sie: Ja, aber ich finde das ist alles etwas komplizierter.

Er: AH! Du hast „ja“ gesagt.

Sie: Ja, aber nicht als Antwort auf deine Frage. Mein „ja“ war eine Reaktion auf deine Bemerkung dass meine Antwort ganz einfach sein kann. Diese Art von „ja“ ist keine Antwort auf deine Frage ob ich dich heiraten will. Die Tatsache dass du das eine „ja“ nicht vom anderen „ja“ unterscheiden kannst macht die Antwort auf deine Frage für mich doch sehr kompliziert.

Er: Schatz, nochmals und in aller Deutlichkeit: Willst du mich heiraten? Ich bin auch mit einem komplizierten „ja“ zufrieden.

Sie: Ich möchte darüber noch eine Nacht schlafen.

Er: Bist du sicher? Das könnte eine schlaflose Nacht werden fürchte ich.

Sie: Das habe ich gerne für eine deutliche und ehrliche Antwort übrig. Ich kann vorläufig nicht mehr sagen als ein deutliches und entschlossenes „vielleicht“. Das muss vorläufig genügen.

Er: Nun, dann kann ich heute Nacht nicht schlafen.

Sie: Wollen wir diese schlaflose Nacht dann gemütlich zu zweit durchbringen?

Er: Wenn das die Antwort auf meine Frage nicht noch komplizierter macht, dann gerne.

8

Er: Ich traue mich beinahe nicht zu fragen, aber ich tue es trotzdem. Willst du zusammen mit mir für den Rest unseres Lebens etwas aufbauen?

Sie: Ja, natürlich. Für dich mache ich doch alles.

Er: Alles?

Sie: Alles!

Er: Jeden Tag für mich kochen?

Sie: Jeden Tag.

Er: Und für mich waschen?

Sie: Ja, auch für dich waschen.

Er: Sogar meine stinkenden Socken aufräumen?

Sie: Ja, sogar deine stinkenden Socken aufräumen.

Er: Und putzt du dann auch jede Woche mein Auto?

Sie: Nun, ich werde damit jede Woche durch die Waschanlage fahren.

Er: Das ist auch okay, Schatz. Und hast du denn noch Wünsche?

Sie: Ja, ich will mit dir ein paar süße Babys machen.

Er: Natürlich, dafür will ich auch jeden Tag trainieren.

Sie: Wollen wir heute Abend mit dem Training anfangen?

Er: Heute Abend? Das geht schlecht. Heute Abend sind Europameisterschaften im Boxen im Fernsehen.

Sie: Morgen dann?

Er: Nein, lieber nicht. Dann fangen die Europameisterschaften im Fussball an.

Sie: Und übermorgen?

Er: Nein, dann sind die Weltmeisterschaften noch im vollen Gange.

Sie: Und der Tag danach?

Er: Nun, das glaube ich nicht. Meistens brauche ich einen Tag um mich von all dem Sport zu erholen. Ich gehe dann immer früh schlafen.

Er: Wann passt es denn mal?

Er: Das werden wir dann noch sehen.

Sie: Ich glaube, ich werde mir dann einen anderen Trainingspartner suchen.

9

Er: Darf ich etwas fragen?

Sie: Warum fragst du ob du etwas fragen darfst? Das machst du sonst doch auch nicht.

Er: Aber ich will etwas ganz Besonderes fragen.

Sie: Und wo liegt die Grenze zwischen besonders und nicht besonders? Als du mich in der vollen Straßenbahn küsstest, fand ich das sehr besonders. Das hast du auch getan ohne mich zu fragen.

Er: Hätte ich das machen sollen?

Sie: Nein, ich fand es erregend dass du mich so intim geküsst hast vor all den Menschen. Ich hätte hinterher beinahe einen Applaus erwartet. Genau wie im Film.

Er: Soll ich meine Frage dann ein anderes Mal stellen? Zum Beispiel wenn wir am Samstag im vollen Theater sitzen?

Sie: Nein, solange kann ich nicht warten.

Er: Soll ich dann doch mal nachher...

Sie: Nein, jetzt!

Er: Willst du mich heiraten?

Sie: Ich hatte eine viel spannendere Frage erwartet.

Er: Soll ich die Frage wiederholen?

Sie: Nein. Ja.

Er: Für welche Frage gilt das „ja“?

Sie: Für den Heiratsantrag natürlich. Ich hatte die Frage allerdings schon vor einem Jahr erwartet.

Er: Küsschen?

Sie: Nein, nicht wenn du darum fragst. Einfach tun!

10

Er: Ja? Willst du?

Sie: Tja.

Er: Also ja?

Sie: Das habe ich nicht gesagt.

Er: Du hast „tja“ gesagt. Das ist ein ja mit einem T.

Sie: Aber so habe ich es nicht gemeint. „Tja“ bedeutet dass ich es noch nicht weiß.

Er: Dann kannst du das doch sagen, aber nicht „tja“.

Sie: Liebling, diese Diskussion zeigt, dass wir noch nicht soweit sind.

Er: Das ist eine zu schnelle Schlussfolgerung.

Sie: Findest du.

Er: Und ich habe immer Recht.

Sie: Siehst du, das zeigt dass wir noch nicht soweit sind.

Er: Warum?

Sie: Dann willst du, wenn wir verheiratet sind auch immer Recht haben. Und da mache ich nicht mit.

Er: Also ist die Antwort Nein.

Sie: Das habe ich nicht gesagt. Ich will „ja“ sagen, aber nicht, koste es was es wolle. Stelle die Frage doch noch einmal, aber dann ein wenig anders.

Er: Schatz, willst du mich heiraten, wenn ich dir verspreche nicht immer Recht zu haben?

Sie: Ja.

10 (sehr) kurze absurde Gespräche

1

Person X: Lieben Sie Tiere auch so sehr?

Person Y: Ja, vor allem Katzen, Hunde weniger.

Person X: Ich liebe gerade die Hunde sehr, und habe einen ausgesprochenen Hass auf Fische. Die können nämlich nie ihr Maul halten.

2

Person A: Hallo

Person B: Auf Wiedersehen.

Person A: Aber ich gehe noch nicht weg. Im Gegenteil: Ich bin gerade erst hier angekommen.

Person B: Na dann, herzlich willkommen.

Person A: Ich möchte eigentlich lieber nicht herzlich willkommen sein. Das ist viel interessanter.

Person B: Wie Sie wollen: Hau ab! Mach das du weg kommst! VERSCHWINDE!

ABHAUEN! VERDUFTE! VERZIEH DICH!

Person A: Geht das nicht etwas freundlicher?

Person B: Sie haben es doch so gewollt.

Person A: Gar nicht wahr.

Person B: Doch. Sie wollten doch nicht willkommen sein.

Person A: Ja, aber ich wollte nur subjektiv nicht willkommen sein, also von meiner Seite aus gesehen. Objektiv gesehen, also von Ihrer Seite aus gesehen lege ich großen Wert darauf, um herzlich willkommen geheißen zu werden.

Person B: Also, wenn ich das richtig verstehe, wollen Sie einerseits wohl und andererseits nicht. Aber dann sind Sie bei mir doch nicht an der richtigen

Adresse. Vielleicht können Sie sich besser an meinen Nachbarn wenden.

Der ist ein gegensätzlicherer Typ und kann ihnen damit besser zu Diensten sein.

Person A: Vielen Dank. Ist es der linke oder der rechte Nachbar?

Person B: Keiner von beiden, es ist der Nachbar gegenüber.

3

Person C: Warum gucken Sie so komisch? Hab ich etwa etwas von ihnen an?

Person F: Allerdings! Das ist meine Jacke.

Person C: Mein Kompliment für Ihren guten Geschmack. Die Jacke steht mir gut, nicht wahr? Vielen Dank und noch einen schönen Tag.

Person F: Vielen Dank für das Kompliment. Über den schönen Tag möchte ich noch folgendes sagen: Ihr Tag ist angenehmer als meiner nehme ich an. Ich hoffe also dass ich sie nochmals an einem für mich angenehmeren Tag treffe. Mit Jacke selbstverständlich.

Person C: Das werde ich mir zu gegebener Zeit nochmal überlegen. Vielleicht auf ein Wiedersehen.

Person F: Ja, auf Wiedersehen. Und nehmen Sie ruhig ihre Frau Mutter mit.

4

Person D: Haben Sie etwas gesagt?

Person H: Nein.

Person D: Dann habe ich doch richtig gehört.

5

Person AB: Man sieht so etwas immer öfter.

Person BC: Was sieht man immer öfter?

Person AB: Das Leute total ihren Kopf verlieren.

Person BC: Ja, ich mag so etwas gern.

Person AB: Ja, ich auch. Ganz besonders weil es immer ausgeprägter wird.

Person BC: Wie zum Beispiel?

Person AB: Letztens habe ich jemanden gesehen, der hat so seinen Kopf verloren, dass nur noch die Augen zu sehen waren.

Person BC: Nun, ich hab auch mal was ganz besonderes gesehen. Eine junge Frau