Meister Eckharts mystische Schriften (Predigten, Traktate, Sprüche) - Meister Eckhart - E-Book

Meister Eckharts mystische Schriften (Predigten, Traktate, Sprüche) E-Book

Meister Eckhart

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Beschreibung

In "Meister Eckharts mystischen Schriften" entfaltet der bedeutende deutsche Mystiker und Theologe Meister Eckhart eine tiefgreifende Analyse des inneren Lebens und der Beziehung des Menschen zu Gott. Mit einem herausragenden literarischen Stil, der sowohl poetische als auch philosophische Elemente kombiniert, bearbeitet Eckhart komplexe Themen wie das Wesen Gottes, die Seele und die Mystik des Seins. In seinen Predigten, Traktaten und Sprüchen gelingt es ihm, universelle spirituelle Einsichten in eine zugängliche Form zu bringen, die weiterhin Leser und Denker über Jahrhunderte inspiriert. Sein Werk ist eingebettet in den Kontext der spätmittelalterlichen Mystik und bietet eine Brücke zwischen theologischen Lehren und persönlichen Erfahrungen der Gottesschau. Meister Eckhart, geboren um 1260 in Thüringen, war ein dominikanischer Mönch, dessen Denken stark von der Christlichen Mystik und Neoplatonismus geprägt ist. Sein Leben war der Suche nach tieferer Gotteserfahrung gewidmet, und er war bekannt für seine kritische Auseinandersetzung mit den dogmatischen Strukturen seiner Zeit. Eckhart war nicht nur ein herausragender Prediger, sondern auch ein bedeutender Philosoph, dessen Schriften oft an der Grenze zur Häresie standen, was seine revolutionäre Denkweise unterstreicht. Dieses Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für Mystik und Spiritualität interessieren. Es lädt die Leser ein, Eckharts transzendentalen Gedanken nachzuvollziehen und darüber hinaus die eigene Beziehung zu Gott zu reflektieren. Seine einzigartigen Einblicke und tiefgründigen Erklärungen werden nicht nur das Wissen erweitern, sondern auch das Herz berühren. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine umfassende Einführung skizziert die verbindenden Merkmale, Themen oder stilistischen Entwicklungen dieser ausgewählten Werke. - Ein Abschnitt zum historischen Kontext verortet die Werke in ihrer Epoche – soziale Strömungen, kulturelle Trends und Schlüsselerlebnisse, die ihrer Entstehung zugrunde liegen. - Eine knappe Synopsis (Auswahl) gibt einen zugänglichen Überblick über die enthaltenen Texte und hilft dabei, Handlungsverläufe und Hauptideen zu erfassen, ohne wichtige Wendepunkte zu verraten. - Eine vereinheitlichende Analyse untersucht wiederkehrende Motive und charakteristische Stilmittel in der Sammlung, verbindet die Erzählungen miteinander und beleuchtet zugleich die individuellen Stärken der einzelnen Werke. - Reflexionsfragen regen zu einer tieferen Auseinandersetzung mit der übergreifenden Botschaft des Autors an und laden dazu ein, Bezüge zwischen den verschiedenen Texten herzustellen sowie sie in einen modernen Kontext zu setzen. - Abschließend fassen unsere handverlesenen unvergesslichen Zitate zentrale Aussagen und Wendepunkte zusammen und verdeutlichen so die Kernthemen der gesamten Sammlung.

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Meister Eckhart

Meister Eckharts mystische Schriften (Predigten, Traktate, Sprüche)

Bereicherte Ausgabe. Einblick in die göttliche Mystik des 14. Jahrhunderts
In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen
Bearbeitet und veröffentlicht von Good Press, 2023
EAN 8596547795582

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Historischer Kontext
Synopsis (Auswahl)
Meister Eckharts mystische Schriften (Predigten, Traktate, Sprüche)
Analyse
Reflexion
Unvergessliche Zitate

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Diese Werksammlung vereint zentrale mystische Schriften Meister Eckharts und macht sie in einem klar gegliederten Rahmen zugänglich. Unter dem Titel „Meister Eckharts mystische Schriften (Predigten, Traktate, Sprüche)“ werden Kerntexte zusammengeführt, die sein Denken und seine geistliche Praxis in exemplarischer Breite erkennen lassen. Das Vorwort skizziert Ziel und Anlage der Edition, die Teile I–III ordnen das Material nach Gattungen: Predigten, Traktate sowie Fragmente und Sprüche. Die Zusammenstellung richtet sich an Leserinnen und Leser, die Eckhart systematisch kennenlernen oder wiederentdecken möchten, ohne den Zusammenhang seiner verschiedenen Ausdrucksweisen zu verlieren, und sie betont die innere Verwandtschaft von Lehre, Seelsorge und Kontemplation.

Die Predigten dokumentieren Eckharts Wirken als geistlicher Redner. Sie entstanden aus konkreten Anlässen und sprechen Gemeinschaften unmittelbar an; ihr Duktus ist lebendig, argumentativ und zugleich seelsorglich. Die Traktate entfalten zentrale Gedanken in ruhigerer, durchgearbeiteter Form und zeigen die Nähe zur scholastischen Schulung des Autors. Die unter Fragmente und Sprüche versammelten Stücke bewahren kürzere, teilweise nur bruchstückhaft überlieferte Aussagen, die das Gedankengefüge in prägnanten Wendungen bündeln. Zusammen ergeben diese Textsorten ein Panorama, das sowohl die performative Kraft der Rede als auch die systematische Reflexion und die zugespitzte Verdichtung mystischer Einsicht erkennbar macht.

Verbindend ist das große Thema der inneren Wandlung: die Einübung einer Haltung, die das Denken, Wollen und Fühlen auf das Göttliche ausrichtet. Immer wieder geht es um Sammlung des Geistes, um Loslösung von Bindungen, um Armut als Freiheit und um das Erwachen einer inneren Gegenwart. Eckhart beschreibt diesen Weg nicht als Rückzug aus der Welt, sondern als Vertiefung der Weltbegegnung aus einer neuen Mitte. Seine Texte führen in Spannungen, die fruchtbar werden: Nähe und Unendlichkeit, Ruhe und Bewegung, Wissen und Nichtwissen. In dieser Spannung entdeckt er jene Freiheit, die zur reinen Aufmerksamkeit und zu tätiger Liebe befähigt.

Stilistisch verbindet Eckhart begriffliche Präzision mit bildreicher Rede. Er arbeitet mit Paradoxien, die zum Weiterdenken anregen, und mit Metaphern aus Alltag, Natur und liturgischer Praxis. Aus seiner philosophisch-theologischen Schulung bezieht er die Strenge der Unterscheidung und die Geduld des Argumentierens; aus der Predigtpraxis gewinnt er Anschaulichkeit und eine dynamische Dramaturgie. Charakteristisch ist die Bewegung vom vertrauten Bild zur überraschenden Umdeutung. Das erzeugt eine Sprache, die weniger fertige Antworten liefert als Wege öffnet. Ihre Klarheit gründet nicht im Vereinfachen, sondern im Durchhalten von Tiefe und Ambivalenz, sodass Gedanken zu inneren Erfahrungen reifen können.

Eckhart schreibt und spricht an unterschiedlichen Adressatenkreisen: an Ordensgemeinschaften, geistlich Suchende und gebildete Laien. Er wechselt souverän zwischen didaktischer Belehrung, meditativer Anleitung und philosophischer Betrachtung. Dabei zeigt sich, wie sehr sein Denken aus der Praxis lebt: Lehre und Seelsorge sind aufeinander bezogen. Die Predigten reagieren auf Hörerinnen und Hörer, die Traktate ordnen, was sich im Gespräch bewährt hat, und die kurzen Sentenzen halten Einsichten fest, die Orientierung geben. So entsteht ein Netzwerk von Motiven, das sich immer wieder neu verschränkt und zugleich auf ein Zentrum hin konzentriert: die Ausrichtung des Lebens auf die göttliche Wahrheit.

Die anhaltende Bedeutung dieser Schriften liegt in ihrer Fähigkeit, zeit- und konfessionsübergreifend zu sprechen. Sie geben Werkzeuge der Unterscheidung an die Hand, ohne die Komplexität menschlicher Erfahrung zu verkürzen. Leserinnen und Leser finden darin Anregungen zu Selbstprüfung, Freiheit des Geistes und verantwortlichem Handeln. Zugleich erweisen sich die Texte als Brücke zwischen Spiritualität, Theologie und Philosophie: Sie bieten eine Sprache, in der Denken und Beten einander nicht ausschließen. Dass Eckharts Gedanken bis heute in religiösen, literarischen und philosophischen Diskursen lebendig sind, verdankt sich dieser offenen, dialogfähigen Gestalt seiner Mystik und ihrer Wirklichkeitserfahrung.

Die Gliederung der Sammlung erlaubt unterschiedliche Wege der Annäherung. Wer das rhetorische Profil sucht, beginne mit den Predigten und achte auf ihre innere Bewegung. Wer Systematik bevorzugt, finde in den Traktaten konzentrierte Darlegungen. Die Fragmente und Sprüche bieten Impulse für kurze, wiederholte Lektüren. Zusammen zeigen sie Vielfalt in Einheit: dass ein und derselbe Gedanke im gesprochenen Wort, in der Abhandlung und in der Sentenz andere Resonanzen gewinnt. Diese Edition lädt dazu ein, langsames Lesen zu kultivieren, Worte zu prüfen und in Stille nachklingen zu lassen, damit die Einsicht sich nicht nur kundtut, sondern verwandelt.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Die mystischen Schriften Meister Eckharts entstanden um 1290–1328, in einer Epoche tiefgreifender Umbrüche: Die Bettelorden hatten die Seelsorge in die schnell wachsenden Städte getragen, die Universitätstheologie erreichte ihren scholastischen Höhepunkt, und das Papsttum verlagerte 1309 seinen Hof nach Avignon. In diesem Spannungsfeld stehen Predigten, Traktate und Sprüche derselben geistigen Bewegung: die Geburt Gottes in der Seele, radikale Abgeschiedenheit und die Einheit von kontemplativem Erkennen und tätigem Leben. Die Sammlung spiegelt einen Autor, der zugleich Ordensgelehrter und Volksprediger war und deshalb zwischen lateinischer Disputation und deutscher Verkündigung zu vermitteln suchte, bewusst.

Intellektuell wurzeln Eckharts Gedanken in der Hochscholastik von Paris und Köln. Er übernimmt aristotelische Begriffe über Thomas von Aquin, rezipiert Augustinus’ Innerlichkeit und Pseudo-Dionysius’ negative Theologie. Daraus formt er eine kühne Metaphysik des Seelengrundes, in dem „Gottesgeburt“ geschieht. Seine deutsche Terminologie – Gelassenheit, Abgeschiedenheit, Bild und Grund – übersetzt lateinische Kategorien in Erfahrungsnähe. Die Predigten entfalten diese Lehre exemplarisch und pastoral, die Traktate präzisieren sie argumentativ, die Sprüche verdichten sie aphoristisch. Die geistige Konstellation erklärt, warum viele seiner Formulierungen zugleich systematisch geschult und paradox zugespitzt sind und deshalb sowohl Faszination als auch Misstrauen weckten.

Biografisch prägen Ämter und Orte die Entstehung: Eckhart wirkte als Prior in Erfurt, als Lektor und zweimal als magister regens an der Universität Paris (um 1302/03 und 1311–1313), als Provinzial in sächsischen Gebieten und später als Lehrer am Kölner Studium. Stationen in Straßburg (um 1313–1316) brachten ihn in engen Austausch mit Frauenklöstern und Beguinenhäusern. Diese Milieus verlangten deutsche Predigten, die anspruchsvolle Theologie in Seelsorge übersetzen. Gleichzeitig blieb er in die Studienarbeit der Dominikaner eingebunden, deren Predigtideal – scientia cum caritate – seine Texte trägt. Die Doppeladressierung an Gelehrte und Laien erklärt den wechselnden Ton zwischen scholastischer Präzision und existenzieller Dringlichkeit.

Gesellschaftlich verschoben Urbanisierung, Handel und neue Frömmigkeitspraktiken das religiöse Leben am Rhein und in Thüringen. Die wachsende Laienbildung, Hausgemeinschaften religiöser Frauen und städtische Brüderschaften verlangten nach innerer Wegweisung, die jenseits monastischer Klausur praktikabel war. Krisen wie die Große Hungersnot 1315–1317 und unsichere Herrschaftsverhältnisse nach der Doppelwahl von 1314 verstärkten das Bedürfnis nach Trost und Sinn. Eckharts Konzeption einer Freiheit im innersten Grund der Seele – unabhängig von äußeren Wechselfällen – antwortet darauf. Traktate wie das „Buch der göttlichen Tröstung“ zeigen, wie politische, wirtschaftliche und persönliche Verluste in eine Schule der Gelassenheit und verantwortlichen Tat gedeutet werden konnten.

Kirchenpolitisch verschärfte sich die Kontrolle über mystische Redeweisen. Das Konzil von Vienne (1311/12) verurteilte Irrlehren im Umfeld von Begarden und Beginen, und seit 1309 prägte die Avignoner Kurie die Verfahren gegen Verdachtsfälle. Eckharts paradoxe Aussagen zur Vergöttlichung des Menschen, zur Armut im Geist und zur Transzendierung geschaffener Bilder gerieten so in ein Klima erhöhter Wachsamkeit. Seine Predigten und Traktate bemühen sich, kühne Intuitionen mit dogmatischen Unterscheidungen abzusichern – etwa durch Rückgriff auf Autoritäten oder durch sorgfältige Definitionen. Dennoch konnten Formeln, die im Hörsaal präzise waren, in der Volksrede missverstanden werden und kirchliche Anstoßnahme provozieren.

Der Konflikt kulminierte in Köln, wo Verfahren gegen Eckhart 1326/27 eröffnet wurden; der zuständige Erzbischof Heinrich von Virneburg ließ Aussagen prüfen. Eckhart appellierte an den Heiligen Stuhl und erklärte, Irrtümer nur der Formulierung, nicht der Intention, zuzuschreiben. Nach seiner mutmaßlichen Todeszeit um 1327/28 erklärte Papst Johannes XXII. 1329 in der Bulle In agro dominico eine Reihe von Sätzen aus Eckharts Schriften für irrig oder verdächtig. Die Wirkung war ambivalent: Sie bremste offizielle Rezeption, förderte aber zugleich die handschriftliche Weitergabe in vertrauten Kreisen, wo Predigten, Traktate und Sprüche als geistliche Schule der inneren Läuterung geschätzt blieben.

Aus diesem Umfeld gingen Schülerinnen und Schüler hervor, die Eckharts Anliegen in veränderter Sprache fortführten: Johannes Tauler, Heinrich Seuse und Kreise der sogenannten Gottesfreunde trugen eine rheinisch-deutsche Mystik ins spätere 14. Jahrhundert. Die Spannungen zwischen Amtskirche und mystischer Rede blieben präsent, doch verschoben sich Akzente zu seelsorglicher Anleitung. Humanisten und Theologen der Frühneuzeit rezipierten einzelne Motive, während erst das 19. Jahrhundert – mit Editionen etwa durch Franz Pfeiffer – Eckhart als Klassiker des Deutschen neu entdeckte. Diese Rückkehr in die Öffentlichkeit prägte moderne Sammlungen, die Predigten, Traktate und Sprüche als zusammengehörige Ausdrucksformen eines einheitlichen Denkens präsentierten.

Die Formen der Sammlung spiegeln ihre Entstehungsbedingungen. Predigten sind meist vor städtischem und klösterlichem Publikum gehaltene Lehrreden, nachträglich redigiert und verbreitet. Traktate antworten auf konkrete Anfragen, seelsorgliche Konflikte oder politische Umstände und verbinden Trost mit theologischer Begründung. Sprüche verdichten Lehrgedanken zu erinnerbaren Sentenzen, wie sie im Unterricht und in Klöstern kursierten. Die Bilingualität – lateinische Schultexte und deutsche Verkündigung – erleichterte breite Wirkung, verstärkte aber auch Interpretationsrisiken. Überlieferung in Handschriften aus Erfurt, Straßburg, Köln und darüber hinaus führte zu Varianten, die moderne Herausgeberinnen und Herausgeber bei der Ordnung dieser Sammlung berücksichtigen mussten.

Synopsis (Auswahl)

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Rahmt die Sammlung, indem es das Ringen um unmittelbare Gottesnähe, die Innerlichkeit des Weges und die Übung der Abgeschiedenheit als Leitfragen markiert.

Der Ton ist einladend und klärend; es bereitet auf eine zugleich biblisch-exegetische und erfahrungsgesättigte Redeweise vor, in der Paradox und Umwertung zentrale Rollen spielen.

I. Predigten

Schriftnahe Ansprachen, die den Hörenden durch Auslegung und seelsorgerliche Zuspitzung in den Durchbruch der Seele zu Gott führen wollen.

Dringlich und bildreich, arbeiten sie mit kühnen Paradoxien und alltäglichen Metaphern, um Gelassenheit, Armut im Geist und die Geburt Gottes in der Seele als gelebte Praxis zu erschließen.

II. Traktate

Systematischere Abhandlungen, die die in den Predigten entfalteten Einsichten begrifflich ordnen und die innere Logik des mystischen Weges nachzeichnen.

Der Ton ist argumentativ und meditativ zugleich; Unterscheidungen aus scholastischer Denktradition stützen Lehren zu Grund der Seele, Nichtwissen und ethischer Entäußerung.

III. Fragmente und Sprüche

Kurztexte und Splitter, in denen zentrale Einsichten maximal verdichtet erscheinen und als Merksätze oder Denkanstöße wirken.

Lakonisch und pointiert, setzen sie auf scharf geschnittene Paradoxien, die das Lassen gegenüber dem Machen, das Nichts gegenüber dem Etwas und den inneren Funken der Seele profilieren.

Übergreifende Leitmotive und Stil

Wiederkehrend ist die Bewegung vom Tun zum Lassen, von Bildern zum Grund, von Wissen zum wissenden Nichtwissen—eine dynamische Entleerung, die Raum für Gottesgeburt schafft.

Stilistisch prägen paradoxe Wendungen, Umkehrungen gewohnter Werte und die Verflechtung von Bibelauslegung und Philosophie alle Teile; die Formen reichen vom performativen Predigtton über die strenge Argumentation bis zur lapidaren Sentenz.

Meister Eckharts mystische Schriften (Predigten, Traktate, Sprüche)

Hauptinhaltsverzeichnis
Vorwort.
I. Predigten.
II. Traktate.
III. Fragmente und Sprüche.

Vorwort.

Inhaltsverzeichnis

Mit der Freiheit, die Liebe und Verehrung gibt, habe ich in dieser Ausgabe der Mystischen Schriften Meister Eckharts alles weggelassen, was uns nichts sagt. Meister Eckhart ist zu gut für historische Würdigung; er muss als Lebendiger auferstehen.

Johann Eckhart oder Eckehart ist zwischen 1250 und 1270 wahrscheinlich in Hochheim bei Gotha geboren. Er war Prior des Dominikanerordens in Erfurt und Vikar in Thüringen; 1300 an der Pariser Universität; 1304 Provinzialprior von Sachsen, 1306 Generalvikar von Böhmen, 1314 Magister und Professor der Theologie in Straßburg, später in Köln, 1317 wird er nach Frankfurt versetzt. 1326 leitet der Kölner Bischof v. Ochsenstein den Inquisitionsprozess gegen ihn ein; er appellierte an den Papst und beeilte sich 1327 zu sterben. 1329 erschien eine päpstliche Bulle, in der 26 Sätze Eckharts als ketzerisch verdammt wurden.

Die Lehrer, auf die er sich hauptsächlich stützt, sind: Dionysius Pseudareopagita, Augustinus, Thomas von Aquino; vermutlich hat er auch die verbotenen Schriften des Scotus Erigena gekannt. Durch Dionysius berührt er sich mit den Lehren der Neuplatoniker. Thomas und der ganze Geist seiner Zeit verbindet ihn mit den „Realisten“, so dass er wie sie die letzten und leersten Abstrakta für konkrete Dinge hält. Anderseits bringt ihn aber das auch dazu, die Gattung und Art als eine höhere Wirklichkeit anzusehen als die Individuen; so hat er starke Vorahnungen — trotz ganz primitiver Naturkenntnisse — der Theorien, die teils infolge, teils entgegen den Lamarck-Darwinschen Aufstellungen bei uns im Werden sind.

Er ist ebenso sehr Erkenntnistheoretiker und Kritiker als Mystiker. Er ist Pantheist, aber fast im umgekehrten Sinne als das, was man seit Spinozas Wiedererweckung darunter versteht. Dieser letztere Pantheismus löst — nicht im Sinne Spinozas freilich — den Gottesbegriff in der materiellen Welt auf; Eckhart dagegen löst die Welt und den Gott in dem auf, was er manchmal Gottheit nennt, was unaussprechbar und unvorstellbar ist, was aber jedenfalls etwas jenseits von. Zeit, Raum und Individualisierung und etwas Seelenhaftes ist. An die Stelle des Dinges setzt er eine psychische Kraft; an Stelle von Ursache und Wirkung ein Fließen. Sein Pantheismus ist Panpsychismus; zugleich aber erklärt er, nicht zu wissen, was die Seele sei. Seine Mystik ist Skepsis; freilich aber auch umgekehrt.