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In der Buchreihe " Dreissigminuten Krimis für Unterwegs" erscheint dieser erste Band. Auf dem Früchtegrossmarkt erfolgen drei Mordfälle welche im Zusammenhang mit dem Melonenhandel aus Italien zu stehen scheinen.
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Seitenzahl: 25
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Massimo E. Rufini
Melonenkrieg
Commissario DiPietros Erster Fall
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Inhaltsverzeichnis
Titel
1 Auf dem Grossmarkt
2 Gino‘s Tod
3 Montalbergo
4 Ein Brief hilft weiter
5 Die Contessa
6 Anna
7 Wieder zu Hause
Impressum neobooks
Es war frühmorgens auf dem Früchte- und Gemüsegrossmarkt, als einem lauten Schrei des Entsetzens eine Hasstirade an italienischen Flüchen folgte.
Der Lärm kam aus der Ecke der Früchtehändler. Die Hände ringend und laut schimpfend deutete ein anklagender Finger, gefolgt von wütenden Blicken, auf einen in sich zusammengestürzten Melonenturm.
Überall lagen geplatzte Wassermelonen aus Italien herum und Gino, der Händler, stampfte mit seinen Gummistiefeln im Fruchtfleischmatsch herum. Dies tat er zehn Minuten lang, bis genug Publikum herumstand, und dann, als alles gebannt auf ihn hin starrte, hob er ein Brett an und ein blutverschmierter Arm kam zum Vorschein, sowie noch fliessendes Blut, das sich mit dem roten Saft der Wassermelonen vermischte.
“Da müssen wir nicht lange graben, um zu wissen, wieso so viel Blut fliesst!“ sagte Commissario Sondrino DiPietro vom Morddezenat. “Ich sage Ihnen“, sprach er weiter und meinte damit seinen Untergebenen Fabio Sevieri zu informieren: “Viel Blut bedeutet Schnitte in den Bauch und Schnitte im Halsbereich, so, dass das Opfer auch wirklich schön ausblutet!
Ich tippe auf Vendetta - schon wieder - das zweite Mal seit meinen letzten Ferien in Süditalien dieses Jahr. Aber völlig langweilig und zum Kotzen!“ „Ja, Chef,“ antwortete ihm Sevieri. “Wieder die gleiche Handschrift. Man könnte meinen, sie machten mit den Leuten Harakiri.“ „Para? Was?“ antwortete ihm DiPietro gedankenverloren. „Harakiri oder Sepuku! Zuerst tiefe Bauchschnitte, damit alles heraushängt, und dann noch die zwei Halsschnitte, ganz klassisch, so, wie sie vorhin andeuteten.“
„Aha!“ meinte DiPietro. „Denken Sie etwa an die japanische Mafia? Hier bei uns? Ich sehe nirgendwo einen Japaner. Ich frage mich nur, wieso immer bei Gino - also doch die italienische Mafia?“
Er brummte leise etwas vor sich hin und wandte sich dann ab.
„Ob nun Mafia aus dem Land des Sonnenaufganges, oder Mafia aus dem Land der untergehenden Sonne, ich habe jetzt Durst und brauche einen Cappuccino bei „Da Mario“, sagte DiPietro dann. „Wir müssen ohnehin den Gerichtsmediziner und die Spurensicherung abwarten.“ „Gut, gehen wir!“ antwortete Sevieri. „Bis später“ rief er in die Zuschauermenge, worauf sich diese langsam auflöste.
In der Bar “Da Mario” sassen sich DiPietro und Sevieri vorerst stumm gegenüber.“ Verflucht!“ brach es aus DiPietro nach einer längeren Pause heraus. “Ja, verflucht!“, echote Sevieri. „Der zweite Fall und noch immer keine sachdienlichen Hinweise. “Jedes mal jedoch die gleichen Schnitte. Scheint mir immer dieselbe Person zu sein. Möglicherweise aber auch nicht, vielleicht wird sie kopiert.“
DiPietro schlürfte laut seinen zweiten Cappuccino. Er konnte Espresso nicht leiden. Zur Zeit ebenso wenig Sevieri. Diesen übereifrigen Partner, welcher wohl nur so aktiv war, um möglichst rasch an seinen Posten zu kommen.
„
