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Paris und die Liebe passen zusammen wie Butter und Toast - solte man zumindest glauben. Aber auch hier in Paris ist es gar nicht so einfach DEN Mann fürs Leben zu finden. Marie hatte die Suche schon fast aufgegeben. In ihrer WG ist sie die pummeligste von den Mädels, und auch so scheint sie viel zu schüchtern zu sein. Aber was wenn ER ganz unverhofft um die Ecke kommt?
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Seitenzahl: 131
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Sandra Borchert
Mensch Marie
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Paris, große Liebe inklusive
Marie
Uni, Freunde und die üblichen Probleme
Unerwartete Ereignisse
Marie, beste Freundin und Seelentröster
Rom
Fortschritte
Eltern
Fickfreundin
Weihnachten
Ferien
Auszeit
Wendungen
Entscheidungen
Schicksal
Vorsätze
Erfüllungen
Impressum neobooks
HI! Mein Name ist Marie Jeanette de Saint Antoine! Ich bin ein ganz gewöhnliches Mädchen. Nicht besonders schön, nicht besonders schlank und nicht besonders geschickt. Seit einem Jahr lebe ich in Paris. Eigentlich komme ich aus Montreal, aber es zog mich schon immer zu der schönen Stadt an der Seine. Was ich hier mache? Ich studiere BWL. Schon seit zwei Semestern. Meine Wohnung liegt in dem Künstlerviertel Montmartre. Dort gibt es die preiswertesten Zimmer und das Nachtleben ist einfach traumhaft.
Zugegeben, als ich hierher kam, war das alles ein wenig anders. Ich ging jeden Tag von 9 Uhr bis 14 Uhr zur Uni, danach ging ich auf den Gemüsemarkt und später in die Wohnung. Da lümmelte ich mich auf das Sofa und träumte vor mich hin oder sah fern. Mein Zimmer ist in einem wunderschönen Altbau. Von hier aus, kann man die Marktschreier hören oder abends die Straßenmusikanten. Sie singen immer von der großen Liebe. Tja, auch ein Grund nach Paris zu gehen. Wer hier nicht die große Liebe findet, findet sie nirgendwo. Jedenfalls blieb ich nicht lange in meiner Wohnung allein. Drei Monate nach mir, zog Denise ein. Wir gründeten also eine WG und hörten ab sofort gemeinsam dem armen Poeten zu, der über uns jeden Abend von seiner gestohlenen Liebe zu einer Prostituierten sang. Naja, das war mehr schlecht als recht, aber es war unterhaltend. Es ist erstaunlich wie sehr sich die Stimme nach sechs Wodka verändert.
Das machten wir aber nicht lange, denn bald entdeckte Denise das Pariser Nachtleben und ich zwangsläufig mit ihr. Denise machte eine Lehre als Designerin und hatte jeden Abend immer ausgeflippteren Ideen für Klamotten, die sie natürlich alle an mir ausprobieren musste. So ging ich natürlich immer wie ein abgeschossener Fesselballon aus dem Haus. Egal, Denise gefiel es und den Parisern anscheinend auch!
So eroberten wir nun also das Pariser Nachtleben. Wir gingen in die besten Discotheken und Kneipen und flirteten mit den angesagtesten Typen.
Der Tagesablauf war plötzlich nicht mehr der gleiche. Ich ging zwar immer noch bis 15 Uhr zur Uni, aber danach ging es öfter mal ins Kino oder in die Bars und nicht selten kamen wir mitten in der Nacht total besoffen nach Hause. Der nächste Tag war dann natürlich die Hölle. Und genau an so einem Tag lernte ich einen unheimlich süßen Typen kennen. Ich ging wie immer in die Boulangerie „Chez Pierre“ um Frühstück zu kaufen, da ich es wie immer nicht geschafft hatte zu frühstücken. Er saß neben mir am Tresen und trank einen Café au lait während ich auf mein belegtes Baguette wartete. Er sah richtig toll von der Seite aus. Er hatte dunkle Haare, grüne Augen und ein wunderschönes Gesicht. Ich war ziemlich in Eile und deshalb habe ich auf mehr nicht geachtet, er sollte allerdings schon eine bleibende Erinnerung an mich erhalten, denn als ich nach meiner Bestellung griff, stieß ich ihn versehentlich so an, dass er seinen Kaffee über seinen Anzug schüttete. Ich hätte mich ja gerne noch entschuldigt, aber als er mich so ansah brachte ich kein Wort heraus und stotterte nur irgend etwas. Fluchtartig und mit hochrotem Kopf verließ ich die Boulangerie. Auf der Straße stieß ich einen leisen Schrei aus, weil ich mich so über mich ärgerte. Der Tag war versaut und dabei schien doch die Sonne so schön und der Himmel war schön blau. Viel zu blau für den März. Total gefrustet stieg ich in die Metro und fuhr weiter zur Uni! Dort warteten schon meine drei besten Freunde Therese, Erique und Kathrine auf mich. Wir unternahmen immer viel miteinander. Sie versuchten stets mich zu verkuppeln, aber das klappte natürlich nie. Wie sollte es auch! Therese versuchte stets mir einen Millionär zu angeln, Enrique zog immer nur Sozialpädagogikstudenten an Land und Katherine schleppte stets verheiratete Typen an. Alle drei waren jedoch mehr oder weniger glücklich vergeben.
Aus Frust wollten sie mich nun an den Mann bringen. Das war jedoch einfacher gesagt als getan! Was Männer anging war ich schon immer ein Spätzünder. Oder jedenfalls weniger interessiert als andere. Früher hat sich auch nie wirklich ein Typ für mich interessiert und wenn das jetzt einer tut, dann werde ich rot wie eine Tomate und rede kompletten Unsinn. Das geschah leider sehr häufig! In der Uni liefen auch ganz süße Typen rum. Mein großer Schwarm hieß Henri. Leider war er ein eiskaltes Arschloch, aber dafür ein verdammt süßes. Seine Eltern waren in der Computerbranche und schwerreich! Also lief er natürlich auch nur in Armani rum und sprach ziemlich geschwollen. Aber dieser Anblick entschuldigte alles. Ich hatte mal wieder eine Vorlesung in Rechnungswesen. Dieses Fach war mehr als langweilig, also zog ich es vor darüber nachzudenken wie wohl mein Hochzeitskleid und Henris und meine Kinder aussehen werden, bis die Pausenklingel mich aus meinen Träumen riss. Langsam packte ich meine Sachen zusammen, dabei sah ich verstohlen zu IHM hinüber und tatsächlich trafen sich unsere Blicke. Für eine Sekunde war es mir, dass er mir zublinzelte.
Er hatte mich also bemerkt. Nur wie sah ich heute nur aus? Schlabberpulli und Jeans. Was sollte er nur von mir denken. Es musste sofort Plan 1 in Kraft treten. Schoppen gehen mit Mitbewohnerin. Brauchte dringend Typenberatung und sexy Klamotten. War gar nicht so einfach scharfe Sachen in Größe 42 zu bekommen. Entschied mich dann für sexy Rock und scharfer Bluse aus schwarzem Satin dazu noch lange Stiefel und sexy Strümpfe. Dann ging ich noch zum Frisör. Muße unbedingt meine Frisur überdenken. Die blonden Haare mussten unbedingt mal in Form gebracht und gebändigt werden. Vermutlich war tägliches waschen und über Kopf föhnen auf Dauer nicht die beste Lösung. Es musste was ganz neues er, also ließ ich mir Locken drehen. Dann kaufte ich noch Make-uup und eine neue Zahncreme, die die Zähne besonders weiß erscheinen ließ. Aber irgend etwas fehlte noch.
Am nächsten Tag ging es mir hundeelend. Ich sah aus wie ein Yeti, ohne diesen beleidigen zu wollen. Beschloss dann sofort nie wieder Rotwein zu trinken und stieg auf Weißwein um. Zum Glück war Samstag und ich musste nicht zur Uni. Hatte also ein ganzes Wochenende Zeit um Diät zu halten und Sport zu machen. Als erstes beschloss ich Joggen zu gehen und die Stufen zur Sacre Coer rauf und runter zu laufen. Nachdem ich die Treppen einmal hinauf gelaufen war, beschloss ich den Plan zu ändern und einen anderen Weg nach Hause zu nehmen. Total erschöpft kam ich zu Hause an. Dann machte ich mich daran mein neues Fitnessgerät auszuprobieren. Es war eines dieser modernen Ab slider. Bereits nach viermal Rollen tat mir alles weh, aber was tut man nicht alles für die Schönheit? ! Danach ging ich mit Denise auf dem Gemüsemarkt einkaufen. ( Wollten ja schließlich ab heute gesund leben) Nie im Leben hätte ich geahnt, dass es so viele Gemüsesorten gibt. Dann kauften wir noch Saft statt Cola. (Diese Maßnahme fand ich ehrlich gesagt am Schlimmsten) Meine Umwandlung zum Ernährungsbewussten Menschen konnte also beginnen.
Wieder zu Hause angekommen riefen mich Enrique, Therese und Katherine an und luden mich zum Brunch ein.
Wir trafen uns zehn Minuten später und gingen ins „Chez Pierre“. Dies war inzwischen unser Lieblingstreffpunkt geworden. Ein Brunch war natürlich das schlimmste auf was sich eine so bewusste Frau wie ich sich einlassen konnte und durfte. Aber was sollte schon schlimmes passieren? Bald darauf sah ich was alles schlimmes passieren konnte. Vom Buffet lachten mich Sahnetorten, Hähnchenflügel und jede Menge Salate an. Egal, einen Tag brauchte man sowieso zusätzlich um sich endgültig von seinen gewohnten Essgewohnheiten zu verabschieden. Also machte ich mich auf zum Buffet um mich persönlich von all den Köstlichkeiten zu verabschieden. Dabei legte ich mich mit einer Hähnchenkeule an, die partout nicht auf meinem Teller bleiben wollte. Letztlich flog sie mir mit voller Wucht aus der Hand und einem neben mir stehenden Mann auf den Anzug.
Als er sich umdrehte, begann mein Kopf wie verrückt zu glühen! Da war er wieder. Wie peinlich! Erst der Café und nun auch noch das Hühnchen.
„Wenn wir uns noch zweimal treffen, habe ich ein komplettes Menü zusammen!“; sagte er mit einem netten Lächeln.
„Entschuldigung, kommt nicht wieder vor.“, stammelte ich während ich versuchte den Soßenfleck aus seinem Anzug zu rubbeln. Er bedankte sich und ich zog es vor, schnell den Rückzug anzutreten. Meine Freunde hatten natürlich alles gesehen und konnten sich das Lachen kaum verkneifen. Als ich dann auch noch darauf hinwies, dass es bereits das zweite Mal passiert sei, musste ich mir einen langen Vortrag von Katherine über das Schicksal anhören. Da war sie ja bei mir genau richtig. Ich glaube nämlich nicht ans Schicksal. Das ist was für Menschen die nicht an den Zufall glauben.
Ich konnte jedenfalls dennoch nicht aufhören ihn anzusehen. Er war wirklich sehr, sehr sexy und irgendwie fühlte ich mich von ihm angezogen. Seltsam! Gelegentlich sah er auch zu mir rüber, aber dann wurde ich gleich rot und alles war mir so peinlich. Alle anderen sagten natürlich sofort, dass ich nach seiner Nummer fragen sollte. Das war ja nun natürlich absolut unmöglich.
Nach dem Brunch waren wir dann noch ziemlich faul und haben es uns gutgehen lassen. Es war so ein wunderschöner Tag, also schmissen wir uns auf eine Wiese im Park. Wir waren uns zwar alle sicher deshalb irgendwann Rheuma zu bekommen, aber das war uns relativ egal. Lieber schmiedeten wir Pläne, wie ich Henri für mich gewinnen konnte. Das war vielleicht doch gar nicht so schwer, denn schließlich machte ich ja gerade Diät und war super sportlich. Wie sollte er mir da noch widerstehen können? Unsere Taktik schien uns jedenfalls wasserdicht und wollten sie natürlich gleich am nächsten Montag testen. Unsere Taktik war ganz einfach: „sprich ihn einfach an!“
Alle außer mir fanden das ganz einfach. Den ganzen Sonntag übte ich die passende Pose. Denise half mir dabei. Außerdem machte ich weiterhin meine Übungen und fühlte mich schon 10 Kilo leichter. Leider zeigte die Waage dies nicht wirklich an. Genau genommen hatte sich nichts verändert. , aber ich hatte ja noch eine Nacht. Vielleicht verlor ich ja über Nacht einige Pfunde. In der Nacht träumte ich die irrsten Dinge. Ich stand vor dem Traualtar, aber irgendwie kannte ich den Mann gar nicht. Jedenfalls war es nicht Henri.
Bbbbbbbbbbbbbbbrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!!!! ES war schon wieder Zeit zum Aufstehen. Mit verschlafenen Augen schaute ich mich im Zimmer um und stellte fest, dass es ja bereits Montag morgens gegen sieben war. Ich musste mich also beeilen. Enrique und Katherine hatten versprochen mich abzuholen. Mit Schwung schnellte ich aus dem Bett und stieß mir dabei erstmal den kleinen Zeh. Danach legte ich mir Make-up auf (schließlich hatte ich ja auch das den ganzen Sonntag geübt) und zwängte mich in meine neu gekauften Sachen. Ich sah einfach heiß aus. Besonders die Stiefel standen mir gut. Als ich gerade gehen wollte, klingelte es an der Tür. Es waren Erique und Kathrine. Beide waren in bester Laune, während bei mir bereits die ersten Schmetterlinge im Bauch anfingen zu flattern.
