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Reisen bildet. Speziell, wenn man viel unterwegs ist und sich beeindrucken lässt. Martin Suiter hat Menschen auf diesen Reisen bewegt und viele, viele haben ihn bewegt. Daraus ist ein Buch entstanden, das bewegt und dessen Fragen zum Fragen anregen soll. Es beschreibt Begegnungen, die tatsächlich stattgefunden haben und die in der Phantasie entstanden sind. Es handelt von Menschen und Geschichten, die beeindrucken, die selbst Fragen stellen oder die Fragen aufwerfen. Nicht zuletzt soll es Spaß machen, Anekdoten zu lesen, sich dabei vielleicht selbst zu spiegeln oder eben sich selbst zu hinterfragen.
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Seitenzahl: 81
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Nun, ohne mein Elternhaus, meine Erziehung, meine Möglichkeiten und letztendlich die Begegnungen, wäre dieses Buch in dieser Form nicht entstanden. Deshalb möchte ich pauschal allen danken, die zu meiner Entwicklung beigetragen haben und das waren letztendlich alle, denen ich die Hand geschüttelt habe, die mich bewegt haben und die ich umarmt habe und die mich umarmt haben.
Für Greta und Theo.
„Die ganze Menschheit teilt sich in drei Klassen.
Solche, die unbeweglich sind,
solche, die beweglich sind,
und solche, die sich bewegen.”
Aus dem Arabischen
Stop - and this is how it all started
P wie persönlich
Der Sinn des Lebens
Ich oder die anderen
Killerinstinkt, der
Muss ich oder ist es besser ohne oder nur an bestimmten Tagen?
Saufen, Sex und Hodenkrebs
Ich bin Du
Warum atme ich und wie geht das?
Und ich weiß nicht mal ihren Namen
Der Mann im Ohr
Glückscent, der
Am Ende geht es als Erstes ums Aussehen
Ich versuche auch politisch zu sein
Das Knistern im Gebein
L wie Land
Das Island-Syndrom
Ein Bayer in Berlin
Villa am Lago
Bahnhöfe, die
Der Bahnhof am See
Rubihorn, das
Mit dem Zug durch Deutschland
Die Wege des Herrn sind untergründig
Bedenke Wanderer, wenn du gehst, zurückzukommen, wo du stehst
Ohne Deutschland darf niemals mehr ein Krieg ausgehen (Volker Pispers)
Wien und die Folgen
CH wie Charakter
Yasmin
Erfolg – um welchen Preis
Rote Haare
Apothekerin, die
Der Schweizer Urs und der Deutsche – HIV und Krebs
Der alte Freund
Der Mann mit dem Stock
G wie Gemischtes
Oberschichtensolidarität, die
Standbein, das
A so a Oarsch
Kausalität, die
Unter 1,60 m
Schleier, der
Der Weisheit erster Schluss
Smileys
Homo Homini Lupus
Fummelgrenze, die
Gala, die
Pils, das (Bier, das)
Marathon-Manie, die
Querulanter Bodensatz
Hiiiilfeeee!
Frisuren und Kabarett
Sich und anderen den Spiegel vorhalten
Letzte Frage
In Intellekt hüllen
Den Rahmen vorgeben
Der Clown, der Clown ist immer lustig anzuschauen
Flipperautomat, der
Sandkorn, das
Schon die Zeitung von heute ist von gestern
Fremder Splitter, eigener Balken
Dieser Scherz ist leicht gemacht, der Schmerz der anderen ist nicht bedacht
Der Frust ist groß, aber sonst nix los.
Ein Tag der Erkenntnis
Die Geschichte geht weiter
E wie Englisch
Us and them
Thick as a brick
Check it out, Baby
Hands in your head
The game never ends when your whole world depends on the turn of a friendly card
Time is no issue
You kill it, we grill it
Coming Home – let me show you who I am – let me show you how I care
Blue Eyes
Question of You
You may say I am a dreamer
Soup oft the Day
United Colours of Benetton
Common Sense
It’s different for girls
Glamour & Pain
You are so beautiful
To see the reality is one thing, but to see the possibilities is having phantasy
Don’t die before you’re dead
There’ll be nobody home + 13 channels of shit to choose from
Who needs a heart, when a heart can be broken?
Pity the Child
„I wanna go home – take off this uniform and leave the show – I am waiting in this cell, because I have to know, have to know, have to know: have I been guilty all the time?“ (aus The Wall)
Als wir an diesem Juniabend, mit wunderbarer Stimmung und der untergehenden Sonne im Blick, auf dem Weg von Dublin nach Galway waren, immer entlang des Shannon Rivers, ahnte noch keiner, dass der Abend mit einer Erleuchtung enden würde. Wie in jedem Jahr waren wir Männer eine Woche unterwegs, diesmal in Irland.
In der Nähe des berühmten Klosters Clonmacnoise fanden wir ein B&B mit einem zuvorkommenden Hausherrn, der mit seiner kochbegabten Gattin den Begriff Gastwirt im wahrsten Sinn des Wortes verkörperte. Im angenehm warmen, an die Küche angrenzenden Speisezimmer wurde herrlich duftendes Lamm-Stew serviert und danach ein Apple Crumble vom Feinsten. So gestärkt, kamen wir miteinander ins Gespräch – mit dem Blick über den Fluss und dem üblichen Guiness in der Hand. Natürlich war Golf ein Thema, aber auch Fliegenfischen, Hausboot fahren, die Natur, das Wetter, die Politik ... Wie immer am Ende eines solchen Abends begannen wir zu philosophieren. Die eine oder andere Theorie wurde durchgekaut, bis wir urplötzlich eine einfache Formel fanden, die so simple war, dass wir es kaum glauben konnten: Eating, drinking, screwing and all what we are doing is just for better eating, better drinking and better screwing. Doch was so einfach klingt, ist es in natürlich nicht! Wenn man diesen Sinn des Lebens akzeptieren will, braucht man eine Menge Mut. Man muss sich vom bisher geglaubten tieferen Sinn verabschieden, der nie existiert hat, sondern immer nur eine Ebene war, die man sich zurechtgedacht hat, um eben nicht auf so eine simple und einfache Theorie stoßen zu müssen.
Nun ja, für mich war das wie eine Befreiung, da ich nicht mehr lange grübeln muss, sondern unbelastet einfach da sein kann und mich keine Sinnsuche mehr quält. Fuck them all who try to.
Oder: Ich und die anderen. Ein ewiger Kampf zwischen Seele und Verstand. Ist beides trennbar? Befähigt die Seele den Verstand oder ist der Verstand die Grundlage für die Seele? Die richtige Seele? Wer haucht einem die Seele ein? Der alte Spruch „So wie man sie zieht, so hat man sie“, bezieht sich auf unsere Kindheit. Will heißen, dass der Grundstock für alles bei den Eltern liegt. Sind diese bei der Zeugung seelenverwandt, für einander geschaffen oder war es ein Unfall, der beide zusammenbringt oder sogar trennt. All das und die unbeschwerte Schwangerschaft sind ein Grundstein für das Innere des neuen Lebens. Doch auch Kinder, die in unruhigen Gegenden aufwachsen, können unbeschwert und glücklich sein – sie können starke Menschen werden, weil das Elternhaus ihnen alles gibt.
Nur, wenn man nicht selber für den Start des Lebens verantwortlich zeichnet, sondern das Glück oder das Unglück am richtigen Ort, zur richtigen Zeit geboren zu sein, wann muss man dann für sich selbst Verantwortung übernehmen und für den eigenen Seelenfrieden sorgen? Wer es schafft, hat die Kraft bekommen, es selbst zu regeln. Kann man denen, die es nicht schaffen, einen Vorwurf machen? Bis zu welchem Grad? Die Gesellschaft und das jeweilige soziale Umfeld tragen wohl die größte Verantwortung, denn sie sind der Rahmen, in dem man sich bewegt, von dem man umgeben wird. Wenn also Gesellschaften verrohen und sich an keine Gesetze mehr gebunden fühlen, wie soll der Einzelne die Kraft haben, sich dagegenzustemmen? Wenn einem immer nur Tricks, Beschönigungen bzw. Schleimereien begegnen und man sieht, dass man auch so erfolgreich sein kann, warum sollte man Disziplin, Anstand, Aufrichtigkeit und Rücksicht walten lassen? Was hält eine Gesellschaft zusammen? Eine gemeinsame Vergangenheit, die gemeinsam durchschritten und durchlitten wurde? Traditionen, der Glaube (welcher auch immer), die Natur? Kann der Versuch der Nivellierung da hilfreich sein? Alle Farben, Nationen, Herkünfte zu mischen? Müssen Gesellschaften das aushalten oder ist gerade der umgekehrte Weg, die Alleinstellung, das Sich-beheimatet-Fühlen der Grundstock für eine ordentliche Gesellschaft? Unumstößlich ist jedoch die Tatsache, dass man sich kennen muss, will man sich verstehen, tolerieren und akzeptieren; dass man miteinander gelebt, gestritten und geliebt haben muss. Die Wurzeln des anderen anerkennen. Dazu gehört eben die Geschichte eines jeden Einzelnen und der jeweiligen Gesellschaft. Das führt zu der Quintessenz, dass die Bildung des Verstandes in allen Bereichen die Grundlage für ein friedliches Zusammen- und Miteinanderleben schafft.
Ich dachte immer, man muss nicht voll durchziehen, um ohne Leichen Stufe für Stufe nach oben zu gelangen. Aber mit dieser Ethik ist es nicht weit her, zu wenige unterwerfen sich diesem Anspruch. Der Respekt sich selbst und anderen gegenüber ist nicht mehr anerzogen. Dadurch entsteht ein Konflikt, doch wie lässt er sich lösen? Darauf hoffen, dass es trotzdem geht? Die eigene Kultur über den Haufen werfen und zum harten Hund mutieren? Hoppla, jetzt komm ich? Oder sich bei zu großem Widerstand ständig neue Felder suchen? Das Fatale daran ist, dass es, wenn man alt genug ist, die Situation und den Lebensabschnitt richtig einzuschätzen, für die Lösung des jeweiligen Abschnittes schon zu spät ist. Man beginnt, obwohl man die nächste Stufe erreicht hat, von Neuem ganz unten. Sisyphus ist es so ergangen – geht es anderen auch so? Oder leben die ungenierter, sprich ohne die kreisenden Gedanken im Kopf, die einen so wachhalten, dass die Ruhe für die eigene Überlegenheit fehlt?
