11,99 €
Sie erhalten viele Tipps, die Ihnen im Umgang mit Versicherern helfen werden - vom Beratungsgespräch über den Vertragsabschluss bis hin zur Schadensmeldung. Offenheit und Transparenz ist die Grundlage für Vertrauen - für Versicherer trifft diese Aussage aber anscheinend nicht zu. Versicherungsgesellschaften suggerieren eine seriöse und schnelle Abwicklung im Schadensfall und damit Sicherheit zu KundInnen. Doch gerade im Schadensfall lehnen die Versicherer häufig eine Übernahme der Schadenssumme, vor allem bei großen und teuren Schäden, nämlich ganz oder teilweise ab - teils mit berechtigten, teils aber auch mit unberechtigten Argumenten. Anhand konkreter Beispiele aus der Kfz-Haftpflichtversicherung wird aufgezeigt, mit welchen Tricks die Versicherungsgesellschaften Zahlungen im Schadensfall minimieren oder ganz abweisen. Das Verhalten des ADAC gegenüber seinen Mitgliedern und Öffentlichkeit bei der Kfz-Haftpflichtversicherung hat das Potential, seine Glaubwürdigkeit endgültig zu verspielen. Sie werden erkennen, dass die Versicherer in erster Linie als gewinnorientierte Unternehmen agieren und dass ihnen entgegen ihrer Werbeversprechen und auch der Aussagen ihrer VertreterInnen das Schicksal der geschädigten Menschen und somit ihrer VersicherungsnehmerInnen in vielen Fällen egal ist. Einige besonders häufig angewandte Tricks werden Ihnen dabei detailliert erläutert, damit Sie, sollten Sie im Schadensfall mal mit solch einer Vorgehensweise konfrontiert werden, vorbereitet und informiert sind und dadurch entsprechend reagieren können. Zu jeder geschilderten Situation erhalten Sie explizite Tipps, die Ihnen dabei helfen, sich im Schadensfall richtig zu verhalten und zu Ihrem Recht zu kommen. Sie erfahren vom Umgang der Versicherer mit zwei Geschädigten. Diese Beispiele stehen stellvertretend für viele weitere Opfer, denen die Versicherer ihre berechtigten Ansprüche mit haarsträubenden Mitteln und Begründungen verweigern.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 113
Veröffentlichungsjahr: 2015
Impressum
© 2015 Heinz-Jürgen Wagner
Herausgeber:
EU-Partner Consulting Ltd.
Postfach 11 52
73766 Denkendorf
Autor: Heinz-Jürgen Wagner
Anschrift:
Apartado de Correos 54
29700 Vélez - Málaga (Málaga)
España
Lektorat: Andrea Lehnigk
Cover: MS Word 07
ISBN: 978-3-7323-4056-9 (Buch)
ISBN: 978-3-7323-3647-0 (e-Book)
www.methoden-und-tricks-der-versicherer.com
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Herausgebers und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
1. Aktualisierung am 14.08.2015
2. Aktualisierung am 23.05.2016
Inhalt
1
Vorwort
2
Das Geschäft der Versicherer
2.1
Ein paar Zahlen
2.2
Beratung und Vertragsabschluss
2.2.1
Der Verhaltenskodex des GDV
2.3
Abläufe bei einem Schadensfall
2.4
Vorgehen bei Betrugsverdacht
2.4.1
Zeugen und Beweise
2.5
Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft
3
Ein Beispiel: Die Tricks der Kfz-Haftpflichtversicherer bei der Schadensregulierung
3.1
Vertragsabschluss und -inhalte
3.2
Das richtige Verhalten nach einem Verkehrsunfall
3.2.1
Maßnahmen am Unfallort und nach dem Unfall
3.2.2
Organisatorische Maßnahmen
3.2.3
Eigene Beweissicherung
3.3
Leistungen und Schadensmanagement nach einem Unfall
3.4
So tricksen die Versicherer bei Sach- und Blechschäden
3.5
Versicherungsfreundliche GutachterInnen und Sachverständige
3.6
Einsatz veralteter Untersuchungsmethoden und -gerätschaften
3.7
Einbehaltung von Test- und Untersuchungsergebnissen und unzeitgemäße Testmethoden in der Unfallforschung
3.8
Die Ziele dieser Methoden
4
Zwei konkrete Beispiele
4.1
Der Fall Dieter Wollenweber
4.2
Der Fall Claudia Bernert
5
Hilfe für Betroffene
5.1
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und Ombudsleute
5.2
Was unternimmt die Politik?
5.2.1
Der Fall Horst Glanzer
5.2.2
Befangene RichterInnen
5.3
Interessenvereinigungen
5.4
Das Projekt eu-4u
6
Schlussbemerkung
7
Quellen
8
Rechtliche Hinweise
1 Vorwort
Dank des Wohlstands in der westlichen Welt und der Möglichkeiten der modernen Technik werden unsere Lebensumstände immer hochwertiger. Unsere Wohnungen und Häuser sind mit hochentwickelten technischen Geräten ausgestattet und auch unterwegs sind wir mit Handy, Tablet und Laptop mittlerweile jederzeit und auf allen Kanälen erreichbar und auf dem Laufenden. Zudem liegt uns durch die modernen Transportmittel die Welt förmlich zu Füßen. Flugzeug, Schiff, Bahn, Auto und Fahrrad bringen uns überallhin, wohin wir wollen. Doch nicht nur durch den technischen Fortschritt wird unser Alltag im wahrsten Sinne des Wortes immer wertvoller. In Beruf und Freizeit streben wir ständig nach neuen Herausforderungen und Erlebnissen. Die Suche nach neuen, noch spannenderen Abenteuern prägt unsere Hobbyauswahl. Wir können und wollen immer mehr erleben. Durch diesen Erlebnisdrang erreichen wir aber auch häufiger Grenzbereiche und gehen größere Risiken ein, die uns oft gar nicht bewusst sind, oder die wir einfach ignorieren.
All diese Sachwerte und Risiken kann und sollte man in angemessener Form absichern. Dafür gibt es zahlreiche Angebote verschiedenster Versicherungsunternehmen. In Bereichen, die unbedingt einer Absicherung bedürfen, sind entsprechende Versicherungen sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben. So gibt es in Deutschland eine Krankversicherungspflicht und eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist obligatorisch für jede/n FahrzeugbesitzerIn. Einige andere Versicherungen werden dringend empfohlen für Bereiche, in denen das finanzielle Risiko im Schadensfall zu hoch ist, um von einer einzelnen Person getragen werden zu können. So gehören eine private Haftpflichtversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu den Versicherungen, die jede/r abschließen sollte. Auch eine Hausratversicherung ist für die meisten VerbraucherInnen empfehlenswert. Doch nicht alle Angebote der Versicherer sind sinnvoll und kundenfreundlich konzipiert oder überhaupt notwendig.
Mit ihrer Werbung versuchen die Versicherungsgesellschaften vor allem, Vertrauen zu potentiellen KundInnen aufzubauen. Sie suggerieren eine seriöse und schnelle Abwicklung im Schadensfall und damit Sicherheit für ihre KundInnen. Daher werden die bekanntesten Unternehmen der Branche fast schon untrennbar mit einem entsprechenden Werbeslogan assoziiert:
Allianz Volksfürsorge (heute Generali) Hamburg Mannheimer (heute ERGO) HUK-Coburg Nürnberger Versicherung
„Hoffentlich Allianz versichert“
„Keine Sorge, Volksfürsorge“
„Mehr vom Leben“
„Da bin ich mir sicher“
„Schutz und Sicherheit im Zeichen der Burg“
Laut aktuellem Zensus des Statistischen Bundesamts vom 30.09.2015 leben derzeit 81,8 Millionen Menschen in Deutschland.1 Und laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt es aktuell knapp 428 Millionen Versicherungsverträge.2 Rein rechnerisch hat also jede/r EinwohnerIn Deutschlands 5,2 Versicherungsverträge abgeschlossen. Den Deutschen sind Sicherheit und die Absicherung bestimmter Risiken demnach sehr wichtig.
Wenn dann ein abgesicherter Schadensfall eintritt, erwarten die Versicherten natürlich, dass dieser von ihrer Versicherung vertragsgemäß anerkannt und die Schadenssumme beglichen wird. Doch gerade im Schadensfall zeigen sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen und auch zwischen der versprochenen und der tatsächlich erbrachten Leistung. Häufig lehnen die Versicherer eine Übernahme der Schadenssumme nämlich ganz oder teilweise ab – teils mit berechtigten, teils aber auch mit unberechtigten Argumenten. Dadurch wird das Vertrauen in die Versicherungsbranche nachhaltig geschädigt oder bei einigen Versicherten sogar völlig zerstört. Vor allem bei großen und teuren Schäden versuchen die Versicherungsgesellschaften gern, sich um eine Regulierung zu drücken oder die auszuzahlende Summe zu minimieren. Die meisten Versicherten kommen glücklicherweise nie in eine solche Situation und sind daher in aller Regel auch zufrieden mit ihren Versicherern. Kleinere Summen werden meist anstandslos bezahlt, wodurch Vertrauen aufgebaut wird. Doch gerade wenn man wirklich mal auf eine schnelle Zahlung angewiesen ist, gibt es oft Probleme. Hat man am eigenen oder an einem fremden Auto einen (kleineren) Blechschaden verursacht oder bei einem Besuch in einer anderen Wohnung eine Vase heruntergeworfen, freut man sich natürlich, wenn diese Schäden schnell beglichen werden. Auch wenn die Krankenkasse oder die private Krankenzusatzversicherung eine Heilmaßnahme problemlos bewilligt, ist man zufrieden und fühlt sich in seinem Vertrauen in das jeweilige Versicherungsunternehmen bestärkt. Aber gerade in solchen Fällen ist man nicht zwingend auf eine schnelle und problemlose Abwicklung angewiesen. Nach einem schweren Unfall, einem Wohnungs- oder Hausbrand oder vor einer größeren Operation hingegen erhofft man sich schnelle Hilfe vom Versicherer, weil man in diesen Fällen das Geld dringend braucht, – doch gerade dann kommt sie oft nicht so problemlos.
Diese großen und teuren Schadensfälle machen zwar nur einen relativ geringen Anteil an der Gesamtanzahl der Schäden aus. Bei den Schadenssummen hingegen verschlingen sie einen Großteil des Budgets der Versicherer. Deswegen versuchen die Versicherungsunternehmen in solchen Fällen, eine Zahlung abzulehnen oder zumindest die auszuzahlende Summe zu senken.
Dieses E-Book will Ihnen dabei helfen, im Fall der Fälle zukünftig besser darüber Bescheid zu wissen, wie Versicherer vorgehen und aufgrund welcher Fakten sie ihre Entscheidungen treffen. Zunächst erhalten Sie Einblick in die Versicherungswirtschaft – anhand konkreter Zahlen können Sie sich ein Bild darüber machen, wie viele Schadensfälle es pro Jahr gibt, mit welchen Summen die Versicherungsunternehmen dabei hantieren und auch was sie tun, um Schadenshergänge zu rekonstruieren. Weiterhin erhalten Sie viele Tipps, die Ihnen im Umgang mit Versicherern helfen werden – vom Beratungsgespräch über den Vertragsabschluss bis hin zur Schadensmeldung.
Danach wird Ihnen anhand des konkreten Beispiels der Kfz-Haftpflichtversicherung aufgezeigt, mit welchen Tricks die Versicherungsgesellschaften Zahlungen im Schadensfall minimieren oder ganz abweisen. Sie werden sehen, dass die Versicherer in erster Linie als gewinnorientierte Unternehmen agieren und dass ihnen entgegen ihrer Werbeversprechen und auch der Aussagen ihrer VertreterInnen das Schicksal der geschädigten Menschen und somit ihrer VersicherungsnehmerInnen in vielen Fällen egal ist. Einige besonders häufig angewandte Tricks werden Ihnen dabei detailliert erläutert, damit Sie, sollten Sie im Schadensfall mal mit solch einer Vorgehensweise konfrontiert werden, vorbereitet und informiert sind und dadurch entsprechend reagieren können. Zu jeder geschilderten Situation erhalten Sie explizite Tipps, die Ihnen dabei helfen, sich im Schadensfall richtig zu verhalten und zu Ihrem Recht zu kommen.
Um Ihnen die geschilderten Tricks und vor allem deren Folgen zu veranschaulichen, erfahren Sie von Dieter Wollenweber und Claudia Bernert – zwei von unzähligen Geschädigten, die jahrelange Prozesse gegen Versicherungsunternehmen führten, um ihre Ansprüche einzuklagen. Wollenweber mit teilweisem, Bernert ohne Erfolg. Ihre Beispiele stehen stellvertretend für viele weitere Opfer, denen die Versicherer ihre berechtigten Ansprüche mit haarsträubenden Mitteln und Begründungen verweigern.
Anschließend wird Ihnen erläutert, wo Betroffene Hilfe erhalten können und was die Politik dafür tut, solche versichertenunfreundlichen Vorgehensweisen zu unterbinden. Dazu erfahren Sie die Geschichte von Horst Glanzer, einem ehemaligen Polizisten, der aufgrund von Fehlentscheidungen seiner Versicherer mittlerweile arbeitsunfähig ist. Wegen dieses Schicksals hat er den Kampf gegen die unlauteren Machenschaften der Versicherungsunternehmen aufgenommen und ist mit viel Hartnäckigkeit bis in die höchsten politischen Ebenen vorgedrungen, wo es ihm gelungen ist, gleich mehrere Gesetzänderungen zu bewirken.
Zum Abschluss dieses E-Books erhalten Sie dann noch ausführliche Informationen zu eu-4u, einem neuen Projekt, das auf allen Ebenen für mehr Gerechtigkeit zwischen VerbraucherInnen und Unternehmen sorgen will und in diesem Zusammenhang auch Versicherte bei Problemen mit Versicherungsgesellschaften unterstützen wird.
1 Vgl. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Bevoelkerung.html (23.4.2016).
2 Vgl. http://www.gdv.de/ueber-uns/ (23.4.2016).
2 Das Geschäft der Versicherer
Jede/r kann mal in eine Situation kommen, in der er/sie jemand anderem ohne Absicht Schaden zufügt oder unverschuldet selbst geschädigt wird. Für solche Fälle versprechen die Versicherungsunternehmen, ein starker und verlässlicher Partner an der Seite ihrer KundInnen zu sein und die Schadensregulierung schnell und unkompliziert abzuwickeln. Auch gegen andere Risiken kann man sich und/oder seine Angehörigen absichern – z. B. mit einer privaten Kranken(zusatz)-, einer Renten- oder einer Lebensversicherung.
Etwa 460 Versicherungsgesellschaften sind Mitglied im GDV.3 Einige davon sichern (fast) jedes erdenkliche Risiko ab, andere haben sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert. Für sie alle ist das einträglichste Geschäft aber ein abgeschlossener und bezahlter Vertrag, dessen Leistungen nie beansprucht werden. Schlussendlich handeln Versicherungsunternehmen in erster Linie zu ihren eigenen Gunsten. Die Absicherung bestimmter Risiken ist für sie ein reines Geschäft, bei dem es nicht vorrangig darum geht, ihren KundInnen Gutes zu tun.
Grundlegend unterscheiden muss man zwischen der Versicherung von Haftpflichtschäden, bei denen die Geschädigten, denen im Schadensfall Leistungen zustehen, stets Dritte, also nicht die VersicherungnehmerInnen selbst, sind, und Versicherungen, bei denen die VersicherungsnehmerInnen ihren eigenen Besitz oder ihre Gesundheit absichern bzw. ihre Angehörigen im Fall des eigenen Todes. Mit dem Abschluss eines Versicherungsvertrags wird also der/die VersicherungsnehmerIn selbst oder eine dritte Person für den Fall des Eintritts eines vorher festgelegten Risikos finanziell abgesichert. Dafür zahlt der/die VersicherungsnehmerIn regelmäßig eine festgesetzte Prämie in die Versicherung ein. Tritt der vereinbarte Versicherungsfall tatsächlich ein, muss der Versicherer die im Vertrag vereinbarte Leistung erbringen.
2.1 Ein paar Zahlen
Die Versicherungsbranche ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland. Im Jahr 2015 nahmen die Versicherungsunternehmen laut GDV Beiträge in Höhe von über 193,8 Milliarden Euro ein. Das entsprach in diesem Jahr 6,40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland. Damit bildeten die Versicherungsgesellschaften eine der umsatzstärksten Branchen. Die Einnahmen stammten aus 428,1 Millionen Versicherungsverträgen.4 Das zeigt, wie wichtig diese Branche nicht nur für die Wirtschaft, sondern vor allem für die Gesellschaft ist. In einer modernen, hochentwickelten Gesellschaft wie in Deutschland ist privater Versicherungsschutz immens wichtig und kaum mehr wegzudenken. Die Versicherer „übernehmen […] Risiken im Alltag nahezu jeden Bürgers und Unternehmens. Wäre Versicherungsschutz sichtbar, man würde ihm auf Schritt und Tritt begegnen. An jedem Auto, an jedem Gebäude der Stadt und in jedem Unternehmen.“5
Zudem ist diese Branche ein wichtiger Arbeitgeber. 2015 waren insgesamt mehr als 529.000 Menschen für die Versicherungsunternehmen tätig, davon rund 295.500 als abhängig Beschäftigte und rund 233.400 als selbstständige VersicherungsvermittlerInnen und -beraterInnen.6
Weiterhin sind die Versicherungsunternehmen wichtige Kapitalgeber. Wobei die Sicherheit der Kapitalanlagen stets höchste Priorität hat. Die Höhe der Kapitalanlagen im Bestand der Versicherungsunternehmen betrug 2015 knapp 1,51 Billionen Euro. Das war mehr als viermal so hoch wie der Bundeshaushalt desselben Jahres und etwa die Hälfte des BIP.
Für die Versicherten ist jedoch das einzig Entscheidende, dass sie im Schadensfall schnell und möglichst unkompliziert Hilfe und die ihnen zustehenden Leistungen aus ihrer Versicherung erhalten. Im Jahr 2014 zahlten die Versicherungsgesellschaften ihren KundInnen insgesamt 209 Milliarden Euro an Leistungen aus – das waren 571 Millionen Euro pro Tag. Davon entfielen 84 Milliarden Euro auf Lebensversicherungen (plus 37 Milliarden Euro für den Zuwachs der Leistungsverpflichtungen), 45 Milliarden Euro auf Schaden- und Unfallversicherungen und 25 Milliarden Euro auf private Kranken(zusatz)versicherungen (plus 17 Milliarden Euro für Beitragsrückerstattungen und Altersrückstellungen).7Die Schaden- und Unfallversicherer beglichen dabei Schäden aus 22 Millionen Schadensfällen.8
2.2 Beratung und Vertragsabschluss
Heutzutage kann man sich gegen fast jedes Risiko absichern. Die Versicherer haben ein breitgefächertes Angebot, aus dem sich jeder selbst heraussuchen kann und muss, welche Versicherung für ihn wirklich notwendig ist. Nicht jede Versicherung ist für jeden nötig und vor allem auch sinnvoll. Was für manche im Fall der Fälle bereits ein großes finanzielles Risiko darstellen kann, können andere noch problemlos selbst stemmen. Auch die Lebensumstände sind bei jedem unterschiedlich. So kann für jemanden, der einem risikoreichen Hobby nachgeht, eine private Unfallversicherung sehr sinnvoll sein. Für jemanden, der ein eher ruhiges Leben pflegt, hingegen ist sie nicht unbedingt notwendig. Gleiches gilt für den großen Markt der Krankenzusatzversicherungen und viele weitere Sparten.
Unbedingt und für jeden empfehlenswert sind eine private Haftpflichtversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung und in den meisten Fällen auch eine Hausratversicherung. Hinzu kommen selbstverständlich die gesetzlich vorgeschriebene Krankenversicherung und die für Fahrzeuge obligatorische Kfz-Haftpflichtversicherung. Auf diesen Pflichtversicherungen und dringend empfehlenswerten Versicherungen kann dann jeder individuell den für sich als notwendig erachteten weiteren Versicherungsschutz aufbauen.
„Versicherungsschutz ist so vielfältig wie die Risiken der Kunden. Natürlich braucht nicht jeder jede Versicherung. Vielmehr muss jede Person und jedes Unternehmen für sich entscheiden, welche Risiken abgesichert werden müssen und welche allein getragen werden können. […] privater Versicherungsschutz [ist] ein integraler Bestandteil der sozialen Sicherung der privaten Haushalte […]“9
Vor dem Abschluss einer Versicherung legen fast alle KundInnen daher viel Wert auf eine kompetente und umfassende Beratung, die ihnen durch den Dschungel der unzähligen Angebote hilft. Dafür können sie sich entweder an eine/n VertreterIn eines Versicherers, eine/n unabhängigen MaklerIn bzw. VersicherungsberaterIn oder eine Bank wenden. Auch im Internet gibt es mittlerweile alle notwendigen Informationen und man kann auch direkt online die gewünschte Versicherung abschließen. Allerdings bevorzugen die meisten KundInnen das persönliche Gespräch für eine Beratung zum Versicherungsschutz.
