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Der junge Kater Mio lebt friedlich und wohlbehütet. Doch als er erwachsen wird, ändert sich alles. Als Zuchtkater wird er allein in einen Keller gesperrt. Nur der gelegentliche Besuch einer Ausstellung oder der einer Katze bringen etwas Abwechslung. So vergeht Jahr um Jahr. Er wird alt und soll durch einen neuen Kater ersetzt werden. Mio hat Glück und wird von einer älteren Dame adoptiert. Mit ihr verbindet ihn bald eine tiefe Freundschaft. Bis zu dem Tag, an dem seine Rosi nicht mehr aufwacht. Ein unterhaltsames Buch mit vielen Illustrationen nicht nur für Katzenfreunde!
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Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2019
Birgit Behle-Langenbach
Mio
Ein Katerleben
© 2019 Birgit Behle-Langenbach
Umschlagfoto: Birgit Behle-Langenbach,
Illustration: Peggy Chilian
Verlag und Druck: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-7482-0276-9
Hardcover:
978-3-7482-0277-6
e-Book:
978-3-7482-0278-3
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Über die Autorin:
Birgit Behle-Langenbach wurde 1963 im nordhessischen Korbach geboren. Schon früh engagierte sie sich im Tierschutz, gründete Deutschlands erstes Kleintierheim, leitete ein eigenes Zoofachgeschäft. Sie züchtete erfolgreich Hunde, Katzen und Meerschweinchen. Später hatte sie eine eigene Künstleragentur und betreute viele bekannte Stars der deutschen Schlagerszene und deren Fans. Sie schrieb Songtexte, Künstler-Biografien, veröffentlichte Fan-Magazine, Kurzgeschichten, Gedichte. Heute ist sie Buchautorin, leidenschaftliche Fotografin, betreibt eine kleine Social Media-Agentur und leitet das Büro eines Sängers. Zusammen mit ihrem Mann, den vier Katzen und zwei Hunden, lebt sie in der Nähe von Hannover.
Obwohl dieses Buch auf einer wahren Geschichte basiert, sind Teile davon frei erfunden.
Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre rein zufällig.
Widmung
Diese Geschichte widme ich allen Katzen dieser Welt.
Oft unverstanden, gequält und wie Abfall weggeworfen.
Aber auch geliebt, behütet und verehrt.
Kein Tier lebt so nah bei uns und hat es doch geschafft, ganz es selbst zu bleiben. Stolz, eigenständig, samtpfötig, frei und wild.
Ganz besonders widme ich dieses Buch aber einem ganz speziellen Kater.
Meinem Opi Mio, der es geschafft hat, mich zu einem absoluten Katzenmenschen
zu machen, wo doch Hunde immer meine Nummer Eins waren.
Dieser besondere Kater hat mich so sehr beeindruckt und mein Leben so
nachhaltig verändert, dass ich diese Geschichte für ihn schreiben musste,
denn sie basiert auf seinem Katerleben!
Mio, die Spuren, die du in meinem Herzen hinterlassen hast, kann das Leben nicht wieder ausradieren! Ich hoffe, ich treffe dich irgendwann am Ende der Regenbogenbrücke!
Nicht minder widme ich meine kleine Geschichte von Kater Mio all den großartigen Tierschützern, die sich aufopferungsvoll um die armen gestrandeten Seelen kümmern. Ihr habt meine größte Anerkennung und meinen ganzen Respekt!
Die Einnahmen aus diesem Buch kommen dem Verein Ein Zuhause für Tiere e.V. zugute.
Hier finden behinderte, chronisch kranke und ungewollte Katzen und Hunde ein endgültiges Zuhause.
Ein Zuhause für Tiere e.V.
Zitzer Dorfstraße 29
14789 Rosenau
Website: www.ein-zuhause-fuer-tiere.de
Facebook: https://www.facebook.com/einzuhausefuertiere/
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 – Der erste Tag
Kapitel 2 – Kindheit
Kapitel 3 – Auszug
Kapitel 4 – Angekommen
Kapitel 5 – Auf Ausstellung
Kapitel 6 – Ein richtiger Kater
Kapitel 7 – Der Keller
Kapitel 8 – Damenbesuche
Kapitel 9 – Ein neuer Anfang
Kapitel 10 – Rosi
Kapitel 11 - Eingeschlafen
Kapitel 12 – Am Tropf
Kapitel 13 – Pflegestelle
Kapitel 14 - Vaterfrust
Kapitel 15 – Vögel und Wolken
Kapitel 16 – Zu Hause
Der erste Tag
Oh Mann, was wird das denn plötzlich so eng hier? Autsch! Pass doch auf!
Wieder kriege ich einen Tritt von dem in der Nebenblase ab.
Ne, das wird jetzt wirklich ungemütlich! Och, schon wieder so eine Welle.
Hilfe, was ist das? Ich rutsche. Es wird so unglaublich eng! Ich habe Angst.
Oh nein, hier zieht sich alles zusammen. Ich werde erdrückt! Jetzt wird es noch enger. Was ist das? Was passiert hier?
Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Wieder eine Welle. Mit ihr werde ich weiter durch diesen engen Tunnel gequetscht.
Jetzt ist Stillstand. Ich hänge hier fest. So langsam werde ich echt panisch.
Noch eine Welle. Plöpp… Was war das?
Plötzlich ist diese Enge verschwunden. Puh, Glück gehabt!
Nein, was ist das? Meine Blase! Irgendwas stimmt nicht. Sie scheint undicht zu sein.
Ich spüre, wie die Flüssigkeit, die mich eben noch warm und schützend umgeben hat, an mir herab fließt. Ich fühle mich so schutzlos. Mir wird kalt und ich bekomme keinen Sauerstoff mehr.
Dann fühle ich etwas ganz raues. Es streicht unaufhörlich über meinen Körper.
Immer noch bleibt mir die Luft weg. Panik, Angst. Ich öffne meinen Mund ganz weit.
Irgendetwas tut sich. So, als wenn in mir etwas aufgeblasen würde. Ich kann nicht anders, ich muss nach Luft schnappen. Ich atme. Mit diesem ersten Atemzug schreie ich meine Angst heraus. Das raue Ding streicht immer intensiver über meinen kompletten Körper.
Ich kann nichts sehen, aber ich rieche etwas. Einen wundervollen Duft! Er hängt mit diesem Ding zusammen, das mich so unaufhörlich bearbeitet.
Und da ist noch etwas. Süß und unwiderstehlich. Ich versuche diesem neuen Duft zu folgen. Er zieht mich magisch an.
Das ist aber gar nicht so einfach. Ich kann mich überhaupt nicht richtig orientieren, drehe mich dauernd im Kreis und schreie verzweifelt.
Das Ding hinter dem rauen Etwas stupst mich an, versucht mich immer wieder in die richtige Richtung zu lenken, doch ich bin viel zu aufgeregt.
Dann greift etwas anderes nach mir. Wieder etwas ganz neues. Ich spüre ganz genau, wie es mich umfasst. Da ist ein ganz anderer Geruch als der, den ich eben wahrgenommen habe. Es fühlt sich glatt, trocken und warm an.
Plötzlich schwebe ich, werde hin und her gedreht. Es scheint mich zu begutachten. Und dann legt es mich an den schönsten Ort, den ich mir vorstellen kann. An den Ort, den ich vorhin so verzweifelt gesucht habe.
Dieser Duft! Diese Wärme! Ich befinde mich immer noch im Griff dieses fremden Wesens. Behutsam wird meine Nase an etwas Wunderbares gestoßen. Es scheint der Ursprung dieses betörenden Duftes zu sein, denn hier ist er ganz intensiv. Viel später erfahre ich, dass man es Zitze nennt, an die mich mein erster Mensch liebevoll gelegt hat.
Ich muss die Zitze festhalten, ich muss sie umschließen. Ich kann gar nicht anders. Ganz fest rolle ich meine Zunge drum herum und fange ganz automatisch an zu saugen. Keiner sagt mir, dass oder wie ich das tun muss. Ich mache es einfach.
Und dann schmecke ich ihn, den ersten Schluck Milch meines Lebens. So etwas Schönes habe ich noch nie erlebt! Gierig sauge ich mehr und mehr davon auf. So lange, bis mein Bauch rappelvoll ist und nichts mehr rein passt. Während dessen werde ich von wohliger Wärme und dem jetzt schon so vertrauten Duft meiner Mama umhüllt. Mit dem Gedanken, dass es wohl sehr gut war, was mir da eben passiert ist, obwohl es mir erst so eine Angst machte, schlafe ich erschöpft und zufrieden ein.
Als ich wieder aufwache, denke ich zuerst, dass ich das alles nur geträumt habe. Wieder und wieder bekomme ich einen Stoß von meiner Nebenblase verpasst. Mensch, das nervt! Lass mich schlafen! Ich will nicht aufwachen. Lauthals meckere ich vor mich hin. Sofort spüre ich sie wieder liebevoll auf mir, die raue Zunge meiner Mama, die mich sanft beruhigt.
Ich habe also gar nicht geträumt. Aber was macht die andere Blase hier? Um mich herum ist alles dunkel, doch ich spüre sie. Und sie ist gar keine Blase mehr. Da liegt irgendetwas anderes neben mir. Es scheint so zu sein wie ich.
Ich nehme mir vor herauszufinden, was da so rum zappelt. Aber nicht jetzt. Das mache ich ein anderes Mal.
Jetzt nehme ich erst mal wieder einen Schluck der köstlichen Milch und dann schlafe ich wieder ein. Ich schlafe einen langen, langen Schlaf, den ich nur unterbreche, wenn Mama mich so doll leckt, dass ich davon aufwache, das Wesen neben mir wieder in meine Rippen boxt oder ich hungrig nach der Zitze suche, um erneut gierig meine Milch einzusaugen.
Mama erzählt mir später, dass ich an diesem Tag geboren bin, dass da mein Leben anfing. Und dass es ganz normal ist, dass ich ihn fast gänzlich verschlafen habe, meinen ersten Tag.
Meine Kindheit
Die nächsten Tage plätscherten ganz ruhig und friedlich vor sich hin. Sie waren geprägt von Liebe, Wärme, gutem Essen und noch besserem Schlaf. Doch dann passierte etwas ganz spannendes.
Bisher war um mich herum alles dunkel und still gewesen. Doch eines Tages wachte ich von etwas seltsamen auf. Etwas, das ich noch gar nicht kannte. Brumm brumm brumm…
Es war das schönste, was ich je wahrgenommen hatte! Dieses Brummbrumm war so zärtlich. Bisher hatte ich immer nur ein leichtes Vibrieren gefühlt, wenn meine Mama ganz entspannt bei uns lag und uns säugte. Jetzt war da zusätzlich noch dieses Brummbrumm. Es war so wunderschön und beruhigend, dass ich sofort wieder selig einschlief.
Mama erklärte mir später, dass ich an diesem Tag das erste Mal etwas gehört habe, ihr Schnurren. Ich war jetzt 10 Tage alt und sie meinte, ich wäre damit der erste im Wurf, der hören kann. Das machte mich mächtig stolz!
Wir waren übrigens zu dritt. Ich hatte noch zwei Geschwister. Das hatte ich inzwischen erschnüffelt und ertastet. Meist waren sie ganz angenehm, weil ich mich oft in ihre Mitte drängte und es da besonders schön warm hatte. Manchmal nervten sie aber auch, wenn sie wieder mal ihre Zitze nicht finden konnten und wild umherzappelten. Dann kriegte ich immer irgendwo einen Fuß ab. Meist mitten in die Rippen. Das tat echt weh!
Es dauerte nicht lange, dann konnte ich schon richtig gut hören. Nicht mehr so gedämpft wie anfangs das sanfte Schnurren meiner Mama, das geliebte Brummbrumm. Manche Geräusche machten mir Angst. Sie waren schrill oder besonders laut. Wie das Klingeln des Telefons, die Türschelle, das Bellen des Hundes, oder der Staubsauger. Mama beruhigte mich dann immer und erklärte mir, dass ich gar keine Angst haben müsse, dass mir nichts geschehen würde. Ich liebte ihre Stimme! Auch das helle Miauen meiner Geschwister klang wie Musik in meinen Ohren.
Ganz besonders mochte ich auch die sanfte, ruhige Stimme meines Menschen. Sie klang weich und fühlte sich an, als ob sie mich streichelte. Wenn dann gleichzeitig mein geliebtes Brummbrumm von Mama erklang, wusste ich, dass ich glücklicher nicht sein konnte!
Wie hätte ich wissen sollen, dass ein paar Tage später alles noch aufregender, noch spannender werden sollte? Es geschah etwas, das mein Leben grundsätzlich veränderte und mir ungeahnte Möglichkeiten verlieh.
Wieder wachte ich nach einem schönen, langen Schläfchen auf, reckte und streckte mich wohlig und erschrak. Da war ein heller Strich in meiner Welt. Grell und unwirklich. Ich kuschelte mich angstvoll an Mama. Ihre raue Zunge strich zärtlich über meinen Kopf. Und sie erklärte mir, dass ich keine Angst haben muss. Jetzt käme die Zeit, in der sich meine Augen öffnen und ab der ich meine ganze Welt sehen könne.
Sehen? Ich wusste nicht, was das bedeutet. Aber ich sollte es sehr bald erfahren. Es dauerte ein, zwei Tage, bis sich meine Augen vollständig geöffnet hatten. Nun sah ich nicht nur ein grelles Licht, sondern konnte mehr und mehr von meiner Umwelt wahrnehmen. Erst ganz verschwommen, doch im Laufe der Zeit immer klarer.
Da war meine wunderschöne Mama mit ihren großen blauen Augen, die mich immer so unsagbar zärtlich anschauten. Da waren meine beiden Geschwister. Zwei Kätzinnen. Sie waren ganz weiß, so wie ich. Obwohl Mama dunkle Abzeichen im Gesicht, am Schwanz, den Ohren und an den Beinen hatte. Mama erklärte mir, dass diese Points bei uns auch noch kämen. Sie würden sich mit der Zeit erst entwickeln.
Ich sah unser Nest, in dem wir lagen. Weich, sauber, warm. Es hätte nicht besser sein können. Und ich sah einen Raum mit allerlei komischen Dingen. Einen Baum für Katzen, den man Kratzbaum nennt, sagt Mama. Und ganz viele Dinge, die meinem Menschen gehören. Tisch, Sofa und all so ein Zeugs. Dass man mit all diesen Sachen richtig viel Spaß haben konnte, sollte ich erst viel später erfahren.
Irgendwann war es mir dann zu blöd, immer nur herumzuliegen. Ich dachte, da müsste es doch noch mehr geben! Mama lag jetzt auch nicht mehr dauernd bei uns, sondern lief auch mal zu dem Kratzbaum, um sich die Krallen zu schärfen, oder um sich darauf zu legen und uns mal eine Weile von oben herab zu beobachten. Wahrscheinlich war sie es auch leid, immer nur bei uns zu liegen.
Ich beobachtete sie ganz genau, wenn sie aufstand und wegging. Das wollte ich auch können. Und so übte ich unablässig. So lange, bis meine Beine mich für einen kurzen Moment trugen. Ich war so stolz! Aber leider fiel ich nach ein paar wenigen Sekunden wieder um. Meine Schwestern lachten mich aus und konnten sich vor Schadenfreude gar nicht mehr einkriegen. Na, denen würde ich es zeigen!
Und wirklich, drei Tage später machte ich meine ersten Schritte. Erst nur in unserem Nest, doch ich konnte laufen! Mama war so stolz auf mich und ermutigte meine Schwestern es mir gleich zu tun. Als sie sich endlich trauten, fingen wir an miteinander zu spielen.
Noch ein paar Tage später wagten wir uns immer weiter aus unserem Nest heraus. Wir erkundeten unsere kleine Welt. Und immer wieder lernten wir neues kennen. Es kam die erste feste Nahrung, die unser Mensch uns brachte. Erst fanden wir sie total doof, dann schmeckte sie uns immer besser und wir freuten uns schon immer darauf. Außerdem konnte man mit ihr herrlich rum matschen, wenn man satt war. Das machte Spaß! Und Mama hatte dann jede Menge zu putzen – unser Mensch übrigens auch.
Mama meinte, dass wir jetzt groß genug wären, eine Toilette zu benutzen. Sie hätte uns jetzt lange genug sauber gehalten. Damit wir es leicht haben und nicht so weit laufen mussten, wenn es eilig war, hatte unser Mensch in der Nähe des Nestes inzwischen eine kleine Toilette nur für uns Katzenkinder bereitgestellt. Sie setzte einen nach dem anderen von uns hinein und freute sich sehr, als wir das erste Mal auf dem Katzenklo pullerten. Und wir freuten uns auch! Danach fühlten wir uns so erwachsen! Von da an gingen
wir immer auf diese Toilette, um unsere Geschäfte zu verrichten.
