Miss Jackson - Francis Adams - E-Book

Miss Jackson E-Book

Francis Adams

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Beschreibung

Ein unerwartetes Wiedersehen zwischen der Ehefrau eines reichen Politikers und einem Vorstadtarzt bringt ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit der rätselhaften Frau ans Licht. Was geschah damals wirklich auf dem Schiff, das sie nach Australien brachte?

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Seitenzahl: 26

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Francis Adams

 

Miss Jackson

 

 

Aus dem Australischen übersetzt von

Shawnee Lawrence

 

 

 

3., überarbeitete Auflage 2018

Balladine Publishing Ltd & Co. KG, Köln

Copyright © 2014 Balladine Publishing

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: Balladine

ISBN 978-3-945035-29-0

www.balladinepublishing.com

Inhalt

Francis Adams – Miss Jackson

Über den Autor

Glossar

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Fran­cis Adams – Miss Jack­son

Er blieb plötz­lich ste­hen und starr­te nach vorn. Dann wand­te er sich zu mir um und sag­te: »Siehst du die­ses Mäd­chen dort?«

Wir be­fan­den uns in der King Street in Syd­ney. Es war ge­gen vier Uhr an ei­nem wun­der­vol­len Herbst­nach­mit­tag, und Mur­doch und ich mach­ten ei­nen Spa­zier­gang. Mur­doch ist ein sehr al­ter Freund von mir. Wir wa­ren zu­sam­men an der Marl­bo­rough und spä­ter am Uni­ver­si­ty Col­lege in Lon­don. Er war Me­di­zin­stu­dent und ich stu­dier­te ein biss­chen dies und das, aber nichts im Be­son­de­ren.

Erst vor Kur­zem hat­te ich ihn in Syd­ney wie­der­ge­trof­fen, den frisch ver­hei­ra­te­ten, gut aus­ge­las­te­ten jun­gen Vor­stadt­me­di­kus. Und nun tausch­ten wir Er­in­ne­run­gen und Neu­ig­kei­ten aus. Wir hat­ten bei Com­pa­gno­ni ge­ges­sen und schlen­der­ten eben um eine Ecke der Pitt- und King Street, als er mit ei­nem Mal ste­hen blieb, nach vorn starr­te, sich zu mir um­dreh­te und sag­te: »Siehst du die­ses Mäd­chen dort?«

Ich warf ei­nen Blick in die Rich­tung, in die sei­ne Au­gen deu­te­ten und sei­ne zi­gar­re­hal­ten­de Hand wies, und sah ei­ne Da­me, die vor dem Schau­fens­ter ei­nes Ju­we­lier­geschäfts stand und ge­danken­ver­lo­ren hi­nein­schau­te, eher mit der Mie­ne ei­nes Men­schen, der sich die Zeit bis zu ei­nem er­warte­ten Ren­dez­vous ver­treibt, als mit der ei­nes Pas­san­ten, der von den aus­ge­stell­ten Wa­ren an­ge­zo­gen wird.

Ich er­kann­te sie so­fort. Es war Mrs Med­win. Mrs Med­win ist die Frau – die jun­ge zwei­te Ehe­frau – ei­nes un­se­rer pro­mi­nen­tes­ten Groß­grund­be­sit­zer und Po­li­ti­ker aus Vic­to­ria. Viel­leicht hat­te sie auf dem Rück­weg von ih­rer Hoch­zeits­rei­se hier­her ei­nen Ab­ste­cher ge­macht. Med­win hat­te sie erst vor sechs oder sie­ben Mo­na­ten ge­hei­ra­tet. Gleich da­nach sind die zwei zu ei­ner Rei­se nach Eng­land auf­ge­bro­chen, mit der Ab­sicht, über New York und San Fran­cis­co zu­rück­zu­keh­ren.

Wir be­fan­den uns nun di­rekt hin­ter ihr, und da sie im­mer noch das Schau­fens­ter be­trach­te­te, war es un­wahr­schein­lich, dass sie uns be­mer­ken wür­de. Ei­ne klei­ne Grup­pe ent­ge­gen­kom­men­der Fuß­gän­ger zwang mich, aus­zu­wei­chen und Mur­doch ei­nen Schritt vor­aus­zu­ge­hen. Ge­nau in die­sem Mo­ment sah ich, im Wei­ter­ge­hen ei­nen Blick über die lin­ke Schul­ter wer­fend, dass sie sich plötz­lich um­wand­te. Sie rann­te bei­na­he in ihn hin­ein. Doch als ich mich um­ge­dreht hat­te, war al­les vor­bei.

Ih­re Bli­cke hat­ten sich ge­trof­fen. Ein ei­gen­arti­ger Aus­druck war über ihr schö­nes Ge­sicht ge­huscht. Er hat­te sei­nen Hut ge­zo­gen, sie leicht ih­ren Kopf ge­neigt. Und schon war er wie­der ne­ben mir und wir spa­zier­ten zu­sam­men wei­ter, von ihr fort. Der Aus­druck auf ih­rem Ge­sicht, als sich ih­re Bli­cke tra­fen, steht mir heu­te noch eben­so deut­lich vor Au­gen wie da­mals.

Ich se­he sie vor mir, wäh­rend ich dies schrei­be. Sie hat­te nie­mals ei­ne be­son­ders kräf­ti­ge Ge­sichts­far­be, aber man konn­te sie auch nicht ge­ra­de als blass be­zeich­nen. In Nea­pel ha­be ich Ita­lie­ne­rin­nen mit ähn­lich war­mem Teint ge­se­hen, wie oliv­far­be­ner Mar­mor. Ih­re Au­gen hat­ten ei­nen son­der­ba­ren Blick, der mich an die ju­we­len­be­setz­ten email­lier­ten Au­gen be­stimm­ter Sta­tu­en er­in­ner­te.