Mister Marple und die Schnüfflerbande - Auf frischer Tat ertapst - Sven Gerhardt - E-Book

Mister Marple und die Schnüfflerbande - Auf frischer Tat ertapst E-Book

Sven Gerhardt

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Beschreibung

Mister Marple: Die spannende Detektivreihe von Bestsellerautor Sven Gerhardt

Juhu – sturmfreie Bude bei der Schnüfflerbande! Die Gelegenheit für eine Zeltübernachtung im Garten. Während Elsa ganz aus dem Häuschen ist, bekommt Theo die Panik: Er kann zelten nicht ausstehen – schon gar nicht in Elsas Urwald-Garten! Daran ändert auch die lustig-verrückte Tante Trixi nichts, die auf die Kinder aufpassen soll. Zum Glück ist Hamster Marple ohnehin nachtaktiv und kann Theo Gesellschaft leisten. Doch als im Nachbarhaus eine Scheibe zu Bruch geht, steht Mister Marple plötzlich unter Generalverdacht. Wird die Schnüfflerbande es schaffen, ihm das Fell zu retten?

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Seitenzahl: 89

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Mit Illustrationen von Nikolai Renger

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© 2020 cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München Alle Rechte vorbehalten Innenillustrationen und Cover: Nikolai Renger Umschlaggestaltung: Lena Ellermann, Potsdam aw · Herstellung: AJ Satz und E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck ISBN: 978-3-641-26714-8V001www.cbj-verlag.de

Inhalt

Kapitel 1    Feinstaubmonster

Kapitel 2    Heringe und andere wilde Tiere

Kapitel 3    Rauchzeichen

Kapitel 4    Zerbrochenes Glas

Kapitel 5    Alles Einbildung?

Kapitel 6    Unter Verdacht

Kapitel 7    Tot oder lebendig

Kapitel 8    Ein hungriger Roboter

Kapitel 9    Dolce vita!

Kapitel 10    Staubsauger und Presslufthammer

Kapitel 11    Eingefrorenes Brot

Kapitel 12    Hightech-Monster

Extra    Mister Marples hamsterstarke Tipps für Detektivclub-Gründer

»Man kommt in der Freundschaft nicht weit, wenn man nicht bereit ist, kleine Fehler zu verzeihen.«

Jean de La Bruyère

KAPITEL 1

Feinstaubmonster

»Mensch, Elsa, gut dass unsere Zentrale so weit oben liegt«, schnaufte ich, als ich das Dach des Schuppens in Elsas Garten erreichte und mich atemlos in einen der Klappstühle plumpsen ließ.

Elsa sah mich verwundert an. Sie wusste, dass ich Höhenangst hatte und zum Erklimmen unseres Treffpunkts auf der wackligen Strickleiter immer einen Helm und einen Klettergurt trug. Meine plötzliche Freude darüber, dass unsere Zentrale oben lag, konnte sie natürlich nicht verstehen.

»Die Feinstaubbelastung ist nämlich am Boden viel schlimmer«, fuhr ich daher fort. »Die Staubteilchen können in den Blutkreislauf geraten, und wenn es ganz schlimm kommt, kann man davon sogar einen Herzinfarkt bekommen! Hab ich eben in dem Heft aus der Apotheke gelesen!«

Ich hustete künstlich in meine Hand, um zu schauen, ob irgendwelche schwarzen Krümel dabei herauskamen. Zu meiner Erleichterung war nichts zu sehen.

Elsa verdrehte die Augen. Vermutlich dachte sie wieder, dass ich total übertreibe.

»Ich hätte eben beinahe einen Herzinfarkt bekommen – allerdings nicht vom Feinstaub!«, erwiderte sie und ihr Blick verriet, dass sie irgendetwas bedrückte.

»Was?«, rief ich besorgt und sprang aus meinem Klappstuhl auf.

Elsa wedelte sofort mit ihren Händen. »Bleib sitzen! Mir geht’s gut!«

Ich überlegte kurz, ob ich den Notarzt rufen sollte, setzte mich aber wie befohlen wieder hin und sah Elsa fragend an.

»Meine Mutter hat bei einem Preisausschreiben ein Wellness-Wochenende für zwei Personen gewonnen. Sie und mein Vater fahren schon Freitagnachmittag los. Und meine Tante Trixi kommt, um auf mich aufzupassen – als Babysitterin sozusagen!« Elsa stöhnte und mir fiel ein Stein vom Herzen, der mindestens so groß war wie der Mond.

»Mir so einen Schrecken einzujagen!«, beschwerte ich mich. »Von einem Wellness-Wochenende bekommt man doch keinen Herzinfarkt.«

»Nein, aber wenn du wüsstest, wie laut Tante Trixi schnarcht, könntest du verstehen, warum mich diese Nachricht umgehauen hat. Sie ist zwar total nett und lustig, aber sie hat echt ein paar Probleme mit der Atmung.«

Elsa machte nun so laute und übertriebene Schnarchgeräusche, dass über uns ein paar aufgeschreckte Vögel aus dem Baum flogen.

»So schrecklich schnarcht doch kein Mensch«, sagte ich und fing an zu lachen.

Elsa kam nun richtig in Fahrt. Ihr Schnarchen wurde zu einer Art Grunzen und ihr Gesicht bebte, flatterte und wackelte beim Ausatmen, dass mir bei ihrem Anblick ganz schwindelig wurde. Sie konnte sich dabei kaum auf ihrem Klappstuhl halten.

»Glaub mir, das ist Tante Trixi«, sagte sie schließlich und mir liefen vor lauter Lachen Tränen aus den Augen. »Dagegen helfen auch die besten Ohrstöpsel nichts.«

»Dann musst du wohl entweder das ganze Wochenende über wach bleiben oder dir eine andere Bleibe suchen«, sagte ich, nachdem ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte.

Elsa dachte nach. Plötzlich hellte sich ihr Gesicht auf.

»Hey Theo, das ist die Idee!«, jubelte sie und klatschte in die Hände. »Ich könnte endlich mal wieder mein Zelt aufbauen, das ich letztes Jahr zum Geburtstag bekommen habe!«

Sie blickte vom Schuppendach runter in den völlig verwilderten Garten. »Wenn man da hinten ein wenig das Gras mäht, ist das ein idealer Platz. Weit genug weg von unserem Gästezimmer im Haus.«

»Zelten? So ganz alleine in eurem Urwald? Hättest du da keine Angst?«, fragte ich und bekam schon bei dem Gedanken daran eine Gänsehaut.

»Wieso allein?«, erwiderte Elsa. »Du und Mister Marple – ihr beide macht natürlich mit!«

»Das kannst du total vergessen«, protestierte ich sofort. »Zelten steht auf der Liste meiner Lieblingsbeschäftigungen noch weit hinter Zahnarztbesuchen und Bungee-Jumping.«

»Quatsch!«, widersprach Elsa. »Du wirst sehen, das wird ein riesiger Spaß!«

»Auf gar keinen Fall!«, sagte ich streng, doch an Elsas Blick konnte ich sehen, dass die Sache für sie noch nicht abgeschlossen war.

Eine Weile saßen wir nun schweigend auf dem Schuppendach. Elsa ließ ihren Blick durch den Garten schweifen und ich stellte mir vor, wie ich in einem mickrigen Zelt im tiefsten Dschungel lag und in der Dunkelheit um mich herum die gruseligsten Geräusche zu hören waren. Plötzlich stieg in dem Zelt ein dichter, dreckiger Nebel auf. Es musste der Feinstaub gewesen sein, der durch kleinste Ritze ins Innere gedrungen war. Hustend öffnete ich den Reißverschluss des Zelteingangs und blickte direkt in die gelblich leuchtenden Augen eines Urwaldmonsters, das zähnefletschend und Feinstaub pupsend auf mich gewartet hatte.

»Wo ist eigentlich Mister Marple?«, riss mich Elsas Stimme plötzlich aus meinen Gedanken. Mein Herz pochte wie wild und ich brauchte einen Moment, um zu begreifen, dass ich mich nicht im Dschungel, sondern in unserer Zentrale befand.

»Äh, was?«, stotterte ich.

Elsa sah mich grinsend an. Sie wusste, dass ich mit meinen Gedanken manchmal ganz woanders war und dann völlig in meiner Fantasie abtauchte.

»Mister Marple«, wiederholte sie ruhig. »Wo ist er denn?«

»Der schläft tief und fest«, antwortete ich. »Ich glaube, er hat heute Nacht in seinem Laufrad einen Marathon zurückgelegt und ist jetzt fix und fertig.«

Mein Hamster, den ich nach der Detektivin Miss Marple aus meinen Lieblingsbüchern benannt hatte, war kein gewöhnliches Tier. Er drehte seine Runden im Hamsterrad nicht einfach nur zum Spaß, sondern um sich für seine Sondereinsatzkommandos fit zu halten. Er war Mitglied unserer Schnüfflerbande und hatte schon oft dabei geholfen, knifflige Fälle zu lösen. Elsa, mein Hamster und ich hatten uns nämlich mit der Zentrale für tierische Angelegenheiten auf Kriminalfälle spezialisiert, die – wie der Name schon sagte – etwas mit Tieren zu tun hatten. Und da Mister Marple sowohl Menschen als auch Tiere verstehen konnte, war er für solche Angelegenheiten unentbehrlich. Zusammen waren wir das beste Schnüfflerteam der Welt!

»Für einen nachtaktiven Hamster wäre Zelten doch bestimmt toll!«, grinste Elsa, legte ihre Füße auf den verrosteten Campingtisch und verschränkte die Arme hinter dem Kopf.

Ich verengte meine Augen und blickte sie streng an. »Zum letzten Mal: vergiss es!«

Mister Marples Schnüffler-Protokoll:

Leute, ich bin platt wie ’ne Flunder! Zwei Stunden im Hamsterrad bei dem Tempo – das waren locker 42 Kilometer. Bei einem Marathonrennen würde das Weltrekord bedeuten! Aber wer mich kennt, weiß, dass ich immer alles gebe und mich nicht mit halben Sachen begnüge. Na ja – abgesehen vielleicht von dem halben Stück Apfel, das Theo mir in den Käfig gelegt hat. Da sage ich natürlich nicht Nein! Und wer Topleistungen bringen will, muss auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen achten. Das gilt für Profisportler und auch für Star-Detektive wie mich! Bei einem Einsatz muss ich mich voll und ganz auf meinen Körper verlassen können. Genauso wie auf meine empfindliche Spürnase. Und wenn mich dieses Näschen nicht täuscht, riecht es hier auch schon ein klitzekleines bisschen nach einem neuen Fall. Was auch immer es ist – ich werde bereit sein! Jetzt lege ich mich aber erst mal aufs Ohr. Im Schlaf erholen sich die Muskeln nämlich am besten. Und meine durchtrainierten Hochleistungsbeine brauchen dringend mal ’ne Pause …

KAPITEL 2

Heringe und andere wilde Tiere

Wie hatte ich mich nur auf diese Sache einlassen können? Elsa hatte es doch tatsächlich irgendwie geschafft, mich zum Zelten zu überreden! Sie hatte einfach nicht lockergelassen, hatte gebettelt, genörgelt, genervt und schließlich auch noch meine Eltern zu Hilfe geholt. Wobei mein Vater eher keine Hilfe war. Er hasste Zelten noch viel mehr als ich und erzählte von fürchterlichen Ängsten, die er als Kind und Jugendlicher dabei erlitten hatte. Er stammelte etwas von Raubtieren, Ungeziefer, Unwettern und allen möglichen anderen gefährlichen Dingen. Passiert ist wohl nie etwas, aber mein Vater hatte mir trotzdem dringend davon abgeraten. Meine Mutter war da ganz anderer Meinung. Sie liebte Camping und sagte, dass es mir guttun würde, mich etwas zu trauen, das mir Angst machte. (Wenn die wüsste, was ich mich schon alles getraut hatte, seit ich Elsa kannte.) Außerdem sei Zelten im Garten völlig ungefährlich und es wären ja auch nur zwei Nächte. In unserem Viertel gebe es auch keine Raubtiere und das Wetter solle am Wochenende herrlich werden. Und vor ein paar Krabbelkäfern brauche sich nun wirklich kein Mensch zu fürchten. Außerdem hatte sie mit Tante Trixi telefoniert und diese hatte versichert, dass sie natürlich regelmäßig nach uns schauen würde. Wie sie das anstellen wollte, während sie nachts im Tiefschlaf das Haus zusammenschnarchte, wusste ich zwar nicht, aber irgendwann habe ich schließlich klein beigegeben. Mir war klar, dass ich in dem Zelt kein Auge zukriegen würde, aber Mister Marple würde mit mir wach bleiben und das machte die Sache etwas weniger schlimm.

»Mist, ein Hering fehlt«, raunte Elsa, als wir das Zelt fast fertig aufgebaut hatten. Ihr Vater hatte zuvor ein kleines Stück Rasen gemäht und die Zeltplane war in dem wuchernden Unkraut drum herum kaum zu erkennen. Das beruhigte mich etwas, denn im Dunkeln würden Raubtiere, Monster oder ähnliche Ungeheuer unser Lager vermutlich gar nicht entdecken. Die vielen Pflanzen im Garten waren zudem ein natürlicher Schutz gegen Feinstaub, der ja sonst von der Straße zu uns hätte rüberwehen können.

Statt des fehlenden Herings rammte Elsa einen kleinen Ast in den weichen Boden und befestigte das letzte Sicherungsseil daran. Sie war unglaublich geschickt und hatte das Zelt völlig ohne meine Hilfe aufgebaut. Ich machte wohl gerade auch nicht den hilfreichsten Eindruck, denn ich stand einfach nur blass und mit weichen Knien auf dem Rasen und hielt nach geeigneten Fluchtwegen Ausschau, die mir im Falle eines Falles in der Nacht das Leben retten würden.

»Theo, mach dich doch mal locker«, sagte Elsa nach getaner Arbeit und ließ sich ins Gras fallen. Sie schien das alles zu genießen und freute sich so auf das Zelten, als wäre es Weihnachten und Geburtstag zusammen.