Mister Marple und die Schnüfflerbande - Ein Hamster gibt alles! - Sven Gerhardt - E-Book

Mister Marple und die Schnüfflerbande - Ein Hamster gibt alles! E-Book

Sven Gerhardt

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Beschreibung

Manege frei für den Meisterschnüffler

Zirkus Ratzifatzi ist in der Stadt. Nur scheint dort nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Denn als Theo, Elsa und Mister Marple gemütlich in Carolas Café sitzen, setzt die Zirkus-Ziege einen Hilferuf ab. Klar, dass die Freunde der Ziege helfen wollen. Um herauszufinden, warum sie in Gefahr ist, müssen sie sich in den Zirkus einschleusen. Und die Schnüfflerbande hat schon eine Idee: Für das Wochenende ist ein Mitmach-Zirkus geplant, und wenn man schon einen hochbegabten Hamster im Team hat, liegt es nahe, dass Theo und Elsa mit einer Hamster-Dressur-Nummer ins Rennen gehen. Doch als Mister Marple Zirkusluft schnuppert, gibt es kein Halten mehr: Bei einem waghalsigen Stunt bringt er sich selbst in Gefahr. Noch dazu fehlt von der Ziege jede Spur. Wird die Schnüfflerbande ihr dennoch helfen können?

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Seitenzahl: 95

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Mit Illustrationen von Nikolai Renger

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© 2021 cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der

Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH,

Neumarkter Straße 28, 81673 München

Alle Rechte vorbehalten

Covergestaltung: Lena Ellermann

Cover- und Innenillustrationen: Nikolai Renger

mk · Herstellung: AJ

Satz und E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

ISBN: 978-3-641-26715-5V002www.cbj-verlag.de

Inhalt

Kapitel 1    Zirkusallergie

Kapitel 2    Buntes Eis

Kapitel 3    Ein halber Clown

Kapitel 4    Salto ins Sandbad

Kapitel 5    Sprachlos

Kapitel 6    Stadt ohne Talente

Kapitel 7    Gemeinsam stark

Kapitel 8    Im falschen Film?

Kapitel 9    Vom Mammut zum Neandertaler

Kapitel 10    Carbonara Misterioso

Kapitel 11    Geschmuggelter Löwenzahn

Kapitel 12    Betrügerischer Nussknacker

Kapitel 13    Ein Beweis aus Gold

Kapitel 14    Das große Finale

»Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt, beherzt ist, wer die Angst kennt und sie überwindet.«

Khalil Gibran

KAPITEL1

Zirkusallergie

»Theo, geht’s dir gut? Du siehst so blass aus?«

Elsa sah mich mit einem sorgenvollen Blick an, als ich auf das Schuppendach geklettert kam.

»Mir geht es miserabel«, krächzte ich und ließ mich seufzend auf einen der Klappstühle plumpsen. Ich rang nach Luft, hüstelte und tastete mir wie ein Arzt den Hals ab.

»Bist du erkältet, hast du Halsschmerzen oder vielleicht Fieber?«, fragte Elsa mit sorgenvollem Blick.

»Nein, ich habe eben beim Mittagessen eine Fischgräte verschluckt.«

Elsas Sorgenfalten verschwanden sofort. »Aha«, sagte sie nur. Vermutlich dachte sie, dass ich mal wieder maßlos übertreibe.

»Daran kann man ersticken!«, schob ich direkt nach.

»Wie groß war sie denn?«, wollte Elsa nun wissen.

Ich hielt Daumen und Zeigefinger einen knappen Zentimeter auseinander.

»Ui!«, entgegnete Elsa, und ich konnte sofort sehen, dass sie mich nicht ernst nahm. »Dann ist es wirklich ein Wunder, dass du noch lebst!«

»Du machst dich über mich lustig!«, sagte ich empört.

»Ich? Nein, das würde ich doch nie tun!« Elsa kniff mir in die Seite. »Ich glaube nur, dass du dir mal wieder viel zu viele Sorgen machst!«

Das stimmte natürlich. Ich machte mir immer sehr viele Gedanken. Vermutlich mehr als die meisten Menschen. Und ich hatte vor ziemlich vielen Sachen Angst. Ganz im Gegensatz zu Elsa. Vielleicht waren wir deshalb auch so ein gutes Team.

Das Dach des Schuppens in ihrem Garten war übrigens unser Treffpunkt. Wir nannten ihn die Zentrale für tierische Angelegenheiten. Dort oben waren wir bestens ausgestattet. Neben zwei Klappstühlen und einem verrosteten Campingtisch befanden sich auf dem Schuppendach noch ein Regal mit einer vollständigen Tierlexikon-Reihe, ein kaputtes Radio und eine Sammlung alter Zeitschriften und Werbeprospekte. Es war das ideale Detektivquartier.

Gemeinsam mit meinem hochbegabten Hamster Mister Marple waren Elsa und ich nämlich die Schnüfflerbande. Wir hatten uns auf Kriminalfälle spezialisiert, die irgendwas mit Tieren zu tun hatten.

Mister Marple schnarchte seelenruhig in der Tasche meiner Warnweste, die ich immer trug, wenn ich aus dem Haus ging. Da er kein gewöhnlicher Hamster war, musste er auch nicht sein ganzes Leben in einem Käfig verbringen, sondern unterstützte Elsa und mich bei unseren Ermittlungen. In unserem Team war er für die Sondereinsatzkommandos zuständig.

»Hier – das wird dich auf andere Gedanken bringen!«, sagte Elsa und zog einen bunten Zettel aus ihrer Hosentasche, der total zerknittert war. »Ein Zirkus! In unserer Stadt! Ist das nicht großartig?«

Ich faltete den Zettel mühsam auseinander. Neben einem ziemlich mickrigen Zirkuszelt waren dort ein schlecht geschminkter Clown und ein altersschwaches Kamel abgebildet. Außerdem war ein glatzköpfiger Typ zu sehen, der riesige Gewichte stemmte und dabei seine strahlend weißen Zähne präsentierte. Oben drüber stand in einer verschnörkelten Schrift Zirkus Ratzifatzi.

»Toll«, antwortete ich in einem Tonfall, bei dem Elsa eigentlich hätte merken müssen, dass ich es nicht ernst gemeint hatte.

»Ja, nicht wahr!«, sagte sie jedoch und hüpfte fröhlich über das Schuppendach. Dann hangelte sie sich wie eine Trapezkünstlerin an einem Ast entlang, schwang ein paar Mal hin und her und landete anschließend mit einem lauten Scheppern im Campingtisch.

»Elsa! Hast du dich verletzt!«, rief ich sofort und half ihr auf die Beine.

»Nein, mir geht’s gut!«, sagte sie und grinste. »Die Nummer muss ich wohl noch ein bisschen üben …«

Dann erzählte sie von Trapezkünstlern, Clowns und wilden Tieren. Sie redete wie ein Wasserfall und ihre Augen leuchteten dabei. »Weißt du, Theo, ich liebe Zirkus«, beendete sie ihren Vortrag. »Und deshalb müssen wir auch unbedingt zusammen zu einer Vorstellung gehen!«

Von dieser Idee war ich nicht so begeistert. Wenn ich an Zirkus dachte, kamen mir sofort Bilder von brüllenden Tigern und gruseligen Schlangenbeschwörern in den Sinn. Ich dachte an Trapeze in schwindelerregender Höhe und Clowns, die einen auf die Bühne holten und in peinliche Situationen brachten.

»Das, äh, geht leider nicht«, stammelte ich.

»Was, wieso denn nicht?«, erwiderte Elsa.

»Ich … ich hab vermutlich eine Zirkusallergie!«

Elsa sah mich finster an.

»Wirklich! Da gibt es Kamelhaare und ganz viel Staub und Dreck. Mir werden so dermaßen die Augen tränen, dass ich von der ganzen Vorstellung ohnehin nichts sehen kann. Und wenn ich die ganze Zeit niese, nervt das bestimmt die anderen Besucher!«

»Theo, vergiss es. Ich glaub dir kein Wort«, entgegnete Elsa kühl. »Du kommst mit. Das wird ein Betriebsausflug der Zentrale für tierische Angelegenheiten. Und damit basta!«

»Aber …«, stammelte ich.

»Nichts aber«, unterbrach mich Elsa sofort. »Du hast keine Allergie, sondern Angst. Und ich werde dir beweisen, dass man vor einem Zirkus genauso wenig Angst haben muss wie vor einem lächerlichen Fischgrätchen!«

Weil sie vermutlich mal wieder recht hatte, widersprach ich ihr auch nicht. Seit ich Elsa kannte, mussten sich meine Ängste warm anziehen. Ihr Mut reichte nämlich für uns beide.

Mister Marple kroch verschlafen aus meiner Westentasche und blickte sofort auf den bunten Werbezettel. Scheinbar hatte er unser Gespräch mitbekommen, denn er zeigte auf das Bild des Zirkuszelts und reckte seinen kleinen Daumen in die Höhe.

Zwei Mutige gegen einen Angsthasen – da blieb mir wohl keine andere Wahl, als an unserem »Betriebsausflug« teilzunehmen.

Mister Marples Schnüffler-Protokoll:

Was haben meine behaarten Lauscher da eben im Halbschlaf gehört – ein Zirkus, in unserer Stadt? Ist ja wohl klar wie Kloßbrühe, dass wir da mal vorbeischauen! Dass Theo es mit der Angst zu tun bekommt, wundert mich gar nicht. Raubkatzen mit spitzen Zähnen und waghalsige Artisten, die hoch oben durch die Lüfte wirbeln – da kann einem schon mal bange werden. Ich weiß, wovon ich rede. Denn genau genommen bin ich selbst ja auch ein Raubtier (habt ihr mal meine scharfen Beißerchen gesehen?). Und wenn ich meine Fitnessübungen im Hamsterkäfig mache, kann man das durchaus auch als Akrobatik bezeichnen. Klar, ich bin in erster Linie natürlich ein Meisterdetektiv, aber in meinen Adern fließt auch ein bisschen Zirkusblut. Und wer weiß – vielleicht wartet bei all den Tieren aus fernen Ländern ja auch schon der nächste Fall auf die Schnüfflerbande. Wundern würde mich das jedenfalls nicht …

KAPITEL2

Buntes Eis

»Du wirst nicht glauben, was heute in der Zeitung stand«, rief Elsa aufgeregt, als sie aus ihrer Haustür gehopst kam.

»Mein Vater sagt oft, dass man nicht alles glauben soll, was in der Zeitung steht«, nuschelte ich verschlafen. Morgens brauchte mein Gehirn immer etwas länger, bis es richtig in Fahrt kam. Bei Elsa war das anders. Auf dem Weg zur Schule redete sie immer ohne Punkt und Komma.

»Am Sonntag veranstaltet der Zirkus Ratzifatzi eine Vorstellung extra für Familien! Und jetzt halt dich fest: Es wird einen Mitmach-Zirkus geben!«

Elsa blieb stehen und sah mich mit einem erwartungsvollen Blick an. »Ist das nicht cool?«

»Ja, das ist nicht cool«, sagte ich, denn ich wusste sofort, worauf Elsa hinauswollte.

Bevor sie sich irgendwelche Hoffnungen machte, sagte ich klar und deutlich, was ich von der Sache hielt: »Du kannst da gerne mitmachen. Ich mache auf keinen Fall mit.«

»Mensch, Theo, das wird ein Riesenspaß!«, entgegnete Elsa.

»Ja«, stimmte ich ihr zu. »Das wird ein Riesenspaß – allerdings für die anderen. Nämlich dann, wenn ich vor Angst zitternd mit Helm, Warnweste und Klettergurt auf ein Trapez klettere oder heulend vor einem Raubtier wegrenne. Ich werde mich ganz bestimmt nicht zum Affen machen …«

»Hätte ich mir ja denken können, dass du nicht mitmachst«, brummte Elsa. Ihre gute Laune war mit einem Mal weg.

Den Rest des Schulwegs schlenderten wir schweigend nebeneinander her. Während Elsa enttäuscht einen kleinen Stein vor sich herkickte, stellte ich mir vor, wie ich vor einer lachenden Zuschauermenge in schwindelerregender Höhe auf einem Drahtseil spazierte. Unter mir eine Horde hungriger Löwen, die nur darauf wartete, dass ich danebentrat. Plötzlich erschien am anderen Ende des Drahtseils ein hässlich geschminkter Clown und zog eine fiese Grimasse. Dann hüpfte er auf das Seil und brachte es damit so heftig zum Schaukeln, dass ich das Gleichgewicht verlor und in die Tiefe stürzte.

Ein erschrockenes Zucken durchfuhr mich und holte mich zurück in die Realität.

»Bis später«, murmelte Elsa, als wir das Schulgelände erreicht hatten. Sie bog in das Gebäude ab, in dem ihr Klassenraum untergebracht war, und ich machte mich auf den Weg zur Turnhalle.

Im Sportunterricht wartete der Schwebebalken auf mich. Na toll!

In der Pause redeten alle nur vom Zirkus. In unserer kleinen Stadt war selten mal was Besonderes los. Kein Wunder also, dass ein buntes Zelt mit Artisten, Künstlern und Tieren solche Aufmerksamkeit bekam. Und der Mitmach-Zirkus am Familientag schien bei einigen Kindern aus meiner Schule besondere Fähigkeiten freizusetzen. Das Klettergerüst neben der Turnhalle konnte sich vor Nachwuchsartisten kaum retten. Elsa war natürlich auch mit dabei.

Ich hockte mich auf eine Bank und sah mir das bunte Treiben mit genügend Sicherheitsabstand an. Das war auch gut so, denn kurz vor Ende der Pause geriet die Sache etwas außer Kontrolle. Benno aus der 4b, den alle wegen seiner erstaunlichen Größe und Statur nur dasMammut nannten, hatte bei dem Versuch, einen Überschlag an der Klimmzugstange vorzuführen, drei Erstklässlerinnen vom Gerüst gefegt. Die waren anschließend mit dem Gesicht voraus im Sand gelandet und sahen nun aus wie panierte Schnitzel mit Augen.

»Was für ein Zirkus«, brummte ich und klang dabei wie mein Vater während des ersten und letzten Kindergeburtstags, den ich vor einigen Jahren zu Hause gefeiert hatte. Seitdem hatte ich aus Rücksicht auf die schwachen Nerven meines Vaters auf solche Feierlichkeiten verzichtet. Aber das ist eine andere Geschichte.

»Lass uns heute Nachmittag zum Festplatz hinter dem Rathaus gehen«, schlug Elsa vor, als wir auf dem Nachhauseweg waren. »Da bauen sie nämlich heute das Zirkuszelt auf.«

Ich seufzte. Hatte Elsa denn immer noch nicht verstanden, dass ich mich für den ganzen Zirkuskram überhaupt nicht interessierte? Da ich ihr aber nicht schon wieder die Stimmung vermiesen wollte, gab ich nach.

»Von mir aus«, murmelte ich und bereute es im nächsten Moment schon wieder.

Um Punkt drei stand ich mit einem schlafenden Mister Marple in der Westentasche vor Elsas Haus. Ich brauchte den Klingelknopf gar nicht erst zu drücken, denn Elsa kam sofort aus der Haustür gehüpft. Sie grinste dabei so breit wie der Clown auf der Zirkuseinladung. Mein Blick erinnerte da hingegen wohl eher an das altersschwache Kamel.

»Wir müssen vorher noch mal kurz bei Carola vorbei«, sagte ich und zeigte auf eine Tasche in meiner Hand. Sie war voller Bücher, die meine Mutter von Carola geliehen hatte.

»Kein Problem«, meinte Elsa. »Liegt ja auf dem Weg.«