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Am 30.Oktober 2010 machten sich zwei Cousinen mit dem Rucksack auf den Weg Südamerika zu erkunden. Die Reise führte sie in fünf Monaten durch sieben Länder, von der Freiwilligenarbeit im Waisenhaus in den peruanischen Anden bis zu den Traumstränden der Copacabana. Die zahlreichen Blogeinträge, die auf dieser Reise entstanden, geben Einblick in Kurioses und Alltägliches aus dem Backpackerleben.
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Seitenzahl: 193
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Am 30.Oktober 2010 machten sich zwei Cousinen mit dem Rucksack auf den Weg Südamerika zu erkunden. Die Reise führte sie in fünf Monaten durch sieben Länder, von der Freiwilligenarbeit im Waisenhaus in den peruanischen Anden bis zu den Traumstränden der Copacabana. Die zahlreichen Blogeinträge, die auf dieser Reise entstanden, geben Einblick in Kurioses und Alltägliches aus dem Backpackerleben.
Juhuuu, der erste Schritt ist vollbracht!Es hat einiges an Zeit, Warterei im Reisebüro, Warterei auf die Buchbarkeit von Flügen gekostet. Aber nun ist es soweit. Der Flug ist gebucht.We proudly present:31. Oktober 2010: Berlin - Amsterdam - Lima20. März 2011: Quito - Bonaire 25. März 2011: Bonaire - Amsterdam - BerlinNun können die Planungen beginnen. Die Route schaut in etwa so aus:Peru - Bolivien - Chile - Argentinien - Uruguay - Paraguay (- Brasilien? - Flug?) - Ecuador - vielleicht noch Kolumbien/Venezuela.Bis dahin!
Lange drauf gewartet, nun geht es endlich los: am Sonntag morgen fliegen Tanja und ich ein weiteres Mal los um die Welt, oder in diesem Fall genauer Südamerika, zu erkunden. Alles was wir dort so erleben, gibt es dann wie immer hier zu lesen. Ich bitte schon jetzt darum, all die vielen Rechtschreibfehler, Buchstabendreher und vergessenen Wörter zu entschuldigen. Ja, ich kann es besser. Das Dilemma auf solchen Reisen besteht für mich grundsätzlich darin, dass ich möglichst viel schreiben und gleichzeitig möglichst wenig Zeit in Internetcafés verbringen möchte (schließlich will ich lieber Sachen erleben, über die ich dann schreiben kann!) Natürlich hoffe ich auch, von euch allen immer mal wieder was zu hören!
Wir sind gestern Abend gesund und nicht so munter in Lima angekommen. Die Reise war unerträglich lang. Es gab einen kurzen Aufenthalt am Flughafen in Amsterdam. Der Limaflug war ziemlich überbucht und Anne hatte erst keinen Sitzplatz mehr bekommen. Wir mussten dann zwar unsere Fensterplätze aufgeben und in der Mitte sitzen, aber besser als noch einen ganzen Tag in Amsterdam herumzuwarten. Beinahe wären wir auch in den Genuss eines Nacktscanners gekommen! Wir waren schon ganz aufgeregt. Dann haben sie ihn aber wieder ausgeschaltet und wir sind durch eine ganz normale Kontrolle. Hätte gern gesehen, wie das aussieht ;)Und dann begann die Qual. 13Stunden Flug! Da entschwinden alle Dimensionen. Als die Anzeige noch zweieinhalb Stunden anzeigte hab ich dann schonmal angefangen meine Sachen zu packen, weil wir ja gleich landen :)Am Flughafen gab es dann ein unglaublich großes Empfangskommittee. Man lief durch einen riesigen Kreis von Leuten, die alle mit bunten Schildern und Luftballons die Ankünftigen empfingen. Eigentlich wollte Ricky uns abholen, aber entweder war er nicht da oder wir haben uns nicht erkannt...Ein ganz netter Taxifahrer hat uns dann ins Zentrum zu unserem vorher auserwählten Hostel gefahren. Er hat uns ganz viel erzählt und viele Tipps gegeben. Außerdem hat er ständig meine Wortwahl korrigiert, aber wir haben uns trotzdem gegenseitig verstanden. Das auserwählte Hostel war dann doch nicht so der Hit. Nicht ganz so sauber und eine blöde Katze, die es liebt in die Zimmer zu strolchen und sich einfach nicht wegscheuchen lässt! Keine Ahnung wie sie unsere Zimmertür geöffnet hat, aber sie stand auf einmal nachts vor meinem Bett. Das fand ich nicht so nett. Später in der Nacht kamen aus dem Nebenzimmer aber auch laute SchSch-Geräusche, da hat sie’s sich dort bequem gemacht.Zum Frühstück gabs frisch gepressten Anananssaft. Dann haben wir ein paar Polizisten gefragt, welche der Taxis denn nun die sicheren sind. Da haben sie uns gleich eins rangerufen. Man sah dem Fahrer den Schrecken an, der dachte bestimmt er hat irgendwas falsch gemacht. Jedenfalls haben wir uns am Busbahnhof schon einen Fahrschein für morgen Abend nach Ayacucho gekauft und nachdem wir so gute Polizeierfahrung gemacht hatten, haben wir den nächsten gleich nach dem Weg gefragt und dann hat er uns zum Zentrum, zum Plaza Mayo, zum Hauptplatz spaziert.Lima ist furchtbar voll. Furchtbar laut. Mindestens 50% der Autos auf der Straße sind Taxis. Hier darf sich jeder ein Taxischild reinhängen und als Taxi fungieren. Aber es gibt auch richtige Staatstaxis. Da weiß man woran man ist. Außerdem wird eigentlich nicht geblinkt. Der Blinker ist die Hupe. Die Hupe kann aber auch einfach nur heißen „hier komm ich„ oder „Platz da!“. Läuft man als Tourist durch die Straßen, merkt man, dass die Hupe auch noch heißen kann „Hier kommt ein Taxi, steigt ein señoritas!“. Hatte ich schon erwähnt, dass hier viiiele Autos fahren und hauptsächlich Taxis. Man kann sich die Hupkonzerte vorstellen.Heute ist Allerheiligen, Todos los Santos. Vieles hat geschlossen und wir hoffen nachher noch bunte Prozessionen zu sehen.Bis dann!
... oder die Ode an die Katze.Hola amigos,
wir sind in Lima! Was übrigens zu diesem Zeitpunkt gar nicht so selbstverständlich ist, wie es vielleicht klingt. Wir haben gestern früh pünktlich kurz nach sieben den Flieger in Berlin bestiegen und waren eine gute Stunde später in Amsterdam. So weit so gut. Dort haben wir auch ziemlich schnell unser Gate gefunden. Hat uns nur erstmal nicht viel genützt, da wir noch gar keinen Boarding-Pass hatten (uns wurde schon in Berlin gesagt, dass das Gepäck zwar durchgeschickt wird, wir aber in Amsterdam für den Boarding-Pass nochmal an einen Schalter müssen). Nun waren aber in diesem Bereich des Flughafens, also bei den Gates, gar keine Flugschalter. Allerdings gab es lauter Automaten, an denen man sich mit seinem Pass den Boarding-Pass selbst ausdrucken konnte. Hat auch alles super geklappt, bis auf die Tatsache, dass auf Tanjas Ticket ein Sitzplatz angegeben war und auf meinem nicht. Also sind wir auf der Suche nach einem KLM-Schalter losgestiefelt, um dann zu erfahren, dass der Flug total überbucht ist! Zurück am Gate hieß es dann also warten und Daumen drücken. Die Alternative war, eine Nacht in Amsterdam zu bleiben (der nächste Flug nach Lima wäre erst heute gestartet) und von KLM eine Abfindung zu bekommen. Prinzipiell wär das auch nicht soooo schlimm gewesen, aber wir haben halt leider nur so wenig Zeit in Lima, da wir dann direkt ins Workcamp nach Ayacucho weiter fahren. Aber das Glück war dann doch noch auf unserer Seite und sie konnten uns noch zwei Plätze nebeneinander geben.Den Flug kann man dann mit einem Wort beschreiben: lang! Dafür habe ich jetzt noch einen schönen Filmtipp für euch: Despicable Me. Lohnt sich!Angekommen in Lima hat uns dann ein toller Taxifahrer in den Stadtteil Miraflores gefahren. Er war viele Jahre Reiseführer in Cuzco und hat uns ganz viel über Land und Leute erzählt und auch noch nützliche Tipps gegeben. Irgendwann gegen 20Uhr haben wir dann endlich unser Hostel-Zimmer bezogen (vier Betten, aber wir hatten es angenehmerweise für uns allein) und viel mehr als ins Bett fallen haben wir dann auch nicht mehr getan.Mitten in der Nacht (naja, gegen 22Uhr, aber ich hab schon ziemlich fest geschlafen) wache ich plötzlich davon auf, dass Tanja im Zimmer hin und her geistert und komische Geräusche von sich gibt (kuschkusch). Unsere sehr verzogene Zimmertür hatte sich nämlich geöffnet und die Hostel-Katze hatte beschlossen, es sich bei uns gemütlich zu machen. Wär ja nicht so schlimm, wenn sie nicht auch versucht hätte, auf die Betten zu springen. Mit vereinten Kräften haben wir sie dann wieder hinaus bugsiert. Auch meine zweite Schlafunterbrechung der Nacht hatte mit der Katze zu tun, da ein anderer Gast (Engländer? Amerikaner?) irgendwann beschloss, ihr ein kleines, selbstkomponiertes Ständchen zu singen („Oh cat, you are so fat...“).Heute haben wir erstmal das Centro von Lima rund um den Plaza Mayor entdeckt. An und für sich ist dieser Teil der Stadt durchaus schön, was man ansonsten von Lima kaum behaupten kann. Selbst einzelne sehr schöne Gebäude stehen ansonsten neben irgendwelchen Bruchbuden oder hässlichen Betonklötzen. Dafür sind die vielen kleinen Parks wunderschön und sehr gut gepflegt. Allerdings wird man alle paar Sekunden von irgendwelchen Taxifahrern angehupt. Ich hoffe, in Ayacucho ist es etwas ruhiger.Wir gehen jetzt gleich noch einmal zum Plaza Mayor. Heute ist hier Feiertag (El Día de Todos los Santos) und wir hoffen natürlich, ein bisschen was von den Feierlichkeiten mitzubekommen.Morgen erkunden wir dann Miraflores und fahren schon am Abend mit dem Nachtbus weiter nach Ayacucho.
Wir sind angekommen in einer anderen Welt. Nach einer Busfahrt, die aufgrund zweier Reifenpannen statt 9Stunden auf einmal 12,5Stunden dauerte. Nach einer Busfahrt, die uns einmal durch die Anden über tausende von Serpentinen, Schotterpisten und durch Mondlandschaften über knapp 5000m und dann wieder hinunter unter die Baumgrenze auf 2700m bugsierte. An einem Punkt bei der Talfahrt am Morgen wurde vielen Passagieren so ziemlich zeitgleich schlecht. Um mich herum hat sich auch alles gedreht, Anne meinte ich war käseweiß, gefühlt hab ich mich definitiv so. Im Unterschied zum kalten, windigen Lima herrschten hier bei unserer Ankunft über 30Grad. Abends wird es aber mit ca. 10Grad angenehm kühl. Die Annäherung an die Stadt kündigte sich durch die Existenz einzelner Hütten an, die aus einem Steinzeitmuseum entnommen scheinen. Angekommen in Ayacucho musste ich feststellen, dass ich mir unter schön irgendwie was anderes vorgestellt habe. Wir haben uns in eine andere Welt begeben.Wir sind hier insgesamt acht Mädchen, die für drei Wochen in Ayacucho im Waisenhaus URPI arbeiten. Vier aus Mexiko, eine Französin und eine Japanerin. Untergebracht sind wir bei unserer „Instruktorin“ Lorena. Obwohl sie in der Hauptstraße und unter recht guten Verhältnissen wohnt, könnte mir das auch anders vorkommen. Dusche und Klo sind auf einem Quadratmeter untergebracht, die Fenster strotzen vor Löchern, der Aufenthaltsraum ist auch, ähm, interessant. Alles ist mit Wellblech abgedeckt, mit Luftlöchern, damit man auch vom Klo aus den Himmel sehen kann :) Fotos werden folgen.Den ersten Tag haben wir uns nur ausgeruht und mit Kokatee aufgeputscht, weil man sich an die Höhe erst gewöhnen muss. Und für meinen Teil auch an die staubige Hitze. Den folgenden Vormittag verbrachten wir wartend im Gesundheitsamt. Es gab nur einen diensthabenden Arzt. Ein Blick auf meine Hände verriet vollkommene Gesundheit sowie die psychische Tauglichkeit zur Arbeit mit Waisenkindern. Die Untersuchung war nach 20Sekunden abgeschlossen. Nach dem Mittagessen waren wir zum ersten Mal im URPI, wo die Kinder sich schon gefreut haben. Die mutigen sind gleich angekommen und haben uns umarmt und sich vorgestellt und in etwa tausendmal nach unseren Namen gefragt. Dadurch, dass jeden Monat neue Freiwillige kommen, sind die Kinder das alles schon gewohnt und freuen sich auf ein paar neue Spielgefährten. Unsere Arbeit ist jeden Tag von 9 bis 12 und von 15 bis 17Uhr. Vormittags sind die einen in der Schule, die anderen machen erst Hausaufgaben und dann ist Freizeit und nachmittags sind dann die anderen dran.Jetzt machen wir gerade Mittagspause. Wir gehen immer zu einer señora essen, die für Leute kocht. Man muss sich nur rechtzeitig anmelden. Leider war ich bis jetzt jedes Mal nach der Suppe schon vollkommen platt. Danach folgt ein Essen, das Reis, Kartoffeln und meistens Hühnchen beinhaltet. Die Zubereitungsweise variiert. Zu trinken gibts hier meistens abgekochtes, sehr warmes Obstwasser.Gleich springen wir wieder in den Bus, der schon losfährt, bevor man richtig drin ist. Die Fahrt dauert je nach Verkehrs- und Fahrgastaufkommen etwa 15-30Minuten. Die Strecke lässt sich auch in 45Minuten laufen, aber so angenehm ist das auch nicht. Man muss eine gute Taktik finden um sich seinen Weg über die Straße zwischen hupenden Bussen, Taxis, Mototaxis und Toyotas und vorbei an Ayacuchos Bevölkerung zu bahnen, die offenbar dauerhaft auf der Straße unterwegs ist. Da die URPI-Leute ganz schön streng sind, werden wir uns jetzt auf den Weg machen, um pünktlich wieder zu erscheinen.Weitere Neuigkeiten werden folgen.
Nun also Ayacucho. Wir haben noch einen netten, relativ ereignislosen, zweiten Tag in Lima verbracht. Zur Zeit wird dort direkt am Meer einiges neu gebaut und es strecken sich schon über mehrere Kilometer wunderschöne Parks, in denen man gut Zeit verbringen kann. Das einzige, was wirklich absolut fehlt, sind öffentliche Toiletten! Oder Cafés/Restaurants, in denen sich Toiletten befinden könnten!! Irgendwann hatten wir zwar dann Glück, aber ich hoffe definitiv, dass sie diesen Mangel dort noch beheben, dann ist es auf jeden Fall richtig schön.Am Abend ging es dann zum Busbahnhof von Cruz del Sur. Vieles hat dort eher an einen Flughafen erinnert. Das Gepäck wurde am Schalter abgegeben und dort auch nochmal gewogen und das Handgepäck wurde mit einem Metalldetektor untersucht. Der Bus war wie erwartet groß und komfortabel, mit Fußbänken, schönen Decken und Sitzen, die sich so weit zurück stellen ließen, dass Schlafen kein Problem war. Am morgen bekamen wir dann aber alle einige Nebenwirkungen der Strecke zu spüren: ganz abgesehen von den zahllosen Serpentinen haben wir in der Nacht einen Pass überquert, der auf knapp 5.000m Höhe liegt und sind dann nach Ayacucho wieder auf 2.700m heruntergefahren. Da ging es keinem im Bus mehr so richtig gut.Die Landschaft ist toll, aber irgendwie anders als erwartet. Dadurch, dass wir uns selbst auf einer solchen Höhe befinden, wirken die vermeintlich hohen Berge um uns herum eher wie Hügel. In Ayacucho kamen wir dann übrigens mit drei Stunden Verspätung an, da unser Busfahrer gleich zweimal einen Reifen wechseln musste! Der Bus, der in Lima eine Stunde nach uns gestartet ist, war schließlich zwei Stunden vor uns da...Ich war ziemlich gespannt auf Ayacucho, da wir von mehreren Leuten gehört hatten, dass es so schön sei. Ich kann diese Aussage zwar zu einem gewissen Grade verstehen, aber dann doch nicht wirklich teilen. Im Zentrum gibt es durchaus schöne Ecken, aber sobald man sich davon auch nur etwas entfernt, gibt es nur noch staubige Wege und einfachste Behausungen, die häufig aussehen, als würden sie nicht mehr lange stehen bleiben. Und auch rund um den Plaza Mayor sollte man besser immer genau aufpassen, wo man hin tritt. Da tut sich schon mal das eine oder andere Loch im Boden vor einem auf. Die Taxis machen auch hier ordentlich Gebrauch von ihren Hupen, aber es ist auf jeden Fall zumindest etwas ruhiger als in Lima. Und wir haben Sommer! Während wir in Lima noch in Pullover und Jacke rumgerannt sind (!) haben wir hier um die 30 Grad. Die Sonne brennt extrem, aber im Schatten bleibt es eigentlich immer angenehm. Nachts kühlt es stark ab, so dass das Schlafen kein Problem ist.Wohnen tun wir bei unserer Campleiterin Lorena, ca. 10-15Minuten zu Fuß vom Plaza Mayor entfernt. Wir, das sind die 8 Mädchen, die am Workcamp teilnehmen: 4 Mexikanerinnen (Diana & Adriana, Samantha & Ruth Edith) eine Japanerin (Reiko), eine Französin (Nora) und natürlich Tanja und ich. Dadurch, dass alle Spanisch können, sprechen wir kaum englisch untereinander. Einerseits toll, weil ich mein Spanisch verbessern möchte, andererseits aber auch etwas anstrengend, da man sich die ganze Zeit ganz schön konzentrieren muss. Jedenfalls sind aller sehr sympathisch und die Gruppe funktioniert bis jetzt richtig gut. Lorena ist eine tolle Campleaderin, die für uns an den Wochenenden schon einiges geplant hat - dazu dann aber mehr beim nächsten Mal.Unsere Behausung besteht aus einem Raum mit 8 Betten (mehr würden auch nicht reinpassen), einer kleinen Küche und einem Bad mit Dusche und Toilette, das gefühlt ca. 1qm groß ist (in der Realität sind es vielleicht auch 1,50qm). Aber wir haben Strom und fließend Wasser, wenn auch nur kaltes - da lohnt es sich dann, beim Duschen die Mittagshitze auszunutzen.Gestern ging es dann richtig los. Wir sind noch nicht gleich ins URPI - das Waisenhaus, in dem wir arbeiten werden - gefahren, sondern zu einem Centro de Salud. Lorena hat uns vorher erklärt, dass jeder, der im URPI arbeitet, ein Gesundheitszertifikat braucht und wir deswegen vorher da vorbei müssen. Das Centro ist ein ziemlich neues, modernes Gebäude inmitten von verfallenen Häusern und kaputten „Straßen“. Bis wir endlich dran kamen, konnten wir ungefähr zwei Stunden die Zeit tot schlagen. Zwischendurch kamen ein paar Schwestern raus und haben uns gefragt, ob wir Volleyball spielen wollen. War echt witzig, aber ich musste mal wieder feststellen, dass ich furchtbar schlecht bin. Als es dann endlich so weit war, kam man in einen kleinen Raum, wurde dann nett von einem Arzt begrüßt, der gleich gefragt hat, ob man krank ist. Danach hat er mich gebeten, beide Hände flach auf den Tisch zu legen. Er hat sie sich dann ca. 2Sekunden lang angeschaut und sich dann bedankt und verabschiedet. Ich glaube, keine von uns war länger als 10Sekunden in diesem Raum. Habe ich schon erwähnt, dass wir 2Stunden deswegen gewartet haben?!Am Nachmittag ging es dann endlich ins URPI. Uns wurde alles gezeigt und wir konnten schon einige der Kinder kennenlernen. Im URPI leben Jungs im Alter von 6 bis 17Jahren. Es ist das einzige staatliche Waisenhaus in Ayacucho. Wir helfen den Jungs bei den Hausaufgaben, spielen mit ihnen und ab nächster Woche gibt es dann wohl auch einige geplante Aktivitäten. Nachdem wir dann gestern Abend noch Samanthas Geburtstag mit reichlich Pisco Sour gefeiert haben, waren wir nun den ersten Vormittag da und fahren jetzt auch gleich nochmal für zwei Stunden hin. Daher muss ich jetzt auch Schluss machen, sonst verpassen wir unseren Bus.Saludos,Anne
Ich weiß schon wieder gar nicht, wo ich anfangen soll, es gibt so viel zu schreiben. Und dabei hab ich schon bei meinem letzten Eintrag einiges weg lassen müssen. Es ist hier immer gar nicht so einfach mit der Zeit. Wir sind jeden Tag der Woche von 09:00-12:00 und 15:00-17:00Uhr sowie samstags vormittags im URPI, da bleibt gar nicht viel Zeit. Schließlich will man ja auch die Stadt entdecken und die heiße Mittagspause für die kalte Dusche ausnutzen...Die Jungs im URPI sind unglaublich herzlich. Einige sind etwas schüchterner und zurückhaltender, während andere immer sofort auf uns zugestürmt kommen. Vor allem sind sie natürlich auch unglaublich aktiv und spielen am liebsten Fußball oder Fange, wobei wir hier in der Höhe immer sofort anfangen zu keuchen. Aber es ist wirklich unglaublich, wie gut die im Fußball oder auch Volleyball sind, bis hin zu den Allerkleinsten die dann schon mal nen technisch perfekten Fallrückzieher aufs Parkett legen. Außerdem bin ich gerade dabei, mein altes Schulwissen wieder rauszukramen, damit ich dann auch mal, wie heute früh, bei den Biologie-Hausaufgaben helfen kann... Ich habe festgestellt, dass ich auch nicht mehr allzu viel über den Aufbau von Pflanzenzellen weiß.Aber ich hatte ja versprochen, etwas über unsere Wochenendaktivitäten zu schreiben. Am Samstag haben wir erstmal die Stadt genauer erkundet. Emily, eine Französin, die selbst vor ein paar Jahren als Freiwillige kam und dann hier geblieben ist, hat uns herumgeführt. Allerdings hat sie uns erfreulicherweise nicht einfach die Sehenswürdigkeiten im Zentrum gezeigt, das eh nicht so groß ist. Stattdessen haben wir uns zum Beispiel die Universität angeschaut. Es ist eine öffentliche Uni und die zweitälteste des Landes nach der Uni in Lima. Wir sind auch ins Krankenhaus, wobei man sich vorkam, wie in einer anderen Welt. So ungefähr stelle ich mir die Krankenhäuser bei uns vor 50Jahren vor. Es ist schwer zu beschreiben, aber vor allem ist alles sehr alt und unmodern. Rollstühle sind Fahrgestelle mit aufgeschraubten weißen Plastikgartenstühlen.Schön war es auch, dass wir uns die Werkstatt eines Kunsthandwerkers anschauen konnten, der uns einiges über seine Arbeit erzählt hat. Das Kunsthandwerk spielt hier in Ayacucho immer noch eine sehr große Rolle, obwohl es für die meisten Künstler immer schwieriger wird, von ihrer Arbeit zu leben. Dabei haben sie wunderschöne Sachen zu einfach unglaublich niedrigen Preisen.Natürlich sind wir auch über die verschiedenen Märkte, sowohl kunsthandwerkliche als auch die normalen. Am besten sind immer die Stände mit dem Obst und Gemüse. Es ist unglaublich, was es alles für Kartoffeln gibt! An den Fleischtheken geh ich dagegen lieber immer schnell vorbei. Vor allem, weil die Käfige mit den lebenden Hühnern und Enten direkt daneben stehen...
