Mit Nigela durchs Referendariat - Nicole Lüke - E-Book

Mit Nigela durchs Referendariat E-Book

Nicole Lüke

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Beschreibung

"Da wir nun, aufgrund unseres Referendariats an einem Gymnasium im Nordschwarzwald, zu zweit für 18 Monate mehr oder weniger ohne soziale Kontakte in der Pampa saßen, beschlossen wir, unsere FreundInnen und Familie in Form eines Blogs auf dem Laufenden zu halten. So entstand "nigelaimschwarzwald". Da wussten wir noch nicht, dass unser Blog sich zu einer Art Psychotagebuch entwickeln würde, dem wir all unsere Alltagskatastrophen anvertrauen. Warum wir aus unserem Geschreibsel ein Buch gemacht haben? Weil es im Nachhinein doch ganz lustig ist. Und weil wir hoffen, anderen Reffis Mut machen zu können, die sich in unseren kleineren und größeren Sorgen wiederfinden und letztlich zu der Erkenntnis gelangen: Man überlebt es!" Entstanden ist ratgebende Unterhaltungsliteratur, die sich an ReferendarInnen, Lehramtsstudierende, LehrerInnen und natürlich all jene wendet, die sich für die heutige Bildungslandschaft - insbesondere die LehrerInnenbildung - interessieren und Spaß daran haben, einem unkonventionell geschriebenen Tagebuch zweier Chaotinnen zu folgen, die letztlich beweisen: "Im Idealfall hat einen das Ref sogar wirklich gebildet, nicht nur in Fachdidaktik, Pädagogik und Co., sondern - her mit dem Pathos - im Durchhalten und Überleben!"

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Seitenzahl: 198

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Was davor geschah …

… aus Nis Perspektive

… aus Gelas Perspektive

Über uns: Bewohnerinnen der Ref-WG

Blogeinträge während des Referendariats

Was danach geschah...

... mit Ni:

... mit Gela:

Fazit

Personen- und Ortsverzeichnis

Was davor geschah …

… aus Nis Perspektive

Gela und ich haben uns während des Germanistikstudiums kennengelernt. Gela war von uns die altruistisch Veranlagte, die gerne ihr ganzes Geld, ihre ganze Zeit, eigentlich ihr ganzes Leben für andere opferte. Ich dachte meistens erst mal an mich und war wohl eher ein wandelnder Egoismus. Ich weiß nicht mehr, wie es also dazu kam, dass ich an diesem Tag „ja“ zu dem Vorschlag sagte, bei der Fachschaft vorbeizuschauen. Gela kannte ich zu jener Zeit kaum. Sie hatte mich auf den Unifluren immer freundlich gegrüßt und ich hatte Woche um Woche wieder ihren Namen vergessen. In der Linguistikvorlesung kamen wir zum ersten Mal in ein Gespräch, an das ich mich erinnere (es ging um meinen Lateinvokabelkärtchenturm).

Alles fing also mit diesem Fachschaftsbesuch an, auf den ich eigentlich wenig Lust hatte, dem ich aber aus Höflichkeit zustimmte. Irgendwie wollte es der Zufall, dass wir bis nachts mit den Fachschaftsmenschen herumhingen und Gela dann nicht mehr nach Hause kam. Sie wohnte in irgendeinem zwielichtigen Vorort von Heidelberg, der durch den öffentlichen Personennahverkehr nur bedingt mit der Zivilisation verbunden war. Nachts fuhr da jedenfalls nichts mehr. Boris Becker stammt übrigens aus dem gleichen Ort. Mit zu mir nehmen konnte ich sie nicht, weil es bei mir keine Kontaktlinsenflüssigkeit gab. Jedenfalls hatte Gela nicht genügend Geld fürs Taxi und ich bin mit zu ihr gefahren, denn dann kostete es ja für jede nur die Hälfte. Warum ich ihr nicht einfach das Geld geliehen oder geschenkt habe, ist mir bis heute ein Rätsel, aber vermutlich, weil ich etwas dafür haben wollte – eine Taxifahrt nach Leimen.

Von diesem Zeitpunkt an waren wir unzertrennlich und gleichzeitig der harte Kern der Germanistik-Fachschaft. So vergingen die Jahre. Während Gela in erster Linie studierte, um eines Tages Lehrerin sein zu können, lebte ich für mein Studium und genoss jeden Tag an der Uni. Kinder (vor allem in Form von SchülerInnen) fand ich nervig, das Beamtinnendasein spießig und plötzlich war er da, der Tag der Abschlussprüfung. Das Leben musste, auch ohne geliebtes Studium, irgendwie weitergehen. Und mit Gela würde ja vielleicht auch ein Referendariat ganz lustig werden. Wir schmiedeten einen Plan, wie wir das System überlisten und beide an die gleiche Schule und somit natürlich ans gleiche Seminar kommen könnten. Wir sahen uns die Karte von Ba-Wü an, suchten nach einer Stelle, die ziemlich leer aussah und schauten, wo da die nächste Schule ist. Man kann nicht sagen, das Schicksal führte uns nach Neuenbürg, denn wir selbst waren es, die sich aktiv in die Nordschwarzwaldeinöde bewarben. Natürlich wurden wir beide genommen, sonst will da ja auch niemand hin. Bereits im letzten Studienjahr litt unser Sozialleben unter den Examensvorbereitungen und Prüfungen. Dass sich unsere Kontakte zu Freundinnen und Freunden während des Refs (im Nichts!) nicht gerade festigen würden, war uns klar. Um den Kontakt zur Außenwelt nicht völlig einschlafen zu lassen, riefen wir unseren Blog „nigelaimschwarzwald“ ins Leben.

… aus Gelas Perspektive

2. Semester Germanistikstudium, Einführung in die Sprachwissenschaft. Da haben wir uns kennengelernt. Ich erinnere mich leider nicht genau, wie wir ins Gespräch gekommen sind, vielleicht ging es um die Karteikärtchen, die Ni während der Vorlesung so eifrig paukte, die jedoch nichts mit Linguistik zu tun hatten, sondern die Lateinvokabeln für ihre anstehende Latinumsprüfung beinhalteten. Kurz darauf schleppte ich sie schon mit zur Fachschaft, die auf Nachwuchssuche war, zu der ich jedoch nicht alleine gehen wollte. Hier übernahmen wir gemeinsam herausfordernde Aufgaben wie Flyergestaltung und Kekse kaufen.

Mit der Zeit wählten wir immer gezielter unsere Lehrveranstaltungen gemeinsam aus, übernahmen in der Fachschaft tatsächlich mehr Verantwortung und verbrachten schließlich auch immer mehr Freizeit zusammen. Es folgte der erste gemeinsame Spanienurlaub und es dauerte nicht lange, bis wir wirklich unzertrennlich waren. Wurde eine von uns ohne die andere angetroffen, so hieß es schnell: „Wo ist sie denn? Ist sie krank?“

Als in Nis WG ein Zimmer zur Zwischenmiete frei wurde, bin ich freudig eingezogen. Als ich einige Monate später wieder auszog, weil die Hauptmieterin zurück war und ihr Zimmer wieder brauchte, erreichte mich noch am Umzugstag eine SMS von Ni: „Ich vermisse dich jetzt schon. Kann den Anblick deines leeren Zimmers nicht ertragen, musste die Tür zumachen.“

So ist es vermutlich nicht verwunderlich, dass uns der Gedanke an das Ende unseres Studiums und eine damit einhergehende Trennung mit Schrecken erfüllte. Es musste also ein Plan her, wie uns das Referendariatsroulette nicht trennen würde. Das funktioniert nämlich in Baden-Württemberg so, dass man drei Wunsch-Ref-Orte angeben kann, von denen man dann mit etwas Glück einem zugeteilt wird. Die Chancen, dass man seinem Wunsch-Ort zugeteilt wird, steigen, wenn man in diesem Ort verheiratet ist, jemanden pflegt, ein Pferd hat oder Ähnliches. Das hatten wir alles nicht und auch den kurz aufgekommenen Hochzeitsgedanken verwarfen wir letztlich wieder. Die Strategie bestand also darin, einen Ort anzugeben, für den sich sonst niemand freiwillig bewirbt, also einen möglichst kleinen Ort, möglichst weit ab vom Schuss. Nach einiger Recherche haben wir Neuenbürg bei Pforzheim im Nordschwarzwald zu diesem Ort auserkoren. Es gab zwar einen noch kleineren, aber der hatte nicht einmal eine Zuganbindung, was dann selbst uns zu gruselig war. Und – oh Wunder! – unsere Strategie ging auf. Wir wurden tatsächlich beide Neuenbürg zugeteilt und haben im benachbarten Schwann, etwa drei Kilometer von der Schule entfernt, eine gemütliche Dachwohnung gefunden – übrigens auch ohne Zuganbindung.

Da wir nun – selbstgewählterweise – zu zweit in der Pampa saßen, beschlossen wir, unsere FreundInnen und Familie in Form eines Blogs auf dem Laufenden zu halten. So entstand „nigelaimschwarzwald“. Da wussten wir noch nicht, dass er sich zu einer Art Psychotagebuch entwickeln würde, dem wir all unsere Alltagskatastrophen anvertrauen würden. Warum wir aus unserem Geschreibsel ein Buch gemacht haben? Weil es im Nachhinein doch ganz lustig ist. Weil wir hoffen, anderen Reffis Mut machen zu können, die sich in unseren kleineren und größeren Sorgen wiederfinden und letztlich zu der Erkenntnis gelangen: Man überlebt es!

Über uns: Bewohnerinnen der Ref-WG

Name: Droppie

Rasse: Havaneser-Zwergspitz-Mix

Farbe: Schwarz-weiß

Alter: zum Refzeitpunkt 4 Jahre

Familienstand: lebt mit Nis Mutter und deren Mann Peter in Langenhain

Hobbys: Toben, fressen, schlafen, Leute ankläffen → macht während unseres Referendariats ständig Urlaub im Schwarzwald, in der Ref-WG gefällt es ihr sehr gut

Name: Gela

Alter: zum Refzeitpunkt 24 Jahre

Studium: studierte Spanisch und Deutsch in Heidelberg

Familienstand: während des Refs kompliziert

Hobbys: die Welt retten → unter anderem durch die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Naturschutzjugend und bei der NGO „Go Ahead!“, die Gela beispielsweise zum Hausbau nach Uganda führte

Name: Ni

Alter: zum Refzeitpunkt 27 J.

Studium: studierte Geschichte und Deutsch in Heidelberg, zeitweise auch Philosophie

Familienstand: liiert mit Christian, der zwar aus dem gleichen Ort kommt wie Ni, zum Refzeitpunkt aber im etwa 750 km entfernten Kiel lebt

Hobbys: die Welt retten → unter anderem durch den bisher vergeblichen Versuch, mittels passivem Widerstand (Nichtstun) und politischem Sambaspiel (Rythms of Resistance) eine Weltrevolution herbeizuführen

Die Gemeinsamkeiten von Gela und Ni gipfeln in der Vorliebe für TV-Serien, in dem von beiden gleichermaßen gelebten Vegetarismus („Es soll kein Lebewesen sterben, damit wir leben können!“) und in dem über alles schwebenden Wunsch, das Ref schnell, unbeschadet und möglichst erfolgreich zu bestehen.

Zusammenfassendes Statement eines Heidelberger Studienfreundes: „Zwei farbenprächtige und lebendige Elemente, die ihre eigenen Lieder singen.” Nun denn …

Erster Tag

Veröffentlicht am 9. Januar von nigela

Der Ort des Geschehens ist links zu sehen (kein Grabstein, sondern das Hinweisschild vor unserer Dienststelle, übrigens ungleich Dienstort, das ist der Schulort).

Viel früher zu Hause als erwartet, juhuuu! Zwar war auch die Freude am Morgen groß, als Ni schon vor Beginn unserer großartigen Begrüßungs-Einführungs-Vereidigungsveranstaltung am Bühnenrand vielversprechende Tütchen mit vermeintlich aufmunternden Giveaways entdeckte („Oh guck mal, die Tütchen!” – „Ah ja, Kotztüten.”), aber diese stellten sich leider nur als weitere bürokratische Beschäftigungsmaßnahme heraus. Panik kam auf, als alle Namen der angehenden Reffis verlesen wurden – außer Nis. Die durfte dann im Anschluss an die Großveranstaltung allein im Büro des Seminaroberfuzzis antanzen und den Vereidigungsschmu noch einmal ganz individuell vortragen. Besser als arbeitslos. Der Tag blieb ansonsten mäßig aufregend (uns wurde in Babysprache und mindestens dreifacher Ausführung erklärt, was sogar wir schon wussten) und so kam die eigentliche Freude dann auf, als wir vorzeitig entlassen wurden (und nachdem wir die erste Entrüstung über das obligatorische Knöllchen verwunden hatten). Erster Tag rum, wir sind jetzt vereidigt und Beamtinnen auf Widerruf.

Zweiter Tag

Veröffentlicht am 10. Januar von nigela

*Highlights des heutigen Tages*

das thailändische Essen

die Witzfigur vom Philologenverband

das GEW-Balisto (+ GEW-Brotbox)

der Multimediaeinstufungstest → der war WIRKLICH interessant, Ni hat nur in sich hineinlachend abwechselnd „nein” (bei den „Haben Sie schon einmal das und das gemacht”-Fragen) und „ich weiß es nicht” (bei den Wissensfragen) angekreuzt. Wenn es weder ein „nein” noch ein „ich weiß es nicht” zur Auswahl gab, hat sie die Frage unbeantwortet gelassen. Aber dann hinterher total überzeugt bei „Welche Lizenz möchten sie am Seminar Karlsruhe erwerben?” MULTIMEDIABERATERIN angeklickt

der Kauf zweier Monatskarten (also eigentlich waren es vier für zwei Tarifgebiete)

*Lowlights des heutigen Tages*

das Haus bei Finsternis verlassen

das eeeendlose Gegurke („Boah, das ewige Bahnfahren nervt mich schon nach dem 2. Tag!” – „Heute ist der 1. Tag, an dem wir Bahn fahren …” – „Ups.”)

die Auskunft des Bankangestellten im Hinblick auf unsere vermögenswirksamen Leistungen

das Haus im Dunkeln wiedergefunden (hätten wir das zu den Highlights schreiben müssen?) → Zitat: „Ist das da vorne unser Haus?”

FAZIT: Wir haben immer noch keine private Krankenversicherung, dafür jetzt schon die Schnauze voll vom Seminar und vor allem von der täglichen Fahrt dorthin.

Quelle: www.openstreetmap.org

Schwarzwaldidylle

Veröffentlicht am 11. Januar von ni

*Highlights*

leckeres Essen

keine Hausaufgaben aufbekommen

netter Tutor

nur noch ein Tag bis zum Wochenende

Außerdem bin ich heute in Bad Herrenalb umgestiegen und habe mich gleich verliebt, sooo niedlich! Hoffentlich steige ich da jetzt öfter um!

Im Laufe der heutigen Fachdidaktiksitzung bin ich auch endlich dahintergekommen, weshalb ich Geschichte studiert habe: Hilft bei der Partnerwahl! Warum das so ist, hat der Tutor leider nicht erläutert.

PS: Und Gela hatte frei!

Erste Woche – check!

Veröffentlicht am 12. Januar von nigela

Juhu, erste Ref-Woche geschafft! 13-Stunden-Tag mit Mühe und Not überstanden und jetzt langes Wochenende!

„Frei”-Tag

Veröffentlicht am 13. Januar von nigela

Angriff der Killer-Butter nach Großeinkauf. Man sollte sie nicht auf dem Armaturenbrett ablegen, wenn man schwungvoll durch Kurven fährt. Leider blieb sie anschließend auf mysteriöse Weise unauffindbar.

Sonntag

Veröffentlicht am 15. Januar von nigela

Die Sonne war da. Zumindest draußen.

Nach wie vor beschäftigt uns das Verschwinden der Butter. Hinweise, die zum Auffinden derselben beitragen, werden angemessen belohnt.

Erkenntnisreiche Zeiten

Veröffentlicht am 16. Januar von nigela

Veranstaltungsankündigung: Große Party in der Küche um 21.05 Uhr (also jetzt). Kommt alle und bringt gute Laune, Essen und Getränke mit! → Anlass: Studiengebühren sind Vergangenheit! Dafür ist der örtliche Verkehrsverbund jetzt reicher als gestern. Und die Butter bleibt verschollen.

Ansonsten heute:

zwei Eichhörnchen gesehen

den süßesten aller süßen Hunde gesehen

Multimedia ausgefallen (Gela)

endlich auch ein gutes Versicherungsangebot bekommen (Gela)

ABER:

auch Gela: des Schwarzfahrens bezichtigt, obwohl ich mir eine scheißteure Monatskarte gekauft habe. War aber in der falschen WABE, nämlich in Bad Herrenalb! Das wusste nicht einmal der Busfahrer. Dafür aber der Kontrolleur … Leider hat er mich dank akutem Herzschmerz auf dem falschen Fuß erwischt, ich wollte heulen, es konnte aber zum Glück vermieden werden. Vielleicht hätte es aber auch geholfen? Wir werden jedenfalls trotz aller Schwarzwaldidylle künftig nicht mehr über Bad Herrenalb fahren.

Erkenntnisse des Tages:

Noten sind scheiße (Ni). Und so ein paar andere Dinge auch (Gela, s.o.).

Bauchschmerzen helfen beim Abnehmen. Und Kopfschmerzen sind schlecht für den Schlaf.

Beim Dönermann ist es wärmer als draußen.

Die Haltestelle Durlacher Tor befindet sich nicht am Durlacher Tor.

KIT heißt Karlsruher Institut für Technologie.

Klischees haben manchmal ganz schön wahre Kerne. Manchmal auch nicht.

Meine Geranie ist ein Kunstwerk (Gela).

Nüsse vom Tisch zu essen ist leichter als Nüsse aus der Tüte zu essen.

In dubio pro reo.

Genitiv ins Wasser, weil Dativ ist! (Christian)

Geschenkewunschliste:

jeweils eine Schultüte zur Einschulung am 1.2. (vorher sind wir zur sogenannten Kompaktphase ausschließlich am Seminar)

Pürierstab

Lehrerinnentasche für Ni

Donna-donna-donna-donnastaaag

Veröffentlicht am 19. Januar von ni

Was gibt‘s Neues?

Ein Fahrrad ist platt, das andere steht einige Ortschaften weiter am Bahnhof. Das Auto ist kaputt und die benötigte Zeit für den Weg vom Seminar nach Hause hat sich von 1,5 auf 2,5 Stunden erhöht. Gela ist krank und hat heute unseren neuen Hausarzt getestet. Die Sprechstundenhilfe war zu doof zum Fiebermessen und das Wartezimmer machte seinem Namen alle Ehre. Ich habe in jedem Fitzelfach Hausaufgaben auf und muss mich nun auch noch außerhalb meiner Veranstaltungen mit Kolleginnen treffen, um blöde Präsentationen vorzubereiten, uuääh. Die Exkursion, für die wir uns anmelden wollten, war bereits voll, als unser Kurs endlich aus war, weshalb wir nun die komplette Veranstaltung boykottieren und die Ausflüge ohne uns stattfinden. Das vermeintliche Containerparadies1 Schwann entpuppte sich als Farce. Vermutungen zufolge funktioniert es nur am Wochenende, das muss aber noch bewiesen werden!

Heute im Seminar gab es den abwegigen Versuch eines Deutsch-Kollegen, das Eichendorff-Gedicht „Mondnacht” marxistisch zu interpretieren: „Geht es da nicht um Klassenkampf?“ In Pädagogik ging es öde weiter, indem wir drei Stunden lang didaktische Modelle durchgekaut haben. Eines unsinniger als das andere und ich musste, egal ob es um das Hamburger oder das Berliner Modell ging, permanent an Essen denken. Am Mittwoch machen wir mit Geschichte einen Ausflug ins Landesmedienzentrum, was verspricht, ein Highlight zu werden! Immerhin besser als stupide Stundenentwürfe. Das war es auch schon an spektakulären Neuigkeiten aus dem Seminaralltag. Dass die Butter noch immer nicht aufgetaucht ist, stimmt mich so langsam nachdenklich.

andre sagte am 19. Januar um 5:32 nachmittags :

Danke für die freundliche Empfehlung, das Referendariat am besten gar nicht erst anzufangen.

Nigela sucht Alternativen

Veröffentlicht am 23. Januar von nigela

Heute haben wir einstimmig entschieden: Es reicht mit Ref. Und mit Toastbrot! Deshalb gönnen wir uns von unserem letzten Geld morgen ein richtiges Mittagessen! In der Zwischenzeit fiebern wir dem Ende der Kompaktphase entgegen („Bestimmt wird in der Schule alles besser!”) und hoffen, dass sich unser Leid wenigstens bald auf unseren Konten auszahlt. Außerdem nähern sich sämtliche Versicherungssachen einem guten Ende und auch eine Lösung für die mysteriösen vermögenswirksamen Leistungen ist gefunden. Gela geht weiterhin beim Arzt ein und aus.

Dienst-AG

Veröffentlicht am 24. Januar von nigela

Der hier ansässige Verkehrsverbund und Nigela harmonieren irgendwie noch nicht so richtig. Didaktische Modelle und Ni auch nicht. Aber bald wird alles besser:

bald nur noch 2x pro Woche nach Karlsruhe (dafür 4x pro Woche zur Schule)

bald beginnt der Gitarrenkurs in Waldbronn (Ni)

bald bekommen wir unser Gehalt

bald bekommen wir vielleicht eine Nachricht, in der steht, dass wir doch an der Exkursion teilnehmen dürfen

bald bekommt Gela (vielleicht) ein fahrbares Fahrrad

bald werden die Tage länger

Schade, dass unser Denken so zukunftslastig ist. Erschreckende Parallelen zu Klafkis Modell. Und da soll noch einmal jemand behaupten, wir hätten nicht aufgepasst!

Karlsruhe ist eine so schöne Stadt! Heidelbergflair mit Großstadtcharakter. Außerdem gab es heute für 50% der Nigela ein richtiges Mittagessen und für uns alle ein richtiges Abendessen (vier Berliner SIND ein richtiges Abendessen). Momentan baut Ni Gitterkäfige aus Schuhkartons und steckt Zettel mit den Namen ihrer Dozenten hinein. Sie will sie im Flur aufstellen und dagegen spucken. Was heute im Seminar vorgefallen ist, kann man nur munkeln. Sonst in der Pampa nix Neues.

HILFE!!!

Veröffentlicht am 25. Januar von nigela

Hier ist ein ganz ekliges Gregortier2 in unserer Küche! Schlimmer als Gregor, unheimlicher und größer! Kann bitte schnell jemand herkommen und es entfernen?!? Es eilt!!!

hanna sagte am 29. Januar um 12:02 vormittags :

Der Kammerjäger wurde bereits verständigt. Haltet durch, bis er kommt!

Backe, backe Brot

Veröffentlicht am 25. Januar von gela

Teil 1:

Oh Mann, mittlerweile denke ich schon jeden Tag: „Heute ist nicht mein Tag.” Die Invasion der Killerinsekten ist zunächst überstanden. Und einen Banksparvertrag für die vermögenswirksamen Leistungen haben wir auch endlich angelegt und ich habe sogar die Fenster im Wohnzimmer geputzt. Aber dann … ich wollte uns ein Brot backen, aber meine Mutter hat IHR Rührgerät mit MEINEN Haken mitgenommen, sodass nun in unserem Küchenschrank mein Rührgerät mit ihren Haken liegt. War zwar ein größerer Akt, aber soeben habe ich trotzdem ein gutaussehendes Brot aus dem Ofen geholt. Dann habe ich mich kurz über die Lieferung meiner Versandhaus-Bestellung gefreut, aber sowohl das „elegante Kleid” für Melanies Hochzeit als auch die „seriöse Hose” für die Schule sind ein Witz … Am schlimmsten: Mein Auto springt schon wieder nicht an! Wie komme ich nun in die Werkstatt? Und wie von dort wieder nach Hause? Und wie vermeide ich, dass mir dort irgendein Mist erzählt wird, weil ich ja nunmal keine Ahnung von Autos habe? Und wovon bezahle ich die Reparatur? Uäähhhh! Einkaufen fällt somit auch flach, bzw. wird zum Supermarkt in fußläufiger Nähe verlegt. Meine Hausaufgaben sind auch immer noch nicht gemacht, ganz zu schweigen von den 1000 anderen Dingen, die ich heute erledigen wollte. Bei der Post stand ich vor verschlossenen Türen. Andauernd lasse ich Sachen fallen …

Teil 2:

Ich war nun doch noch erfolgreich bei der Post und das Brot schmeckt auch. Das Auto wird morgen abgeholt. Hoffentlich funktioniert es bis zum Wochenende wieder. Und hoffentlich funktioniere ich am Wochenende noch: Ich habe eine geschlagene Stunde im Wartezimmer verbracht, um dann zu hören, dass es immer noch nicht in Ordnung ist. Also weiter Antibiotika und weiter Arztbesuche. Hausaufgaben immer noch nicht gemacht. Und Ni ist auch noch nicht aus Karlsruhe zurück, die Arme hat wohl die busfreie Stunde erwischt. Morgen müssen wir wieder um 6 Uhr aus dem Haus …

Teil 3 (Ni ergänzt):

Über uns ist der unvorstellbar zauberschönste Sternenhimmel! (In diesen Genuss kommt man erst so richtig, wenn man die busfreie Stunde erwischt!)

andre sagte am 26. Januar um 1:31 vormittags :

Wenn man das so liest, weiß man nicht, ob man Neid oder Mitleid empfinden soll. Es reimt sich ja auch irgendwie schmutzig … vielleicht liegt auch darin der besondere Wert.

Pat und Patachon

Veröffentlicht am 27. Januar von gela

Auch den gestrigen Horrordonnerstag haben wir überlebt. Inklusive grauenhafter Gruppenarbeit in Pädagogik. Und erneut haben wir festgestellt, dass wir zumindest teilweise die Einäugigen unter den Blinden sind: Die Spanisch-Hausaufgabe, die ich in der 5-Minuten-Pause hingewischt hatte, muss immerhin so in Ordnung gewesen sein, dass sie auserkoren wurde, um im Kurs vorgestellt zu werden – verrückte Welt. In Zukunft mache ich meine Hausaufgaben nur noch so. Ansonsten haben wir endlich gemeinsam ein richtiges Mittagessen zu uns nehmen können, tolles Erlebnis! Nis anschließende Shoppingtour (auch hier: „seriöse Klamotten für die Schule”) war leider nicht von Erfolg gekrönt und ich habe wegen der bescheuerten Bahn-Geschichte von letzter Woche 10 Euro an den hiesigen Verkehrsverbund abdrücken müssen. Ärgerlich. Nun steht zumindest ein langes Wochenende mit Besuch von Caro vor der Tür. Mein Auto steht dafür nicht mehr vor der Tür. Ich werde gleich zur Werkstatt wandern und fragen, wie es ihm geht. Ah, nicht zu vergessen: Ni und ich haben auch erneut festgestellt, dass wir in der Schule vermutlich für den ein oder anderen Lacher sorgen könnten (das fiel uns unter anderem auf, als Ni (1,64m) neben mir (1,86m) hertrabte, während ich im Sturmschritt Richtung Werkstatt marschierte, nur um festzustellen, dass sie schon zu hatte). Gewisse Ähnlichkeiten mit Pat und Patachon sind kaum zu leugnen.

Ich will Skifahren

Veröffentlicht am 27. Januar von ni

Oder wenigstens Schlitten. Und bis es so weit ist, laufe ich mit Skiklamotten durch die Wohnung. Toll. Für die paar Buchstaben habe ich jetzt fast 30 Minuten gebraucht (mit Skihandschuhen tippen ist schwer).

Was meint ihr?

Veröffentlicht am 28. Januar von nigela

1 Hamster oder 2 Degus?

1 Hamster 2 Degus Gar nix

andre sagte am 28. Januar um 2:28 nachmittags :

Was sind Degus?

nigela sagte am 28. Januar um 6:02 nachmittags :

Wikipedia sagt: „eine in Chile heimische Nagetierart aus der Gattung der Strauchratten“.

caro sagte am 31. Januar um 7:16 nachmittags :

Oh Mensch, jetzt wollte ich diese tolle Umfrage manipulieren und es klappt nicht … Düdümm …

Ergebnis:

1 Hamster 27.27%

2 Degus 36.36%

Gar nix 36.36%

Die Retterin

Veröffentlicht am 29. Januar von ni

Nach jahrelangem ergebnislosem Suchen nach Leuten, die mit mir Skifahren gehen (ich weiß, dass der Gedanke bedrohlich ist, aber SO schlimm bin ich doch auch nicht?!), hat sich in meiner Verzweiflung schließlich Mama erbarmt, mich wenigstens für einen Tag mit in den Schnee zu nehmen, in ein kleines Miniskigebiet, wo selbst ich nicht verlorengehen kann.

Und es gibt noch eine gute Nachricht! Ich bin endlich fertig mit dem Putzen, juhu!

Multimediales Geschick

Veröffentlicht am 30. Januar von gela

Vorletzter Tag der Kompaktphase geschafft!

Außerdem schneit es. Gar nicht mal so wenig.

Und das habe ich heute in Multimedia gelernt:

Kompaktphase rumfiddibum!

Veröffentlicht am 31. Januar von ni

SPECIAL THANKS TO HANNA, WHO MADE OUR DAY! Wir freuen uns immer noch über die wunderbaren Schultüten! Morgen beginnt der Ernst des Lebens.

Unsere Schule …

Veröffentlicht am 1. Februar von gela

… hat weder eine Cafeteria noch Pausen. Dafür 1000 SchülerInnen, 90 LehrerInnen, 2 Kornnattern und diverses anderes Getier. Die Menschen waren bisher nett, allerdings sind wir völlig reizüberflutet. Entsprechend schmerzen die Köpfe, aber Ausruhen ist nicht drin, weil wir noch so viel zu tun haben, dass wir gar nicht wissen, wo wir anfangen sollen. Trotzdem sind wir gar nicht allzu abgeschreckt und schauen noch relativ optimistisch auf die nächsten Tage und Wochen. Ni begleitet morgen eine 5. und ich eine 6. Klasse. Unsere Zeit an der Schule sieht nämlich so aus, dass wir nun für den Rest des Schuljahres jede Menge hospitieren und in verschiedenen Klassen unter Aufsicht unserer MentorInnen bzw. der FachlehrerInnen einzelne Stunden oder Einheiten unterrichten. Auch von den FachleiterInnen aus dem Seminar werden wir im Unterricht besucht und am Ende des Schuljahres wird dann entschieden, ob wir im nächsten Schuljahr zum „selbstständigen Unterricht“ zugelassen werden, also eigene Klassen übernehmen dürfen.

Ni ergänzt:

Ich freue mich, überhaupt an der Schule bleiben zu dürfen, es ging nämlich ähnlich weiter wie am ersten Tag am Seminar. Alle neuen Reffis (insgesamt fünf) wurden in der ersten Stunde von ihren MentorInnen begrüßt. Nur mich begrüßte niemand. Alle waren verwundert, mich überhaupt zu sehen, mein Name stand (wie immer) auf keiner Liste. Ich wurde also zum Schulleiter geschickt, der mir mitteilte, dass ich zunächst zwar eingeplant gewesen wäre, dass ich dann aber mein Referendariat abgesagt hätte. Na klar. Das wüsste ich aber!!! Ich wurde also in einen Warteraum verfrachtet, in dem ich eines Mentors harrte, der nicht kam. Letztlich ging alles gut aus, ich wurde auf Listen und Plänen ergänzt, wurde für die Newcomerausstellung im LehrerInnenzimmer photographiert und irgendwann tauchte sogar ein Mensch auf, der sich dazu bekannte, mein Mentor zu sein.

Wir mögen die Kioskfrau!

Veröffentlicht am 2. Februar von ni