Mitra - Björn Beermann - E-Book

Mitra E-Book

Björn Beermann

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Beschreibung

Mitra: Teil 3 - Fantasy Roman aus der Reihe von Björn Beermann Im dritten und finalen Teil der magischen Mitra-Trilogie wagt sich die junge Heldin mit ihren Freunden auf die andere Seite der unsichtbaren Barriere, um ihre Feinde endgültig aufzuhalten. Hier müssen sie sich gemeinsam einer lebensfeindlichen Umgebung stellen. Ihre Freundschaft zu Aggy ist noch nicht wieder die alte und überall lauern Fallen und Gefahren. Und was bedeutet das goldene Glitzern, das nur Mitra zu sehen scheint? Derweil wird Hamburg von Naturkatastrophen heimgesucht, ausgelöst durch das ursprüngliche Feuervolk und die Abtrünnigen. Mitras Vater und ihre Großmutter Mildred, die Anführerin der Wächter, kämpfen im Koma um ihr Leben. Anton und Minerva mit den Wächterinnen für den Erhalt Hamburgs. Das Vertrauen zwischen den Völkern ist immer noch nicht völlig wiederhergestellt, was der Feind zu nutzen weiß. Werden die magischen Völker es schaffen, ihre Gräben untereinander zu überwinden? Oder werden sie mit den Menschen im Feuer des Gegners untergehen? Wieder auf unserer Seite der unsichtbaren Barriere angekommen, muss sich Mitra neben dem Chaos auch ihren Gefühlen zu Anton stellen. Sind sie ein Paar oder haben sie sich endgültig getrennt? Aggy zieht es zu ihrem neuen Volk, den Nixen, und Mitra wird von der Fratze weiter terrorisiert. Und wenn das nicht alles schon genug wäre, begegnet sie auch noch Gilbert wieder. Wird es Mitra schaffen, die Völker im großen Kampf zu einen? Wird sie ihren Vater und ihre Großmutter retten können? Kommt es mit Anton und ihr zu einem Happy End und wird Aggy von den Nixen wieder auftauchen? Oder wird Hamburg in den alles vernichtenden Flammen des Feindes untergehen?

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Björn Beermann lebt in Hamburg in seiner kunterbunten und etwas chaotischen Welt und versucht mit wachsendem Erfolg dieses Chaos mit Hilfe der Kreativität zu bändigen. Am liebsten schreibt er in Cafés bei mehreren Kaffees, während er die Menschen beobachtet, oder nach einem Spaziergang im Stadtpark an seinem heimischen Laptop. Hier kann er sich dann auch leidenschaftlichen Diskussionen mit seinen Figuren hingeben, ohne dabei schräg angeschaut zu werden.

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© 2020 Björn Beermann

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

Umschlag, Illustration: Tabea Meret Stracke

Lektorat und Korrektorat: Ulrike Barzik

Foto: Studioline Photography (Patrizia Wenzlaff)

ISBN

 

Paperback:

978-3-347-17635-5

Hardcover:

978-3-347-17636-2

E-Book:

978-3-347-17637-9

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

BJÖRN BEERMANN

Magische Völker

Prolog

Magda sonnte sich auf dem Turm der Ruine der Nicolaikirche. Sie genoss die wärmenden Strahlen und träumte sich zum großen Brand zurück, als Hamburg in einem Meer aus Flammen untergegangen war. Es musste eine magische Energie gewesen sein, die damals geherrscht hatte. Ein wahrer Hexenkessel. Es würde nicht mehr lange dauern und erneut würde diese Welt in Flammen stehen und das unnütze Leben verbannen. Es hatte ausgedient. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie an den Vater der dummen kleinen Göre dachte, der wie Schneewittchen in ihrem Gewahrsam unten im Museum lagerte. Sie würden siegreich sein – schlussendlich. Die andere Seite hatte zwar die Barriere stabilisieren können, doch zu spät. Sie hatten die magiegehemmte Zone um die Villa herum eingerissen und nun war ihr Ziel zum Greifen nahe. Das traurige kleine Grüppchen ihrer Gegner, dass nun auf der anderen Seite der Barriere geschlichen war, war zum Scheitern verurteilt. Denn ihrem Hass und ihrer Angst würden sie nachgeben und damit ihr Todesurteil unterschreiben. Magda lachte. Es war zu köstlich, wie leicht Menschen und sogar die anderen Völker zu manipulieren waren. Der Überfall auf den Versammlungssaal der Wächterinnen war ein Geniestreich des ursprünglichen Feuervolks gewesen. Sie schaute noch einmal auf Hamburg hinab. Dann nahm sie den Fahrstuhl, um sich zu Morgana zu gesellen, die im Keller Schneewittchen bewachte.

Es hatte nicht viel gebraucht, um sich dieses Mahnmal für ihre Zwecke zu erschließen. Es bedurfte nur ein, zwei herabfallender Steine, was dank ihrer Magie kein Problem gewesen war. Und schon galt der Kirchturm als einsturzgefährdet. Die Sanierung war aufs nächste Jahr verschoben und so hatten sie einen angemessenen Unterschlupf. Zufrieden mit sich und der Welt ging sie die letzten Stufen in den Keller.

Die Widersacher würden leiden. Es würde ihnen bald schon leidtun, dass sie sich für die falsche Seite entschieden hatten.

Die andere Seite

„In dir ist ein Dämon, Mitra. Ein alles verschlingender Dämon. Du wirst ihn freilassen und die Welt wird sich vor deiner Größe und deiner Macht verneigen und dann wird endlich alles schweigen. Für immer!“

Überall war Macht. Alles war bunt und wunderschön. Ihre Lungen waren voller Luft und doch drang immer noch mehr Sauerstoff in jede Zelle ihres Körpers, der schrie, dass es aufhören solle, aufhören müsse. Doch ihr Geist brauchte mehr von diesem magiedurchtränkten Lebenselixier. Feuer. Ihre Haut prickelte. Sie war zu Hause. Hier war sie unter ihresgleichen. Sie würde diese Armee zum Sieg führen. Eine unerschütterliche Selbstgewissheit erfasste sie. Von Ferne hörte sie ein durchdringendes Rufen, welches sie versuchte zu ignorieren.

„Mitra, Mitra, wach auf!“ Sie wurde hin und her gerüttelt und vernahm die schrille Stimme von Aggy. Ihre Selbstgewissheit erstarb. Dafür nahm sie einen harten Untergrund wahr und verspürte hämmernde Kopfschmerzen. Mitra stöhnte auf. Die ganze Welt flimmerte, als sie unwillig ihre Augen langsam öffnete und leichter Schwefelgeruch in ihre Nase drang. Ihre Umgebung war in ein rötliches Licht gehüllt und Rauchschwaden waberten über den Boden. Sie waren auf dem Domplatz, aber irgendwie auch wieder nicht. Es fühlte sich so an, als ob jegliche Lebensenergie aus dieser Welt gepresst worden war. Mitra schluckte und spürte dabei ihre von Trockenheit aufgeplatzten Lippen. Sie leckte über sie, was kaum einen Effekt hatte, da ihr gesamter Mund ebenfalls knochentrocken war. Allmählich nahm sie ihre nähere Umgebung wahr. Sie versuchte sich aufzurichten. Doch sofort wurde sie von ihrem Kopf bestraft. Er drohte zu zerspringen. Etwas berührte sie an der Schulter. Erst jetzt nahm sie Aggy mit ihren neuen unergründlichen meergrünen Augen wahr, an die sie sich noch gewöhnen musste.

Sie leckte sich abermals über ihre Lippen. „Ziemlich trocken hier“, röchelte sie. Der Erdgeist war scheinbar mindestens um das Doppelte gewachsen. Dabei fiel es ihm schwer, sich für eine Erscheinungsform zu entscheiden. Ständig wechselte er von Erde zu Rinde hin und her. Mitra spürte den Grund dafür in der Luft. Magie! Sie war überall. Sie raubte ihr nahezu die Luft zum Atmen. Sie verdrängte den Sauerstoff und machte ihn irgendwie schwer und zäh. Vielleicht war sie auch der Grund für den Schwefel überlegte sie. Mitras Blick fiel auf Hugos würgende graue Katze. Es war eine dumme Idee gewesen, ein normales Lebewesen dieser toxischen Atmosphäre auszusetzen.

„Und nun?“, fragte der Erdgeist an Aggy gewandt, die mit den Schultern zuckte. Sie griff sich eine der Wasserflaschen, die sie mitgenommen hatten und schüttete den Inhalt gierig in sich hinein. Mitra trank ebenfalls einen großen Schluck und merkte erst jetzt, wie ausgetrocknet sie tatsächlich gewesen war.

„Es ist so still hier“, krächzte Mitra. Jedes einzelne Wort brannte in ihrer Kehle. Kein Vogelgezwitscher, keine Hupgeräusche, noch nicht einmal einen Windhauch konnte sie vernehmen. Was war das hier bloß? Sie schaute zur Petrikirche hinüber, die in dieser Welt eingestürzt war. Der Turm war in sich zusammengefallen. Die Welt auf dieser Seite starb. Bei dem Gedanken breitete sich eine Gänsehaut über ihre Haut aus. Dabei spürte sie Aggys Blick auf sich ruhen.

Diese meergrünen Augen irritierten Mitra. Und wieder einmal fragte sie sich, ob das noch ihre Freundin war oder ob nicht das Wassermonster sie infiltriert hatte oder noch schlimmer ihr Innerstes getötet und ihren Körper für immer und ewig in Beschlag genommen hatte. Mitra spürte, wie die immense Magie ihr Macht und Stärke verlieh, ihr aber gleichzeitig das Leben aussaugte. Die Magie gierte nach ihrer Energie und bediente sich an ihr. Es war paradox. Was für eine Hölle. Was wenn das nun auch in ihrer Welt passierte, sobald die unsichtbare Barriere vollends zusammengebrochen war und die alles verzehrende Magie ungeschützt über ihre Welt herfallen würde? Was wäre dann mit ihrem Vater, mit Anton? Anton – wie gerne wäre sie nun in seinen Armen. Sie schaute sich um. Nein, dafür hatte sie jetzt keine Zeit. Sie durfte sich nicht ablenken lassen von ihren Problemen und ihrem katastrophalen Privatleben.

„Und nun?“, wiederholte sie stattdessen die Frage des Erdgeistes an Aggy. „Hast du eine Ahnung, wo die Essenz sein könnte?“

Aggy schloss kurz die Augen, wodurch sie gefährlich ins Wanken kam. Auch ihr machte die Magie zu schaffen. Mitra griff ihr schnell unter die Arme, damit sie nicht stürzte. Aggy schüttelte leicht den Kopf. „Nein, keine Vision. Spürst du hier irgendwie was?“

„Du meinst außer der unglaublich überwältigenden, ständigen Anwesenheit von Magie?“ Aggy schaute sie anstatt einer Antwort einfach nur abwartend an. „Nein“, musste sie zugeben.

Der große Erdhaufen neben ihnen gab ein geckerndes Lachen von sich, das in keinster Weise fröhlich klang. „Ihr seid ja eine große Hilfe“, spottete er.

„Sie versuchen wenigstens etwas“, hauchte die graue Katze schwach, die nicht so aussah, als ob sie hier lange überleben würde. Der Glanz des grauen Felles war abgestumpft und die Flanken eingefallen. Mitra strich Hugo übers Köpfchen.

„Wenn keiner einen Plan oder eine Idee hat“, sie machte eine Pause und schaute den Erdhaufen scharf an, „schlage ich vor, dass wir zum Rathaus gehen. Es ist bei uns ein magischer Ort und er ist in der Nähe. Vielleicht erfahren wir dort mehr.“

Sie nahm einen weiteren Schluck Wasser, was allerdings nichts an ihrem überwältigenden Durst änderte und wartete einen Moment auf einen Einwand. Als dieser ausblieb, machte sich die angeschlagene Gruppe langsam auf den Weg. Sie hatte das Gefühl, dass die schwefelgeschwängerte Luft ihr allmählich die Atemwege verätzte. Als sie hustete, bemerkte sie, wie Aggy ihr ein Spitzentaschentuch reichte und sich selber eins vor Mund und Nase hielt. Dankbar nahm sie es an. Es war zwar keine wirkliche Verbesserung, aber es war besser als nichts. Sie lächelten sich an und für einen kurzen Moment wurde Mitras Herz leicht. Sie erkannte das ihr so vertraute Glitzern in Aggys grünen Augen wieder. Plötzlich löste sich allerdings Aggys Blick von ihr, als sie sich alarmiert umdrehte. Und der Moment war vorbei.

Mitra spitzte ebenfalls die Ohren und lauschte in die Stille. Sie fuhr herum. War da ein Geräusch in dieser verlassenen Geisterstadt? War es das ursprüngliche Feuervolk?, schoss es Mitra unwillkürlich durch den Kopf. Sie hätten mehr auf der Hut sein sollen. Doch sie war von dieser toxischen Umgebung so abgelenkt gewesen. Da war es wieder. Jetzt hatte sie es eindeutig gehört. Ein Ratschen, so als rutsche etwas Schweres über Steine. Es war nicht weit entfernt. Mitras Herz schlug schneller und sie schaute sich nach einem Versteck um. Was immer diese Geräusche auslöste, dem wollte sie auf keinem Fall begegnen. Etwas golden Glitzerndes zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Es kam aus einer Ecke beim Eingang zur U-Bahn. Sie fühlte sich irgendwie davon angezogen. Sofort schnappte sie Aggys Handgelenk und zog sie darauf zu. Ein brauchbares Versteck, wie sie fand, wobei das goldene Glitzern sich vor ihren Augen in Luft auflöste. Eine Wahnvorstellung? Doch Mitra blieb nicht viel Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen, denn als sie sich an die Steinwand presste, fehlte ihr auf einmal der Sauerstoff zum Atmen. Aggys Augen waren in Panik aufgerissen. Sie glitt langsam die Wand hinunter.

Der Erdhaufen und auch die Katze verharrten zunächst wie angewurzelt, wo die beiden Mädchen sie stehen gelassen hatten. Hugos Wirt röchelte und schien zu würgen, während der Erdhaufen eine blasse Farbe annahm. Obwohl Mitra wusste, dass es in Wirklichkeit der Erdgeist war, kam ihr die Blässe des Erdhaufens äußerst merkwürdig vor. Dann jedoch setzten sich die beiden in Bewegung. Quälend langsam folgten sie Mitra und Aggy in ihr Versteck, wobei der Erdhaufen aussah, als ob er hüpfe.

In dem Moment, als sie wieder vereint waren, bekam Mitras Lunge wieder Sauerstoff zu fassen. Auch bei ihren Begleitern schien sich der Zustand zu stabilisieren. Sie horchten, ob sich das Geräusch wiederholte. Doch es blieb ruhig. Nur der Wind frischte auf und wirbelte den roten Sand auf, der alles bedeckte. Mitra und Aggy bedeckten ihre Münder instinktiv wieder mit dem Taschentuch, während Mitra Hugo auf den Arm nahm und ihm ebenfalls das Tuch anbot. Doch der schüttelte stur das Köpfchen. „Ich bin der Vertreter des Luftvolkes. Ich komme hiermit klar“, meinte er tapfer und sprang von ihr hinunter.

„Was war das? Habt ihr was gesehen?“, flüsterte Aggy, die unablässig die nähere Umgebung scannte.

„Es hörte sich an, als ob eines der Gebäude weggerutscht wäre“, grummelte der Erdgeist.

Eine Weile schauten sie gebannt in verschiedene Richtungen. Doch nichts geschah. Nach einer gefühlten Ewigkeit räusperte sich Aggy.

„Seid Ihr vorhin auch beinahe erstickt?“

Mitra nickte.

„Ich befürchte, dass lag daran, dass wir zu weit voneinander entfernt waren. Die Welt ist auf dieser Seite der Barriere zu lebensfeindlich, als dass wir uns trennen dürften“, maunzte Hugo.

„Ich glaube nicht, dass das für mich gilt“, geckerte der Erdgeist hochmütig und entfernte sich ein paar Meter von ihnen, um seine Überlegenheit zu beweisen. Sofort setzte die Atemnot bei ihnen wieder ein und der Erdgeist wurde abermals fahl und erschien flacher. Sofort näherte er sich wieder seinen Gefährten und die Situation normalisierte sich.

„Was zu beweisen war“, meinte Hugo schlicht, beließ es aber immerhin damit und piesackte den Erdgeist nicht weiter. Auch dieser verkniff sich jeden weiteren Kommentar. Mitra nahm einen weiteren Schluck aus der Flasche. „Gut, lasst uns weitergehen“, versuchte sie die Spannung zwischen ihnen zu mindern.

„Einer sollte auch hinter uns die Augen offen halten und wir bleiben möglichst in Nähe von Wänden und möglichen Verstecken“, schlug Aggy vor, die ebenfalls einen großen Schluck Wasser nahm. Wieder kam die Frage bei Mitra auf, wie lange sie hier überleben könnten, selbst wenn sie es schafften, sich vom ursprünglichen Feuervolk fernzuhalten. Sie schluckte. Sie mussten sich wirklich beeilen.

Mitra ging mutig einen Schritt aus dem U-Bahn-Eingang hinaus, Aggy und Hugo folgten ihr, indem sie sich vorsichtig rückwärts bewegten. Der Erdgeist schloss sich ihnen in einigem Abstand an, um sich und ihnen zu demonstrieren, dass er ihre Nähe bei Weitem nicht so benötigte wie sie die seine.

Doch der möglicherweise verletzte Stolz des Erdgeistes war das geringste ihrer derzeitigen Probleme. Mitra band sich Aggys Tuch vor ihrem Mund hinter ihrem Kopf zusammen, um das Tuch nicht mehr selbst halten zu müssen. Gegen die unwirtliche, ja lebensfeindliche Umgebung. Immer wieder huschten ihre Augen über die surreale Hamburger Innenstadt. Sie war menschenleer und es schien so, als ob hier seit Jahrzehnten gänzliches Leben erloschen war. Von Natur, die sich ihr Territorium zurückholen wollte, gab es keinerlei Anzeichen. Und statt wilder Tiere lauerte hier das ursprüngliche Feuervolk auf sie. Zumindest die, die nicht bereits ihre Welt jenseits der Barriere vergifteten.

Schließlich kamen sie am Rathausplatz an, der sich für Mitra gefühlt kilometerweit vor ihr erstreckte. Nirgendswo gab es ein Versteck. Die Bushaltestelle, die sich auf ihrer Seite der Barriere befand, war hier längst in sich zusammengefallen und bot keinen Schutz mehr vor neugierigen und tödlichen Blicken. Hier nicht entdeckt zu werden erschien unmöglich. Bei dem Anblick, der sich ihr darbot, bildete sich ein Kloß in ihrer Kehle und wurde immer größer. Das beklemmende Gefühl breitete sich unvermittelt in ihr aus und ihr Herz klopfte immer schneller. Angst. Nein eine plötzliche Panik explodierte in ihr. Eine aufsteigende Hitze erfasste sie.

Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter. „Bleib bei uns.“ Die Worte kühlten ihre innere Hitze und der Kloß verschwand wieder. Aggy nahm ihre Hand wieder von ihr und hinterließ einen nassen Fleck, der Mitra vorkam wie ein beruhigendes Pflaster. Sie drehte sich zu ihrer Freundin um und sie lächelten sich an. Erst jetzt bemerkte sie, dass ihr Herzanhänger mit der Essenz um ihren Hals etwas heller strahlte.

„Das scheint der richtige Weg zu sein“, röchelte Hugos Wirt. Mitra streichelte dem Kater liebevoll übers Köpfchen. Sie schluckte, als sie daran dachte, dass er zum Sterben verurteilt war. Doch sie mussten weiter, also nickte sie bloß zustimmend.

Das Rathaus

Sie gingen mit einem mulmigen Gefühl möglichst rasch am Rande des Platzes im Schatten der beschädigten Gebäude entlang. Bei jedem Geräusch blieben sie stehen, um sicherzugehen, dass sie noch alleine waren, und um die Gegend mit ihren aufmerksamen Blicken abzutasten. Das schmiedeeiserne Tor an der Seite des Rathauses zum Brunnen stand glücklicherweise offen, sodass sie hindurchhuschen konnten. Hier im Atrium fühlten sie sich unbeobachteter, trotz der dunklen Fenster, die bedrohlich auf sie hinabblickten, und der Tatsache, dass das schmiedeeiserne Tor die einzige Möglichkeit bot, dem Innenhof auch wieder zu entkommen.

Der Innenhof lag ruhig und still vor ihnen. Auch er war mit dem rötlichen Staub bedeckt. Aus dem Hygieia Brunnen stieg nicht wie bei ihnen üblich, eine Fontäne aus reinem, klarem Wasser hervor. Mitra schnippte mit ihren Fingern, um ihrer Nervosität Herr zu werden Langsam ging sie auf den Brunnen zu. Etwas in ihr sagte, dass sie sich ihm nähern musste. Ihr Blick glitt an der Steinfigur hinab in das Becken und sie starrte in dunkles Wasser. Ihr Durst wurde auf einmal unbändig. Sie gierte nach dem samtigen Nass. Jede Zelle schrie nach Erlösung, während sie hypnotisiert ihre Hände in Richtung der Wasseroberfläche ausstreckte. Doch unvermittelt lenkte sie ein Glitzern am Rand ihres Sichtfeldes ab. Das Phänomen erinnerte sie an das Glitzern beim U-Bahn-Eingang, als es sie auf das Versteck aufmerksam gemacht hatte. Zunächst versuchte sie den Schein zu ignorieren, doch es war unmöglich. Kurz blitzte das Bild einer golden strahlenden Frauenfigur auf. Aber sofort war das Bild wieder verschwunden und nur das Glitzern blieb. Das Glitzern wuchs zu einem so starken Licht an, dass sie ihre Augen zusammenkneifen musste. Als sie wieder vorsichtig hinter den Lidern hervorguckte, sah sie nur noch die trostlose Umgebung. Erst jetzt bemerkte sie Aggys Hände auf ihren Schultern, die sie hin und her schüttelten, eine Kralle von Hugo, die ihr das Bein zerkratzte und die Speerspitze vom Borkenschmetterling.

„Aua, sagt mal spinnt ihr?“

„Als ob du meine Gedanken lesen könntest.“ Aggy funkelte sie böse an. „Du warst völlig weggetreten für mindestens eine halbe Stunde.“

Mitra fuhr sich übers Gesicht. Sie fühlte sich tatsächlich so, als ob sie aus einer Trance erwacht wäre. Sie blinzelte ihre Freunde verwirrt an. Eine halbe Stunde? Das hörte sich verstörend lang an. Für sie hatte es sich mehr nach fünf Minuten angefühlt. „Was ist passiert?“

„Du wolltest deine zarte Haut mit Wasser benetzen. Keine besonders intelligente Idee“, röchelte Hugo. Jedes gesprochene Wort schien ihm unglaubliche Schmerzen zu bereiten.

„Und dann hast du nur noch vor dich hingestarrt. Der Erdhaufen wollte dich in den Brunnen schubsen. Da war meine Idee, dich zu schütteln und zu piken wesentlich humaner“, rechtfertigte sich Aggy ein weiteres Mal.

„Meine Idee hätte ebenfalls zu einem guten Ende geführt. So oder so.“ Was der Erdgeist mit so oder so meinte, hing eine Weile zwischen ihnen in der Luft. Mitra konnte sich allerdings sehr gut ausmalen, was er sich dabei dachte, und wechselte lieber das Thema.

„Hat denn keiner von euch die goldene Frau gesehen?“ Eine peinliche Stille folgte und Mitra biss sich viel zu spät auf die Zunge. Sie konnte sich lebhaft vorstellen, was sie alle nun dachten, nämlich dass sie nicht alle Tassen im Schrank hatte. Doch dann leuchteten Aggys Augen auf. „Du hattest eine Vision. Der Brunnen hat dir eine Vision verschafft. Was hast du genau gesehen?“

Mitra schüttelte den Kopf. „So fühlte es sich nicht an. Ich habe in das Wasser des Brunnens geschaut und hatte großen Durst und dann war da ein Glitzern und dann habe ich die goldene Frau gesehen und … das wars.“

Aggy bedachte sie mit einem mitleidigen Blick. „Visionen sind wahrscheinlich auch nur was für Profis. Und weil das Wasser ja mein Element ist … Also, ich werde es probieren.“

„NEIN!“ Mitras Stimme kam bestimmter aus ihr raus, als sie es gerade für möglich gehalten hatte. Hugo maunzte und versteckte sich hinter Aggys Beinen, die Mitra schockiert anschaute. „Was war das denn?“ Mitra fuhr sich mit einer Hand über ihren Mund. Noch ganz überrascht von ihrem Ausbruch. „Ich glaube das Wasser ist gefährlich“, flüsterte sie.

Aggy verdrehte die Augen. „Hier ist alles gefährlich. Deswegen müssen wir langsam mal wissen, wo wir genau hinmüssen und was wir da zu tun haben.“ Mitra sah ihre Freundin zweifelnd an. „Und du hast es ja auch überlebt.“ Aggy seufzte dramatisch aus. „Wenn es dich beruhigt, fassen wir alle gemeinsam ins Wasser, vereinen unsere Kräfte.“

Mitra dachte daran, wie sie sich gefühlt hatte, als sie in die Tiefen des Brunnens geschaut hatte und schüttelte auch zu diesem Vorschlag den Kopf. „Nein, einer von uns sollte aufpassen. Drei Elemente sollten genug Schutz bieten“, beeilte sie sich zu sagen. „Ich kann das machen“, setzte sie nach. Sie fühlte sich dabei etwas mies, aber es erschien ihr durchaus vernünftig, wenn nicht alle im Bann des Wassers waren. Und Aggy hatte leider mit ihrem Einwurf recht. Ihnen lief die Zeit davon. Sie brauchten Antworten. Ihr Angebot auf sie aufzupassen, während die anderen ins Wasser griffen, war allerdings nur allzu offensichtlich.

„Die große Naturverbundene hat Angst“, höhnte der Erdhaufen und sie konnte nicht verhindern, dass sie beschämt zu Boden schaute.

Aggy fuhr zum Erdgeist herum. Ihre grünen Augen so tief und wild wie die See. „Du hast keine Angst, Matsch zu werden?“

„Sicher nicht“, zischte er. Hugo hustete, doch Mitra kannte ihn inzwischen gut genug, um zu wissen, dass er sich prächtig amüsierte.

„Auf drei“, ordnete Aggy befehlsgewohnt an und erstickte die Diskussion somit im Keim. Mitras Magen zog sich zusammen. Das war keine gute Idee. Alle drei ihrer Gefährten tauchten etwas von sich in das Wasser und die schwarze Flüssigkeit glimmte auf. Hugo und der Erdgeist schauten apathisch vor sich hin. Das Wasser kroch langsam, Stück für Stück Aggys Arm hoch und verflüssigte ihn, was sie allerdings nicht zu beachten oder zu beunruhigen schien. Keine Vision. Nur dieses unheimliche Glimmen. Mitra, die immer nervöser wurde, wollte sie gerade bitten, den Versuch abzubrechen, als Aggy ihren Mund aufmachte und schwarzes Wasser über ihr Kinn lief. Mitra riss die Augen auf.

„Aggy!“ Sie rüttelte panisch an deren Schultern, doch ihre Freundin bewegte sich keinen Millimeter und wachte nicht aus ihrem tranceähnlichen Zustand auf. Die anderen verharrten ebenso in ihrer Apathie. Als auch das heftigste Schütteln nichts brachte, versuchte Mitra, Aggys Arm aus dem Wasser zu zerren. Dabei erwischte sie einen Teil ihres Arms, der bereits zu Wasser geworden war. Augenblicklich war sie im Sog des Brunnens gefangen und das Glimmen entwickelte sich zu einem Strahl, zu einem gleißenden Lichtstrahl, der in den Himmel schoss. Das schwarze Wasser aus Aggys Mund versiegte, stattdessen brüllte sie, als ob sie unter großen Schmerzen leide.

„Magie, wo keine Magie ist. Ein Garten, wo nur Wüste. Hass, Angst, Hass, Untergang!“

Ihre Worte endeten in einen spitzen Schrei. Endlich erstarb der Lichtstrahl, worüber Mitra unglaublich erleichtert war, könnte er doch die Aufmerksamkeit der Monster auf sie lenken. Gleichzeitig ließ die Kraft, die die drei Gefährten in den Bann gezogen hatte, nach. Sie schüttelten sich und erwachten. Hugos Wirt übergab sich auf den Innenhof und Aggy sackte zusammen. Aus der Ferne hörten sie dumpfe Geräusche. Die gleichen Laute, die sie bereits zuvor gehört hatten. Stein, der auf Stein rutschte. War das ein Vorbote eines unerwünschten Besuches?

„Wir müssen hier weg. Schnell!“, mahnte Mitra. Sie leckte sich nervös über ihre ausgetrockneten Lippen. „Aggy?“ Sie rüttelte ihre beste Freundin, die als Reaktion lediglich aufstöhnte, anstatt aufzustehen.

„Hugo, Erdmann … auf.“ Sie versuchte ihre Kraft zu bündeln. Mit äußerster Konzentration stellte sie Aggy mit Mühe auf deren Beine. Doch sie musste schnell einsehen, dass sie zu schwach dazu war, um sie auf den Füßen zu halten. Möglichst sanft setzte sie Aggy frustriert wieder ab. Das dumpfe Geräusch schien immer näher zu kommen. Jetzt war sie sich sicher: Der Strahl hatte das Interesse auf sie gerichtet. Etwas war auf dem Weg zu ihnen und Mitra hatte nicht vor, noch hier zu sein, wenn dieses Etwas hier auftauchte. Ihr Körper zitterte vor Anspannung. Vor ihr drehte sich die Welt. Sie hielt sich für einen Moment am Brunnen fest, bis sie sich einigermaßen wieder stabilisiert hatte. Sie schielte zu Hugos Wirt. Bei seinem Anblick schluckte sie. Lange würde er es wohl nicht mehr machen. Aggy hatte sich inzwischen im Vierfüßlerstand aufgerafft. Nur der Erdgeist schien verhältnismäßig fit zu sein. Mitra wurde klar, sie würden es niemals schaffen, rechtzeitig zu verschwinden. Nicht in diesem Zustand, in dem sie sich befanden.

„Wir müssen uns verstecken.“ Ihr Blick flog über die wenigen Möglichkeiten, sich zu verbergen, und blieb bei der Eingangstür des imposanten Gebäudes haften. „Ins Rathaus.“ Mit zitternden Schritten ging sie langsam voraus, doch keiner folgte ihr. Sie stöhnte auf. So würde das nichts werden. Sie kniete sich hin und schnappte sich vorsichtig die Katze, die als Reaktion lediglich schwach ihr Köpfchen hob. Ihr selbst gelang es nur mit großer Mühe, sich wieder aufzurichten. Obwohl der Kater inzwischen leicht wie eine Feder geworden war. Ihre beste Freundin versuchte derweil, sich am Brunnenrand hochzuziehen.

„Könntest du Aggy bitte helfen!“, wandte sie sich genervt an den Erdgeist. Der Borkenschmetterling verwandelte sich grummelnd in einen Erdhaufen und schob sich so unter Aggys Körper, hob sie an und folgte Mitra in Richtung des Rathauses. Sie stolperte die Treppe zum Eingang hoch und rüttelte an der Tür. Natürlich war sie verschlossenen. Besseren Wissens rüttelte sie so lange an der Klinke, bis sie die schließlich in den Händen hielt. Frustriert schlug sie damit gegen eines der Fenster, das sofort zerbarst. Was sie durch das nun entstandene Loch erblickte, war allerdings kein größerer Raum oder Saal, wie sie vermutet hatte, vielmehr verbarg sich direkt hinter dem Fenster in einigen Zentimetern Abstand eine Wand. Sie brauchte eine Weile, bis sie verstand, was sie da sah. Das Rathaus war lediglich eine Attrappe, wie wahrscheinlich alle Gebäude hier schlussfolgerte Mitra. Sie boten keinen Schutz. Frustriert schlug sie mit der Faust gegen die Außenwand und ihre Hand versank ein wenig im weichen Material der Mauer. Es fühlte sich wie noch nicht getrockneter Ton an. Das dumpfe Geräusch ertönte wieder und war nicht mehr weit entfernt. Mitra fuhr erschrocken herum. Ihre Augen suchten panisch nach einem anderen Versteck und machten eine kleine Nische aus. Ihre Narbe in der rechten Handinnenfläche fing an zu schmerzen, wie eine kleine eingebaute Alarmanlage.

Sie drängten sich in der Nische aneinander und warteten auf das, was sie mit ihrem Lichtstrahl hergelockt hatten, auf die Fratzen. Mitras Herz klopfte mit aller Macht gegen ihren Brustkorb. Sie schloss die Augen und versuchte sich und ihre Narbe mit einer Yoga-Atmung wieder zu beruhigen. Sie konzentrierte sich auf ihre Umgebung und nahm die Magie wahr, den Stein und ihre Gefährten. Sie fühlte sich ganz im Fluss, als der Boden unter ihr erbebte. Sie suchte die Hand von Aggy, während sie Hugo streichelte. Sie würden nicht gefunden werden. Die Freundinnen quetschten sich gegenseitig die Hände, während Mitra sich ruhig atmete. Auf einmal wurde es hell hinter ihren geschlossenen Lidern. Sie spürte Hitze auf ihrer Haut. Die Übriggebliebenen des wahren Feuervolkes. Nein – des ursprünglichen Feuervolkes. Die Zerstörer einer ganzen Welt. Wenn sie verlören. Die Zerstörer ihrer Welt. Sie spürte den noch festeren Druck von Aggys Hand. Sie bediente sich an der Magie mit einem flauen Gefühl im Magen. War es eine gute Idee? Sich bei etwas zu bedienen, was alles Leben verzehrte? Sie schob die Frage schnell beiseite. Es war schlicht besser, später zu sterben als jetzt.

„Ich kann euch spüren. Es hat keinen Sinn sich zu verstecken“, höhnte die dröhnende Stimme einer Fratze. Die Narbe in ihrer Handinnenfläche durchströmte derweil mit jedem Pochen ihren Körper mit einem gleichmäßigen Schmerz. Mitra biss sich auf die Lippen und hielt für einen Moment Hugo wahrscheinlich etwas zu fest. Der fauchte und hieb seine Krallen in ihre Haut. Erschrocken öffnete sie ihre Augen und ließ die Katze los. Bevor sie ihn aufhalten konnte, huschte er unbemerkt von den riesigen Fratzen fort in eine andere Richtung und fing dort an herzzerreißend zu miauen.

Mitra erstarrte, schrie innerlich, „Neeeiin! Wieso?“ Sie hatte das Gefühl, dass Hugos Wirt sie angrinste. Er opferte sich für sie. Um abzulenken und ihnen Zeit zu verschaffen. Er wusste, dass sein Katzenkörper ohnehin kurz davor war zu sterben. Sie schaute zu Aggy, die feuchte Augen bekommen hatte, während sie Hugo benommen hinterherschaute, und nickte ihr zu, dass sie zum Tor verschwinden sollten. Mitra kniff sich in die Hand, um sich vom Schmerz, der von ihrer Hand ausstrahlte, abzulenken.

Noch einmal schaute sie über ihre Schulter. Quälend langsam schlichen sie an der Rathaus-Attrappe entlang Richtung Ausgang. Hugos Wirt fauchte. Er wollte, dass sie sich beeilten. Lange konnte er die Monster nicht ablenken und doch nagte in ihr das Gefühl, ihren Hausgeist im Stich zu lassen. Sie biss sich auf die Lippe und drehte sich wieder in Richtung des Tors, das sie aus dem Innenhof entlassen würde.

„Eine Katze …“, hörte sie eine vibrierende Stimme hinter sich. Sie schluckte einen staubtrockenen Klumpen hinunter. Ihr ganzer Körper krampfte. Zusätzlich merkte sie wieder diese Atemnot, die sie an etwas erinnerte. Mitra stöhnte auf, als sie die Einsicht traf. Sie konnten gar nicht ohne Hugo fliehen. Sie waren rein körperlich dazu gar nicht in der Lage. Das Opfer ihres Freundes war völlig umsonst. Sie mussten zusammenbleiben. Sie drehte sich gerade um, um Hugo zu warnen, ihn zurückzuholen, ihn zu retten, als ein erstickter Schrei die Stille durchbrach. In völliger Schockstarre musste Mitra mit ansehen, wie Hugos Wirt von einem Tentakel gepackt und in zwei Teile zerquetscht wurde. Hinter sich hörte sie es würgen. Es war wirklich widerlich. Aber sie wurde bei diesem Anblick eher wütend, als dass ihr übel wurde. Sie spürte wie sich diese Wut mit dem Schmerz in ihrer Narbe verband und sich in ihr ausbreitete und ihren Körper vergiftete. Ihre rationalen Gedanken wurden zurückgedrängt und die Abwehr gegenüber der übermächtigen Magie, die sie umgab, wurde schwächer. Sie wusste, dass sie sich eigentlich wehren sollte, doch es war ihr nicht möglich.

Mitra spürte die ihr bekannte Hitze in sich aufsteigen. Hinter ihr hörte sie Aggy aufkeuchen. Und dann passierte etwas Erstaunliches. Während Hugos erschlaffter Wirt durch das Tentakel in zwei Teile zerteilt wurde, beobachtete sie einen Schatten, der aus dem Leichnam entwich, und in dem Moment, in dem Hugos wahre Gestalt die Fratze berührte, reagierten die beiden Elemente. Mitra konnte noch erkennen, dass die Fratze sich erschrak und noch versuchte, sich rechtzeitig in pures Feuer zu verwandeln – doch dazu es war zu spät. Die Fratze wurde schnell größer. Mitras Hitze versiegte. Sie schnappte sich Aggy und presste sie und sich in eine kleine Einbuchtung im scheinbaren Mauerwerk, um sich vor dem zu schützen, was da auch immer passierte. Sie schloss die Augen und dann erschallte ein ohrenbetäubender Knall, den sie körperlich spürte. Eine kurze heftige Windböe erfasste sie und dann war es für eine Sekunde gespenstisch ruhig.

Mitras Herz hatte kurz zu schlagen aufgehört. Hugo! Was war mit ihm? Hatte er sich …? War er nicht mehr … da? Sie spürte, wie sie sich krampfte, und sie spürte, wie der Sauerstoff nicht mehr in die Lunge gelangte. Dann hörte sie ein Wutgeheul, dass ihr durch Mark und Bein ging. Ängstlich drehte sie ihren Kopf in dessen Richtung. Der Hygieia-Brunnen lag in Trümmern und der feuchte Boden rundherum war mit Scherben von den geborstenen Fernstern der Rathaus-Attrappe übersät. Eine riesige Flamme verwandelte sich vor ihren Augen in eine Fratze zurück. Eine hatte überlebt. Der Vertreter des ursprünglichen Feuervolks drehte sich hektisch um die eigene Achse, bis er sie lokalisiert hatte. Aggy gab einen erstickten Schrei von sich. Mitra konnte jedoch nur an eins denken: Wo war Hugo? Er konnte doch nicht tot sein?! Die Hitze und Wut, die durch das Opfer von Hugo, weggeschwemmt worden war, erfüllte sie auf einmal wieder. Dieses Mal gepaart mit einer Ohnmacht, die sie schutzlos vor dem Meer an Magie zurückließ. Sie registrierte, wie ihre Haut wegbrutzelte, ohne dass sie so etwas wie Schmerz empfand. Ihr Herzanhänger strahlte so hell, dass sie vor lauter Licht nichts mehr sah, außer einem goldenen Schimmern. Sie brüllte ihren Zorn heraus, und was sie hörte, war ein Geheul, dem ähnlich, dass sie eben noch erschreckt hatte. Dann folgten grelle Lichtblitze. Sie verspürte eine unglaubliche Macht. Kein Funken von Unsicherheit war da mehr. Es kam ihr vielmehr so vor, als ob sie sich mit der Fratze verband. Dann bebte die Erde unter ihr. Stein zerbarst und ihr wurde schwarz vor Augen.

Im Krankenhaus

„Lass mich bitte nicht auch noch alleine, Mama.“ Minerva starrte den leblosen Körper ihrer Mutter an und lauschte den piependen Geräuschen der Apparatur und das unerträgliche Saugen und Blasen der Beatmungsmaschine.

Sie sog scharf Luft ein und schluckte ihre Tränen herunter. Es war so schwer, nicht einfach aufzugeben. Ihre Schwester war tot. Ihre Nichte im Feindesland. Ihre Mutter schwebte in einem Zustand, der mit Leben nicht mehr viel gemein hatte. Ihr Haus war verwüstet und bot keinen Schutz mehr. Und ihr Schwager war immer noch verschwunden, ohne jegliche Spur. Ihre Flamme der Essenz war seit dem Stabilisieren der Barriere gefährlich klein geworden. Es verlangte inzwischen immer eine große Kraftanstrengung allein um ins Feld zu gelangen. Das Einzige, was den Wächtern übrigblieb, war, die kleine kümmerliche Flamme zu bewachen. Minerva fühlte sich so unglaublich nutzlos und müde. Sie tauchte ihr Gesicht in ihre Hände und genoss die entstehende Dunkelheit für einige Minuten. Sie verlor den Sinn für die Zeit. Als sie eine fremde Hand auf ihrer Schulter spürte, zuckte sie zusammen. Für einen kurzen, kostbaren Moment, dachte sie, dass das die Hand von Mildred, ihrer Mutter, sein musste. Langsam ließ sie ihre Hände sinken und schaute stattdessen in Antons von dunklen Ringen gezeichneten Augen. Sie hatte keine Kraft mehr, um ihn zur Begrüßung anzulächeln.

„Gibt es was Neues?“ Das schwache Gekrächze ihrer eigenen Stimme überraschte sie selbst und versetzte ihr einen Stich.

„Du musst schlafen“, flüsterte er.

„Das sagt der Richtige!“ Eine Weile schauten sie sich stumm an.

„Ich werde nach einem Klappbett fragen.“

Als er rausging, schaute sie ihm hinterher. Sie musste wirklich einen bedauernswerten Anblick abgeben. Wenn ihre Mutter oder ihre Schwester sie so als heulendes Elend sehen würden, schämten sie sich sicher. Sie war doch immer die Starke gewesen. Ihr entfuhr ein Schluchzer aus ihrer Kehle, wofür sie sich am liebsten geschlagen hätte. Du bist doch keine verdammte Heulsuse.

Wenig später kam Anton mit einem Bett wieder. „Du musst aufpassen, eine Rolle ist hinüber. Aber besser als der Stuhl.“

Minerva stand abrupt auf und schüttelte den Kopf. „Wir müssen den Idioten finden.“ Anton schaute sie überrascht an. „Sie meinen Herrn Gold?“ Eine Antwort blieb sie ihm schuldig und bugsierte ihn in Richtung Ausgang. Ein letztes Mal schaute sie auf Mildred. „Ich mach dich stolz, Mama. Ich schaff das“, flüsterte sie und schluckte die wieder hochkommenden Tränen hinunter.

Nach dem Feuersturm

„Mitra, wage es ja nicht“, schrie Aggys schrille Stimme in ihrem Gehörgang. Nur langsam wich dem Schwarz ein Grau. Ihr Kopf fühlte sich an, als ob eine Planierwalze rüber gefahren wäre.

„Lass den Scheiß. Wach endlich auf! Diese ganzen Explosionen.“ Die Stimme des Borkenschmetterlings klang nahezu hysterisch.

Aggy drehte sich entnervt zu ihm um. „Und was gedenkst du jetzt zu machen? Sie hier lassen? Ich kann sie nicht tragen, okay!“

„Spritz ihr doch einfach Wasser ins Gesicht. So funktionieren Menschen doch“, grummelte der Sand gewordene Erdvertreter.

„Ich werde ihr sicher nicht die Teufelsbrühe aus dem Brunnen ins Gesicht spritzen. Und ich spüre, wie ich immer schwächer werde, je mehr Magie ich hier verwende.“

Der Erdvertreter brummte etwas vor sich hin. Mitra stöhnte auf. Das Grau vor ihren Augen wich langsam dem Bild des zerstörten Innenhofs des Rathauses und langsam hörte dieses Bild auch auf sich zu drehen. Die Übelkeit, die von ihr Besitz ergriffen hatte, ebbte ab.

„Wasser“, hauchte sie mit einer erschreckend rauen Stimme. Aggy fühlte nahezu den triumphierenden Blick des Erdhaufens wegen Mitras Forderung auf sich ruhen, obwohl das wahrscheinlich Quatsch war. Sie nahm eine ihrer Flaschen und setzte sie an Mitras spröden Lippen an. Langsam kehrte in Mitra die Kraft zurück. Mit Aggys Hilfe setzte sie sich auf. „Was ist mit Hugo?“ fragte sie, auch wenn sie nicht wusste, ob sie die Wahrheit wirklich hören wollte. Sie hatte doch gesehen, was vor ihren Augen mit dem Katzenkörper passiert war. Aggy zuckte mit den Schultern.

Eine Weile saßen sie so schweigend da, bis der Erdgeist sich räusperte. „Wir müssen hier weg. Jetzt!“ Aggy stöhnte entnervt auf, doch Mitra nickte langsam, da sie sich nicht zu mehr in der Lage sah. Allein diese Geste jagte ihr einen schneidenden Schmerz durch den Kopf. Mühsam stemmte sie sich hoch, wobei Aggy sie festhielt. Als sie erst einmal stand, ging es ihr bereits um einiges besser. Erleichtert fiel ihr nun auch auf, dass der Schmerz ihrer Narbe abgeklungen war.

„Das war echt krass, wie du so ein Ding wurdest und das andere Ding vernichtet hast.“ Aggy klopfte ihr den gröbsten Staub von den Klamotten und zupfte einige Glassplitter heraus. „Man könnte meinen, dass das wahre Feuervolk in dir drin wäre.“ Der Erdgeist hatte sich wieder in einen Borkenschmetterling verwandelt und ließ sich betont cool, allerdings in einer möglichst großen Entfernung von ihnen nieder.

Mitra fuhr sich durch ihr Haar. „Ich glaube, dass das eher etwas mit der großen Menge an Magie zu tun hatte. Es war ein Ausbruch. Mehr nicht.“ Sie versuchte eher damit sich selbst zu beruhigen als ihre Begleiter.

„Jetzt, wo das geklärt wäre … ich habe gehört, dass wir losmüssen.“ Aggy klang ein Stückchen zu aufgekratzt und ein wenig fahrig in ihren Bewegungen.

Sie traut mir ebenfalls nicht, dachte Mitra, und wer konnte es ihr verdenken? Sie hatte sich vor ihren Augen bereits zum zweiten Mal zu einem alles zerstörenden Monstrum verwandelt. Sie ließ den Blick über den trostlosen Innenhof gleiten. Das dunkle unheimliche Wasser, oder was auch immer es gewesen war, versiegte inzwischen in dem sandigen Untergrund. Da blieb ihre Aufmerksamkeit am Geröll haften, auf dem sie lag. Da war etwas. Es leuchtete rot. Sie fasste sich unvermittelt an den Hals, wo sich ihre Kette nicht mehr befand. Ihr Anhänger. Sie beugte sich stöhnend zu ihm runter, hob das Herz mit der gerissenen Kette auf und steckte es in ihre Tasche. Ein wenig gab es ihr Kraft zu wissen, dass die Essenz wieder ganz nah bei ihr war. Doch Jemand fehlte hier gerade. „Hugo?“, flüsterte sie. Er konnte einfach nicht weg sein oder gar tot. Sein Wirt, ja okay, aber doch nicht er. Doch es blieb gespenstisch ruhig. Keiner antwortete.

Aggy hakte ihr unter. „Der Erdgeist hat recht, weißt du? Wir müssen hier weg.“ Schweigend humpelten sie noch ein wenig geschwächt aus dem Trümmerfeld des Innenhofs und von da aus wieder hinaus auf den Platz. Aus dem Augenwinkel nahm Mitra abermals dieses goldene Glitzern wahr. Es erschien ihr so, als ob es ihr etwas sagen wollte, was sie aber sofort als völligen Irrsinn abtat. Sie schaute zum Glitzern. Doch in dem Moment, wo sie direkt hinschaute, war es verschwunden. Dafür sah sie eine Stelle, wo die Möglichkeit bestand, sich erst einmal ein wenig auszuruhen. Sie zeigte auf den Laubengang beim Jungfernstieg und die kleine Gruppe einigte sich darauf, dort erst einmal Schutz zu suchen, um sich zu sammeln und die nächsten Schritte zu planen. Es war kein besonders gutes Versteck aber immerhin befanden sie sich dort nicht mehr auf dem Präsentierteller.

Der Gegner

Morgana lachte, wobei sich ihr gesamter Körper bewegte und ihre Rastazöpfe in alle Richtungen wedelten. Es sah nahezu irre aus. Sie spürte die Magie, die auf diese Seite gelangt war. Die Barriere war zwar wieder stabilisiert, jedoch erst nachdem schon eine Menge Magie in diese Welt zurückgekehrt war. Da wo sie hingehörte. Die ungebändigte Magie, die inzwischen vorherrschte, schwächte die Gegenseite und stärkte sie. Wer brauchte schon Regeln, wenn man Macht hatte?

Heute Nacht würde die Reinigung starten. Die Nixen würden dafür sorgen, dass der Bereich um die Fischmarkthalle unterging. Der ganz große Schlag musste warten. Die Barriere musste zuerst fallen. Endgültig. Sie konnten jetzt allerdings immerhin schon für Panik sorgen und den Gegner weiter in die Knie zwingen. Falsche Fährten legen. Lebhaft konnte sie sich die Wächterinnen vorstellen, wie die sich vor allem darauf konzentrierten, den Vater dieser Göre zu suchen. Das war wirklich eine großartige Idee von Magda gewesen, in das Haus einzubrechen und ihn zu entführen. Praktischerweise war er sogar ausgeknockt gewesen. Und während die Gegner nach diesem Mann suchten, würde die Welt sich Stück für Stück ändern, bis die Barriere endlich beseitigt war. Ja, Hamburg kannte sich mit Hochwasser aus, doch wenn die Elemente zusammenarbeiteten, war die Stadt, wie man sie kannte, dem Untergang geweiht.

Sie lachte noch einmal laut auf, als sie die Scharniere der Schleusen zum Schmelzen brachte, die den Bereich schützten. Nun hatte sie ihre Arbeit für heute getan. Jetzt waren die Nixen dran.

Home sweet Home

Mitra lehnte an der Mauer. Sie musste an Hugo denken. Dabei fühlte sie sich so trostlos wie diese grausame Welt, die von der Sonne in ein eintönig rötliches Licht getaucht war. Ihre Gedanken schweiften zu dem Glitzern. Was hatte es damit auf sich und wieso konnte anscheinend nur sie es sehen? Und wollte es ihnen helfen oder sie vernichten?

„Weißt du noch, was du gesagt hattest, als du in Trance warst?“, fragte sie ihre Freundin. Aggy nickte. „Ich zerbreche mir seitdem den Kopf darüber, was das mit den Blumen auf sich hat. Ich mein, hier ist nur Sand und Stein.“

Mitra wandte sich dem Borkenschmetterling zu. „Aber dafür überall Magie. Was meinst du dazu?“ Sie schaute ihn erwartungsvoll an.

„Diese Erde ist verseucht. Oder besser ausgedrückt, völlig ausgesaugt. Da ist kein Leben mehr möglich.“

Plötzlich nahm Mitra eine Bewegung an eine der Säulen wahr. Instinktiv presste sie sich noch stärker gegen die Wand. In ihren Händen ließ sie Feuerbälle entstehen, die allerdings sehr viel kleiner als üblich waren, und sie spürte, wie das Benutzen ihrer Magie sie hier auslaugte. Auf ihrer Seite jenseits der Barriere war es nie so aufreibend. Sie versuchte sich auf die Säule zu konzentrieren, als ein Schatten hervorglitt und reglos vor ihnen schwebte. Mitras Mund klappte auf. Sofort erkalteten ihre Hände wieder.

„Hugo?“ Aggys Stimme gab ihre Verwunderung wieder.

Er hatte es geschafft. Mitra lächelte. Von sowas ließ sich doch ein Hausgeist nicht aufhalten – von so etwas Lapidarem wie einer Feuerfratze.

„Er kann nicht mehr reden. Das ist perfekt“, ließ der Borkenschmetterling sarkastisch verlauten. Aber selbst er wirkte erleichtert.

Gelöst rutschte Mitra auf den Boden. Aggy setzte sich an ihre Seite. Eine Weile saßen sie schweigend beieinander und aßen einen kleinen Happen von dem, was sie mitgebracht hatten. Mitra fühlte gleich etwas Kraft in sich zurückkehren.

„Du hast doch erzählt, dass bei dir zu Hause eingebrochen und der Schutzzauber aufgelöst wurde, oder?“, fragte Aggy.

Mitra nickte bloß. Sie wollte nicht allzu lange darüber nachdenken, was da passiert war. „Vorher war da keine Magie. Nun ist da welche.“

Mitra nickte abermals. Worauf wollte ihre Freundin hinaus? Aggy schaute sie mit großen Augen an, stöhnte ungeduldig auf und wedelte mit den Armen, um ihren Gedanken zu verdeutlichen. „Hier ist es vielleicht anders herum. In unserer Welt ist in der Villa Magie, hier ist nun vielleicht keine.“ Mitra schwieg, was dazu führte, dass Aggy ihre Zuversicht wieder verlor. „Oder so ähnlich zumindest.“

Hinter Hugo wirbelte der Wind roten Sand in die Höhe zu einer Säule, die sich golden färbte und glitzerte. Die Säule nahm die verschwommene Silhouette einer Frau an und sie schien zu nicken.

Doch bevor Mitra Aggy anstupsen konnte, um sie auf das Phänomen hinzuweisen, löste es sich bereits wieder auf. Sie vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Es war wirklich nicht weiter verwunderlich. Wer würde nicht langsam durchdrehen bei allem, was ihr in letzter Zeit widerfahren war. Es war nur leider so ein ungünstiger Zeitpunkt, dass ihr Gehirn sie im Stich ließ. Wenn sie es geschafft oder sie endgültig versagt hätten, wäre es okay. Aber jetzt? Mitra stöhnte auf. Sie spürte die beruhigende Hand von Aggy auf ihrer Schulter.

„War keine gute Idee. Wir finden schon die Essenz.“ Aggy war trotz dieses ganzen Mistes ruhig und vernünftig. Mitra hatte sogar den Eindruck, dass sie viel rationaler war, als auf ihrer Seite der Barriere. Mitra gab sich einen Ruck. „Ich glaube, wir sollten vielmehr auf dich hören als auf mich. Lasst uns zur Hexenvilla gehen.“

Nicht aufgeben