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Wir alle erleben herausfordernde Zeiten - individuell und kollektiv. Das Jahr 2020 hat uns gezeigt, wie rasant sich Veränderungen vollziehen können. Mit diesen Montags-Impulsen möchte ich dich einladen, dich wieder mit deinen inneren Kraftquellen zu verbinden, Ruhe im Sturm zu finden und diesen Zeiten mit Vertrauen und Mut zu begegnen. Die Denkanstöße und Übungen können dir neue Blickwinkel und Möglichkeiten eröffnen, um deinen Weg über die Berge und durch die Täler des Wandels zu gestalten; dich bestärken dein Selbst für ein besseres Miteinander zu entfalten. Der Montag ist dafür ein guter Anfang.
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Seitenzahl: 179
Veröffentlichungsjahr: 2020
Katja Kremling
MONTAGSIMPULSE
52 Denkanstöße undMutmacher fürherausfordernde Zeiten
„Montagsimpulse, 52 Denkanstöße und Mutmacher
für herausfordernde Zeiten“
Fortsetzung, 1. Auflage
© 2020 Katja Kremling
Umschlag, Illustrationen, Satz: PAPINESKA
Foto: ELLEN Fotografie
Lektorat, Korrektorat: Franziska Röhrig, Yvonne Horn
Weitere Mitwirkende: Hartmut Kremling
Verlag & Druck: tredition GmbH
Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN
Paperback
ISBN 978-3-347-10241-5
Hardcover
ISBN 978-3-347-10242-2
e-Book
ISBN 978-3-347-10243-9
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Für Wolfgang – ein Lichtblickder Menschlichkeit
Inhalt
Gebrauchsempfehlung für dieses Buch
Auftakt: Wie alles begann …
◯ #1 Guter Rat im Überfluss
◯ #2 30 Wünsche. Was willst du wirklich?
◯ #3 Ein Brief für dich
◯ #4 Sei du selbst. Alle anderen gibt es schon
◯ #5 Talente. Die „Währung“ deiner Berufung
◯ #6 Scanner-Persönlichkeit. Hilfe, ich bin vielbegabt
◯ #7 Selbstvertrauen. Ein kleines Trainingsprogramm
◯ #8 Anerkennung. Fluch oder Segen
◯ #9 Growth Mindset. Der Glaube an die eigene Lernfähigkeit
◯ #10 Neues lernen. Wie du Schritt für Schritt deine Komfortzone verlässt
◯ #11 Selbstmitgefühl. Bist du dir selbst Freund oder Feind?
◯ #12 Glaubenssätze. Glaube nicht alles, was du denkst
◯ #13 Der perfekte Zeitpunkt!? Ich bin zu jung … zu alt
◯ #14 Krisen. Geschenke des Lebens!?
◯ #15 Ankommen
◯ #16 Leichtigkeit. Akzeptiere die Schwerkraft
◯ #17 Humor ist, wenn man trotzdem lacht
◯ #18 JA, und … Improvisieren im Alltag
◯ #19 Auf Augenhöhe. Lebendigkeit im Miteinander
◯ #20 Mitgefühl und Verständnis. Die Schuhe der anderen
◯ #21 Wirksam Feedback geben mit der 4xW-Formel
◯ #22 Geben und Nehmen. Wie großzügig bist du?
◯ #23 Das Hamsterrad des Glücks. Wenn ich erst mal …
◯ #24 Die Unbucket Liste, Geschafft!
◯ #25 Entdecke deine Herzenswünsche
◯ #26 Haben oder Sein – was macht uns glücklich?
◯ #27 Minimalismus. Raum für das Wesentliche
◯ #28 Berufung. Luxus oder Sinn des Lebens?
◯ #29 Werte. Richtungsweiser für ein zufriedenes Leben
◯ #30 Nachhaltig zu leben ist kein Ziel, sondern ein Weg
◯ #31 Sinn. Die Frage nach dem Wofür
◯ #32 Welche Spuren willst du hinterlassen?
◯ #33 Die Kraft der Fragen. Wieso, weshalb, warum?
◯ #34 Die Zukunft der Arbeit. Wie arbeiten wir morgen?
◯ #35 Driven bei Purpose. Wofür lebst und arbeitest du?
◯ #36 Der Wert der Arbeit
◯ #37 PatchWORK. Ein Arbeitsleben so bunt wie deine Persönlichkeit
◯ #38 Dein idealer Tag. Eine Gedankenreise …
◯ #39 Eine Berg- und Talfahrt durch den Wandel
◯ #40 Effectuation. Was kannst du JETZT tun?
◯ #41 Bessere Lösungen durch neue Blickwinkel
◯ #42 Ein kraftvoller Impuls für deine Veränderung
◯ #43 Mut zum ICH-Sein. Aus der Reihe tanzen
◯ #44 Yes, you can! Die Liste der 21 guten Gründe
◯ #45 Perfektionismus oder Fortschritt?
◯ #46 Whataboutism. Aber was ist mit …!?
◯ #47 Deine tägliche „Dusche“ für mehr Motivation
◯ #48 Energie tanken. Die Quelle deiner Lebensenergie
◯ #49 Nein sagen. Deine Überlebensstrategie
◯ #50 Muße. Eine bedrohte Ressource
◯ #51 Das Puzzle des Lebens
◯ #52 Herztöne. Ein Kurs im Lebenswundern
◯ #53 Ein Geschenk für dich: Dein Jahresrückblick
Dankbarkeit
Jedes Ende ist ein neuer Anfang!
Quellenverzeichnis
Stimmen meiner Leser*innen
Gebrauchsempfehlung für dieses Buch
Dies ist keine Lektüre zum schnellen Konsumieren, auch wenn der Titel einen anderen Eindruck erwecken mag.
Bist du neugierig? Natürlich kannst du das Buch in einem Rutsch durchlesen. Jedoch lade ich dich dazu ein, dich jede Woche einem Impuls zu widmen.
Einige meiner Blog-Leser*innen (www.montags-impulse.de) haben ein Ritual eingeführt: Sie lesen den Impuls am Montagmorgen bei einer Tasse Kaffee oder Tee. So starten sie inspiriert und ermutigt in die neue (Arbeits-) Woche.
Die restliche Woche kann der Montags-Impuls nachwirken. Wobei sich die Wirkung vervielfacht, wenn du die Fragen und Übungen nicht nur liest, sondern tatsächlich bearbeitest und deine Erkenntnisse anwendest. Nur so entfaltet dieses Buch sein volles Potenzial.
„Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden; Es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun.“
Johann Wolfgang von Goethe
Es ist nicht entscheidend, in welcher Reihenfolge du die Montags-Impulse liest. Du kannst von vorn nach hinten, aber auch „quer Beet“ lesen – je nachdem, welches Thema dich momentan anspricht. An einigen Stellen findest du Querverweise (#) zu anderen Impulsen, um dir das Nachlesen zu erleichtern.
Ich wünsche dir, dass dieses Buch nicht nur dein Bücherregal, sondern dein Leben bereichert.
Katja
P.S. Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen, Fragen und Anregungen mit mir teilst: [email protected]
Auftakt:Wie alles begann …
Ein Buch zu schreiben, ist der Traum vieler Menschen.
Im November 2017 habe ich mir diesen Traum erfüllt.
Viel früher als erwartet.
In freudiger Erwartung unseres Lebenswunders (#52) habe ich nach Möglichkeiten (#40) gesucht, wie ich während meiner „Elternzeit“ (als Selbstständige) in Verbindung mit den Menschen und Themen, die mir am Herzen liegen, bleiben kann.
DENKE GROSS, STARTE KLEIN
Ein Buch zu schreiben, erschien‘ mir damals unrealistisch.
Ein Blog war mir für den Anfang zu öffentlich.
Ein Newsletter, adressiert an einen vertrauten und wohlwollenden Kreis von Menschen, erschien‘ mir machbar.
Die Montags-Impulse waren geboren.
Mit den Montags-Impulsen möchte ich Menschen inspirieren, ermutigen und begleiten, mehr Freude und Sinn in ihren Alltag zu bringen – Schritt für Schritt.
Jede Woche schrieb‘ ich einen Impuls.
Nach 3 Monaten wagte ich den Schritt in die Öffentlichkeit.
Mein Blog erblickte das Licht der Welt.
Ein Jahr später hielt ich mein erstes Buch mit 52 Montags-Impulsen in den Händen.
Mit den Montags-Impulsen bin auch ich gewachsen.
DOMINOEFFEKT
Ohne mir dessen bewusst zu sein, hatte ich eine Strategie angewendet, die als Dominoeffekt bekannt ist. Dabei geht es darum eine große Vision zu haben, doch mit kleinen, einfach umsetzbaren Schritten zu starten. Die Schritte mögen uns banal erscheinen. Doch eine Reihe kleiner Dominosteine kann viel größere Dominosteine bewegen – einen nach dem anderen.
Entscheidend ist das Momentum aufrecht zu erhalten. Am Anfang braucht es Motivation (#47) und ein wenig Disziplin. Irgendwann entsteht ein Flow. Die Ideen kommen zuverlässig Woche für Woche. Das Schreiben ist zu einer liebgewonnenen Gewohnheit geworden.
Fast 200 Montags-Impulse sind bis dato entstanden.
ZEIT FÜR MEIN ZWEITES BUCH
52 Denkanstöße und Mutmacher für herausfordernde Zeiten lautet der Untertitel.
Die Montags-Impulse sind in einer herausfordernden Zeit entstanden. Gefühlt stand ich nach dem Umzug von Düsseldorf nach Dresden wieder am Anfang meiner Selbstständigkeit und ich erwartete unser erstes Kind. Ich war voller Freude, doch mich bewegten auch Ängste.
Das Jahr 2020 war sowohl individuell als auch kollektiv herausfordernd. Es hat uns gezeigt, wie rasant sich Veränderungen vollziehen können.
In der Zeit, in der ich dieses Buch fertigschreiben wollte, haben wir plötzlich einen engen Freund verloren. Ihm, Wolfgang, ist dieses Buch gewidmet.
MUTMACHER
Oft suche ich beim Schreiben der Montags-Impulse nach Antworten auf meine Fragen (#33), nach neuen Perspektiven auf eine Situation, nach Orientierung auf meinem Weg durch den Nebel der Ungewissheit und über das Meer der Möglichkeiten.
Die Gedanken und Übungen, die mir persönlich geholfen haben, möchte ich in diesem Buch mit dir teilen. Ich lade dich ein, dich wieder mit deinen inneren Kraftquellen zu verbinden, Ruhe im Sturm zu finden und herausfordernden Zeiten mit Vertrauen und Mut zu begegnen. Die Denkanstöße können dir neue Blickwinkel und Möglichkeiten eröffnen, um deinen Weg über die Berge und durch die Täler des Wandels (#39) zu gestalten; dich bestärken dein Selbst für ein besseres Miteinander zu entfalten.
Auf meiner JahresCollage (#25) steht:
„Das Leben lädt dich jeden Tag neu ein.“
Der Montag scheint mir dafür ein guter Anfang.
Lass‘ uns gemeinsam dein persönliches Lebenswunder gestalten.
Schritt für Schritt.
Ich wünsche dir einen gelungenen Auftakt,
Katja
#01
Guter Rat im Überfluss
In meinen Berufungs-Workshops biete ich gern eine Schachtel Pralinen zum Einstieg an. Ich gehe dann auf eine Person im Raum zu und sage: „Für dich ist die Marzipan-Praline. Die magst du bestimmt. Bitte schön.“
Hand aufs Herz: Würdest du zugreifen?
Vermutlich empfindest du gerade ein Störgefühl.
Zu Recht!
Was fällt mir ein, der Person ungefragt eine Praline aufzuzwingen. Doch glaube mir, die Mehrzahl der Leute nimmt die Marzipan-Praline.
Ich frage daraufhin immer, ob sie Marzipan tatsächlich mögen beziehungsweise überhaupt Appetit auf Schokolade hatten. Meistens lautet die Antwort: „Nein.“ (#49)
Warum sie dennoch zugegriffen haben? Weil ich die Praline so freundlich angeboten und empfohlen hätte.
Was hat dieses kleine Beispiel mit unserem Alltag zu tun?
GUTER RAT IM ÜBERFLUSS
In unserem Alltag begegnen uns überall Ratgeber in Form von Personen und Büchern (wie diesem, das du gerade liest). Tipps für die Partnerschaft, Erziehung, berufliche Weiterentwicklung oder sonstige Lebenshilfen. Menschen, die meinen es besser zu wissen. Andere, die wirklich wertvolle eigene Erfahrungen gemacht haben und diese mit uns teilen.
Die meisten Ratschläge sind gut gemeint.
Dahinter steht das Bedürfnis zu helfen und dazu beizutragen, ein Problem zu lösen oder eine Aufgabe zu bewältigen.
EIN RAT IST EINE MEINung
So oder so,
die Meinung anderer ist die Meinung anderer. die Erfahrung anderer ist die Erfahrung anderer.
Weder das eine noch das andere lässt sich ohne weiteres 1: 1 auf dich als Mensch oder dein Leben übertragen.
Was für den einen Menschen gut ist und funktioniert hat, muss nicht zwangsläufig für andere richtig sein.
„Von denen einen Rat zu holen, die nicht den gleichen Weg gehen, ist nutzlos.“
Konfuzius
Jeder Mensch ist anders.
Jedes Leben ist anders.
Weder du und deine Persönlichkeit, noch dein Hintergrund oder deine Lebensumstände gleichen irgendeinem anderen Menschen auf dieser Erde.
Daher fühlen sich die Ratschläge anderer zwar ab und an hilfreich, doch meistens unpassend an. Manchmal können Ratschläge auch nerven, uns demotivieren oder sogar verletzen.
Ratschläge sind auch Schläge.
Am Ende ist jeder Ratschlag nur eine MEIN-ung eines Menschen. Kein Mensch weiß ansatzweise soviel über dich, dein Leben und deine Herausforderungen, wie du selbst. Wir denken, handeln und beratschlagen immer aus unserer eigenen Perspektive auf die Welt, aus unserer individuellen Gefühls- und Erfahrungswelt. Da schießt so mancher Rat am Ziel vorbei.
RATSCHLÄGE FILTERN
Daher macht es Sinn sich einen Rat nicht einfach „einzuverleiben“, sondern diesen kritisch zu hinterfragen:
1. Ist die Person in dem Bereich schon dort, wo ich selbst hin will beziehungsweise auf einem guten Weg dorthin?
2. (Wie) Lässt sich diese Erfahrung auf mich und mein Leben übertragen?
3. Spüre ich Enge oder Weite, wenn ich den Rat beHERZige?
Am Ende triffst du die Entscheidung. Du gestaltest dein Leben – mit allen Konsequenzen.
Auch die Montags-Impulse sind bildlich gesprochen ein reichhaltiges Buffet, aus dem du auswählen kannst. Entscheide selbst, was du gern probieren möchtest, was dir schmeckt und was du liegen lässt.
Ich wünsche dir ein gutes Gespür für deine eigene Wahrheit,
Katja
#02
30 Wünsche.Was willst du wirklich?
Willkommen im neuen Jahr.
Ich wünsche dir, dass du dieses Jahr gesund erlebst; dass du Liebe erfahren und geben kannst und wunderschöne Momente mit den Menschen teilst, die dir am Herzen liegen; dass du Freude hast an dem, was du tagtäglich tust und du dich im positiven Sinne selbst überraschst.
Wie bist du in dieses Jahr gestartet?
SAME, SAME, BUT DIFFERENT …
Das Jahr ist gerade ein paar Tage alt, da flitzen alle schon wieder beschäftigt durch die Gegend.
Doch wohin eigentlich?
In der Regel gehen wir den Dingen und Aktivitäten nach, die uns auch schon im letzten Jahr beschäftigt gehalten haben. Nur weil ein neues Jahr begonnen hat, heißt das ja nicht, dass wir und unser Leben neu anfangen. Wir sind unterwegs auf unseren Wegen. Da kann es manchmal ganz schön kraftaufwändig sein, die eingefahrenen Bahnen zu verlassen. Und wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind, dann wissen wir auch nicht so recht wohin.
In diesem Buch werde ich verschiedene Tools mit dir teilen, die dir helfen können, deinen inneren Kompass zu schärfen, sei es der Brief an dich selbst (#3) oder eine Visionscollage (#25).
Zum Einstieg gibt es ein Wunschkonzert bei der guten Fee:
DIE LISTE DER 30 WÜNSCHE
Du meinst, das sind zu viele, um alle in einem Jahr zu realisieren. Ja, vielleicht. Doch es sind gerade genug, um auch die Wünsche ans Tageslicht zu locken, die sich hinter unseren oberflächlichen Begierden verstecken.
Also nimm dir 15 Minuten Zeit, ein Blatt Papier oder dein LieblingsNotizbuch und einen Stift. Schreibe alle Wünsche auf, die dir in den Kopf kommen – ohne diese zu bewerten, zu unterdrücken oder dir selbst auszureden. Schreibe ALLES auf.
~ Was möchtest du gern erleben, tun, haben oder sein?
~ Was wünschst du dir beruflich, persönlich, zwischenmenschlich, gesundheitlich, materiell, finanziell oder auch im Sinne der Nachhaltigkeit?
~ Was sonst noch?
Du hast 30 Wünsche frei und wenn du willst, gern auch mehr.
Wenn du deine Liste fertig hast, dann betrachte diese in Ruhe.
Frage dich:
~ Was will ich wirklich?
~ Welche Wünsche berühren mein Herz?
~ Was würde ich bedauern, wenn es nicht Teil meines Jahres oder Lebens wird?
~ Was sind weniger meine Wünsche, sondern eher Erwartungen anderer? Tausche letztere gegen eigene Wünsche aus.
Dann suche dir 5 Wünsche aus, denen du in den nächsten 2 Monaten deine Aufmerksamkeit und Energie widmen möchtest.
Wähle diese Wünsche möglichst aus unterschiedlichen Lebensbereichen aus. Gibt es eventuell einen Wunsch, mit dem sich auch andere Wünsche leichter realisieren lassen würden, wenn er in Erfüllung geht? Suche dir einen Wunsch aus, bei dem du dir sicher bist, dass du dir den Wunsch erfüllen kannst, einen Wunsch, der dich aus deiner Komfortzone (#10) lockt und einen Wunsch, der an ein Wunder grenzen würde.
Das Jahr beginnt gerade erst. Es ist Wunschkonzert-Zeit. Die Arbeit kommt nach dem Träumen. Doch dann führt sie dich eher in die Richtung, die dich zufrieden und glücklich macht.
Ich wünsche dir, dass du deinen Herzenswünschen treu bleibst,
Katja
#03
Ein Brief für dich
Jedes Jahr schreibe ich in den ersten Januartagen einen Brief.
Dieser Brief ist adressiert an mich selbst.
Die Idee dazu habe ich von Benjamin Zander. Der englische Dirigent lehrt seine Schüler*innen darin, sich immer neue Möglichkeiten zu eröffnen. Dazu nimmt er ihnen die Angst, Fehler zu machen.
Diese Angst vor dem Versagen sieht er als das größte Hindernis für Lernen und Entwicklung. Er löst dieses Problem, indem er allen seinen Schüler*innen zu Beginn des Semesters die Bestnote „A“ (=1) gibt. Einzige Bedingung ist, dass sie innerhalb der ersten zwei Wochen einen Brief schreiben, in dem die Schüler*innen ihre Entwicklung aus der Perspektive in einem Jahr beschreiben.
GLAUBE BEWIRKT WUNDER
In diesem Brief beantworten sie zwei Fragen:
~ Was habe ich im vergangenen Jahr getan und gelernt, was zu dieser sehr guten Leistung geführt hat?
~ Was für ein Mensch bin ich am Jahresende geworden?
Die Bestnote ist sicher. Die Angst vor dem Versagen fällt weg. Was bleibt ist der Glaube an die eigenen Möglichkeiten (#9). Das Aufschreiben der konkreten Schritte steigert die Selbstverpflichtung und das Engagement für die Zielerreichung. Ganz nebenbei gewinnen sie Einblicke in ihre eigenen Lösungsansätze, um sich weiter zu entwickeln. Dabei bleibt es jedem selbst überlassen, was möglich erscheint.
DEIN ZUKÜNFTIGES ICH
Probiere es selbst aus und schreibe dir diesen Brief. In einem Jahr wirst du dankbar sein, dass du dir diese Zeit genommen hast. Aus der Perspektive deines zukünftigen Ichs bekommt deine Zukunft ein Gesicht. Sie wird greifbarer und persönlich relevanter. Du bist dir bewusst, dass du diesen Brief in einem Jahr wieder in den Händen halten wirst.
Du kannst den Brief handschriftlich schreiben und an einem sicheren Ort aufbewahren, wo du ihn in einem Jahr noch findest – am besten mit einem Vermerk im Kalender.
Schreibe auf wofür du dir die Bestnote gibst:
~ Welche Herzenswünsche (#25) hast du dir erfüllt?
~ Was hat sich in deinem Leben verändert?
~ Wer bist du geworden?
~ Wofür bist du dankbar?
Dann erläutere konkret, was du getan, ausprobiert, gelernt oder auch losgelassen hast … welche Schritte dich zu dieser besten Version deines zukünftigen Selbst geführt haben.
Ein neues Jahr liegt vor dir.
Beschenke dich mit dem Vertrauen, das du verdienst.
„Tue heute etwas, für das dir dein zukünftiges Ich danken wird.“
Unbekannt
Ich wünsche dir den Glauben an dich selbst,
Katja
#04
Sei du selbst.Alle anderen gibt es schon.
Heute möchte ich eine Metapher mit dir teilen:
Die Geschichte vom Apfelbäumchen.
Stell‘ dir vor, du hast ein Samenkorn. Genau genommen ein Apfelbaumsamenkorn.
Was passiert, wenn du das Samenkorn in den Wald pflanzt?
Wird daraus eine Tanne? Oder vielleicht eine Eiche?
Eher nicht.
Vermutlich wird es lediglich eine mickrige Version des Apfelbaumes, der es werden könnte. Ganz sicher wird daraus weder eine Tanne noch eine Eiche.
AM PASSENDEN PLATZ
Nun stell‘ dir vor, du pflanzt das Samenkorn auf eine große, weite Wiese mit viel Sonnenschein. Hier hat das Apfelbäumchen die optimalen Bedingungen. Es kann in seine volle Größe wachsen. In seinen Ästen finden die Vögel Platz zum Singen und Nisten. Das ausladende Blätterwerk spendet Schatten für ein älteres Ehepaar, das sich auf einer Bank darunter vom Spazieren gehen ausruht. Kinder pflücken und vernaschen die leuchtend roten, geschmackvollen Äpfel …
Diese Geschichte versinnbildlicht für mich Berufung.
Das „Ich“ für ein besseres „Wir“ entfalten
Jeder Mensch trägt in sich eine Art Samenkorn mit einzigartigen Qualitäten, die darauf warten, dass wir diese zum Ausdruck bringen. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem, was in uns steckt, einen echten Mehrwert zum Leben anderer beitragen können.
Was es dafür braucht, ist das passende Umfeld – unser Element.
Unser Vorteil gegenüber dem Apfelbäumchen: Wir haben Beine und können uns bewegen, falls wir das Gefühl haben, am „falschen“ Platz zu sein. Und wir haben die Möglichkeit für uns selbst zu sorgen, unsere individuellen Bedürfnisse ernst zu nehmen (#11) und uns das passende Umfeld (mit) zu gestalten, in dem wir wachsen können.
Unsere Nachteile: Selbstzweifel, Vergleiche und Überanpassung. Das Apfelbäumchen zweifelt nicht daran, dass es ein Apfelbaum ist. Es strebt nicht danach, Tanne oder Eiche zu sein. Wozu auch?
Ich wünsche dir, dass du dein wahres Wesen wertschätzt und entfaltest, Katja
„Du selbst zu sein, in einer Welt, die dich ständig anders haben will, ist die größte Errungenschaft.“
Ralph Waldo Emerson
#05
Talente.Die „Währung“ deiner Berufung
Der Weg zu einem Leben im Einklang mit uns selbst führt über die eigenen Talente – unsere natürlichen Begabungen, aus denen wir unsere besonderen Stärken und Fähigkeiten entwickeln. Darin liegt unser Geschenk, unsere Einzigartigkeit, unser Beitrag zum Leben anderer.
Im Herzen können wir spüren, wo die eigenen Talente liegen.
Im Kopf richten wir unsere Aufmerksamkeit viel zu oft auf unsere Defizite und das, was wir nicht können. Bereits in der Schule investieren wir mehr Zeit in Nachhilfe anstatt in die Förderung besonderer Talente.
„Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin als Erwachsener einer zu bleiben.“
Pablo Picasso
Unsere Talente, die uns in die Wiege gelegt werden, weisen uns den Weg zu unserer Berufung (#28).
TALENTE ENTDECKEN
Mithilfe der folgenden Fragen und Übungen kannst du deine natürlichen Begabungen entdecken.
1. Was geht dir leicht von der Hand? Was kannst du sehr gut, auch wenn du es selbst nicht so besonders findest?
Erstelle eine Liste mit Tätigkeiten, die dir leichtfallen. Für die du Wertschätzung und Anerkennung (#8) erfährst. Oder für die andere immer wieder auf dich zukommen. Schreibe alles auf, auch wenn es dir banal oder selbstverständlich erscheint.
2. Was hast du als Kind gern und oft gemacht? Was konntest du besonders gut? Welche Begabungen kommen dabei zum Vorschein?
Kinder haben eine natürliche Navigationshilfe für ihre Talente: Freude. Sie tun noch nicht das, wofür sie gelobt oder gut bezahlt werden, sondern anfangs vor allem das, was ihnen Spaß macht und ihr Interesse weckt. Betrachte alte Fotos oder unterhalte dich mit deinen Geschwistern, Eltern oder Kindheitsfreunden, wenn dir selbst die Erinnerung fehlt. Blicke auch hinter die Tätigkeiten auf deine Fähigkeiten und Motive, die sich beim Puzzeln (#51), Sandburgen bauen oder anderen Kinderspielen ausdrücken.
3. Was kannst du anderen beibringen?
In welchen Dingen bist du deinen Mitmenschen zwei, drei Schritte voraus? Was können andere von dir lernen? Erkenne dich für das an, was du besser kannst als andere. Das macht dich nicht zu einem besseren Menschen, sondern ist dein Beitrag für ein besseres Miteinander (#19). Im Gegenzug wird es dir leichter fallen, andere für ihre Stärken wertzuschätzen, die du selbst bei dir als Schwäche akzeptierst.
4. Welche Qualitäten würden in deinem Umfeld fehlen, wenn du nicht da wärst? Was schätzen und bewundern andere an dir?
Wenn dir die Antworten schwerfallen, dann frag‘ deine Familie, Freunde und Kolleg*innen: Was würde ihnen fehlen, wenn du nicht mehr da wärst? Sie sehen oft Dinge, die du an dir selbst (noch) nicht wahrnimmst. Das ist dein „blinder Fleck“. Unsere Individualität zeigt sich nur im Unterschied zu unseren Mitmenschen. Wir brauchen andere als Spiegel, um uns selbst zu erkennen.
5. Schreibe zwei Wochen lang ein Stärken-Tagebuch.
Reflektiere deinen Tag am Abend mit besonderem Blick auf das, was dir Freude bereitet hat und gut gelungen ist. Welche Stärken und Fähigkeiten stecken dahinter?
POTENZIALE ENTFALTEN
In den Antworten auf diese Fragen schlummern deine natürlichen Begabungen und Talente. Sie sind die „Währung“ deiner Berufung.
Wie (regelmäßig) nutzt du diese Begabungen im Alltag?
… bei deiner Arbeit?
… beim Gestalten deines ganz eigenen Weges?
Überlege, wie du deine Talente besser oder häufiger einsetzen könntest. Welche Möglichkeiten gibt es, diese Fähigkeiten weiter zu entwickeln, z.B. über Weiterbildungen, ein Hobby, ein neues Aufgabenfeld oder Projekt bei der Arbeit?
