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Verbrechen aller Art üben auf Menschen eine besondere Faszination aus, aber wer würde darauf kommen, dass das Böse gleich hinter dem Gartentor lauert? Wirft man einen Blick in den Mikrokosmos zwischen Beet und Topf, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Denn von Insekten über Pflanzen bis hin zu kleinen Säugetieren – der Garten ist voller Verbrecher! Werde zum Kommissar im eigenen Garten: 20 Fälle vom Vandalismus bis zum heimtückischen Mord sind zu lösen. Wer ist verdächtig? Lässt sich der Täter anhand seiner biologischen Merkmale überführen? Welches Motiv hatte er? Geh‘ auf Spurensuche! Oder schlägst du dich etwa auf die Seite des Bösen, um Blattläuse, Schnecken und Co. loszuwerden?
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Seitenzahl: 121
Veröffentlichungsjahr: 2026
Elke Schwarzer
MORD
IM NACKTSCHNECKEN-MILIEU
Mysteriöse Kriminalfälle in deinem Garten
Vorwort
EINBRUCH & vandalismus
1. FALL
Vom Ferrari zum Müllkutscher
2. FALL
Schlankheitskur für die Fette Henne
3. FALL
Wenn die Blüten Trauer tragen
4. FALL
Grünes Konfetti im Sommer
Kriminelle Banden: Schnecken
5. FALL
Brachiale Blütenbesucher
6. FALL
Krawall im Kräuterbeet
7. FALL
Rabauken an den Rosen
RAUB & diebstahl
8. FALL
Mundraub mit Netz und doppeltem Boden
9. FALL
Nächtliche Heißhunger-Attacken
10. FALL
Klau am Bau
11. FALL
Irrwitziger Samenraub
Kriminelle Banden: Wollschweber
12. FALL
Schwindelfreie Feinschmecker: Geköpfte Pflanzen
MORD & totschlag
13. FALL
Tränke oder Todesfalle?
14. FALL
Mord und Nekrophilie im Staudenbeet
15. FALL
Liebe bis in den Tod
16. FALL
Mord im Bienenhotel: Summ mir das Lied vom Tod
Kriminelle Banden: Die Ameisen-Mafia
17. FALL
Giftmord am Holunder
18. FALL
Der apokalyptische Schneckenreiter
19. FALL
Ein süßes, aber mörderisches Dilemma
20. FALL
Gärtnern mit Geistern
SERVICE
Zum Weiterlesen
Die Autorin
Impressum
Vieles in der Natur wirkt aus unserer Sicht ziemlich kriminell. Oft spüren wir es sogar sehr direkt – etwa, wenn uns die Stechmücke ungefragt eine Blutprobe abzapft, die mit Juckreiz nicht unter zehn Tagen bestraft wird. Da müssen wir uns dann ganz tapfer damit trösten, dass Mücken auch oft gefressen werden, was aus ihrer Sicht wiederum den Straftatbestand des Mordes erfüllt.
Selbst so niedliche kleine Sympathieträger wie die pastellige Blaumeise mit ihren Knopfaugen haben es faustdick hinter den Ohren. In einem Jahr geben sie sich noch damit zufrieden, aus dem Nest der Kohlmeise Moos und Federn zu stehlen, im nächsten werden sie kurzerhand zum Hausbesetzer und vertreiben die größere Verwandtschaft unter Androhung körperlicher Gewalt ganz aus dem Nistkasten – ganz so, als wären sie die Vermieter und würden Eigenbedarf anmelden. Und so ist die Natur ein einziges kriminelles Netzwerk, in dem munter gelogen und betrogen wird. Wir können Detektiv spielen, um diese verworrenen Verstrickungen, geheimen Machenschaften und Untergrundaktivitäten aufzudecken. In diesem Buch finden sich einige Kriminalfälle, die sich so oder ähnlich auch in deinem Garten zugetragen haben könnten. Rate mit, wer der Täter sein könnte!
Viel Spaß beim Ermitteln wünscht
Elke Schwarzer
Sabotage – und am Ende vielleicht sogar kaltblütiger Mord. Ob es die Pflanze überlebt?
Lilien im Garten sind eindeutig für Fortgeschrittene! Um auf Nummer sicher zu gehen, entschied ich mich für die Anfängersorte ‘Zambesi’, die auch mit Halbschatten zurechtkommt. Ich hatte mich schon so auf die weißen Blüten gefreut, aber stattdessen sind die vielversprechenden Knospen verfault und die Blätter zerfressen.
TATORT
Staudenbeet im Reihenhausgarten. Die als Bio-Zwiebeln gesetzten Lilien sind bis zur Unkenntlichkeit entstellt, am Ende stehen sie nur noch als klägliches Gerippe da, vom fulminanten Blütenfinale ganz in Weiß mal ganz zu schweigen, das fällt aus. Geld zurück, grüner Daumen defekt oder war ein gut getarnter Übeltäter am Werk?
INDIZIEN
zuerst sind Löcher und Buchten in die Blätter gefressen
danach sind die Pflanzen mit unappetitlich grünbraunen Schleimklumpen übersät
die merkwürdigen, unförmigen Schleimer hocken immer genau an einem angeknabberten Blatt – verdächtig!
erst fehlen die Blattspitzen, später das ganze Blatt
mit der Zeit werden Fraßschäden und Schleimer größer
die Knospen der Lilie verfaulen, die Pflanze geht – komplett ihrer Blätter beraubt – später ein
Der Anfang vom EndeDie jugendlichen Vandalen haben Löcher in die Blattunterseite genagt. Unten sieht man die orangefarbenen Eier.
ZEUGEN
Zeugen wollen gesehen haben, wie die schleimigen Tarnkappenbomber sich ganz langsam bewegt haben, wenn sie sich unbeobachtet fühlten.
Es wurde bemerkt, wie der Schleim am Hinterende anwächst, es scheint ihr Kot zu sein.
Die Gärtnerin vermeldete die Sichtung eines feuerroten Käfers auf den Blättern, doch war das schon ein paar Wochen her und an sein Aussehen konnte sie sich nur noch vage erinnern, außerdem ließ er sich gleich vor Schreck fallen.
Verdächtige orangefarbene Kugeln sollen kurz nach der Sichtung des Käfers auf den Blättern geklebt haben.
Andere Zeugen gaben sogar zu Protokoll, verdächtige zirpende Geräusche im Sopran aus den noch intakten Lilien gehört zu haben – befand sich der Tatbestand der Ruhestörung etwa schon im Vorstrafenregister?
VERDÄCHTIGE
Faktencheck
Wer sind diese gefräßigen Müllhalden, die die Blätter auf dem Gewissen haben? Schnecken scheiden ausnahmsweise aus, denn sie sind stromlinienförmiger, nicht so unförmig wie diese dubiosen Gestalten, die ganz offensichtlich etwas zu verbergen haben. Alle Indizien sprechen dafür, dass sie die Nachkommen dieses feuerroten Käfers sind, der sich – schneller als die Polizei erlaubt – aus dem Staub gemacht hat. Das Phantombild war schnell gezeichnet: Gesucht wird ein rotes Insekt.
Gemeine Feuerwanze Pyrrhocoris apterus
Eine für alle, alle für eine – Feuerwanzen versammeln sich gern an Linden und Malven und können sich gegenseitig ein Alibi geben. Sie haben die Ruhe weg und lassen sich nicht vor Schreck vom Blatt fallen, noch dazu finden sie Lilien ganz abscheulich, sie mögen lieber Malven- und Lindensamen. Die Larven sind stets adrett und nicht schleimig wie die Übeltäter.
Roter Weichkäfer Rhagonycha fulva
Seine Farbtöne sind gedeckt, nicht so rot wie bei dem Gesuchten. Lilien in Knospe sind auch gar nicht sein Ding, der schlanke Käfer liebt Doldenblütler, wo er ganz ohne Hektik Pollen futtert. Auch seine Larven überstehen das Kreuzverhör mit Bravour, denn sie leben räuberisch am Boden und jagen Schnecken und Insekten – sind also die Feuerwehr, nicht die Mafia.
Detaillierte Täterbeschreibung
Der Täter bewohnt Feuchtwiesen, wo Schachbrettblumen vorkommen, die er ebenfalls frisst, besiedelt aber auch Parks und Gärten mit Lilien, die er mit seinem guten Geruchssinn aufspürt. Da die Tiere in zwei bis drei Generationen im April, Juni und September auftreten, können sie im Frühjahr auch Kaiserkronen den Garaus machen. Gelegentlich unternehmen sie einen Ausflug in den Kräutergarten und futtern Schnittlauch.
Lilienhähnchen Lilioceris lilii
Der Käfer versteht es meisterhaft, sich dem Zugriff durch die SOKO „Lilie“ zu entziehen – er lässt sich einfach fallen und taucht unter: Der alte Gauner landet stets auf dem Rücken, sodass die schwarze Bauchseite nicht auffällt am Boden. Seine Larven sind mit Eigen-Kot getarnte Fresssäcke, was sehr zu den Zeugenaussagen passt. Alles an ihm wirkt zwielichtig.
Scharlachroter Feuerkäfer Pyrochroa coccinea
Bei diesem knalligen Käfer passt das Phantombild schon ziemlich gut. Das Familienfoto aber entlässt ihn rasch aus der Untersuchungshaft, denn seine Larven sind flach und schlank, damit sie sich unter der Rinde von Totholz als Räuber betätigen können. So ein Ganzkörperanzug aus schleimigem Kot wäre da nur hinderlich. Sie sind jedenfalls keine Vegetarier.
TÄTER
Fahndung
Bei einer Gegenüberstellung inklusive Stimmproben (der Verdächtige sang beim Verhör, was als Geständnis galt), waren sich die Zeugen einig, dass die Farbe und das Zirpen mit ihren Beobachtungen am Tatort übereinstimmen. Kein anderer Verdächtiger ist zu solchen Lautäußerungen in der Lage. Auch die Vorliebe für Lilien und die typischen Larven überführen ihn zweifelsfrei, allerdings wird er wohl nur nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden.
Lilienhähnchen (Lilioceris lilii)
6–8 mm lang
glänzend roter Halsschild und Flügeldecken
Käfer können zirpen, indem sie spezielle Riefen am Abdomen gegen die Flügeldecken streichen
Kopf, Beine und Bauchseite sind schwarz
After der Larve zeigt nach oben, um den Kot auf dem Rücken zu deponieren
Larven orangefarben, aber immer mit Kot getarnt, der einen unförmigen Sack um den Körper herum bildet
MOTIV
Heißhunger lässt Lilien leiden
Er ist die sangesfreudige Nemesis aller Lilien-Liebhaber. Trotz seines gelackten Aussehens, das dem eines Mafiabosses in nichts nachsteht, und den Ständchen, die er uns bringt, ist er nicht gerade der Blattkäfer der Herzen – zu zerstörerisch sind seine Larven.
Die Opfer: Unter den Lilien sind es Riesen- und Prachtlilien, die ihm zum Opfer fallen. Kaiserkronen und Schachbrettblumen runden den Speiseplan ab, irgendwie muss er ja mit mehreren Generationen übers Jahr kommen. Lilien-Hybriden scheinen noch besser anzukommen als Wildarten.
Charme-Offensive: Die Tat wird vorbereitet mit dem Erscheinen des unfassbar hübschen Käfers. Wie ein fabrikneuer Sportwagen tritt er auf und sitzt dekorativ auf den Pflanzen herum. Aber nicht lange, denn sobald man sich nähert, nimmt er die Beine unter den Arm und fällt zu Boden, wo er auf dem Rücken liegt und nicht auffindbar ist. Ist er bei der Tat ungestört, findet sich ein Verbrecherpaar ein und es kommt zur Eiablage. Es werden orangefarbene, längliche Eier in Gruppen auf der Blattunterseite deponiert.
Vom Sportwagen zum Müllkutscher: Die Larven schlüpfen bald und legen sich sofort einen Overall aus ihrem Kot zu, der sie tarnt und ungenießbar für Vögel macht – wer wollte schon so ein wandelndes Dixi-Klo im Schnabel haben? Die schiere Menge an Unholden auf der Pflanze führt schnell zu einem Kahlfraß, die Lilie geht oft daran ein. Nach ein paar Wochen lassen sich die Larven fallen (der Kot-Umhang mildert den Aufprall) und verpuppen sich am Boden.
Schnelle Eingreiftruppe: Trotz aller Raffinesse hat das krähende Hähnchen Feinde: Zwergwespen entwickeln sich in den Eiern und einige Schlupfwespenarten haben keine Skrupel – dem Kotsack zum Trotz – Eier in die Larven zu legen.
BEIHILFE ZUR TAT
Lilien, Kaiserkronen oder Schachbrettblumen pflanzen und abwarten. Wenn es zu viel wird, Larven absammeln, die leichter zu fassen sind als der sich immer auf der Flucht befindende Käfer.
Als leere Hüllen ihrer selbst sitzen die Blätter an der Pflanze und werden braun – tätlicher Angriff auf die Trockenkünstler?
Fette Henne und Sempervivum sind herrlich wartungsfrei! Als Sukkulenten brauchen sie kaum Wasser, sind frei von Schädlingen und wachsen im Falle von Sempervivum auch in der kleinsten Ritze. Doch warum vertrocknen manche Blätter dieser Unantastbaren jetzt plötzlich? Dem Täter droht eine saftige Strafe!
TATORT
Staudenbeet, Töpfe und Trockenmauer. Es ist Mai und von Wonnemonat keine Spur bei Sempervivum und Fetter Henne. Zerrupft und teilweise braun sitzen die Blätter an der Pflanze – bei der Dachwurz die äußeren an jeder Rosette, bei der Fetthenne die unteren.
INDIZIEN
kaum sichtbar sitzt ein weißes Ei vorzugsweise auf den untersten Blättern der Fetten Henne
die Blätter weisen später durchscheinend weißliche Bereiche auf, die hohl wirken
manche dieser Stellen sind groß mit im Blattinneren locker verstreuten schwarzen, unförmigen Punkten, andere sind dünne, weiße Schlangenlinien
in einigen kann man schemenhaft eine weißliche, längliche Gestalt erkennen
die Blätter werden mit der Zeit immer bräunlicher und trockener
die äußeren Blätter an den Rosetten von Sempervivum vertrocknen plötzlich
sie lassen sich leicht herausreißen und sind nur noch leere Hüllen, die man zerbröseln kann
Ein Täter mit InsiderwissenBei diesem Blatt wurde auf mysteriöse Weise ein Teil des Inhalts entfernt.
ZEUGEN
Wochen vor dem Dahinsiechen der Blätter wurden geflügelte Insekten beim Herumlungern an den Pflanzen beobachtet.
Eine Zeugenbefragung ergab ein einheitliches Bild des Täters: Er wurde stets als dunkel gefärbt und obskur beschrieben und soll einer Schwebfliege geähnelt haben.
Die geisterhaften Wesen in den Blättern wurden als madenförmig und weiß aufs Phantombild gezeichnet.
Im fortgeschrittenen Stadium des Vandalismus an den Blättern der Fetten Henne wurden clevere Kohlmeisen dabei beobachtet, wie sie die Blätter aufpickten und irgendetwas Weißes herausprokelten.
Ein Zeuge gab eine Schnirkelschnecke zu Protokoll, die an den schadhaften Stellen der Fetten Henne fraß.
VERDÄCHTIGE
Faktencheck
Gesucht wird eine dunkle Schwebfliege, die Leichen im Keller hat. Doch halt! Was war denn mit der Sichtung der Schnirkelschnecke, die sich genau an dem verunstalteten Blattgewebe gütlich tat? Sie wurde nur an der Fetten Henne, nicht aber am kleinteiligen Sempervivum gesehen. Schneckenwetter war auch schon lange nicht mehr – handelte es sich hier also nur um einen Gelegenheitsdieb? Und wer sind diese düster wirkenden Fliegen? Hat die Kohlmeise doch etwas auf dem Kerbholz?
Erzschwebfliegen Cheilosia semifasciata und C. caerulescens
Dunkle Farbe, sinistres Verhalten: Die beiden Erzschwebfliegen machten sich schon durch ihr Äußeres irgendwie tatverdächtig. Als Blütenbesucher wirken sie nett und unschuldig, doch sie nutzen jede Gelegenheit zur Eiablage. Die Larven leben im Pflanzengewebe und fühlen sich dort sehr sicher – wenn hier niemand einbricht, kann ihnen keiner was.
Schnirkelschnecke Cepea spec.
Da die Schnecke dabei beobachtet wurde, wie sie an den geschädigten Blättern der Fetthenne fraß, macht sie sich damit hochgradig verdächtig. Doch der zeitliche Ablauf passt nicht, denn sie trat erst nach großflächiger Schädigung der Pflanze auf den Plan, somit konnte ihr kein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Sie mag auch lieber gammelige als frische Blätter, sodass sie hier eher als Schönheitschirurgin auftritt, die die Schadstellen beseitigt.
Detaillierte Täterbeschreibung
Die Täter – es scheinen mehrere zu sein – sind Kulturfolger, die ihren Futterpflanzen aus den Gartencentern und von Pflanzenmärkten in die Gärten gefolgt sind und nun ziemlich häufig auftreten. Ihren Siegeszug hat sicher auch begründet, dass sich ihre Futterpflanzen leicht vegetativ vermehren lassen und der Übeltäter so schnell den Besitzer wechselt.
Matte Schwarzkopfschwebfliege Melanostoma scalare
Da der Täter dunkel und schwebfliegenähnlich sein soll, wurde die schmächtige Fliege gleich verdächtigt, immerhin ist sie weniger bunt und wespenähnlich als ihre illustre Verwandtschaft. Sie konnte aber beim Verhör glaubhaft machen, dass sie zum Tatzeitpunkt keine Eier an die Fette Henne, sondern an Blattlauskolonien gelegt hat, was mehrere erboste Ameisen bezeugten.
Kohlmeise Parus major
Die Meise mit der schwarzen Kopfzeichnung, die sie immer wie vermummt wirken lässt, ist kein Kind von Traurigkeit. Wenn sie ganz üble Laune hat, entrindet sie mutwillig Äste, das Zerfleddern von Blättern würde also passen. Doch an der Fetten Henne hatte sie ihre Jungen dabei, die sie mit etwas aus der Fetten Henne gefüttert hat – vielleicht Larven?
TÄTER
Fahndung
Die Schnecke wurde aufgrund der Beweislage rasch aus der U-Haft entlassen, wo sie sich sowieso nur bockig und unkooperativ in ihr Haus zurückgezogen und die Aussage verweigert hatte. Schwebfliegenarten, die – so düster sie auch wirken – als Larven Blattläuse räubern, kamen ebenfalls nicht infrage, denn sie bleiben ihrem Metier stets treu. Es kam daher nur der berüchtigte Clan der Erzschwebfliegen infrage. Sie konnten auf frischer Tat ertappt werden, wie sie Eier an die geschädigten Pflanzen gelegt haben.
Erzschwebfliegen (Cheilosia caerulescens oder C. semifasciata)
6–8 mm lang
Thorax glänzend und dunkel
dunkle, etwas behaarte Augen und dunkle Antennen
Männchen mit grauen Flecken auf dem Hinterleib
Larven minieren in Fetter Henne
MOTIV
Kinderstube Staudenbeet: Fette Larven in fetten Pflanzen
Die gute Nachricht: Die kleinen Übeltäter, die als Fliegen zwar nicht bunt und auffällig, aber auch nicht abstoßend hässlich sind, können weder Fette Henne noch Sempervivum in Grund und Boden fressen. Allenfalls verlieren die Pflanzen ein paar Blätter, von denen sie ohnehin genug haben. Bei der Fetten Henne werden außerdem die untersten Blätter am liebsten genutzt, was leicht durch Nachbarpflanzen kaschiert wird.
Die Opfer: Während sich die Gänsedistel-Erzschwebfliege (Cheilosia caerulescens) auf Sempervivum stürzt und sich als Larve dort in den dicken Blättern dick und rund frisst, hat sich ihre Schwester Cheilosia semifasciata auf die Fette Henne (Hylotelephium telephium) eingeschossen, aber auch der in Gärten eher seltene Echte Venusnabel (Umbilicus rupestris
