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Liebesurlaub auf LaPalma: Jan und Monika wollen ihr neues Glück genießen, als plötzlich der Ex auftaucht. Kurz darauf ist Jan tot und zurück in Deutschland stellt sich heraus: auch Monika ist in Gefahr. Ist der Ex auf Rachefeldzug?
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Seitenzahl: 66
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Gleich nach ihrer Ankunft zog Monika den Bikini an und lief mit Jan an den nur wenige Meter entfernten Strand. Ausgelassen tobten die beiden im flachen Meerwasser und vergaßen die Schwierigkeiten der letzten Wochen in Deutschland.
Hier auf La Palma hatte das Wasser angenehme 21° und die frische Brise, die nach Salz und Sonne roch, vertrieb auch die letzten düsteren Gedanken.
Vorbei waren die Heimlichkeiten, die Lügen, das schlechte Gewissen und die Angst.
Monika fühlte sich froh und befreit, und glücklich wie seit Jahren nicht mehr.
Keinen Gedanken verschwendete sie noch an ihre missglückte Ehe mit Bert, wo sie sich schon so lange Zeit nichts mehr zu sagen gehabt hatten und dabei waren sie kaum sechs Jahre verheiratet gewesen. Warum die Ehe gescheitert war, konnte Monika gar nicht mehr so genau sagen.
Sie hatten sich in dem Jeansladen, in dem Monika damals gearbeitet hatte kennen gelernt. Bert wollte sich nur irgendeine Jeans kaufen, doch als er die Verkäuferin gesehen hatte, überlegte er, sich beraten zu lassen und ging mit einer klassischen, aber viel zu teuren Levis nach Hause. Dafür hatte er ein Treffen mit Monika für den nächsten Abend vereinbaren können, und so störte er sich nicht daran viermal mehr Geld als geplant ausgegeben zu haben. Schnell wurden die beiden ein Paar und schon zwei Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken. Mit den Familien und einigen guten Freunden feierten sie ihr Glück.
Nach der Hochzeit arbeitete Monika nur noch vormittags, um genug Zeit für den Haushalt zu haben. Mit den ersehnten Kindern wurde es aber erst mal nichts und Monika fing an sich zu langweilen.
Heute dachte sie, dass es ganz gut gewesen war so, sonst hätte sie die Trennung vielleicht nie gewagt und hätte nie dieses herrliche, sinnraubende Glück kennen gelernt, das sie in Jans Nähe empfand. Sie merkte, wie sie jeden Tag unglücklicher wurde und auch Bert tat nichts, um ihre Lage zu verbessern. Ganz im Gegenteil. Kaum ein Jahr waren sie verheiratet, als sie immer wieder fürchtete, er betrüge sie. Er ging oft ohne sie aus, kam spät nach Hause, machte „Überstunden“ und zeigte so alle klassischen Anzeichen einer Affäre. Als sie es nicht mehr aushielt, sprach sie seinen besten Freund darauf an, dann Bert selbst. Beide versicherten ihr, er gehe nur „einen trinken“ und habe bestimmt keine Andere.
Darauf hin entschuldigte Bert sich und gelobte Besserung und tatsächlich besserte sich sein Verhalten kurzzeitig. Aber schon bald waren die Versprechen wieder vergessen. Er trieb es genauso schlimm wie vorher und Monika versuchte sich damit abzufinden. Schließlich
liebe sie ihn und er sie und auch habe er sich die Treffen mit Kumpels verdient, redete sie sich ein. So lebten sie ein paar Jahre nebeneinander her, bis Jan Rotter in ihr Leben trat.
Er sprach sie in einem Café an, wo sie sich mit einer Freundin getroffen hatte.
Erika Mitterer, die Bert Klein nie hatte leiden können, schob einen vergessenen Termin vor und ließ die beiden allein. Mit leichten Gewissensbissen ließ Monika sich auf ein Gespräch ein. Jan bestellte einen Cappuccino nach dem anderen für beide und ehe sie sich versahen, war der Nachmittag vorbei. Sie hatten von Gott und der Welt gesprochen und endlich hatte Monika wieder die Sonne in ihr düsteres Leben blitzen sehen.
Sie ließ sich ihre Telefonnummer abquatschen und stimmte auch einem weiteren Treffen in der nächsten Woche zu. In bester Laune ging sie nach Hause und erst in der Wohnung fiel ihr wieder ein, dass sie ja einen Mann hatte, der zwar nicht daheim, aber immer noch mit ihr verheiratet war. Auch Jan wusste davon noch nichts.
Die folgenden Tage waren furchtbar und ein paar Mal überlegte sie, das Treffen abzusagen, brachte es dann aber doch nicht übers Herz. Sie wollte ihn so gern wieder sehen. Endlich war es soweit, sie machte sich fertig, schwankte zwischen sämtlichen Gefühlen, ging zum vereinbarten Treffpunkt, überlegte doch umzukehren, sah Jan und vergaß die ganze Welt.
„Ich habe mich die ganze Woche darauf gefreut!“, flüsterte er ihr ein wenig verlegen zu und gab ihr einen sanften Kuss.
Nur ein leichtes Berühren der Lippen, doch es wirkte wie ein Funke auf Monika und sie umarmte ihn fest. Plötzlich wurden beide wieder schüchtern wie Teenager und setzten sich an einen abgelegenen Tisch. Monika schluckte, nahm ihren Mut zusammen und erzählte Jan von ihrer Ehe, in der Hoffnung, er werde sie deshalb nicht sitzen lassen.
Zuerst reagierte er enttäuscht, vor allem deshalb, weil er glaubte, sie wolle ihm damit sagen, dass aus ihnen beiden nichts oder nur eine Affäre werden könnte. Dann aber erkannte er, warum Monika ihm das alles erzählte und er fing an, sich immer mehr in sie zu verlieben. Im Lauf der nächsten Wochen trafen sie sich immer häufiger und immer privater, bis sie schließlich in Jans Wohnung landeten.
Monika schwebte auf Wolken, wenn sie mit Jan zusammen war und bekam Magenschmerzen vor schlechtem Gewissen, wenn sie zuhause auf Bert wartete. Mit der Zeit wurde es ein wenig leichter, da ihr Mann nie etwas zu merken schien.
Da auch sie nun jede Bemühung um seine Zuneigung aufgegeben hatte, herrschte nun absolute Eiszeit zwischen ihnen. Doch Bert führte sein Leben weiter wie vorher, nichts änderte sich im Ehealltag. Mit der Zeit gewöhnte sich Monika an ihr Doppelleben, doch die leise Stimme im Hinterkopf blieb und machte ihr besonders in den einsamen Stunden das Leben schwer.
Nach einigen Wochen der heimlichen Treffen meinte Jan: „Du solltest deinen Mann verlassen!“
„Und was soll ich dann machen?“
„Du ziehst zu mir!“
„Ach Jan! Wir kennen uns doch noch kaum! Wir können doch nicht zusammenziehen!“
„Ich kenne dich gut genug, um dich immer bei mir haben zu wollen.“
Noch viele weitere solche Diskussionen folgten, bis Monika sich ernsthaft mit dem Gedanken anzufreunden begann. Langsam traf sie erste Vorbereitungen und fing an, sich bei Jan häuslich einzurichten.
Irgendwann fielen selbst Bert die dramatischen Veränderungen auf, die mit Monika vorgingen. Er ließ zweideutige Bemerkungen fallen, die seine Frau – wie beabsichtigt – zutiefst verunsicherten, zu seinem Leidwesen aber rein gar nichts an der Situation änderten.
Tagelang umkreisten sich beide fast wie Schwertkämpfer, bis Bert endlich mit Nachdruck wissen wollte, was eigentlich los sei. Er verschwieg Monika, dass er ihr schon ein paar Mal nachgeschlichen war und längst mehr als einen begründeten Verdacht hatte, was hier passierte. Aber er wollte es von Monika selber gesagt bekommen, aus ihrem Mund hören, dass sie ihn nicht nur betrog, sondern auch akribisch Vorkehrungen traf, ihn still und schleichend zu verlassen. Die letzten Tage hatte er viel nachgedacht, über Monika, über sich und über sie beide. Es war nicht alles richtig gelaufen, das wusste er, aber der Verrat traf ihn trotzdem tief. Er liebte sie, auch wenn er es ihr lange nicht mehr gesagt hatte.
Nachdem er sie lange genug unter Druck gesetzt hatte, gestand sie endlich.
Sie erzählte ihm von Jan und kaum hatte sie fertig gesprochen, packte sie noch ein paar Sachen in eine große Tasche und sagte im Gehen: „Tschüs Bert, ich ziehe jetzt aus.“ Noch bevor er etwas erwidern konnte, hatte sie die Tür hinter sich zugeknallt und war verschwunden. Als er sich von seiner Schrecksekunde erholt hatte, lief er ihr nach auf die Straße, konnte sie aber nirgends mehr sehen. Zurück in der Wohnung hob er ihren Ehering auf, den sie zu Boden geworfen hatte. Seither hatte er sie unzählige Male angerufen, hatte es sogar geschafft, sie ein paar Mal abzupassen, aber Monika wollte nicht reden, nichts erklären und vor allem wollte sie ihre Ruhe vor Bert. Nach ihrem Urlaub würde sie sich endlich nach einem Scheidungsanwalt umsehen und somit das Kapitel Bert endgültig abschließen und hinter sich lassen.
„Ich liebe dich!“, flüsterte Jan da plötzlich in ihre Gedankenreise. Sie sah ihn an und murmelte: „Ich dich auch, ich kann dir gar nicht sagen wie sehr.“ Monika schmiegte sich an Jan, der den Arm um sie legte und schweigend genossen sie die Sonne und die Wärme.
