Moskau und Tränen - Viktor Zavitzki - E-Book

Moskau und Tränen E-Book

Viktor Zavitzki

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Beschreibung

Die Familiengeschichte "Moskau und Tränen" beginnt in einem sibirischen Dorf in den 70er Jahren letzten Jahrhunderts. Die Hauptfiguren sind Mitglieder einer gescheiterten Familie. Die Mutter ist in einem Dorf aufgewachsen, wo Kinder viel Freiheiten genießen und Religion eine nicht so besonders wichtige Rolle spielt, wie im Dorf ihres Ehemannes. Der religiöse Glaube bereitet deshalb Mutter und Tochter eigentlich keine Probleme. Die frühe Heirat ist zunächst der Grund, aus dem die junge Mutter ihren Traum, Ärztin zu werden, durchstreichen muss. Dem Glück der Tochter wiederum steht ein Erlebnis aus ihrer Kindheit im Weg. Beide müssen viele Hindernisse überwinden und brauchen genug Zeit, um ihr Glück im Leben zu finden. Obwohl der Ehemann in einer sehr religiösen Familie aufwuchs, ist er nicht gläubig und trinkt sehr gerne Alkohol, dabei vernachlässigt er seine Familie und kommt mit einer anderen Frau zusammen. Erst Jahrzehnte später hört er auf zu trinken und überdenkt sein Leben.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 28

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Viktor Zavitzki

Moskau und Tränen

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Lea

Impressum neobooks

Lea

„Das Dorf hat sich aber verändert! Die Hauptstraße reicht schon fast bis nach Heimtal. Ist das tatsächlich Margenau, oder hat der Bus mich ganz woanders hingebracht?“, dachte ich als ich mit dem Linienbus zu meinen Verwandten fuhr. Auch die Menschen im Bus kannte ich nicht. Moment mal! Eine Frau war mir doch bekannt, das war Onkel Willis Nachbarin. Sie war viel älter geworden, in diesen vielen Jahren. Obwohl sie zu einer zerbrechlichen alten Frau geworden war, kamen unangenehme Gefühle in mir hoch. Als Kind hatte ich schon mal die Bekanntschaft mit der schlimmsten Tratschtante des Dorfes gemacht. Sie war diejenige, die über mich diese schrecklichen Gerüchte überall herumerzählt hatte. Ich drehte mich weg und war erleichtert darüber, dass sie mich nicht erkannt hatte.

Sie stieg aus, ich folgte ihr in sicherer Entfernung. Ich war mir nicht mehr sicher, ob ich das richtige Haus wiedererkennen würde. Schon aus dem Bus habe ich festgestellt, dass viele Gebäude ihr Aussehen stark verändert hatten.

Meine Befürchtungen bestätigten sich: Onkel Willi hatte umgebaut. Die ehemalige Gemüsegartenfläche war mit einem großen Gewächshaus zugebaut. Das Kartoffelfeld war nur halb so groß wie ich es kannte, auf der anderen Hälfte stand ein großes Stallgebäude.

Das Wohnhaus kam mir auch viel größer vor. Als ich genauer hinschaute, entdeckte ich, dass es um ein Stockwerk gewachsen war.

Mein Onkel wartete schon auf mich, er stand am geschmiedeten Gartentor, das war ein besonderes Dekorelement, das es früher nicht gab. Das Gartentor bestand aus zwei breiten Flügeln, die gerade geschlossen waren. Dahinter befand sich der Hof mit den Zufahrten zum Stallgebäude und zur Gemüsegartenfläche. Der Hof war durch einen dekorativ geschmiedeten Zaun vom Eingangsbereich getrennt. Der Schmied hatte ein Händchen für das Schöne. Die Räume zwischen den Sprossen des Zauns, der Torflügel und der Pforte waren mit floralen Mustern, in denen im kleinsten Detail die Blumen und Blätter der im Garten wachsenden Pflanzen ausgeführt waren und silbern entgegen leuchteten. Ich erkannte Hopfenranken, Dahlienblüten, Lilien, Gladiolen und Astern, sehr kunstvoll!

„Schön, dass wir uns wiedersehen, liebe Nichte“. Wir umarmten uns und gingen ins Haus. Auch innen hatte sich vieles geändert. Aus der Küche rechts kam uns Tante Tina entgegen, sie umarmte mich und rief laut: „Irina, Lea ist da!“

Irina kam die Treppe heruntergelaufen. Nie im Leben hätte ich sie wiedererkannt, wenn ich sie irgendwo in der Stadt getroffen hätte. Ihre langen blonden Haare hatte sie zu zwei dicken Zöpfen frisiert. Die großen grünen Augen waren von langen schwarzen Wimpern und dunklen Augenbrauen umrahmt. Die Schönheit, die kein bisschen Schminke trug, fiel mir in die Arme: „Ich freue mich so, dass du da bist, Lea!“

Als wir Kinder waren, war sie immer etwas kleiner als ich. Jetzt hatte sie mich eingeholt, sie war genauso groß wie ich. Wir sahen jetzt wie Zwillingsschwestern aus!