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Mr. Anonymous Ein Fetisch kommt selten allein Janine ist eine blonde attraktive Frau, die einer geregelten Arbeit in einer Bankfiliale nachgeht. Ihr Leben läuft in geraden Bahnen, so dass sie sich selbstbewusst gegenüber ihren Mitmenschen gibt. Mit dem Erhalt einer ominösen Mail, gerät sie aus dem Gleichgewicht, so dass die Füße ihrer Freundin zum Anziehungspunkt ihrer sexuellen Fantasien werden. Niemals hätte sie gedacht, dass sie einen Fetisch besitzen könnte. Zusammen mit ihrer besten Freundin Monique erforscht sie neue Gebiete der Lust und Leidenschaft.
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Seitenzahl: 202
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Wie jeden Morgen fuhr ich mit meinem kleinen Wagen in Richtung Innenstadt zu der Bankfiliale, in der ich arbeitete. Meine langen blonden Haare hatte ich wie immer zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, das Make Up zuvor ganz dezent aufgetragen. Da ich in meinem Job immer gut gekleidet sein musste, hatte ich mir an diesem Morgen einen Rock und eine schicke Bluse angezogen. Dazu passende Pumps und hautfarbene Nylonstrümpfe, die ich mir die Woche zuvor gekauft hatte.
Schon während der etwas unruhigen und ruppigen Fahrt zur Arbeit machte ich mir Gedanken darüber, was mich an diesem Tag dort wieder erwarten würde. Der ewige Streit mit meinem Vorgesetzten Heiko ließ mich nicht gerade auf einen tollen Tag hoffen. Um so mehr freute es mich, dass meine liebe Kollegin und Freundin Monique an diesem Tag wieder mit mir in der Filiale arbeitete. Sie hatte einen Teilzeitjob und war deshalb nur jeden zweiten Tag bei uns. Da wir uns seit vielen Jahren kannten und zusammen viel erlebt hatten, konnte ich sagen, dass wir beste Freundinnen waren.
An diesem Morgen war ich etwas früher an meinem Schreibtisch und versuchte noch, meinen Kaffee zu genießen, den ich mir kurz zuvor aufgesetzt hatte. Ich war verträumt und gedanklich völlig abwesend. Meinen Kopf stütze ich mit der linken Hand, während ich mit der rechten meine Kaffeetasse festhielt. Meine Augen waren geschlossen und ich genoss noch ein wenig die Ruhe vor dem großen Sturm.
Ganz in der Ferne hörte ich, wie jemand den Schüssel in das Schloss des Hintereingangs steckte. Das konnte ja nur einer meiner Kollegen sein und ich verblieb in der Stellung an meinem Schreibtisch sitzen. Über den langen Gang zur Schalterhalle waren die Schritte immer lauter zu hören und es kam mir so vor, als würde ich den Traum der letzten Nacht noch einmal träumen.
„Guten Morgen Janine“, ertönte eine tiefe Stimme.
Ich zuckte zusammen und mein Blutdruck schoss in wenigen Sekunden in übelste Höhe. „Na, was hast du denn gestern Abend gemacht?“, ertönte die tiefe Stimme erneut.
Schon an dem widerlichen Ausdruck hatte ich erkannt, dass es Jens war, der mich aus meinem Halbschlaf gerissen hatte. Ich drehte meinen Kopf ein wenig zur Seite und sagte ihm mit erster Miene:
„Es geht dich nicht im geringsten etwas an, was ich gestern Abend gemacht habe, also sieh zu, dass du deine Arbeit machst und lass mich in Ruhe“.
Mit meinen halb geöffneten Augen sah ich, wie Jens ganz hämisch lachte und sich mächtig über meinen Gemütszustand amüsierte. Jens, der Kerl, der mit seinem Gel in den Haaren und den ewig feuchten Händen immer recht schleimig auf mich wirkte?
Genau der! Warum machte gerade er sich lustig über mich?
Jens war nicht gerade das, was man einen Traumtypen nannte. Auch bei unserer Kundschaft war er nicht sonderlich beliebt, wobei ich mir die Frage stellte, woran das wohl lag?
Eigentlich war ich nicht so und hatte immer versucht, ein gutes Verhältnis zu meinen Kollegen zu pflegen. Doch dieser Tag schien alles andere als normal zu sein. Mal abgesehen davon, dass ich von Sonntag auf Montag eh immer schlecht geschlafen habe, war es diesmal anders. Ich verspürte eine gewisse Nervosität in mir, vielleicht auch, weil ich Hunde müde war.
Endlich war auch Monique eingetroffen, die wie jeden Tag, wenn sie mit uns arbeitete, bester Laune war. Ich hörte sie schon draußen auf dem Parkplatz, denn das Klacken ihrer Absätze und ihr unvergleichliches Lachen war nicht zu überhören. Nach wenigen Minuten kam auch sie über den langen Gang in Richtung unserer Schalterhalle, wo ich noch immer wie versteinert an meinem Schreibtisch saß.
„Hi Schnucki“, rief Monique, die regelrecht auf mich zu stürmte. Mit schweren Beinen erhob ich mich von meinem Bürostuhl und wurde mit einer warmherzigen Umarmung begrüßt.
„Hast du einen Moment Zeit?“, flüsterte mir Monique ins Ohr. „Klar, was ist los?“, antwortete ich ganz gespannt. „Können wir gleich mal in den Besprechungsraum gehen?“, fragte Monique, die ganz aufgeregt und völlig außer sich war.
Ohne das sie ihre Tasche abgestellt hatte, drehten wir uns wortlos um und gingen die drei Stufen hoch, um durch den Gang in den Raum zu gelangen, wo wir uns ungestört unterhalten konnten. Monique konnte sich gar nicht beruhigen und stammelte vor Aufregung mit den Füßen auf dem Boden.
„Ich habe gestern einen neuen Typen kennen gelernt“, sagte Monique.
„Und?“, fragte ich ganz neugierig nach.
„Er ist ein Traum, groß und kräftig gebaut.“
Ich war über ihre Aussage doch etwas verwundert. „Du hast doch vor ein paar Wochen noch......“, Monique unterbrach mich.
„Ich weiß was ich letztens noch gesagt habe, aber diesmal ist es der richtige“, seufzte sie regelrecht.
In Monique´s Augen sah ich ein funkeln, wie ich es lange nicht mehr bei ihr gesehen hatte.
„Wo hast du ihn kennen gelernt?“, fragte ich, während Monique sich ein wenig zu beruhigen schien.
„Er hat mich gestern im Park angesprochen“.
„Im Park? Was machst du denn im Park?“, fragte ich wiederum neugierig nach.
„Ich hatte Lust auf einen Spaziergang.“
Plötzlich fuhren wir beide zusammen, als Heiko, unser Chef mit einem Schlag auf die Türklinke durch die Tür kam.
„Was habt ihr beide denn schon wieder zu tuscheln? Euer Kollege könnte ein wenig Unterstützung gebrauchen.“
„Mann, wie ist der denn wieder gelaunt“, sagte ich zu Monique und sah sie mit einem Grinsen an.
„Komm lass uns mal sehen, ob wir Jens helfen können.“
Mit erstauntem Blick gingen wir an Heiko vorbei, der mal wieder den Gesichtsausdruck eines unzufriedenen Ehemannes trug. Den hatte er meistens nach einem Telefonat mit seiner Frau. War da schon wieder Stress gewesen? Ganz langsam und kichernd gingen wir den Gang entlang und ich sah, dass Jens mal wieder Stielaugen bekam, als wir die Treppe hinunter gingen. Sein Blick war auf unsere Beine gerichtet. Selbst sein Kunde drehte den Kopf zu uns herüber und ich konnte sehen, wie dem alten Mann der Atem stockte. Jens schaute wieder seinen Kunden an und erledigte mit einem wortlosen Grinsen die Dinge, um die ihn der Kunde gebeten hatte.
Die Filiale war gerade nicht von Kundschaft übersät, so dass wir uns erst einmal an unsere Schreibtische setzten. Meine Müdigkeit war auch so gut wie verschwunden und wir begannen nun, uns unseren Aufgaben zu widmen. Monique saß mir genau gegenüber und suchte immer wieder den Blickkontakt zu mir.
„Hast du heute Abend Zeit?“, fragte mich Monique.
„Was hast du vor?“, hakte ich nach.
„Wie ist es heute Abend mit einem leckeren Essen beim Italiener?“, flüsterte mir Monique ganz leise zu, so dass Jens nichts mitbekam.
„Klar, können wir gerne machen. Ich wollte dir ja auch noch was erzählen.“
„OK“, antwortete Monique. „Wie immer um 19:00 Uhr bei Pietro?“
„Ja“, antwortete ich und führte meinen Blick wieder zurück auf meinen Bildschirm.
Jens hatte derzeit auch keinen Kunden mehr und seine Ohren mal wieder ganz weit aufgesperrt. Deshalb mussten wir vorsichtig sein, was unsere Unterhaltung anbetraf. Er hatte einfach eine ganz widerliche Art an sich, die weder Monique noch mir gefiel. Es war nicht das ewige Starren auf unsere Beine, vielmehr sein ungepflegtes Wesen und seine Aufdringlichkeit, die uns missfiel.
Heiko hingegen war attraktiv, anscheinend aber seit langem mit jedem weiblichen Wesen auf Kriegsfuß.
Da nun in der Innenstadt auch die vielen Geschäfte geöffnet hatten, waren wir bemüht, den Andrang von Kunden abzuarbeiten.
Dadurch verging die Zeit natürlich wie im Flug und ich hatte keine Möglichkeit mehr, mich mit Monique während der Arbeitszeit zu unterhalten.
Der lang ersehnte Feierabend war nun endlich eingekehrt und ich freute mich um so mehr auf den Abend mit meiner Freundin. Da wir uns tagsüber kaum austauschen konnten, hoffte ich, am Abend meine Sorge ansprechen zu können.
Zuhause wollte ich erst einmal ein ausgiebiges Bad nehmen, weil ja eigentlich noch genügend Zeit dazu war. Da ich aber immer noch in der Stadt im Stau stand, vertrieb ich mir die Zeit erst einmal mit einer guten CD, die ich im Auto eingelegt hatte. Das lenkte mich ein wenig davon ab, dass meine Füße von dem langen Stehen ohne Ende weh taten. Ich hoffte, dass das Bad mich entspannt und mir für diesen Abend neue Kraft geben würde.
Endlich hatte ich es geschafft und stand nun in der Hofeinfahrt vor dem Haus, in dem ich eine Eigentumswohnung besaß. Den Motor hatte ich ausgeschaltet und die Handbremse angezogen. Ich atmete noch einmal tief durch, weil mir die Bilder aus meinem Traum der letzten Nacht nicht mehr aus dem Kopf gingen.
Ich öffnete die Tür meines Wagens und versuchte meine doch recht wackeligen Beine auf den Boden zu setzen. Das ging recht gut und ich war froh, dass ich endlich meine hochhackigen Schuhe aus bekam. Es waren nur wenige Meter bis zum Hauseingang und ich suchte in meiner Tasche nach dem Schlüssel für die Haustür. Gefunden! Das Schloss ließ sich recht leicht schließen und meine Wohnung war nun in erreichbarer Nähe.
Ich wohnte im ersten Stock und brauchte nur noch ein paar Treppen nach oben. Mit meinen fünfundvierzig Jahren wohnte ich allein, nachdem mich mein Ehemann vor einigen Jahren verlassen hatte. Beim öffnen der Wohnungstür wusste ich also, dass niemand außer meinem Kater auf mich wartete. Ich betätigte den Lichtschalter, der sich gleich rechts befand, nachdem ich die Tür geöffnet hatte. Mein Kater kam mir gleich entgegen und fordert wie immer seine Streicheleinheiten.
Meine Tasche stellte ich unter die Garderobe und ging gleich weiter ins Wohnzimmer, wo ich regelrecht in meinen Sessel fiel. Ich streifte mir meine Pumps von den Füßen und merkte, wie mir ein leicht verschwitzter aber auch süßlicher Geruch meiner Füße entgegen kam. Den ganzen Tag in diesen Schuhen, ich fand den Geruch normal wenn man bedenkt, wie lange ich meine Schuhe täglich trug.
Ich atmete tief durch und verblieb noch für einige Minuten in der Stellung, während ich meinem Kater seine Streicheleinheiten gab.
Es war angenehm so zu liegen und für meine Füße eine Wohltat, Schuh frei zu sein. Aber es nützt nichts, ich musste mich ins Bad begeben, um mir mein Badewasser einzulassen, da ich schon in einer Stunde beim Italiener sein musste. Es fiel mir unheimlich schwer vom Sessel aufzustehen, ja, ich musste mich regelrecht dazu zwingen. Langsam bewegte ich mich in Richtung Bad, wo ich nun vorm Spiegel stand. Ich sah eine sehr attraktive Frau, die mir recht müde erschien. Sollte ich wirklich ein Bad nehmen? Mir war das in der kurzen Zeit viel zu viel Aufwand und ich beschloss, meine Freundin anzurufen um sie zu fragen, ob wir uns schon früher treffen könnten. Ich holte mein Handy aus meiner Tasche, die ja im Flur unter der Garderobe stand. Nach wenigen Schritten war ich auch wieder auf meinem heiß geliebten Sessel, wo ich alle vier von mir streckte und Monique´s Nummer wählte.
„Hi Süße, ich bin es, Janine“, hauchte ich ins Telefon. „Hi Schnucki, was ist los?“
„Können wir uns jetzt schon treffen?“
„Warum?“, fragte Monique ganz erstaunt.
„Erzähl ich dir später. Geht es?“
„Klar, dann mache ich mich jetzt gleich los.“
„Danke Süße, ich bin auch gleich unterwegs.
Bis gleich.“
„OK, bis gleich“, antwortete mir Monique und legte auf.
Ich drückte ebenfalls die „Beenden“ Taste auf meinem Handy und schloss für einen Moment meine Augen. Plötzlich zuckte ich zusammen, weil ich wieder die Bilder der letzten Nacht vor mir sah. Nun wurde es aber Zeit, dass ich mich los machte. Ich stieg wieder ganz elegant in meine Pumps, nahm meine Handtasche, wo ich noch mein Handy einsteckte und machte mich auf den Weg.
Zum Glück war der Italiener gleich bei mir um die Ecke, so dass ich nicht weit fahren musste.
Monique war auch gerade gekommen, hatte schon einen Parkplatz gefunden. Zwei Parkplätze neben ihr fuhr gerade jemand heraus, so dass ich mein Auto auch dort abstellen konnte. Monique stand bereits vor ihrem Auto und wartete das ich ausstieg.
„Hi Schnucki“, begrüßte sie mich wieder und war wie immer bester Laune.
„Hi Süße.“ antwortete ich ihr in dem Moment, als sie mir wieder um den Hals fiel und mich wie wild drückte.
„Schön das du früher kommen konntest.“
„Kein Problem“, sagte Monique und ließ mich kaum wieder los.
„Komm lass uns rein gehen, mir ist kalt“, sagte ich zu meiner Freundin, die sich bereits in meinen rechten Arm eingehakt hatte. So gingen wir beide wortlos zum Eingang der Pizzeria.
Mir war nicht gerade nach Fröhlichkeit, aber Monique hatte ein Strahlen im Gesicht, wie ich es nicht all zu oft bei ihr gesehen hatte. Ich wollte ihr auch den Abend mit meiner Bedrücktheit nicht verderben und versuchte, es so gut es ging zu verdrängen. Monique hielt mir die Tür zur Pizzeria auf und ich ging vor in das noch recht leere Lokal.
„Guten Abend die Damen“, rief Pietro, der Besitzer des Lokals.
„Guten Abend Pietro“, sagten wir beide fast gleichzeitig und sahen dem freundlichen Italiener ins Gesicht.
„Sie sehen heute aber wieder bezaubernd aus.“
„Vielen Dank.“
„Haben sie einen gemütlichen Tisch für uns?“, fragte ich Pietro.
„Kommen sie bitte mit, ich habe hier einen sehr schönen Platz für Sie.“
Ich fühlte mich schon geschmeichelt über Pietro´s nette Worte, die durch seinen italienischen Akzent mir regelrecht ans Herz gingen. Pietro zog die Stühle vom Tisch, so dass wir beide dort Platz nehmen konnten. Nun saß ich meiner Freundin direkt gegenüber und hoffte, dass wir uns jetzt ungestört unterhalten konnten.
„Darf ich den Damen schon mal etwas zu trinken bringen?“
„Trinken wir einen Rotwein?“, fragte ich Monique.
„Ja gerne.“
„OK, dann bringen sie uns bitte zwei Rotwein.“
Während Pietro unseren Wein holte, schaute ich mich ein wenig im Lokal um und überlegte, wie ich Monique meine Bedrücktheit erklären sollte.
„Gestern habe ich ja den Typen kennen gelernt“, fing Monique auf einmal an zu schwärmen.
„Wie kam es denn, dass er dich angesprochen hat?“
„Keine Ahnung, ich bin ein wenig durch den Park geschlendert und da stand er auf einmal vor mir.“
„Und was hat er gesagt?“
„Das er mich schon des öfteren gesehen hätte und das er mich sehr attraktiv findet.“
Pietro servierte uns derweil unseren Rotwein und legte dabei die Speisekarten direkt vor uns auf den Tisch.
„Zum Wohl die Damen.“
Pietro wand sich von uns ab, um noch weitere Gäste, die gerade gekommen waren, zu begrüßen. Ich stieß derweil mit Monique auf einen schönen Abend an. Sie redete ununterbrochen von ihrem Typen, so dass ich eigentlich kaum zu Wort kam. Sie schien richtig verschossen in den Kerl zu sein, was ich ihr natürlich gegönnt hatte.
Mittlerweile hatte Pietro auch die Bestellung für unser Essen aufgenommen und ich bemerkte, wie zwei Gäste, die uns schräg gegenüber saßen, laufend zu uns rüber gafften.
Das hatte mir auch noch gefehlt, dass die Typen sich einbildeten, uns anbaggern zu können. Dazu war meine Gemütslage im Moment zu angespannt. Monique hatte mittlerweile auch bemerkt, dass ich ihr gar nicht mehr richtig zuhörte und ein wenig abwesend war.
„Was ist los mit dir?“, fragte sie mich jetzt doch etwas besorgt.
„Können wir gehen?“
„Gehen? Warum?“, fragte Monique nach und machte auf mich einen unruhigen Eindruck.
„Ich kann die Blicke der beiden Typen da drüben nicht ertragen. Ich will hier weg!“
Nun hatte auch meine Freundin erkannt, dass mich irgendetwas bedrückte und sprintete hinter mir her, nachdem ich aufgesprungen war, meine Handtasche genommen hatte und in Richtung Ausgang geflitzt war. Pietro rief noch hinter uns her, was denn mit unserem Essen sei.
Mir war es in dem Moment völlig egal und ich wollte einfach nur nachhause. So rannte ich die paar Stufen am Eingang hinunter zu meinem Auto und versuchte mit meinen zittrigen Händen die Autotür zu öffnen.
„Janineee“, rief Monique und stand im nächsten Moment auch schon hinter mir.
Mein Herz schlug ungemein schnell und ich bekam kaum Luft. Ich versuchte tief durch zu atmen um mich ein bisschen zu beruhigen.
„Was ist los mit dir?“ schrie mich Monique an.
„Warte einen Moment, warte, gleich.“
Ich spürte, dass mein Herz anfing, wieder langsamer zu schlagen.
„Komm, ich bringe dich nachhause“, versuchte mich Monique zu beruhigen.
Ich hatte Tränen im Gesicht und wusste gerade selbst nicht so richtig, was mit mir los war.
Monique führte mich zu ihrem Auto, ohne nur ein Wort zu sagen. Sie öffnete mir die Beifahrertür und ließ mich ganz behütet in ihr Auto steigen, bevor sie die Tür von außen verschloss. In großen Schritten eilte sie um ihr Auto herum, stieg ein und startete den Motor.
Mit großen Augen schaute sie immer wieder zu mir herüber, als sie krampfhaft versuchte, den Rückwärtsgang einzulegen. Es schien mir, als hätte ich ihr Angst gemacht.
Das zittern meiner Hände war so gut wie weg, aber Monique hatte es die Sprache verschlagen.
Ohne einen Ton zu sagen fuhren wir die kurze Strecke zu mir nachhause und standen bereits nach wenigen Minuten bei mir in der Einfahrt.
Monique hatte ein Taschentuch aus ihrer Tasche gekramt und war dabei, mir meine Tränen abzutupfen.
Ich hatte mich auf der Heimfahrt ein wenig erholt, während Monique mir immer nervöser geworden zu sein schien. War ja kein Wunder nach der Aktion!
„Komm, ich bringe dich nach oben“, sagte Monique und half mir aus ihrem Wagen.
„Du legst dich jetzt ein wenig hin und dann erzählst du mir erst einmal, was überhaupt los ist.“
Wieder hatte sich Monique mit ihrem linken Arm bei mir eingehakt und begleitete mich durch das Treppenhaus in meine Wohnung.
„Komm, setz dich.“
„Danke“, seufzte ich und legte mich auf meinen über alles geliebten Sessel.
Monique zog mir meine schwarzen Pumps aus, was für mich zusätzlich für ein wenig Entspannung sorgte.
„Soll ich dir was zu trinken holen?“, fragte Monique etwas besorgt, drehte sich herum und ging in die Küche.
„Ein Glas Wasser wäre nicht schlecht. Nein lass. In dem Weinfach im Vorratsschrank liegt noch Rotwein. Gläser sind im Schrank“, rief ich Monique hinterher.
„Findest du das eine gute Idee?“
„Nun hol schon.“
In der Küche öffnete Monique derweil den Wein, während ich im Sessel lag, die Augen geschlossen hatte und immer noch nicht wusste, wie ich ihr das erklären sollte.
Mit zwei gut gefüllten Gläsern kam sie aus der Küche zurück, stellte die Gläser auf den Tisch und setzte sich auf meine Couch. Sie beugte sich zu ihren Füßen, öffnete ihre Riemchen Sandalen und streifte sich ihre Schuhe von ihren Füßen. Ihre Beine legte sie hoch, schaute mich an und sagte:
„Lass uns erst einmal anstoßen und dann erzählst du mir, was überhaupt los ist.“
„OK, Prost.“ Ich nahm einen großen Schluck aus meinem Rotweinglas in der guten Hoffnung, dass der Alkohol mich ein wenig entspannen würde.
Nach ein paar Minuten hatte ich mich wieder beruhigt und war froh darüber, dass Monique an meiner Seite war. Sie hatte immer noch einen recht angespannten Gesichtsausdruck, was mich nicht verwunderte. Ich lag in einer entspannten Position in meinem Sessel, hielt mein Rotweinglas in der Hand und begann Monique von den Geschehnissen zu erzählen.
„Am Sonntag hatte ich eine Mail bekommen, die mich recht beunruhigte. Letzte Nacht habe ich von dem geträumt, was in der Mail stand.“
„Von wem war die Mail?“, unterbrach mich Monique.
„Den Namen weiß ich nicht, keine Ahnung, wer das ist.“
„Was stand denn im Absender?, hakte Monique erneut nach.
„Da stand Mr. Anonymous.“
„Ach das ist bestimmt irgendein Spinner“,
konterte Monique und versuchte mich zu beruhigen.
„Ja und was wollte er nun von dir?“
„Er hat geschrieben, das er sich gerade vorstellt, wie er meine Füße verwöhnt und sich an jedem Teil meines Körpers vergeht.“
Wieder brach ich in Tränen aus, weil er das so spezifisch geschildert hatte, als würde er meine Wohnung kennen.
„Und was hast du letzte Nacht geträumt?“
Mit meiner rechten Hand wischte ich mir meine Tränen mit dem Taschentuch ab, das mir Monique gereicht hatte und fing an zu erzählen:
„Ich lag auf meinem Sessel, so wie ich es immer tue, wenn ich abends zuhause bin.
Plötzlich stand er vor mir, meine Hände waren an den Seiten des Sessels fest gebunden. Ich hatte genau wie heute Rock, Bluse, Strümpfe und meine Pumps an.“
„Erzähl weiter.“
„Sein Gesicht konnte ich nicht erkennen, das war einfach nur schwarz. Er fing an, mir meine Schuhe auszuziehen, roch an ihnen. Ich konnte mich nicht bewegen, lag wie steif in meinem Sessel.“
„Was ist dann passiert?“
„Nun fing er an, meine bestrumpften Füße zu massieren und er roch ausgiebig an ihnen.“
„Und weiter?“
„Er sagte, dass er sich das immer schon gewünscht habe, mich in einer solch wehrlosen Position vor sich zu haben.
Ich spürte seine Hände an meinem ganzen Körper, während ich wie versteinert dort lag.
Er fing ganz laut an zu lachen und ich versuchte mich mit meinen Beinen irgendwie zu wehren, aber es ging nicht. Sein Lachen wurde immer lauter, bis ich schweißgebadet in meinem Bett hochgeschreckt bin.“
„Oh je, ich kann mir vorstellen, wie es dir danach gegangen ist. Da bekommt man kein Auge mehr zu.“
„Ich habe immer wieder die Bilder vor mir, wenn ich meine Augen schließe, weil es so real war.“
„Soll ich heute Nacht hier bei dir schlafen?
Vielleicht beruhigt dich das etwas, wenn du weißt, das jemand da ist.“
„Das wäre super. Holst du uns noch ein Glas Wein?“
Endlich war es heraus und von mir fiel eine riesige Last. Mich beunruhigte diese Anonymität. Schließlich konnte es jeder sein.
Mein Nachbar, ein Kollege, ein Kunde oder auch sonst wer. Das anstarren der beiden Typen beim Italiener hatte mich völlig verrückt gemacht. Auch sie könnten die Absender der Mail gewesen sein.
Monique hatte unsere Gläser wieder gefüllt und wir stießen nun etwas entspannter an als vorher. Dadurch ich meinen Tränen freien Lauf ließ, hatte sich auch mein Gemütszustand erheblich verbessert und der Alkohol zeigte auch so langsam seine Wirkung. Ich wurde müde, ebenso wie Monique. Fast gleichzeitig stellten wir unsere Gläser auf den Tisch.
Monique hatte ihre Beine lang gemacht und wir verzichteten darauf, uns nur einen Meter zu bewegen, um uns auszuziehen. So verbrachte ich die Nacht in meiner Lieblingsstellung auf meinem Sessel und Monique auf der Couch.
Am nächsten Morgen wachte ich mit einem steifen Hals auf. Mir tat alles weh, da wäre das Bett doch die bessere Lösung gewesen. Die Nacht über hatte ich etwas unruhig geschlafen, aber dennoch bedeutend besser, als die Nacht zuvor. Monique schlief noch tief und fest. Es war gerade mal 6:00 Uhr und ich sehnte mich nach einer Dusche. Das ich mal eine Nacht in Klamotten geschlafen hatte, war doch schon einige Jahre her. Ich quälte mich aus meinem Sessel und ging auf Zehenspitzen ins Bad, um Monique nicht zu wecken.
Die Gedanken an den scheußlichen Traum hatte ich im Moment verdrängt. Das Gespräch mit meiner Freundin gestern tat mir sehr gut, aber wird es das gewesen sein, oder wird er sich wieder melden?
Diese Gedanken schossen mir durch den Kopf, während das Wasser unter der Dusche ausgiebig über meinen Körper lief. Ich legte meinem Kopf zurück und genoss den Wasserstrahl, der mir in mein Gesicht prasselte.
Immer wieder versuchte ich mir die Tränen des letzten Abends aus dem Gesicht zu wischen.
Meinen Körper hatte ich ausgiebig eingeseift und es kam mir so vor, als wenn ich mir nach dem Traum der vorletzten Nacht die Stellen meines Körpers besonders reinigen musste, wo er mich in meinem Traum berührt hatte.
Ich dachte darüber nach, warum es Männer gibt, die auf die Füße einer Frau abfahren. Die Vorstellung machte mir schon wieder ein bisschen Angst. Doch das es so etwas geben sollte, hatte ich schon oft genug gehört, aber das es auf einmal mich traf?
Mit meinem großen Badehandtuch rieb ich jede Stelle meines Körpers trocken. Es war ein gutes Gefühl, das ich seit Tagen nicht mehr hatte. Mein Haar bürstete ich ausgiebig und band es wieder zu einem Zopf zusammen. An der Badezimmertür hing mein Bademantel, den ich mir während ich ins Wohnzimmer ging, überzog und zugebunden hatte. Für mich war es kein Problem, wenn Monique mich nackt sah. Schließlich waren wir schon mehrmals zusammen in der Sauna gewesen.
An meiner Couch vorbei setzte ich mich erst einmal wieder in meinen Sessel. Monique war bereits auch wach geworden und hatte schon mal mit einem Auge geblinzelt. Sie lag eingekuschelt unter der etwas zu kurzen Decke und ich sah, das ihre bestrumpften Füße am Ende der Decke etwas heraus schauten. Auch sie hatte sich ihre Kleidung nicht mehr ausgezogen.
„Guten Morgen“, hauchte es ganz sanft aus Monique´s Mund.
„Hast du gut geschlafen“, fragte ich, während Monique sich aufrichtete.
„Danke, ganz gut. Und du?“
