Mr. Lost in my eyes - Susan Baumgärtner - E-Book

Mr. Lost in my eyes E-Book

Susan Baumgärtner

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Beschreibung

Nachdem ihr ehemaliger Chef seinen Lebensabend genießen möchte, muss Harper Moss sich einen neuen Job suchen. Ein Glück, dass sie mit ihrem alten Arbeitgeber gutgestellt ist und er seine Kontakte für sie spielen lässt. Innerhalb weniger Stunden findet die junge Harper im neuen Arbeitsumfeld Freunde und schnell sieht sie in ihrem neuen Boss nicht nur den Menschen, wie er von den Medien beschrieben wird. Doch was, wenn Harper von ihrem gefürchteten Ex ausfindig gemacht wird? Was, wenn Harper nicht die Einzige ist, die das Gefühl hat, ihre Ängste würden sie innerlich zerfressen? Geht alles schneller den Bach herunter, als es überhaupt anfangen kann?

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Seitenzahl: 401

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Susan Baumgärtner

Mr. Lost in my eyes

- verliere dich nicht -

Alle im Roman auftretenden und beschriebenen Personen sind selbstverständlich frei erfunden. Ähnlichkeiten zu Personen der realen Welt sind rein zufällig.

© 2023 Susan Baumgärtner

Verlagslabel: Susan Baumgärtner

ISBN Softcover: 978-3-347-90580-1 ISBN Hardcover: 978-3-347-90581-8 ISBN E-Book: 978-3-347-90588-7 ISBN Großschrift: 978-3-347-90589-4

Druck und Distribution im Auftrag der Autorin: tredition GmbH, An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag der Autorin, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Deutschland.

Inhalt

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

Prolog Harper

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Nathan

Harper

Harper

Harper

Nathan

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Epilog Nathan

Epilog Harper

Mr. Lost in my eyes

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Prolog Harper

„Harper!“ Hunters Augen weiteten sich erschrocken. „Ich konnte sie nicht aufhalten,“ setzte Kira an. „Wo ist er,“ fragte ich und schob mich an Hunter vorbei in das Haus. Wie erwartet bestand auch hier der Boden aus poliertem Marmor, die Wände waren weiß, die Einrichtung dunkel gehalten. Wie ich es von Nathan erwartet hatte. „Hunter, wo ist Nathan“, drängte ich und sah in zwei Türen links und rechts vom Eingangsbereich. „Ich weiß nicht, ob du das sehen solltest, Harper. Ich hab bereits den Krankenwagen verständigt. Die sollten gleich hier sein,“ er hielt mich mit einer Hand zurück und zog mich in eine feste Umarmung. „Hunter,“ fauchte ich. „Lass mich zu ihm!“ Meine Stimme klang hysterisch, mein Körper spannte sich an. Bereit, um dafür zu kämpfen, wenn es sein musste. Ich versuchte mich aus Hunters starke Arme zu winden, doch er ließ mich nicht los. Was zur Hölle ist mit Nathan los? Warum lässt Hunter mich nicht zu ihm? Steht es so schlimm um ihn? Meine Gedanken gingen die schlimmsten Szenarien durch und meine Hände ballten sich zu Fäusten. „Hunter,“ sprach Kira sanft und legte ihm eine Hand auf den Arm. „Lass sie zu ihm.“ Nach Kiras kurzem Nicken zu urteilen, muss Hunter sie fragend angesehen haben, denn kurz darauf lockerte er seinen Griff. Er atmete merkbar angespannt aus und straffte seine Schultern. „Er ist im Wohnzimmer. Er sieht nicht gut aus. Ich weiß nicht was er hat, aber den Flaschen nach, vermute ich, hat er zu viel gesoffen.“ „Gesoffen?“ fuhr ich herum und sah aus dem Augenwinkel, dass sich ein Blaulicht näherte. Hunter zeigte in die hintere linke Ecke, also folgte ich dem Eingangsbereich und gelangte in eine große Küche. Dahinter sah ich eine Sitzgruppe. Das Wohnzimmer. Ich sah mich um. Zögerlich trat ich zur Couch und sah Nathan darauf liegen. Bei seinem Anblick konnte ich die Tränen nicht zurückhalten. Warum hat er sich das angetan? Ich ging um die Couch herum, den Blick ununterbrochen auf Nathan gerichtet. „Nathan? Hörst du mich,“ fragte ich leise, doch ich bekam keine Antwort. Wie viel muss ein Mann wie Nathan trinken, um derart abzustürzen? Seine Haare fielen ihm komplett durcheinander ins Gesicht, sie waren fettig. Seine Füße waren nackt. In seinem Gesicht zeichneten sich die sonst leichten Fältchen ausgeprägter ab. Seine Augen waren von dunklen Ringen umrahmt. Sein Bart war viel länger, als ich es von ihm kannte. Er musste ihn vor unserem letzten Kontakt zuletzt rasiert haben. Auf dem Boden sah ich eine kleine Lache Flüssigkeit. Unweit vom Tisch lagen Glasscherben. An ihnen erkannte ich einen leichten rötlichen Schimmer, der mich Nathan genauer mustern ließ. Ich scannte seinen Körper nach Verletzungen ab, fand aber auf den ersten Blick nichts. „Hier ist er,“ Hunter kam mit den Rettungskräften um die Ecke und ich sah noch einmal zu Nathan, der nach wie vor bewegungslos auf der Couch lag. „Ich hab ihn schon in die stabile Seitenlage gelegt, aber er rührt sich nicht und reagiert auch in keiner Weise. Atmung geht ganz flach.“ Hunters Worte sprudelten aus ihm heraus. „Was ist mit ihm passiert?“ flüsterte ich und ließ mich auf dem Sessel Nathan gegenüber nieder. Die zwei Männer gingen eilig zu Nathan. Einer von ihnen, ließ sich neben der Couch nieder, rüttelte kräftig an seiner Schulter, prüfte seine Atmung und leuchtete ihm mit einem kleinen Licht in die Augen. „Pupillen erweitert, Blutzuckermessung und Blutdruck, bitte,“ wies er den anderen an. „Wann haben Sie ihn hier gefunden,“ richtete sich der Sanitäter dann an Hunter. Mein Blick blieb weiter auf Nathan gerichtet, ich zog meine Beine auf den Sessel und umschlang sie mit meinen Armen. Mein Körper ging in den Modus über, der mich alles um mich herum ausblenden ließ – außer Nathan. Er lag da, als würde er sich nur für ein paar Minuten ausruhen wollen, als würde er gleich voller Tatendrang aufspringen. Wären da nicht, die blutunterlaufenen Augen, die völlig zerzausten Haare, die Klamotten, die an ihm hingen, als würden sie ihm nicht gehören. Sein Hoodie war übersäht mit Flecken. Und wären da nicht die zwei Sanitäter, die beide mit viel zu schnellen Handgriffen und Bewegungen vor Nathan herumhantierten. An ihm zogen und ruckelten.

„Wir nehmen ihn mit,“ riss mich aus meinen Gedanken. „Kann ich mitkommen,“ fragte ich leise und richtete mich auf. „Sind Sie die Freundin,“ fragte der Sanitäter und wuchtete mit Hilfe seines Kollegen Nathan auf die Transportliege. „Ja,“ schoss es aus mir heraus und ich sah zu Hunter und Kira, die mich musterten. Ich hob kurz meine Schultern, wer sollte das schon herausfinden können. „Dann kommen Sie,“ die Sanitäter liefen mit Nathan auf der Liege voraus und ich winkte noch Kira, die mich nach wie vor mitfühlend ansah. „Ich melde mich,“ sagte ich. „Schneller!“ rief einer der Sanitäter von draußen herein und ich rannte ihnen hinterher. …

Harper

Drei Jahre Ausbildung und drei Jahre Berufserfahrung bei einem der besten Anwälte für Eherecht und dann das. Ich stand wieder ganz am Anfang. Vor einer Woche hatten wir eine Abschiedsfeier in der Kanzlei. Wir Angestellten hätten gerne weiter mit Mr. Brake gearbeitet, aber für ihn war es nun an der Zeit in den Ruhestand zu gehen. Nach 40 Jahren legte er seine Arbeit nieder. Ich gönnte es ihm, obwohl es mir meinen wundervollen Arbeitsplatz kostete. Seit dem Beginn meiner Ausbildung hatte ich Mr. Brake in sämtlichen Angelegenheiten rund um die Kanzlei unterstützt. Ihm seine Akten hinterhergetragen, wichtige Termine für ihn und mit ihm wahrgenommen. Wir hatten quasi eine Vater-Tochter-Beziehung zueinander. Ich hatte ihn sehr ins Herz geschlossen, so sehr, dass es mich einige Tränen kostete seine Verabschiedung auch noch zu feiern. Doch, da war ich nicht die Einzige. Ich war in der Kanzlei zwar nicht die älteste, aber war am längsten dort. Sechs Jahre – erst die Ausbildung und drei weitere Jahre. Melanie hatte vor drei Jahren ihre Ausbildung, anschließend an meine, begonnen. Ansonsten gab es noch Claudia, sie war die Älteste, aber erst vor zwei Jahren mit ins Team gekommen. In der Kanzlei hatten wir alle ein äußerst gutes Verhältnis zueinander. Wir waren wie eine kleine Kanzleifamilie, die in allen Lebenslagen zusammenhielt. Und genau deshalb hatte Mr. Brake mir angeboten, sich um einen direkten Anschluss zu kümmern. Er hatte immer betont, dass ich am zuverlässigsten war. Er war in der Anwaltsbranche bekannt und ziemlich beliebt unter den Kollegen, was ihm – und letztendlich uns allen – ziemlich zum Vorteil kam. „Ich finde für Dich schon eine neue Herausforderung,“ versicherte Mr. Brake mir. Es wurde erst vor einem Monat bekannt, dass Mr. Brake aufhören würde. Nach seinen Worten, sollte man aufhören, wenn es am schönsten war.

So stand ich jetzt hier vor diesem riesigen Gelände mit zwei großen gläsernen Gebäuden, auf denen beiden mit feinen übereinanderliegenden Buchstaben NH stand. Oder HN? Wie auch immer. Mr. Brake hatte sein Wort gehalten. Ich war froh, dass ich mich für den Bus entschieden hatte, denn hier war weit und breit kein einziger freier Parkplatz zu sehen. So, wohin müssen wir denn? Ich kramte den kleinen Notizzettel aus meiner Tasche auf dem alle wichtigen Daten standen. Mr. Brake hatte mir letzten Freitag diese Adresse und einen Namen aufgeschrieben.

„Frag am besten unten im Foyer nach,“ hatte er noch zu mir gesagt, bevor er mich dann in meinen Urlaub schickte. Urlaub – was für ein Wort. Eigentlich waren es die freien Tage, die ich bekommen hatte, weil ich dieses Jahr noch keinen Urlaub genommen hatte. Wofür sollte ich auch Urlaub nehmen. Schließlich war ich hier allein. Ich hatte hier niemanden, außer meine beste Freundin Kiri. Während ich hier also mein Vorstellungsgespräch abhielt, saßen Mel und Claudi im Büro und versuchten mein Fehlen bei meinem zukünftigen Ex-Chef zu stemmen.

„Nathan Hill, Dienstag 09:00 Uhr,“ las ich von dem Zettel und betrat das Gebäude, das einem Aquarium glich. Ich versuchte mir die Person hinter dem Namen vorzustellen, doch mein Kopf weigerte sich. War er ein Anwalt?Na, mal sehen was mich erwartet. Ich trat an den Tresen und wartete bis mich der Mann dahinter ansah. „Bitte.“ „Hallo, ich soll mich bei Nathan Hill einfinden. Ich habe hier heute ein Vorstellungsgespräch.“ „Ach ja, da sind Sie ja,“ antwortete Cole, dessen Name auf einem kleinen Schild an seiner Brusttasche stand. War ich etwa zu spät?Das kann doch gar nicht sein! Ich hatte mich bestimmt 50-mal versichert, dass alles zeitlich geregelt ablief. Ich wollte doch nicht schon zu Beginn einen schlechten Eindruck hinterlassen und so meine Chance auf einen neuen Job verspielen. Und schon gar nicht einen Job, den mir Mr. Brake beschafft hatte. Nun ja, heute war nur ein Vorstellungsgespräch, aber ich brauchte diesen Job echt dringend. Meine Miete wurde einfach immer teurer und ohne Job konnte ich mir mein Apartment bald nicht mehr leisten. Cole konnte scheinbar Gedanken lesen. „Keine Sorge, Sie sind nicht zu spät. Nathan Hill ist nur ein äußerst ungeduldiger Mann, wenn es um Termine geht.“ „Na, das kann ja dann heiter werden“, lachte ich und verdrehte spöttisch die Augen. Auch Cole konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Hier redet man über Sie. Ihr ehemaliger Chef hat ganz schön große Töne über Sie gesprochen,“ fing Cole an und deutete mir, ihm zu folgen. „Ehrlich? Ich weiß ja, dass mein Chef viel von mir hält, aber ich hoffe, dass er nicht allzu sehr übertrieben hat.“ Ich ging hinter Cole her, der auf einen Fahrstuhl zusteuerte. „Ich hoffe allerdings auch, dass Ihr Chef nicht übertrieben hat. Für das Exemplar Nathan Hill sollten Sie gut gewappnet sein.“ Er zog eine Augenbraue hoch und sah mich forschend an. Mit einer Handbewegung zeigte Cole mir den Weg in den Fahrstuhl. „Du fährst jetzt damit in den 3. Stock, hier ist die Zugangskarte. Einfach vor den Sensor halten, sobald sich die Türen geschlossen haben, bis es ping macht. Und wir duzen uns hier. Herzlich Willkommen, mein Name ist Cole. Wir sehen uns später in der Cafeteria.“

Mit diesen Worten schlossen sich die Türen des Fahrstuhls. Was soll das bedeuten, wir sehen uns später in der Cafeteria? Ich zupfte an meinem Kleid und hielt dann die Karte an den Scanner. Wie zu erwarten setzte sich der Fahrstuhl in Bewegung. Mir fiel auf, dass Cole mich an anderen Aufzügen am Eingang vorbeigeführt und genau diesen angesteuert hatte. Dieser musste wohl extra für die Anwälte sein, denn er hatte keine Tasten für Stockwerke. Scheinbar wurde er nur durch diese Karten gesteuert.

Der Aufzug sah innen sehr elegant aus. Der Boden war mit einem salbeigrünen Teppich ausgelegt. An jeder der drei Wände hing jeweils ein großer Spiegel, die fast über die ganze Höhe und Breite gingen. Die Spiegel waren von schwarzem Hochglanz eingerahmt, das mit kleinen goldenen Ornamenten in den Ecken verziert war. Die Decke bestand aus einem einzigen großen Spiegel. Es roch absolut rein, fast schon nach nichts. Als wäre hierin noch nie jemand gefahren. Mein Herz schlug immer schneller. Ich war sehr aufgeregt. Am liebsten hätte ich den Aufzug angehalten und wäre ausgestiegen. Aber sicherlich hatte Cole mich bereits angemeldet. Wie würde das denn aussehen!

Sobald der Fahrstuhl anhielt, erklang ein kurzes und leises Glockenspiel, gefolgt von sich öffnenden Türen. Vor mir stand ein großer Mann mit gut gestylten Haaren. Seine stahlblauen Augen sahen mich eindringlich an. Schnell stieg ich aus, um für ihn Platz im Fahrstuhl zu machen. „Harper Moss, ich habe auf Sie gewartet.“ Er trat einen Schritt zurück.

Als mir bewusstwurde, wer er war, blieb ich abrupt noch neben ihm stehen. „Mr. Hill. Schön Sie kennenzulernen,“ erwiderte ich. Er hatte mich nicht einmal begrüßt. „Folgen Sie mir in mein Büro.“ Mr. Hill drehte auf der Stelle um und ging schnellen Schrittes den langen Korridor entlang. Ich hatte Schwierigkeiten mit ihm Schritt zu halten. Ging er einen Schritt, musste ich ihm mit zwei oder gar drei schon fast hinterherrennen. Unsere Schritte hallten in der ganzen Etage wider. Die Böden bestanden aus dunklem Marmor, der so sauber war, dass sich alles darin spiegelte.

Während ich ihm hinterlief, schaute ich um mich herum. Rechts ging es in ein recht großes Büro, das farblich recht hell gehalten war. Mit Aktenschränken über eine Seite. Gegenüber, links von uns, musste der Konferenzraum sein, denn darin befand sich ein großer Tisch, an dem einige Menschen sitzen konnten. Im Raum daneben sah ich die Küche, die für ein Büro recht groß ausfiel. Darin stand ebenfalls ein Tisch, der aber wesentlich kleiner als der im Raum davor ausfiel. Hinter der Glaswand im Freien konnte ich eine kleine Sitzgruppe und eine Feuerstelle erkennen. In der hinteren linken Ecke des Ganges befand sich noch ein weiterer Raum. Alle Wände bestanden aus Glas, nur dieser hintere Raum war von normalen Wänden umgeben. Ein Schild an der Tür bestätigte meine Vermutung, dass es die Toilette sein musste. An der Wand gegenüber und daneben standen vier schwarze Stühle mit einem kleinen Tisch, auf dem Zeitschriften lagen – der Warteraum. Auf der anderen Seite der Glaswand war ein weiteres Büro. Es war um einiges größer als das erste und es war eher dunkel gehalten. Genau auf dieses Büro steuerte Mr. Hill zu. Auf der offenstehenden Glastür neben mir, stand in goldenen Buchstaben

MR. NATHAN HILLRechtsanwalt

Darüber war das NH abgebildet, das sich überall am und im ganzen Gebäude wiederholte. Schlagartig realisierte ich, dass ich nicht mit irgendjemandem sprach. NH, Nathan Hill, ergab Sinn. Das würde bedeuten, dass ich mit dem einflussreichsten Mann in diesem Gebäude, wenn nicht sogar der ganzen Stadt sprach. Gleichzeitig wunderte ich mich, warum er sich persönlich um ein Vorstellungsgespräch kümmerte. Seine wertvolle Zeit so zu verschwenden. Er musste keinen Assistenten haben, anders konnte ich mir den Umstand nicht erklären.

„Kommen Sie rein und nehmen Sie Platz,“ wies er mich an und setzte sich hinter den großen mahagonibraunen Schreibtisch. Auch eine Kommode neben der Tür war in diesem dunklen Holz gehalten. Gegenüber der Tür stand ein kleines Sofa. Die gesamte Einrichtung in diesem Raum war aufeinander so abgestimmt, dass jedes Teil die Eleganz der anderen Möbel unterstrich. Hauptakteur und Mittelpunkt blieb dabei trotzdem der große Schreibtisch mit den Schnitzereien. Ich folgte seiner Anweisung und spürte wie sich ein kleiner Groll in mir aufrollte. Wie redet er denn bitte mit mir? Er hatte weder Hallo gesagt, noch kannte er ganz offensichtlich bitte oder danke. Die Tatsache, dass es der Anwalt und kein Sekretär war, machte das Ganze nicht besser. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Aber noch viel wütender machte es mich, dass ich ohne Wenn und Aber seiner Anweisung gefolgt war. Als ich auf seinen Schreibtisch zuging fiel mir auf wie markant sein Kieferknochen war. Schnell schaute ich wieder weg. Dabei bemerkte ich, dass das Büro und der Flur nicht lang genug waren, um über die gesamte Etage zu reichen. Dabei orientierte ich mich am Eingangsbereich. Der Weg vom Eingang bis zum Fahrstuhl war mir wesentlich länger vorgekommen. Hinter Mr. Hill entdeckte ich eine weitere Tür. Wie bei der Toilette waren es normale Wände. Ich ging davon aus, dass sich dahinter ein recht großes Archiv verbarg.

Ich nahm auf dem Stuhl ihm gegenüber Platz. „Mrs. Moss, Sie wurden mir von Ihrem ehemaligen Chef, meinem langjährigem Kollegen Mr. Brake, vorgeschlagen,“ fing Mr. Hill an. „Ms. Moss, bitte,“ korrigierte ich ihn. In Mr. Hills Gesicht konnte ich absolut keine Regung erkennen. Kein Lächeln, er hob keine Braue, nichts. Ihm war es absolut gleichgültig. „Erzählen Sie mir etwas über sich.“ Er ging nicht weiter darauf ein. Na schön. „Nun, ich habe meine Ausbildung und drei weitere Jahre bei Mr. Brake gearbeitet. Ich bin sehr zuverlässig und selbstständig. Meist habe ich meine Aufgaben bereits erledigt, bevor sie mir aufgetragen werden. Ich habe bei Mr. Brake das ganze Büro geführt, das eine angestellte Kollegin und eine Auszubildende umfasste. Ich durfte für meinen Chef sämtliche Botengänge erledigen und er hat mich oft zu wichtigen Terminen geschickt, wenn er – nun ja – nicht bereit war. Ich kenne alle Akten fast auswendig.“ Mr. Hill schaute abwechselnd auf seinen Bildschirm und auf meine Akte. Ich staunte nicht schlecht, als ich den Lebenslauf sah, den ich damals in die Bewerbung bei Mr. Brake gelegt hatte. Mein Chef musste ihm diesen weitergegeben haben. Viel hatte sich ja nicht geändert, aber das war Mr. Hill sicherlich bereits vor dem Gespräch bekannt. „Sind Sie bereit sich weiterzubilden?“ fragte er nachdem ich meine Ausführungen beendet hatte. „Wenn es für meinen Job bei Ihnen von Nöten ist, dann bin ich dazu auf alle Fälle bereit,“ erwiderte ich. Mr. Hill nickte fast unmerklich. „Ms. Moss, ich habe mir Ihre Akte angesehen und möchte dem Rat meines Kollegen folgen. Wann können Sie anfangen?“

Erstaunt sah ich ihn an. Ich hätte zu gerne sofort angefangen, aber wollte auch nicht aufdringlich oder unprofessionell erscheinen. Es war schon aufdringlich genug, dass Mr. Brake mich ihm vorgeschlagen hatte – mich Mr. Hill schon beinahe aufzwang. Wenn Mr. Hill sich auch nicht dagegen entschied. „Wann benötigen Sie mich denn?“ hakte ich nach. Eine Gegenfrage schien mir am sichersten. „Ich brauche Sie ab sofort,“ Mr. Hill hielt kurz inne um meine Reaktion abzuwarten. Ich formte mit den Lippen ein „OK“, ohne dabei einen Ton von mir zu geben. „Sollten Sie noch etwas zu erledigen haben, legen Sie es auf Ihre Mittagspause. Diese halten Sie mit mir zeitgleich von 12:00 bis 14:00 Uhr. In dieser Zeit schalten wir eine Rufumleitung auf Ihr Handy. Generell kommen Anrufe nur in den Bürozeiten, aber es kommt gelegentlich trotzdem vor, dass ein Mandant genau dann zum Telefon greift,“ erklärte er. Nein, ich hatte tatsächlich nichts vor, trotzdem überrumpelte er mich mit seinen Worten. „Wo kann ich denn meine Sachen verstauen?“ fragte ich Mr. Hill als er um seinen Schreibtisch herumkam. „Das zeige ich Ihnen sofort. Ich habe seit gut einer Woche keine Assistentin mehr, daher zeige ich Ihnen alles.“ Das klang wie eine kleine Entschuldigung. Gleichzeitig erklärte das, warum hier niemand außer uns war und er sich um alles kümmern musste. Er ging an mir vorbei und wartete an der geöffneten Tür auf mich. „Ihr Büro ist das hier.“ Mr. Hill lief vor mir eine Tür zurück in die Richtung aus der wir kamen. Das helle Büro rechts vom Fahrstuhl sollte also meines sein. Da war er der kleine Nachteil. Bei Mr. Brake hatte ich auch mein eigenes Büro, jedoch waren die Wände nicht aus Glas und ich konnte trotzdem hin und wieder auf mein Handy sehen. Als hätte er mir meine Gedanken angesehen, „Handys möchte ich hier keine. Sie verstehen sicherlich alles von Datenschutz und Verschwiegenheitsverpflichtungen.“ „Ja, das ist mir alles bekannt. Ich nehme an Sie haben hierfür auch die entsprechenden Formulare, die ich unterschreiben muss,“ stieß es aus mir hervor. Ohje, hab ich das wirklich so schnippisch geäußert? Mr. Hill stand mit dem Rücken zu mir und ich wartete ab, ob er meine Worte so auffasste, wie ich es vermutete. „Ms. Moss. Um die Formulare werden wir uns direkt im Anschluss kümmern, sobald Sie diese in dem ganzen Chaos gefunden haben.“ Mr. Hill drehte sich zu mir. In seinen Augen konnte ich sehen, dass er meine Worte genauso wahrnahm, wie ich sie aussprach. Und er war darüber alles andere als erfreut. „Hat Ihre Sekretärin Ihnen gar nichts vorbereitet, damit Sie sich zurechtfinden,“ versuchte ich das zuvor Gesagte ein wenig durch Mitgefühl gut zu machen. Er schüttelte den Kopf und zog den Stuhl unter dem Schreibtisch hervor. „Setzen Sie sich. Wir gehen kurz alles durch, dann sollten Sie sich schnell zurechtfinden. Ich habe heute Nachmittag einen wichtigen Termin für den ich einige Unterlagen benötige.“ Kurz dachte ich, er hätte auf meine Frage eine Emotion gezeigt, doch genauso schnell ich diesen Eindruck hatte, verschwand er wieder. Ich nahm auf dem Stuhl Platz und wurde von Mr. Hill an den Schreibtisch geschoben. „Hier unter dem Tisch ist ein Haken, dort können Sie Ihre Handtasche aufbewahren. Größeres Gepäck werden Sie nicht haben. Sollte dies doch einmal der Fall sein, können Sie Ihr persönliches Eigentum auch hier vorne in dem Aktenschrank verstauen. Das untere Fach ist leer und kann abgesperrt werden.“

Ich wurde aus seinem Verhalten und seiner Ausdrucksweise einfach nicht schlau. Alles widersprach sich. War Mr. Hill ein Gentleman oder ein Arschloch? Für einen Anwalt war diese Fähigkeit, alle im Dunkeln tappen zu lassen, nur von Vorteil. „Danke,“ sagte ich schnell und schaute auf den Bildschirm. Mr. Hill stand dicht hinter mir und blickte über meine Schulter. Seine Hand lag direkt neben mir auf der Schreibtischkante und ich konnte seine Adern hervortreten sehen. Sie sah sehr muskulös aus und mir lief ein Schauer über den Rücken. Ich schob meine Brille hoch, die ich aus meiner Tasche geholt hatte. „Öffnen Sie den Ordner in der Taskleiste, dort finden Sie die bürointernen Dateien. Darunter sollten Sie die entsprechenden Formulare, die Sie so gerne unterschreiben wollen, finden.“ Er klang, als wollte er einen Witz machen und gleichzeitig sagte er es so ernst, dass es kein Witz sein konnte. Ich folgte erneut seiner Anweisung, die er ohne bitte und danke formulierte und ich hätte mich wieder für meinen protestlosen Gehorsam schlagen können. „Da, ich habe sie. Welcher Drucker?“ fragte ich als ich beide Dateien öffnete. „Es gibt nur einen,“ sagte Mr. Hill emotionslos. Und wie ich auf den Button klickte, ertönte aus seinem Büro das bekannte Druckgeräusch. Das konnte nicht wahr sein. Nur ein Drucker. Und der stand auch noch im Zimmer von Mr. Hill. „Das wäre der erste Punkt, den ich leider beanstanden muss. Ich fände es besser, wenn ich auch einen Drucker hier in meinem Büro hätte. So muss ich Sie nicht immer unterbrechen oder stören, wenn ich etwas ausdrucke.“ Erklärte ich, meinen Blick immer noch auf den viel zu hellen Bildschirm gerichtet. Ich wollte ihm bei meiner Beanstandung ungern in die Augen sehen.

Unauffällig schob ich meine Brille erneut zurecht und lehnte mich mit dem Ellbogen auf den Schreibtisch. So konnte ich meinen Kopf ein wenig stützen, der eben um einiges schwerer wurde und um Mr. Hill nicht andauernd anzusehen Mr. Hill schüchterte mich wirklich ein wenig ein. „Sie haben Recht, das sollten wir schleunigst ändern. Und mit wir, meine ich Sie.“ Er will mich also herausfordern. Ich verstand nicht, warum er mir gegenüber so war. Wer weiß, wie er sich gegenüber anderen verhielt, aber ich hatte ihm doch gar nichts getan. Wenn er es aber so wollte, sollte er seinen Kampf bekommen. Gewinnen lassen, werde ich ihn nicht. Da ist er an die falsche geraten. „Und was soll ich jetzt mit dieser Info? Soll ich einen neuen bestellen, haben Sie einen Raum, in dem Sie alte ausrangierte Drucker aufbewahren oder muss ich losstiefeln und mir einen kaufen?“ erwiderte ich in derselben Art und Weise wie er. Ich legte meinen Unterarm auf den Schreibtisch, mit der rechten Hand umklammerte ich nach wie vor die Maus. „Sie können sich einen in Ihrer Mittagspause besorgen.“ Mir war bewusst, dass Mr. Hill seit gut zehn Minuten mein Chef war. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass ich nicht auf den Mund gefallen war. „Ich soll mir für meinen Arbeitsplatz in meiner Pause einen Drucker kaufen, den ich ausschließlich für diese Arbeit benötigen werde.“ Ich ließ Mr. Hill einen Moment. Seine Augen ruhten auf mir, das konnte ich spüren. Sie brannten sich in meine Haut.

Als ich mich auf meinem Stuhl zu ihm drehte, stand er noch immer mit dem Arm auf meinen Tisch gestützt. Sein Gesicht war vielleicht fünf Zentimeter von meinem entfernt. Von Nahem war er noch männlicher, gefährlicher und … attraktiver. Ich biss mir auf die Unterlippe. Seine blauen Augen starrten mich in Grund und Boden. Meine Knie wurden weich, ein Glück saß ich. Zwischen den dunklen Augenbrauen zeichnete sich eine zarte Falte ab. Nur aus dieser kurzen Entfernung konnte man die kleinen Lachfältchen an den äußeren Augenrändern erkennen. Wahnsinn, dieser Mann konnte also doch lachen oder hatte es zumindest schonmal gekonnt. Es verging vielleicht ein Bruchteil einer Sekunde, aber es fühlte sich an wie Minuten. So wie er dastand und mich ansah, strahlte er etwas aus. Etwas, das mich dahinschmelzen ließ. Mr. Hill bäumte sich auf und strich sich seine Krawatte zurecht. „Dann suchen Sie sich einen Drucker aus und schicken mir den Link per E-Mail. Ich werde ihn zu gegebener Zeit bestellen.“ Ich blinzelte schnell, froh darüber, wieder ein wenig mehr Raum zu haben, und atmete hörbar erleichtert ein. Ganz kurz hatte ich ganz andere Gedanken. Vielleicht war es auch ein Wunsch-Traum-Denken, wie Kiri immer sagte.

Mein neuer Chef zeigte mir noch ein paar wichtige Einstellungen und Programme, die ich mir selbst beibringen sollte. Außerdem erklärte er mir, welche Farbe er für welche Termineintragung im Kalender verwendete, um nicht durcheinander zu kommen. Mr. Hill ließ mich nach einer Stunde Einarbeitung alleine in meinem Büro. So konnte ich endlich meine Gedanken sortieren. Er hatte sich in seinem Büro verkrochen und las in dicken Akten, die schon älter sein mussten. Hin und wieder sah er zu mir. Ich suchte mir einen Drucker aus und versuchte mich, trotz meiner tausenden Gedanken, irgendwie ansatzweise einzuarbeiten. Meine Gedanken und Gefühle fuhren zusammen Achterbahn. Als ich mich dann für einen recht einfachen Drucker einer bekannten Marke entschied, kopierte ich den Link und schickte ihn an Mr. Hill. Ich konnte anhand seiner Bewegung aus dem Augenwinkel erkennen, dass er meine E-Mail direkt öffnete. Das war äußerst befriedigend.

Nachdem ich die E-Mails durchgesehen hatte, richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder den Akten zu. Ich wollte unbedingt einen guten Überblick über die ganzen Angelegenheiten haben. Also fing ich an, mir die Ordner satzweise aus den Schränken zu holen und mir stichpunktartig Notizen zu machen. Mandant gegen Gegner wegen Angelegenheit. So arbeitete ich Akte für Akte ab.

Gerade, als ich auf die Uhr schaute, kam Mr. Hill in mein Büro. „Bevor Sie nun in die Pause gehen, schalten Sie noch die Rufumleitung. Wenigstens diese Anleitung hat Ihre Vorgängerin in der obersten Schublade hinterlegt. Seien Sie dann pünktlich zurück.“ „Pünktlich ist mein zweiter Vorname,“ konterte ich, um die Stimmung wieder etwas aufzulockern und er dreht mir schon den Rücken zu. „Danke, Mr. Hill, für diese unglaubliche Möglichkeit. Haben Sie eine schöne Mittagspause. Die Erklärungen habe ich unterschrieben zu meiner Akte in Ihrem Postfach gelegt. Bis dann.“ „Ihnen auch eine angenehme Pause.“ Mit diesem Satz verschwand er komplett aus meinem Büro und lief durch die Tür hinter seinem Schreibtisch. Er würde seine Pause sicher nicht in einem Archiv verbringen, wie ich es heute Morgen vermutet hatte. Also konnte ich die Archiv-Theorie aus meinem Gedächtnis streichen. Das musste dann wohl ein privater Raum sein, ein Bad, eine Toilette. Irgendetwas.

Ich musste hier raus und das schnell. Seine plötzliche Freundlichkeit löste etwas in mir aus, das ich nicht beschreiben konnte. In der obersten Schublade fand ich die kurze Anleitung, wie man am Telefon die Rufumleitung einstellte. Daneben lag ein kleines Handy. Das muss dann wohl mein Handy sein, das ich ab sofort jede Pause mit mir tragen musste. Innerhalb einer Minute hatte ich die Umleitung eingestellt. Zur Bestätigung erschien am Telefonbildschirm eine Meldung, dass die Einstellung erfolgreich war. Auch auf dem Handy wurde mir die erfolgreiche Einstellung angezeigt. Mit einem Shortcut beförderte ich den Computer in den Ruhezustand und wollte nur noch schnell in den Aufzug. Da hörte ich ein lautes Klirren. Erschrocken blieb ich stehen und sah mich um, aber ich sah nichts. Das Geräusch konnte nur aus dem Raum kommen, in dem Mr. Hill verschwunden war. So ging ich also schnellen Schrittes in das Büro von Mr. Hill und lief dann zögerlich auf die hintere Tür zu. Ich hoffte, dass alles in Ordnung war, ich wollte nur schnell in meine Pause. Cole wartete sicher auf mich.

Mr. Hills Krawatte hing über der Lehne seines Bürostuhls.

„Mr. Hill, ist alles in Ordnung oder brauchen Sie Hilfe?“ rief ich in den Raum. Die Wand war auffällig dick. Als ich keine Antwort bekam, trat ich ein. Es war tatsächlich ein Bad. Luxuriös und sehr groß. Es beinhaltete eine Wanne, eine riesige Dusche und ein Doppelwaschbecken. Wahnsinn, das war an Prunk nicht zu übertreffen. Der Boden war auch hier dunkel gehalten. In den grauen Marmorfliesen konnte man winzige Goldpartikel erkennen, die den Boden im Licht glitzern ließen. Die Wände waren aus denselben Fliesen, wie der Boden und über dem Waschbecken hing ein Spiegel, der so groß war, dass er einem Schaufenster eines Shoppingcenters glich. Er begann direkt über dem Waschbecken, reichte bis zur Zimmerdecke und war bestimmt doppelt so breit, als das Waschbecken selbst. Die Wanne stand frei im Raum mit goldenen Füßen und darüber an der Decke hing ein goldener Wasserauslass, der die Form einer Schlange hatte. Die Dusche in der hinteren rechten Ecke war offen, es gab keine Duschwände oder Vorhänge.

Auch hier hing der überdimensionale Duschkopf einfach von der Zimmerdecke herab. Mit ihm hätte ich mit einer Hebelbewegung mein ganzes Bad in meinem Apartment unter Wasser setzen können.

In der Tür stehend, sah ich wie Mr. Hill vor dem Spiegel stand. Er hatte sein Hemd um einige Knöpfe weiter geöffnet. Seine Ärmel hatte er bis über seine Armbeugen hochgekrempelt. Er lehnte mit den Händen auf dem Waschbecken und hielt seinen Kopf gesenkt. Durch sein Hemd erkannte ich seine muskulösen Schultern. „Mr. Hill, kann ich Ihnen helfen?“ versuchte ich eine Antwort oder überhaupt nur eine Reaktion von ihm zu erhaschen. „Was war das gerade für ein lautes Geräusch?“ Doch er stand dort felsenfest, absolut regungslos. Ich konnte nicht einmal erkennen, ob er atmete. Durch sein geöffnetes Hemd erkannte ich seine sonnengebräunte starke Brust. Mr. Hill sah unglaublich gut aus. Wie er da stand, mit den Armen auf das Waschbecken gelehnt. Seine Venen traten an den Armen hervor und seine silberne Uhr unterstreichte sie auf unerklärliche Weise. Muskeln die man hinter seinem maßgeschneiderten Anzug nicht einmal erahnen hätte können. Seine Haare waren verwüstet und ihm hing eine Strähne ins Gesicht. Ich schüttelte mit dem Kopf, um die verwirrenden Gedanken loszuwerden. Das war mein Boss, wies ich mich zurück. „Mr. Hill,“ wiederholte ich und ging langsam auf ihn zu. Mir fiel dabei auf, dass auf dem Boden ein Glas zersprungen lag. Das muss es wohl gewesen sein – der Lärm.

Doch Mr. Hill reagierte nach wie vor nicht. Warum bin ich nicht einfach in meine Pause gegangen. Ich tadelte mich selbst gedanklich, weil ich zum einen noch hier stand und zum anderen, weil mich sein Anblick etwas spüren lässt. Ich legte meine Hand auf Mr. Hills rechte Schulter. Und genau in diesem Augenblick spürte und hörte ich deutlich, wie Mr. Hill tief einatmete. Im Spiegel sah ich, dass er die Augen schloss. „Nathan, ist alles in Ordnung?“ fragte ich erneut. Meinen Boss zu duzen würde mir sonst im Traum nicht einfallen, aber der Anlass war hoffentlich Entschuldigung genug. Er hob seinen Kopf und blickte mich durch den Spiegel an. „Warum sind Sie nicht in Ihrer Pause, Ms. Moss?“ raunte Nathan tief. „Ich habe mir Sorgen um Sie gemacht,“ erwiderte ich und streichelte ihn völlig gedankenverloren über den Rücken. Wieder schloss er die Augen und atmete tief ein. Er legte seinen Kopf in den Nacken. Schnell zog ich meine Hand zurück und sah zu Boden. „Entschuldigen Sie Mr. Hill, das gehört sich nicht, ich …“ Ich überwand mich, ihm in seine stahlblauen Augen zu sehen. Erneut rissen sie mich völlig aus der Bahn. Ich rückte meine Brille zurecht. Sein Blick verdunkelte sich blitzartig. „Das sollte Ihnen leidtun.“ Hörte ich, als Mr. Hill sich zu den Glasscherben drehte, um diese aufzuheben. „Das ist mir noch nie passiert.“ „Was meinen Sie?“ Was wollte er mir damit sagen? Er klang vorwurfsvoll.

„Gehen Sie endlich in Ihre Pause.“ Auf einmal war er wieder der Alte. Herrschend und …. arschig. Und heiß, dachte mein Hirn weiter und ich versuchte den Gedanken abzuschütteln. Ich war mir sicher, dass er es nicht so meinte, dennoch zog ich mich langsam zurück.

Als ich wieder durch Mr. Hills Büro ging, beschleunigte ich meinen Schritt. Beim Vorbeigehen sah ich, dass bereits zehn Minuten vergangen waren.

Im Aufzug atmete ich tief durch. Pause, endlich. Pause von der Arbeit, dem Lernen, dem Merken, den Gefühlen, dem Gefühlschaos und von Mr. Hill. Ich versuchte mich zu sammeln und das gerade Erlebte zu verarbeiten. Das, was gerade passiert war, war mehr als nur fragwürdig. Wie kam ich auf die glorreiche Idee, meinen Boss zu berühren. Andererseits war die Situation Entschuldigung genug, um ihn auf solch subtile Art zu berühren. Durch das Vorhalten der Karte setzte sich der Aufzug wieder in Bewegung und fuhr hinunter in den Eingangsbereich. Zügig lief ich den kurzen Gang vor zur Rezeption und sah Cole bereits warten. „13 Minuten und exakt 12 Sekunden zu spät,“ fing Cole an, als er mich erblickte. „Hat er dich so hart rangenommen am ersten Tag?“ Ich spürte wie meine Wangen brannten und sah Cole von unten herauf an. „Ich wusste nicht, dass Du auf mich warten würdest. Mr. Hill hat mir alles gezeigt und eine gute Einarbeitung dauert eben seine Zeit,“ antwortete ich. Was anderes konnte Cole nicht meinen. Doch Cole musste gemerkt haben, wie ich auf seine Frage reagierte und lachte. „Davon kannst du berichten, wenn wir bei den anderen sind. Sie warten auf uns in der Cafeteria, ich möchte dich ihnen vorstellen. Sie können es kaum erwarten.“ Noch als er sprach, zog er mich an der Hand quer durch das gesamte Foyer. Unweit vom Empfang war der Eingang des Cafés. „Wer sind denn die anderen?“ hakte ich nach, als wir durch die Tür eintraten. „Deine Kollegen natürlich,“ erwiderte Cole. „Kollegen?“ Meine Überraschung konnte ich nicht verstecken. „Ja, schau,“ sagte er und zeigte auf zwei Frauen und einen Mann, die an einem der Tische mitten im Lokal saßen. „Hi, du musst die Neue von Mr. Hill sein. Auf einer Skala von 1 – 10, wie anstrengend war er bis jetzt? Eins ist anstrengend und zehn ist dabei absolute Katastrophe,“ meldete sich eine der beiden Frauen zu Wort und stand auf. „Nimm Jenni nicht zu ernst“ mischte sich der Mann ein. „Ich bin Aron und das ist Nina. Herzlich willkommen!“ Aron stand auf und reichte mir die Hand. Auch Jenni und Nina begrüßten mich herzlich. „Sie wird schon gemerkt haben, wie Mr. Hill wirklich ist. Das kann er nicht verstecken,“ nahm Jenni das Gespräch wieder auf. „Er ist ziemlich zurückhaltend und wenn er mal einen Ton von sich gibt, ist er ziemlich arschig“, stimmte ich Jenni zu und als ich meine Gedanken ausgesprochen hatte, lachten alle vier laut los. Aron konnte sich kaum halten und klopfte sich auf den Oberschenkel. Auch Cole war sichtlich amüsiert über meine Aussage und versteckte sein Gesicht lachend hinter seiner Hand. „Wenigstens sagt sie, wie es ist,“ lachte Nina vor sich hin.

Wir unterhielten uns die gesamte Pause über meine ersten drei Arbeitsstunden bei Mr. Hill. Sie erzählten mir, dass er bisher alle Assistentinnen wohl sehr verärgert haben musste und mit keiner zufrieden war. Das erklärte auch, warum er so dringend jemanden brauchte und mich so schnell eingestellt hatte. Nina erklärte mir, dass wir alle zwar Kollegen waren, aber wir uns abgesehen von der Pause nicht während der Arbeit sehen werden, weil wir alle in unterschiedlichen Etagen und Gebäuden arbeiteten.

Der 3. Stock in Haus Alpha gehörte nur Mr. Hill. Nina arbeitete für Ihren Chef im 2. Stock in Haus Beta. Im 1. Stock ebenfalls in Haus Beta war Jenni für Mrs. und Mr. Zeng unterwegs. Cole arbeitete ausschließlich an der Rezeption für beide Gebäude. Aron war ebenfalls in beiden Gebäuden unterwegs, hatte aber seinen Schreibtisch in der IT im Haus Beta. Im ganzen Gebäudekomplex verteilten sich Anwälte und Steuerberater, die in Partnerschaft mit Mr. Hill agierten.

„Wir wollen am Wochenende deinen Einstand feiern“, riss mich Jenni aus meinen Gedanken, mit denen ich versuchte das soeben erfahrene zu verarbeiten. „Aber ich habe doch noch meine ganze Probezeit vor mir. Es ist doch noch gar nicht sicher, dass ich weiter hier arbeiten werden. Schon gar nicht mit Mr. Hills Launen.“ Ich senkte meinen Kopf, weil ich nicht weiter darauf eingehen wollte. „Es ist eher die Frage, ob du mit Mr. Hill klar kommst. Er würde dich nicht einfach wieder rausschmeißen, er braucht jemanden, der ihm alles hinterherträgt.“ Cole war sich sicher. „Und ich werde das nicht mehr tun. Himmel, die letzte Woche war die Hölle. Kaum war ich an meinem Platz am Empfang, durfte ich wieder hochfahren.“ Also musste Cole für Mr. Hill in der Zeit aushelfen, als er niemanden hatte. Was für eine Doppel- und Dreifachbelastung für Cole. Ich konnte verstehen, dass Cole über meine Anwesenheit mehr als nur froh war. Wir hatten uns alle eine Kleinigkeit zum Essen und Trinken bestellt, damit wir nach unserer Pause wieder voller Energie strotzen konnten. Zehn Minuten vor Pausenende rafften sich alle auf und wir gingen zurück ins Foyer. Dort verabschiedeten wir uns voneinander und jeder ging zurück zum Arbeitsplatz. Cole und ich gingen gemeinsam zum Fahrstuhl. „Wofür sind die zwei Aufzüge hier vorne?“ fragte ich Cole. „Die zwei Fahrstühle, sind für die anderen beiden Etagen. Jeder Aufzug fährt nur in jeweils ein Stockwerk,“ erklärte er. „Wow,“ schüttelte ich den Kopf. Cole nickte zustimmend und verdrehte die Augen. „Ich wünsche dir viel Glück und Kraft.“ „Dir auch“, entgegnete ich und hob anerkennend die Augenbrauen. Die Fahrstuhltüren schlossen sich und mein Puls beschleunigte sich. Ich hatte ganz vergessen in welcher Situation ich das Büro verlassen hatte. Die kurze Melodie, die mir signalisierte, dass ich den 3. Stock erreicht hatte, riss mich aus meinen Gedanken. Die Türen öffneten sich und ich trat aus. Der Korridor erschien mir augenblicklich dunkler als noch heute Morgen. Dies unterstrich zu allem Überfluss auch noch mein mulmiges Gefühl, das im Fahrstuhl aufkam. Ein Blick aus dem Fenster erklärte auch, warum es so finster geworden war. Es hatten sich große schwarze Wolken zusammengezogen und es schüttete wie aus Eimern. Ich hoffte inständig, dass das Wetter sich wieder besserte bis ich dieses Büro verlassen musste. Für dieses Wetter war ich absolut nicht vorbereitet, kein Schirm, keine Jacke. Heute Früh sah man weit und breit kein einziges Wölkchen und auch im Wetterbericht war nicht von Regen die Rede. Ich lief zurück an meinen Platz. In dieser Etage würden nur Mr. Hill und ich arbeiten. Als ich mich setzte, konnte ich im Blickwinkel eine Bewegung aus Mr. Hills Büro erkennen. Es kostete mich einige starke Nerven, um genau in diesem Moment nicht hinzusehen. Ich konnte Mr. Hill nach den vorigen Geschehnissen nicht in die Augen sehen.

Mr. Hill rief mich aus seinem Büro an, direkt nachdem ich die Rufumleitung herausgenommen hatte: „Ms. Moss, suchen Sie mir die Akte für meinen 15:00 Uhr Termin raus. Um Dreiviertel werde ich mich auf den Weg machen. Wenn Sie sie dann auf meinen Schreibtisch gelegt haben, kontrollieren Sie alles nach seiner Sicherheit und Richtigkeit. Vorbereitungen für Morgen können Sie auch treffen, die Termine sehen Sie im Computer. Wenn das erledigt ist, können Sie nach Hause gehen. “ Ich blickte auf und sah ihn durch die Glaswand an. „Mach ich“, rief ich, als ich den Hörer bereits aufgelegt hatte. Den Computer hatte ich bereits während seiner Ausführungen hochgefahren und öffnete den Terminkalender. Entsprechend der eingetragenen Angelegenheit suchte ich die Akte aus dem Schrank und brachte sie Mr. Hill ins Büro. Zu meinem Glück waren die Akten alphabetisch geordnet eingehängt. „Bitteschön. Hier ist die Akte für Ihren Termin in einer dreiviertel Stunde. Sie sollten besser direkt losfahren, es herrscht um diese Uhrzeit das absolute Chaos auf der Hauptstraße.“ Mr. Hill sah mich mit zusammengezogenen Brauen an. „Ms. Moss, um das klarzustellen. Ich weiß selbst, was gut und richtig ist. Sie sind nur hier, um mir zu assistieren und mir meine Arbeit leichter zu machen.“

Das saß gewaltig. Tief einatmen und ausatmen, ruhig. Dieser Kerl machte mich gleichzeitig so wahnsinnig und so … wahnsinnig. Einerseits war er der Inbegriff von Männlichkeit und Stärke, andererseits könnte ich ihm die Akten einfach über den Kopf ziehen, so unhöflich und frech wie er zu mir war. „Ich hielt es nur für wichtig, Sie darauf hinzuweisen,“ erklärte ich. „Gehen Sie wieder an Ihren Platz und machen Sie alles fertig. Ich muss los,“ er sprang auf, griff nach seinem Jackett, das an seiner Stuhllehne hing und würdigte mich keines Blickes mehr. Hat er nicht eben gesagt, ihm müsste man nicht sagen, was er zu tun habe. Jetzt hört er ja doch auf mich. Wofür war dann die Standpauke nötig? Mr. Hill raffte seine Unterlagen zusammen und machte sich auf den Weg zum Fahrstuhl. Und weg war er. Erleichtert atmete ich auf und lief gemächlich zu meinem Schreibtisch. Kurzerhand streifte ich mir meine Heels ab. Die Dinger waren tödlich hoch. Ich spürte, dass der Boden trotz des Marmors angenehm warm war. Fußbodenheizung, wie konnte es auch anders sein, dachte ich.

Für den morgigen Tag waren drei Termin eingetragen. Die Akten dazu waren schnell aus dem Aktenschrank gefischt. Leicht aufgefächert, sodass Mr. Hill alle drei Angelegenheiten von den Akten ablesen konnte, legte ich sie in seinem Büro auf die lange Kommode links von seiner Tür. So konnte er die Akten direkt sehen, wenn er sein Zimmer betrat und sie lagen ihm nicht im Weg. Als ich meinen Blick über sein Büro streifen ließ, fiel mir das Chaos auf seinem Schreibtisch auf. Ich ging hin und verschaffte mir einen kurzen Überblick. Es lagen dort mehrere Akten verstreut, die offensichtlich zusammengehörten. Dokumente lagen willkürlich verteilt. Das konnte ich so nicht lassen. Wie soll er sich da zurechtfinden. Er braucht doch einen klaren Überblick über seine Akten und Angelegenheiten. Kurzerhand raffte ich die losen Unterlagen zusammen und blätterte sie durch. In manche Dokumente musste ich mich kurz einlesen, um herauszufinden, welche Sache sie betrafen. Innerhalb weniger Minuten hatte ich alles der richtigen Akte zugeordnet und sortierte dann die Akten nach Wichtigkeit auf seinem Schreibtisch. Fristakten, Terminsakten, Schriftsätze die zu schreiben waren und ein Stapel mit Akten, aus denen ich nicht schlau wurde, warum sie auf seinem Schreibtisch lagen. So hatte er trotzdem alle Akten bei sich, aber wesentlich übersichtlicher. Als ich dann mein Werk betrachtete, fiel mir das zerbrochene Glas im Bad wieder ein. Ich huschte in den Raum hinter mir und sah die Glasscherben am Waschbeckenrand liegen. Das musste ich auch noch schnell aufräumen. Nicht, dass Mr. Hill sich noch verletzt. Beim Hingehen funkelte etwas am Boden auf und als ich genauer hinsah, erkannte ich, dass noch ein kleiner Splitter dort lag. Ich setzte mich in Bewegung und wollte die Splitter aufheben, da fiel mir eine weitere Tür ins Auge. Wie gern hätte ich einfach rein gesehen. Meine Neugier war groß, aber mein Benehmen wehrte sich. Ich hob den Splitter vom Boden auf und legte ihn in die anderen Scherben. Alles zusammen nahm ich mit hinaus in mein Büro und warf es dort in meinen Mülleimer.