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Hallo, ich heiße Lean, aber manche Leute nennen mich Mr. Toyboy! Wieso sie das tun? Weil ich ständig auf der Suche nach Kerlen bin, die mir was bieten können. Im Sommer gehe ich nicht nur in Berlin, sondern auch an der Ostsee auf die Jagd. Was ich dort so erlebe, erzähle ich euch in dieser Geschichte. Und ob ich irgendwann doch meiner großen Liebe begegne, wird erst mal ein Rätsel bleiben — obwohl, vielleicht löse ich es ja auch auf.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Mr. Toyboy
Wiedersehen am Strand
Valerie le Fiery
Frank Böhm
Impressum
Frank Böhm
Plinkstr. 137
25337 Elmshorn
Valerie le Fiery c/o Schulze
Salzbrückerstr. 27
21335 Lüneburg
Das Autorenduo ist zusätzlich zu erreichen unter
Autoren: Frank Böhm, Valerie le Fiery
Coverfoto © 2253414427 shutterstock.com
© 2024 Mats P. Fleming
Neuauflage © 2025 Frank Böhm, Valerie le Fiery
Der Inhalt des Buches sagt nichts über die sexuelle Ausrichtung des Covermodels aus.
Die Handlung, die Namen der handelnden Personen sowie alles Weitere sind rein fiktiv und frei erfunden, Orte, Veranstaltungen und eventuelle Sehenswürdigkeiten allerdings echt. Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Geschehnissen sind unbeabsichtigt und zufällig. Diese Aussage betrifft sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart, sowohl lebende als auch bereits verstorbene Personen.
Alle Rechte sind vorbehalten.
Dieses Buch, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne Zustimmung der Autoren nicht vervielfältigt oder weiterverbreitet werden.
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Über das Autorenduo
Mal abgesehen vom Frühstück ist alles super hier. Der Himmel zeigt sich von seiner besten Seite, der auffrischende Wind hat alle Wolken in Richtung Westen verschoben und die Minibar in meinem Zimmer ist auch gut mit kleinen alkoholischen Schweinereien gefüllt. Doch bevor ich mir den Tag mit Kitesurfen vertreibe, muss ich mir unbedingt an der nächsten Bude noch eine Kleinigkeit zu essen besorgen. Denn das, was das Hotel zu bieten hat, ist nichts für mich. Vielleicht bin ich einfach in Sachen Brötchen zu wählerisch und habe mir unter Salami und Co etwas anderes vorgestellt. Aber gut! Nicht so schlimm, ich bekomme meinen Magen schon irgendwie voll. Zumal ich in der Regel sowieso nicht zu viel verdrücke, wenn ich einen auf Sportler machen will.
Gestern Abend bin ich nach etwa drei Stunden Autofahrt in Zinnowitz angekommen. Wollte seit Langem mal wieder raus aus Berlin und ein bisschen Seeluft schnuppern. Der Großstadtmief ging mir in den letzten Tagen gehörig auf den Senkel. Drei Tage werde ich jetzt hier verbringen, dann hat die Hauptstadt mich zurück. Erst mal! Denn in zwei Wochen bin ich erneut unterwegs. Wieder Ostsee! Ist das eigentlich dekadent, so oft durch die Gegend zu fahren? Nö! Ein bisschen das Leben genießen muss ab und zu mal sein.
Auf der Suche nach einem strandtauglichen Shirt, krame ich hektisch in meinen Klamotten herum. Irgendwo muss es doch sein, mein weißes Lieblingsteil. Figurbetont, bequem und bügelleicht. So müssen Anziehsachen für mich sein. Deshalb kaufe ich in Berlin auch ausschließlich bei Magnusmoden ein, das ist eine kleine Herrenboutique in so einer engen Gasse, ganz in der Nähe meiner winzigen Bude. Den Inhaber kenne ich schon gefühlte Ewigkeiten, wir duzen uns und ja … wir hatten auch schon mal was miteinander. Einmal aber nur! Denn eigentlich fällt Peter, so heißt der Typ, nicht in mein Beuteraster. Aber nett ist er. Und deshalb habe ich ihm mal in der Umkleide einen geblasen. Hat sich einfach so ergeben. Ich stand da so rum und habe verschiedene Hemden anprobiert und plötzlich guckte er so merkwürdig. Und dann ging alles ganz schnell. Ein Quickie zwischen Ärmel und Kragen eben. Egal! Peter ist cool, aber halt nicht der Typ Mann, auf den ich normalerweise abfahre. Das weiß er mittlerweile natürlich und ist mir nicht böse. Warum auch? Schließlich bin ich ihm eigentlich auch viel zu jung und außerdem ist er, im Gegensatz zu mir, in einer festen Beziehung. Krass, oder? Ich hätte es an seiner Stelle nicht drauf ankommen lassen. Geilheit hin oder her. Schließlich wusste er ja nicht, ob ich meinen Mund halten kann. Aber so ist das eben! Viele Männer denken einfach nur mit der Hose. Da spreche ich aus Erfahrung, doch das nur am Rande.
Ha! Jetzt bin ich fündig geworden. Wäre ja auch fatal gewesen, wenn ich das Shirt zu Hause vergessen hätte. Ich glaube, dann wäre ich abgereist! Nein, Quatsch! So dumm bin ich nun auch wieder nicht.
Ein Poltern auf dem Flur sorgt dafür, dass ich erschrecke. Was ist da denn los? Ein Erdbeben oder so was? Wohl weniger, bestimmt ist das Reinigungsgeschwader schon unterwegs und irgendjemand hat was fallenlassen. Neugierig öffne ich die Zimmertür und sehe hinaus, kann jedoch nichts entdecken. Habe ich jetzt schon Hallus? Schulterzuckend will ich mich wieder in mein Zimmer zurückziehen — denn schließlich trage ich außer Brustwarzen und Bauchnabel oben herum gerade nix — da erkenne ich, dass sich der Fahrstuhl öffnet und ein junger Mann mit braunen Haaren heraustritt. Den kenne ich doch! Ist die Welt echt so klein?
Ich schlucke zweimal und überlege, ob ich ihn ansprechen soll oder besser Projekt Rückzug einleite. Zu spät! Er hat mich entdeckt!
„Lean? Echt jetzt? Bist du das wirklich?“
Was soll ich nun darauf antworten? Ihm vielleicht kopfschüttelnd die Tür vor der Nase zuknallen? Nope! Das funktioniert so nicht. Wenn ich mich doch bloß an seinen Namen erinnern könnte. Wie peinlich. Ja, gut, letztendlich hatten wir auch nur eine kurze Begegnung. Oder zwei? Ich glaube, es waren zwei. So genau weiß ich das nicht mehr, denn wir hatten an dem Abend jeder ein paar Bierchen zu viel. Doch wo war das noch mal? In Pankow? Oder in Neukölln? Völlig unwichtig, jetzt brauche ich erst mal seinen Namen.
„Ja“, erwidere ich, um Zeit zu schinden. „Richtig erkannt. Lange nicht gesehen. Ist schon heftig, dass wir uns hier wiedertreffen. Und das noch an der Ostsee. Ich glaube, ich ziehe mir besser was an, oder?“
„Warum? Steht dir doch!“
Nach einem schnellen Blick auf die untere Region meines Gegenübers, dessen Name mir immer noch nicht eingefallen ist, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.
„Dir scheint da auch was zu stehen, freut mich, dass mein Outfit ganz offensichtlich etwas damit zu tun hat, aber sorry, muss das Angebot leider ablehnen. Hab nämlich Hunger, da geht bei mir absolut gar nix.“
„Kein Problem“, kommt postwendend eine Antwort, die mit einem deutlich hörbaren Lachen untermalt wird. Zumindest scheint es Dingens nicht mal sonderlich peinlich zu sein, dass er hier mit deutlich ausgefahrenem Rohr vor mir steht und mich ganz ungeniert von oben bis unten mustert. „Dann lass dich doch wenigstens von dem lieben Jonny zu was Essbarem einladen. Bin ja gerade erst angekommen und hatte noch kein Frühstück. Kann man das hier eigentlich empfehlen? Ich meine im Hinblick auf die nächsten Tage.“
Jetzt weiß ich es wieder. Jonathan, genannt Jonny. Von Beruf irgendwas, aber nix Genaues weiß man nicht. Hat zwei Geschwister, wenn ich mich recht erinnere, und arbeiten ist etwas, das er ab und zu mal macht. Wenn er Geld braucht halt. Und nur, wenn ihm gerade wirklich danach ist. Aber er kommt klar, ist doch okay. Muss so ungefähr drei, vier Jahre älter sein als ich, ist aber auch wurscht.
„Klingt nach nem Plan, wollte mir eben was überziehen und mir was zwischen die Kiemen schieben. Das, was die hier Frühstück nennen, erinnert mich zu sehr an die angetrockneten Salami- und Käsebrötchenhälften aus der Mensa meiner alten Schule. Da kann ich im Urlaub nicht drauf. Ich will was Leckeres mit einer krossen Schrippe und dazu ein bisschen Rührei. Oder was anderes, aber frisch sollte es schon sein.“
„Dann los, wirf dir was über.“
Da Jonny keinerlei Anstalten macht, sich zurückzuziehen, sondern sich ganz im Gegenteil direkt vor meine Zimmertür stellt, füge ich mich in mein Schicksal, mich offensichtlich unter Beobachtung anziehen zu müssen, und gehe die paar Schritte zu meinem Bett, auf dem das Shirt liegt, das eindeutig mein Lieblingsteil ist. Es sieht einfach nur geil aus, wenn es eng an meinem Oberkörper anliegt, meine Muskeln sanft betont und, bei entsprechendem Lichteinfall, sogar meine Nippel durchschimmern lässt.
Jonnys Blick folgt jeder meiner Bewegungen, das spüre ich ganz deutlich, auch ohne ihn direkt anzusehen. Wenn ich nicht gerade dieses riesengroße Loch im Magen hätte, wäre Jonny es durchaus wert, einen kleinen Vormittagsquickie einzuschieben, aber nein, momentan überspielt mein Hunger alles. Außerdem ist er eigentlich nicht das, was ich mir bevorzugt ins Bett hole. Oder von dem ich mich in ein solches ziehen lasse. Wobei vor allem der finanzielle Hintergrund absolut nicht stimmt und das Alter lässt halt auch zu wünschen übrig. Normalerweise habe ich eher ein Faible für Männer, die so roundabout zehn Jahre älter sind als ich — oder sogar ein bisschen mehr. Und sich was leisten können.
Bin ich deshalb ein schlechter Mensch? Vor allem, weil ich es genieße, dass meine Dates oder Kurzfristbeziehungen die Rechnungen zahlen, wenn wir essen gehen oder auch mal ein paar Tage mit mir in den Urlaub fahren? Muss ich mich deswegen wirklich schämen oder sogar beschimpfen lassen? Ich nehme ja kein Geld für Sex oder so was. Bin kein Stricher, obwohl man mir das schon oft genug nachgesagt hat. Ich bin höchstens das, was man landläufig einen Toyboy nennt. Nur nicht mit älteren Frauen.
„Bist du nun endlich fertig? Siehst gut aus, reicht fürs Frühstück. Komm, ich habe Kaffeedurst.“
„Ist ja gut, komm ja schon“, nuschele ich, greife nach meinem Portemonnaie, Handy und dem Zimmerschlüssel, ziehe die Tür hinter mir ins Schloss und gehe neben Jonny zum Fahrstuhl.
„Machst du länger Urlaub?“, will Jonny wissen, während der Aufzug uns nach unten bringt, woraufhin ich den Kopf schüttele.
„Nö, bloß drei Tage. Aber in zwei Wochen geht es noch mal los, anderer Ort, gleiche Küste. Ich liebe das Wasser. Und du?“
„Ich liebe das Wasser auch“, kommt es prompt mit einem breiten Grinsen von Jonny, woraufhin ich bloß mit dem Schultern zucke, ihm ganz erwachsen die Zunge rausstrecke und leise „Blödmann!“ murmele. „Aber zurück zum Thema“, setzt Jonny anschließend fort, „ich hab dieses Mal ein paar Wochen vor mir, wobei ich demnächst sogar hier vor Ort einen Job antreten werde. Es ist der letzte Urlaub, bevor mich die Tretmühle erst mal eine Weile aller netten Sachen beraubt, mit denen man sonst seinen Tag verbringt. Vielleicht machst du irgendwann ja noch mal Urlaub hier, dann können wir uns sicher mal treffen.“
„Man wird sehen“, gebe ich zurück, denn eigentlich ist Jonny, trotz seines guten Aussehens, nicht der Typ, den ich will. Die Gründe liegen auf der Hand, denn so doll wird sein Job schon nicht sein. Er gehört damit halt nicht zu der Klasse, die ich bevorzuge. Aber nach dem Frühstück oder heute Abend, da könnte ich mir glatt vorstellen, mit ihm … natürlich nur, wenn kein heißer Kerl dazwischenfunkt. Einer aus der Liga, die ich liebe. Die Liga, die sich mich halt auch leisten kann.
An der großzügigen Strandpromenade wimmelt es förmlich von Cafés, sodass Jonny und ich nicht lange suchen müssen und relativ schnell eine geeignete Location finden, in der wir unseren Hunger stillen können. Ich bestelle einen starken Kaffee, Brötchen und Rührei und Jonny tut es mir gleich. Hat der eigentlich keinen eigenen Willen? Ich hätte mich an seiner Stelle bewusst für etwas anderes entschieden, nur, um nicht als Nachmacher zu wirken.
Während wir essen, schaue ich ihn mir etwas genauer an. Schon niedlich der Typ, hatte das so gar nicht mehr im Gedächtnis. Schließlich konnte ich mir ja noch nicht mal seinen Namen merken. Soll ich wirklich den Tag mit ihm verbringen oder ist es besser, gleich einfach surfen zu gehen, so wie ich es eben noch vorhatte? Ich meine, immerhin bezahlt er gleich das Frühstück, dann könnte ich doch den Nachtisch sponsern, oder etwa nicht?
„Sag mal, was hast du denn heute noch so vor?“, fragt er mich schließlich und ich sehe daraufhin in seine neugierigen, dunklen Augen, lasse meinen Blick über das kleine Grübchen wandern, das seine rechte Wange ziert, und bleibe an seinem Adamsapfel hängen.
„Ist ja super Wetter, wollte gleich etwas Kitesurfen betreiben. So war zumindest der Plan.“
„Echt? Das habe ich noch nie gemacht. Kann ich nicht mitkommen und dir zumindest zusehen?“
„Sicher. Ist ja ein freies Land.“
Manchmal bin ich ein echter Charmeur. Im übertragenen Sinne meine ich. Habe ich jetzt dafür gesorgt, dass er sich schlecht fühlt? Egal! Das muss Jonny vertragen können. Ich ticke halt so. Obwohl, wenn ich so recht überlege, sollte ich zumindest heute freundlich zu ihm sein. Denn bisher habe ich noch keinen Kerl kennengelernt, mit dem ich die kommende Nacht verbringen könnte. Allein deshalb kommt mir Jonny gerade recht. Muss ja nicht gleich die ganze Nacht sein, ein paar Stunden im Hotelzimmer reichen ja auch. Schließlich muss ich sehen, wo ich bleibe.
„Wir könnten aber auch“ – ich pausiere einen Moment, lege mein Besteck zur Seite und meine Hand auf seinen Arm, um anschließend mit etwas tieferer Stimme weiterzusprechen – „wir könnten auch mit dem Sport noch ein bisschen warten und erst mal etwas Spaß haben.“ – Erneut lege ich eine Kunstpause ein – „Ich meine, gefrühstückt habe ich ja jetzt.“
Jonny nimmt einen großen Schluck aus seiner Tasse. Hoffentlich spuckt er nicht gleich seinen Kaffee über den Tisch. Sein Arm fühlt sich plötzlich heiß wie Feuer an, so, als wäre er gerade wegen Überhitzung aus der Sauna geflüchtet. Wenn ich sein Kreislauf wäre, dann würde ich garantiert bei jedem Starenkasten geblitzt, denn bei ihm läuft gerade gar nichts mehr auf Normalgeschwindigkeit.
„Hört sich an, als ob das ein toller Tag wird“, antwortet er schnarrend, beißt noch einmal von seinem Brötchen ab und winkt die Kellnerin herbei, um die Rechnung zu bezahlen.
